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Goodman *** Consulter ***
Anmeldungsdatum: 16.01.2002 Beiträge: 5415
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Verfasst am: 1.Mai 2005 15:56 Titel: Ölscheichs kaufen sich in Europa ein |
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FTD
Ölscheichs kaufen sich in Europa ein
Der dramatische Höhenflug der Ölpreise bringt überraschende Gewinner mit sich. Der britische Fußballklub FC Chelsea gehört dazu. Seit der russische Ölmilliardär Roman Abramovic den Londoner Verein gekauft hat, wurden nach Branchenschätzungen 480 Mio. Euro in den Kauf von Spielern gepumpt. Damit lässt er selbst die Millionärstruppe des FC Bayern billig aussehen, die von Chelsea aus der Champions League geschmissen wurde.
Der Verdacht liegt nahe: Ohne Verfünffachung der Ölkurse seit 1999 hätten die Bayern gewonnen. Was für Öl importierende Länder wie Deutschland derzeit wie ein Fluch wirkt, ist für Ölproduzenten ein unverhoffter Segen. Beides hat die globalen Kräfteverhältnisse drastisch verschoben. Vielerorts werden die Staatsfinanzen saniert. Investitionen in die heimische Wirtschaft stärken das Wachstum. Und manchmal springt dabei sogar etwas für Öl importierenden Länder heraus - wenn die höheren Einnahmen der Exporteure als Nachfrage zurückfließen.
Zu den größten Gewinnern des Ölpreishochs gehört der Nahe Osten. Saudi-Arabien machte 2003 mit einem Anteil von zwölf Prozent an der Weltproduktion das Schwergewicht aus. Die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar haben zwar einen geringeren Anteil an der Weltproduktion. Für die heimische Wirtschaft sind die Einnahmen dennoch von Bedeutung. "Die Investitionen haben sich in den vergangenen Jahren um bis zu 100 Prozent erhöht", sagt David Butter, Nahost-Experte des britischen Forschungsinstituts Economic Intelligence Unit. "Die Finanzmärkte in den benachbarten Ländern profitieren von hohen Kapitalzuflüssen", so Berna Bayazitoglu von Credit Suisse First Boston (CSFB).
Auch in Europa gibt es Profiteure, etwa in Großbritannien, das ebenfalls Öl exportiert. Noch beeindruckender ist der Fall Norwegen. Die Ölförderung des skandinavischen Landes macht laut IWF vier Prozent der globalen Produktion aus. "Dank des hohen Ölpreises haben die Investitionen in der Ölindustrie 2004 ein Rekordhoch erreicht", sagt Melanie Fischinger von der Commerzbank. Mittlerweile profitieren auch der Schiffbau und die Bauindustrie davon. Norwegens Wirtschaft wuchs 2004 um 2,8 Prozent, etwa doppelt so schnell wie die deutsche.
Russland steht ebenfalls auf der Gewinnerseite. Die Staatseinnahmen sind von 13,5 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung 1999 auf 18 Prozent gestiegen. "Mehr als die Hälfte des Anstiegs geht auf den höheren Ölpreis zurück", sagt Sergei Voloboev von CSFB. Monat für Monat fließen rund 2 Mrd. $ in den Stabilisierungsfonds der Regierung, der sich Ende März auf 28 Mrd. $ belief. "Die Regierung nutzt die Einnahmen vor allem, um ihre Schulden zu tilgen", so Voloboev. Rund 3,3 Mrd. $ gingen Anfang des Jahres an den IWF zurück, 12 bis 15 Mrd. $ will Moskau dieses Jahr an den Pariser Club zurückzahlen. "Im nächsten Jahr sollen die Einnahmen für Investitionen in die heimische Infrastruktur genutzt werden", sagt Voloboev.
Auch andernorts nutzt man den Ölpreis, um die Staatsfinanzen zu konsolidieren. Algerien, wo Öl rund 53 Prozent der Ausfuhren ausmacht, hat ebenfalls einen Stabilisierungsfonds zur Schuldentilgung eingerichtet. "Die Regierung managt die Einnahmen gut", sagt Bayazitoglu. In Ecuador machen die Öleinnahmen rund 95 Prozent des Etats. Dank der Ölhausse konnte die Wirtschaft 2004 um 7,0 Prozent zulegen. Die erhoffte Stabilität brachte das nicht. Vergangene Woche wurde die Regierung abgesetzt. Der Ölfonds zur Schuldentilgung wurde seitdem aufgelöst.
In Venezuela versucht Präsident Hugo Chávez, mit dem Ölsegen populär zu werden. 4 Mrd. $ pumpt er jährlich in soziale Programme. Offen ist, wie viel von den Gewinnern zurück an die Ölimporteure geht. Dieses Jahr haben die Golfstaaten schon 2,5 Mrd. $ in Europa investiert, mehr als 2002 insgesamt. Zu den größten Investoren gehören Dubai, Abu Dhabi und Katar. Die Investitionsgesellschaft Dubais investierte 1 Mrd. $ bei DaimlerChrysler. Zudem hat die Gesellschaft die Tussaud Gruppe aufgekauft, die auch Madame Tussauds Wachsfigurenkabinett in London betreibt.
Auch Immobilien gehören zu den bevorzugten Investitionen. Derzeit bemüht sich die Königsfamilie von Dubai um mehrere Objekte im Londoner Nobelstadtteil Knightsbridge. Ökonomen zweifeln, ob das reicht, um die Verluste der Importeure annähernd auszugleichen. "Die Effekte werden geringer ausfallen als in den 70er Jahren", sagt Butter. In allen Modellen kommt für den Westen ein deutliches Minus heraus. Nächsten Donnerstag: Die Verlierer Zitat: "Russen wie Algerier zahlen mit dem Ölsegen Schulden zurück, andere setzen auf Soziales ..
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Taeaen User gebannt
Anmeldungsdatum: 10.08.2003 Beiträge: 1940 Wohnort: Aachen
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Verfasst am: 2.Jun 2005 23:15 Titel: Re: Ölscheichs kaufen sich in Europa ein |
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| Klaus Maurischat hat folgendes geschrieben:: |
| Der Verdacht liegt nahe: Ohne Verfünffachung der Ölkurse seit 1999 hätten die Bayern gewonnen. |
Alternativ hätte man sich auch einen eigenen "Geldesel" in den Stall stellen können. Solange man jedoch neunstellige Beträge auf einem Festgeldkonto parkt, wird das nichts mit dem Dollarregen...
Vielleicht sollte Herr Hoeness doch mal GOMOPA lesen.
Freundliche Grüße
Taeaen |
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