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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6461
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Verfasst am: 17.Mai 2007 4:07 Titel: Die " Geldfresser " der Wiener Börse |
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Österreichs Immo-Firmen haben Hunger. Ein Hunger der in stakkatoartigem Tempo immer wieder gestillt werden muss. Die aktuelle Kapitalerhöhung der Immoeast, die bis zu drei Milliarden € in die Kriegskasse spülen soll, ist dabei nur die Spitze des Eisberges. Denn die nächste Kapitalerhöhung steht schon vor der Tür.
33 Milliarden € kassierten heimische Unternehmen über Kapitalerhöhungen und Börsegänge in den vergangenen drei Jahren an der Wiener Börse. Einschließlich der laufenden Kapitalerhöhung über 3 Milliarden €, entfallen allein 7 Milliarden der Gesamtsumme auf die Immoeast. Auch Meinl European Land konnte am Wiener Aktienmarkt in den letzten Jahren kräftig abräumen. Sie holte sich seit Anfang 2004 4,6 Milliarden € an frischem Kapital.
Insgesamt steckten Anleger etwa 16,6 Milliarden € in österreichische Immobilienunternehmen. Die 16,6 Milliarden € entsprechen der Hälfte der an der Wiener Börse seit 2004 aufgebrachten Mittel. Beschränkt man die Betrachtung nur auf Kapitalerhöhungen, flossen sogar 70 Prozent in die Kassen der Immo-Firmen.
Wer aber ist bereit, derartige Summen auf unsere Immobiliengesellschaften zu setzen und vor allem, wer hat so viel Kohle?
Ein Blick über die Staatsgrenze lässt so manches Fragezeichen verschwinden. Denn wie in keiner anderen Branche ist das Interesse aus dem Ausland hier beeindruckend. Wolfgang Hardt, Vorstand der Wiener Privatbank Immobilieninvest AG, schätzt, dass ausländische Investoren bei Kapitalmaßnahmen österreichischer Immos im Schnitt 50 bis 70 Prozent ausmachen.
Bei großen Gesellschaften seien überwiegend institutionelle Investoren am Zug, da solche Volumina bei Kleinaktionären nicht mehr platziert werden können. Auf Großinvestoren wird auch bei der derzeit laufenden Kapitalmaßnahme der Immoeast gesetzt. Um die gewünschten 3 Milliarden Euro bei Privaten einzusammeln, müsste man schon eine ansehnliche Anlegerschar begeistern. Schließlich geht es um Beträge, die meist über das Vorstellungsvermögen eines Privataktionärs hinausgehen.
Bei den Großen der Investoren handelt es sich häufig um Pensionsfonds oder Versicherungen, die davon abkommen, selbst Häuser zu kaufen, um sie gewinnbringend zu vermieten. Sie schätzen die Vorteile der Immobilienaktie gegenüber dem Direktinvestment und sind froh, dadurch auch von Entwicklungen im Ausland profitieren zu können. Denn vor allem in Osteuropa ist den heimischen Immobiliengesellschaften der Marktzugang sicher. Ein Drittel des gesamten CEE-Immobilienvermögens steckt in ihren Portfolios, was sie zum Marktführer in diesen Länder macht.
Dass die Hälfte des frischen Kapitals am Wiener Aktienmarkt an die Immobilienunternehmen geht, überrascht daher nicht. In Osteuropa herrsche noch immer massiver Aufholbedarf, da man von westlichen Niveaus weit entfernt sei. Im Gegensatz zu anderen Branchen, wie dem Bankensektor oder dem Bauwesen, die relativ rasch aufgeholt haben, gebe es am Immobilienmarkt noch einiges zu holen. Vor allem in Russland und der Ukraine stehe man erst am Anfang.
Quelle: wirtschaftsblatt |
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