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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5913
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Verfasst am: 29.Jul 2007 12:27 Titel: Mit dem Segen des Vatikans - Ethik Fonds der Credit Suisse |
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Mit wachsendem Wohlstand wollen Sparer und Fondsmanager beim Geldanlegen nicht nur verdienen, sondern sich dabei auch gut fühlen. Umweltfreundliche, "nachhaltige" oder einfach ethische Investmentfonds erleben deshalb einen Boom. "Ein völlige Veränderung im weltweiten Anlageverwalten ist im Gange", glaubt James Gifford, geschäftsführender Direktor der UN-Initiative "verantwortungsbewusstes Anlegen" (UNPRI) gar.
Die Zahlen klingen beeindruckend: 200 Pensionskassen, Fondsgesellschaften und andere Großanleger haben die UN-Grundsätze für ethisches Geldanlegen unterschrieben. Zusammen verwalten sie die unvorstellbare Summe von 6,5 Billionen Euro. Allein in Europa werden nach Angaben des Dachverbandes Eurosif mittlerweile eine Billion Euro unter Berücksichtigung von ökologischen und sozialen Kriterien angelegt.
In den USA, wo der Trend seinen Ausgang nahm, entwickelte sich ein Investmentfonds für erneuerbare Energien zu einem wahren Verkaufsschlager: Umgerechnet 5,9 Milliarden Euro drückten die Anleger der Fondsgesellschaft Blackrock/Merrill Lynch dafür bisher in die Hand.
Jetzt ist auch die katholische Kirche mit von der Partie - Geldanlage quasi mit dem Segen des Vatikans. Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat einen Fonds aufgelegt, der das ethische Gütesiegel der Pontifical Athenaeum Regina Apostolorum erhalten hat, einer vom Vatikan anerkannten Universität in Rom. Es sei der erste und einzige Fonds, der ein Gütesiegel von einer durch den Vatikan anerkannten Autorität erhalten habe, betont man beim Schweizer Geldinstitut.
Noch will die Credit Suisse nicht über den Fonds reden: Das könnten die deutschen Behörden als Werbung auslegen, aber die sei nicht erlaubt, weil der Fonds in Deutschland noch nicht zum öffentlichen Vertrieb zugelassen sei.
Bekannt ist freilich, dass der Fonds bei seinen Anlageentscheidungen ähnliche Kriterien anlegt wie andere Ethik-Fonds auch: Aktien von Glücksspiel-, Porno- oder Rüstungskonzernen werden keinesfalls gekauft. Die Finger lässt man auch von Unternehmen, die Menschenrechte verletzen oder auf den Umwelt- und Klimaschutz keinen Wert legen.
Nach Darstellung des schwedischen "Prüfinstituts" GES Investment Services, das ebenfalls als Berater für die Credit Suisse tätig ist, verfolgt der Fonds bei der Ethik eine "passive Strategie". Dies bedeutet, er ignoriert einfach Konzerne, die nicht ins Moralkonzept passen.
Aus den Angeln heben wird die neue Anlegermoral die Welt allerdings nicht. Einer der Gründe: Die Ethik hat manchmal bei der Werbung mehr Gewicht als bei der Geldanlage. So kann man das Gütesiegel ziemlich problemlos auf jeden Fonds kleben, der vor allem in Staatsanleihen investiert. Auch der neue Fonds der Credit Suisse ist nach diesem Muster gestrickt. Aber ein bisschen Ethik, so glaubt man dort wohl, ist immer noch besser als gar keine.
Quelle: SZ |
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