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Uni-Prof. bestechlich? Frank Grätz verwickelt?
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Uni-Prof. bestechlich? Frank Grätz verwickelt?
Aus "spiegel.de" vom 26.08.05:
Doktortitel gegen Geld
Gegen einen Juraprofessor der Universität Hannover wird wegen Bestechlichkeit ermittelt. Er steht im Verdacht, für die Betreuung von Doktoranden 51.000 Euro kassiert zu haben. Außerdem soll er eine Studentin, bei der er wohnte, bei der Notengebung bevorzugt haben.
Gleich mehrere Studentinnen wendeten sich an die Frauenbeauftragte der Universität Hannover. Alle erzählten das gleiche: Der Professor der Rechtswissenschaften habe sie belästigt. Einer Studentin habe er sogar einen Job an seinem Lehrstuhl angeboten - gegen körperliche Zuwendung. Die Studentin wies das Angebot empört ab.
Die Universität Hannover erstattete bereits im Herbst 2004 Strafanzeige. Denn nicht nur die Belästigungen warfen ein schlechtes Licht auf den Akademiker: Ein Beratungsunternehmen aus Bergisch Gladbach soll dem Juraprofessor Doktoranden vermittelt haben, die die formalen Voraussetzungen für eine Promotion nicht erfüllten. Der Professor soll sie trotzdem betreut und dafür 51.000 Euro von der Beratungsfirma erhalten haben, erklärte Oberstaatsanwalt Jürgen Lendeckel. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet die finanzielle Situation des Juraprofessors als "angespannt".
Wegen Bestechung und wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen wird außerdem gegen die Studentin ermittelt, die bei dem Professor als studentische Hilfskraft arbeitete. Der Akademiker wohnte auch bei ihr. Die Studentin soll Klausuren erstellt haben, die sie selbst noch schreiben musste und die Lösungen im Freundeskreis verbreitet haben.
Mit zwei Staatsanwälten und mehreren Beamten wurden am gestrigen Donnerstag neben dem Büro des Professors an der Universität auch Wohnungen und Geschäftsräume in Hamburg und Bergisch Gladbach durchsucht. Dabei wurden Unterlagen und Dateien beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden müssen, erklärte Oberstaatsanwalt Lendeckel. Die Universität Hannover prüft nun, ob weitere rechtliche Schritte gegen den Professor möglich sind und erwägt Presseberichten zufolge, ihn vom Dienst freizustellen. "Das ist allein Sache des Dienstherren", betont Lendeckel. Allen Beschuldigten drohen Freiheitsstrafen, sollte sich der Verdacht bestätigen
Doktortitel gegen Geld
Gegen einen Juraprofessor der Universität Hannover wird wegen Bestechlichkeit ermittelt. Er steht im Verdacht, für die Betreuung von Doktoranden 51.000 Euro kassiert zu haben. Außerdem soll er eine Studentin, bei der er wohnte, bei der Notengebung bevorzugt haben.
Gleich mehrere Studentinnen wendeten sich an die Frauenbeauftragte der Universität Hannover. Alle erzählten das gleiche: Der Professor der Rechtswissenschaften habe sie belästigt. Einer Studentin habe er sogar einen Job an seinem Lehrstuhl angeboten - gegen körperliche Zuwendung. Die Studentin wies das Angebot empört ab.
Die Universität Hannover erstattete bereits im Herbst 2004 Strafanzeige. Denn nicht nur die Belästigungen warfen ein schlechtes Licht auf den Akademiker: Ein Beratungsunternehmen aus Bergisch Gladbach soll dem Juraprofessor Doktoranden vermittelt haben, die die formalen Voraussetzungen für eine Promotion nicht erfüllten. Der Professor soll sie trotzdem betreut und dafür 51.000 Euro von der Beratungsfirma erhalten haben, erklärte Oberstaatsanwalt Jürgen Lendeckel. Die Staatsanwaltschaft bezeichnet die finanzielle Situation des Juraprofessors als "angespannt".
Wegen Bestechung und wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen wird außerdem gegen die Studentin ermittelt, die bei dem Professor als studentische Hilfskraft arbeitete. Der Akademiker wohnte auch bei ihr. Die Studentin soll Klausuren erstellt haben, die sie selbst noch schreiben musste und die Lösungen im Freundeskreis verbreitet haben.
Mit zwei Staatsanwälten und mehreren Beamten wurden am gestrigen Donnerstag neben dem Büro des Professors an der Universität auch Wohnungen und Geschäftsräume in Hamburg und Bergisch Gladbach durchsucht. Dabei wurden Unterlagen und Dateien beschlagnahmt, die nun ausgewertet werden müssen, erklärte Oberstaatsanwalt Lendeckel. Die Universität Hannover prüft nun, ob weitere rechtliche Schritte gegen den Professor möglich sind und erwägt Presseberichten zufolge, ihn vom Dienst freizustellen. "Das ist allein Sache des Dienstherren", betont Lendeckel. Allen Beschuldigten drohen Freiheitsstrafen, sollte sich der Verdacht bestätigen
Das ist sehr gut möglich, sogar wahrscheinlich.
Außer Grätz kenne ich nur noch den folgenden Anbieter in Bergisch Gladbach:
http://www.arno-bothe.de/promo.htm
Promotionsberatung Dr. Arno Bothe (dieser arbeitet auch mit Grätz zusammen)
Es gibt allerdings auch immer mehr vereinzelte Personen, die Doktortitel vermitteln und sich selbst als Promotionsberatung ausgeben. Das halte ich in diesem Fall aber für recht unwahrscheinlich.
An diesem Beispiel wird aber wieder deutlich, dass deutsche Universitäten längst nicht die besten auf der Welt sind. Das Verhalten der deutschen Wissenschaftsministerien fand ich dahingehend auch schon früher als sehr anmaßend. Es wird immernoch auf ausländische Universitäten herabgeschaut, die evtl. mit Titelhandel in Verbindung gebracht werden.
Dabei haben wir dieselben Probleme direkt vor der Haustür!
Ich nehme an, dass an deutschen Universitäten weit mehr gekummelt wird, als man bisher noch vermutet. Der Grund, warum das seltener auffällt, liegt wohl einfach daran, dass ein Kummeln an deutschen Hochschulen wesentlich teurer ist als in den meisten ausländischen Ländern. Daher werden solche Angebote auch nur sehr wenigen Interessenten zuteil, wodurch die Chance aufzufallen recht gering ist.
Tja, und wer setzt schon gerne 60.000 bis 80.000,- Euro in den Sand, weil er sein Schummeln anschließend bekannt gibt...? Wer soviel Geld in seine Eitelkeit investiert, dürfte das wohl kaum herumposaunen, zumal schon allein das willige Schummeln des Titelerwerbers ein Verstoß gegen die Sittlichkeit darstellt und somit keine Chance auf Rückerstattung des Geldes besteht.
Außer Grätz kenne ich nur noch den folgenden Anbieter in Bergisch Gladbach:
http://www.arno-bothe.de/promo.htm
Promotionsberatung Dr. Arno Bothe (dieser arbeitet auch mit Grätz zusammen)
Es gibt allerdings auch immer mehr vereinzelte Personen, die Doktortitel vermitteln und sich selbst als Promotionsberatung ausgeben. Das halte ich in diesem Fall aber für recht unwahrscheinlich.
An diesem Beispiel wird aber wieder deutlich, dass deutsche Universitäten längst nicht die besten auf der Welt sind. Das Verhalten der deutschen Wissenschaftsministerien fand ich dahingehend auch schon früher als sehr anmaßend. Es wird immernoch auf ausländische Universitäten herabgeschaut, die evtl. mit Titelhandel in Verbindung gebracht werden.
Dabei haben wir dieselben Probleme direkt vor der Haustür!
Ich nehme an, dass an deutschen Universitäten weit mehr gekummelt wird, als man bisher noch vermutet. Der Grund, warum das seltener auffällt, liegt wohl einfach daran, dass ein Kummeln an deutschen Hochschulen wesentlich teurer ist als in den meisten ausländischen Ländern. Daher werden solche Angebote auch nur sehr wenigen Interessenten zuteil, wodurch die Chance aufzufallen recht gering ist.
Tja, und wer setzt schon gerne 60.000 bis 80.000,- Euro in den Sand, weil er sein Schummeln anschließend bekannt gibt...? Wer soviel Geld in seine Eitelkeit investiert, dürfte das wohl kaum herumposaunen, zumal schon allein das willige Schummeln des Titelerwerbers ein Verstoß gegen die Sittlichkeit darstellt und somit keine Chance auf Rückerstattung des Geldes besteht.
Ja, es war Grätz
@ f.troemmer
Mit Ihrer Vermutung lagen Sie richtig.
Durch Zufall drauf gestoßen:
http://www.ksta.de/html/artikel/1125050966349.shtml
MfG Andy
Mit Ihrer Vermutung lagen Sie richtig.
Durch Zufall drauf gestoßen:
Zitat
VON MATTHIAS NIEWELS, 30.08.05, 07:06h, AKTUALISIERT 30.08.05, 16:18h
Bergisch Gladbach - ...Grätz ist „Promotionsberater“, er „hilft“ bei der Beschaffung eines Doktortitels. Und zwar nicht an irgendwelchen obskuren ausländischen Einrichtungen, sondern an deutschen Hochschulen. „Absolut legal“, wie er immer wieder erklärt. ...
... Dabei ist die Vermittlung eines Doktorvaters und die Hilfe etwa bei der Literaturrecherche legal. Illegal wird es erst, wenn ein Professor Doktoranden gegen Bezahlung annimmt. In diese Richtung ermittelt die Staatsanwaltschaft Hannover.
... Und die Beamten wurden offenbar fündig: „Wir gehen nach erster Sichtung der Akten von einer intensiven Zusammenarbeit zwischen dem Uni-Professor und der Beratungsfirma aus“, sagte Oberstaatsanwalt Manfred Knothe aus Hannover dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Dem Jura-Professor droht möglicherweise eine Haftstrafe wegen Korruption, gegen die Verantwortlichen am Institut ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Bestechung.
...
... Etliche Male stritten Grätz und Theisen vor Gericht. „Es konnten ihm aber nie Zahlungen an Professoren nachgewiesen werden“, sagt Theisen. Tatsächlich schützt Grätz seine Doktormacher. So legt das Institut öffentlich keine einzige Dissertationen vor, bei der es „geholfen“ hat. Das würde die Kunden eventuell in Schwierigkeiten bringen.
... Pressesprecher Wolfgang Mathias: „Sicher ist das Beratungsinstitut aus Bergisch Gladbach auch bei uns bekannt, aber vor Ort ist es nicht in Erscheinung getreten.“ Vom Institut selbst war gestern niemand zu sprechen. Die beiden Geschäftsführer Frank Grätz und Martin Drees waren nicht erreichbar.
...
Die Staatsanwaltschaft in Hannover vermutet, dass das „Institut für Wissenschaftsberatung“ bei seiner Hilfe den legalen Bereich verlassen hat. Allerdings wartet auf die Ermittler noch viel Arbeit. Sie müssen herausfinden, wie der mutmaßlich gekaufte Jura-Professor aus Hannover „seine“ Kandidaten durch die Prüfungen geschleust hat. Und sie werden auch untersuchen, ob er ein Einzelfall ist.
http://www.ksta.de/html/artikel/1125050966349.shtml
MfG Andy
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