| |

|
| Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen |
| Autor |
Nachricht |
Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6456
|
Verfasst am: 1.Apr 2008 16:45 Titel: Kein Reis mehr auf dem Markt |
|
|
Der Weltmarktpreis für Reis ist in den vergangenen Monaten rasant gestiegen. Damit vollzieht das Grundnahrungsmittel, auf das die Hälfte der rund 6,6 Milliarden Menschen auf dem Globus angewiesen ist, eine Preisentwicklung nach, die bei anderen Agrarrohstoffen wie Mais oder Soja schon länger im Gang ist.
In Thailand, seit rund 20 Jahren der weltgrößte Reisexporteur, schossen die Preise zusätzlich nach oben, weil Mingkwan Sangsuwan, der neu ernannte Handelsminister der im Dezember gewählten Regierung, die Bauern aufforderte, ihre Ernte zu horten. Dem Aufruf folgten nicht nur Tausende von Landwirten. Geschäftsleute und Lokalpolitiker mischen nun ebenfalls in dem Geschäft mit.
"Wir finden einfach keinen Reis mehr auf dem Markt", sagt Chookiat Ophaswongse, Vorsitzender der Vereinigung der Reisexporteure Thailands. "Viele unsere Mitglieder können bereits ihre vertraglich festgelegten Lieferungen nicht mehr erfüllen." Nicht einmal Saatgut ist deshalb sicher vor Langfingern, die auf ein gutes Geschäft hoffen. So meldete der Bauer Daorung Kitsanit den Diebstahl von 23 Säcken Reissaat, die er über Nacht in einem Bach legte, um sie zu wässern.
Auslöser der Entwicklung war Indien, drittgrößter Produzent und Exporteur. Um die Inflation einzudämmen, verbot Delhi im vergangenen Oktober alle Reisexporte. Finanzminister Palaniappan Chidambaram machte die steigende Nachfrage nach Biotreibstoff im Westen für den Preisanstieg verantwortlich.
Der Beschluss wurde dann zwar zurückgenommen, doch inzwischen stoppte Delhi erneut die Ausfuhren. Vier Millionen der weltweit 29 Millionen Tonnen Jahresproduktion fehlen plötzlich auf dem Weltmarkt. Dann reduzierte auch Vietnam, der zweitgrößte Exporteur der Welt, seine Exporte um eine Million Tonnen. "Der Versuch, den Binnenmarkt zu stabilisieren, führte zu einer internationalen Destabilisierung", sagt Sumiter Broca von der Food and Agriculture Administration Organization in Bangkok.
So fragen sich viele Bewohner der Philippinen, die jährlich 2,4 Millionen Tonnen importieren, wie sie nun ihre Familie ernähren sollen. Die Regierung in Manila verfiel auf absurde Ideen wie die Aufforderung an Restaurants, kleinere Reisportionen zu verkaufen, und empfahl ihren Bürgern, Instantnudeln zu verzehren.
Das Militärregime in Bangladesch, wo ein Zyklon vergangenes Jahr die komplette Ernte vernichtete, fürchtet um seine Stabilität.
Im Ölemirat Dubai sorgen sich die Herrscher, dass die vielen Gastarbeiter aus Südasien wegen der steigenden Reispreise höhere Löhne verlangen könnten.
Quelle: FTD |
|
| Nach oben |
|

|
|
|
|
|
|
Sie können keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Sie können auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Sie können Ihre Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Sie können an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
Powered by phpBB © phpBB Group
|
|
|
|