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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 7236
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Verfasst am: 22.Aug 2006 19:38 Titel: Wer braucht schon Rover? |
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Die Markenrechte an Rover sollen verkauft sein,
lässt der Automobilbauer BMW verlauten. Allein an wen, bleibt
offiziell noch immer offen, obwohl es die Spatzen von den Dächern
pfeifen, dass der chinesischen Hersteller SAIC für etwa 16 Mill. Euro
den Zuschlag erhalten haben soll. Grund für die Münchner
Zurückhaltung: Der Land-Rover-Eigner Ford muss noch sein Plazet zu
dem Deal geben. Daran aber dürfte die Restabwicklung des
wirtschaftlich längst verdauten BMW-Flops in Großbritannien nicht
scheitern.
Interessanter ist eigentlich, wozu die Chinesen überhaupt die
Marke Rover benötigen. Rover als Teil des aus den Resten der
einstigen britischen Automobilindustrie künstlich, aber wenig
kunstvoll zusammengefügten MG Rover Gruppe hatte außerhalb des
Vereinigten Königreichs nie eine Rolle im Wettbewerb gespielt. Selbst
am Heimatmarkt Großbritannien schrumpfte der Marktanteil des
Herstellers bis zu seiner Insolvenz auf eine vernachlässigbare Größe.
Nun soll ausgerechnet ein chinesischer Hersteller der Nicht-Marke
mit dem Wikingerschiff im Emblem zu frischem Wind verhelfen? Und mit
Rover-Fahrzeugen den europäischen oder den amerikanischen Markt
ansteuern zu wollen, hat mehr mit Abenteuerlust denn mit
wirtschaftlichem Kalkül zu tun.
Aber die Rechtelage hat es einfach in sich. Der China-interne
SAIC-Konkurrent Nanjing, der sich als ältesten Autobauer im Reich der
Mitte ansieht und entsprechend angejahrte Fahrzeuge montiert, will
den Sprung nach vorne und erwarb 2005 aus der Insolvenzmasse von MG
Rover die Sportwagenmarke MG sowie Montagelinien, Motoren- und
Getriebetechnik für Rover-Modelle. SAIC wiederum zog im Bietgefecht
zwar den kürzeren, sicherte sich aber die Produktionsrechte an dem
mit BMW-Geldern entwickelten Modell Rover 75 und dem kleinen Fahrzeug
Rover 25.
Im Grunde würde BMW nach der Devise des alten römischen
Chefstrategen Julius Cäsar mit der Markenvergabe an SAIC alles
richtig machen: Teile und herrsche. Sollen doch die Emporkömmlinge
aus Fernost mit dem - mittlerweile auch schon angestaubten -
Rover-Nachlass machen, was sie wollen - die BMW-Geschäfte berührt es
nicht mehr. So könnte in China künftig ein Rover 75 aus
SAIC-Fertigung möglicherweise gegen einen technisch ähnlichen MG75
aus dem Hause Nanjing antreten. Wen kümmert's.
(Börsen-Zeitung) |
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