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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6269
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Verfasst am: 4.Aug 2007 9:43 Titel: Die Geschäftsidee: McPflege |
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Die Zentrale von „McPflege“ befindet sich in der Bremer Otto-Lilienthal-Straße unmittelbar in Flughafennähe. Gründer und Geschäftsführer des bundesweit agierenden Pflegediscounters sind der Oldenburger Marketing-Professor Norbert Meiners und der Osnabrücker Diplom-Kaufmann Alwin Teiken. Seit dem 1. August vermitteln die beiden osteuropäische Pflegekräfte zum Billiglohn von zwei Euro die Stunde für die Rund-um-die-Uhr-Betreuung im eigenen Zuhause: ein bundesweites Novum. Angesichts einer Ganztagspflege, die normalerweise monatlich zwischen 4000 und 5000 Euro kostet, kommt man bei McPflege also billig weg.
Die Geschäftsidee: McPflege stellt Kontakte zwischen deutschen Familien und osteuropäischen Pflegediensten her. Die dortigen, angeblich gut deutsch sprechenden Pflegekräfte würden „völlig legal“ nach Deutschland entsandt, betonen die Geschäftsleute. Sie berufen sich dabei auf die seit dem 1.Mai 2004 bestehende Dienstleistungsfreiheit, von der zum Beispiel auch die in Polen ansässigen Pflegedienste Gebrauch machen könnten. McPflege selbst beschäftigt dagegen keine eigenen Pflegekräfte.
Während in Branchen wie dem Bau oder der Gebäudereinigung Übergangsregelungen existieren, sei der Bereich Pflegehilfskräfte davon frei, und das wollen die Firmengründer nutzen.
Wenn also eine deutsche Familie ein osteuropäisches Unternehmen beauftragt, im Rahmen der ambulanten Pflegeunterstützung eine Pflegekraft zu entsenden, dann sei das völlig legal. „Die direkte Beschäftigung einer Pflegehilfe durch die deutsche Familie bleibt dagegen weiterhin illegal“, erklären sie. Und die McPflege-Chefs betonen auch, dass sie „nicht die hiesigen Pflegedienste ablösen wollen, sondern lediglich eine sinnvolle Ergänzung darstellen“.
Die osteuropäischen Kräfte sollen das tun, was der ambulante Pflegedienst nicht übernimmt und viele Angehörige nicht oder zumindest nicht ständig leisten können: hauswirtschaftliche Hilfe und Betreuung rund um die Uhr. Die Dienstleistung ist privat, kann aber finanziell unterstützt werden, wenn die Pflegeperson in eine der drei Pflegegruppen eingestuft ist.
Die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di spricht bereits von „Abzocke zulasten der Patienten und der Beschäftigten“, der Paritätische Wohlfahrtsverband in Bremen kritisiert den Billiganbieter für seine „Dumpinglöhne“. Meiners und Teiken wollen derweil den Markt entscheiden lassen. 20 Agenturen in ganz Deutschland sind geplant, die ersten drei gehen jetzt in Bremen, Cloppenburg und Hamburg an den Start.
Das Zeug zum Überleben dürften die beiden Firmengründer mitbringen: Meiners ist Dozent an der privaten Fachhochschule für Wirtschaft und Technik in Oldenburg, zudem als Fachbuchautor, Trainer und Unternehmensberater seit Langem mit der Pflegethematik vertraut. Teiken bringt Erfahrung mit als kaufmännischer Leiter der Friseurbetriebe Kornet OHG in Herzlake im Kreis Osnabrück: Das Unternehmen plant seniorengerechte Friseursalons.
Quelle: Welt |
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