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Schinderhanne Specialist
Anmeldungsdatum: 05.04.2005 Beiträge: 128
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Verfasst am: 25.Jun 2005 10:19 Titel: Privatvermögen - 4 Billionen Euro! |
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Vier Billionen Euro privates Geldvermögen
Das Geldvermögen der Bundesbürger übersprang 2004 erstmals die Marke von vier Billionen Euro. Als Motive für Sparen statt Konsum bei stagnierenden Einkommen vermutet die Bundesbank Furcht vor Arbeitslosigkeit und Vorsorge für das Alter, auch Erbschaften spielen eine zunehmende Rolle.
Das Sparvolumen war im Jahr 2004 nach Angaben der Bundesbank das höchste seit der Wiedervereinigung. Es betrug 155 Milliarden Euro, eine Milliarde Euro mehr als im Vorjahr. Erstaunlich ist der Anstieg der Sparquote auf zuletzt 10,6 Prozent des verfügbaren Einkommens trotz schwacher Einkommensentwicklung. Dieses Phänomen gab es bisher nur in den siebziger Jahren während der ersten Ölkrise. Heute spiele die anhaltend schwierige Lage am Arbeitsmarkt und das Bemühen um mehr private Altersvorsorge die Hauptrolle, meint die Bundesbank. Der Befund der zunehmenden Sparneigung sei eine Diagnose, die in Europa weit verbreitet sei und nicht nur auf Deutschland zutreffe.
Die Sparquoten der einzelnen Einkommensklassen sind nach Einschätzung der Bundesbank sehr unterschiedlich. Private Haushalte mit geringem Einkommen übten wenig Konsumverzicht und lösten sogar Ersparnisse auf. Dagegen konnten Haushalte mit sehr hohen Einkommen ein Fünftel auf die hohe Kante legen. In dieses Bild passt der steigende Anteil von Vermögensübertragungen. Die Generation der Erben erhielt 2004 netto 11,2 Milliarden Euro geschenkt, deutlich mehr als 2003 mit 8,7 Milliarden Euro.
Die hohe Sparneigung ging mit dem Verzicht auf neue Kredite und Schuldentilgungen einher. 2004 übertrafen nach Angaben der Bundesbank die Tilgungen erstmals die Nachfrage nach fremden Mitteln, sodass eine Milliarde Euro an Banken und Versicherungen zurückflossen. Bei der Anlage neuer Gelder bevorzugten die Haushalte 2004 Bargeld und Sichteinlagen sowie festverzinsliche Wertpapiere. Der hohe Anteil kurzfristiger Investments war angesichts des niedrigen Zinsniveaus nicht erstaunlich. Im Gegensatz dazu wurden Aktien erneut abgestoßen.
Die Bundesbank bescheinigt den Bundesbürgern "ausgeprägte Vorbehalte gegen diese risikobehaftete Anlage". So hätten die privaten Haushalte seit dem Ende des Börsenbooms Papiere im Volumen von 125 Milliarden Euro netto verkauft, in den zehn Jahren zuvor aber nicht einmal 60 Milliarden Euro für den Aktienerwerb ausgegeben. Geradezu einen Einbruch erlebten 2004 die Geldanlagen in Investmentfonds. Erstmals seit 1991 wurden unter dem Strich Anteilsscheine zurückgegeben, und zwar in Höhe von fast sieben Milliarden Euro. Von dem Umschwung waren alle Fondstypen betroffen. Dagegen bezeichnet die Bundesbank das Versicherungssparen als relativ stabil. 2004 legten die deutschen Haushalte knapp 40 Milliarden Euro in neue Versicherungen an, 2003 waren es noch 42,9 Milliarden Euro.
Die erwähnten 4,1 Billionen Euro hielten die Bundesbürger in erster Linie bei Banken, und zwar meist kurzfristig. An zweiter Stelle folgten Wertpapiere, vor allem festverzinsliche und Investmentanteile. Erst an dritter Stelle rangierten die Versicherungen.
Dem Geldvermögen standen Schulden von 1,6 Billionen Euro gegenüber. Der Zinsaufwand betrug zuletzt gut vier Prozent des verfügbaren Einkommens. Die Tilgungen und das niedrige Zinsniveau entlastete den Ausgabenspielraum der privaten Haushalte. Je Haushalt lag das Geldvermögen 2004 im Schnitt bei 100 000 Euro, nach Abzug der Schulden bei 60 000 Euro. Das Vermögen der Bürger an Immobilien und Firmen soll mit 4,8 Billionen Euro noch höher liegen als das Geldvermögen, aber das ist auch eine Frage der Bewertung.
Quelle: SZ |
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