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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5416
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Verfasst am: 18.Jun 2005 14:26 Titel: Europa und China wenden Handelskonflikt ab |
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Handelsblatt
Europa und China wenden Handelskonflikt ab
EU-Handelskommissar Mandelson rät Peking zur Umstellung der Währungspolitik. Nur einen Tag nach der Abwendung eines folgenschweren Handelskonflikts über Chinas boomende Textilexporte hat EU-Außenhandelskommissar Peter Mandelson die chinesische Regierung aufgerufen, die Bindung seiner Währung an den US-Dollar zu überdenken.
HANDELSBLATT, 13.6.2005 cr DÜSSELDORF. Mandelson legte den Chinesen nahe, den Renminbi an einen Währungskorb zu binden. Peking könne so Angriffen der USA entgehen, die China vorwerfen, es halte seine Währung auf Kosten der US-Wirtschaft künstlich billig.
China und die EU hatten sich am Freitag nur Stunden vor der Verhängung von Importquoten durch Brüssel auf eine Regelung für chinesische Textilexporte geeinigt. Mandelson und der chinesische Handelsminister Bo Xilai verständigten sich in Schanghai auf ein Stufenmodell. Danach erklärt sich die Volksrepublik bereit, Exportsteigerungen von zehn Textil- und Kleidungsprodukten auf acht bis 12,5 Prozent pro Jahr zu begrenzen. Die Regelung trat unmittelbar in Kraft und gilt bis zum Jahr 2008.
"Die Vereinbarung ist fair gegenüber China, während sie der Textilbranche in Europa sowie anderen Ländern die erforderliche Zeit einräumt", hieß es in der Erklärung Mandelsons. Die europäische Textilwirtschaft erhalte nun mehr Spielraum für notwendige Umstrukturierungen. Handelsminister Bo rühmte das Verständnis Mandelsons und sagte, die Vereinbarung schaffe ein langfristiges stabiles Umfeld für chinesische Exporteure. Die US-Textilindustrie will nun prüfen, ob der Kompromiss mit der EU auch als Vorbild für amerikanische Vereinbarungen gelten kann. Die USA hatten bereits die Importe von sieben Textilkategorien aus China mit Quoten belegt. Aus dem US-Handelsministerium hieß es, man prüfe die EU-Vereinbarung.
Nach den Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) hätte China nur noch bis Samstag Zeit gehabt, einer Begrenzung seiner Lieferungen von T-Shirts und Flachsgarn auf jährlich 7,5 Prozent zuzustimmen. Mandelson hatte den Chinesen zuvor eine Frist gesetzt, um eine freiwillige Exportbeschränkung zu erreichen, nachdem chinesische Ausfuhren in den ersten Monaten sprunghaft angestiegen waren. Allein die Importe von Flachsgarn aus China hatten in den ersten drei Monaten um 56 Prozent zugenommen. Ursache dafür war das Auslaufen des Multifaserabkommens am 1. Januar. Der Besuch Mandelsons galt als letzter Versuch, europäische Importquoten für chinesische Textilprodukte zu vermeiden. Betroffen von dem erzielten Kompromiss sind neben den beiden umstrittenen Produkten auch Büstenhalter sowie sieben weitere Exportartikel.
Beide Seiten wollen während der Laufzeit der Vereinbarung eng zusammenarbeiten, um weitere Störungen in der Branche zu vermeiden. Ob die getroffene Regelung auch auf den Konflikt über die Zunahme von Schuhexporten aus China angewendet werden kann, ließ Mandelson offen. In den ersten vier Monaten hatten die Ausfuhren von Leder- und hochwertigen Textilschuhen aus China um durchschnittlich 680 Prozent zugenommen. Produzenten aus Italien, Spanien und Portugal waren in Brüssel bereits mit Forderungen vorstellig geworden, die Importe einzudämmen.
Im Disput um die chinesische Währung ist allerdings noch kein rasches Einlenken Pekings zu spüren. Zwar gibt es in der chinesischen Währungspolitik Signale, wonach Peking sich auf eine Abkopplung vom Dollar vorbereitet. Chinas Regierung hat jedoch wiederholt betont, sie werde nicht unter Druck handeln.
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