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Privatversicherte zahlen bis zu 40 Prozent mehr

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Moderator GM&P
.


Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6273

BeitragVerfasst am: 7.Okt 2006 12:16    Titel: Privatversicherte zahlen bis zu 40 Prozent mehr Antworten mit Zitat

Gesundheitsreform

Die mehr als acht Millionen privat Krankenversicherten müssen mit einer drastischen Erhöhung ihrer Beiträge rechnen. Nach dem von den Spitzenpolitikern der großen Koalition beschlossenen Gesundheitskompromiss würden die privaten Krankenversicherer „die Beiträge im Schnitt um 30 bis 40 Prozent anheben“, sagte der Chef der größten privaten Krankenversicherung Debeka, Uwe Laue, dem "Handelsblatt". Von einer Beitragsexplosion in dieser Höhe geht auch der PKV-Verband aus.

Die bevorstehenden Prämienerhöhungen sind darauf zurückzuführen, dass Privatversicherte künftig erstmals ohne gravierende finanzielle Einbußen den Anbieter wechseln können. Dies ermöglicht die neue Regelung, dass sie einen Teil ihrer Altersrückstellungen zum neuen Privatversicherer mitnehmen dürfen. Während die große Koalition mit dieser Neuerung den Wettbewerb fördern will, gehen die Versicherer davon aus, dass sie ihre jeweiligen Altersrückstellungen massiv aufstocken müssen.

Hinzu kommt, dass die privaten Versicherer einen Basistarif anbieten müssen, der in etwa dem Leistungsspektrum der gesetzlichen Krankenversicherung entspricht.
Anders als bisher können die privaten Versicherer dabei Interessenten mit hohen Gesundheitsrisiken nicht mehr ablehnen beziehungsweise mit hohen Prämienzuschlägen belasten.
Diesen nach Alter und Geschlecht gestaffelten Basistarif müssen die privaten Kassen auch vielen der meist sozial schwachen 300 000 Bundesbürger anbieten, die zurzeit überhaupt nicht krankenversichert sind.
Können hilfsbedürftige Betroffene einen monatlichen Basistarif von beispielsweise 500 Euro nicht bezahlen, muss die private Versicherung ihnen auf eigene Kosten einen Nachlass von 50 Prozent gewähren.

Damit wird der Beitrag des Basistarifs vielfach nicht kostendeckend sein. Deshalb sollen jetzt auch die privaten Versicherer einen Risikostrukturausgleich einführen, den es bei den gesetzlichen Kassen schon gibt. Der PKV-Verband hat zwar noch nicht exakt berechnet, wie viel Geld in diesen Ausgleichstopf fließen wird. Experten zufolge geht es aber um Milliardensummen, die die Versicherer über Beitragserhöhungen aufbringen müssten.
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Brendle
Insider


Anmeldungsdatum: 27.11.2002
Beiträge: 603

BeitragVerfasst am: 25.Okt 2006 17:18    Titel: Antworten mit Zitat

Plus Minus brachte am Montag zur Gesundheitsreform einen Bericht.
Leider mehr als tendenziös.
Dazu sandte ich der Redaktion ein E-Mail. Doch die wussten schon, welche Fehler sie gemacht haben: sie nahmen das E-Mail nicht an.
Deshalb stelle ich es hier rein. Vielleicht haben diese Damen und Herren soviel Courage darauf zu antworten.
Ich bezweifele es!

E-Mail:
Guten Tag sehr geehrte Damen und Herren,
leider stimmt Ihr Beitrag in entscheidenden Aussagen nicht.
Sie reden den Zuschauern etwas ein, das nicht eintreffen wird, weil es so gar nicht vorgesehen ist.
Sie behaupten, dass der Wechselwillige den größten Teil der Altersrückstellungen mitnehmen würde.
Dies ist nicht wahr und steht auch nirgends geschrieben.
Richtig ist, dass nur der Teil der ARSt. mitgenommen werden kann, der dem Basistarif entspricht. Und das ist der kleinere Teil.
Also schlecht recherchiert!
Dazu kommt, dass der Wechselwillige

1. mit dem neuem Eintrittsalter berechnet wird (Bei Wechsel in einen Normaltarif)
2. eine neue Risikoprüfung durchmachen muss.( Bei Wechsel in einen Normaltarif)

Nun sagen Sie bitte nicht, dass sich ein Wechsel nach 10 oder gar 20 Jahren noch lohnt!
Genau das ist eben nicht der Fall!
Dazu kommt, dass noch niemand weiß, wie der Basistarif berechnet werden soll. Evtl. wird der Neueinsteiger (also derjenige, der nicht von der gleichen Gesellschaft kommt oder seit Jahren nicht mehr versichert war) den Höchstbeitrag bezahlen müssen. Denn im geplantem Gesetzt steht ganz eindeutig: nicht mehr als die GKV kosten würde. Das kann von 1 Euro bis zu 570 Euro bedeuten.

Viel besser ist derjenige beraten, der im Alter, so er die falsche KV gewählt hatte (die also im Alter zu teuer wurde und keine Sparmöglichkeiten hat), in den sog. Standardtarif wechselt. Der bietet mindestens so viel wie der geplante Basistarif, ist aber günstiger für den langjährig Versicherten. Schon deswegen, weil er in den Genuss der gesamten ARSt. kommt. Und das ohne Risikoprüfung (Kontrahierungszwang)

Ein Beispiel: ein ...25 Jähriger wechselt in die Private. mit 65 stellt er fest: meine Rente ist zu gering (er hat also die vielen Ersparnisse während der Angestelltenzeit verpulvert, statt einen Teil davon anzusparen) um 500 Euro Beitrag zu bezahlen. Er akzeptiert auch keine höhere Selbstbeteiligung. Nun muss die Private ihm (und das macht sie automatisch) den Standardtarif anbieten.
Was kostet der ihm dann?
Maximal 100 Euro!!!!!
Ist das teuer?
Fragen Sie mal Ihre gesetzlich versicherten Omas und Opas was die zahlen!
Ist also die Private ein Risiko?
Ich behaupte: Nein!
Dieser Basistarif ist teilweise eine extrem unfaire Angelegenheit den Versicherten (GKV wie PKV) gegenüber.
Warum?
Leider gibt es sehr viele Selbständige, die sich bis zum 60. Lebensjahr nicht versichern - um Geld zu sparen. Nun kommen die daher und wollen auf Kosten der Solidargemeinschaft ihre Alterkrankenkosten bezahlt haben.
Finden Sie das fair?

Ich bin gerne bereit Ihnen in Sachen Privatkrankenversicherung mal Nachhilfestunden zu geben.
Doch solche Beiträge wie der letzte sollten bei Ihnen nicht vorkommen.
Ihre Aufgabe ist eine saubere Recherche, nicht solche verbogenen Halbwahrheiten.


Mal sehen, ob sie reagieren.
Grüße
Brendle
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