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Schinderhanne Specialist
Anmeldungsdatum: 05.04.2005 Beiträge: 128
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Verfasst am: 25.Jun 2005 9:48 Titel: Billiger ist der Fernseher geworden |
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Kaufkraft: Schneller zum Fernseher
Um sich einen PC oder einen Fernseher leisten zu können, muss man heute deutlich weniger arbeiten als 1991. Aber auch für viele andere Güter des täglichen Bedarfs ist das Geld schneller beisammen als ehedem. Benzin und manche Dienstleistungen sind dagegen nicht mehr so fix verdient wie früher.*)
Unterm Strich sind Konsumgüter und Dienstleistungen heutzutage günstiger als früher. Im Jahr 2004 bekam ein westdeutscher Arbeitnehmer für eine geleistete Arbeitsstunde netto gut 31 Prozent mehr Lohn als 1991. Die Preise für Waren und Dienste stiegen im selben Zeitraum nur um knapp 27 Prozent. Ob man mehr oder weniger fürs Geld bekommt, hängt natürlich von der individuellen Lohnentwicklung ab - wer unterdurchschnittliche Lohnsteigerungen verbucht, stellt sich schlechter, und wessen Stundenlohn seit 1991 um mehr als 31 Prozent zulegte, der kann deutlich mehr konsumieren. Für den Durchschnittsverdiener zahlt sich zunächst einmal aus, dass heute mehr in der Lohntüte steckt als 1991:
Für eine Stunde geleistete Arbeit gab es im Jahr 2004 nach Abzug von Steuern und Sozialabgaben 13,36 Euro; 1991 waren es 10,16 Euro.
Was früher in einer Stunde verdient war, könnte also - unveränderte Preise vorausgesetzt - heute schon nach 46 Minuten erarbeitet sein.
Ob sich ein Otto-Normal-Verdiener bei gleichem Arbeitseinsatz tatsächlich mehr erlauben kann als Anfang der neunziger Jahre, hängt allerdings stark von seinen persönlichen Vorlieben ab. Auch innerhalb einzelner Produktgruppen gibt es gravierende Unterschiede:
Lebensmittel. Wer sich vom Brot allein ernährt, steht sich derzeit kaum besser als 1991. Ein Kilo Mischbrot erforderte damals den Gegenwert von elf Arbeitsminuten an der Werkbank oder im Büro; heute reichen zehn Minuten. Aber schon beim Griff zum Stück Butter ändert sich die Situation: Statt sechs Minuten für die übliche 250-Gramm-Packung genügen vier Minuten Arbeit.
Ähnlich sieht es aus, wenn Fleisch auf den Teller kommt. Die Kotelett-Preise sind annähernd stabil geblieben. Für ein Kilo muss man heute 30 Minuten arbeiten - sieben Minuten weniger als 1991. Fischfreunde müssen sich dagegen etwas mehr ins Zeug legen als zuvor. Ein Kilo Kabeljau ist heute nach genau einer Stunde Arbeit verdient - 1991 reichten noch 57 Minuten.
Gebrauchsgüter und Energie. Die Preise für Textilien und Schuhe sind etwas weniger gestiegen als im Durchschnitt aller Güter. Sowohl Fußbekleidung als auch Kleider und Anzüge sind deshalb jetzt schneller verdient als zu Beginn der neunziger Jahre. Für einen Herrenanzug beträgt die Arbeitszeitersparnis immerhin mehr als drei Stunden, für Damenschuhe gut eine Stunde.
Anders bei der Energie: Die Strompreise stiegen nur unterdurchschnittlich stark an - für eine typische monatliche Stromrechnung musste im vergangenen Jahr daher 20 Minuten weniger gearbeitet werden als 1991. Mit dem Benzinpreis hielten die Löhne indes nicht mit: Ein Liter Normalbenzin war im Jahr 2004 eine Arbeitsminute teurer als Anfang der neunziger Jahre.
Einen guten Schnitt machen Technik-Freaks. Denn je höher der Technisierungsgrad der Produkte, desto größer ist der Kaufkraftgewinn. Während man für einen Kleiderschrank heute fast genauso lange arbeiten muss wie 1991, langt für den neuen PC - bei gleichem technischen Standard - ein Siebtel der Zeit. Da hält selbst der Farbfernseher nicht mit, obwohl er gegenüber früher für die Hälfte der Zeit zu haben ist. Medien und Dienstleistungen. Guter Rat ist Gold wert und guter Service und aktuelle Informationen sind nicht für lau zu haben. So muss ein Zeitungsleser für sein Monatsabo heute 18 Minuten länger werkeln als im Jahr 1991. Und die Rundfunkgebühr erfordert ein Drittel längeren Arbeitseinsatz.
Auch Schuster und Friseure wollen am allgemeinen Einkommenszuwachs teilhaben und lassen sich ihre Dienste entsprechend honorieren. Dass für neue Schuhsohlen oder die Dauerwelle länger gearbeitet werden muss, liegt mit daran, dass Anbieter solcher Dienstleistungen kaum Rationalisierungspotenziale haben.
Quelle: Institut der deutschen Wirtschaft Köln |
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