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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5416
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Verfasst am: 13.Aug 2005 11:18 Titel: Norweger müsste man sein! |
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FTD
Öleuphorie droht Norwegens Wirtschaft zu überfordern
OECD rechnet 2005 mit Wachstum von 3,7 Prozent. Vor einer gefährlichen Überhitzung der norwegischen Wirtschaft hat gestern die Industrieländerorganisation OECD gewarnt. Die hohen Einnahmen, die das Land dank immer neuer Ölpreisrekorde aus der eigenen Ölförderung ziehe, dürften nicht genutzt werden, um die Staatsausgaben auszuweiten und die Konjunktur so weiter anzuheizen, schreiben die OECD-Experten in ihrem neuen Länderbericht.
"Die Öleuphorie könnte zu einer Politik führen, die kurzfristig zu expansiv ist und langfristig nicht durchgehalten werden kann", heißt es in der Analyse. Ohnehin legten schon jetzt die Investitionen in die Ölförderung rapide zu. Bislang hat das Land dank seiner hohen Ölexporte stark vom Anstieg der Rohölkurse in den vergangenen fünf Jahren profitiert.
Wenige Wochen vor den Parlamentswahlen am 10. September nehmen jetzt aber die Sorgen vor den möglichen negativen Folgen des Ölreichtums zu. Die rechtspopulistische Fremskrittspartiet, die zweitstärkste Kraft werden könnte, wirbt mit dem Wahlversprechen, Staatsausgaben zu erhöhen.
Norwegen ist nach Russland und Saudi-Arabien der drittgrößte Ölexporteur der Welt. Die Regierung legt seit den 90er Jahren einen Großteil des Geldes, das sie aus Steuern auf Ölgeschäfte und aus Gewinnen staatlicher Fördergesellschaften bezieht, in ausländischen Aktien und Wertpapieren an. Vier Prozent des Fondsvolumens dürfen dabei jährlich entnommen und dem laufenden Staatshaushalt zugeführt werden.
Ende März 2005 betrug das Fondsvolumen 1100 Mrd. Kronen (133 Mrd. Euro). Durch die Geldanlage im Ausland sollten eigentlich die Überhitzung der Wirtschaft und ein zu starkes Ansteigen des Wechselkurses verhindert werden. Zudem sollen auch zukünftige Generationen am Ölreichtum teilhaben. Dies sei eine sinnvolle Strategie, loben die OECD-Ökonomen. Sie müsse aber konsequent durchgehalten werden. "Es ist nicht entscheidend, ob sich Norwegen wie derzeit dazu entschließt, vier Prozent des Fondsvolumens dem aktuellen Haushalt zuzuführen, oder es einmal etwas mehr ist", sagte OECD-Experte Val Koromzay. Wichtig sei aber, dass der einmal bestimmte Wert langfristig in etwa eingehalten werde. In den vergangenen Jahren sei er mehrfach überschritten worden.
Das könne zu einer stark erhöhten Nachfrage nach Kronen und damit zu einer übermäßigen Aufwertung führen, was die übrige Exportwirtschaft belastete. Optimistisch zeigen die OECD-Experten, was die kurzfristigen Perspektiven angeht. Norwegen habe sich von der konjunkturellen Schwächephase 2002 und 2003 erholt. Für 2005 prognostiziert die OECD, dass die Wirtschaft selbst dann noch um 3,75 Prozent wächst, wenn man die stattliche Leistung der Offshore-Ölfelder herausrechnet.
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Norweger müsste man sein .. |
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GoMoPa .

Anmeldungsdatum: 25.01.2002 Beiträge: 2370
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Verfasst am: 18.Sep 2005 13:32 Titel: |
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ftd.de; 13.09.2005
Norwegens Ölfonds verstärkt Druck auf Konzerne
Kooperationen mit anderen Großinvestoren sollen Einfluss in Unternehmen sichern - Mehr externe Mandate - FTD-Interview mit Direktor Kjaer. Der norwegische Ölfonds will künftig mit anderen großen Investoren zusammenarbeiten, um den Einfluss auf Unternehmen zu verstärken.
"Unsere Rolle als aktiver Investor wird wichtiger, denn es besteht natürlich ganz klar ein Zusammenhang zwischen dem Volumen des Fonds und unseren Möglichkeiten. Wir werden mit anderen institutionellen Anlegern kooperieren", kündigte Knut Kjaer, Direktor des so genannten Petroleumfonds, im Interview mit der FTD an. So solle sichergestellt werden, dass gewisse Corporate-Governance-Regeln durchgesetzt würden.
Der Fonds versucht so, seiner volumenmäßigen Bedeutung an den internationalen Kapitalmärkten auch beim Einfluss auf die Konzerne gerecht zu werden, in die er investiert. Bis Ende Juni ist sein Volumen durch Zuflüsse und Kursgewinne auf 1184 Mrd. Norwegische Kronen (149,81 Mrd. Euro) angestiegen und lag damit nur noch knapp hinter dem von Calpers, dem größten Pensionsfonds der Welt. Norwegen ist drittgrößter Ölexporteur der Welt und legt den größten Teil seiner Einnahmen aus dem Geschäft in ausländischen Anleihen und Aktien an. Damit soll eine Überhitzung der heimischen Wirtschaft verhindert und für spätere Zeiten vorgesorgt werden, in denen das Öl nicht mehr so stark sprudelt wie derzeit.
Weil der Fonds an keiner Gesellschaft mehr als drei Prozent besitzen darf, ist er auf die Absprache mit anderen Eignern angewiesen, um seine Interessen durchzusetzen. Auch die dank des großen Gesamtvolumens hohe Bekanntheit und die dadurch bedingte Aufmerksamkeit kommen dem Fonds bei der Durchsetzung der Interessen laut Kjaer zugute. "Wir sind zum Beispiel der Meinung, dass die Position des Vorstandsvorsitzenden und des Aufsichtsratschefs immer personell getrennt sein sollten. Dass ein scheidender Vorstandsvorsitzender Aufsichtsratschef wird, werden wir nur stützen, wenn wir absolut sicher sind, dass das Kontrollgremium nur mit Unabhängigen besetzt ist", sagte Kjaer.
Die Anlagestrategie des Fonds wird gemeinsam von externen und internen Managern bestimmt. Seit diesem Jahr dürfen die Externen aber nicht mehr bei den Hauptversammlungen der Unternehmen abstimmen, sondern müssen das Stimmrecht an die Norwegische Zentralbank, die das Geld aus dem Ölfonds verwaltet, abgeben. "Wenn wir mit einer Stimme sprechen, sind wir stärker", sagte der Fondsdirektor.
Die Zahl der externen Fondsmanager wird in Zukunft weiter zunehmen. "Sobald absehbar ist, dass mehr Geld als zunächst erwartet in den Fonds fließt, machen wir uns auf die Suche nach neuen externen Managern", kündigte Kjaer an. Derzeit erlebt der Fonds wegen des hohen Ölpreises ungeahnt starke Zuflüsse. "Wir wollen keine zu große Gruppe interner Verwalter haben", sagt Kjaer.
In Deutschland hielt der Fonds Ende 2004 - neuere Daten werden nicht bekannt gegeben - unter anderem 1,1 Prozent an der Deutschen Börse. Im Portfolio sind aber alle 30 Dax-Werte vertreten. Auch in den USA und Japan sind die Norweger in den großen Indexwerten investiert. "Große Fonds wie der unsrige müssen in vielen Firmen investiert sein. Doch wir decken nicht zwingend einfach den Index ab", so Kjaer. Ein aktives Management sei deshalb gerechtfertigt. "Die Vorgabe an unsere Manager lautet, über die Zeit den Wert zu steigern. Es gibt keine Vorgaben, wie lange Investments gehalten werden sollen. Das entscheidet alleine der einzelne Manager."
Bis 1998 durfte der Fonds nicht in Aktien investieren, mittlerweile darf deren Anteil bis zu 40 Prozent ausmachen. Das meiste davon wird in den USA und Westeuropa angelegt. Die internen Verwalter sind jeweils für einzelne Sektoren oder Regionen zuständig. "Es ist wichtig, dass die Entscheidungen, wo das Geld angelegt wird, nicht auf der Basis von drei bis fünf makroökonomischen Daten getroffen werden. Stattdessen sollen die Verwalter sich die einzelnen Unternehmen genau anschauen und in ihrem Markt Spezialisten sein", so Kjaer.
Auch wenn die gestrige Wahl in Norwegen, die bei Redaktionsschluss dieser Seite noch nicht beendet war, einen Regierungswechsel mit sich bringen sollte, erwartet Fondschef Kjaer nicht, dass das größere Auswirkungen auf die Anlagestrategie hat. "Unser Job hier ist, innerhalb der Richtlinien, die das Finanzministerium beschließt, die Gelder anzulegen. Diese Richtlinien sind seit 1998 erstaunlich stabil geblieben. Auch wenn zwischenzeitlich unterschiedliche Parteien an der Macht waren", sagte er.
Während des Wahlkampfs in Norwegen hatten lediglich die Rechtspopulisten dafür plädiert, dass mehr Geld des Ölfonds ausgegeben statt investiert wird. Die Partei wird aktuellen Umfragen zufolge zweitstärkste Kraft werden.
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