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GoMo&Pa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2182
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Verfasst am: 4.Sep 2005 9:35 Titel: Hanbao - Nummer eins bei Chinesen |
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FINANCIAL TIMES Deutschland
Für Chinesen ist Hanbao Nummer eins in Europa
Laut-Umschreibung für Hamburg bedeutet "Burg der Chinesen". Hamburg ist eine Hochburg der Chinesen. Die Stadt an der Elbe blickt auf eine lange Tradition im Asienhandel zurück: Bereits 1845 gründete das erste hanseatische Unternehmen im chinesischen Guangzhou eine Niederlassung.
Und schon 1731 legte das erste Schiff aus der Provinz Kanton im Hamburger Hafen an. Aus den frühen Kontakten wurden über die Jahrhunderte hinweg feste Netzwerke zwischen der Hansestadt und den Handelspartnern aus Übersee geknüpft.
Heute unterhalten mehr als 700 hanseatische Unternehmen Geschäftskontakte nach China. Allein in der Partnerstadt Shanghai haben etwa 50 Unternehmen der Elbmetropole eine Niederlassung. Für chinesische Firmen ist Hamburg Standort Nummer eins in Europa: Etwa 365 Unternehmen aus der Volksrepublik haben sich in der Elbmetropole niedergelassen. Das sind fast so viele wie in den anderen beiden europäischen China-Zentren Frankfurt und London zusammen.
Hamburg ist für chinesische Firmen oftmals der erste Außenposten in Übersee. Meist sind es kleine Niederlassungen großer Staats- oder Privatunternehmen. "Oftmals sind diese Firmen nur eine Ein-Mann-Unternehmung. Rund 80 Prozent dieser Firmen haben nicht mehr als drei Mitarbeiter, und diese sind zumeist Chinesen", sagt Jens Aßmann vom Geschäftsbereich International der Hamburger Handelskammer. Dennoch haben sich in den vergangenen Jahren auch mehrere Großkonzerne aus dem Reich der Mitte an der Elbe angesiedelt, wie beispielsweise die Reederei China Shipping, der Stahlkonzern Baosteel, der Handelskonzern Chinatex oder die Bank of China. Ein Großteil der chinesischen Firmen in Hamburg stammt aus den prosperierenden Ostprovinzen um Shanghai, Peking und Shandong. Die durchschnittliche chinesische Firma macht am hiesigen Standort einen Jahresumsatz von 3 Mio. Euro. Etwa 70 Prozent der Firmen kommen aus der Handelsbranche. Sie profitieren damit von Hamburgs wirtschaftsgeografischer Lage sowie von der logistischen Infrastruktur der zweitgrößten deutschen Stadt.
Auch die osteuropäischen Länder haben an Bedeutung gewonnen. Heute erreicht ein Container vom Hamburger Hafen aus binnen 24 Stunden die Verteilzentren in Polen, Tschechien und Ungarn. Chinesische Unternehmen beschränken sich nicht nur darauf, eine Niederlassung in der norddeutschen Metropole zu haben, sondern beteiligen sich häufig an Hamburger Firmen oder übernehmen sie gleich ganz. "Ziel ist es, Zugang zum kaufkräftigen deutschen Markt zu bekommen und sich Vertriebsstrukturen zu sichern. Oftmals werden auch Markenrechte erworben. Nicht selten werden Produkte dann sogar nach China exportiert", sagt Stefan Matz, Bereichsleiter für Neuansiedlungen bei der Hamburger Wirtschaftsförderung (HWF). Geschäftsführer Wang Yan von der Firma Mode Contor Hamburg, die nun zu Chinatex gehört, hat es auf die hiesigen Märkte abgesehen. "Wir entwickeln eigene Marken, die in Deutschland und Europa verkauft werden", sagt Wang. Die Produktion ist in China erheblich billiger, sein Design- und Vertriebsteam besteht aber aus Deutschen. Wang lobt die chinesische Infrastruktur in der Hansestadt. "Die chinesischen Schulen erleichtern es chinesischen Managern, die ihren Kindern eine chinesische Ausbildung geben möchten, hierher zu kommen", sagt Wang. Ärgerlich sei dagegen, dass der chinesische Führerschein in Deutschland nicht anerkannt wird und eine Nachprüfung sehr teuer ist. Kompetenznetzwerk Gerade die kleineren chinesischen Firmen, die neu an die Elbmetropole kommen, sind auf Unterstützung angewiesen.
Hier kann Hamburg auf ein deutschlandweit einzigartiges Kompetenznetzwerk verweisen: Die hiesige Handelskammer ist bundesweit Ansprechpartner für China-Aktivitäten deutscher Unternehmen. Die HWF ist mit zwei Vertretungen in China präsent und unterstützt Unternehmen bei ihrem Sprung in die Hansestadt. Hamburg leistet sich mit dem Hamburg-Liaison-Office in Shanghai zwecks Kontaktpflege eine eigene Vertretung. Hinzu kommt eine Vielzahl von Übersetzerbüros, Steuerberatern, Finanzdienstleistern und auf chinesisches Recht spezialisierten Anwaltsfirmen. Seit Jahren ist es das Ziel der Hamburger Wirtschaftsförderer, ein so genanntes "China-Cluster" zu schaffen. Kern soll ein Zentrum mit chinaorientierten Dienstleistungen sein - eine Art "Mini-Pudong", in Anspielung an die pulsierende Sonderwirtschaftszone Shanghais. Dieses Zentrum soll Anziehungspunkt für Chinesen und Touristen werden. Kulturelle Angebote, Restaurants und Freizeiteinrichtungen ergänzen das Angebot. Dieses Zentrum chinesischen Lebens und Arbeitens soll in der Hafencity entstehen - dem derzeit im Bau befindlichen Areal zwischen Hafen und Innenstadt.
Zu konkreteren Ergebnissen hat der Planungsprozess bisher jedoch noch nicht geführt. "Der politische Rückenwind für dieses Projekt war schon einmal stärker", sagt Matz, "die Erfahrungen mit anderen China-Zentren in Deutschland und Europa mahnen zur Vorsicht. Qualitativ hochwertige Ansiedlungen haben ihren Preis." Ein von chinesischen Geschäftsleuten häufig genannter Standortnachteil Hamburgs ist die Tatsache, dass es noch immer keine direkten Flüge zwischen der Hansestadt und China gibt. Daher hat Hamburg nicht zuletzt auch als Reiseziel für Chinesen großen Nachholbedarf. "Hamburg ist als Wirtschaftsmetropole vielen Chinesen ein Begriff, als Touristen schauen sie sich aber lieber Schlösser in Süddeutschland an", sagt Carsten Krause von der China-Koordinationstelle des Hamburger Senats. Im vergangenen Jahr kamen 13 000 chinesische Touristen nach Hamburg - von fast 400 000 bundesweit. Doch zumindest für seine Lebensqualität hat sich Hamburg international einen Ruf erworben: Mittlerweile haben etwa 10 000 Chinesen oder Chinesischstämmige eine Heimat hier gefunden - Tendenz steigend. Schließlich lautet die phonetische Übersetzung von Hamburg "Hanbao"- Burg der Chinesen. Zitat: "Wir entwickeln hier eigene Marken und verkaufen sie in Europa" - Wang Yan, Geschäftsführer von Mode Contor Hamburg Frank Malerius
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