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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7236
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Verfasst am: 8.Okt 2006 11:33 Titel: Bundesbank verkauft kein Gold |
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Verärgert haben führende Politiker der großen Koalition auf die Entscheidung der Bundesbank reagiert, bis September 2007 kein Gold aus ihren Reserven zu verkaufen. Die Politiker betonten, das Gold sei Eigentum des Volkes.
"Ich bedauere das sehr, weil das dazu führt, dass der Bundesbankgewinn geringer ausfallen wird. Das ist mit Blick auf die Haushaltskonsolidierung sicher keine gute Meldung", sagte Otto Bernhardt, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, der FTD. "Das ist eine Trotzkopfhaltung. Für diese Position fehlt jede sachliche Begründung", sagte SPD-Fraktionsvize Joachim Poß, der FTD. Ein Sprecher des Finanzministeriums äußerte sich dazu zurückhaltend: "Das ist Sache der Bundesbank."
Bundesbankpräsident Axel Weber hatte zuvor erklärt, die Goldreserven der Bank auch im laufenden Jahr, das am 27. September 2006 begonnen hatte, bis auf einen Bruchteil für Münzprägungen nicht antasten zu wollen. "Wir werden auch im dritten Jahr des Goldabkommens kein Gold verkaufen", sagte Weber am Rande der Sitzung der Europäischen Zentralbank in Paris.
Die enormen Goldreserven haben in der Vergangenheit mehrfach harte Kontroversen zwischen Politik und Bundesbank ausgelöst. Den jüngsten Streit hatten Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) und Weber erst in diesem Frühjahr beendet. Mit 3422 Tonnen hat die Bundesbank den größten Goldbestand weltweit nach den USA. Zum aktuellen Goldpreis entspricht das einem Wert von knapp 50 Mrd. Euro.
Nach einem Abkommen, das 15 europäische Zentralbanken 2004 geschlossen hatten, könnte die Bundesbank fünf Jahre lang je 120 Tonnen Gold verkaufen. Laut geltendem Recht flösse der Verkaufserlös über den Bundesbankgewinn in den Bundeshaushalt. Die Bundesbank will aber nicht, dass mit dem Geld Etatlöcher gestopft werden und eine ernsthafte Konsolidierung verschoben wird. Zudem argumentiert sie, das Gold sei nötig, um im Notfall den Euro zu stützen.
Die Politik hingegen betont, dass das Gold Eigentum des Volkes sei. Deshalb sei es richtig, einen Teil zu verkaufen und dem Haushalt zugute kommen zu lassen. "Wir wollen, dass dieser Weg nicht verbaut wird", wiederholte SPD-Finanzexperte Poß am Donnerstag. CDU-Fachmann Bernhardt äußerte die Sorge, dass der Bundesbankgewinn ohne Goldverkäufe wohl unter 2 Mrd. Euro ausfallen könnte. "Das ist weniger, als wir erwarten", sagte Bernhardt.
Bundesbankchef Weber sagte am Donnerstag, er werde wieder mit den anderen Notenbanken in Europa verhandeln, ob diese die Verkaufsoption der Bundesbank wahrnehmen wollen. Genauso war die Bundesbank 2004 und 2005 verfahren. Dabei hatte sie sich aber das Recht gesichert, die Option wieder zurückzuholen. Ob das auch diesmal so sei, wollte Weber nicht sagen.
Matthew Turner, Edelmetallspezialist bei Virtual Metals in London, wertete Webers Aussagen als Indiz dafür, dass die europäischen Zentralbanken insgesamt die volle Verkaufsoption in diesem Jahr über 500 Tonnen ausüben. Der Goldpreis war zuletzt vom Jahreshoch im Mai bei 730,40 $ je Feinunze auf 570,20 $ gefallen - was auch den Wert der Bundesbankreserven bereits erheblich gemindert hat. |
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