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Europäische Wirtschaftskammer (klingt gut, isset aber nich)
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Europäische Wirtschaftskammer (klingt gut, isset aber nich)
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Noch schöner Wohnen in Rosslau
Von der OVB als solide Kapitalanlage empfohlen: Malerische Plattenbauwohnungen mit höchst zweifelhaftem Hintergrund
München, 11.05.2004: Wir hatten bereits vor längerer Zeit von den Zuständen im Objekt Birkenallee, Rosslau berichtet. Neben der Telis, deren unseriöse Vertriebspraktiken uns bereits mehrfach aufgefallen sind, hat auch die OVB Vermögensberatung ihren Kunden den Erwerb einer Eigentumswohnung im Objekt Birkenallee als rentables Steuersparmodell empfohlen. Kein Ruhmesblatt für den damals noch als GmbH firmierenden Vertrieb, der ja seit geraumer Zeit an seinem Börsendebüt arbeitet. Für viele Anleger entwickelt sich die Investition zunehmend zu einer finanziellen und damit auch persönlichen Katastrophe. Denn nahezu alle Widrigkeiten, die eine Immobilienanlage mit sich bringen kann, sind hier eingetreten: mangelhafte Bauausführung, fragwürdige Verhältnisse in der Sonder- und Gemeinschaftseigentumsverwaltung, Ausfall der Mieter u.s.w..
Dabei hatte die OVB auch mit der besonderen Zuverlässigkeit des Verkäufers Thomas Meyer geworben, der neben der Stereo Wunderland einen Großteil der Wohnungen verkauft hat. Er sollte immerhin von der "Europäischen Wirtschaftskammer für Handel, Gewerbe und Industrie (EWIV)" mit einem Innovationspreis ausgezeichnet worden sein. Was wohl auch stimmt. Unerwähnt blieb nur, dass diese "Wirtschaftskammer" keine den Handelskammern vergleichbare Organisation, sondern eine kommerzielle Privatvereinigung ist und dass es sich um eine wohl allenfalls zur Irreführung geeignete Auszeichnung handelt, die wahrscheinlich noch erkauft war.
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag warnt ausdrücklich vor der Organisation und den von ihr verliehenen "Auszeichnungen". Das OLG Dresden hat der Organisation Irreführung im Hinblick auf ihr Auftreten und die von ihr verliehenen Auszeichnungen attestiert (Urteil vom 29.02.2000, Az. 14 U 3716/99). Wem können solche Orden gleichwohl etwas nützen? Zum Beispiel einem Bauunternehmer wie Thomas Meyer, der gegenüber potentiellen Käufern den Eindruck besonderer Seriosität vermitteln will.
Wie seriös Thomas Meyer tatsächlich war, zeigte sich nur wenig später: Die zugesicherte TÜV-Zertifizierung wurde nicht erteilt. Abgesehen von erheblichen Mängeln wurden wohl den Prüfern die erforderlichen Begehungen nicht ermöglicht. Denn dann wäre gleich offensichtlich geworden, dass etwa keine DIN-gerechten Materialien verwendet und zweifelhafte Werkunternehmer beauftragt wurden. So sollen die neu eingebauten Fenster aus einer Konkursmasse stammen, die jahrelang auf irgendwelchen Hinterhöfen gelagert wurde. Sie entsprechen nicht den Bauvorschriften.
Einfluss- und Einsichtsmöglichkeiten der Erwerber schloss man konsequenter Weise über den Abschluss diverser Verwaltungs-, Mietpool- und Mietgarantieverträge aus. Verwalterin wurde Frau Kerstin Meyer - die Ähnlichkeit der Namen ist nicht zufällig. Für betroffene Erwerber bedeutet dies, dass sie Eigentümer einer Immobilie sind, deren Wert auch nicht annähernd dem Kaufpreis entspricht, hohe monatliche Finanzierungskosten zu tragen haben und sich mit ungeklärten Verhältnissen in der Wohnungseigentümergemeinschaft auseinandersetzen müssen.
Und mit einem zweifelhaften Modell, bei dem sie nicht nur einer Gesellschaft aus dem Dunstkreis der Verkäufer hohe Gebühren für Fernwärmeleitungen auf dem Grundstück zahlen sollen, sondern auch noch - absolut ungewöhnlich und auch vermeidbar auf unabsehbare Zeit für etwaige Straßenschäden dort aufkommen müssten. Die OVB wirbt heute mit dem Slogan um Vertrauen, dass sich ihre Berater als "Vermögensanwälte auf Lebenszeit" verstehen. Zeit ihres Lebens werden viele Erwerber einer Wohnung in Rosslau wohl mit den Folgen dieses Vertrauens belastet sein.
Stichworte: OVB-Vermögensberatung AG; Telis; Eigentumswohnung; Bauträgermodell; Immobilienschwindel; Immobilienbetrug; Strukturvertrieb; Thomas Meyer; Europäische Wirtschaftskammer
Quelle: Lachmayr & Kollegen
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Risiko-Kapitalanlagen
Münchner CSU-Spitze in dubiose Geschäfte verstrickt
Führende Politiker der Münchner CSU lassen mit ungewöhnlichen Methoden Geld für Unternehmen werben, mit denen sie geschäftlich verbunden sind.
CSU-Schatzmeister Ralph Burkei und der stellvertretende Parteivorsitzende Aribert Wolf arbeiteten dafür mit einer Firma zusammen, die mit Tricks und faulen Zeugnissen Anleger ködert. Dieses Unternehmen sponsorte auch bereits einen CSU-Parteitag.
Es handelt sich dabei um die Alfred Wieder Vertriebs AG. Sie verkauft unter anderem einen Global Chance Fund (GCF) und wirbt dafür mit einem Foto von Ministerpräsident Edmund Stoiber und aufwändigen, mit prominenten Rednern wie dem früheren Stuttgarter Regierungschef Lothar Späth oder dem Anlegerschützer Heinz Gerlach gespickten Verkaufsveranstaltungen.
Sein geschlossener Fonds investiert laut Verkaufsprospekt in Firmen, die für Weiterentwicklung und Vermarktung von Erfindungen Geld benötigen. Neben anderen hat sich Firmenchef Wieder an der Grünwalder Inova AG beteiligt, die ebenfalls von Anlegern Risikokapital einsammelt, das sie in Erfinder-Unternehmen steckt – etwa in die Health Base AG, die Software für digitale Krankenakten entwickelt.
Die Inova AG gehört zu einem komplizierten Firmengeflecht, das im Grünwalder Hauptquartier des Fernsehunternehmers Burkei angesiedelt ist. Dem Aufsichtsrat saß bis gestern der CSU-Parteivize Aribert Wolf vor, im Hauptberuf Vorstand einer von Burkei kontrollierten Produktionsgesellschaft.
Vorstand der Inova und einer der Vorstände der Health Base ist der Gräfelfinger Rechtsanwalt Siegfried Georg Lang, mit Burkei seit Jahren geschäftlich verbunden. Der andere Vorstand ist der CSU-Landtagsabgeordnete Thomas Zimmermann.
Beim Buhlen um Anleger geht Wieder auch mit zweifelhaften Methoden vor: Er wirbt mit Preisen, die sein Fonds von Organisationen mit offiziös klingendem Namen bekommen hat. Hinter diesen stehen jedoch eine Briefkastenfirma und Leute, die zum Teil alte Geschäftsfreunde Burkeis sind.
So hat etwa eine Europäische Wirtschaftskammer dem Wieder-Fonds GCF einen European Award verliehen, was Wieder in seiner Werbung ausgiebig herausstellt. Die sich selbst so nennende Kammer ist jedoch nur eine private Firma, die sich hinter einem Brüsseler Briefkasten versteckt und von der sich der offizielle Zusammenschluss europäischer Handelskammern in Warnrundschreiben distanziert.
Für seine mehr als 8000 Euro teure Ausbildung zum „European Financial Planner“ wirbt Wieder damit, dass sie von dieser angeblichen Kammer anerkannt sei. Um die Prüfung zu bestehen, müssen die Prüflinge Wieders Finanzprodukte verkaufen.
Wieder lässt in seiner Werbung für den GCF auch mitteilen, der Fonds sei von einem Deutschen Mittelstands-Verband (DMV) zertifiziert. Dieser DMV ist in deutschen Telefonverzeichnissen nicht aufgeführt und taucht im Internet nur im Zusammenhang mit Wieders Vertriebs AG auf. So verlieh der Verband Wieders GFC-Fonds einen „DMV-Innovationspreis“.
Als Vertreter des DMV treten Geschäftsfreunde des CSU-Schatzmeisters Burkei auf, die derzeit im Zwielicht stehen: Als Präsident firmiert der Kieler SPD-Landtagsabgeordnete Klaus-Dieter Müller. Gegen den Medienunternehmer, der früher mindestens zwei Gesellschaften gemeinsam mit Burkei geführt hat, ermittelt zur Zeit die Staatsanwaltschaft wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit der Pleite einer seiner Fernsehfirmen.
Als DMV-Generalsekretär trat bei einer Wieder-Veranstaltung Roland Poser auf. Poser steht im Mittelpunkt einer Korruptionsaffäre um den Neubau des Leipziger Zentralstadions, die zur Beurlaubung des Leipziger Stadtkämmerers Peter Kaminski (CDU) führte. Auch er ist ein Bekannter Burkeis.
Burkei selbst ließ das von ihm produzierte und auf Sat1 und RTL ausgestrahlte Bayern-Journal wiederholt über Wieder, dessen Fonds und über Firmen berichten, in die das Geld fließen soll.
Allein 2004 sendete das Bayern-Journal in seinem redaktionellen Teil mehrere solcher Berichte, in denen auch Wieder ausgiebig zu Wort kam. „Es ist doch eine tolle Sache, wie die Innovation und Mittelstand fördern“, begründete Burkei die ausführliche und stets positive Berichterstattung seines Senders über Wieder und dessen Beteiligungsfirmen.
„Ich berate den Herrn Wieder“, räumte Burkei ein, will aber sonst keinerlei Geschäftsbeziehungen zu Wieder oder der Inova haben: „Ich verdiene keinen Cent daran.“ CSU-Vize Aribert Wolf bestreitet, von Wieders Geschäften etwas zu wissen: „Ich habe mit Herrn Wieder nichts zu tun.“ Er kündigte an, sich mit sofortiger Wirkung aus dem Inova-Aufsichtsrat zurückzuziehen.
Quelle: Snakecirty

