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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6837
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Verfasst am: 9.Aug 2006 21:49 Titel: Therapie auf Pump |
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Mit Ratenkrediten für medizinische Eingriffe betreten Ärzte, Banken und Internetdienstleister neues Terrain. Auch die Pharmaindustrie hat die Patientenkredite entdeckt. Experten rechnen mit wachsenden Umsätzen.
Zahnärztin Angelika Ganskow hat keine Berührungsängste. "Mit Patienten auch über Finanzdinge zu sprechen, das ist doch nicht unehrenhaft", sagt die Medizinerin aus dem brandenburgischen Eberswalde. In einem Gebiet mit über 25 Prozent Arbeitslosigkeit komme es häufig vor, dass Patienten vor teurem Zahnersatz zurückschreckten.
Daher arbeitet sie mit einem Finanzdienstleister zusammen, gibt dessen Infobroschüre zu Ratenzahlungen weiter. "Die Konditionen dort sind besser als bei jeder Hausbank." Zwei bis drei Patienten pro Monat entschließen sich zu einer Therapie auf Pump. Finanziert werden Summen zwischen 600 und 5000 Euro.
So offensiv wie die ostdeutsche Dentistin gehen nur wenige Ärzte mit Finanzengpässen ihrer Patienten oder Kunden um. Patientenkredite sind hier zu Lande ein Nischengeschäft. Sie kommen überall dort ins Spiel, wo es um medizinische Leistungen geht, die von den gesetzlichen Krankenkassen seit kurzem nicht mehr erstattet werden. Oder um Präventions- und Lifestyle-Angebote, die schon lange aus eigener Tasche bezahlt werden müssen.
Genaue Zahlen über die jährlich vermittelten Summen gibt es nicht. Experten gehen davon aus, dass derzeit noch keine nennenswerten Renditen in diesem Bereich zu erzielen sind. Was jedoch existiert, sind große Hoffnungen in einem gerade entstehenden Markt: "Wir sehen ein Riesenpotenzial.
Und wir glauben ganz fest daran, dass sich in Deutschland bald etwas tun wird", sagt Michael Bregulla, beim deutschen Ableger der GE Money Bank für den Bereich Strategische Partnerschaften zuständig.
Die Bank ist in den USA einer der führenden Anbieter für "Patient Loans". Aber auch bei der HypoVereinsbank, der Deutschen Apotheker- und Ärztebank und der Citibank beobachtet man den Markt intensiver oder entwickelt gar die ersten Produkte.
Die Pharmaindustrie hat die Patientenkredite auch schon entdeckt. Seit April diesen Jahres verteilt der Außendienst des Herstellers Schering Broschüren von Medipay an Gynäkologen, um sie dafür zu gewinnen, Patientinnen eine Kreditfinanzierung der Hormonspirale Mirena vorzuschlagen.
"Die Zeit arbeitet für uns", meint der Vorstand des Internetdienstleisters Care Capital, Thilo Wiers-Keiser. Das Thema Zuzahlungen werde in Deutschland eine immer größere Rolle spielen. "Ärzte sind gezwungen, kaufmännischer zu denken als bisher." Auf der Homepage des Anbieters können Patienten über einen Zahlungsplanrechner die Konditionen für die gewünschte Finanzierung ausrechnen und ihre Bonität prüfen lassen.
Quelle: FTD |
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