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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7645
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Verfasst am: 19.Aug 2008 19:35 Titel: Solar-Fonds |
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Bis Jahresende lassen sich noch Anteile zu alten Konditionen sichern. Doch dann ändern sich die Bedingungen, denn die Einspeisevergütung sinkt.
Immer noch versprechen Solarfonds keine üppige, aber eine sorgenfreie Rendite: Fünf bis sechs Prozent pro Jahr können es bei deutschen Projekten sein.
Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) garantiert den Betreibern von Solaranlagen für maximal 20 Jahre eine feste Vergütung des Stroms, den sie in das Stromnetz einspeisen. Derzeit sind es bei einer Solaranlage auf einem Dach maximal 46,75 Cent pro Kilowattstunde. Allerdings: Ab 2009 bekommen neue Anlagen nur noch 43 Cent - fest, für 20 Jahre.
Mit den Preissenkungen will die Politik die Solarbranche zwingen, günstigere Anlagen anzubieten. Fraglich ist allerdings, ob die gesunkenen Vergütungen durch niedrigere Produktionskosten für Solarzellen kompensiert werden können. Freiflächenanlagen sind schon jetzt meist nur mit äußerst günstigen Modulen zu realisieren und wenn die Nachfrage nach Solarmodulen aus Südeuropa weiter steigt, wird es bei den neuen Vergütungssätzen für deutsche Freiflächenprojekte schwierig.
Deswegen sollten Anleger vor ihrem Investment genau hinschauen.
Beispielsweise zeigen nur Solarfonds mit bereits laufenden Solaranlagen, welche Renditen sie real erwirtschaften. Meist jedoch geht es bei Solarfonds um geplante Projekte, die sogar oft noch die Hürde Genehmigungsverfahren vor sich haben. Ihre Renditen beruhen auf Erwartungen: an Wetter und Anlagenleistung.
Grundlage für die Renditeprognose sind Gutachten von Experten. Die Ertragsgutachten sollten auf den 20-jährigen Mittelwerten der Sonneneinstrahlung für den Standort basieren. Wenn man dann von der Prognose des Gutachtens vier Prozent abzieht, erhält man einen realistischen Wert für die Leistung.
Gewarnt wird vor zu hoch angesetzten Erträgen in den Planrechnungen.
Damit haben die Anbieter es leichter, höhere Anlagenkosten durchzusetzen. Manche Fonds treiben die Rendite rechnerisch hoch, indem sie nach Ablauf des Fonds, meist in 20 Jahren, Verlaufserlöse aus den Solaranlagen einrechnen. Eine reine Spekulation, es wird geraten solche Erlöse nicht zu berücksichtigen: Niemand weiß, ob die Anlagen in 20 Jahren wirklich verkaufbar sein werden.
Je älter Solarmodule werden, desto weniger leisten sie. Solarfonds sollten dafür einen Abschlag einkalkulieren. Ein solcher Abschlag sichert die Renditerechnung auch gegenüber Leistungsverlusten durch Verschmutzung oder Reparaturen.
Ob ein Solarfonds erfolgreich sein wird, muss die Zukunft erweisen.
Aus der Vergangenheit des Anbieters können sich aber Hinweise ergeben: Seine Leistungsbilanz sollte zeigen, ob er bei bisherigen Fonds die Prognosen eingehalten hat. Im Unterschied etwa zu Windfondsunternehmen ist die Solarfondsbranche allerdings noch zu jung für flächendeckende Leistungsbilanzen. Da bleibt den Anlegern oft nur, auf bestimmte Merkmale der Projekte zu achten. Experten halten es für sinnvoll, dass unabhängige Fachleute immer wieder die Leistung der Anlagen im Betrieb prüfen.
Vorsicht ist bei sogenannten "Blind Pool"-Konstruktionen geboten: Dabei hat der Anbieter noch nicht festgelegt, in welche Anlage er investieren wird. Der Anleger müsste "blind" vertrauen - bei Geldgeschäften wenig ratsam.
Gesichert sein sollte die Finanzierung eines Solarfonds, denn er wird mit bis zu 70 Prozent über Kredite getragen. Vorteilhaft ist dabei eine Finanzierungszusage einer Bank, die oft noch garantiert, dass der Fonds voll platziert wird.
Versprechungen enthalten alle Prospekte.
Besser, der Anleger verlässt sich nicht darauf, sondern kontrolliert auch die Zahlen. Faustregeln: Für Reparaturen sollten 9 Euro je Kilowatt peak (kWp) jährlich angesetzt sein. Versicherungen dürften bis zu 7 Euro je kWp kosten. Für die Geschäftsführung einer normalen Kommanditgesellschaft mit 50 bis 100 Gesellschaftern seien inklusive Steuerberatung maximal 50.000 Euro angemessen. All die Zahlen ergeben sich aus dem Fondsprospekt.
Wer einen Solarfonds kauft, sollte sein Geld in jedem Fall erst nach Ende der Laufzeit - meist zwölf oder 20 Jahre - wieder benötigen. Wer seinen Fondsanteil zwischendurch verkaufen will, wird schlecht abschneiden, denn der Markt für gebrauchte Fondsanteile ist klein.
Quelle: J.Weber |
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