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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7244
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Verfasst am: 24.Jan 2008 14:54 Titel: Das Erfolgsrezept aus Abu Dhabi |
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Abu Dhabi will einen Ausweg aus der Ölfalle weisen. Nicht nur für sich, sondern für die ganze Welt.
Damit hat es den anderen Erdölnationen einiges voraus.
Die reagieren auf die künftige Ölknappheit, indem sie den Finanzsektor forcieren (wie Bahrain, Katar, Kuwait oder Dubai), sich als ewige Sommerfrische für Fremde profilieren (Dubai) oder das Geld schlicht in die Infrastruktur ihres Landes stecken (Saudi-Arabien). An alternative Energien denkt dort niemand. Abu Dhabi ist die Ausnahme.
Die hohen Ölpreise und die Klimadebatte haben in den Industrienationen bereits einen veritablen grünen Goldrausch ausgelöst. Erfahrene und renommierte Anbieter reissen sich ums boomende Geschäft.
So ist im Silicon Valley von Kalifornien ein neues Zentrum für erneuerbare Energien entstanden, heute fliesst dort ebenso viel Risikokapital in Alternativenergie-Firmen wie in die IT- und in die Biotech-Branche. General Electric, der grösste Technologiekonzern der Welt, will pro Jahr 1,5 Milliarden Dollar in die Forschung und Entwicklung von neuen Energien investieren.
Unlängst kündigte sogar das amerikanische Internet-Unternehmen Google an, ins «Clean-Tech-Geschäft» einzusteigen. Die Firma will– ausserhalb ihres Kerngeschäfts – mehrere hundert Millionen Dollar in die Entwicklung sauberer Energien einspeisen und selber dreissig Forscher einstellen. Das Ziel: mindestens ein Gigawatt Ökostrom produzieren, der 20 bis 50 Prozent billiger wäre als Kohlestrom.
Das tönt nach allerhand – aber bleibt in vielen Fällen Stückwerk. Abu Dhabi will die globalen Anstrengungen kanalisieren und übertrumpfen. Deshalb macht das Emirat jetzt für eine grünere Zukunft 15 Milliarden Dollar locker. Die Initiative segelt unter dem Namen «Masdar», zu Deutsch «Quelle» oder «Ursprung ». Masdar soll den erneuerbaren Energietechnologien made in Abu Dhabi weltweit zum Durchbruch verhelfen.
Die Ölscheichs erklären den Ölscheichs den Krieg.
Der Mann, der die Devise «Weg vom Öl» umsetzen soll, heisst Sultan Ahmed Al Jaber. Der Chef von Masdar bringt für den Job gute Voraussetzungen mit. Al Jaber stammt nicht nur aus einer Familie, die in Abu Dhabi über viel Einfluss verfügt, er versteht auch etwas vom Energiegeschäft.
Bei der Suche nach Alternativen zu Gas und Erdöl geht er systematisch vor. Während dreier Monate reiste der Ölmann mit einem Expertenteam rund um die Welt – er wollte sich einen Überblick über die erneuerbaren Energien verschaffen.
Die Mission stimmte ihn optimistisch. «Die erneuerbaren Energien sind besser als ihr Ruf», fasst er seine Eindrücke zusammen, «die Branche ist reif genug, um eine vielversprechende Beschleunigung einzuleiten.» Nur ein Problem fand Al Jaber: «Der Markt ist zu stark fragmentiert.» Forscher, Finanzleute und Unternehmer würden zu wenig kooperieren.
Das will Al Jaber jetzt ändern. Es gebe derzeit ausserhalb von Masdar keine andere Initiative, die in diesem Ausmass führende Forschungsgruppen, Unternehmer und Bankiers zusammenbringe, um für die kommerzielle Umsetzung der Erfindungen und Entwicklungen zu sorgen. Für die integrierte Lösung der Energieprobleme spannen Forschung und Ausbildung zusammen, ebenso die Ingenieure, die an der Vermeidung von CO2-Emissionen arbeiten, und die Financiers und Unternehmer, welche Beteiligungen an Start-ups auf der ganzen Welt suchen.
Die geballte Kraft soll erneuerbare Energien von der Entwicklung bis zur kommerziellen Verwendung vorantreiben. Und die Nähe von Forschern, Managern, Banken und Fonds soll neue Ideen generieren und ihnen zum Durchbruch verhelfen. Das Emirat, so das ehrgeizige Ziel, soll Technologie an den Rest der Welt verkaufen und die Rolle Abu Dhabis im globalen Energiemarkt nicht nur ausbauen, sondern auf Dauer festigen. Und Al Jaber hofft, dass Industrienationen die hier entwickelten Methoden übernehmen werden.
Zu den Vorzeigeprojekten gehört die umweltfreundliche Stadt Masdar City, die in den nächsten Jahren ausserhalb von Abu Dhabi aus dem Boden gestampft wird.
------------------- Foto: Weltwoche
Der britische Stararchitekt Lord Norman Foster entwirft die CO2-neutrale Metropole. Im Jahr 2015 soll die Wüstenstadt bezugsbereit sein, sagt der aus dem Libanon stammende Planer Khaled Awad, der Foster unterstützt. Die 50 000 Einwohner werden sich dann zwar umgewöhnen müssen. Ihre Autos werden sie zum Beispiel vor den Stadtmauern parken.
Das bedeutet aber keineswegs Komfortverzicht. Ein effizientes Netz von öffentlichen Verkehrsträgern wird die Stadt feinmaschig erschliessen. «Wir revolutionieren das urbane Verkehrssystem», sagt Ingenieur Awad auf die Frage, was der Rest der Welt davon lernen könne. «Wir zeigen, wie die Städte von morgen aussehen werden.»
Abu Dhabi hat Grosses vor.
Es will zum globalen Zentrum für erneuerbare Energien werden. Al Jaber wird 1500 Firmen nach Masdar City locken, die mit grünen Technologien Geld verdienen und sie weltweit vertreiben sollen. Einige Energietechnologien seien sehr nahe dran, im Konkurrenzkampf mit konventionellen Energieträgern gleichzuziehen, sagt er.
Die Liste der Firmen, die zugesagt haben, liest sich wie ein Who’s who des Energie-und Technologiemarktes.
Dabei sind Unternehmen wie General Electric, BP, Shell, Rolls-Royce sowie das deutsche Solarunternehmen Conergy. Auf sie wartet das Cluster-Modell, das sich in Dubai bewährt hat.
Die Fertigungstrauben werden in freien Zonen angesiedelt, in denen ausländische Unternehmer 100 Prozent ihrer Firma besitzen dürfen (also keinen einheimischen Sponsor brauchen), wobei Steuerfreiheit zugesichert ist. Die Freihandelszone wird eine internationale Exklave sein, in der die lokalen Gesetze nicht greifen.
Den kompletten Artikel finden Sie ► Weltwoche |
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