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Hamburg will HHLA bis Herbst an die Börse bringen

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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7236

BeitragVerfasst am: 11.Mai 2007 5:26    Titel: Hamburg will HHLA bis Herbst an die Börse bringen Antworten mit Zitat

Die Hansestadt Hamburg will den geplanten Börsengang der Hafengesellschaft HHLA bis Herbst über die Bühne bringen. Der Senat beschloss am Dienstag, die Aktien dann an den Börsen in Frankfurt und Hamburg zu platzieren.

Ein Teil der Anteilsscheine solle institutionellen Investoren in den USA angeboten werden. Weitere Aktien werden für Privatanleger reserviert. Der HHLA-Belegschaft sollen Papiere zu besonderen Konditionen angeboten werden. Insgesamt sollen im Zuge des Börsengangs 30 Prozent des HHLA-Kapitals in Form von Stammaktien möglichst breit gestreut werden.

Mit dem erwarteten Erlös will die Hansestadt die Investitionen für den Ausbau des Hafens schultern. Bis 2015 werden dafür 2,9 Mrd. Euro benötigt. Früheren Angaben der Stadt zufolge sind in der mittelfristigen Finanzplanung zwei Mrd. Euro gedeckt. Der Rest soll durch den Börsengang in die Kassen fließen. 100 Mill. Euro hat Finanzsenator Michael Freytag überdies zur Stärkung des HHLA-Eigenkapitals vorgesehen. Zur Höhe der durch den Gang aufs Parkett erwarteten Erlöse machte Freytag keine Angaben.
Quelle: HB
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7236

BeitragVerfasst am: 20.Okt 2007 16:01    Titel: Antworten mit Zitat

Der Hamburger Hafenbetreiber HHLA hat Details seines geplanten Börsengang am 2. November bekannt gegeben. Es dürfte die größte Neuemission in Deutschland in der zweiten Jahreshälfte werden.

In Finanzkreisen wird das Volumen der Emission auf 0,9 bis 1,1 Milliarden Euro taxiert. Die HHLA selbst will mit dem Börsengang rund 100 Millionen Euro einnehmen, der Stadt blieben damit mindestens 800 Millionen Euro.

Wie aus dem Emissionsprospekt hervorgeht, sind zur Emission bis zu 22,54 Millionen sogenannte A-Aktien des Teilkonzerns Hafenlogistik vorgesehen. Damit wären nach dem Börsengang rund 30 Prozent der Hafengesellschaft im Streubesitz, 70 Prozent blieben über zwei Beteiligungsfirmen im Besitz der Hansestadt. S-Aktien aus dem Immobilienbereich sollen nicht verkauft werden.

Aus einer Kapitalerhöhung könnten bis zu 4,8 Millionen A-Aktien ausgegeben werden. Ein mit der Transaktion Vertrauter wies jedoch darauf hin, dass diese Zahl wohl nicht ausgeschöpft werden müsse. Rechnerisch könnte sich die HHLA mit der Ausgabe von 2,5 Millionen neuer Aktien begnügen und trotzdem das Volumen der Emission voll ausschöpfen. Aus dem Besitz der Hansestadt Hamburg kommen bis zu 17,1 Millionen A-Aktien und - bei hoher Nachfrage - weitere bis zu 2,94 Millionen aus der Platzierungsreserve (Greenshoe).

Die Aktien können dem Prospekt zufolge frühestens ab dem 26. Oktober gezeichnet werden. Die Zeichnungsfrist läuft mindestens bis zum 1. November. Das Börsendebüt im stark regulierten Prime Standard könne am folgenden Tag über die Bühne gehen.

Mit den erwarteten Einnahmen will der Mehrheitseigentümer der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA), die Hansestadt Hamburg, die Infrastruktur des schnell wachsenden Hafens ausbauen. Dafür würden bis 2015 rund 2,9 Milliarden Euro gebraucht. Zwei Milliarden sind früheren Angaben zufolge in der mittelfristigen Finanzplanung der Stadt gedeckt.

Der Hamburger Hafen ist mit einem Umschlagsvolumen von 8,9 Millionen Standardcontainern im Jahr 2006 in Europa die Nummer zwei hinter Rotterdam. Er profitiert dabei von der Zunahme des Welthandels insbesondere in Regionen Zentral- und Osteuropa, China und Indien.

Analysten taxieren den Börsenwert der HHLA, die etwa zwei Drittel des gesamten Containerumschlags im Hafen bewältigt, auf bis zu 3,6 Milliarden Euro. Damit dürfte der Hafenbetreiber ein heißer Anwärter auf eine Mitgliedschaft im Nebenwerteindex MDax sein. Die HHLA steigerte den Umsatz im vergangenen Jahr um 22 Prozent auf rund eine Milliarde Euro. Im operativen Geschäft kletterte der Gewinn (Ebitda) um 41 Prozent auf 296,4 Millionen Euro.

Den Börsengang organisieren die US-Banken JP Morgan und Citigroup.
Quelle: itz/Reuters
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Moderator GM&P
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Anmeldungsdatum: 21.01.2006
Beiträge: 7236

BeitragVerfasst am: 28.Okt 2007 23:26    Titel: Antworten mit Zitat

Börsenkandidat HHLA hat die Preisspanne noch höher angesetzt als erwartet. Investoren haben starkes Interesse an dem Betreiber von Container-Verladeterminals signalisiert. Kein Wunder: Für jeden investierten Euro gibt es indirekt einen Euro vom Staat geschenkt.

Geld vom Staat nimmt jeder gern. Das gilt auch für die angeblich so staatskritischen und wirtschaftsliberalen Londoner Fondsmanager. Sie zeigen wie ihre Kollegen in Frankfurt, Zürich und Paris starkes Interesse an der Aktie des Hamburger Hafens. Dabei stört es nicht, dass die Hansestadt Hamburg nur 30 Prozent der Anteile verkauft und die Mehrheit auch auf absehbare Zeit nicht abgeben will.

Im Gegenteil: Bei der Hafenaktie ist der Staatseinfluss ein Verkaufsargument. Denn sie funktioniert ein bisschen wie die Riester-Rente. Für jeden privaten Euro gibt es eine Zulage vom Staat. Denn die Stadt Hamburg hat im Haushalt eingeplant, dass in den kommenden Jahren 2,9 Mrd. Euro in den Hafenausbau investiert werden sollen. Nur 900 Mio. Euro davon werden aus dem Börsengang erwartet, der Rest sind Steuergelder.

Das ist gut für den Hafen und seine neuen Aktionäre: Denn von jedem Euro, der in den Hafen fließt, kommen nach Einschätzung von HHLA-Chef Klaus-Dieter Peters rund zwei Drittel indirekt der HHLA zu Gute. Das macht also rund 2 Mrd. Euro für neue Kaimauern und neue Schienen- und Autobahnanbindungen, auf die sich der Hafenbetreiber freuen darf.

Das ist fast doppelt so viel, wie HHLA von den Investoren einsammeln will. Für jeden Euro von der Börse bekommt HHLA also indirekt einen Euro vom Staat geschenkt. Das entlastet die Firmenkasse. So kann der Hafenbetreiber trotz der Milliardensummen, die er selbst für Investitionen in seine Terminals vorgesehen hat, den Anlegern eine hohe Dividende versprechen.

Das starke Interesse treibt den Preis hoch: Die Aktie ist selbst gemessen an den Schätzungen der Konsortialführer teuer. Die US-Banken JP Morgan und Citigroup kamen in ihren Studien nur auf einen fairen Wert von rund 900 Mio. Euro bis 1,08 Mrd. Euro für den nun angebotenen 30-Prozent-Anteil der HHLA. Die Preisspanne bewertet das Aktienpaket dagegen mit 946 Mio. bis 1,17 Mrd. Euro.

Dabei ist die Riester-Aktie nicht ohne Risiko. Wenn der Welthandel und der Containerumschlag in den kommenden Jahren weniger stark wachsen als die Konsortialbanken erwarten, drückt das den Kurs der HHLA-Aktie. Trotz der staatlichen Förderung sollte daher nur zeichnen, wer nicht an eine Verlangsamung der Weltwirtschaft glaubt.

Vor allem aber sollten Investoren überzeugt sein, dass die Stadt Hamburg die versprochenen Investitionen auch fließen lässt und auch die Elbe wie geplant vertieft wird. Denn ohne den Riester-Faktor wäre die Hafenaktie deutlich weniger attraktiv - und die Preisspanne wohl entsprechend niedriger festgelegt worden.
Quelle: Mark Böschen
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