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Währungsfonds - Teuer, volatil, riskant

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6456

BeitragVerfasst am: 11.März 2007 7:17    Titel: Währungsfonds - Teuer, volatil, riskant Antworten mit Zitat

Währungsfonds zählen zu den neuesten Produktideen der Investmentbranche - überzeugen können sie bislang nicht. In Deutschland sind acht Produkte auf dem Markt.

Investmentgesellschaften sind ständig auf der Suche nach neuen Produktideen. Das zeugt von Dynamik und suggeriert, dass man sich am Puls der Zeit orientiert. Außerdem sichern neue Produkte Mittelzuflüsse, denn Anleger investieren viel lieber in eine neue Idee als in einen Fonds, der bereits seit Jahren am Markt ist - es sei denn, dieser fällt durch eine außergewöhnlich gute Performance auf.

Zu den jüngsten Kreationen der Branche zählen Währungsfonds, auch Devisenfonds genannt. Acht Produkte wurden bislang in Deutschland zugelassen. Möglich wurde dies dank neuer gesetzlicher Rahmenbedingungen. Danach dürfen neu aufgelegte Fonds künftig in alle Anlageklassen investieren, darunter auch Derivate. Letztere werden von den Devisenfonds in besonders starkem Maße genutzt.

Mithilfe der synthetischen Papiere bauen die Manager Portfolios aus unterschiedlichen Währungen auf. Das Anlageuniversum erstreckt sich auf die etablierten Währungen der G10-Staaten. Einige Fonds wie der GS Global Currency Portfolio von Goldman Sachs und der OP FX Opportunities von Sal. Oppenheim beziehen darüber hinaus auch Währungen aus Emerging Markets mit ein.
n der Regel bestehen die Portfolios aus Geldmarktinstrumenten und Rentenpapieren mit einer Duration von unter einem Jahr. Die Manager gehen Termingeschäfte auf unterschiedliche Währungspaare ein mit dem Ziel, möglichst dauerhaft stabile Renditen von 200 bis 400 Basispunkten oberhalb des Drei-Monats-Euribor (derzeit 3,86 Prozent) zu erzielen.

Fondsconsult Research hat das noch junge Segment in einer Studie unter die Lupe genommen. Aufgrund des kurzen Zeithorizonts und der unterschiedlichen Strategien der Produkte sei ein Performancevergleich nur sehr eingeschränkt sinnvoll, so Sälzle. "Die fünf Produkte aber, die bereits mindestens ein Jahr am Markt sind, haben mit Wertentwicklungen zwischen minus 0,23 und plus 3,54 Prozent zumindest auf Jahressicht allesamt ihr Renditeziel verfehlt."

Schuld dürften vor allem die hohen Fondsgebühren sein. Neben den laufenden Kosten fallen noch Performance-Gebühren an. "Damit dürfte es auch in Zukunft schwer sein, die ambitionierten Renditeziele zu erreichen", sagt Sälzle.
Kritisch sieht Sälzle auch die Renditeziele einiger Fonds. Größenordnungen von Euribor plus 1000 Basispunkte wie beim Amex Currency Alpha Plus seien, wenn überhaupt, nur unter Inkaufnahme hoher Risiken zu erreichen. "Allerdings ist fraglich, ob Anleger bei Währungsfonds eine Volatilität anstreben, die an die Schwankungsintensität europäischer Aktienfonds heranreicht", so Sälzle. Im vergangenen Jahr habe diese bei durchschnittlich neun Prozent gelegen.

Unter dem Strich fällt Sälzles Fazit negativ aus: "Nach unserer Auffassung sollte sich ein Engagement in dieser Kategorie auf einen kleinen Anteil im Portfolio beschränken." Werner Hedrich, Leiter Fondsresearch bei Morningstar, mahnt: "Investoren sollten zumindest darauf achten, dass sie nicht schon in ungesicherten Schwellenländer-Anleihen oder Emerging-Market-Aktienfonds engagiert sind. Die bergen schon genügend Währungswetten."
Quelle:Martin Diekmann/FTD
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6456

BeitragVerfasst am: 26.Mai 2007 7:18    Titel: Antworten mit Zitat

Bei der Fondsauswahl in Deutschland den Überblick zu behalten fällt immer schwerer: Aktuell gibt es mehr als 6.000 verschiedene Investmentfonds, die Sie direkt beim Emittenten oder über die Börse handeln können. Zusätzlich hat sich ein großes Marktsegment an geschlossenen Fonds etabliert. Hier ist es noch deutlich anspruchsvoller, die Spreu vom Weizen zu trennen. Doch bleiben wir bei den klassischen Fonds.

Der aktive Investmentansatz hat sich über Jahrzehnte hinweg als eine der wichtigsten Säulen der privaten Geldanlage etabliert. Da man die Fondsmanager für sich arbeiten lässt, ist der Zeitaufwand für Sie als Privatanleger gering. Und immerhin haben Sie die Aussicht auf eine Outperformance zum breiten Aktienmarkt.

Doch nicht nur bei den Privatanlegern liegt diese Anlageform in der Gunst sehr weit vorne. Vor allem bei den Banken und Sparkassen sind Fonds sehr beliebt – und das hauptsächlich wegen der fetten Provisionen die beim Verkauf fließen.

Aber eins müssen Sie als Anleger bei der Fondsauswahl immer im Hinterkopf haben: Nur 15 bis maximal 20% der Fondsmanager schaffen es, den Vergleichsindex mittel- bis langfristig zu schlagen. Wir reden hier nicht von einem Jahr mit einer Spitzenrendite, sondern von drei oder sogar fünf Jahren.

Im Umkehrschluss sind vier von fünf Fondsmanagern ihr Geld nicht wert.

Der Euro steht gegenüber dem US-Dollar und japanischen Yen auf Höchstständen. Anleger, die vor rund fünf Jahren direkt in den USA investiert haben, müssen mit ansehen, wie der Dollar seither über 30 % an Wert zum Euro verloren hat. Während Aktien- oder Rentenfonds schon selbstverständlich sind, haben Devisenfonds als Anlageform eine vergleichsweise junge Geschichte. Denn erst seit 3 Jahren sind reine Devisenfonds in Deutschland erlaubt. Das im Januar 2004 in Kraft getretene Investmentgesetz (InvG) gibt dafür die Rahmenbedingungen vor und gestattet Fonds, in nahezu alle Anlageklassen zu investieren.
Weltweit werden täglich Devisen im Wert von rund 1,5 Billionen Euro und damit ein Vielfaches des Aktienvolumens gehandelt. Einige Fondsgesellschaften haben diesen riesigen Markt für sich entdeckt. Mit aktiv gemanagten Währungsfonds können Sie Ihr Portfolio durchaus stabilisieren. Devisen besitzen nur eine geringe Korrelation zum Aktien- und Rentenmarkt. Allerdings müssen Sie hohe Kosten in Kauf nehmen.

Währungsfonds kaufen und verkaufen sehr kurzfristig. Sie investieren in Termingelder, kurz laufende Währungsanleihen und sonstige fest- bzw. variabel verzinsliche Wertpapiere mit einer Laufzeit bis maximal zwölf Monate. Einige Fonds setzen auf eine risikoreiche aggressive Strategie. Der Amex World Express Fund Currency Alpha Plus investiert unter anderem in Devisenterminkontrakte und verfolgt eine Long-Short-Strategie. Wenn Währungen aus Sicht des Fondsmanagements auf absehbare Zeit Kursgewinne verbuchen werden, erwirbt der Devisenfonds diese, geht also „long“. Im Gegenzug verkauft der Fonds Währungen, deren Kurse nachgeben werden („short“). Alle Devisenfonds konzentrieren sich auf die wichtigsten Währungen von Europa, Japan, Australien, Kanada sowie den USA.

Ein besonders gutes Geschäft betreiben Fondsmanager mit dem so genannten Carry-Trading. Dabei werden Kredite in niedrig verzinsten Währungen, wie z. B. den Yen aufgenommen und das Kapital anschließend in Hochzinswährungen wieder angelegt. Außerdem setzen die Fondsmanager auf Trendfolge- oder Momentum-Strategien. Aufwärtstrends bei Aktien bestehen oft aus längeren Seitwärtsbewegungen und kürzeren Aufschwungphasen. Der Momentum-Investor versucht, die Seitwärtsbewegungen möglichst auszusparen und die Phasen der Kursgewinne mitzunehmen.

Die Entwicklung von Wechselkursen ist sehr schwer vorherzusagen. Trotz aller Erfahrung und Sachverstands der Fondsmanager bleiben bisher die meisten Devisenfonds ihren Erfolg schuldig. Der Refinanzierungszinssatz der EZB (Europäische Zentralbank) für kurzfristige Geldanlagen liegt aktuell bei 3,75 %. Das ist Ihre Messlatte für alle Devisenfonds, die es auf jeden Fall zu schlagen gilt. Einer der wenigen Top-Devisenfonds ist der OP FX Opportunities von Sal. Oppenheim. Mit ihm hätten Sie in den vergangenen zwölf Monaten eine Performance von 9,79 % erreicht. Der DWS Forex Strategy hat die „EZB-Messlatte“ mit einer mageren 1-Jahres-Performance von nur 2,46 % klar gerissen, ebenso der Goldman Sachs Global Currency Portfolio mit einer 1-Jahres-Performance von 1,79 %. Mit einem Tagesgeldkonto hätten Sie im gleichen Zeitraum mehr Geld verdient.

Durch ihre hohen Kosten sind nur die allerbesten Devisenfonds attraktiv. Ausgabeaufschläge von bis zu 6 % sind eher die Regel als die Ausnahme. Die Managementgebühren bewegen sich zwischen 0,8 und 1,75 % pro Jahr. Neben den laufenden Kosten erhalten die Fondsmanger häufig eine Erfolgsbeteiligung (Performance-Fee) von 20 bis 30 %.
Fazit: Zur Streuung und Stabilisierung Ihres Portfolios sind Devisenfonds zwar durchaus geeignet. Allerdings machen hohe Kosten und eine geringe Performance Devisenfonds unattraktiv. Mit einem Tagesgeldkonto sind Sie zumindest derzeit besser bedient und auf der sicheren Seite.
Quelle: finanz-letter
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