Investmentclubs - Banken verweigern die Zusammenarbeit
In diesem Thema wurden schon 0 Auszeichnungen vergeben!
Dieses Thema wurde 240 mal besucht und hat 1 Antworten.

Investmentclubs - Banken verweigern die Zusammenarbeit
Vielleicht muss man sich die Mitglieder eines Investmentclubs ein bisschen so vorstellen wie die Besucher eines Pferderennens kurz vor dem Start. Sie kommen zusammen, um darüber zu fachsimpeln, welches Tier wohl das leichtfüßigste ist, am schnellsten ins Ziel kommt oder den Hindernisparcours besonders gewandt überwindet. Auf den Favoriten setzen sie und fiebern, dass sein Sieg ihnen einen ausgiebigen Geldregen beschert.
Zugegeben, ein wenig hinkt der Vergleich. Ganz so glamourös und elitär wie im britischen Ascot, wo Lords und Ladies sich anlässlich des traditionsreichen Derbys ihr Stelldichein geben, geht es in deutschen Investmentclubs sicher nicht zu. Vielmehr handelt es sich um ziemlich basisdemokratische Veranstaltungen, deren Reglement jede Caprice von vornherein ausschließt. Gewettet wird erst, wenn alle sich einig sind, auf welches Pferd zu setzen sei. Extratouren sind nicht erlaubt.
Man stellt sich lebhaft vor, wie kompliziert und langwierig das sein kann. Doch möglicherweise lohnt die Anstrengung: Wer einem Anlegerverein angehöre, könne aus den Diskussionen zusätzliche Informationen ziehen, die er als Einzelkämpfer nicht bekommen hätte
(...) Es sind gar nicht so wenige Anleger, die das attraktiv finden. Fast 7000 Investmentcubs gibt es in Deutschland. Ihre Mitglieder zählen durchschnittlich etwa 50 Jahre, doch Junge kommen ständig nach, etwa durch Neugründungen an Universitäten.
(...) Seitdem auch die Kurse wieder klettern, könnte alles so schön sein – wenn nicht plötzlich manche der Banken, die die Vereinsdepots führen, Schwierigkeiten machten. Die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der Dachverband der Investmentclubs, schlägt nun Alarm: Etliche der Kreditinstitute, vor allem Consors, die Citibank und die DAB-Bank, hätten ihren Clubkunden bereits die Depots gekündigt. Rund 3500 der Anlegervereine – das wäre die Hälfte – seien betroffen.
Wer von seiner Depotbank so schnöde rausgeworfen wird, gerät ziemlich unter Druck. Manchen der Investmentclubs bleiben nur wenige Tage, um sich nach einem anderen Geschäftspartner umzusehen, berichtet die DSW. Gelingt das nicht, werden die Wertpapiere quasi eingefroren, das heißt, die Anleger können weder Aktien verkaufen, wenn ihre Kurse fallen, noch neue Papiere kaufen, wenn sich irgendwo Chancen auftun.
Die Geldhäuser begründen ihre Kündigungen......
Den vollständigen Beitrag der "Zeit" finden Sie hier
Zugegeben, ein wenig hinkt der Vergleich. Ganz so glamourös und elitär wie im britischen Ascot, wo Lords und Ladies sich anlässlich des traditionsreichen Derbys ihr Stelldichein geben, geht es in deutschen Investmentclubs sicher nicht zu. Vielmehr handelt es sich um ziemlich basisdemokratische Veranstaltungen, deren Reglement jede Caprice von vornherein ausschließt. Gewettet wird erst, wenn alle sich einig sind, auf welches Pferd zu setzen sei. Extratouren sind nicht erlaubt.
Man stellt sich lebhaft vor, wie kompliziert und langwierig das sein kann. Doch möglicherweise lohnt die Anstrengung: Wer einem Anlegerverein angehöre, könne aus den Diskussionen zusätzliche Informationen ziehen, die er als Einzelkämpfer nicht bekommen hätte
(...) Es sind gar nicht so wenige Anleger, die das attraktiv finden. Fast 7000 Investmentcubs gibt es in Deutschland. Ihre Mitglieder zählen durchschnittlich etwa 50 Jahre, doch Junge kommen ständig nach, etwa durch Neugründungen an Universitäten.
(...) Seitdem auch die Kurse wieder klettern, könnte alles so schön sein – wenn nicht plötzlich manche der Banken, die die Vereinsdepots führen, Schwierigkeiten machten. Die Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), der Dachverband der Investmentclubs, schlägt nun Alarm: Etliche der Kreditinstitute, vor allem Consors, die Citibank und die DAB-Bank, hätten ihren Clubkunden bereits die Depots gekündigt. Rund 3500 der Anlegervereine – das wäre die Hälfte – seien betroffen.
Wer von seiner Depotbank so schnöde rausgeworfen wird, gerät ziemlich unter Druck. Manchen der Investmentclubs bleiben nur wenige Tage, um sich nach einem anderen Geschäftspartner umzusehen, berichtet die DSW. Gelingt das nicht, werden die Wertpapiere quasi eingefroren, das heißt, die Anleger können weder Aktien verkaufen, wenn ihre Kurse fallen, noch neue Papiere kaufen, wenn sich irgendwo Chancen auftun.
Die Geldhäuser begründen ihre Kündigungen......
Den vollständigen Beitrag der "Zeit" finden Sie hier
bessere Adressen im Ausland
Die vom DSW schon länger gemeldeten Probleme sind gar nicht so neu.
Mit ominösen Begründungen vom Finanzdienstleistungsgesetz bis zur Geldwäsche
wird schon seit mindestens 2005 von Volksbanken und Sparkassen nahezu jeder Verein dieses Sektors blockiert. Dabei geht es Wirklichkeit einzig um Provisionsverluste der Banken. Über die Gesamtzahl eingefrorener Depots ist leider nichts öffentlich zu erfahren. Aktive Clubs haben mitlerweise ihre neuen Depots, sicher vor der Bankengier ausgegliedert unterbracht, allerdings überwiegend nicht mehr auf deutschem Boden. Aber Zürich oder London sind in dieser Frage sowieso die besseren Adressen.
Mit ominösen Begründungen vom Finanzdienstleistungsgesetz bis zur Geldwäsche
wird schon seit mindestens 2005 von Volksbanken und Sparkassen nahezu jeder Verein dieses Sektors blockiert. Dabei geht es Wirklichkeit einzig um Provisionsverluste der Banken. Über die Gesamtzahl eingefrorener Depots ist leider nichts öffentlich zu erfahren. Aktive Clubs haben mitlerweise ihre neuen Depots, sicher vor der Bankengier ausgegliedert unterbracht, allerdings überwiegend nicht mehr auf deutschem Boden. Aber Zürich oder London sind in dieser Frage sowieso die besseren Adressen.

