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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6841
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Verfasst am: 27.März 2007 16:11 Titel: Zahlungsverkehr: Die neuen Regeln der EU - Staaten |
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Beim Bezahlen im EU-Ausland soll ab dem kommenden Jahr vieles billiger und einfacher werden. Denn seit fünf Jahren gibt es zwar den Euro, aber im Geldverkehr bestanden weiter Hürden. Das soll nach der Einigung der EU-Finanzminister vom Dienstag in Brüssel anders werden. In den 27 EU-Staaten wird bis 2010 erstmals ein gemeinsamer Zahlungsraum (SEPA) geschaffen.
So sollen ab 1. Januar 2008 in allen EU-Staaten einheitliche Überweisungsformulare angeboten werden, bis 2010 zunächst parallel zu den existierenden nationalen Formularen.
Diese zweijährige Übergangsfrist soll den Verbrauchern die Umstellung auf die neuen Vorgaben erleichtern: Ab 2010 müssen auch bei nationalen Überweisungen die internationale Bankkontonummer (IBAN) und die internationale Bankleitzahl (BIC) des Empfängers angegeben werden, die bislang nur bei Überweisungen in andere Staaten notwendig sind.
Laut Bundesfinanzministerium planen die Banken für Anfang Januar 2008 auch die Einführung grenzüberschreitender Lastschriftverfahren. Damit könnten etwa Deutsche, die ein Ferienhaus in Frankreich besitzen, die Stromrechnung direkt vom heimischen Konto abbuchen lassen. Es zeichne sich allerdings ab, dass nicht alle Banken schon am 1. Januar nächsten Jahres so weit sein würden, verlautete aus dem Ministerium.
Die EU-Richtlinie sieht ferner einheitliche Mindeststandards für Überweisungen, Lastschriftverfahren und Zahlungen per Kredit- oder EC-Karte vor. So sollen Überweisungen innerhalb der EU ab 2012 spätestens bis Ende des nächsten Arbeitstags ausgeführt werden. Zudem müssten Verbraucher etwa bei einem Verlust der EC-Karte im Ausland nicht mehr befürchten, dass ihr Konto geleert wird: Sofern sie die Bank rechtzeitig informieren, haften sie nach dem Richtlinienentwurf nur noch bis zu einem Betrag von 150 Euro.
Ferner sollen die Verbraucher künftig bei Händlern EU-weit mit ihrer EC-Karte zahlen können, was bislang nur eingeschränkt möglich ist.
Nach den Plänen des Europäischen Rats für Zahlungsverkehr (European Payments Council, EPC), einem Koordinierungsgremium der Banken, sollen langfristig auch die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island in das System einbezogen werden.
Die Richtlinie sieht auch einheitliche Regeln für so genannte neue Zahlungsdienstleister vor. Darunter fallen etwa Finanztransfer-Dienstleister wie Western Union. Dieser Teil der Richtlinie war bis zuletzt umstritten. Die Finanzminister sprachen sich nun dafür aus, dass die neuen Zahlungsdienstleister nur Kredite mit einer Rückzahlungsfrist bis 12 Monate vergeben sollten. Der zuständige Ausschuss des Europaparlaments hat eine Befristung auf zehn Monate gefordert, nach Angaben der deutschen Ratspräsidentschaft aber bereits Entgegenkommen signalisiert.
Volle Akzeptanz von Bankkarten
Bereits ab dem kommenden Jahr soll es im EU-Ausland grundsätzlich möglich sein, mit jeder Bankkarte an jedem Geldautomaten Geld abzuheben. Auch die in Deutschland hohen Gebühren für den Auslandseinsatz sollen sinken. Damit will die EU großen Kreditkartenfirmen wie Visa und MasterCard das Wasser abgraben, die Geschäften hohe Kosten verursachen.
Schnellere Überweisungen
Überweisungen sollen auf dem Konto künftig bereits nach einem Tag gutgeschrieben werden. Bisher dauert es drei Tage oder länger. Bei Überweisungen ins EU-Ausland müssen auch weiter die internationale Kontonummer IBAN und die internationale Bankleitzahl BIC angegeben werden.
Europäisches Lastschriftverfahren
Abbuchungen vom Konto sollen künftig nicht nur in Deutschland, sondern auch im EU-Ausland möglich sein. Damit können etwa Touristen schnell und sicher ihre Einkäufe zahlen. Vorteil: Der exakte Tag der Kontobelastung ist künftig bekannt. Zudem gibt es innerhalb von sechs Wochen ein Widerspruchsrecht. Davon werden Bankkunden nach Angaben der Institute aber frühestens 2010 in allen Staaten profitieren können.
Leichtere Kreditvergabe
Nicht nur Banken, sondern auch private Gelddienstleister wie Western Union können künftig für Einzelkäufe Kleinkredite vergeben. Dieser Punkt war wegen der hohen Zahl überschuldeter Verbraucher umstritten. Nach dem Willen der Finanzminister sollen Kunden den Kredit, etwa beim Kauf eines Kühlschranks, innerhalb von zwölf Monaten abstottern. Das Europaparlament will dagegen eine strengere Frist von zehn Monaten. Hier könnte noch nachgebessert werden.
Neue Zahlmethoden
Was bisher in vielen Ländern Zukunftsmusik ist, könnte bald EU-weit Wirklichkeit werden: Etwa das Bezahlen per SMS im Restaurant oder beim Zahnarzt, wie es in Belgien im Mai eingeführt wird.
Quelle: welt |
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