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Magnus Newbie
Anmeldungsdatum: 30.03.2005 Beiträge: 24 Wohnort: D-RLP; RO-CS; RUS-VOL
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Verfasst am: 14.Mai 2005 19:22 Titel: Usbekistan Politik und Wirtschaft |
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I Geschichte
Usbekistan ist ein Land mit alten staatlichen Traditionen, obwohl Usbekistan in seiner heutigen Form erst in den 1920er Jahren als Sowjetrepublik enstanden ist.
Schon im Altertum prägten Nomaden und Oasenbauern das Land Namens Baktrien. Es gab auch griechische Einflüsse durch das Alexanderreich im 4. Jhrd. v. Chr., sowie buddhistische Einflüsse dank der Weltberühmten Seidenstraße und der Nähe zu Indien.
Seit dem Altertum verlief ein Teil des wichtigsten Landweges zwischen Europa und Vorderasien nach Ostasien, die Seidenstraße, durch das heutige Usbekistan.
Im Zuge von arabischen Eroberungskriegen, setzte sich ab dem beginnenden 8. Jahrhundert der Islam durch. Nach dem Sieg des arabisch´persischen Kalifats über die Chinesen 751 gehörte Baktrien endgültig zur islamischen Welt. Die folgende Zeit wurde von den Samaniden in Buchara (819 bis 1005) bestimmt, einer Dynastie, die zum arabisch-persischen Kalifat zählte.
Ab 999 regierten türkische Khane des Katlukenstammes Buchara.als "Kara-Chaniden". Weiter westlich drängte der sAamm der Oghusen zwischen Aralsee und Kaspischem Meer nach Süden, sie tauchten als Seldschuken 1040 wieder in Chorassan auf.
Durch die Niederlage des Seldschuken Sultan Sandschars (reg. 1118-1157) in der Katwansteppe bei Samarkand 1141 bestimmten die Choresm-Schahs und ihre Rivalen, die aus China geflohenen Kara Kitai die Politik. 1220 kamen die Mongolen. Trotz vielen Rivalitäten unter den Stämmen galt die Epoche vor dem Mongolensturm als eine kulturell sehr hochstehende Zeit mit blühenden Städten und weitreichendem Handel.
Die Mongolenzeit war schlecht, die Stadtbevölkerung musste immer wieder Kriege unter den Nomadenstämmen erdulden, welche das Land zerrütteten. Die Ruhephasen reichten kaum für den Wiederaufbau. Der letzte dieser Zerstörer war Timur Lenk (Tamerlan) (reg. 1370-1405): er förderte aber Buchara und Samarkand großzügig mit Geldern, Künstlern und Handwerkern aus fremden Ländern. Seine Werke sind heute noch präsent (Gur-e Amir usw.). Danach kam sein Enkel Ulug Beg, das Land erblühte unter ihm kurz vor Ankunft der eigentlichen Usbeken.
Die Usbeken selbst waren ursprünglich ein Turkvolk mit gemeinsamen Wurzeln mit den Kasachen. Zusammen kamen sie aus (West-)Sibirien. Ihr Name leitet sich von Usbek Khan ab. Als Stammheimat sahen die Usbeken die Weiße Horde Shibani Khans an.
Der dortige Khan Abu'I-Chair (ein Moslem) versuchte um 1430 die Nomaden im Gebiet zwischen Tobol, Ural und Syr-Darja zu vereinigen. Was ihm zuerst auch gelang. Nachdem er jedoch versuchte einen straff organisierten Staat aufzubauen, verweigerten ihm andere Dschingisiden die Gefolgschaft und gründeten das Kasachenreich. 1468 wurde er von den Kasachen getötet.
Abu'I-Chairs Enkel Mohammed Scheibani gründete das Usbekenreich erneut und eroberte 1500 Buchara und Samarkand von den Nachkommen Timur Lenks. Aber erst der Sieg über Babur bei Gadschdiwan/ Buchara 1512 sicherte den Usbeken den Besitz des Landes zwischen Amu-darja und Syr-darja, der Norden verblieb bei den verbündeten Kasachen.
Das Usbekenreich profitierte im 1600 Jahrhundert von den Karawanen. Es gab im 16. Jh. eine Blütezeit der Wirtschaft, Baukunst und Malerei.
Auf Dauer waren die Usbeken jedoch von dem sich weiter entwickelnden Welthandel abgeschnitten. Dazu kamen innere Probleme. Abdullah (II.) (reg. 1556/83-1598) war nicht nur ein großer Bauherr, sondern auch ein orthodoxer Muslim, der eine Zeit geistiger Stagnation einleitete. Derwischorden breiteten sich aus, die Pest und verlorene Kriege schwächten 1590-98 das Land.
In der 2. Hälfte des 17. Jh. erlebte das Land unter den Fürsten der aus Astrachan stammenden Dschaniden-Dynastie erneut eine bescheidene Blüte.
Im 19. Jahrhundert geriet das Land in die Interessenssphäre Englands und Russlands, das schließlich die Kolonialherrschaft über Usbekistan durch einen Krieg errang. 1868 musste der in zwei militärischen Auseinandersetzungen mühelos geschlagene Emir von Buchara die russische Oberherrschaft anerkennen.
Während das Emirat Buchara und das Khanat Chiwa zwar Territorien an Russland abtreten mussten, jedoch unter zaristischem Protektorat als eigenständige Staaten bestehen blieben, wurde der dritte zuvor auf dem Gebiet des heutigen Usbekistan bestehende Staat, das Khanat Kokand, vollständig vom Russischen Zaren annektiert. Aus den unter russische Herrschaft eroberten Gebieten in Zentralasien wurde das Generalgouvernement Turkestan gebildet. Dessen Hauptstadt wurde Taschkent, damit wurde die Stadt zum administrativen und wirtschaftlichen Zentrum Zentralasiens.
Nach der Revolution 1917 übernahmen die Bolschewiki in Taschkent ebenso wie im russischen Kernland die Macht und aus dem ehemaligen Generalgouvernement Turkestan wurde 1918 die Turkestanische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (Turkestanische ASSR).
bei russland.RU
Schwerpunkt – Usbekistan
Im Khanat Chiwa und im Emirat Buchara wurden 1920 mit Unterstützung der Bolschewiki die Herrscher gestürzt und die Volksrepublik Choresmien bzw. die Volksrepublik Buchara ausgerufen und Kooperationsverträge mit der UDSSR geschlossen.
1924/1925 wurden die Sowjetrepubliken in Zentralasien neu gegliedert und alle drei genannten Staatsgebilde aufgelöst. Aus Teilen aller drei Gebiete wurde die Usbekische Sozialistische Sowjetrepublik (Usbekische SSR) gebildet, die 1925 Mitglied der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken wurde. Tadschikistan, das zunächst eine Autonome Sozialistische Sowjetrepublik innerhalb der Usbekischen SSR war, wurde 1929 als selbständige Tadschikische SSR von Usbekistan getrennt. Die Karakalpakische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik (Karakalpakische ASSR), die zunächst Teil der UDSSR gewesen war, wurde hingegen 1936 in Usbekistan eingegliedert.
1991 wurde Usbekistan für unabhängig erklärt und die Wirtschaft rekapitalisiert. In den 90er Jahren gab es wiederholt Nationalitätenkonflikte im Ferganatal im Osten des Landes und Konflikte mit islamischen Fundamentalisten. Der Präsident übt einen autoritären Regierungsstil aus.
1992 wurde eine demokratische Verfassung einführt, die die Achtung der Menschrechte, Gewaltenteilung und anderes garantiert. Allerdings bleibt Usbekistan ein Staat in dem Oppositionsparteien bis eute nicht zugelassen sind und wo die Versammlungsfreiheit stark eingeschränkt ist.
2001 räumte Usbekistan den Amerikanern das Recht zu Truppenstationierungen für den Afghanistankrieg ein. |
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Magnus Newbie
Anmeldungsdatum: 30.03.2005 Beiträge: 24 Wohnort: D-RLP; RO-CS; RUS-VOL
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Verfasst am: 14.Mai 2005 19:25 Titel: Revolution in Usbekistan könnte ganze Region gefährden |
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Für den usbekischen Präsidenten Islam Karimow steht fest, wer hinter den Unruhen im Osten seines Landes steckt: Radikale Islamisten hätten den Aufstand in Andischan organisiert, sagte der Sowjet-Veteran am Samstag.
Es seien die gleichen Verdächtigen aus dem Umfeld der verbotenen Partei Hizb ut-Tahrir, die bereits den Umsturz im benachbarten Kirgisien organisiert hätten. Für Politologen ist die Sache weniger klar. Die große Armut in Andischan und dem umliegenden Fergana-Tal gilt als eines der Hauptmotive für die Unruhen, die ständigen Repressionen durch Karimows autoritäre Führung als ein weiteres. Doch auch islamistische Tendenzen kommen ganz offensichtlich zum Tragen - wodurch sich die Revolte im Fergana-Tal auf die gesamte Region destabilisierend auswirken könnte.
"Karimows Erklärungen zur Gefahr des Islamismus sind keine reine Paranoia", sagt der unabhängige Journalist Sergej Ejkow, der in der usbekischen Hauptstadt Taschkent arbeitet. "Diese Bedrohung gibt es, aber die Machthaber und ihr Verhalten treiben die Bevölkerung diesen Organisationen auch zu. Wer keine Arbeit hat und keine Gerechtigkeit findet, für den wird die Idee eines 'islamistischen Kommunismus', wie sie die Hizb ut-Tahrir propagiert, auf einmal überaus attraktiv."
Gerade im Fergana-Tal, in dem Andischan liegt, sind die wirtschaftlichen Bedingungen harsch: Jeder dritte Erwachsene ist arbeitslos, der Monatslohn beträgt im Durchschnitt 25 Dollar. Der Islamismus genießt in der überbevölkerten Region großen Rückhalt. Die verbotene Hizb ut-Tahrir hat hier ihren Ursprung, ebenso wie die Islamische Bewegung Usbekistans (IMU), die in den 90er Jahren mehrere Anschläge verübt haben soll. In der kirgisischen Stadt Osch, die ebenfalls im Fergana-Tal liegt, hatte im März die Revolution ihren Ausgang genommen, die Kirgisiens Präsidenten Askar Akajew zu Fall brachte.
Auch deshalb war Russland sehr rasch nach Beginn der Unruhen in Usbekistan zur Stelle, um den Aufstand zu verurteilen. In einem Telefongespräch versicherten sich Karimow und der russische Präsident Wladimir Putin am Samstag gegenseitig ihre "Beunruhigung" über die "Destabilisierungsversuche in Zentralasisen". Immerhin hat Moskau in den vergangenen eineinhalb Jahren durch die Bürgerrevolutionen in Georgien, der Ukraine und Kirgisien bereits drei Verbündete aus Sowjetzeiten verloren.
Auch Karimow ist ein solcher Veteran der Sowjetära. Seit der Unabhängigkeit Usbekistans 1991 führt er die Ex-Sowjetrepublik mit harter Hand. Dabei führt der 67-Jährige, der nicht nur der russischen Regierung, sondern auch den USA als enger Verbündeter gilt, gerne die Gefahr des Islamismus ins Feld, um jegliche Opposition in seinem Land zu unterdrücken. Politische Gegner wurden entweder ins Exil getrieben oder verschwanden im Gefängnis. Die meisten unabhängigen Zeitungen wurden dicht gemacht.
In den ständigen Repressionen sehen Politologen einen weiteren Grund für den Aufstand in Andischan. "Die Menschen sind einfach aufgebracht, weil das Justizsystem in ein Strafsystem des Staates verwandelt worden ist", sagt Saidschahon Sainobidinow von der Menschenrechtsorganisation Apeljazija. "Die Aufständischen wollen Gerechtigkeit und ein normales Leben."
"Das Ganze sieht aus wie eine Bewegung aus einer allgemeinen Wut auf die Regierung", sagt auch David Lewis von der kirgisischen Filiale der Denkfabrik International Crisis Group. Allerdings dürfe niemand erwarten, dass aus einer Region wie dem Fergana-Tal eine demokratische Revolution wie in Georgien oder der Ukraine hervorgehen werde. Tatsächlich sei eher eine "islamistische" Revolution zu erwarten.
Ein islamistisch motivierter Umsturz würde jedoch die gesamte Region in eine wackelige Lage bringen, warnt Alexej Malaschenko von der Carnegie Foundation in Moskau. "Wenn der Brand einmal gelegt ist, wird er auch auf den Nordkaukasus übergreifen." Damit wären die Unruherepublik Tschetschenien und das benachbarte Dagestan gefährdet. Schon gewinnen radikale Islamisten hier an Boden. "Russland hat gar keine andere Wahl, als Karimow zu unterstützen", sagt Malaschenko. "Die Zeit drängt: Die sozialen Probleme müssen gelöst und eine weltlich orientierte Opposition muss zugelassen werden." |
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Magnus Newbie
Anmeldungsdatum: 30.03.2005 Beiträge: 24 Wohnort: D-RLP; RO-CS; RUS-VOL
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Verfasst am: 16.Mai 2005 10:32 Titel: Usbekistan Fergana-Tal: vom Traum zum Alptraum |
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Im Osten Usbekistans beginnen die Zentralasiatischen Gebirge. Aus den riesigen usbekischen Ebenen hinaus hat es ein Auslaüfer geschafft, sich wie eine Zunge zwischen die gewaltigen Bergketten zu klemmen.
Die Hochebene, das west-östlich in die Länge gezogene Fergana-Tal, ist etwa halb so groß wie die Schweiz - ein hügeliges Steppenland mit üppigen Oasen. Die Berge im Süden gehören zu Tadschikistan, die im Norden zu Kirgisistan.
Aus dem Osten kommend speisen zwei Flüsse das Tal; unterstützt von vielen Gebirgsbächen, besonders aus den nördlichen Tian-Shan-Bergen. Die vielen Wasser haben zwischen Berg-Engen am westlichen Ende des Fergana-Tals einen großen See gebildet. So ist das hauptsächlich usbekisch geprägte Tal wie von einem Wasser-Korken vom restlichen Usbekistan getrennt.
Das der Welt erst seit ein paar Tagen bekannte Andijan liegt ganz im Osten des Tals. In der langen Geschichte der von der Natur begünstigten Hochebene entwickelte sie sich zum dichtest besiedelten Teil Zentralasiens und einer der dichtest besiedelten Regionen der Welt. Heutzutage sind es um die acht Millionen Menschen, die den riesigen Platz zwischen den Bergen bewohnen - ehemals von den Bewohnern "Paradies der Welt" genannt.
Zu den vielen Großmächten, die die Idylle begehrten und begehren, gehört auch Russland. Stalin soll die künstlichen Grenzen selbst gezogen haben, die das Fergana-Tal zum Wohle (oder Streit) von Tadschikistan, Usbekistan und Kirgisistan zerstückelten. Zur perfekten Steuerung der Stabilität wurden noch einige Enklaven in die Landkarte eingebaut.
In der Sowjetunion spielten die im Zickzack verlaufenden Grenzen noch keine Rolle. Moskau hatte stets ein wachsames Auge auf die Perle zwischen den Berghängen. Religionsausübung war erschwert, das Vielvölker-Tal mit seinen multireligiösen Einflüssen überlebte, nur leise murrend, die jahrzehntlange Fernsteuerung aus Moskau. Der Islam wurde in Untergrundmoscheen und religiösen Schulen gepflegt - theoretisch streng konservativ, jedoch intellektuell pazifistisch.
Die Wiedergeburt des Religiösen im Fergana-Tal begann, als Usbekistan während des sowjetischen Afghanistan-Krieges zur Versorgungsbasis für Moskau diente. Taschkent geriet in die Hände der Militärs.
Es war der Islam, der die streitbaren Bergstämme Zentralasiens im Widerstand gegen die Sowjets einigte - der Mudschaheddin kam in Afghanistan zur Welt. Die islamischen Prediger in den sowjetischen Regionen erfreuten sich anschließend bei der Bevölkerung steigender Beliebtheit.
Die Sowjets hatten die Probleme unterschätzt und mussten sich zurückziehen. Der Islam blähte sich mit dem Abwehr-Erfolg am Hindukusch zum "Mythos Taliban". Von Amerikanern und saudischen Arabern hochgepäppelt kam es zum Wiedererstarken des Islams. Schon unter Gorbatschow forderten Prediger in den Moscheen des Fergana-Tals die Einführung der Scharia, des islamischen Rechts.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion schossen hunderte von Moscheen und religiösen Schulen wie Pilze aus den vorbereiteten Böden. Trotz der erlangten Ünabhängigkeit Usbekistans erwies sich das Ende der UdSSR als Fluch.
Das Fergana-Tal wurde nach Stalins alten Grenzen künstlich zwischen Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan aufgeteilt. Schnell entwickelten sich aus alten Kadern autokratische Systeme. In der Hauptstadt Usbekistans, Taschkent, begann die Ära Islam Kamirow. Mit harter Hand hielt er das Land äußerlich stabil und holte russische Panzer zu Hilfe, als 1991 die Islamisten nach der Macht griffen.
Die wirtschaftlichen Folgen waren fatal für die landwirtschaftlichen Region Fergana, vor allem für junge Leute. Hinzu kam: Die neuen Grenzen im Tal - teils mitten durch Dörfer führend - erzeugten erhebliche Spannungen unter den diversen Volksgemeinschaften, die lange friedlich zusammengelebt hatten.
Für die weitere Destabilisierung der nördlichen Nachbarn Afghanistans sorgte die amerikanische Einbindung Usbekistans im Kampf gegen die Taliban. Washington brauchte verlässliche Partner und wollte sich keine neue Natter a lá Osama heranzüchten.
Kamirov mit seinem fleißigen Geheimdienst, seiner skrupellosen Polizei und ohne lästige freie Medien im Lande schien ein fast perfekter Partner zu sein.
In Wahrheit war Usbekistan mit seinem hoch instabilen Fergana-Teil ein potenzieller Krisenherd mit gefährlicher Sprengwirkung, der früher oder später explodieren musste - wg. ethnischer Vielfalt, ungelöster Grenzfragen, Wasser- und Landknappheit bei schnell wachsender Bevölkerung, sich zuspitzender sozialer Probleme und hoher Arbeitslosigkeit.
Nun ist es passiert. Kamirow hat mit dem Blutbad seinen Ruf gefestigt, Präsident Putin wird innerlich strahlen, da ihn nicht Kamirow sondern die Aufständischen um Einmischung gebeten haben.
Der Weltpolizist Amerika steht allerdings in moralischen Unterhosen da. Der doppelte Standard - hier Menschenrechte, dort strategische Außenpolitik - zwingt Präsident Bush zum öffentlichen Spagat. Usbekistan war und ist ein äußerst heikler Verbündeter.
Russland, China und Iran werden genau verfolgen, über wieviel moralische Beinfreiheit Washingtons militärisches und wirtschaftliches Engagement in Zentralasien verfügen wird.
Das Fergana-Tal gleicht einer Zeitbombe, deren Zünder auch bei blutigsten Anstrengungen der Sicherheitsapparate nicht auf Dauer zu entschärfen ist. |
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WC.Hofmann Pathfinder
Anmeldungsdatum: 09.12.2004 Beiträge: 355 Wohnort: in der Mitte Europas
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Verfasst am: 24.Mai 2005 8:55 Titel: Re: Usbekistan Fergana-Tal: vom Traum zum Alptraum |
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| Magnus hat folgendes geschrieben:: |
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Zu den vielen Großmächten, die die Idylle begehrten und begehren, gehört auch Russland. Stalin soll die künstlichen Grenzen selbst gezogen haben, die das Fergana-Tal zum Wohle (oder Streit) von Tadschikistan, Usbekistan und Kirgisistan zerstückelten. Zur perfekten Steuerung der Stabilität wurden noch einige Enklaven in die Landkarte eingebaut.
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Die Sowjets hatten die Probleme unterschätzt und mussten sich zurückziehen. ...
Das Fergana-Tal wurde nach Stalins alten Grenzen künstlich zwischen Usbekistan, Kirgisistan und Tadschikistan aufgeteilt. Schnell entwickelten sich aus alten Kadern autokratische Systeme. ...
Die wirtschaftlichen Folgen waren fatal für die landwirtschaftlichen Region Fergana, vor allem für junge Leute. ...
In Wahrheit war Usbekistan mit seinem hoch instabilen Fergana-Teil ein potenzieller Krisenherd mit gefährlicher Sprengwirkung, der früher oder später explodieren musste - wg. ethnischer Vielfalt, ungelöster Grenzfragen, Wasser- und Landknappheit bei schnell wachsender Bevölkerung, sich zuspitzender sozialer Probleme und hoher Arbeitslosigkeit.
Nun ist es passiert. Kamirow hat mit dem Blutbad seinen Ruf gefestigt, ...
Russland, China und Iran werden genau verfolgen, über wieviel moralische Beinfreiheit Washingtons militärisches und wirtschaftliches Engagement in Zentralasien verfügen wird.
Das Fergana-Tal gleicht einer Zeitbombe, deren Zünder auch bei blutigsten Anstrengungen der Sicherheitsapparate nicht auf Dauer zu entschärfen ist. |
@Magnus
Zur usbekischen Geschichte würde ich die z.B. die folgende Quelle http://lexikon.freenet.de/Geschichte_Usbekistans empfehlen.
Ihre Analysen im 3. Teil Ihres Beitrages zeigen die "politische Zerrissenheit" der Region deutlich auf und weisen auf ein mögliches Pulverfass hin. Ich habe mir erlaubt, eine kleine Auswahl Ihrer Kernaussagen zu zitieren.
Wie sind Handelsbeziehungen zu einem solchen Land auf völkerrechtlicher Grundlage möglich und aus Sicht eines deutschen Händlers/Investors verantwortbar? |
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