Henan Wanhua Investment Co. Ltd (HWI)
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Henan Wanhua Investment Co. Ltd (HWI)
Betrug aus China: Videoproduktionsfirma berichtet über Erfahrung mit chinesischer Scheinfirma
Das Unternehmen namens TravelSensations - eine Videoproduktionsfirma aus München wird von einer Scheinfirma zur Vertragsunterschrift nach China eingeladen und wendet sich nun an die Öffentlichkeit, um andere Firmen zu warnen.
Der Firmenbetrug aus China ist bestens inszeniert, bis ins Detail durchdacht und betrifft immer mehr Firmen in Deutschland und Österreich. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) berichtet in einer Veröffentlichung vom 19.6.2012: „In letzter Zeit werden vermehrt österreichische Unternehmen von so genannten „Scheinfirmen" aus China kontaktiert, wobei es auch immer wieder zu konkreten Schadensfällen kommt." Auch deutsche Firmen sind betroffen und die IHK schreibt, dass es zunehmend schwieriger wird „eine solche kriminelle Absicht im Vorfeld zu erkennen."
TravelSensations (TS) -- eine Videoproduktionsfirma aus München betrifft es persönlich und wendet sich nun an die Öffentlichkeit, um andere Firmen zu warnen.
Es begann mit einer Email, in der die Scheinfirma „Henan Wanhua Investment Co. Ltd" (HWI) vorgibt Interesse an einer umfangreichen Videoproduktion in Deutschland zu haben. Es werden detaillierte Vorgaben zum Inhalt der Videoproduktion gemacht und man einigt sich auf die Zahlung von 2300 US$ pro Minute, also einem Auftragswert von 1,15 Mio. US Dollar. Es wird ebenfalls angegeben 70% im Voraus zu zahlen. TS wird zur Vertragsunterzeichnung nach China eingeladen und mit Hilfe einer offiziellen Einladung wird ein Geschäftsvisum beantragt.
Thomas R. reist nach Zhengzhou und wird freundlich empfangen. Weitere Details werden vor Ort besprochen, jedoch fällt Thomas R. auf, dass Videos auf der Webseite travelsensations.de in China nicht sichtbar sind, da Youtube in China blockiert wird, was Thomas R. skeptisch stimmt. Die Vertragsunterzeichnung findet am folgenden Tag im Bürogebäude von HWI statt. Daraufhin wird Thomas R. gefragt teure Geschenke für den CEO zu kaufen. Thomas R. lehnt dies jedoch ab. Dennoch wird er zum Geschäftsessen eingeladen um die Vertragsunterzeichnung zu feiern, wobei er animiert wird Bier in größeren Mengen zu trinken. Nun fragt die chinesische Scheinfirma anfallende Notarisierungskosten in Höhe von 4800 US Dollar zu zahlen. Thomas R. geht auf Nummer sicher und bietet an diese Summe erst nach der 1. Vorauszahlung zu begleichen. Auch dies wird akzeptiert und er wird zurück zum Flughafen gebracht.
Nach der Rückkehr nach Deutschland zweifelt Thomas R. ernsthaft an der Seriosität der Firma und findet HWI jetzt in einer Liste von Scheinfirmen auf der Webseite des WKO vom 19.06.2012. HWI schickt nun auf Anfrage sogar eine offizielle Firmenregistrierung und meldet an, dass am 10. Juli ein Regisseur nach Deutschland reisen wird und schickt sogar eine Kopie des Reisepasses. Weitere Recherchen ergeben, dass laut chinesischen Blogs eine Reihe von chinesischen Privatpersonen und Unternehmen von der Firma um Geld gebracht wurden. HWI ist also bis heute in Kontakt mit deutschen und österreichischen Firmen und wird am 10. Juli einen Repräsentanten nach Deutschland schicken um weitere Gelder zu kassieren.
Geben Sie diese Informationen also an andere Firmen weiter, um Sie vor größeren Schadensfällen zu bewahren. Auf der folgenden Seite finden Sie eine hilfreiche Checkliste um zu prüfen, ob Sie von einer Scheinfirma kontaktiert wurden. Hier finden Sie einen detaillierten Erfahrungsbericht von TravelSensations.
Das Unternehmen namens TravelSensations - eine Videoproduktionsfirma aus München wird von einer Scheinfirma zur Vertragsunterschrift nach China eingeladen und wendet sich nun an die Öffentlichkeit, um andere Firmen zu warnen.
Der Firmenbetrug aus China ist bestens inszeniert, bis ins Detail durchdacht und betrifft immer mehr Firmen in Deutschland und Österreich. Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) berichtet in einer Veröffentlichung vom 19.6.2012: „In letzter Zeit werden vermehrt österreichische Unternehmen von so genannten „Scheinfirmen" aus China kontaktiert, wobei es auch immer wieder zu konkreten Schadensfällen kommt." Auch deutsche Firmen sind betroffen und die IHK schreibt, dass es zunehmend schwieriger wird „eine solche kriminelle Absicht im Vorfeld zu erkennen."
TravelSensations (TS) -- eine Videoproduktionsfirma aus München betrifft es persönlich und wendet sich nun an die Öffentlichkeit, um andere Firmen zu warnen.
Es begann mit einer Email, in der die Scheinfirma „Henan Wanhua Investment Co. Ltd" (HWI) vorgibt Interesse an einer umfangreichen Videoproduktion in Deutschland zu haben. Es werden detaillierte Vorgaben zum Inhalt der Videoproduktion gemacht und man einigt sich auf die Zahlung von 2300 US$ pro Minute, also einem Auftragswert von 1,15 Mio. US Dollar. Es wird ebenfalls angegeben 70% im Voraus zu zahlen. TS wird zur Vertragsunterzeichnung nach China eingeladen und mit Hilfe einer offiziellen Einladung wird ein Geschäftsvisum beantragt.
Thomas R. reist nach Zhengzhou und wird freundlich empfangen. Weitere Details werden vor Ort besprochen, jedoch fällt Thomas R. auf, dass Videos auf der Webseite travelsensations.de in China nicht sichtbar sind, da Youtube in China blockiert wird, was Thomas R. skeptisch stimmt. Die Vertragsunterzeichnung findet am folgenden Tag im Bürogebäude von HWI statt. Daraufhin wird Thomas R. gefragt teure Geschenke für den CEO zu kaufen. Thomas R. lehnt dies jedoch ab. Dennoch wird er zum Geschäftsessen eingeladen um die Vertragsunterzeichnung zu feiern, wobei er animiert wird Bier in größeren Mengen zu trinken. Nun fragt die chinesische Scheinfirma anfallende Notarisierungskosten in Höhe von 4800 US Dollar zu zahlen. Thomas R. geht auf Nummer sicher und bietet an diese Summe erst nach der 1. Vorauszahlung zu begleichen. Auch dies wird akzeptiert und er wird zurück zum Flughafen gebracht.
Nach der Rückkehr nach Deutschland zweifelt Thomas R. ernsthaft an der Seriosität der Firma und findet HWI jetzt in einer Liste von Scheinfirmen auf der Webseite des WKO vom 19.06.2012. HWI schickt nun auf Anfrage sogar eine offizielle Firmenregistrierung und meldet an, dass am 10. Juli ein Regisseur nach Deutschland reisen wird und schickt sogar eine Kopie des Reisepasses. Weitere Recherchen ergeben, dass laut chinesischen Blogs eine Reihe von chinesischen Privatpersonen und Unternehmen von der Firma um Geld gebracht wurden. HWI ist also bis heute in Kontakt mit deutschen und österreichischen Firmen und wird am 10. Juli einen Repräsentanten nach Deutschland schicken um weitere Gelder zu kassieren.
Geben Sie diese Informationen also an andere Firmen weiter, um Sie vor größeren Schadensfällen zu bewahren. Auf der folgenden Seite finden Sie eine hilfreiche Checkliste um zu prüfen, ob Sie von einer Scheinfirma kontaktiert wurden. Hier finden Sie einen detaillierten Erfahrungsbericht von TravelSensations.
Stellen Sie sich vor Ihre Firma bekommt einen Großauftrag aus China.
So war es der Fall für uns – zumindest haben wir es bis vor Kurzem noch geglaubt. Die chinesische Firma Henan Wanhua Investment Co., Ltd. kontaktierte uns per Email und gab an, an einer DVD Produktion über Deutschland interessiert zu sein, welche dann in China verkauft und im chinesischen Fernsehen gezeigt werden sollte. Insgesamt müssten 20 Episoden zu jeweils 25 Minuten in HD Qualität produziert werden. Auch gab es Vorgaben was in diesen Episoden beinhaltet werden sollte, dass ein Voice-over auf Englisch gemacht werden müsste und, dass die Musik in China komponiert werden würde.
Als nächstes wurde eine Project Outline angefordert mit Details über die Inhalte der Episoden. Danach wurde noch ein offizielles Angebot angefordert und man einigte sich auf eine Zahlung von 2300 US Dollar pro Minute was dem Auftrag einen Wert von 1,150 000 US Dollar gab. Auch sollten 70% im Voraus gezahlt werden. Binnen kurzem wurde eine Vertragsvorlage angefordert. Die Freude bei dem Team von TravelSensations war groß und ein Anwalt wurde konsultiert, um den Vertrag auszuarbeiten, dessen Konditionen von der chinesischen Firma bis auf kleine Änderungen komplett akzeptiert wurden. Jedoch sollte lt. der chinesischen Firma eine Klausel beigefügt werden und zwar, dass der Vertrag in China notarisiert werden muss.
Nun wurden wir nach China zur Vertragsunterzeichnung eingeladen und eine offizielle Einladung der Firma für ein Geschäftsvisum wurde geschickt und beim Konsulat vorgelegt. Also buchten wir einen Flug nach Zhengzhou. Die Übersetzerin und der Supervisor begrüßten mich freundlich am Flughafen. Am nächsten Tag wurden im Hotelzimmer weitere Verhandlungen über den Ablauf der Produktion und den Vertrag geführt, die dann dem CEO berichtet werden sollten. Am nächsten Tag war geplant den CEO zu treffen und den Vertrag zu unterzeichnen. Souvenirs als Dankeschön für die Einladung und Gruß aus Deutschland in gelbem Geschenkpapier wurden an den CEO, den Supervisor sowie die Übersetzerin übergeben.
Am folgenden Tag wurde ich in das Büro im Stadtzentrum eingeladen. Ein eher schäbiges kleines Büro mit Empfangsbereich im 5. Stock war der Ort der Unterzeichnung. Visitenkarten wurden ausgetauscht und ein wenig Small-Talk wurde gehalten
Anschließend zeigte der CEO Interesse für unsere Videos. Ich versuchte YouTube zu öffnen und stellte fest, dass es nicht möglich ist. Die YouTube Player auf unseren Webseiten TravelSensations.de und AuthenticHolidayFilms.com konnten folglich nicht genutzt werden und Videos konnten schlussendlich nie angeschaut werden. Facebook und Vimeo sind ebenfalls von der chinesischen Regierung gesperrt. Dies wiederum machte mich sehr stutzig. Wir sind eine Videoproduktionsfirma, werden mit einem solchen großen Projekt beauftragt und Arbeitsproben bzw. unsere Videos wurden nie angeschaut.
Danach unterzeichnete der CEO mit großer Freude den Vertrag. Einige Fotos wurden geschossen und ein roter Stempel siegelte den Vertrag, der allerdings erst rechtsgültig werden sollte sobald er notarisiert wurde.
Nun wies der CEO darauf hin, dass der geschenkte Teddy in bayerischen Lederhosen für einen CEO nicht angebracht war und, dass er diesen an den Sohn gegeben hatte.
Nachdem der CEO den Raum verlassen hatte, wies der Supervisor darauf hin, dass man dem CEO ein angemessenes Geschenk machen sollte. Es sollte dem CEO gegenüber den richtigen Dank und den angemessenen Respekt zeigen. Da oft berichtet wird, dass Geschenke bei Vertragsunterzeichnungen in China wichtig seien und ich merkte, dass der CEO unzufrieden war mit den Souvenirs, stimmte ich dem Supervisor zu und wir gingen zusammen nach einem „geeigneten“ Geschenk schauen.
Wir gingen dann in einen „China Gold“ Laden gleich um die Ecke. Dieses Geschäft hatte überall rote Wände und schon im Vitrinenbereich konnte man große, protzige Goldplatten sehen. Nun kam der Vorschlag eine 5400 Dollar Goldplatte zu kaufen, worauf ich mich jedoch nicht einließ. Als nächstes wurde eine Goldplatte für 2700 Dollar vorgeschlagen und auch hierauf ließ ich mich nicht ein. Letztendlich kamen mir die Vorschläge so übertrieben vor, dass ich skeptisch wurde.
Dennoch wurde ich zur Feier des Tages in ein Restaurant eingeladen, in dem viel Bier getrunken wurde und chinesisch gegessen wurde. Nach etwa 4 Bier wurde mit einem Taschenrechner hantiert und es wurde der Vorschlag gemacht, dass für die Notarisierung 0,6% des Gesamtwertes des Vertrages gezahlt werde muss, also 9600 US Dollar, wobei TravelSensations 50% zahlen sollte. Daraufhin habe ich entgegnet, dass wir den Betrag gern bezahlen, sobald die erste Vorauszahlung bei uns angekommen ist. Nun kam der Vorschlag, dass ich jetzt sofort 10% zahlen könnte oder später 50%. Da ich jedoch auf Nummer sicher gehen wollte, willigte ich ein die 50 % später nach der ersten Vorauszahlung zu begleichen. Dies wurde ohne Weiteres akzeptiert und wir einigten uns, dass die chinesische Firma vorerst die Kosten tragen würde.
Der Aufenthalt in Zhengzhou/ China ging zu Ende und ich wurde mit dem Taxi zum Flughafen gebracht. Zurück in München wurde weiterhin versprochen, dass die Notarisierung bald stattfinden würde. Die gewonnen Eindrücke in China machten mich so skeptisch, dass ich mich im Internet etwas schlauer machte und ich wurde schnell fündig. Auf der Webseite der Wirtschaftskammer Österreich, fand ich genau diese Firma „Henan Wanhua Investment Co. Ltd.“ als Scheinfirma gelistet. Leider ging diese Webseite erst am 19.06.2012 online, also zu dem Zeitpunkt, als ich mich noch in China befand. Die Gesamtkosten beliefen sich auf etwa 1800 Euro für Flug, Hotel, Souvenirs, Transfers, Verpflegung etc., von dem betriebenen Zeitaufwand für ein umfangreiches Angebot sowie einem Vertragsentwurf gar nicht zu sprechen.
Im Gegensatz zu den anderen berichteten Fällen im Internet, stehen wir derzeit noch im Kontakt mit dieser Firma und diese sind auch noch telefonisch erreichbar. Nach der Recherche und der offiziellen Bestätigung der Webseite vom 19.06. der WKO, haben die Chinesen offen darauf angesprochen, dass wir die Information haben, dass es sich um eine Scheinfirma handelt. Diese wollten uns das Gegenteil beweisen und haben uns die offizielle Firmenregistrierung als Anhang in einer Email zugesandt. Die Wirtschaftskammer in Österreich bestätigte uns, dass die Firma offiziell angemeldet und registriert sei, aber es sich dabei um keine seriöse Firma handelt. Weitere Recherchen haben auch ergeben, dass in chinesischen Blogs berichtet wird wie chinesische Privatpersonen und Unternehmen um Geld gebracht wurden. Wir sind jetzt noch perplex mit welchen betrügerischen Machenschaften vorgegangen wird. Diese Firma ist so durchdacht vorgegangen, dass für so gut wie alle Eventualitäten eine Antwort in der Schublade liegt.
Wir finden es noch wichtig zu erwähnen, dass der „Executive Director“ sich für den 10. Juli angemeldet hat und nach München kommen möchte, um das Projekt weiter zu besprechen. Unsere Theorie ist, dass diese Scheinfirma mehrere Betrugsfälle gleichzeitig am laufen hat und auf irgendeine Art und Weise versuchen wird den Leuten vor Ort das Geld aus den Taschen zu ziehen. Wir haben uns jedoch entschlossen jeglichen Kontakt nun abzubrechen. Mit unserer Geschichte möchten wir alle Firmen davor warnen den gleichen Fehler zu begehen. Wir hoffen, dass wir genau diese Unternehmen mit unserer Nachricht und dem Video erreichen, die mit der gleichen Scheinfirma derzeit noch in Kontakt stehen und den „Executive Director“ namens Wang Zezhong um den 10. Juli 2012 erwarten.
Die Moral der Geschichte: Wenn es zu gut klingt, um wahr zu sein, dann ist es sehr wahrscheinlich auch so.

