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Roderich Hopp * Ehrenmitglied *

Anmeldungsdatum: 17.05.2004 Beiträge: 947 Wohnort: Dorum-Mulsum
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Verfasst am: 23.Sep 2005 17:37 Titel: Konzernmächte im Untergrund..Kleine hängt man, Große lasst. |
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lässt man laufen ....
Wilmington/Delaware:
Wie Konzerne mit Firmensitz in der winzigen US-Finanzoase die Weltwirtschaft unterwandern.
Daimler Chrysler, Deutsche Bank und deutsche Städte unterwandern mit .
Wer kennt schon Delaware? Im zweitkleinsten Bundesstaat der USA an der Atlantikküste südlich von New York leben gerade einmal 850 000 Einwohner.
Die Fläche ist nicht mal halb so groß wie das Saarland. Hier werden jährlich 250 Millionen Hühner gezüchtet, geschlachtet und versandt.
Nach dem Zusammenbruch der Werftindustrie ist das der größte Wirtschaftszweig. Jedenfalls der sichtbare.
Der weniger sichtbare ist ungleich größer: In Delaware haben mehrere der größten Konzerne der Welt ihren Sitz, Daimler Chrysler zum Beispiel.
Aber Daimler sitzt doch in Stuttgart und Chrysler in Chicago? Das denkt der Laie. Die juristische Zentrale von Daimler Chrysler ist in Wilmington, mit 72000 Einwohnern die größte Stadt des Hühnerzüchterstaates. In Wilmington produziert Daimler Chrysler kein einziges Auto, kein einziger Angestellter hat hier einen Schreibtisch. Die wichtigsten Geschäfte in Delaware werden mit der Verwaltung von Briefkastenfirmen gemacht. Dies ist gegenwärtig die am schnellsten wachsende Industrie in den Vereinigten Staaten von Amerika.
Die Autoproduktion mag in der Krise sein, die von Computerchips ebenfalls, aber im winzigen Wilmington/Delaware boomt die größte Wirtschaftsmacht der Welt.
Wer weiß schon, daß Briefkastenfirmen in Delaware die Eigentümer der wertvollsten Anlagen deutscher und europäischer Städte sind? Das sickerte durch, als vor einigen Jahren der Inhalt der »Cross Border Leasing«-Verträge bekannt wurde.
Berlin, Hamburg, Wien, Köln, Stuttgart, Düsseldorf, Leipzig und Dutzende weiterer Städte haben seit 1995 ihre Trinkwasserbrunnen, ihre Kanalisationen, ihre Messehallen, ihre Schienennetze, Müllverbrennungsanlagen und Straßenbahnen klammheimlich an US-Investoren verkauft und mieten sie seitdem für 30 Jahre zurück.
Hätten sie es, damals unter der Regierung Kohl, nicht getan wären sie insolvent geworden .
Für das Mitmachen bei diesem Dirty Trick bekamen sie ein paar Millionen Dollar »Barwertvorteil«. Die Investoren gründeten für jeden dieser Verträge eigens eine Briefkastenfirma in Wilmington/Delaware. Sie ist der juristische Vertragspartner der Städte und der Eigentümer der Anlagen.
Natürlich gründet man in Wilmington/Delaware keine »Briefkastenfirma«. Man gründet einen Trust. Das klingt doch schon viel besser, oder? Trust – das suggeriert Größe. Trust – das heißt »Vertrauen«. Das hat auch deutsche Kämmerer und Oberbürgermeister beeindruckt.
Sie haben die Kaufverträge, die als Leasingverträge getarnt sind, ohne Zögern unterschrieben. Aber warum nahmen die Investoren wie die Citibank, die First Union Bank und der Versicherungskonzern John Hancock die Mühe auf sich, für jeden einzelnen Kauf einer deutschen Kläranlage eine eigene Tochtergesellschaft im Kleinstaat Delaware zu gründen, einen Trust, weit weg von ihren Zentralen in New York und Chicago?
Briefkastentrusts
Ein Trust in Delaware ist mehr oder weniger dasselbe wie eine Stiftung in Liechtenstein. Auch Stiftung klingt vertrauenswürdig. Eine Stiftung nach dem Recht des Ministaates Liechtenstein dient aber bekanntlich Geschäften, die man vor der Öffentlichkeit geheimhalten will. Und ein paar weitere Vorteile sind mit einer solchen Stiftung ebenso wie mit einem Trust in Delaware verbunden. Er wird zwar in das Handelsregister von Wilmington eingetragen, aber wie in Liechtenstein ist aus der Eintragung nicht ersichtlich, wem der Trust gehört. Im Register wird lediglich die Treuhandgesellschaft vermerkt, die den Trust verwaltet. Das ist der Unterschied zu der in Rechtsstaaten üblichen Regelung. Zu diesem »Vorteil« kommen weitere Vorteile hinzu: Die Steuern auf Gewinne sind konkurrenzlos niedrig.
Nach dem Wirtschaftsrecht von Delaware (Corporation Law) muß nicht wie sonst in den USA oder in Deutschland eine bestimmte Summe als Grundkapital eingezahlt werden. Die Haftung ist dementsprechend »liberal« gestaltet, das heißt:
Sie tendiert gegen null.
Das Gesetz ist schon mit einem Ein-Mann-Vorstand zufrieden, diesen Posten darf vertretungsweise auch ein Angestellter der Treuhandgesellschaft einnehmen. Vorstandssitzungen müssen nicht in Delaware stattfinden, Geschäftsberichte nicht abgeliefert werden – es gibt keine Publizitätspflicht wie sonst für Kapitalgesellschaften, die in einem Handelsregister in New York oder Berlin eingetragen sind. Es werden keine Nachprüfungen vorgenommen.
Der Trust kann per Telefon, Fax oder Internet in einer Stunde eingerichtet (und auch wieder aufgelöst) werden.
Die Registrierung eines Trusts kostet einmalig ein paar hundert Dollar, maximal 1000 Dollar.
Daneben erhebt der Ministaat jährliche Konzessionsgebühren, die je nach dem Finanzvolumen, das im Briefkasten versteckt ist, zwischen 1000 und 165 000 Dollar betragen. Gutes Geld verdienen die zahlreichen Treuhandgesellschaften.
Sie bieten bei der Registrierung, vor allem aber bei der Verwaltung der Trusts ihre Hilfe an. Die anonym bleibenden Trustinhaber zahlen an die Treuhänder eine jährliche Verwaltungsprovision, die am Aufwand orientiert ist; sie beträgt im Durchschnitt mehrere tausend Dollar. Die beiden großen Treuhänder sind die Wilmington Trust Company und die Corporation Trust Company (CT Company).
CT ist mit etwa 180 000 verwalteten Briefkästen der Marktführer.
Kleinvieh macht auch Mist, bei Trusts noch mehr als bei der Hühnerzucht. Wilmington hat die größte Pro-Kopf-Dichte an Doktortiteln. Zusammen mit den Treuhändern bieten Tausende Anwälte, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater ihre gut bezahlten Dienste an.
Sie alle leben nicht schlecht von den 620 000 Briefkastenfirmen, pardon Trusts, die hier nach offiziellen Angaben mittlerweile registriert sind. Es könnte durchaus sein, daß die Zahl noch höher ist.
Auch der Bundesstaat selbst lebt gut davon. Wilmington kann sich rühmen, die »Unternehmenshauptstadt der USA« zu sein.
Etwa 300 der 500 größten US-Konzerne haben hier ihren Sitz: Neben Daimler Chrysler sind das zum Beispiel Ford, General Motors, Coca-Cola, Boeing, Honeywell, Motorola, Dell, Rockwell, Disney und Dupont. Auch der Konzern, dem US-Vizepräsident Dick Cheney besonders verbunden ist, Halliburton, verzichtet nicht auf die Vorteile einer Zentrale in Delaware.
Die für die Registrierung zuständige Behörde, Division of Corporations, Teil des Regierungsapparats, beschäftigt 85 Angestellte. Sie ist rund um die Uhr besetzt, damit auch nachts die Quelle sprudeln kann. Und das kräftig: Ein Viertel der Staatseinnahmen, gegenwärtig 600 Millionen Dollar, bringen die Registrierungskosten und Konzessionsgebühren jährlich.
Boom in der »New Economy«
Die rechtlichen Voraussetzungen bestehen schon seit einem Jahrhundert. Die US-Bundesstaaten haben in wirtschaftlicher und steuerlicher Hinsicht eine sehr viel weiter gehende Autonomie als etwa ein Bundesland in der Bundesrepublik Deutschland.
Das »liberale« Unternehmensgesetz von Delaware trat schon 1899 in Kraft. Der Nachbarstaat New Jersey hatte drei Jahre zuvor ein ähnliches Gesetz beschlossen. Jahrzehntelang wurde diese Möglichkeit von Konzernen und Banken genutzt. Übrigens war auch der Hitler-Regierung, insbesondere der Vierjahresplan-Behörde Görings, dieses Schlupfloch für verdeckte finanzielle Transaktionen schon gut bekannt und wurde genutzt.
Aber erst mit der »New Economy« ab etwa 1990 begann der ganz große Boom mit Delaware-Trusts. Seitdem wurde daraus eine eigene Industrie, heute die alles bestimmende des Staates, der 1787 als erster die US-Verfassung annahm. So kehrt sich die Geschichte, freilich keineswegs unlogisch, um.
Aus dem »First State« der ersten großen demokratischen Verfassung der Neuzeit wurde der »First State« der globalen Untergrundökonomie der Finanzelite.
Das, was in der Öffentlichkeit als »Globalisierung« bezeichnet wird, hat drei wesentliche Merkmale, bei denen ein Delaware-Trust etwas Passendes zu bieten hat.
1. die systematische Steuerflucht von Unternehmen, Großaktionären und Topmanagern,
2. die Aufspaltung der Unternehmen in eine Vielzahl von Tochtergesellschaften und
3. die Geheimhaltung.
Mit Hilfe der »kreativen Buchführung« kamen die großen US-Wirtschaftsprüfungsunternehmen Price Waterhouse Coopers, KPMG, Arthur Andersen, Deloitte & Touche und Ernst & Young gleichzeitig auf die Idee mit den »Special Purpose Entities«, also »Einheiten für spezielle Zwecke«.
Mit diesem juristischen Trick wurden etwa seit 1990 immer mehr einzelne geschäftliche Aktivitäten aus dem rechtlichen Rahmen der Konzerne ausgegliedert und als eigene Unternehmen dargestellt – wie zum Beispiel bei jedem Cross-Border-Leasing-Vertrag. Das damalige Starunternehmen Enron aus Houston beispielsweise ließ durch seine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen etwa 5000 Special Purpose Entities in verschiedenen Finanzoasen gründen, auch in Delaware.
Damit konnte Enron sich fiktive Bestellungen zur Zentrale in Houston organisieren und die Bilanz aufblähen, mehr Kredite bekommen und Umsatzsteigerungen vorgaukeln.
Großaktionäre und Topmanager parken ihre Aktienpakete und sonstigen Vermögen in solchen Briefkästen, pardon Trusts.
Finanzämter, Geschäftspartner, Börsenaufsicht, Öffentlichkeit, die eigenen Aktionäre und Beschäftigten – gegenüber allen hatten und haben die Unternehmensführungen Gründe, um etwas geheimzuhalten.
So stieg die Zahl der Eintragungen ins Handelsregister von Wilmington im Jahre 1992 sprunghaft an. Neben den Trusts der genannten traditionellen Konzerne schwappte nun eine neue Trust-Flut in ganz anderen Dimensionen herein.
Für junge Unternehmen wie Amazon und Ebay wurde es normal, schon von Beginn an den Sitz in Delaware einzurichten.
2004 war das bisherige Spitzenjahr: Es kamen 110 000 neue Trusts hinzu.
Sieben von zehn Unternehmen, die 2004 in New York an die Börse gingen, haben ihren Sitz in Delaware. Aus der Ausnahme, die eher den Großen vorbehalten war, ist die Regel geworden. Unternehmensaufsplitterung, organisierte Steuerflucht (offiziell »Steuergestaltung«), Geheimhaltung, Bilanzmanipulation sind zum betrieblichen Normalverhalten geworden – wurden »demokratisiert«, wenn man es zynisch ausdrücken will.
Von Delaware aus wird allmählich der letzte Rest der in den USA bestehenden Kontrollmechanismen in der Finanz- und Wirtschaftswelt ausgehebelt.
Ein wichtiger Grund, den Unternehmenssitz hierhin zu verlegen, kommt zu den bereits genannten hinzu:
Es ist die »unternehmensfreundliche« Justiz.
Das bringt Einnahmen, wenn auch auf Kosten anderer Staaten. Aber wen kümmert das schon in einer Wirtschafts(un)ordnung, in der jeder gegen jeden kämpft? Sogar Bundesstaaten gegeneinander?
Das Wirtschaftsrecht von Delaware begünstigt die Großeigentümer. Bei einer Umfrage der American Chamber of Commerce (US-Handelskammer) unter Konzernen mit mehr als 100 Millionen Dollar Jahresumsatz war die Antwort einhellig:
Die Justiz von Delaware steht hinsichtlich der Verläßlichkeit für Unternehmensinteressen an der Spitze der 50 Bundesstaaten. Hier gibt es das nicht, wofür das US-Rechtssystem berühmt ist: die Geschworenen. »Hier besteht Rechtssicherheit«, schwärmen Konzernchefs. In Delaware bekommen sie gegen klagende Aktionäre weitaus häufiger recht als anderswo. Daimler- Chrysler-Chef Jürgen Schrempp musste vor dem Wilmington Court erscheinen, weil der Großaktionär Kirk Kerkorian geklagt hatte und der Firmensitz ja in Wilmington ist.
Auch Schrempp bekam recht. »Wir produzieren vorhersagbare Ergebnisse«, rühmt sich Donald Parsons, einer der fünf Richter der Wirtschaftskammer.
Die Eigentümeroase wird inzwischen nicht nur von US-Unternehmen genutzt. Wie Cross Border Leasing zeigt, machen deutsche und europäische Städte ganz normal Verträge mit dortigen Briefkästen.
Die Deutsche Bank besteht gegenwärtig aus 2 107 (in Worten: zweitausendeinhundertundsieben) rechtlich selbständigen Einheiten. Unter diesen sind sage und schreibe 331 Trusts mit Sitz in Wilmington/Delaware.
Sie tragen Namen wie Taunus Corporation, Abico, Accounting Solutions Holding Company, Alex Brown Financial Corporation, Ditka LLC, Deutsche Bank Capital Funding I bis V, D. B. Santa Maria L. P., China Recovery Fund LLC und so weiter und so fort.
Weiß der Teufel beziehungsweise der Treuhänder, was in diesen Briefkästen genau versteckt wird. Auch andere Banken der Welt nutzen diese Möglichkeiten seit vielen Jahren.
Delaware goes global
Auch in weiterer Hinsicht ist Delaware keine isolierte Oase. Die großen Treuhandgesellschaften wie CT und Wilmington Trust Company sind auch in anderen US-Bundesstaaten aktiv, so in New Jersey, das eine ähnliche Wirtschaftsgesetzgebung hat.
Aber die Treuhänder haben inzwischen auch Niederlassungen in Texas, Nevada und North Carolina, deren Regierungen sich seit längerem an Delaware orientieren.
CT und Wilmington Trust Company haben darüber hinaus ein globales Untergrund-Netzwerk geknüpft. So sind sie mit Niederlassungen in Finanzoasen außerhalb der USA präsent, zum Beispiel auf den Cayman Islands in der Karibik.
Das Versteckspiel funktioniert ja umso zuverlässiger, je mehr solcher Trusts und Stiftungen in verschiedenen Finanzoasen hintereinander geschaltet werden.
Beim Cross Border Leasing der Kanalisation von Köln beispielsweise richtete die Deutsche Bank mit dem Investor, der First Union Bank, nicht nur den üblichen Trust in Wilmington ein.
Zur Sicherheit, weil sich ja während der langen Vertragslaufzeit selbst in Delaware theoretisch etwas ändern könnte, gründete die Deutsche Bank für den Delaware-Trust, dem die Kölner Kanalisation gehört, noch einen Tochter-Trust, eine Special Purpose Entity, auf den Cayman Islands ein.
Er heißt Fuko Deal Limited, sein Sitz ist in Georgetown, der Hauptstadt der Cayman Islands. Diese kaskadenartige Hintereinanderschaltung praktizieren die Deutsche Bank und viele Vermögensverwalter ganz routinemäßig. Wie weit die Vernetzung in der Untergrundökonomie heute geht, kann man auch an folgender Tatsache sehen:
Das Wirtschaftsprüfungsunternehmen KPMG, das mit 99000 Mitarbeitern in 140 Staaten tätig ist, natürlich auch in Deutschland, hat seine Weltzentrale ebenfalls in Delaware.
Wie sehen dann wohl die Unternehmensbilanzen aus, die von KPMG »geprüft« und als richtig testiert werden?
Seit einem Jahrzehnt führen die Organisation für ökonomische Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD), die Europäische Union, führen die G-7-Staaten einen angeblich harten Kampf gegen die Finanzoasen. Schwarze Listen werden erstellt und fortgeschrieben.
Liechtenstein, die Cayman Islands und ähnliche ungefährliche Schurkenstaaten finden sich hier und werden streng ermahnt.
Doch der US-Bundesstaat Delaware, der genau dasselbe macht – er stand noch nie auf einer solchen Liste. Über Delaware wird bisher nicht einmal diskutiert, obwohl sich hier mehr Konzernmacht ballt als in den »Oasen« auf den schwarzen Listen.
Dieser Freiraum im Herzen der Weltökonomie hat den Ministaat ermutigt, nun auch global offensiv auf Werbetour zu gehen. Die Regierung hat eine eigene Abteilung eingerichtet die im Ausland Unternehmen umwirbt, sich registrieren zu lassen.
Der Regierungsbeauftragte Richard Geisenberger von der Division of Corporations im Staatsministerium hat schon Israel, Ungarn, die Türkei, Taiwan und Indien abgeklappert.
Von überall, so schwärmt er, brachte er die erfreute Zusage von Unternehmen mit, die nun auch ihren Trust im Paradies haben wollen.
Nicht nur die Deutsche Bank, DaimlerChrysler und deutsche Oberbürgermeister finden, daß Delaware eine wunderbare Möglichkeit für die »freie Wirtschaft« ist.
Auch die Welt am Sonntag schloß ihren Jubelartikel über den neuen Stern am globalen Wirtschaftshimmel mit der Empfehlung, dass niedergehende deutsche Industrieregionen sich am »Erfolg Delawares« aufrichten sollten. Auch aus überschuldeten deutschen Bundesländern könnten blühende Finanzoasen werden: »Ein Modell für Berlin und Bremen? Am besten für ganz Deutschland.«
Also lasst doch auch die Kleinen ran, die Großen tun es doch eh schon ungestraft und im Untergrund.
Zeigt uns aber auch, dass bei uns etwas im Argen liegt. Eine mir bekannte Firma musste in 2004 3 Prufungen des FA, eine BFA-Prüfung, eine der der gesetzlichen Krankenkassen und der Berufsgenossenschaft über sich ergehen lassen. Dazu kam dann noch die Prüfung durch eine Wirtschaftsprüfunggesellschaft da gesetzlich vorgeschrieben.
Mit freundlichen Grüßen
Quellennachweise
1. Zur Funktion der Delaware-Trusts beim Cross Border Leasing siehe: Werner Rügemer, Cross Border Leasing. Ein Lehrstück zur globalen Enteignung der Städte. 2. aktualisierte Auflage, Münster 2005, Seite 43 ff.
2. Zur Tätigkeit der Wirtschaftsprüfer bei Scheingeschäften siehe: Werner Rügemer, Die Berater. Bielefeld 2004, Seite 26 ff. und 68 ff.
3. Deutsche Bank: Beteiligungsverzeichnis 2004
4. Die Welt am Sonntag, 10.4.2005 |
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P.Wilhelm * Consulter *
Anmeldungsdatum: 23.08.2003 Beiträge: 2277 Wohnort: 58730 Fröndenberg
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Verfasst am: 23.Sep 2005 19:36 Titel: |
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Sehr geehrter Herr Hopp,
ich lese heute zwei sehr interessante Beiträge aus Ihrer Feder; vielen Dank dafür!
Zum Einen ist es der, auf den ich gerade antworte...
Zum Anderen natürlich dieser hier:
http://www.gomopa.net/Finanzforum/Kapitalanlagebetrug/Kapitalanlagebetrug-in-Milliardenhoehe-nach-Paragraph-264-StGB.html
Bezeichnend für beide Beiträge ist leider, daß diese - in ihrer Anforderung - so angesiedelt sind, daß sie im Grunde keine Resonanz hervorrufen - können!
Mit anderen Worten: "Perlen vor die Säue geworfen..."
Ich möchte Ihnen speziell zu Ihrem Beitrag in diesem Thread sehr gerne antworten; jedoch... es fehlt mir z. Zt. die Lust dazu!
Immer mehr muß ich erkennen (wenn ich den Querschnitt aller Foren werte), es hier zum Großteil mit völligen Schwachköpfen zu tun zu haben. Das zieht sich durch fast alle Foren; seien es die Kapitalsucher, seien es die EYPO-Nutzer, seien es die Jäger nach den Traumrenditen (der heutige News-Letter lässt grüßen!) oder gar die zum Teil verlorenen Seelen der MLM-Foren...
Erschwerend kommt hinzu, daß sachliche Kritiken nicht allzu gut kommen... . Da fühlt sich dann hin und wieder der Eine oder Andere, der kaum in der Lage ist, aufrecht zu gehen, schwer auf den Schwanz getreten und reagiert entsprechend... Folgerichtige Entscheidungen (wie ich sie gestern für mich traf) sind dann eigentlich eine unausweichliche Konsequenz...
Sehr geehrter Herr Hopp,
lediglich die Begleitumstände Ihrer beiden Beiträge, nämlich höchstes Niveau und umfassende Information, veranlassten mich darauf zu antworten - wenn auch nicht unbedingt zum Thema...
Freundliche Grüße
Peter Wilhelm |
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ffbkdavid User gebannt
Anmeldungsdatum: 31.08.2003 Beiträge: 1467 Wohnort: Schweiz
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Verfasst am: 26.Sep 2005 11:41 Titel: usa als weltgrösste offshore-jurisdiction |
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"..... Doch der US-Bundesstaat XXX, der genau dasselbe macht – er stand noch nie auf einer solchen Liste. Über XXX wird bisher nicht einmal diskutiert, obwohl sich hier mehr Konzernmacht ballt als in den »Oasen« auf den schwarzen Listen ....."
ihr beitrag ist derart oppulent mit informationen - wahren und, well, auch ein wenig "abgewandelten" - versehen, dass man ihn mehrmals durchlesen muss, um die verschieden darin angesprochenen themenkreise auseinanderfiseln zu können...
vorerst: grundsätzlich herzlichen dank... und - als mein erster kommentar von weiteren folgendenden:
die usa sind unzweifelhaft DIE GRÖSSTE OFFSHORE-JURISDICTION der welt... und noch einigermassen unbelastet von skandalen à la karibik-destinationen (wobei gerade delaware bereits "ausgelaugt" ist und man grösste schwierigkeiten bekommt beim versuch, für eine dortige sitzgesellschaft - so heissen "briefkastenfirmen" neuerdings - ein bankkonto zu eröffnen
ich habe mir darum erlaubt, ihr votum bezüglich delaware durch generell XXXXX zu ersetzen... historisch ist der erfolg von delaware, ausser wegen seiner geografischen lage an der ostküste und der geschichtlich interessanten tatsache, dass dortselbst die erste der 13 kolonien die us-verfassung unterzeichnete, vor allem darauf zurückzuführen, dass KEINE BUNDES(STAATS)STEUERN erhoben werden und von jeher eine fortschrittliche gesetzgebung im hinblick auf NEUE GESELLSCHAFTSFORMEN gepflegt wurde
... dies ist jedoch AUCH IN MEHREREN ANDEREN US-BUNDESSTAATEN der fall... wyoming beispielsweise ist für llc's wesentlich fortschrittlicher... und andere bundesstaaten (es geht hier keineswegs darum, den einen gegen den anderen auszuspielen) haben für "cell company structures" innovationen kreiert, die äusserst innovativ und zukunftsgerichtet sind
delaware profitiert natürlich davon, dass "seinerzeit" die grössten us-firmen ihren HAUPTSITZ im staat festgelegt haben (wie gesagt: vor allem wegen der geografischen lagen und der nichtexistenz regionaler steuern)... man staunt, zu hören, dass firmen der genannten grösse ihren "hauptsitz" in einem der kleinsten us-bundesstaaten haben
mehr später
gut gepostet... nochmals: dankeschön!
ffbkdavid |
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erasmus Newbie
Anmeldungsdatum: 04.02.2005 Beiträge: 32 Wohnort: Thüringen
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Verfasst am: 26.Sep 2005 12:35 Titel: |
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Herzlichen Dank für den überaus interessanten und fachlich hervorragenden Beitrag. Ich sehe leider, wie mein geschätzter Vorschreiber auch, daß hier eine Menge Themen angeschnitten sind. Und etwas macht mich gleichzeitig mißmutig: Gehe ich recht in der Annahme, einen gewissen Hauch von Traurigkeit und moralsaurer Verdrossenheit herauszuinterpretieren?
Ich denke, wir könnten ein gesundes Maß an Zynismus in dieser ach so komplizierten Welt gebrauchen und sollten mit einem föhlichen Zwinkern rufen: Wat dem Einen sein Uhl ist dem anderen sin Nachtigall.
Aber im Ernst: Im Endeffekt ist nicht Moral oder Gesetz entscheidend sondern es werden die jeweils besten Verwertungsbedingungen des Kapitals genutzt, um einen möglichst hohen Profit zu erwirtschaften. Und daran ist, aus meiner Sicht, nichts unmoralisches, denn das ist so außerhalb jeglicher Moral etc. ; d.h. es ist ein objektives Gesetz. Denn wenn es die Einen nicht machen, dann machen es die Anderen um zu Überleben. Und letztendlich müssen auch Städte und Länder sich diesem Spiel unterordnen (siehe die bedauernswerten Leasingnehmer beim Cross-Border-Leasing) oder sie schaffen die Bedingungen dafür, daß dieses Geschäft dem einheimischen Kapital Vorteile bringt. Das klingt zynisch und unmoralisch, es ist dennoch in seiner Simpelheit wahr. (Wenn auch brutal verkürzt und ohne beschönigende Vermittlungssschritte dargestellt).
Was also soll getan werden? Soll Revolution mit drei RRRR gebrüllt werden und nach dem (alten) Motto "Schlagt Kaputt, was euch kaputt macht" gehandelt werden oder soll man die Augen verschließén vor so viel ohne Mangel an Scham vorgetragene Obszönität?
Ich weis die Antwort nicht.
Mein Beitrag ist: Den Kleinen zu helfen, die gleichen Rechte einzufordern und für sich zu nutzen, wie es die Großen machen. Für Waffengleichheit sorgen. Und den Staat, der nur die andere Seite dieser gleichen Obszönität ist und diese für sich nutzt, stets neue Begehrlichkeiten entwickelt und Rechte und Freiheit nicht genug beschneiden kann, in seine Schranken zu verweisen.
Mehr kann man eh nicht, aber das reicht.
Erasmus |
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Roderich Hopp * Ehrenmitglied *

Anmeldungsdatum: 17.05.2004 Beiträge: 947 Wohnort: Dorum-Mulsum
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Verfasst am: 26.Sep 2005 15:53 Titel: In God we Trust !!!! |
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Werter ffbk David !
In Anbetracht des wie Sie ja schrieben opulenten Themenkomplexes gestatten Sie mir doch sicher einige Abwandlungen.
Ich bin der Meinung ,dass es bei der unterschiedlichen Rechtsprechung / Rechtsfindung, und damit auch der Neuschaffung von Möglichkeiten für Firmengründungen in den einzelnen Bundesstaaten der USA, die User zu sehr verwirren würde hier alle Möglichkeiten, die derzeit von vielen Bundesstaaten auch gezielt geschaffen werden, aufzuzeigen.
Dieses obliegt den seriösen Gründungsberatungsfirmen die mit dem entsprechenden Hintergrundwissen und den hoffentlich bekannten Gründen die deren Klientel zu solchen Überlegungen veranlasst, entsprechend beraten.
Sie haben ja mit Wyoming im Zusammenhang mit ILLC,s eine von vielen Möglichkeiten aufgezeigt.
Mein Beitrag, Delaware betreffend sollte ja nicht entmutigen sonder eher das Gegenteil bewirken.
Wie schon User Erasmus treffend andeutete, sollte dem einen sin Uhl auch dem anderen sin Nachtigall sein.
Aber gerade das ist in unserer Republik nicht mehr der Fall, denn gerade da werden insbesondere von den Behörden in ungerechtfertigter Weise Unterschiede gemacht.
Versucht z. B. der Malermeister Hempel mit einer derartigen Offshorefirmengründung sein Lebenswerk langfristig zu sichern und gar Arbeitsplätze ganz unspektakuklär zu erhalten ,wird dies von demselben Finanzamtsvorstand der denn auch für Daimler / Mercdedes zuständig ist, aus einem völlig anderen Blickwinkel gesehen.
Zaubert Hempels Auslandsfirmengründung in Delaware im günstigsten Fall ein geringschätziges und müdes Lächeln ins Gesicht seines FA-Vorstehers und der Beamten, wird derselbe Vorgang, wenn von einem Globalplayer wie DAIMLER / MERCEDES vorgenommen, mit heftig kopfnickender und hufescharrender Demutsbezeugung über den grünen Klee gelobt.
Derartiges Untertanentum das in dem alten DEFA- Film „Der Untertan „ so treffend dargestellt wurde prägt derzeit unsere Gesellschaft und behindert den Fortschritt.
Politker und deren Machtapparat prostituieren sich um des Machterhaltes willen, Verwaltungsbeamte und andere Staatsdiener verschwenden durch aberwitzige Vorhaben Milliarden und unterdrücken mit deutschtümelndem Paragrafenreitertum den Fortschritt.
Klar brauchen wir eine Revolution werter User Erasmus!!!!
Diese hat aber in unseren Köpfen anzufangen wenn sie Erfolg haben soll. Sie kann sich wo auch immer oder wie hier bei Gomopa artikulieren, aber es müssen irgendwann von den Wollenden für das Gewollte auch die Taten folgen.
Die Europäische Union und das Ausleben dieses künstlichen Sauerteigs aus Paragrafen und Verordnungen, ist zusammen mit der vermeintlichen Freiheit die Zwangsjacke der Demokratie die wir uns haben überstülpen lassen.
Sind wir wirklich alle gleich oder sind andere gleicher ?
Wer wird sich gerade bei uns in Deutschland in Anbetracht scheinbarer Sicherheit und Versorgung durch den Staat dazu hinreissen lassen auf die Straße zu gehen oder gar wie 1789 die Bastille oder den Reichstag zu erstürmen ? Allein der Gedanke daran ist absurd.
Ergo wird der Maler Hempel resignieren- hat ja bei seiner deutschen Bank noch nicht mal einen Kontokorrenkredit bekommen um sein Gründungsvorhaben zu bezahlen - und seinen Laden dicht machen.
10 Arbeitsplätze gehen ,weil nicht subventionsgefördert, ohne Pressemitteilung verloren.
Ein Globalplayer wie Siemens kann es sich aber leisten, ohne Abstrafung durch die Öffentlichkeit zu verkünden, weitere 10 000 Arbeitsplätze abzubauen. Hatte nicht die Tochter Infineon vor Jahren Milliardensubventionen dafür kassiert ihre CHIPFABRIK, die so unnötig war wie ein Kropf, in Dresden und Umland zu bauen ?
Wird von Zurückzahlen gesprochen oder dieses gar von unserem Politkern verlangt ?
Nein - nur wenn der Mittelstand sich wehrt und dasselbe versucht was die Großen ihm vormachen wird der Fahndungsapparat gezielt erweitert.
Es hat den Anschein als hätten VITAKRAFT & Co den Haltern der Spür- und Bluthunde ein Sonderangebot gemacht um deren Fortbestand zu sichern und beliebig auszuweiten bzw. zu vergrößern.
Selbst so kleinen Ansätzen revolutionären Denkens wie Auslandsfirmengründungen wird die ganze Allmacht des Staates entgegen geworfen. Die Kleinen macht man zu Hackepter während man die Großen laufen lässt bzw. sich vor deren Unnahbarkeitsstatus diskret zurückzieht.
Wer soll dann noch, ohne gleich gesteinigt zu werden ein Nur -2 Steuerartenmodell das spätestens 5 Jahre nach Einführung allen gerecht wird und den Nebeneffekt hätte, die Staatsverschuldung zu stoppen und diese in 20 Jahren abzubauen, vorstellen und evtl. sogar die Herrschenden davon überzeugen ?
Der Pups des Prof. Kirchhoff hat der forschen schwarzen Ritterin Angie wohl Magengeschwüre verursacht, sonst würde sie nicht so sauertöpfisch dreinblicken.
Hat sie diesen weisen Mann doch gar zu schnell vom Schild gestoßen, da sie im Hintergrund Ritter Edmund seinen Dolch wetzen hörte, und der gelbe Knappe Guido sich schmollend, nachdem am Anfang so vorlaut, in die Ecke der Opposition zurückzuziehen beginnt.
Wohlan denn lassen wir Deutschen uns halt weiterhin vom Größenwahn beherrschen, sei es in der Politik oder in den Vorstandsetagen der Globalplayer.
Jede Socke aus China, und jedes Handy, jeder DVD – Player etc. jedes Sonderangebot bei LIDL & Co vernichtet auch zukünftig auf Dauer weitere Arbeitsplätze.
Dessen müssen wir uns bewusst werden. Wohlstand weniger ist immer Wohlstand auf Kosten anderer. Auch wenn wir "EXPORTWELTMEISTER " sind. Denn gerade das ist ja unser Dilemma.
Denjenigen die Arbeitsplätze erhalten, und mit neuen Ideen insbesondere der jüngeren Generation Perspektiven aufzeigen wollen, wird das Leben unnötig oder gewollt schwer gemacht.
Alle reden vom Abbau der Arbeitslosigkeit.
Mit den derzeit herrschenden Mechanismen und gesellschaftlichen Ansichten wird es auch im Zeichen einer vermeintlich noch vorhandenen sozialen Marktwirtschaft keinen Arbeitsplatzabbau geben.
Wir steuern so sicher auf die 10 Millionen zu wie das Amen in der Kirche.
Daran ändern auch die derzeit halbherzigen Lippenbekenntnisse der Parteien nach den Wahlen nichts.
Denn wir alle müssen uns ändern um in unserer Gesellschaft Veränderungen auf Dauer zu bewirken.
Die vermeintlich Großen haben zugunsten weniger Großaktionäre die Weichen im großen Verschiebebahnhof WILMINGTON bereits vor Jahren gestellt.
In WILMINGTON / Delaware wird zukünftig mehr über Arbeitsplätze in Deutschland entschieden als im Reichstag in Berlin.
Und fast jeder Bundesstaat in USA hat dahingehend seinen Verschiebebahnhof fertig oder in Arbeit.
Während man bei uns jahrelange über Änderungen der GmbH- Kriterien diskutiert passieren global Dinge ,von denen unsere Abgeordneten noch nicht mal zu träumen begonnen haben.
Quo vadis Germania ?
Trotzdem allen eine erfolgreiche Woche
Roderich Hopp |
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