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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5415
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Verfasst am: 20.März 2005 8:23 Titel: Wie die Bundesbank ihr Geld verdient |
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ftd.de, Di, 15.3.2005
Stichwort: Wie die Bundesbank ihr Geld verdient
Anders als andere Banken verfolgt die Bundesbank nicht das Ziel der Gewinnmaximierung. Auf die Entwicklung ihrer Einnahmen hat die Bundesbank nur begrenzten Einfluss.
Hauptertragsquellen sind die staatlichen Gold- und Währungsreserven sowie die Versorgung der Geschäftsbanken mit Zentralbankgeld. Die Reserven schlagen sich auf verschiedene Weise in Gewinn oder Verlust nieder: Die Währungsreserven bestehen vor allem aus US-Dollar und werden größtenteils als verzinsliche US-Wertpapiere gehalten. Ist das Zinsniveau am Kapitalmarkt extrem niedrig wie im vergangenen Jahr, verringert das den Zinsertrag. Die Bundesbank kann allerdings durch einen Verkauf der Wertpapiere Kursgewinne realisieren.
Wenige Cent beim Euro-Kurs machen großen Unterschied
Großen Einfluss auf das Ergebnis hat außerdem der Wert der Gold- und Währungsreserven zum Bilanzstichtag 31. Dezember. Sinkt der Dollar-Kurs, sind die Anlagen in der US-Währung weniger wert. Wertverluste, auch wenn sie nur auf dem Papier stehen, müssen bilanziert werden - es sei denn, sie können mit Bewertungsgewinnen aus früheren Jahren verrechnet werden. Unrealisierte Gewinne dürfen nämlich nicht unmittelbar in die Bilanz einfließen, sondern können nur durch Verrechnen zum Tragen kommen.
Kurskapriolen zu Silvester, wie sie im umsatzarmen Devisenhandel zur Jahreswende oft vorkommen, sind Pech für die Bundesbank. Ende Dezember erreichte der Euro seinen Höchststand von 1,36 $, um kurz darauf wieder um vier Cent zu fallen - ein Unterschied, der in der Bundesbank-Bilanz zuletzt rund 1 Mrd. Euro ausgemacht haben dürfte. Zur direkten Ertragsquelle werden die Reserven beim Verkauf.
Zweite große Einnahmequelle der Zentralbank ist die Bankenrefinanzierung. Mit dem Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) ist den Banken ein Mindestpreis für das Zentralbankgeld vorgegeben. Ist der Leitzins wie derzeit niedrig, sind es auch die Zinserträge der Bundesbank.
Keine Finanzspritze bei Verlust
Der Gewinn, der verbleibt, wenn die Bundesbank wie im vergangenen Jahr ihre Kosten von rund 1,7 Mrd. Euro gedeckt hat, steht dem Bundeshaushalt zu. Seit Mitte der 80er Jahre spülte die Bundesbank dem Staat durchschnittlich rund 6 Mrd. Euro pro Jahr in die Kasse. Nach einer Haushaltsregel von 1989 sind 3,5 Mrd. Euro für den Bundeshaushalt vorgesehen, mit dem Rest müssen Schulden des Erblastentilgungsfonds abgebaut werden.
Im vergangenen Jahr lag der Gewinn mit gerade noch 248 Mio. Euro erstmals seit Bestehen dieser Regel unter den 3,5 Mrd. Euro. Während Gewinne der Bundesbank dem Staat sofort zufließen, muss er für Verluste nicht unmittelbar gerade stehen. Diese werden in der Bilanz vorgetragen und mit künftigen Gewinnen verrechnet. In den 70er Jahren war das gleich sechs Mal der Fall. Der Staat muss der Bundesbank also keine Finanzspritze geben - aber es entgehen ihm so lange Gewinne, bis der Verlust abgetragen ist.
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