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Ukraine Politik und Wirtschaft

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Magnus
Newbie


Anmeldungsdatum: 30.03.2005
Beiträge: 24
Wohnort: D-RLP; RO-CS; RUS-VOL

BeitragVerfasst am: 13.Mai 2005 17:17    Titel: Ukraine Politik und Wirtschaft Antworten mit Zitat

Sehr geehrte User,

ich habe hier im Forum einige User entdeckt, die sich für Investitionen in der Ukraine stark machen - berechtigt oder unberechtigt?

Ich möchte auch gleichzeitig Herrn User Trade mitteilen, das ich kein Putin sympathisant bin, sondern nur für positive oder kritische Impulse in der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung in den Ländern Osteuropas, die unsere Wirtschaft beinflussen könnten.

Für mich sind die Unterschiede zwischen der theoretischen Zielsetzungen und der praktische Umsetzung sehr wichtig. Aus diesem Grund möche ich verschiedene Artikeln aus den anderen Wirtschaftsräumen und aus deren Sicht veröffentlichen, damit sich jeder eine Meinung bilden kann.

Für einen regen Informationsuastausch stehe cih gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüssen



Zitat 04.05.2005 UKRAINE

100 Tage Präsidentschaft Juschtschenkos

Es sind jetzt 100 Tage vergangen, seit der ehemalige Premier und Abgeordnete Viktor Juschtschenko zum dritten Präsidenten der postsowjetischen Ukraine geworden war.

Das Wahlprogramm Juschtschenkos verkündete den Kurs auf die europäische Integration der Ukraine und den NATO-Beitritt. Dabei wurde auch der Zusammenarbeit mit Russland keine geringe Rolle zugedacht. Geplant war auch, mit der Bekämpfung der Korruption zu beginnen und die Reprivatisierung einer Reihe von Betrieben vorzunehmen. Einen wichtigen Platz nahm in dem Programm die Erhöhung des Niveaus der Wirtschaft der Ukraine sowie der Entlohnung und der Renten ein.

Am nächsten Tag nach der Inauguration unternahm Viktor Juschtschenko den ersten offiziellen Russland-Besuch, in dessen Zuge er seinem russischen Amtskollegen die Fortsetzung des Kurses auf die Zusammenarbeit zusicherte. Dasselbe versprach er auch bei offiziellen Treffen mit einer Reihe von Staatschefs Europas und mit dem US-Präsidenten.

Bei seinem Turkmenien-Besuch gelang es Juschtschenko nicht, mit Präsident Nijasow über eine Senkung der Preise für die turkmenischen Gaslieferungen an die Ukraine übereinzukommen. Und beim GUUAM-Gipfel in Chisinau (GUUAM ist russ. Abk. für: Georgien, Usbekistan, Ukraine, Aserbaidschan und Moldawien) wurde der durch die ukrainische Seite vorgeschlagene Plan zur Beilegung des Transnistrien-Konflikts durch Moldawien abgelehnt.

Juschtschenko selbst meint, dass es den neuen Behörden gelungen sei, die Redefreiheit und die Rechtsprechung durchzusetzen sowie die sozialen Leistungen auszubauen.

Heute mangelt es der Ukraine nach Meinung von Juschtschenko an hohen Standards in der Journalistik und bei der Entmonopolisierung der Massenmedien. Er ist auch der Auffassung, dass die Versprechungen höherer sozialer Leistungen, die vor den Wahlen gegeben wurden, erfüllt werden. "Alles, was auf dem Platz der Unabhängigkeit in Kiew gesagt wurde, ich meine die Sozialpolitik, wird erfüllt", sagte Juschtschenko.

Dabei teilen die Ukrainer den Standpunkt des Staatschefs nicht. Die einfachen Bürger meinen, dass die ersten Schritte der neuen Behörden keine einigermaßen spürbare Verbesserung der Lebensbedingungen gebracht haben. Unter anderem wurden die Versprechen, die Löhne und die Renten anzuheben, bisher nicht erfüllt.

Auch eine Reihe von ukrainischen Politologen teilt die Meinung, dass sich keine wesentlichen Wandlungen im Leben des Landes nach den ersten Hundert Tagen der Präsidentschaft Juschtschenkos vollzogen haben.

"Die Haupterrungenschaft ist das Streben und die Bekanntgabe der Absichten, das Wahlprogramm Juschtschenkos und jene Zielsetzungen der neuen Behörden zu realisieren, die in seiner Inaugurationsrede erklärt wurden", sagte Wladimir Fessenko, Vorstandsvorsitzender des Zentrums für angewandte politische Studien "Penta".

Dabei verwies er auf eine große Anzahl bestehender Probleme. Nach Meinung des Politologen "hängen sie eher mit dem fehlenden exakten strategischen Herangehen an die Umsetzung des politischen Programms der neuen Behörden zusammen".

Dmitri Wydrin, Direktor des Europäischen Instituts für Integration und Entwicklung, gab den ersten Hundert Tagen der Präsidentschaft Juschtschenko und dessen Regierung eine Note von vier plus nach dem 5-Punkte-System.

Vorläufig kann man diese Note dafür geben, dass die Ziele, die sich die Regierung gesetzt hatte, nicht geändert wurden. Die Strategie bleibt erhalten. Und für die Strategie ist das Wichtigste, sie nicht auf halbem Wege zu ändern", betonte der Politologe.

Die russischen Politologen sind bei der Bewertung der ersten Hundert Tage der Präsidentschaft Juschtschenkos verschiedener Meinung. So ist Sergej Markow, Direktor des Instituts für politische Studien, der Auffassung, dass Juschtschenko in dieser Zeit seine Popularität im Volke nicht eingebüßt hat. "Er genießt bei der Bevölkerung eine stabile Popularität. Seiner Mannschaft gelang es, sich an der Macht festzusetzen", meint er.

Ein negatives Moment ist nach Meinung des Politologen der Umstand, dass die Mannschaft Juschtschenkos heute "unter der Flagge des Kampfes gegen die Korruption eine Repression der Opposition vornimmt".

Der Direktor des Instituts für die GUS-Länder, Konstantin Satulin, Abgeordneter der Staatsduma, meint, dass Juschtschenko die Hoffnungen der Ukrainer nicht gerechtfertigt habe. "Die ukrainische Wirtschaft durchlebt heute einen Rückgang, und alle Maßnahmen der Regierung (Regelung von Preisen und selektive Reprivatisierung) sind ein Versuch, die Ursachen des wirtschaftlichen Rückganges auf die Opposition abzuwälzen", betonte Satulin.
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Trader
Insider


Anmeldungsdatum: 28.10.2003
Beiträge: 931
Wohnort: Weesen

BeitragVerfasst am: 13.Mai 2005 17:55    Titel: Antworten mit Zitat

@Magnus

Ich habe Ihren Beitrag schon richtig verstanden und gelesen, sollte ja auch keine Unterstellung meinerseits sein.

Ich konnte mir halt den Seitenhieb auf gewisse Politiker nicht "verklemmen" (man hat halt so seine Schwächen).

In diesem Sinne Magnus - weiter so, Sie machen das schon richtig.

Grüsse
Trader
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Yves Sain
Newbie


Anmeldungsdatum: 13.12.2002
Beiträge: 22
Wohnort: Düsseldorf

BeitragVerfasst am: 13.Mai 2005 21:06    Titel: Antworten mit Zitat

Was die Ukraine betrifft, so ist zunächst festzustellen:

Nach 100 Tagen Präsidentschaft Juschtschenkos,
steht es zweifelsohne fest, daß wesentliche, das heißt sichtbare, Wandlungen noch nicht vollzogen wurden. Dies ist normal.

Fest steht, daß von Anfang an der russischen Regierung nahestehenden Kreise, also die Oppositionellen und die den Russen verbündeten Regierungen der ehemaligen Sowjetrepubliken alles in ihrer Macht stehende tun, um der neuen Regierung unter Juschtschenko die Arbeit zu erschweren. Dabei nehmen diese bewußt in Kauf, wirtschaftliche Erfolge durch bewußtes Entgegenwirken zu verlangsamen oder stagnieren zu lassen. Die wenigen Beispiele aus dem oben stehenden Artikel sprechen für sich.
Daß der Kampf gegen die Korruption eine Repression der Opposition darstellt, die früher die Regierungsmacht innehatte und die Korruption als Machtmittel gebrauchte, sollte ebenfalls nicht verwundern.

Fest steht aber auch, dáß Juschtschenko etwas gelungen ist, was anderen Regierungen nicht ohne weiteres nachgesagt werden kann.
Juschtschenko genießt das Vertrauen seines Volkes.
Es ist ihm gelungen, demokratische Gepflogenheiten wie Meinungs- und Redefreiheit als demokratisches Recht zu installieren.
Dabei spielt nicht zuletzt der Wille zur westeuropäischen Integration eine maßgebliche Rolle, die Putin und seinen Anhängern nicht gefallen kann.

Ob Juschtschenko sich aber, wenn die Intergrierung in die EU abgeschlossen ist, sich dort wohlfühlen wird?
Die EU hat ja bekanntlich jeglichen Gottesbezug in der Europäischen Verfassung abgelehnt. Juschtschenko aber ist regelmäßiger Kirchgänger und beschließt parlamentarische Sitzungen mit einem Gebet.

Yves Sain
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Geruk
Newbie


Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 14.Jun 2005 13:51    Titel: Gut ausgearbeitet ! Antworten mit Zitat

Ihr beitrag ict nicht abzuweisen, jedoch brauchen sie mit diesem Text doch nicht unbedingt bis in die Ukraine zu schauen. Welche Partei in Deutschland hält sein Wort ? Das Russland der wichtigste Partner für Osteuropa ist ist jedem klar, dort stecken jahrelange Geschäftkontakte dahinter die keiner mehr hergeben will. Das es gewisse Bewegungen in der Ukraine gibt kann ich aus Erfahrungen mit ja Beantworten. Wer die Mentalitäten der Völker kennt, weis wie schwer ein Volk zu bewegen ist. Aber schauen sie auch ins Deutsche Volk ! Nee soll kein hin und her werden. Es sind eingefahrene Strecken, die lösen Sie in 10 Jahren nicht auf, jedoch ist es huete nicht mehr so, das ein Finanzamt kommt behauptet sie haben schulden und die schliessen ihre Produktionsanlage erstmal für 14 Tage bis Sie bewiesen haben das Sie keine Schulden haben. Hätten sie disem Beamten 1000 $ gegeben wäre er genagen und nichts wäre gewesen. Auch diesen Qutasch der koruption gibs in Westeuropa. Wer sich einigermassen an das system hält hat nichts zu befürchten, jedoch muss man überlegt und mit Vorsicht dort drüben investieren, den stand wie Deutschland gibs dort drüben natürlich nicht. Woher auch bisher hat das Land nur Arm oder Reich gekannt solangsam gibt es den sogenanten Mittelstand nicht mit Deutschland zu vergleichen und was Schröder 7 Jahre nicht geschafft hat kann man in so einem System nicht nach 100 Tagen schaffen. Man hat noch gesagt im Jahr 1995 was Deutschland in 4 Jahren schafft schafft die Ukraine in 30 Jahren. Naja vielleicht ist es besser alles etwas langsamer zu machen weil in Deutschland hat ja auch nicht geklappt.
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wimpus
Newbie


Anmeldungsdatum: 29.03.2005
Beiträge: 5
Wohnort: Monschau

BeitragVerfasst am: 15.Jun 2005 12:20    Titel: Antworten mit Zitat

Nun - ich glaube dass die Kritik an den ersten 100 Tagen nur zum Teil berechtigt ist. Schauen Sie sich mal an was an der Börse in Kiev los ist. Konkret erfahren wir von unseren Freunden in der Ukraine, das oft komplette Verwaltungen ausgetauscht wurden.
Es ist unglaublich mit welcher Freundlichkeit man jetzt bei den Behörden empfangen wird. Wer die Kudschma Ära gut kannte für den sind das Komplett neue Erfahrungen. Wir haben jedenfalls unser Engagement in der Ukraine deutlich verstärkt.

Besten Gruß
Wim Steffens
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Geruk
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Anmeldungsdatum: 14.06.2005
Beiträge: 30

BeitragVerfasst am: 15.Jun 2005 12:59    Titel: Das stimmt ! Antworten mit Zitat

Da ich nicht nur Freunde da habe sondern selber viel vor ort bin, kenne ich das alles, dennoch ist es immer mit etwas vorsicht zu geniessen. Wer also denke in Deutschland ist nichts mehr los und wir rennen schnell mal in die Ukraine wird bitter enttäuscht werden. Wer denkt das man über die IHK und sonst einigen Institute da rüberfährt und was erreicht kann hat sich ebendfalls geschnitten und wie oft lese ich hier wir bieten Kontakte an, also da kann ich immer nur lachen. Wer nicht weis und nichts anzubieten hat brauch auch nicht dort rüber, kann es auch gleich in China und Arabien lassen. Wer also in die Ukraine will solte genau überlegen was er dort machen will und selber kann. Er muss an der Grenze das deutsche Denken ablegen und schnell die Mentalität lernen und sich durchsetzen können. Dann hat jeder da eine Chance, aber eh das soweit ist, sind mindestens 2 Lehrjahre zu absolvieren. Alles andere Denke ich mal geht in die richtige Richtung und auch diese Land wird irgend wann nicht mehr ganz so offiziell korupt sein. Aber die inoffiezelle Korruption haben wir ja in Deutschland ausreichend.
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