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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5911
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Verfasst am: 20.Jun 2007 8:36 Titel: Chancen und Risiken im Königreich Bahrain |
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In Bahrain boomt vor allem der Finanzdienstleistungssektor, aber auch das Baugewerbe, Immobiliengeschäfte und der Tourismus, heißt es in einer Analyse der Bundesagentur für Außenwirtschaft. Deutsche Produkte hätten einen guten Ruf. Die Attraktivität des Königsreichs liegt in der Verbindung von liberalem Lebensstil und der Nähe zu den großen Märkten wie Saudi-Arabien.
Vor allem für hoch spezialisierte Mittelständler, die expandieren wollen, bietet Bahrain Chancen. Deutsche Unternehmen mit ihren starken Marken profitieren von dem Vertrauensvorschuss, der westlichen Unternehmen in der Region entgegengebracht wird. Es verschlafen aber noch immer viele Mittelständler die Chancen der Internationalisierung, obwohl Wachstumsmärkte wie der arabische Raum gute Möglichkeiten zur Expansion bieten.
Luxusprodukte laufen gut in der reichen Ölregion, das hat auch Alois Ruf erkannt. Seine Ruf Automobile GmbH gehört zu den feinsten Adressen, die die Autowelt zu bieten hat.
Der Autobauer erfüllt damit genau die Kriterien, die die Verantwortlichen in Bahrain schätzen. Entsprechend entgegenkommend wird Ruf behandelt. Hilfreich sind auch die seit Jahrzehnten bestehenden Kontakte zur Königsfamilie, von der auch die Idee für die Ansiedlung des Autoveredlers kam. Alois Ruf lobt vor allem die guten Finanzierungsmöglichkeiten in Bahrain: „Geld ist in der Region genug vorhanden. Man muss sich nicht mit Haut und Haaren ausliefern, um das Kapital für eine Expansion zu finden“, beschreibt er mit einem Seitenhieb auf hiesige Banken.
In Kooperation mit der Unternehmensberatung Roland Berger gibt das Handelsblatt Tipps für Expansion und Geschäfte in Bahrain:
Inselstaat am Golf:
Bahrain ist eine Gruppe von 33 Inseln mit einer Gesamtfläche von 716 Quadratkilometern. Das Königreich liegt im arabischen Golf vor der Ostküste von Saudi-Arabien und ist mit diesem Land über einen Damm verbunden.
Standortvorteile:
Der größte Standortvorteil von Bahrain ist die Nähe zum großen Markt Saudi-Arabien. Westliche Firmen, die dort Geschäfte machen wollen, lassen sich oft in Bahrain nieder, da das Land wesentlich liberaler ist. Zugleich ist Bahrain noch längst nicht so teuer wie beispielsweise das Emirat Dubai. Wer den Persischen Golf vor allem als Umschlagsplatz für seine Produkte nach Asien nutzen will, sollte auch den Standort Dubai prüfen.
Schritt ins Land:
In Bahrain ist die Gründung eines zu 100 Prozent eigenen Unternehmens im Vergleich etwa zu Dubai wesentlich einfacher und freier möglich. Joint Ventures mit lokalen Mehrheitspartnern sind nicht vorgeschrieben. Man braucht aber zum Start in dem Land einen „door opener“, also jemanden, der über gute lokale Beziehungen zu Behörden und in die Geschäftswelt verfügt und der am Geschäftserfolg beteiligt werden sollte.
Geschäftsgebaren:
Das Business in Bahrain ist sehr beziehungsgetrieben und nicht so rational wie in Europa. Wer sich unter einem dortigen Meeting eine halbe Stunde sachliches Gespräch vorstellt, ist auf dem Holzweg: Es zählt der persönliche, intensive Austausch im Gespräch, auch über Themen wie Familie etc. Es geht beim Geschäftemachen dort langsamer und relaxter zu. Insgesamt ist das Hierarchie- denken in der Geschäftswelt viel stärker ausgeprägt.
Alltag:
Bahrain gilt als eines der liberalsten Länder am Golf und ermöglicht am ehesten westlichen Lebensstil. Alkohol und Kinobesuche sind ebenso erlaubt wie das gemeinsame Speisen von Männern und Frauen in Restaurants.
Risiken und Fehler:
Die gesetzliche Basis steht wie in allen arabischen Ländern auf wackligen Füßen. Zudem ist die gesamte Region krisenanfällig. Dort tätige Unternehmen sollten von Beginn für diese Fälle eine Exit-Strategie bereithalten. Schwierigkeiten kann auch die Suche nach qualifiziertem Personal bereiten. Lokale Kräfte sind meist fest in gut bezahlten Jobs bei den staatlichen Stellen beschäftigt. Daneben gibt es viele Arbeiter aus Pakistan und Indien. Führungskräfte engagieren westliche Firmen aus dem Pool von Expatriates, die etwa aus Europa, den USA oder Australien kommen.
Kräftiges Wachstum:
Bahrain ist eine konstitutionelle Monarchie. Landesprachen sind Arabisch und Englisch. Das Wirtschaftswachstum betrug in den vergangenen fünf Jahren durchschnittlich gut sechs Prozent. Die Inflationsrate lag im vergangenen Jahr bei drei Prozent.
Investoren gefragt:
Von allen Golfstaaten wird Bahrain als erstem Staat das Öl ausgehen. Die Bemühungen, sich von dieser Einnahmequelle zu lösen, kommen voran. Die Einnahmen aus dem Ölgeschäft machen nur noch elf Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Das Land bemüht sich daher intensiv um Investoren.
Arbeitsmarkt:
Ausgebildete Arbeitskräfte sind in einigen Branchen in Bahrain Mangelware. Im Bausektor etwa kommen viele Arbeiter aus Indien und Bangladesh, um zu niedrigen Löhnen auf Baustellen zu arbeiten. Die Jobs mit „weißem Kragen“ werden überwiegend von Europäern, Ägyptern, Irakern oder auch Libanesen besetzt. An die 400 Finanzfirmen sind bei der Aufsichtsbehörde gemeldet, davon 150 Banken und etwa genauso viele Versicherer. Der Rest sind Vermögensverwalter.
Informationen für ausländische Investoren bietet das Economic Development Board von Bahrain unter: www.bahrain.com
Detaillierte Einschätzungen zur Geschäftskultur und zu korrektem Verhalten im arabischen Raum finden Sie unter: www.handelsblatt.com/araber
Quelle: HB |
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