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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7244
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Verfasst am: 12.Nov 2007 17:17 Titel: Die Golf-Region sorgt für Schlagzeilen |
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Viele arabische Staaten schwimmen im Geld wie in Öl. Das ist schon länger so.
Während sie früher aber mehr konsumierten, diversifizieren sie nun ihre Wirtschaft und bauen die Infrastruktur und die Kapitalmärkte weiter aus.
Seit einigen Jahren profitiert die Golf-Region von steigenden Erdöl- und Gaspreisen – ähnlich wie in den Jahren 1973 und 1979/80, die durch die Ölkrisen und ihre rezessiven Auswirkungen auf die Industrieländer bekannt wurden. Die steigenden Energiepreise führen zu einer enormen Überschuss-Liquidität in Ländern wie Saudi-Arabien, Kuwait, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Qatar, Oman aber auch Bahrain.
Diese Staaten bilden gemeinsam die Gulf Cooperation Council (GCC), den Golf-Kooperationsrat. Er verfügt bereits über eine eigene Zollunion. Und die Mitglieder planen, ab 2010 eine gemeinsame Währung einzuführen. Das Datum für die Währungsunion wird derzeit von Beobachtern als ehrgeizig angesehen. Allerdings zeigt die Absicht, wohin die Reise gehen soll: zu einer verstärkten Integration der Länder.
Es gibt jedoch einen großen Unterschied zu der Zeit in den 70er-Jahren: Die Liquidität, die sich derzeit ansammelt, wird weniger für Konsum und den Ausbau des Wohlfahrtsstaates genutzt, sondern zur Diversifikation der eigenen Industrien – weg von Öl und Gas.
Emirate wie Dubai oder das Königreich Bahrain sind gute Beispiele für diese Diversifikation. Denn im Gegensatz zu anderen Ländern in der Region verfügen diese Staaten nicht über die entsprechenden Öl- und Gasreserven. Dubai erzielt mittlerweile nur noch rund drei Prozent der Einnahmen aus Öl, und der Anteil in den Vereinigten Arabischen Emiraten liegt im Durchschnitt auch nur noch bei rund 30 Prozent.
Es gibt ein grundsätzliches Verständnis zwischen den Mitgliedern des Kooperationsrates, nachhaltige Strukturen in der Region aufzubauen. Das ist ein Punkt, der – trotz der enormen Zuflüsse in den vorherigen Ölkrisen – vernachlässigt wurde. Die Strategie der Länder ist es, eine solide Infrastruktur, die entsprechenden Märkte und die Institutionen zur Verwaltung des eigenen Vermögens zu errichten.
Um das Momentum aufrecht zu erhalten, geht es auch darum, den Kapitalmarkt weiterzuentwickeln. Im Gegensatz zur Vergangenheit handelt es sich hierbei um ein Wachstum, das von Investitionen getrieben ist und weniger durch das Öl.
Die Ereignisse des 11. September 2001 führten zu einem verstärkten Regionalismus, bei dem überschüssiges Kapital vor Ort investiert wurde, um die Wirtschaft nachhaltig zu diversifizieren. Im nächsten Schritt erwartet man, dass sich die regionalen Gesellschaften zu multinationalen Gesellschaften entwickeln werden – man denke hierbei beispielsweise an Fluggesellschaften wie Emirates und Qatar Airways oder Etisalat, eine Telekommunikationsgesellschaft aus den Emiraten.
Man schätzt, dass die laufenden Projekte ein Volumen von über einer Bill. US-Dollar besitzen.
Katar, ein Land mit rund 800 000 Einwohnern – dies entspricht ungefähr der Bevölkerungsgröße Frankfurts – wird Prognosen zufolge in den nächsten fünf Jahren rund 140 Mrd. Dollar in seine Infrastruktur investieren. Diese Investitionen fließen unter anderem auch in Bildungseinrichtungen, den Gesundheitssektor sowie in die Informations- und Kommunikationstechnologie.
Gerade in Bezug auf Innovation müssen die Länder aus dem Golf-Kooperationsrat noch einiges aufholen. Universitäten wie Carnegie Mellon, Georgetown, Texas AM, Cornell und Northwestern University bauen auf Initiative der Qatar Foundation lokale Strukturen auf, um Studenten aus der Region auszubilden. Auch das Emirat Sharjah setzt mittlerweile vermehrt auf Bildung.
Natürlich gehen die Entwicklungen einher mit vielfältigen Herausforderungen. Aber es ist notwendig zu erkennen, dass die Golf-Region nicht nur interessanter wird als Anlageregion für hiesige institutionelle Investoren.
Dortige Investoren drängen auch verstärkt ins Ausland. Man schätzt allein die derzeitigen Reserven auf rund 1,3 Bill. Dollar. Zusätzlich treten als Investoren auch noch wohlhabende Familien, institutionelle Investoren und die Staatsfonds der einzelnen Länder als Anleger im Ausland auf.
Die lange Historie des Handels mit Asien macht Indien und China, aber auch andere asiatische Länder zu Investitionsstandorten. Darüber hinaus spielt Europa eine immer wichtigere Rolle. Der aktuelle Protektionismus in einzelnen westlichen Ländern könnte jedoch zu einer noch stärkeren Ausrichtung dieser Länder auf Asien und auf Regionen wie Nordafrika, dem Nahen Osten und Latein- sowie Südamerika führen.
Quelle: HB
Lesen Sie dazu auch:
Saudis positionieren ihre Flugzeugflotte für die Zukunft - weg von Öl und Gas |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7244
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Verfasst am: 22.Nov 2007 7:41 Titel: |
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Die Talfahrt des Greenbacks beschert den Scheichs immer größeres Kopfzerbrechen. Denn sie haben Milliardenwerte in den USA investiert, die nun immer weniger wert sind.
Bedenklicher jedoch ist, dass die Kosten für Importe rasant steigen. Die Inflation in den Golfstaaten erreicht inzwischen Rekordniveaus und führt zu erheblichen Spannungen in den Volkswirtschaften. Schwer unter Druck geraten ist bereits das Projekt für eine gemeinsame Währung der Golfanrainer.
Anfang Dezember treffen sich die Finanzminister der im Golfkooperationsrat zusammengeschlossenen sechs Staaten in Doha, um Strategien im Umgang mit dem schwachen Dollar zu beraten.
Bislang hat allein Kuwait die strikte Bindung an den Dollar gelöst. Jetzt denken aber auch Länder wie die Vereinigten Arabischen Emirate oder Katar darüber nach, ihre feste Kopplung an die US-Währung zugunsten eines Währungskorbes aufzugeben. VAE-Zentralbankchef Sultan Nasser Al Suweidi spricht von einem kritischen Punkt, an dem sich die Region befinde.
Doch einen radikalen Schritt dürften die sechs Finanzminister wohl kaum wagen. Sie können es weder aus eigenem Interesse noch aus Rücksicht auf das Weltwährungsgefüge verantworten, den Dollar auf eine noch steilere Talfahrt zu senden.
Das würde Schockwellen rund um den Globus auslösen. Insofern geht von ihrer Entscheidung eine viel beachtete Signalwirkung aus.
Denn auch andere Staaten wie China oder rohstoffexportierende Schwellenländer sitzen auf Bergen von Dollar, deren Wert allmählich schwindet. Möglicherweise belassen es die Staaten daher zunächst bei einer Wechselkursanpassung. Das aber dürfte nur ein erster Schritt in Richtung auf eine größere Autonomie in ihrer Währungspolitik sein.
Die Golfstaaten, die ihre Währungen einst an den Dollar gebunden haben, um einen sicheren Anlagehafen für die satten Gewinne aus der Ölförderung anzusteuern, profilieren sich immer stärker mit neuen Wirtschaftsstrukturen, die ihnen eine Zukunft nach dem Öl verheißen.
Insbesondere die VAE und Katar setzen auf eine stetige Diversifizierung, für die sie Milliardensummen aus den Petrodollar investieren. Schon vor dem 11. September 2001 haben arabische Investoren beträchtliche Mittel in den Ausbau ihrer Infrastruktur gesteckt. Und danach zogen sie aus Misstrauen gegenüber der US-Politik Milliarden aus den USA ab.
Zurzeit schwemmt die Ölpreishausse den GCC-Staaten alle 24 Stunden mindestens 1,4 Milliarden US-Dollar in die Staatskassen.
Doch mit einem fallenden Dollar wird es für sie zusehends schwieriger, die Preisspirale im Zaum zu halten. Senkt die US-Notenbank die Zinsen, um den drohenden Kreditkollaps als Folge der Subprime-Krise zu verhindern, so müssen die Golfstaaten mitziehen.
Doch das ist Gift für Volkswirtschaften, die Mühe haben, mit Wachstumsraten um 25 Prozent fertig zu werden. Greifen sie ein, drohen ihnen Probleme bei der Stabilisierung ihrer Volkswirtschaften.
Schon jetzt steht Katars Inflationsrate bei zwölf Prozent, in den VAE sind es offiziell zwar nur 9,3 Prozent, aber tatsächlich steigen die Preise um mehr als das Doppelte. Mieten explodieren gar um bis zu 40 Prozent.
Die VAE mussten jetzt die Arbeitslöhne um 70 Prozent anheben, um der Teuerungswelle Paroli zu bieten. Das verleiht der Preisspirale neue Impulse, obwohl die Regierung versucht, bestimmte Preise staatlich zu deckeln. Selbst Saudi-Arabien muss mit einer Teuerung von fünf Prozent fertig werden.
Je mehr die Ölstaaten ihre Wirtschaften diversifizieren, desto wahrscheinlicher wird ein gradueller Strategiewechsel. Einer Anhebung der Paritäten dürfte früher oder später die Kopplung an einen Währungskorb und irgendwann ein freies Floating folgen.
Selbst wenn das konservative Saudi-Arabien bei einer strikten Bindung des Rials an den Dollar bleiben sollte, so benötigen die übrigen Staaten diesen Anker nicht mehr so dringend. Das Investitionsverhalten der Staatsfonds und privater Investoren zeigt bereits, dass Diversifizierung nicht nur auf Tourismus, Handel und Infrastruktur beschränkt bleibt. Auch in der Währungspolitik setzt Nachdenken ein.
Einen Preis hat ein Schwenk allerdings: Eine gemeinsame Währung der Golfstaaten rückt in weite Ferne.
Quelle: Christoph Rabe |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7244
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Verfasst am: 11.Jul 2008 13:15 Titel: |
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Der Staatsfonds Abu Dhabi Investment Council hat das Chrysler Building im Herzen Manhattans gekauft.
Der Investmentfonds hatte bereits seit längerem mit der Versicherung Prudential Financial über den Kauf von 75 Prozent des 77-stöckigen Gebäudes verhandelt.
Den Kreisen zufolge zahlte der Abu Dhabi Investment Council 800 Millionen Dollar (knapp 510 Millionen Euro) für das Hochhaus. Der Fonds verwaltet insgesamt ein Vermögen von über 800 Milliarden Dollar.
Markantes Wahrzeichen:
Der Chrysler-Turm von New York.
Foto: dpa Das silbrig schimmerne Chrysler Building aus dem Jahr 1930 gilt als eines der besten Beispiele für den Art-Deco-Baustil der 20er und 30er Jahre. Es war kurzzeitig das höchste Gebäude der Welt, wurde dann aber vom Empire State Building überholt.
Erst im Mai waren vier bedeutende New Yorker Gebäude - unter ihnen das General Motors Building - an eine Investorengruppe aus den Golfmonarchien Bahrain und Katar gegangen. Sie hatte 3,95 Milliarden Dollar gezahlt. Der Höhenflug des Ölpreises beschert den Förderländern auf der Arabischen Halbinsel derzeit Rekordeinnahmen.
Quelle: SZ |
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