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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 5916
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Verfasst am: 15.Apr 2007 15:34 Titel: Kampf gegen das Kreditkarten-Kartell |
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Bisher mögen viele Geschäftsinhaber Kunden mit Kreditkarten nicht. Bis zu vier Euro kostet die Gebühr für einen 100-Euro-Einkauf. Jetzt will der Handelsverband HDE niedrigere Gebühren über das Bundeskartellamt erzwingen.
An tausenden Kassen im Einzelhandel klebt dieses Schild: "Bitte keine Kreditkarten". Denn die Kosten für diese Art des bargeldlosen Bezahlens sind einer großen Zahl von Händlern viel zu hoch. Sie nehmen lieber Bargeld oder die günstigeren EC-Karten. Doch das könnte sich bald ändern: Mit einer Beschwerde vor dem Bundeskartellamt will der Handelsverband HDE die Kreditkartenfirmen zwingen, ihre Gebühren beim Einkaufen per Karte deutlich zu senken.
Fast eine halbe Milliarde Euro kostet Einzelhändler die teuerste Form des Plastikgeldes bisher pro Jahr. Für kleine Unternehmen, die nur wenig Umsatz mit den Kreditkarten machen, fallen Kosten von bis zu vier Prozent des Rechnungsbetrages an - bei einem Einkauf von 100 Euro also vier Euro.
Diese Kosten werden die Händler auf die Preise aufzuschlagen versuchen, was wiederum im harten Konkurrenzkampf der Einzelhändler kaum möglich ist. Große Ketten wie Metro oder Karstadt bekommen hingegen Rabatt. Sie müssen nur etwa rund 1,5 Prozent entrichten und akzeptieren deshalb häufiger Kreditkarten als kleine Händler.
Die Gebührenregelungen von Visa, Mastercard und Banken untereinander seien undurchschaubar und wettbewerbsfeindlich, argumentieren die Händler. Der Blick ins Ausland macht HDE-Zahlungsexperte Ulrich Binnebössel Hoffnung: "In Großbritannien und Spanien wurden die Kreditkartenorganisationen und Banken in vergleichbaren Situationen schon zu drastischen Preissenkungen gezwungen."
Bezahlen per EC-Karte ist für die Ladeninhaber wesentlich billiger. Es fallen Kosten von 0,3 Prozent des Verkaufspreises an. Allerdings wird das Konto des Kunden auch schon ein oder zwei Tage nach dem Einkauf belastet - bei der Kreditkarte erst am Monatsende.
Grotesk hoch erscheinen in Deutschland die Kreditkarten-Gebühren besonders nach einem Spruch der Europäischen Kommission: Sie verdonnerte Visa gerade, die Kosten für grenzüberschreitende Zahlungen auf 0,7 Prozent zu reduzieren.
Beim Einkauf per Kreditkarte in einem Geschäft in Deutschland können folglich doppelt so hohe Kosten anfallen wie in einem Laden in Spanien oder Südafrika."Diese Kosten müssten doch niedriger sein als die bei Auslandsrechnungen. Da zeigt sich reine Willkürlichkeit", ärgert sich Lobbyist Binnebössel.
Die Verbandsjuristen argwöhnen, dass die Kreditkartenfirmen Belastungen in die Gebühren einrechnen, die für das schlichte bargeldlose Bezahlen gar nicht notwendig sind: etwa Versicherungsgebühren oder Kosten für das Anwerben neuer Mitglieder.
Zwar zücken die Deutschen nur bei fünf Prozent ihrer Einkäufe im Einzelhandel die Kreditkarte - doch das macht bereits einen Umsatz von rund 16 Milliarden Euro im Jahr aus.
Sollten die Einzelhändler vor dem Bundeskartellamt mit ihrem Begehren Erfolg haben, dürften wieder mehr Ladenbesitzer die Kreditkarte akzeptieren. "Deshalb verstehe ich auch den Widerstand von Banken und Kreditkartenorganisationen nicht. Denn bei niedrigeren Gebühren würden sie sicherlich von höheren Kartenumsätzen profitieren", meint HDE-Experte Binnebössel.
Quelle: Welt |
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