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Sparen für das letzte Geleit

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Goodman
*** Consulter ***


Anmeldungsdatum: 16.01.2002
Beiträge: 5416

BeitragVerfasst am: 29.Jun 2005 6:51    Titel: Sparen für das letzte Geleit Antworten mit Zitat

Seit der Staat kein Sterbegeld mehr zahlt, bieten Versicherer spezielle Begräbnis-Policen an. Andere Geldanlagen bringen allerdings meist mehr.

Die Geschäfte der Bestattungsunternehmer laufen blendend, vor allem die sogenannten Billigbeisetzungen. Seit das gesetzliche Sterbegeld 2004 gestrichen wurde, achten die Bundesbürger mehr denn je darauf, wie viel es kostet, Oma oder Opa unter die Erde zu bringen. Je nach Friedhof, Ort und Bundesland fallen für Beisetzung und Grabnutzung vierstellige Gebühren an. Hinzu kommen die Dienste eines Beerdigungsinstituts, noch mal 2500 bis 3200 Euro.

Es gibt aber auch Tiefstpreise für alle Bestattungsarten an - ab zirka 900 Euro geht's los. So viel kostet die Einäscherung inklusive Beisetzung in einem anonymen Urnengrab in Tschechien. Viele Kunden wählen diese Variante des Abschieds von ihren Nächsten. Sie sparen sich nicht nur die teuren Friedhofsgebühren in Deutschland, sondern auch die weite Anreise zum Grab: Als Andenken an den Verstorbenen bekommen sie ein bisschen Asche mit nach Hause.

Ein namenloses Rasengrab fernab der Heimat und eine Aschekapsel in der Schrankwand? Wer dies pietätlos findet, muss eben mehr bezahlen. Und wer das wiederum seinen Liebsten nicht zumuten will, muss vorsorgen. Dies ist die Klientel, die die Versicherungswirtschaft für sich neu entdeckt hat. Seit dem Wegfall des Sterbegeldes lockt sie mit eigenen Produkten: den Sterbegeldversicherungen.

Dabei handelt es sich um kleine Kapitallebensversicherungen, bei denen es im Gegensatz zu anderen Lebensversicherungen keine Gesundheitsprüfungen gibt. In der Regel muss der Versicherte bis zu seinem 85. Lebensjahr Beiträge einzahlen. Je älter man bei Vertragsabschluss ist, desto höher fallen diese aus. Die Versicherungssumme liegt zwischen 5000 und 10 000 Euro und wird bei Tod fällig. Allerdings gibt es Wartezeiten, die es zu überleben gilt: Stirbt der Versicherte bereits wenige Monate nach Vertragsunterzeichnung, zahlen die meisten Versicherungen lediglich einen Teil der vereinbarten Summe aus. Tritt der Todesfall nach dem 85. Geburtstag ein, wird eine Ablaufleistung gezahlt. Das ist die Versicherungssumme plus dem verzinsten Sparanteil, der in der Prämie enthalten ist.

Attraktiv ist die Sterbeversicherung nicht, dafür ist die Rendite zu schwach. Über die Jahre zahlt man meist mehr ein, als man am Ende erhält. Beispiel: das Produkt "Bestattungsvorsorge 50Plus Komfort" der Stuttgarter Lebensversicherung. Bei einer Versicherungssumme von 7500 Euro muss ein 55-jähriger Mann bis zu seinem 85. Geburtstag monatlich 32,60 Euro zahlen. Das heißt: Für die Versicherungssumme von 7500 Euro - ohne Gewinnanteil - bringt er einen Gesamtbetrag von 11 736 Euro auf. Wer selbst anspart, erwirtschaftet mit der monatlichen Rate von 32 Euro und einer jährlichen Verzinsung von 2,5 Prozent in 30 Jahren einen Zinserfolg von 5602 Euro. Zuzüglich der über die Jahre eingezahlten Beiträge macht das immerhin 17 154 Euro. Dafür gibt es sogar ein Luxusbegräbnis.

Grab im Grünen

Auf dem Land liegen die Friedhofskosten meist deutlich niedriger als in der Stadt. Es klingt makaber, aber die hohen Friedhofsgebühren veranlassen viele Menschen, ihre Angehörigen nicht in der Stadt, sondern auf dem Land zu begraben. Der Hintergrund: In Deutschland besteht Friedhofszwang - an den Gebühren für Grabnutzung und Beisetzung kommt niemand vorbei. Da jede Stadt und jeder kirchliche Friedhof eigene Tarife hat, lohnt der Vergleich.

Quelle: Stern
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GM&P Info
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Anmeldungsdatum: 18.01.2006
Beiträge: 3968

BeitragVerfasst am: 5.Jun 2007 16:05    Titel: Antworten mit Zitat

Sterbegeldversicherung

Teuer, undurchsichtig, überflüssig
Es gibt kaum noch etwas, was man nicht versichern kann. Die Versicherungswirtschaft hat für nahezu jeden erdenklichen Schaden die passende Police parat. Sogar für die eigene Beerdigung soll man vorsorgen. Doch darauf können Sie getrost verzichten. >> mehr >> (Textbeitrag)

zum Sendemitschnitt - WISO


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maleh
Pathfinder


Anmeldungsdatum: 03.09.2003
Beiträge: 255

BeitragVerfasst am: 11.Jun 2007 11:18    Titel: Antworten mit Zitat

Also 1. gibt es die Sterbegeldversicherung nicht erst, seitdem der Staat das Sterbegeld gestrichen hat.
2. Kann man bei einer solchen Produkt (Mischmasch-halb Risiko halb Spar) keine Renditeberechnung machen, wie würde die Aussehen, wenn der Versicherte nach 2 Monatsbeiträgen verstirbt-das wäre ja Öl ins Feuer...
3. Man kann nur empfehlen, und das ist das einzig Richtige - rechtzeitig vorsorgen, denn kann man vernünftige Anlage- oder Risikoprodukte wählen.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7236

BeitragVerfasst am: 12.Okt 2008 19:24    Titel: Antworten mit Zitat

Im Herbst werden sie wieder verstärkt an den Mann gebracht: Sterbegeldversicherungen.

Zum Jahresausklang sind die Policen alle Jahre wieder ein Verkaufsschlager, haben Versicherungsvertreter vor allem ältere Menschen als Kunden im Visier.

Häufige Verkaufsargumente: Mit der Versicherung falle man seinen Kindern nicht finanziell zur Last, Sarg, Grab und Trauerfeier seien damit finanziert. Eine Beerdigung kostet in Deutschland etwa 4.000 bis 5.000 Euro. Und weil der Vertreter so hartnäckig und der Tod so teuer ist, unterschreiben manche Senioren gleich mehrere Verträge.

Verbraucherschützer halten das für ein Geschäft mit der Angst – und für unrentabel. Ihr dringender Rat: Raus aus der Sterbegeldversicherung. Je eher desto besser. Und am besten von vornherein keine abschließen. Privat Geld zurücklegen lohnt mehr.

Was ist eine Sterbegeldversicherung?

In der Regel glaubt die Kundschaft, sie schließe ein simples Ansparmodell ab. Die Spezialpolice ist aber nichts anderes als eine kleine, abgespeckte Kapitallebensversicherung mit sehr langer Laufzeit.

Deshalb fallen auch “nur” Monatsbeiträge von 10, 20 oder 40 Euro an, je nach Eintrittsalter. Die versicherte Summe liegt auch häufig nur bei 4.000 oder 5.000 Euro. Wer will, kann sich bis 25.000 Euro absichern. Ohne Gesundheitsprüfung, verspricht die Werbung. Klingt finanzierbar und vernünftig.

Ist es aber nicht. Eine reine Geldvernichtungsmaschine.

Warum lohnt sich die Police nicht?

Verbraucherschützer halten sie für viel zu teuer erkauft. Weil der Großteil der Beiträge für den Risikoschutz des Versicherten draufgeht, wird die Police immer zum Verlustgeschäft, so die Berechnungen aller Verbraucherorganisationen. Die Kunden zahlen über die Jahre deutlich mehr ein als Todesfall herauskommt.

Vor allem, wenn sich jemand erst ab einem höheren Lebensalter versichert. Nur dann, wenn der kerngesunde Kunde kurz nach Vertragsabschluss durch einen Unfall stirbt, kann sich der Vertrag zugunsten der Hinterbliebenen “rechnen”. Warteklauseln im Kleingedruckten sorgen meist dafür, dass der Kunde in den ersten drei Jahren nur für diesen Ernstfall abgesichert ist, nicht aber gegen einen Krebstod beispielsweise.

Selbst Geld zurücklegen

Wer für seine Bestattung sparen will, sollte das auf eigene Faust tun. Eine spezielle Versicherung ist überflüssig. Statt dessen sollten 10 oder 20 Euro lieber regelmäßig aufs eigene Tagesgeldkonto gelegt werden. Zurzeit gibt es attraktive Zinsangebote.

Wer von Sterbegeldpolicen seiner Angehörigen weiß, sollte auf Kündigung drängen. Lieber den Verlust aus dem Storno hinnehmen, als noch jahrelang Geld in eine unrentable Versicherung stecken. Wer zögert, kann sich bei einer der Verbraucherzentralen beraten und vorrechnen lassen, ob sich der Notausstieg tatsächlich rechnet.
Quelle: A.Boning
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