| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5917
|
Verfasst am: 17.Dez 2006 5:55 Titel: Schiffsfonds: Geldanlage mit enormen Risiko |
|
|
Hohe Einstandspreise und stagnierende Charterraten machen Schiffe derzeit zu riskanten Investments.
Der Boom bei den Schiffsbestellungen konfrontiert Investoren mit Problemen. Sie kaufen jetzt teuer ein und verdienen später weniger als erhofft, weil die Charterraten sinken.
Die Sorge ist begründet, seit ihrem Höhepunkt 2005 sind die Schiffsmieten bereits deutlich gesunken. „In den nächsten beiden Jahren wächst das Angebot an Containerschiffen stärker als die Nachfrage“, warnt Burkhard Lemper vom Institut für Seeschifffahrt und Logistik (ISL) in Bremen. „Das wird die Raten unter Druck setzen.“ Ein Überangebot droht auch bei Tankern und Massengutfrachtern.
Diese schwierige Marktlage macht den Anbietern von Schiffsfonds zu schaffen. Im ersten Halbjahr hielten sich viele Anleger fern, Marktführer HCI etwa sammelte nur 125 Millionen Euro ein – im ersten Halbjahr 2005 waren es noch 306 Millionen Euro. Insgesamt verbuchte die Branche ein Minus von rund 30 Prozent, so der Branchendienst Fondstelegramm. Weil die Anbieter dringend Einnahmen brauchen, werfen sie jetzt reihenweise Schiffsfonds auf den Markt. Nur ein Teil davon ist für Anleger empfehlenswert.
Anleger sollten die Risiken nicht unterschätzen. Das größte Fragezeichen steht hinter der weiteren Entwicklung in China. In den vergangenen Jahren hat der Rohstoffhunger des Riesenreiches den Welthandel angetrieben und den Reedern einen Auftragsboom beschert.
Drei der vier weltgrößten Containerhäfen liegen im Reich der Mitte. „China ist die dominierende Macht im Seehandel“, sagt Eric Heymann von Deutsche Bank Research. „Eine längere wirtschaftliche Schwächephase würde die Schifffahrtbranche hart treffen.“
Bereits ein leichter Rückgang würde das Zahlenwerk vieler Fonds über den Haufen werfen. „Die Kaufpreise sind meist deutlich zu hoch“, warnt Christian Harreiner, Geschäftsführer der ABN-Amro-Tochter DBM Fonds Invest.
Die im Gegenzug vereinbarten hohen Raten seien häufig Makulatur: „Wenn die Reeder weniger verdienen, wird oft nachverhandelt.“ In solchen Fällen bleibt den Anlegern kaum eine Wahl – entweder sie gewähren den Preisnachlass oder sie riskieren die Pleite des Reeders und damit einen kompletten Einnahmeausfall.
Damit nicht genug, eine weitere Gefahr für Anleger ist der Dollar. Da die Chartern in der US-Währung gezahlt werden, senkt jede Dollar-Schwäche die Ausschüttungen in Euro.
Stimmt die Relation zwischen Preis und Charterrate, sind ansehnliche Renditen drin. Der Initiator KGAL hat für den Fonds SeaClass 4 zwei Containerschiffe für je 47,5 Millionen Dollar (rund 37 Millionen Euro) gekauft. Aktueller Marktpreis für vergleichbare Modelle: etwa 56 Millionen Dollar. Den Abschlag gibt’s nicht umsonst, der Fonds muss die bis Ende 2011 laufenden Charterverträge übernehmen, die deutlich niedrigere Raten bringen als derzeit üblich. „Dafür sind Nachverhandlungen nahezu ausgeschlossen“, sagt Fondsmanager Gert Waltenbauer.
Eine Niedrigpreisstrategie verfolgt auch das Emissionshaus Nordcapital. Die Hamburger bekamen das Containerschiff E.R. Tianping für günstige 81 Millionen Dollar, weil Kauf- und Chartervertrag 2003 unterschrieben wurden, als die Preise noch niedrig waren.
Zum Vergleich: Der börsennotierte Initiator Lloyd Fonds bietet Anlegern derzeit mit der MS Lloyd Parsifal ein Schiff derselben Größe für sportliche 101 Millionen Dollar an. Die Parsifal kann zwar mit einer zehn Prozent höheren Charter aufwarten. Während des für neun Jahre festgeschriebenen Vertrages kommt der höhere Kaufpreis aber nicht annähernd rein. Zudem ist das Risiko von Nachverhandlungen höher.
Früh dran war auch die Hamburgische Seehandlung, die die MS Pontremoli im September 2004 gekauft hat. Das Schiff kostet die Anleger samt Nebenkosten rund 45 Millionen Dollar.
Mitte 2005 hätten Investoren für ein vergleichbares Modell 52 Millionen Dollar hinblättern müssen. Trotz des günstigen Kaufs bietet das Schiff Charterraten auf aktuellem Niveau, allerdings nur für drei Jahre. Für die Zeit danach wird mit denselben Raten weitergerechnet.
Damit fällt der Puffer deutlich kleiner aus als bei den beiden anderen Fonds. Sind die Raten in drei Jahren am Boden, müssen Anleger Abschläge einkalkulieren. |
|
| Nach oben |
|

|
Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5917
|
Verfasst am: 19.Jan 2008 14:35 Titel: |
|
|
Das Analysehaus Fondsmedia hält einen prognostizierten Vermögenszuwachs für aktuelle Schiffsfonds von sechs bis sieben Prozent pro Jahr für realistisch.
Eine Untersuchung der Hamburger zeigt, dass die Fonds in der Vergangenheit durchschnittlich 6,5 Prozent Zuwachs nach Steuern schafften.
Fondsmedia hat aus den Leistungsbilanzen der Emissionshäuser die Daten von 419 Schiffsfonds ausgewertet. Bei 93 Prozent der Fonds sei tatsächlich eine Vermögensmehrung eingetreten. "Die Wahrscheinlichkeit, nachhaltige Vermögensverluste zu erleiden, fiel erstaunlich gering aus", heißt es in der Studie.
Fonds, die nach 2000 aufgelegt wurden, schnitten dabei am besten ab. Zwei Drittel von ihnen erreichten einen jährlichen Vermögenszuwachs von zehn Prozent oder mehr. Allerdings sind diese Fonds nur schwer mit den älteren Modellen zu vergleichen. Denn historisch waren Schiffsfonds jahrzehntelang Steuersparvehikel.
Erst seit 1999 liegt der Fokus auf den Ausschüttungen, die für Anleger dank Tonnagesteuer so gut wie steuerfrei sind.
Über die möglicherweise unterschiedliche Ertragskraft verschiedener Schiffstypen oder -größen ließe sich bislang nur wenig sagen, so Fondsmedia. Noch immer investiere der größte Teil der Fonds in Containerschiffe.
Deutsche Reeder kontrollieren die weltweit größte Flotte dieser Frachter.
Bei den Fonds mit Containerschiffen sei der Vermögenszuwachs höher als im Schnitt aller Fonds und der Anteil der erfolglosen niedriger, informiert Fondsmedia. "Die bisherigen Anlegererfahrungen mit Vollcontainerschiffen sind demnach nahezu durchgängig positiv."
Nach einer Umfrage der Krüger-Gruppe sind 2007 rund 2,7 Mrd. Euro in Schiffsbeteiligungen geflossen, mehr als 2006. Die Zahl erfasst Schiffsfonds für Privatanleger und die neuen Beteiligungsmodelle für institutionelle Investoren gleichermaßen.
Drei Viertel der von der Hamburger Vertriebsgruppe befragten 49 Emissionshäuser planen für 2008 weiteres Wachstum.
Quelle: FTD |
|
| Nach oben |
|

|
|
|
|
|
|
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
Powered by phpBB © phpBB Group
|
|
|
|