GoMoPa
 
 
 
 
GoMoPa    SuchenSuchen RegistrierenRegistrieren ProfilProfil LoginLogin
FAQFAQ MitgliederlisteMitgliederliste Einloggen, um private Nachrichten zu lesenEinloggen, um private Nachrichten zu lesen



GECF: Das gigantische Machtpotenzial einer "Gas-Opec"

Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten GOMOPA® : Startseite ->  Foren-Übersicht -> Wirtschaft
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen 
Autor Nachricht
Moderator GM&P
.


Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7215

BeitragVerfasst am: 7.Apr 2007 17:06    Titel: GECF: Das gigantische Machtpotenzial einer "Gas-Opec&qu Antworten mit Zitat

Im Emirat Katar könnte am Montag eine wegweisende Vorentscheidung für die künftige Energieversorgung der westlichen Welt fallen. Gas exportierende Staaten diskutieren eine stärkere Kooperation. Experten warnen vor dem gigantischen Machtpotenzial einer "Gas-Opec", die aus Staaten wie Iran, Libyen und Venezuela bestünde.

Das Forum Gas exportierenden Staaten (GECF) will am Montag in Doha, der Hauptstadt des Emirats Katar, die Gründung einer "Gas-Opec" diskutieren. Ähnlich wie beim Öl könnte sie Preise manipulieren - und den Zugang zum Erdgas als strategisches Mittel einsetzen. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) ist überzeugt: "So ein Kartell würde funktionieren. Darum ist es wichtig, was in Katar geschieht."

Sollten sich die Anbieter auf ein gemeinsames Vorgehen einigen, hätte dies enorme Auswirkungen: "Dann könnten die Gasproduzenten in Zukunft ein erhebliches Machtpotenzial entwickeln", sagte Peter Gerling, Energiefachfachmann bei der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR). Enno Harks von der Stiftung für Wissenschaft und Politik (SWP) warnt bereits für den Fall einer Einigung langfristig vor "einer Katastrophe für Europa."

Als mögliche Kandidaten für die Gründung einer ersten Kerngruppierung gelten Russland, Iran, Katar, Algerien, Libyen und Venezuela. Deren Marktmacht ist enorm. "Allein Russland und Algerien liefern rund 90 Prozent der gesamten Gasimporte nach Westeuropa", sagt Harks. Während diese beiden Staaten auch im Weltmaßstab zu den großen Anbietern gehören (zusammen liefern sie rund 30 Prozent der weltweiten Gasexporte), spielen Katar, Iran und Venezuela derzeit noch eine eher untergeordnete Rolle. Doch ihre Erdgasreserven sind gewaltig.

Gleichzeitig wächst der Hunger der Europäer nach Erdgas. Derzeit deckt es rund 23 Prozent des Primärenergiebedarfs der EU-25. Experten rechnen damit, dass der Anteil bis zum Jahr 2020 auf etwa 32 Prozent steigt. Dagegen dürfte die Produktion in Großbritannien und den Niederlanden, den wichtigsten Anbietern innerhalb der EU, sinken.

Bedenklich ist aus europäischer Sicht, dass die großen Gas-Reserven - ähnlich wie beim Öl - in politisch schwer berechenbaren oder instabilen Regionen lagern. Von den weltweiten Reserven (179 000 Gigakubikmeter/GKM) befinden sich rund 130 000 GKM im Nahen Osten und den GUS-Staaten. Russland, Iran und Katar allein kontrollieren 100.000 GKM. Die EU kommt dagegen kaum auf 4000 GKM.

Moskau, das der unliebsamen Ukraine im Winter 2005 bereits einmal kurzerhand das Gas abdrehte, die Mullahs in Teheran und die Emire von Katar besitzen damit ein Machtmittel, das mit jedem Jahr wertvoller wird. Zwar beherbergt Katar das Hauptquartier der US-Truppen in der Golfregion und ist dem Westen auch ansonsten eher freundlich gesonnen. Doch darauf lässt sich in einer von Unruhen und Kriegen geplagten Region kaum bauen. Ungemütliche Aussichten in einer Zeit in der, so DIW-Expertin Kemfert, "die Tendenz zunimmt, Energieressourcen politisch zu nutzen und sie als Waffe einzusetzen."

Sie warnt davor, die möglichen Folgen einer "Gas-Opec" zu unterschätzen. Derzeit werde, so Kemfert, "die Gefahr der Gründung eines Gaskartells oft heruntergespielt. Wohl aus strategischen Interessen, um keine schlafenden Hunde zu wecken."

Sowohl Russland als auch der Iran weisen jedoch Vermutungen zurück, dass die weltgrößten Gas-Förderländer ein Kartell nach dem Vorbild der Opec gründen wollen. Statt der Schaffung einer "Gas-Opec" gehe es vielmehr um eine verstärkte Kooperation, sagte der iranische Opec-Gouverneur Hossein Kasempur Ardebili am Samstag der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Das politische und geistliche Oberhaupt des Iran, Ajatollah Ali Chamenei, hatte im Januar mit seinem Vorschlag für Aufregung gesorgt, ein Gas-Kartell ähnlich der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) zu schaffen.

Russland hatte bereits am Freitag erklärt, eine formale Kartellgründung sei nicht geplant, wenn sich das Forum der Gas exportierenden Länder (GECF) in Doha treffe. Der iranische Opec-Gouverneur Kasempur Ardebili sagte dem Ölministerium des Landes zufolge weiter, die Gas-Exporteure arbeiteten nicht gegen die Verbraucher. Vielmehr gehe es um die Marktstabilität und eine sichere Versorgung, die ja im Interesse sowohl der Produzenten als auch der Verbraucher sei.

Noch haben die Gasimporteure Zeit, sich auf mögliche neue Marktkonstellationen vorzubereiten. Bisher werden Gasverträge langfristig abgeschlossen. Doch diese Strukturen dürften zunehmend aufgeweicht werden. Die EU-Kommission will weg von langfristigen Bindungen, um den Wettbewerb zu erhöhen. Und bei dem an Bedeutung gewinnenden Flüssiggas (LNG) sehen Experten am Horizont bereits einen Spotmarkt, auf dem zu tagesaktuellen Preisen angeboten und gekauft wird. "Je mehr Flüssiggas gehandelt wird", so BGR-Experte Gerling, "umso näher kommen wir einem echten Weltmarkt."

Üblicherweise bringt ein Mehr an Wettbewerb sinkende Preise mit sich. Ausgerechnet beim Erdgas könnte langfristig der gegenteilige Effekt drohen. Befreit von langfristigen Verträgen könnten Mitglieder einer "Gas-Opec" ihre Marktmacht ungehinderter ausüben. Bei steigender Nachfrage und zunehmenden Preis-Absprachen weniger, mächtiger Energiebesitzer sieht DIW-Expertin Kemfert die Preise bei einer Liberalisierung des Marktes denn auch "eher steigen".

Der Aufbau einer "Gas-Opec" ist mit vielen Schwierigkeiten verbunden. Dennoch muss sich der Westen positionieren. SWP-Fachmann Harks warnt davor, die Anbieter wegen ihrer Kartell-Idee zu verprellen. "Statt dessen könnte man beispielsweise Algerien eine Kooperation anbieten, eine Assoziierung mit der EU oder Freihandelsabkommen", schlägt er vor. Auch andere Förderländer gelte es einzubinden. "Das sind zwar weiche Ansätze", so Harks, "aber sie zählen zu den wenigen Optionen mit denen wir es schaffen können, uns auf Augenhöhe mit den Anbietern zu bewegen."
Quelle: mm/ddp/reuters
Nach oben
Benutzer-Profile anzeigen Private Nachricht senden E-Mail senden www.finanzkatalog24.net www.finanzblog24.net Werben mit GoMoPa® Beschwerde erheben

Beiträge vom vorherigen Thema anzeigen:   

Neuen Beitrag schreiben   Auf Beitrag antworten     Foren-Übersicht -> Wirtschaft Alle Zeiten sind GMT + 1 Stunde
Seite 1 von 1

 
Gehen Sie zu:  
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben.
Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten.
Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.

Ähnliche Beiträge
Thema Autor Forum Antworten Verfasst am
Keine neuen Beiträge "Baader Meinhof Komplex"- B... Moderator GM&P Kommentare & Meinungen 0 7.Okt 2008 19:13 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Kartellstrafe für "Parrafinmafia... Moderator GM&P Wirtschaft 0 1.Okt 2008 14:32 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Discounter "Plus" Moderator GM&P Kommentare & Meinungen 0 20.Sep 2008 7:13 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Internetseite "telefongewinn.com... Moderator GM&P Betrug - Sonstiges 0 19.Sep 2008 12:40 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge USA - "Der Staat ist im Grunde b... Moderator GM&P Wirtschaft 6 14.Sep 2008 8:52 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Das Branchenverzeichnis der "Ric... Spiritus Rector Lifestyle-und-Luxus 0 11.Sep 2008 16:29 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Anwalts-Handbuch "Einstweiliger ... Moderator GM&P Urteile & Recht 0 11.Sep 2008 12:08 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge BaFin: Entwurf einer Investment-Prüfu... Moderator GM&P Gesetze 0 11.Sep 2008 8:24 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Sonderangebot - Dorf im "Räumung... Moderator GM&P Umweltthemen 0 5.Sep 2008 9:01 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge "Buy24" - Keine Lieferung t... Moderator GM&P Betrug - Sonstiges 1 2.Sep 2008 10:12 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Kago - "bekanntester vorbestraft... Moderator GM&P Kommentare & Meinungen 0 30.Aug 2008 18:20 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge "Die Kreditkrise fängt jetzt ers... Dechet & Ehimare Banken, Stiftungen & Trusts 1 27.Aug 2008 12:38 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge "Graf von Mainberg" daimlersix Doktor-, Adelstitel, Diplomatenpässe 0 24.Aug 2008 13:42 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Geldanlage "Einjährige" Moderator GM&P Kapitalanlage 0 23.Aug 2008 15:14 Letzten Beitrag anzeigen
Keine neuen Beiträge Räumung einer Mietwohnung - Klage geg... GM&P Info Urteile & Recht 0 22.Aug 2008 21:38 Letzten Beitrag anzeigen


 
 

Copyright 2000-2008 - GoMoPa® - Goldman Morgenstern & Partners Consulting LLC
Impressum | Presse | Kooperation | Forenwerbung | Downloads | Newsletterwerbung | Sitemap | Partnerprogramm | Bannergenerator | Polizei-STA-Behoerden | Premiumaccounts | Werbung | Finanzlinks | Beschwerde

Katalog für Finanzen | Suche für Finanzen | Blog für Finanzen