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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7230
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Verfasst am: 19.Sep 2006 16:05 Titel: US-Chefetagen - Keine sturmsicheren Bunker |
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Geheimnisumwittert und unantastbar, so lautet der Mythos amerikanischer Chefetagen. Das war einmal. Die Fluktuationsrate für amerikanische CEOs erreicht Höchstwerte. Die Liste der "freigesetzten" US-Konzernchefs ist voller illustrer Namen - und wird wöchentlich länger.
Die Boardrooms amerikanischer Unternehmen, die Direktorate und Verwaltungsräte also, sind längst nicht mehr das, was sie mal waren, nämlich geheimnisumwitterte, über allen Zweifeln erhabene Machtzentren, die nur die Worte ihres Firmenchefs diskussionslos absegnen und deren Unterlinge abkanzeln. Im Gegenteil: Die obersten Topmanager sind heute genau so betriebswirtschaftliches Freiwild wie alle anderen Mitarbeiter auch. Wer nicht spurt, fliegt raus - selbst aus den eigenen Reihen.
So knallhart gilt diese Devise neuerdings, dass das "Wall Street Journal" schon von einer "beispiellosen Periode des Aufruhrs in den Boardrooms Amerikas" spricht. In einem Land, dessen Wirtschaftsgeschichte auf knorrigen Charakteren und Legenden fußt (Rockefeller, Ford, Buffett, Gates), ist das in der Tat eine bemerkenswerte Entwicklung. Patty Dunn, die Verwaltungsratschefin des Computerkonzerns Hewlett-Packard, ist da nur das jüngste Beispiel in einer langen Kette hochkarätiger Boardroom-Massaker, die die Wall Street in den vergangenen Wochen und Monaten in Atem hielt.
Dunn erlebt, was andere schon vor ihr spürten: Die US-Chefetagen sind keine sturmsicheren Bunker mehr. Pharmariese Bristol-Myers Squibb feuerte jetzt seinen CEO Peter Dolan samt Chefsyndikus Richard Williard, wegen generell miserabler Leistung, eines dubiosen Patent-Deals und des andauernden Kursknicks der Bristol-Aktie.
Die Liste der "freigesetzten" US-Konzernchefs ist voller illustrer Namen - und wird wöchentlich länger. Tom Freston von Viacom, der MTV-Erfinder, dem sein eigener Boss, Chairman Sumner Redstone, kürzlich die rote Karte zeigte. Ford-Erbe Bill Ford, der sich vorsichtshalber als CEO selbst feuerte. Disneys Michael Eisner, abserviert vom Board und den Aktionären. Harry Stonecipher bei Boeing, gestolpert über eine schlüpfrige Affäre am Arbeitsplatz. Hank Greenberg beim Versicherer AIG, Franklin Raines bei Fannie Mae, Philip Purcell bei Morgan Stanley, Ray Gilmartin bei Merck, Hank McKinnell bei Pfizer. Nicht zu vergessen Carly Fiorina, auch vormals HP, deren klandestine Rolle beim jetzigen HP-Skandal noch unklar ist.
Zugleich ist das Image der Top-Manager in den Keller gestürzt: In einer aktuellen Gallup-Umfrage hielten nur noch 16 Prozent der Befragten US-Firmenchefs generell in "hohem" Ansehen; vor fünf Jahren waren's noch 25 Prozent gewesen.
Ursache dafür sind zu allererst die großen Unternehmensskandale, deren Aufdeckung 2001 begann: Enron, WorldCom, Adelphia, HealthSouth, Tyco, AIG, KPMG et cetera. |
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