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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5415
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Verfasst am: 16.Apr 2005 12:27 Titel: Deutsche verpassen Auftragschancen in Katar |
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Handelsblatt; 13.04.2005
Deutsche verpassen Auftragschancen in Katar
Regierung in Doha will 230 Milliarden Dollar investieren. An ehrgeizigen Investitionsplänen herrscht kein Mangel in Katar. 230 Mrd. Dollar will das Wüstenemirat am Persischen Golf in den nächsten sieben Jahren investieren: in die Öl- und Gaswirtschaft, Industrieentwicklung, Infrastruktur, Bildung, Sportanlagen und Tourismus. Ein Eldorado für Unternehmen aus aller Welt. Sie stehen Schlange bei den katarischen Scheichs. Doch deutsche Konzerne machen sich rar.
DOHA. Mit 20,5 Prozent Wachstum 2004 war Katar eine der am schnellsten wachsenden Volkswirtschaften der Welt. Und das Tempo bleibt hoch. Allein in die Öl- und Gasindustrie, in Verflüssigungsanlagen, Tankerflotten, Up- und Downstreamanlagen pumpt Katar in den kommenden Jahren 130 Mrd. Dollar. Das Emirat profiliert sich im Erdgassektor mit Gas-to-liquid-Verfahren (GTL), bei denen hochreine Flüssigkraftstoffe als Dieselersatz gewonnen werden. 20 Millionen Tonnen gehen 2005 in den Export, 2012 werden es gut 70 Millionen sein. Die Einnahmen aus dem Öl- und Gasgeschäft will Emir Hamad bin Khalifa Al Thani in die Diversifizierung seiner Wirtschaft stecken. "Unser Augenmerk richtet sich in erster Linie auf die Infrastruktur sowie den Ausbau der Bildungssysteme" sagt Wirtschaftsminister Mohamed bin Ahmed bin Jassim Al Thani dem Handelsblatt in Doha. An Projekten mangelt es auch nicht: ein neuer Flughafen für bis zu 50 Millionen Passagiere in der dritten Ausbaustufe im Jahr 2012 ist in Arbeit, zwei Häfen für Gastransporte und Containerterminals, die größte Aluminiumhütte der Welt wird ebenso wie die größte Düngemittelfabrik in Katar stehen. Die Asian Games 2006 sorgen für prächtige Arenen. Neue Hotels und Bürotürme schießen aus dem Boden wie Pilze. Konferenz- und Messezentren, Museen, eine künstlich aufgeschüttete Luxusinsel, Industrieparks und Bildungsstätten: Noch einmal 100 Milliarden Dollar gibt der Emir dafür aus.
Auch der Transrapid steht auf der Wunschliste, eines der wenigen Vorhaben, auf das sich die deutsche Wirtschaft konzentriert. Thyssen-Krupp und Siemens erweitern ihre Präsenzen in Doha, unterzeichnen neue Joint-Venture- und Absichtserklärungen, um zumindest bei der Magnetschwebebahn am Ball zu bleiben. Ansonsten hinkt die deutsche Industrie der Konkurrenz weit hinter her. Dabei war sie in manchen bereichen Wunschpartner Katars. Zum Beispiel für die Düngemittel-fabrik. Zum Zuge gekommen sind die Norweger. Abgewinkt hat die deutsche Wirtschaft auch auf Angebote bei der Entwicklung des Gasgeschäftes, in der Aluminiumwirtschaft und bei Speziallieferungen für Bauprojekte.
"Deutsche Firmen verpassen wichtige Auftragschancen in der Ölwirtschaft, in der Chemie-, Pharma- und Bauindustrie", sagt Scheich Hamad Naser Al-Thani, General Manager der Qatar Industrial Development Bank. "Sie haben das Marktpotenzial schlicht nicht erkannt", heißt es in diplomatischen Kreisen. "Die deutsche Wirtschaft hat sich vom Irak-Krieg in die Irre führen lassen", sagt Scheich Hamad. "Wir leben hier aber nicht in einer Kriegszone." Nur knapp eine Handvoll deutscher Konzerne unterhält Büros in Doha. Dabei ist High-tech aus Deutschland bei den Scheichs begehrt. BMW, Mercedes und Porsche Cayenne jagen über die Corniche in Doha, aber, so ein Beobachter, Katar fühlt sich wie eine von Deutschland verschmähte Liebe. Trotz des kürzlichen Besuchs von Bundeskanzler Gerhard Schröder. Schon vorher war das Interesse gering. "Reaktion gleich Null", konstatiert der deutsche Botschafter trocken, der viele deutsche Unternehmen vergeblich auf die Entwicklung aufmerksam gemacht hatte.
Das große Geschäft machen die anderen
Franzosen, Japaner und Amerikaner haben diesen Fehler nicht begangen. Beim Ausbau der Energiewirtschaft und der Bildungssysteme haben sich USA in die Führungsposition gebracht, mit Exxon Mobile, mit der Rand Corporation, mit Microsoft und etlichen Elite-Universitäten, die eng mit der Qatar Foundation, einer mit 1 Mrd. Dollar Jahresbudget ausgestatteten Wissenschaftseinrichtung, zusammenarbeiten. Zwar ist die deutsche Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ) in Doha seit langem in der Berufsausbildung tätig. Kapital hat die deutsche Wirtschaft daraus aber nicht schlagen können.
Die USA sind es auch, die mit dem Bechtel Konzern die Führung beim 3 Milliarden teuren Flughafenbau einnehmen. Hier hofft ein Konsortium von Siemens und Hochtief zumindest einen Teilauftrag ergattern zu können, bei Flugfeldbefeuerung und Gepäckbeförderung. Der Münchener Konzern will sich in Katar jetzt auch um Projekte in der Energieversorgung und der Telekommunikation, etwa bei der Einrichtung eines UMTS-Netzes bewerben. Thyssen-Krupp kann sich Hoffnungen im Stahl- und Anlagenbau, auf Transportsysteme und Fördertechniken machen. Doch das wirklich große Geschäft machen andere.
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PECUNIA Specialist
Anmeldungsdatum: 27.08.2003 Beiträge: 156 Wohnort: Hannover / Dubai
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Verfasst am: 29.Apr 2005 7:54 Titel: |
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Hallo nach Deutschland,
habe das Handelsblatt auch gelesen und mich in Katar schlau gemacht. Mein Ergebnis.
Vom Handelsblatt sehr schlecht wiedergegebene Halbwahrheiten. Dieser Bericht ist irrefuehrend und laesst vermuten, das die Damen und Herren Redakteure sicher sehr gut <bewirtet> wurden.
Habe mit einigen Familienmitgliedern der Al Thani Gruppe selbst gesprochen und bin auch unter Beruecksichtigung der nicht allgemein zugaenglichen Daten zum Ergebnis gekommen, dass die Deutschen nichts verschlafen haben, sondern hier klug gehandelt haben.
Viele Gruesse
PECUNIA |
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