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Moderator GM&P .

Anmeldungsdatum: 21.01.2006 Beiträge: 6269
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Verfasst am: 12.März 2007 15:28 Titel: Zoll warnt vor Gift in illegalen Zigaretten |
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Rauchen gefährdet die Gesundheit. Und ganz besonders ungesund können Zigaretten sein, in denen mehr drinnen ist als drauf steht. Zunehmend Sorgen bereitet Ermittlern der Europäischen Union in diesem Zusammenhang der Zigarettenschmuggel. Längst sind die Zeiten vergangen, in denen fast ausschließlich originale Marken-Glimmstängel an der Steuer vorbei innerhalb der EU zu Schleuderpreisen verkauft wurden. "Bei 70 bis 95 Prozent der sichergestellten Zigaretten handelt es sich heutzutage um Fälschungen bekannter Markenzigaretten", bestätigt Siegfried Wittwer, Ermittler beim europäischen Amt für Betrugsbekämpfung (OLAF) der Europäischen Kommission.
Während die Verpackungen mittlerweile vom Original kaum noch zu unterscheiden seien, lauere häufig im Tabak so manch böse Überraschung. "Wir haben schon Rückstände von Kot und sogar Plastikkügelchen in Plagiaten gefunden", berichtet Wittwer. Da die Fälscher ihre Schmuggelware oft unter unhygienischen Umständen, etwa in unterirdischen Fabriken, produzieren, seien Verunreinigungen die Regel. Zudem würden die Markenpiraten überwiegend minderwertige Tabake verwenden, warnt Wittwer.
Zusammen mit neun weiteren Mitarbeitern aus verschiedenen Mitgliedstaaten versucht der Ermittler, den Zigarettenschmugglern seit Jahren das Handwerk zu legen. Dafür arbeitet das Team eng zusammen mit den Zollbehörden der EU-Länder, Geheimdiensten und Drittstaaten. Dennoch bleibt der Kampf gegen die illegale Einfuhr ein fast hoffnungsloses Unterfangen für die "Task Group Cigaretts" beim OLAF. Auch wenn immer wieder spektakuläre Schläge gegen die Schmugglerbanden gelingen, wie erst vor kurzem im November 2006.
Deutscher und tschechischer Zoll legten dabei zwei illegale Produktionsstätten in Tschechien trocken. Rund 29 Mio. Zigaretten und 400 Tonnen Tabak wurden beschlagnahmt, mehrere Verdächtige festgenommen. Insgesamt wurden 2005 laut Zollkriminalamt 735 Mio. unversteuerte Zigaretten sichergestellt. 70 Prozent davon waren Plagiate. Der wohl größte Produzent nachgemachter Kippen ist China. Die Welthandelsorganisation WHO schätzt die Jahresproduktionsmenge auf mindestens 190 Mrd. Zigaretten. Aber auch in anderen asiatischen Ländern sowie in Mittel- und Osteuropa wird fleißig gedreht. Neu dagegen ist der Trend zur Produktion am Absatzmarkt. "Fast in jedem Mitgliedstaat wurden bereits Fälscherwerkstätten ausgehoben", sagt der Ermittler. Erst im vergangenen Jahr konnten zwei illegale Fabriken in Köln und in Koblenz stillgelegt werden.
Am Herzen liegt den Fahndern natürlich nicht nur die Gesundheit der Verbraucher. Denn der Schmuggel mit Plagiaten bringt die EU-Länder um erhebliche Zoll- und Steuereinnahmen. Die EU-Kommission geht von jährlich mehreren hundert Mio. Euro aus.
Quelle:Morgenpost |
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