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GoMoPa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2406
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Verfasst am: 21.Aug 2005 9:26 Titel: Kirchen geben Kirchenteuer keine Zukunft! |
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ftd.de; 19.08.2005
Kirchen geben ihrer eigenen Steuer keine Zukunft
Geldmangel zwingt Bistümer zum Umdenken - Konzentration auf Kernaufgaben - Umfrage bei Entscheidern. Die angespannte Finanzlage der großen Kirchen in Deutschland wird zu einer Verringerung der Aufgaben führen, die sie wahrnehmen.
Außerdem müssen beide Institutionen nach alternativen Finanzierungsmöglichkeiten zur Kirchensteuer suchen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage von TNS Emnid und der BDO Deutsche Warentreuhand für die FTD. Befragt wurden Finanzentscheider der evangelischen und katholischen Kirche sowie bei Diakonie und Caritas.
"Die Finanzierungsprobleme der öffentlichen Hand offenbaren sich mittlerweile bei den Kirchen", sagt Arno Probst. Der Wirtschaftsprüfer ist Mitglied im Kirchensteuerrat des Erzbistums Hamburg und berät die Diözese bei ihrer Finanz- und Verwaltungsreform.
Der Umfrage zufolge schätzen 58 Prozent der befragten Kirchenvertreter die Finanzsituation eher skeptisch ein. 76 Prozent glauben sich über ihre Finanzsituation gut informiert, obwohl bislang nur 44 Prozent der befragten Institutionen mit der doppelten Buchführung arbeiten. "Es gibt durchaus so etwas wie ein Wahrnehmungsdefizit", sagt Probst. Deckungslücken und Finanzprobleme wurden in beiden Kirchen lange nicht erkannt. Vor gut zwei Jahren war beispielsweise bekannt geworden, dass das Erzbistum Berlin zahlungsunfähig ist. Erst im vergangenen Jahr setzte eine große Entschuldungsaktion ein. "Gerade Pensionslasten lassen sich in der bislang angewandten Kameralistik nicht richtig darstellen", sagt Probst. Um die Insolvenz zu verhindern, wurden deshalb eine Reihe von Verwaltungs- und Personalreformen eingeleitet.
Bei den evangelischen Landeskirchen sieht die Situation nicht anders aus. Erschwerend kommt hier die hohe Zahl hauptamtlich Beschäftigter dazu, die oft ? wie Pastoren und Pastorinnen ? auch Beamtenstatus besitzen. In beiden Kirchen schlagen die Personalkosten mit gut 80 Prozent der Ausgaben zu Buche. Gemeindezusammenlegungen und der Verkauf von Immobilien sind oft die Folge. "Das sind zwar sinnvolle, aber nur kurzfristige Maßnahmen, die die Ausgabenseite entlasten", sagt Probst.
Grund für die Finanzmisere sind zurückgehende Steuereinnahmen und wegbrechende staatliche Zuschüsse. Der Umfrage zufolge beziehen die Kirchen ihre Einnahmen zu 80 Prozent aus der Kirchensteuer. Das deutsche Kirchensteuermodell ist einzigartig in der Welt: Zwischen acht und neun Prozent der Einkommensteuer wird je nach Bundesland an die Kirchen abgeführt. Wenn bei konjunkturellen Krisen das Steueraufkommen sinkt, bekommen auch die Kirchen weniger Geld. 84 Prozent der evangelischen Funktionsträger und 76 Prozent der katholischen Funktionsträger gaben an, dass die Kirchen sich deshalb künftig auf ihre Kernaufgaben zurückziehen müssten. ?Wenn ich weniger Geld zur Verfügung habe, kann ich auch nicht mehr ein so breites Aufgabenspektrum wahrnehmen?, sagt Probst. Vor allem im Sozial- und Bildungssektor könnten noch große Veränderungen anstehen.
74 Prozent der Befragten glauben, dass künftig die Kirchenmitglieder über Spenden und freiwillige Beiträge stärker an der Finanzierung beteiligt werden sollten. Nur sechs Prozent der Befragten geben der Kirchensteuer noch eine Zukunft. Aus Kirchenkreisen ist zu hören, dass im Falle eines Regierungswechsels selbst die CDU bereit wäre, den Kirchensteuersatz zu senken und langfristig diese Steuer abzuschaffen. "Dafür bräuchten die Kirchen aber eine angemessene Umstellungsfrist", resümiert Probst. "Das ist nichts, was man übers Knie brechen kann. Aber: Die Kirchensteuer dürfte zumindest kein Modell für die nächsten 50 Jahre sein."
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Wolfradamus Newbie
Anmeldungsdatum: 21.06.2005 Beiträge: 11 Wohnort: 93077 Bad Abbach
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Verfasst am: 24.Aug 2005 20:28 Titel: Ja Ja, das Geld fehlt überall |
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Wir haben von einer katholischen Stiftung sog. Erbpachtgründe zur Bebauung als Bauträger übernommen. Wenn die Erbpacht nicht fristgerecht bezahlt wird, verweigert das Bistum einfach die Zustimmung zum Übertrag des Erbpachtrechts auf unsere Käufer.
Von christlicher Nächstenliebe, Geduld und wohlwollen ist nichts zu spüren, sobald es um Geld geht.
Ich habe in meiner mittlerweile 16-jährigen Laufbahn noch keinen härteren Gesprächspartner gehabt. Auch eine Erfahrung, die mir als praktizierendem Katholiken zu denken gibt.
Aber zum Thema Geldbeschaffung der Kirchen zurück. Wenn man dort eine Anleihe aus der Vergangenheit nimmt, sind die Finanzprobleme sicher schnell gelöst. Ich denke da an den Ablaßhandel im späten Mittelalter. Damit ist sicher auch heute wieder gut Geld zu verdienen.
mfg
Wolfradamus |
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