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EZB warnt vor Inflationsrisiken

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Goodman
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Anmeldungsdatum: 16.01.2002
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BeitragVerfasst am: 16.Apr 2005 12:25    Titel: EZB warnt vor Inflationsrisiken Antworten mit Zitat

ftd.de; 14.04.2005

EZB warnt vor Inflationsrisiken

Die EZB macht sich Sorgen um die Preisstabilität: Trotz des langsamen Wirtschaftswachstums in der Euro-Zone befürchten die Frankfurter Währungshüter erhebliche Inflationsrisiken.

"Bisher gibt es keine deutlichen Anzeichen, dass sich im Euro-Währungsgebiet ein binnenwirtschaftlicher Inflationsdruck aufbaut", schrieb die Europäische Zentralbank (EZB) zwar in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Monatsbericht April. Zugleich machte die Zentralbank aber klar, dass eine Zinserhöhung wegen verborgener Inflationsrisiken weiterhin auf der Tagesordnung bleibt. Sie wies auf Gefahren für die Preisstabilität hin, die vom starken Wachstum der Geldmenge und dem anhaltend hohen Ölpreis ausgehen.

"Wachsamkeit ist daher weiter von entscheidender Bedeutung", so die EZB. Die Zinsen seien derzeit ungewöhnlich niedrig und stützten die Konjunktur. Damit bekräftigt die Zentralbank die Einschätzung ihres Präsidenten Jean-Claude Trichet nach dem Zinsbeschluss in der vergangenen Woche. Die EZB hatte den seit Juni 2003 geltenden Leitzins von 2,00 Prozent unverändert gelassen. Für die kommenden Monate erwarten die europäischen Währungshüter eine Teuerungsrate von etwas über zwei Prozent. Im März betrug die Rate im Euro-Raum 2,1 Prozent.

Ölpreis bedroht die Konjunktur

Die Preissteigerungen werden wesentlich durch den hohen Ölpreis beeinflusst, der aus Sicht der EZB ein großes Risiko für die Konjunktur darstellt. Die Ölpreise, die für ein Barrel der Nordsee-Ölsorte Brent in diesem Monat einen Rekordstand über 57 Dollar erreicht hatten, dürften "auf absehbare Zeit" hoch und schwankungsanfällig bleiben, heißt es im EZB-Bericht. Bis Ende 2007 erwartet die Zentralbank einen durchschnittlichen Preis von fast 51 Dollar. Aus Sicht der EZB dürfen die Tarifparteien auch weiterhin das teure Öl nicht zum Anlass für kräftige Lohnerhöhungen nehmen. Solche Zweitrundeneffekte müssten unbedingt vermieden werden.

Angesichts der enttäuschenden Konjunkturdaten der letzten Zeit beschreibt die EZB die Wachstumsaussichten inzwischen vorsichtiger als bisher. Die jüngsten Daten ergäben ein uneinheitliches Bild. Auf kurze Sicht bleibe das Wachstum verhalten. Klare Anzeichen für eine verstärkte Dynamik seien nicht zu erkennen. Die dynamische Weltwirtschaft und günstige Finanzierungsbedingungen im Inland seien jedoch weiterhin gute Bedingungen für anhaltendes Wachstum.

Zinserhöhung für Ende 2005 erwartet

An den Finanzmärkten wird mit einer Zinserhöhung noch in diesem Jahr gerechnet. Nach den Prognosen vieler Banken wird die EZB aber erst gegen Jahresende die Geldpolitik straffen. Nachdem die Unsicherheit über Stärke und Dauer der Konjunkturerholung zuletzt wieder zugenommen hatte, stellten viele Bankenvolkswirte ihre Zinsprognosen selbst wieder in Frage.

Ein wichtiger Grund für den Wunsch der EZB, die Phase historisch niedriger Zinsen zu beenden, ist das starke Wachstum von Geldmenge und Kreditvergabe. Das niedrige Zinsniveau ist nach Einschätzung der EZB inzwischen die wichtigste Triebfeder für die monetäre Dynamik. Da diese hauptsächlich von Komponenten wie dem Bargeld und Sichteinlagen getragen werde, könne die Überschussliquidität zu höherer Inflation führen.

Signale für die künftige Preisentwicklung leitet die EZB auch aus den messbaren Inflationserwartungen ab, die sie "genau beobachtet". Die Break-Even-Inflationsrate, die die Markterwartung der zukünftigen Inflation widerspiegelt, sei von Ende Februar bis Anfang April um 15 Basispunkte auf 2,2 Prozent gestiegen.

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