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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6292
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Verfasst am: 18.Apr 2007 13:58 Titel: Brasiliens Börsenindex |
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Erstmals scheint sich die Stimmung an der brasilianischen Börse zu wenden: Obwohl der Börsenindex im April von einem Rekord zum nächsten eilt, wird es schwieriger für Unternehmen, ihre Aktien zu listen. Denn die Investoren trennen jetzt die Spreu vom Weizen und lassen vor allem Firmen aus der zweiten Reihe abblitzen.
Seit Anfang 2006 haben 55 Unternehmen an der brasilianischen Börse ihre Aktien gelistet oder Kapitalerhöhungen vorgenommen. Alleine in diesem Jahr wagten bereits 14 Unternehmen den Börsengang und sammelten dabei umgerechnet etwa sechs Mrd. Dollar ein. Zum Vergleich: Bei den gesamten Börsengängen in der EU im ersten Quartal gelangte mit 10,6 Mrd. Euro – nach den Angaben des Finanzdienstleisters Price Waterhouse - nur rund doppelt so viel neues Kapital an die Börsen. Doch nun scheint sich erstmals die Stimmung zu wenden: Obwohl der Börsenindex im April von einem Rekord zum nächsten eilt, wird es schwieriger für Unternehmen, ihre Aktien zu listen.
So vertagten Anfang des Monats zwei Baukonzerne ihre geplanten Kapitalerhöhungen wegen mangelnden Interesses. Eine Waschsalonkette blies den Börsengang vollständig ab. Die Aktie der Holding von Friboi, des größten Fleischproduzenten Brasiliens, konnte den erwarteten Einstandskurs nicht erreichen und verlor am zweiten Börsentag bereits stark an Wert – obwohl der Börsengang des Lebensmittelkonzerns von den Analysten schon länger interessiert erwartet wurde.
„Nach der Euphorie über die erfolgreichen Börsengänge der letzten Jahre trennen die Investoren jetzt stärker den Spreu vom Weizen“, sagt Paulo Saba, Direktor bei Banco Espírito Santo. Denn anders als 2005 zu Beginn des Emissionsbooms, als sich überwiegend solide Unternehmen an die Börse wagten, versuchen nun auch zweitrangige Unternehmen, die gute Stimmung zu nutzen, um Kapital aufzunehmen.
Das gilt besonders für die Wohnungsbaubranche: Allein 20 neue Bauunternehmen tummeln sich heute an der Bovespa. Doch nur die Hälfte der Aktien notieren über ihrem Einstandskurs. Dabei gilt: Die Konzerne, die als erstes den Börsengang schafften, verzeichnen auch die höchsten Kursgewinne: Das gilt vor allem für die Marktführer Cyrela, Gafisa, Abyara und Company. Die Kurse aller anderen Baukonzerne bewegten sich wenig oder entwickelten sich seit dem Börsengang negativ.
Trotzdem gehen Investoren wie Analysten davon aus, dass der Wohnungsbau in Brasilien wegen sinkender Zinsen, wachsender Kaufkraft und Kreditvolumen vor einem anhaltenden Boom steht, wie er in Mexiko bereits stattfindet. Doch viele der Baukonzerne haben nicht die Struktur, das beim Börsengang aufgenommene Kapital auch produktiv zu investieren: Einige haben ihr Kapital in Finanzanlagen geparkt.
„Diese Aktien ergeben dann für Investoren wenig Sinn, weil die Gewinne kaum über das allgemeine Zinsniveau steigen können“, sagt Rubens Fama, Professor für Finanztheorie an der katholischen Universität in São Paulo. Ähnlich enttäuscht haben auch die Aktien der Unternehmen, die von staatlichen Reglementierungen abhängen, etwa Stromerzeuger oder Straßenkonzessionäre. Sie können ihr Kapital nicht investieren, weil die Regierungen sich Zeit lässt mit neuen Straßenlizenzen und Stromauktionen.
Nach den Baukonzernen versuchen nun mehrere mittelgroße Banken den Sprung an die Bovespa. Vor allem Finanziers von Konsumentenkrediten versuchen über die Börse, das Kapital für schnelleres Wachstum zu erhalten. „Das wird die Gewichte im Finanzmarkt neu verschieben“, sagt Milton Bardini, Präsident der Bankenvereinigung ABBC, „mittlere Banken haben nun eine Chance organisch zu wachsen.“
Investoren greifen jetzt nur noch bei Börsenkandidaten zu, die sie wirklich überzeugen. Dazu gehören etwa auch Krankenhausketten und Privatschulen. Auch für die Shopping-Center-Kette BR Malls, an der die renommierte GP Investimentos beteiligt ist, war der Börsengang vergangene Woche ein Erfolg.
Quelle: HB
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