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Spiritus Rector * Consulter *

Anmeldungsdatum: 12.12.2003 Beiträge: 1236 Wohnort: Hamburg
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Verfasst am: 10.Dez 2005 7:51 Titel: Frankreich baut einen Marine-Verbund auf! |
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Der französische Rüstungs- und Elektronikkonzern Thales wird sich mit 25 Prozent an der staatlichen Marine-Werft DCN beteiligen. Die französische Regierung soll das Abkommen kommende Woche offiziell vorstellen. Gestern wollte sich keiner der Beteiligten äußern. DCN bestätigte lediglich, dass für Donnerstag eine außerordentliche Betriebsrat-Sitzung anberaumt worden ist.
Für die Beteiligung bringt Thales den Informationen zufolge seine Tochter Thales Naval France ein, plus 50 Prozent an der gemeinsam mit DCN gegründeten Vermarktungsgesellschaft Armaris. Darüber hinaus leistet Thales eine Barzahlung. Die Höhe soll auf Basis der künftigen Ergebnisse von DCN berechnet werden. Da DCN stark von den Aufträgen der französischen Marine abhängt, nimmt Thales damit den Staat in die Verantwortung. Offen ist noch, welche Posten Thales-Manager künftig im Vorstand der DCN einnehmen werden.
Mit der sich abzeichnenden Einigung endet ein jahrelanger Hickhack über die Zusammenführung der französischen Marine-Industrie. Die französische Regierung ? Eigner von DCN und mit 31 Prozent Großaktionär bei Thales ? hatte sich stets für das Zusammenrücken der beiden Konzerne stark gemacht.
In Deutschland hatten sich bereits im Herbst 2004 Thyssen-Krupp und die Werft HDW zur Thyssen-Krupp Marine Systems (TKMS) zusammen geschlossen. DCN-Chef Jean-Marie Poimboeuf hat mehrmals klar den Wunsch geäußert, die deutschen und französischen Marine-Spezialisten unter einem Dach zu vereinen, möglichst unter französischer Führung.
Dagegen gibt es von deutscher Seite indes noch große Vorbehalte. Denn DCN sei noch ein Staatsunternehmen, zudem sei die DCN-Produktpalette mit nuklear betriebenen U-Booten und Flugzeugträgern mit der von TKMS nicht vergleichbar, hieß es von Seiten der Bundesregierung.
Einigkeit besteht darin, dass eine stärkere Konsolidierung der europäischen Marine-Industrie notwendig ist. Der US-Marine-Markt ist mit einem Volumen von rund 8,5 Mrd. Euro etwas größer als der europäische. Doch in den USA teilen sich lediglich vier Konzerne den Markt und betreiben sechs Werften, während in Europa 21 Unternehmen 23 Betriebsstätten unterhalten. Angesichts der engen europäischen Rüstungsbudgets ist es nicht mehr sinnvoll, dass jedes Land eigene Schiffe entwickelt.
Thales hat sich indes bei den Verhandlungen um die Beteiligung an DCN nur zum Teil durchsetzen können. Ursprünglich wollte Thales einen Anteil von 35 Prozent und damit die Sperrminorität erlangen. Doch die französische Regierung ist diesem Wunsch nicht nachgekommen, da sie Kritik von den Gewerkschaften fürchtete, die darin eine heimliche Privatisierung von DCN erkennen könnten.
Nach Ansicht von Agnès Blazy, Rüstungsanalystin beim Broker CIC Securities, verringert Thales mit dem Deal seine Chancen, eigenständig zu bleiben. Ihrer Ansicht nach lässt ein Verbund aus Thales/DCN eine Annäherung zwischen Thales und EADS sinnvoll erscheinen.
Denn EADS hat laut Industriekreise sehr gute Chancen, gemeinsam mit TKMS den Zuschlag für den Bremer Marine-Elektronik-Spezialisten Atlas zu bekommen. Um Atlas hatte sich auch Thales bemüht und laut Branchenkreisen 300 Mill. Euro geboten. Die Entscheidung, an wen BAE Systems Atlas verkauft, wird für die kommende Tage erwartet. |
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