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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7240
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Verfasst am: 7.Aug 2006 15:08 Titel: Frau Birkenstock und ihre Firma |
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Mit dem großen Namen ihres Ex-Mannes stieg Susanne Birkenstock ins Schuhgeschäft ein. Nun steht ihre Firma vor dem Aus. Um ihren Aufstieg ranken sich Widersprüche und Ungereimtheiten – Geschäftspartner sprechen von Hochstapelei.
Keiner sollte es merken. Als Susanne Birkenstock die Wolken über ihrer Firma zu dunkel wurden, entschied sie sich vor zwei Monaten zu einer Vorsichtsmaßnahme: Still und leise ließ sich die gefeierte Unternehmerin im Handelsregister des Amtsgerichts Siegburg als Geschäftsführerin der SB International GmbH austragen. Ihren Platz nahm ihr Lebenspartner ein: Dieter Kaltwasser.
Im Fall eines Falles, das hoffte Susanne Birkenstock wohl, würde sich niemand mehr daran erinnern, dass die Buchstaben SB im Firmennamen für Susanne Birkenstock stehen. Und im Fall eines Falles würde es niemanden kümmern, dass wohl fast alles, was in den vergangenen zwei Jahren über ihre Sandalen-Firma gesagt und geschrieben wurde, falsch war.
„Frau Birkenstock wollte ihren Namen nicht veröffentlicht sehen“, bestätigt Christian Frystatzki gegenüber dem Handelsblatt. Den Rechtsanwalt hat das Amtsgericht Bonn zum vorläufigen Insolvenzverwalter der SB International eingesetzt. Trotz der Schieflage des Unternehmens wirkt Frystatzki bestens gelaunt. „Naja, das Schlimme an Insolvenzen ist normalerweise, dass die Mitarbeiter großen Ängsten ausgeliefert sind“, sagt er. „Aber hier gibt es keine Mitarbeiter, und es hat auch nie welche gegeben.“
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7240
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Verfasst am: 8.Aug 2006 19:17 Titel: |
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Niemand will sich den Schuh anziehen
Nach dem Insolvenzantrag des von Susanne Birkenstock aufgebauten Sandalen-Unternehmens SB International GmbH wehrt sich der bayerische Vertriebspartner OTC gegen Vorwürfe des vorläufigen Insolvenzverwalters.
Dieser hatte erklärt, schuld an den finanziellen Problemen von SB International seien ausbleibende Zahlungen der OTC International AG. Dies sei „sicherlich nicht der Fall“, erklärte OTC-Vorstand Thomas Issa am Dienstag in München. Zugleich prüft er seinerseits eine Schadenersatzklage. |
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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7240
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Verfasst am: 21.Aug 2006 15:18 Titel: |
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„Sie hat alles nur geklaut“
Susanne Birkenstock ist mit ihrem Schuhunternehmen nicht nur gescheitert, sie hat die Idee für ihre Anti-Cellulite-Sandale offensichtlich auch abgekupfert: Unterlagen, die dem Handelsblatt vorliegen, belegen, dass ihre angebliche Erfindung bereits seit Jahren auf dem Markt ist.
Birkenstock, die geschiedene Ehefrau von Christian Birkenstock aus der gleichnamigen Schuh-Familie, hatte im April 2004 die Firma „Susanne Birkenstock International“ gegründet. Ihr Produkt war eine Sandale mit einem so genannten Negativabsatz. Sie war vorn höher als hinten und sollte gegen Cellulite helfen. In einem Zeitungsinterview sagte Birkenstock, sie habe sechs Jahre lang heimlich in ihrer Garage an dem Fußbett gearbeitet. Der Name ihrer Erfindung, auf die sie sehr stolz sei: Beauty Step.
Die Geschichte von der heimlich tüftelnden Susanne Birkenstock, die mit ihrer Anti-Cellulite-Erfindung den Schuhmarkt aufrollt, fand in der Öffentlichkeit großen Anklang. Susanne Birkenstock trat in zahlreichen Talkshows auf, das Wirtschaftsmagazin „Impulse“ kürte sie kurzerhand zu „einer der erfolgreichsten Unternehmerinnen der Republik“.
Doch dem Handelsblatt liegt ein Eintrag vom Deutschen Patentamt in München mit der Nummer DE 29813686 vor. Darin stellt der Münchener Kaufmann Dietmar Schitting bereits am 7. August 1996 einen Antrag für einen so genannten Gebrauchsmusterschutz. Dieser wirkt ähnlich wie ein Patent, ist aber nur zehn statt zwanzig Jahre lang gültig. In seiner Schutzschrift, die am 21. November 1996 im Patentblatt bekannt gemacht wurde, beschreibt Schitting eine Sandale, die sich in vielen Details mit der angeblichen Erfindung von Susanne Birkenstock gleicht. Auch sie ist vorn höher als hinten, auch sie soll das Bindegewebe des Trägers stärken und gegen Cellulite helfen. Der Name von Schittings Sandale: Beauty Walker.
„Sie hat alles nur geklaut“, sagt Schitting. „Das Design, den Namen, alles.“ Schitting hat die Anti-Cellulite-Sandale aber nicht nur lange vor Birkenstock entwickelt, er hat sie auch schon Jahre vor ihr verkauft – und zwar über denselben Vertriebskanal, den heute Birkenstock nutzt: den TV-Sender Home Shopping Europe (HSE24). Wie der Sender gegenüber dem Handelsblatt bestätigte, wurde der Beauty Walker zwischen 1998 und 2004 bei HSE 24 angeboten. Nach Schittings Angaben verkaufte er rund 100 000 Paar pro Jahr und vermarktete die Sandale auch in Frankreich, Japan und den USA. Nach zahlreichen Abmahnungen von Verbraucherschützern, die die medizinische Anti-Cellulite-Wirkung des Schuhs bezweifelten, nahm HSE 24 den Beauty Walker aus dem Programm. Ab April 2005 begann Susanne Birkenstock mit der Vermarktung ihrer Beauty Steps bei HSE 24.
Auf die Frage, warum Schitting seine Nachahmerin nie verklagte, antwortet der Kaufmann: „Für so etwas habe ich kein Geld, und außerdem gab es auch keinen Grund mehr für mich.“ Da er nur noch Restbestände von seinem Beauty Walker hatte, habe er keinen Anlass mehr gesehen, gegen Birkenstock vorzugehen. „Mich hat schon gestört, dass sie sich in der Öffentlichkeit als Erfinderin hingestellt hat und in ihren Werbesendungen wortgleich das nachplappert, was ich damals über den Beauty Walker gesagt habe“, sagt Schitting. „Aber ich wollte ihr auch kein Geld hinterherwerfen.“
Susanne Birkenstock ließ mehrfache Anfragen des Handelsblattes nach der erstaunlichen Ähnlichkeit zwischen dem Beauty Walker und dem Beauty Step unbeantwortet. Und trotz des großen PR-Getümmels um ihre Person hatte sie mit ihren Anti-Cellulite-Sandalen kein Glück. Obwohl sie ihre Firma als Erfolg und den Beauty Step als Kassenschlager darstellte, blieben ihre Verkaufszahlen bescheiden. Nach Angaben des damaligen Vertriebspartners DS Produkte in Hamburg wurden 2004 weniger als 10.000 Paar der Sandalen verkauft. Birkenstock selbst hatte stets von 35.000 Stück gesprochen. Insgesamt sind laut Birkenstock 150.000 Paar verkauft worden. Ihr Hersteller Calzados Marclop sagte gegenüber dem Handelsblatt aber, so viele seien nie produziert worden. Die Firma von Susanne Birkenstock, SB International GmbH, hat inzwischen einen Insolvenzantrag gestellt.
Trotz des Misserfolgs und aller Ungereimtheiten mimt Susanne Birkenstock weiterhin die erfolgreiche Unternehmerin. Sie sitzt im Beirat des Instituts zur Entwicklung der Wirtschaftskompetenz von Politikern, einer Einrichtung der privaten Fachhochschule Göttingen. Zudem ist sie Jurymitglied bei der Mittelstandsinitiative „Mutmacher der Nation“, in der unter anderem auch Niedersachsens CDU-Ministerpräsident Christian Wulff und Gebäudemanagement- und Kulturkaufhaus-Multi Peter Dussmann vertreten sind. Darüber hinaus ist Susanne Birkenstock in zahlreichen Karrierenetzwerken engagiert. Nach Angaben ihres Geschäftspartners Dieter Kaltwasser hält sie alle zwei Wochen einen Vortrag.
Seit neuestem aber fallen Termine aus. Die Econ Referenten-Agentur in Starnberg, die Susanne Birkenstock in der Vergangenheit als Rednerin vermittelte, hat ihren Namen von der Angebotsliste im Internet gestrichen. Eine zweite Agentur, die mit Birkenstock zusammen arbeitete, ist die Redner & Perspektiven GmbH in Essen. Deren Geschäftsführung wollte sich nach einer Beschwerde eines Kunden nicht über Birkenstock äußern. Dabei könnten die Vortragshonorare derzeit die wichtigste Einnahmequelle von Susanne Birkenstock sein. Nach Aussagen von Beteiligten geht es bei kommerziellen Veranstaltungen um fünf- bis zehntausend Euro pro Abend. Birkenstock hatte gegenüber dem Handelsblatt vor kurzem noch gesagt, sie verdiene mit ihren Reden kein Geld.
Doch auch kostenlos wollen manche im potenziellen Publikum Susanne Birkenstock nicht mehr hören. Im Oktober sollte sie beim „Abend der Norderstedter Wirtschaft“ im schleswig-holsteinischen Norderstedt sprechen. „Wir haben Frau Birkenstock als erfolgreiche Unternehmerin für einen Vortrag zum Thema Familie/Beruf/Karriere gebucht“, sagt Achim Ole Leger, der Leiter der Vereinsgeschäftsstelle vom Norderstedt Marketing e.V. „Nachdem wir aber erfahren haben, dass Frau Birkenstock mit ihrem Unternehmen insolvent ist, hat sich für uns somit eine völlig neue Situation ergeben.“ Der Vortrag wurde storniert.
Was in Norderstedt gilt, gilt auch in Bonn. Dort sollte Susanne Birkenstock ebenfalls eine Rede halten, diesmal beim internationalen Frauennetzwerk Business and Professional Women. „Der Vortrag ist abgesetzt“, sagt Carmen Balg, die Vorsitzende der Bonner Abteilung. „So etwas ist uns noch nie passiert. Aber wir haben keine Lust, den Ruf unseres Netzwerkes mit so einem Auftritt nachhaltig zu schädigen.“ |
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