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Ehemalige Siemens-Tochter BenQ vor dem Aus

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6281

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2006 11:02    Titel: Ehemalige Siemens-Tochter BenQ vor dem Aus Antworten mit Zitat

Der deutsche Handyhersteller BenQ Mobile ist am Ende. Das Unternehmen werde in den kommenden Tagen Insolvenzantrag beim Amtsgericht München stellen.

Das sagte ein Sprecher am Donnerstag. "Jetzt ist wirklich Feuer unterm Dach." Der taiwanische Mutterkonzern BenQ, der die Handysparte von Siemens im vergangenen Jahr übernommen hat, stelle die Zahlungen an die Tochter in Deutschland ein. Das Geschäft mit Mobiltelefonen werde künftig von Asien heraus fortgesetzt.

Ende eines ambitionierten Projektes

BenQ Mobile beschäftigt in Deutschland derzeit rund 3000 Menschen. Betroffen sind die Zentrale in München mit 1400 Beschäftigten sowie die Produktionsstandorte in Bocholt und Kamp-Lintfort mit insgesamt 1600 Mitarbeitern.

Damit geht ein ambitioniertes Projekt zu Ende. Der größte taiwanesische Handyhersteller hatte im vergangenen Jahr die hoch defizitäre Handysparte von Siemens übernommen, um so besser Fuß auf dem europäischen Markt zu fassen. BenQ Mobile sollte zu einem Premiumanbieter aufgebaut werden. Das Unternehmen verliert aber Marktanteile und schreibt rote Zahlen, neue Produkte trafen nicht den Geschmack der Kunden. Über eine Auslagerung des Deutschlandgeschäfts war bereits spekuliert worden.

Quelle:FTD
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6281

BeitragVerfasst am: 28.Sep 2006 16:54    Titel: Antworten mit Zitat

„Siemens ist moralisch veranwortlich"

Die 3000 Beschäftigten des Handyherstellers Benq-Siemens in Deutschland fühlen sich verraten und verkauft. Der taiwanesische Eigner BenQ drehte über Nacht den Geldhahn zu und schickte seine deutsche Tochter damit in die Insolvenz. Die Mitarbeiter traf die Nachricht wie ein Blitz aus heiterem Himmel. „Das übertrifft die schlimmsten Befürchtungen. Moralisch ist der frühere Besitzer Siemens für das Desaster verantwortlich“, sagte Siemens-Aufsichtsrat Wolfgang Müller von der IG Metall der Nachrichtenagentur dpa in München.

Das Handygeschäft ging zu einem symbolischen Preis an BenQ, die Taiwanesen bekamen noch eine Mitgift in dreistelliger Millionenhöhe dazu. „Wir haben uns schon wie ein ungeliebtes Kind gefühlt“, sagt ein Beschäftiger, der 39 Jahre für Siemens und nun eines für BenQ gearbeitet hat. Es sei schade, dass ein Konzern wie Siemens nicht den Ehrgeiz und die Geduld habe, Problemsparten aus eigener Kraft zu sanieren. Auch Aufsichtsrat Müller kritisiert, Siemens greife zunehmend zu radikalen Maßnahmen, um kurzfristige Renditeerwartungen zu erfüllen. „Die BenQ-Beschäftigten bezahlen nun für die Fehlleistungen des Siemens-Managements.“ Eine Siemens-Sprecherin betonte, man beobachte die Entwicklung bei BenQ. „Wir bedauern das sehr.“

BenQ will nun nur noch die Marke und das Knowhow der einstigen Siemens-Sparte nützen. Die Handys sollen künftig in Asien produziert werden. Schon als die Taiwanesen vor einem Jahr einstiegen, unkten viele, dass sie vor allem an der Marke und nicht an den vergleichsweise teuren deutschen Werken interessiert seien. „Die haben gewartet, bis das Geld von Siemens aus ist, und dann brutal den Hahn zugedreht“, sagt ein Branchenkenner.

Quelle:Handelsblatt
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6281

BeitragVerfasst am: 1.Okt 2006 8:29    Titel: Antworten mit Zitat

BenQ-Chef fordert Handykauf aus Solidarität

Der Chef der insolventen ehemaligen Siemens-Handysparte hat Regierung und Verbraucher um Hilfe im Kampf um die 3000 gefährdeten Arbeitsplätze gebeten. Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) übte scharfe Kritik am Management von Siemens.


BenQ-Mobile-Geschäftsführer Clemens Joos forderte die Regierungen in Berlin und München auf, das direkte Gespräch mit ihm und dem Insolvenzverwalter zu suchen. Konsumenten und die großen Telekommunikationsunternehmen sollten zudem mit dem Kauf von BenQ-Modellen zur Rettung der deutschen Jobs beizutragen.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6281

BeitragVerfasst am: 12.Okt 2006 14:22    Titel: Antworten mit Zitat

Taiwaner fordern ihr Geld von Siemens

Seit Wochen ringen Politiker, Arbeitnehmervertreter und Siemens lautstark um die Zukunft von BenQ Mobile. Eine weitere Hauptfigur in der Insolvenzgeschichte war dagegen in der Versenkung verschwunden: der taiwanische Elektronikkonzern BenQ, der Besitzer des deutschen Handyherstellers. Nun melden sich die Asiaten zurück – und drohen.

Sollte Siemens die vertraglich vereinbarten Zahlungen nicht leisten, werde BenQ „die nötigen Maßnahmen ergreifen“, um das Geld zu bekommen, teilten die Taiwaner mit. Es geht um gut 100 Mill. Euro, die Siemens wegen der Pleite von BenQ Mobile anders als ursprünglich vereinbart nicht nach Taiwan überweisen will. Das Geld ist Teil der Summe, die BenQ dafür bekommt, dass das Unternehmen 2005 die hoch defizitäre Handysparte von Siemens übernommen hat.

In einer Mitteilung an die Börse in Taipeh wird BenQ deutlich: „Aus unserem Vertrag mit Siemens geht ganz klar hervor, dass Siemens zahlen muss.“ Die Deutschen hingegen haben vergangene Woche angekündigt, den Betrag zunächst auf ein Treuhandkonto zu überweisen.

(HB)
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6281

BeitragVerfasst am: 14.Okt 2006 9:46    Titel: Antworten mit Zitat

Man muss auch nach anderen Gründen suchen für die Handy-Pleite bei BenQ/Siemens.
Wer die Entwicklung auf dem Markt für Mobiltelefone ein wenig beobachtete, konnte kaum übersehen, dass Siemens die Entwicklung dort verschlafen hatte, während man die Mitarbeiter durch laufende Umorganisation und verstärkten Druck fortschreitend demotivierte.

In Bedienbarkeit, Funktion und Chic blieben die Modelle mit dem türkisgrünen Schriftzug hinter denen der Konkurrenz zurück. Die ambitionierten Ziele von einst musste das Management Jahr für Jahr zurücknehmen, bis die Konzernmutter das Geschäft - mit einem Aufgeld von mehreren hundert Millionen Euro versehen - an den taiwanesischen Auftragsproduzenten BenQ verschob.

"Abwrackprämie" nannte das Manager-Magazin diese Summe und brachte damit den Verdacht ins Spiel, dass der frisch gebackene Siemens-Chef Kleinfeld damit seine Vergangenheit als Verantwortlicher der Handy-Sparte hatte entsorgen wollen.
Jetzt hat sie ihn wieder.

Was die Mitarbeiter dort mit Recht erbost, ist der nicht minder nahe liegende Verdacht, dass Siemens sich aus der sozialen Verantwortung für die Arbeitsplätze stehlen und insbesondere die Kosten eines Sozialplans sparen wollte.
Wenn es zutrifft, dass man das Geschäft bereits beim Verkauf säuberlich in eine "Management GmbH", eine "Asset GmbH" und praktisch vermögenslose "BenQ Mobile" zerlegte, dann sieht das tatsächlich wie ein Masterplan für einen Bankrott aus.
Denn die Zahlungsunfähigkeit wurde von "BenQ Mobile" erklärt, einem Unternehmen, bei dem nichts zu holen ist, während die Vermögenswerte inklusive tausender Patente zur "Asset GmbH" gehören.
Die Vertragsdetails sind, wie kann es anders sein, geheim.

Die 3.000 Mitarbeiter, die sich zuvor noch einen Lohnverzicht zur Erhaltung ihrer Arbeitsplätze hatten abpressen lassen, sehen als Angestellte des Bankrotteurs jetzt auch noch große Teile ihrer betrieblichen Altersversorgung verschwinden - das Management darf sich seiner Abfindungen sicher sein.
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 6281

BeitragVerfasst am: 5.Jun 2007 19:01    Titel: Antworten mit Zitat

Die insolvente Handysparte von Siemens versteigert ihr verbliebenes Inventar derzeit über ein Auktionshaus im Internet. 3500 Objekte stehen zum Verkauf. Da ist alles dabei von der Lötstation bis zur tragbaren Druckkammer zur Herstellung von Handys mit Höhenmesser.

Das Siemens Mobilfunktelefon C450 misst 17 mal 27 mal acht Zentimeter und wiegt mit fast zweieinhalb Kilogramm so viel wie ein kleines Baby. C450 wurde um 1990 gebaut, wird aber vom Unternehmen selbst noch einmal kurz auf den Markt gebracht: Die als BenQ-Mobile insolvent gegangene Siemens-Handysparte versteigert ihr verbliebenes Inventar derzeit über ein Auktionshaus im Internet.
Die Autoversion des für heutige Verhältnisse mehr oder minder mobilen Telefons wird dort für ein Anfangsgebot von 100 Euro feilgeboten - zusammen mit fast 3500 anderen Objekten von der Lötstation bis zur tragbaren Druckkammer zur Herstellung von Handys mit Höhenmesser. Ursprünglich hätten 30.000 Objekte versteigert werden sollen. Allerdings ist ein Großteil der Gegenstände schon an ehemalige Kunden und Lieferanten gegangen.

Für größere Geräte plant Insolvenzverwalter Martin Prager vom 12. bis zum 14..Juni auf dem Werksgelände in Kamp-Lintfort eine Versteigerung mit Anwesenheitspflicht für die Bieter. Dort gehen dann für die Post schwer transportierbare Waren wie schweres Werkzeug, Klimaschränke oder explosionsgeschützte Industriestaubsauger über den Tisch.
BenQ-Mobile meldete im vergangenen Jahr Insolvenz an, nachdem der Mutterkonzern aus Taiwan die Überweisungen für den defizitären Zweig eingestellt hatte. Alle Verkaufsbemühungen schlugen fehl, mehr als 3000 Menschen verloren die Arbeit. 2500 davon wechselten in eine Beschäftigungsgesellschaft. Die Asiaten hatte die Firma kaum ein Jahr vor der Insolvenz von Siemens übernommen.

Klaus Kleinfeld, Vorstandschef des Industriekonzerns, überwies deshalb einen zweistelligen Millionenbetrag zur Unterstützung von BenQ-Beschäftigten. Er versprach zudem, Mitarbeiter der ehemaligen Siemens-Mobilfunktochter bevorzugt bei der ehemaligen Mutter einzustellen. Nach Angaben der Beschäftigungsgesellschaft sind 300 Mitarbeiter tatsächlich auch bei Siemens fündig geworden.
Insgesamt haben mittlerweile gut 1000 Menschen in den ersten Arbeitsmarkt gewechselt. Damit hängen noch 1400 BenQ-Mitarbeiter in der staatlich geförderten Warteschleife.
Die Auktion im Internet dechow-auctions.com
Quelle: Welt
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