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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5918
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Verfasst am: 22.Okt 2007 10:21 Titel: Firmenpleiten und Möbelkauf: Keine Anzahlungen leisten |
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Deutschlands Möbelhersteller sterben aus. Eine Insolvenz jagt die nächste.
Deutschlands Möbelbranche erlebt ein Massensterben. In den vergangenen zehn Jahren haben fast 500 von ehemals 1600 Betrieben dichtgemacht. Und während sich andere angeschlagene Wirtschaftszweige wie die Bau- oder Elektronikindustrie gesundgeschrumpft haben, sind die Möbelmacher weit entfernt von der Konsolidierung.
Unrühmlicher Höhepunkt der Pleitewelle war in diesem Jahr die Insolvenz der Schieder Gruppe, mit rund 950 Mio. Euro Umsatz und 11.700 Mitarbeitern Europas Branchenführer. Und erst vor wenigen Wochen erwischte es den Gütersloher Traditionsbetrieb Flötotto.
Die Krise hat nun sogar die Verbraucherzentrale Berlin zur Warnung veranlasst, beim Möbelkauf bloß keine Anzahlungen zu leisten. Denn bei einer Firmenpleite könnte das Geld weg sein.
Heute bauen rund 1100 Firmen in Deutschland Möbel. Noch. "Wenn ich eine vorsichtige Prognose gebe, werden in fünf Jahren noch 700 Unternehmen in Deutschland Möbel herstellen. Soll die Prognose realistisch sein, sind es 500", sagt etwa Frieder Löhrer, Geschäftsführer des Sofaherstellers Rolf Benz.
Die Firmenkasse ist leer. Branchenkenner schätzen die Eigenkapitalquote auf durchschnittlich zehn Prozent - der gesunde Bereich beginnt bei 25 Prozent. "Während die Lebenszyklen von Möbeln immer kürzer werden und die Nachfrage nach neuen Ideen und Innovationen steigt, wird der Raum für die notwendigen Investitionen enger".
Dabei wirtschaftet die Branche auf fruchtbarem Boden: Die Deutschen geben pro Kopf 370 Euro im Jahr für Möbel aus - das ist nach Österreich Rang zwei in Europa. Aber die Hersteller erreicht davon nur wenig. Weil sich die Möbelhäuser mit immer neuen Rabattrekorden bekämpfen - und dazu die Einkaufspreise drücken. Die Hersteller müssen das meist hinnehmen, stehen sie doch gleich fünf mächtigen Handelsverbänden gegenüber. Allein Begros, der Handelsriesen wie Porta oder die österreichische Lutz-Gruppe vertritt, hat eine Einkaufsmacht von etwa 4,1 Mrd. Euro. "Statt nachzudenken, wie man dem Verbraucher am besten das Geld aus der Tasche zieht", tobt ein Geschäftsführer, "werfen sie ihm die Möbel hinterher."
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