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Anmeldungsdatum: 18.01.2006 Beiträge: 3188
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Verfasst am: 12.Jun 2007 6:23 Titel: Golfstaaten-Währung |
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Gemeinsame Golfstaaten-Währung unwahrscheinlich
Die Absicht der Staaten des Golfkooperationsrates (GCC), Bahrain, Kuwait, Oman, Qatar, Saudi Arabia und Vereinigte Arabische Emirate, im Jahr 2010 einen gemeinsamen Währungsraum zu etablieren, wird zunehmend unwahrscheinlich. Dies schreibt Dr. Oliver Stönner-Venkatarama, Schwellenländer-Experte bei der cominvest. „Nachdem Oman bereits im Dezember einen späteren Beitritt angekündigt hatte, verkündete Kuwait vor kurzem die Aufhebung der Wechselkursbindung an den US-Dollar zugunsten eines Währungskorbes, der nicht bekanntgegeben wurde. Kuwait hat sich für ein Währungsregime entschieden, das bereits bis zum Jahr 2003 bestand. In den kommenden Monaten dürfte darüber spekuliert werden, ob weitere Golfstaaten von dem gemeinsamen Ziel und Zeitplan abweichen“, sagt der Analyst.
Für die einzelnen Staaten spielen laut Stönner-Venkatarama aktuell vor allem zwei wichtige Aspekte bei der Entscheidungsfindung eine Rolle: „Zum einen wird eine Dämpfung der Inflation angestrebt, und zum anderen könnten Kaufkraftverluste im Zuge des schwächeren US-Dollar zumindest teilweise kompensiert werden.“ Mit einer etwas längeren Perspektive sollten diese zyklischen Aspekte aber nicht von einer so großen Bedeutung sein, dass ein struktureller Anpassungsprozess auf dem Weg zu einer gemeinsamen Währung unterbrochen oder verzögert werde. Insbesondere vor dem Hintergrund der geopolitischen Bedeutung der Region wäre es als Rückschlag zu werten, wenn das Ziel einer Währungsunion ganz fallengelassen würde. Zwar können sich Investmentmöglichkeiten im Hinblick auf Aufwertungstendenzen der einzelnen Währungen ergeben, aber längerfristig dürften die negativen Effekte eines wenig geeinten Golfkooperationsrates die Stimmung ausländischer Investoren eher trüben. Hierfür spreche auch, dass die sehr ähnlichen Diversifizierungsstrategien der einzelnen Golfstaaten längerfristig vermutlich eine engere Koordinierung der Wirtschaftspolitik erfordern. Bislang sei dies laut Stönner-Venkatarama kaum zu erkennen. „Damit fehlt weitgehend die Entwicklung einer gemeinsam abgestimmten wirtschaftlichen Basis für die Gemeinschaftswährung. Dies birgt für den Fall Gefahren, dass sich die Weltkonjunktur deutlicher abkühlt und der erhoffte Zufluss in die in nahezu allen Golfstaaten gleichzeitig geschaffenen spezifischen Wirtschaftszonen für Industrie und Dienstleistungen geringer ausfällt, so dass ein stärkerer Wettbewerb unter den Golfstaaten entsteht.“ Über negative Beschäftigungseffekte könnte dies soziale Spannungen in einzelnen Golfstaaten verstärken. In den kommenden Monaten sollten daher die Golfstaaten ihren Willen zu einem gemeinsamen Wirtschafts- und Währungsraum untermauern, um ein positives Zeichen zu setzen und das Vertrauen internationaler Finanz- und Unternehmensinvestoren in die Golfsstaaten als regionaler Stabilisator zu bekräftigen.
Die gesamte cominvest-Analyse finden Sie in der beigefügten PDF-Datei.
Quelle: FONDS professionell |
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