US-Großbank JPMorgan Chase
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US-Großbank JPMorgan Chase
Die US-Großbank JPMorgan Chase hat der Finanzkrise trotz riesiger Kreditausfälle einen unerwartet deutlichen Gewinn abgetrotzt.
Zwar verdiente das Institut im abgelaufenen Vierteljahr nach Angaben vom Donnerstag mit 702 Millionen Dollar 76 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, ohne Sondereinnahmen wäre das Geldhaus sogar in die roten Zahlen gerutscht.
Viele Branchenexperten hatten jedoch angesichts der jüngsten Hiobsbotschaften aus der Branche Schlimmeres befürchtet. Deshalb reagierten die Aktien vorbörslich zunächst mit Gewinnen, die sie dann jedoch wegen der allgemeinen Sorgen um den Finanzsektor wieder abgaben.
Im Gesamtjahr verdiente JPMorgan Chase netto 5,6 Milliarden Dollar bei Einnahmen von 67,3 Milliarden Dollar.
Die Rezession hinterließ jedoch besonders in den Zahlen für das Jahresende tiefe Spuren: Das Geldhaus legte weitere 4,1 Milliarden Dollar für Kreditausfälle zurück und schrieb Kredite von drei Milliarden Dollar aus der Finanzierung von Firmen-Übernahmen ab.
Die Bilanz für das Jahresende berücksichtigte erstmals die Übernahme von Washington Mutual, die unter der Last der Finanzkrise zusammengebrochen war. Wegen der Integration der Sparkasse ist JPMorgan nun viel härter vom Ausfall von Konsumentenkrediten betroffen als zuvor.
JPMorgan lieferte zur Freude der Börsianer zumindest einen Lichtblick in einer Flut von desaströsen Nachrichten aus dem Bankensektor. "Die Zahlen sind eine sehr angenehme Überraschung in einem sehr hässlichen Umfeld", kommentierte Michael Holland, der als Gründer von Holland & Co in New York mehr als vier Milliarden Dollar verwaltet.
Dennoch wurden umgehend Zweifel laut, ob die positive Überraschung bei JPMorgan Chase bereits den Beginn einer Trendwende in der Branchenkrise bedeutet.
"Leider lässt das Ergebnis wegen der Übernahme wenig Rückschlüsse auf andere Banken zu", erklärte James Wiggs von Stifel Nicolaus Capital Markets. Er konnte lediglich eine Gemeinsamkeit mit anderen Banken feststellen: eine enorme Erhöhung der Rückstellungen für faule Kredite.
Auch Rick Meckler von Libertyview Capital gab sich skeptisch: "Die meisten Leute halten JPMorgan für die stärkste Bank. Das ist kein gutes Omen für Institute, um die es nicht so gut steht."
(reuters)
Zwar verdiente das Institut im abgelaufenen Vierteljahr nach Angaben vom Donnerstag mit 702 Millionen Dollar 76 Prozent weniger als ein Jahr zuvor, ohne Sondereinnahmen wäre das Geldhaus sogar in die roten Zahlen gerutscht.
Viele Branchenexperten hatten jedoch angesichts der jüngsten Hiobsbotschaften aus der Branche Schlimmeres befürchtet. Deshalb reagierten die Aktien vorbörslich zunächst mit Gewinnen, die sie dann jedoch wegen der allgemeinen Sorgen um den Finanzsektor wieder abgaben.
Im Gesamtjahr verdiente JPMorgan Chase netto 5,6 Milliarden Dollar bei Einnahmen von 67,3 Milliarden Dollar.
Die Rezession hinterließ jedoch besonders in den Zahlen für das Jahresende tiefe Spuren: Das Geldhaus legte weitere 4,1 Milliarden Dollar für Kreditausfälle zurück und schrieb Kredite von drei Milliarden Dollar aus der Finanzierung von Firmen-Übernahmen ab.
Die Bilanz für das Jahresende berücksichtigte erstmals die Übernahme von Washington Mutual, die unter der Last der Finanzkrise zusammengebrochen war. Wegen der Integration der Sparkasse ist JPMorgan nun viel härter vom Ausfall von Konsumentenkrediten betroffen als zuvor.
JPMorgan lieferte zur Freude der Börsianer zumindest einen Lichtblick in einer Flut von desaströsen Nachrichten aus dem Bankensektor. "Die Zahlen sind eine sehr angenehme Überraschung in einem sehr hässlichen Umfeld", kommentierte Michael Holland, der als Gründer von Holland & Co in New York mehr als vier Milliarden Dollar verwaltet.
Dennoch wurden umgehend Zweifel laut, ob die positive Überraschung bei JPMorgan Chase bereits den Beginn einer Trendwende in der Branchenkrise bedeutet.
"Leider lässt das Ergebnis wegen der Übernahme wenig Rückschlüsse auf andere Banken zu", erklärte James Wiggs von Stifel Nicolaus Capital Markets. Er konnte lediglich eine Gemeinsamkeit mit anderen Banken feststellen: eine enorme Erhöhung der Rückstellungen für faule Kredite.
Auch Rick Meckler von Libertyview Capital gab sich skeptisch: "Die meisten Leute halten JPMorgan für die stärkste Bank. Das ist kein gutes Omen für Institute, um die es nicht so gut steht."
(reuters)
Die britische Finanzaufsicht hat der Investmentbank JPMorgan eine Rekordstrafe aufgebrummt, weil sie das Geld von Kunden jahrelang nicht klar genug von ihrem eigenen getrennt hat.
Die US-Bank muss 33,3 Millionen Pfund (39,3 Mill. Euro) an die Behörde zahlen, wie die Financial Services Authority (FSA) am Donnerstag in London mitteilte. Das sei die höchste Strafe, die die FSA jemals verhängt hat.
Eine britische Sparte der Bank, JP Morgan Securities, hatte laut FSA sieben Jahre lang das Geld von Klienten nicht ausreichend auf einzelnen Konten von ihrem eigenen getrennt. Wäre sie in dieser Zeit in die Insolvenz geraten, hätten "beträchtliche Mengen" der Kunden-Milliarden verloren gehen können.
JP Morgan hatte den Fehler selber angezeigt und die Strafe damit um 30 Prozent reduzieren können. Niemand verlor Geld. Dennoch wollte die FSA nach eigenen Angaben ein Zeichen setzen.
Die Strafe sende eine "starke Warnung" an Firmen und Banken aus, Kundengelder sauber getrennt zu halten, sagte FSA-Direktorin Margaret Cole.
Die Regel zum Schutz von Kundengeldern ist seit dem Kollaps der US-Bank Lehman Brothers während der Finanzkrise wieder stärker in den Vordergrund getreten. Die FSA kündigte an, man habe noch weitere ähnliche Fälle entdeckt und werde diese in naher Zukunft behandeln.
Laut FSA macht die Strafsumme nur rund 1 Prozent der durchschnittlichen Geldmenge aus, die von der Bank ohne Trennung gelassen worden war. JP Morgan wollte sich nicht äußern.
(Ag)
Die US-Bank muss 33,3 Millionen Pfund (39,3 Mill. Euro) an die Behörde zahlen, wie die Financial Services Authority (FSA) am Donnerstag in London mitteilte. Das sei die höchste Strafe, die die FSA jemals verhängt hat.
Eine britische Sparte der Bank, JP Morgan Securities, hatte laut FSA sieben Jahre lang das Geld von Klienten nicht ausreichend auf einzelnen Konten von ihrem eigenen getrennt. Wäre sie in dieser Zeit in die Insolvenz geraten, hätten "beträchtliche Mengen" der Kunden-Milliarden verloren gehen können.
JP Morgan hatte den Fehler selber angezeigt und die Strafe damit um 30 Prozent reduzieren können. Niemand verlor Geld. Dennoch wollte die FSA nach eigenen Angaben ein Zeichen setzen.
Die Strafe sende eine "starke Warnung" an Firmen und Banken aus, Kundengelder sauber getrennt zu halten, sagte FSA-Direktorin Margaret Cole.
Die Regel zum Schutz von Kundengeldern ist seit dem Kollaps der US-Bank Lehman Brothers während der Finanzkrise wieder stärker in den Vordergrund getreten. Die FSA kündigte an, man habe noch weitere ähnliche Fälle entdeckt und werde diese in naher Zukunft behandeln.
Laut FSA macht die Strafsumme nur rund 1 Prozent der durchschnittlichen Geldmenge aus, die von der Bank ohne Trennung gelassen worden war. JP Morgan wollte sich nicht äußern.
(Ag)
J.P. Morgan Banker verwetten zwei Milliarden Dollar
Schon wieder ist ein Zocker-Deal gründlich daneben gegangen: Gestern nach Börsenschluss wurde bekannt, dass Händler von J.P Morgan Chase seit April ganze zwei Milliarden Dollar mit riskanten Finanzwetten in den Sand gesetzt haben, wie die Bank in einer Mitteilung an die Börsenaufsicht einräumte, ohne dabei allerdings auf Details einzugehen. Als Brandherd wurde allerdings offenbar das Chief Investment Office (CIO) identifiziert, das „einer Art firmeninterner Hedgefondsgruppe‘ gleichkomme, wie der ‚Spiegel‘ schreibt.
Bankchef Jamie Dimon ging direkt in die Offensive und entschuldigte sich in einer rasch einberufenen Telefonkonferenz mit Analysten persönlich bei ihnen und vor allem bei den Anlegern. Das synthetische Portfolio – das Credit Default Swaps (CDS) umfasst – habe sich als risikoreicher und verletzlicher herausgestellt, als man es intern eingeschätzt hatte. Es sei die Summe aus „ungeheuerlichen und selbstverschuldeten Fehlern, Schlampereien, falschen Entscheidungen und schlechtem Urteilsvermögen“ gewesen, die zu dem Spekulations-GAU geführt habe und J.P. Morgan werde das „zugeben, daraus lernen, das wieder geradebiegen und dann weitergehen“, wie Dimon weiter anmerkte, wobei er betonte, dass das Institut, respektive das Fundament der Bank aber trotz der hohen Summe nicht wanke.
Die unmittelbare Schockwirkung bei Börsianer konnte er damit allerdings nicht verhindern. Der Kurs der J.P. Morgan Aktie sackte nachbörslich in der Spitze zeitweise um fast sieben Prozent ab. Und auch mit Blick auf das zweite Quartal sind die Aussichten als Folge des 2-Milliarden-Dollar-Verlusts deutlich eingetrübt. Im Segment Corporate und Private Equity rechne man mit Einbußen von bis zu 800 Millionen Dollar, wie J. P. Morgan einräumte, statt dem erwarteten Plus von 200 Millionen Dollar, was man noch vor dem Skandal prognostiziert hatte. Weitere Nachwehen könnten auch für das dritte Quartal nicht ausgeschlossen werden.
Rückenwind für stärkere US-Bankenregulierung
Neben dem Imageschaden für das Haus – das zudem Konsortialführer für den in wenigen Tagen erwarteten Börsengang von Facebook ist – ist der Fall auch eine persönliche Schlappe für Bankchef Dimon – denn er gehört zu den größten Kritikern für schärfere Bankenregulierung und zog sich den Schuh bereits dahingehend an, dass J. P. Morgan jetzt „dumm dastehe“.
Bankchef Jamie Dimon ging direkt in die Offensive und entschuldigte sich in einer rasch einberufenen Telefonkonferenz mit Analysten persönlich bei ihnen und vor allem bei den Anlegern. Das synthetische Portfolio – das Credit Default Swaps (CDS) umfasst – habe sich als risikoreicher und verletzlicher herausgestellt, als man es intern eingeschätzt hatte. Es sei die Summe aus „ungeheuerlichen und selbstverschuldeten Fehlern, Schlampereien, falschen Entscheidungen und schlechtem Urteilsvermögen“ gewesen, die zu dem Spekulations-GAU geführt habe und J.P. Morgan werde das „zugeben, daraus lernen, das wieder geradebiegen und dann weitergehen“, wie Dimon weiter anmerkte, wobei er betonte, dass das Institut, respektive das Fundament der Bank aber trotz der hohen Summe nicht wanke.
Die unmittelbare Schockwirkung bei Börsianer konnte er damit allerdings nicht verhindern. Der Kurs der J.P. Morgan Aktie sackte nachbörslich in der Spitze zeitweise um fast sieben Prozent ab. Und auch mit Blick auf das zweite Quartal sind die Aussichten als Folge des 2-Milliarden-Dollar-Verlusts deutlich eingetrübt. Im Segment Corporate und Private Equity rechne man mit Einbußen von bis zu 800 Millionen Dollar, wie J. P. Morgan einräumte, statt dem erwarteten Plus von 200 Millionen Dollar, was man noch vor dem Skandal prognostiziert hatte. Weitere Nachwehen könnten auch für das dritte Quartal nicht ausgeschlossen werden.
Rückenwind für stärkere US-Bankenregulierung
Neben dem Imageschaden für das Haus – das zudem Konsortialführer für den in wenigen Tagen erwarteten Börsengang von Facebook ist – ist der Fall auch eine persönliche Schlappe für Bankchef Dimon – denn er gehört zu den größten Kritikern für schärfere Bankenregulierung und zog sich den Schuh bereits dahingehend an, dass J. P. Morgan jetzt „dumm dastehe“.
Zitat
J.P. Morgan ist gemessen an Vermögenswerten die größte Bank in den USA und engagiert sich stark an den Rohstoff- und Edelmetallmärkten (Gold/Silber).
"Wir wissen, dass wir dumm waren"
An der Wall Street gibt es zurzeit nur ein Thema: Den Handelsskandal bei der Großbank JP Morgan, der zu einem Verlust von zwei Milliarden Dollar geführt hat - mindestens. Bankchef Jamie Dimon äußerte sich nun erstmals in einem Interview dazu - und ließ Selbstkritik anklingen.
JP Morgan-Chef Jamie Dimon hat Fehler beim Umgang mit dem spektakulären Handelsskandal der größten US-Bank eingeräumt. Das Unternehmen habe schlecht auf erste Warnsignale reagiert, dass es große Verluste im Derivatehandel gegeben habe. So habe das Management "vollkommen falsche" Erklärungen zu entsprechenden Medienberichten abgegeben, sagte Dimon in einem Interview des Fernsehsenders NBC.
Die Affäre rief inzwischen die Aufsichtsbehörden auf den Plan und ließ den Ruf nach härterer Regulierung von Kreditinstituten wieder laut werden. "Wir gerieten in die Defensive", sagte Dimon über die Reaktion der Bank auf den Milliardenverlust. Die Manager von JP Morgan Chase hätten ihre Handlungen verteidigt. Er selbst hatte die Berichte über den Milliardenverlust im April als "Sturm im Wasserglas" abgetan. Es sei aber unklar, ob die Bank gegen Gesetze oder Regeln verstoßen habe. "Wir waren schlampig. Wir wissen, dass wir dumm waren. Wir wissen, dass es eine Fehleinschätzung gab", sagte er in der am Sonntag ausgestrahlten Sendung "Meet the Press".
Dimon muss Anlegern auf der Hauptversammlung der Bank am Dienstag Rede und Antwort stehen. Das bislang als Musterknabe unter den amerikanischen Geldhäusern geltende Institut hatte in einer eilends anberaumten Telefonkonferenz am Donnerstag mitgeteilt, dass die Bank durch Einbußen bei Absicherungsgeschäften mindestens zwei Milliarden Dollar in den Sand gesetzt hat.
Gleichzeitig schockte Dimon Investoren mit der Ankündigung, die Verluste könnten um eine weitere Milliarde steigen. Die US-Börsenaufsicht SEC habe erste Ermittlungen bezüglich der Buchhaltung sowie der Offenlegung des zwei Milliarden schweren Verlusts eingeleitet, berichtete die "New York Times.
Bankchef Dimon in der Kritik
Die SEC-Vorsitzende Mary Schapiro sagte am Freitag vor der Presse: "Man kann durchaus sagen, dass die gesamten Aufseher darauf blicken." Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, die New Yorker Fed überprüfe zur Zeit die Situation. Allerdings sei die Aufgabe der Fed, eine ausreichende Kapitalisierung der Bank sicherzustellen, um Fehlschläge bei Handelsgeschäften zu überstehen, aber nicht sie zu verhindern.
JPMorgan-Papiere verloren an der New Yorker Börse mehr als 9 Prozent und rissen auch andere Finanztitel in die Tiefe. Die größte US-Bank verlor damit schlagartig 15 Milliarden Dollar an Marktwert.
Nach Börsenschluss senkte die Ratingagentur Fitch zudem die Bonitätsnote der Bank um eine Stufe auf A-plus von zuvor AA-minus. Das Ausmaß der Verluste durch hochriskante Wetten sei zwar kontrollierbar. Allerdings deute die Größe des Fehlbetrags auf einen Mangel an Liquidität hin. Zudem werfe der Fall Fragen zum Risikomanagement des Finanzhauses auf. Standard&Poor's bestätigte die Bonitätsnote von A/A-1, senkte aber den Ausblick von stabil auf negativ.
"Die Möglichkeit weiterer Probleme bei JP Morgans Hedging-Strategie ist nicht vereinbar mit dem von uns gesehenen gründlichen Risiko-Management", teilte S&P am Freitag mit. Allerdings würden die Verluste voraussichtlich nicht die Kundenbeziehungen oder das Kerngeschäft der Bank schwächen. Der Präsident der Dallas-Fed, Richard Fisher, der die Zerschlagung der fünf größten US-Banken in kleinere Einheiten gefordert hatte, sah sich in seiner Sorge bestätigt: Er sei beunruhigt, dass die größten Banken kein angemessenes Risikomanagement hätten. Wenn die Führung nicht mehr mitbekomme, was unter ihr vor sich gehe, dann sei der Punkt gekommen, wo das Institut zu groß geworden sei.
Eine Gewerkschaft machte sich für einen unabhängigen Aufsichtsratschef bei JP Morgan stark. Dimon ist gegenwärtig sowohl Bankchef als auch Aufsichtsratsvorsitzender. "Die Einsätze sind zu hoch um Jamie Dimon unbeaufsichtigt zu lassen", sagte Gerald McEntee, Vorsitzender des US-Verbands von Staatsangestellten.
Die Verluste hatten sich ausgerechnet in Absicherungsgeschäften angehäuft, die eigentlich dazu dienen sollen, Einbußen im Handel zu begrenzen. Wenn auch anders gelagert, weckt der Fall Erinnerungen an spektakuläre Handelsskandale der vergangenen Jahre, etwa bei der Schweizer UBS oder der französischen Société Générale . Viele Geldhäuser, wie etwa die Deutsche Bank , haben bereits vor Jahren kurz nach der Finanzkrise den Eigenhandel drastisch heruntergefahren, nachdem sich dort Milliardenverluste angehäuft hatten
* MM
JP Morgan-Chef Jamie Dimon hat Fehler beim Umgang mit dem spektakulären Handelsskandal der größten US-Bank eingeräumt. Das Unternehmen habe schlecht auf erste Warnsignale reagiert, dass es große Verluste im Derivatehandel gegeben habe. So habe das Management "vollkommen falsche" Erklärungen zu entsprechenden Medienberichten abgegeben, sagte Dimon in einem Interview des Fernsehsenders NBC.
Die Affäre rief inzwischen die Aufsichtsbehörden auf den Plan und ließ den Ruf nach härterer Regulierung von Kreditinstituten wieder laut werden. "Wir gerieten in die Defensive", sagte Dimon über die Reaktion der Bank auf den Milliardenverlust. Die Manager von JP Morgan Chase hätten ihre Handlungen verteidigt. Er selbst hatte die Berichte über den Milliardenverlust im April als "Sturm im Wasserglas" abgetan. Es sei aber unklar, ob die Bank gegen Gesetze oder Regeln verstoßen habe. "Wir waren schlampig. Wir wissen, dass wir dumm waren. Wir wissen, dass es eine Fehleinschätzung gab", sagte er in der am Sonntag ausgestrahlten Sendung "Meet the Press".
Dimon muss Anlegern auf der Hauptversammlung der Bank am Dienstag Rede und Antwort stehen. Das bislang als Musterknabe unter den amerikanischen Geldhäusern geltende Institut hatte in einer eilends anberaumten Telefonkonferenz am Donnerstag mitgeteilt, dass die Bank durch Einbußen bei Absicherungsgeschäften mindestens zwei Milliarden Dollar in den Sand gesetzt hat.
Gleichzeitig schockte Dimon Investoren mit der Ankündigung, die Verluste könnten um eine weitere Milliarde steigen. Die US-Börsenaufsicht SEC habe erste Ermittlungen bezüglich der Buchhaltung sowie der Offenlegung des zwei Milliarden schweren Verlusts eingeleitet, berichtete die "New York Times.
Bankchef Dimon in der Kritik
Die SEC-Vorsitzende Mary Schapiro sagte am Freitag vor der Presse: "Man kann durchaus sagen, dass die gesamten Aufseher darauf blicken." Eine mit dem Vorgang vertraute Person sagte, die New Yorker Fed überprüfe zur Zeit die Situation. Allerdings sei die Aufgabe der Fed, eine ausreichende Kapitalisierung der Bank sicherzustellen, um Fehlschläge bei Handelsgeschäften zu überstehen, aber nicht sie zu verhindern.
JPMorgan-Papiere verloren an der New Yorker Börse mehr als 9 Prozent und rissen auch andere Finanztitel in die Tiefe. Die größte US-Bank verlor damit schlagartig 15 Milliarden Dollar an Marktwert.
Nach Börsenschluss senkte die Ratingagentur Fitch zudem die Bonitätsnote der Bank um eine Stufe auf A-plus von zuvor AA-minus. Das Ausmaß der Verluste durch hochriskante Wetten sei zwar kontrollierbar. Allerdings deute die Größe des Fehlbetrags auf einen Mangel an Liquidität hin. Zudem werfe der Fall Fragen zum Risikomanagement des Finanzhauses auf. Standard&Poor's bestätigte die Bonitätsnote von A/A-1, senkte aber den Ausblick von stabil auf negativ.
"Die Möglichkeit weiterer Probleme bei JP Morgans Hedging-Strategie ist nicht vereinbar mit dem von uns gesehenen gründlichen Risiko-Management", teilte S&P am Freitag mit. Allerdings würden die Verluste voraussichtlich nicht die Kundenbeziehungen oder das Kerngeschäft der Bank schwächen. Der Präsident der Dallas-Fed, Richard Fisher, der die Zerschlagung der fünf größten US-Banken in kleinere Einheiten gefordert hatte, sah sich in seiner Sorge bestätigt: Er sei beunruhigt, dass die größten Banken kein angemessenes Risikomanagement hätten. Wenn die Führung nicht mehr mitbekomme, was unter ihr vor sich gehe, dann sei der Punkt gekommen, wo das Institut zu groß geworden sei.
Eine Gewerkschaft machte sich für einen unabhängigen Aufsichtsratschef bei JP Morgan stark. Dimon ist gegenwärtig sowohl Bankchef als auch Aufsichtsratsvorsitzender. "Die Einsätze sind zu hoch um Jamie Dimon unbeaufsichtigt zu lassen", sagte Gerald McEntee, Vorsitzender des US-Verbands von Staatsangestellten.
Die Verluste hatten sich ausgerechnet in Absicherungsgeschäften angehäuft, die eigentlich dazu dienen sollen, Einbußen im Handel zu begrenzen. Wenn auch anders gelagert, weckt der Fall Erinnerungen an spektakuläre Handelsskandale der vergangenen Jahre, etwa bei der Schweizer UBS oder der französischen Société Générale . Viele Geldhäuser, wie etwa die Deutsche Bank , haben bereits vor Jahren kurz nach der Finanzkrise den Eigenhandel drastisch heruntergefahren, nachdem sich dort Milliardenverluste angehäuft hatten
* MM
Nach Milliardenverlust beginnt der Exodus
Nachdem die US-Bank J.P Morgan Chase bei Finanzwetten binnen sechs Wochen rund zwei Milliarden US-Dollar in den Sand gesetzt hat, steht das große Köpferollen vor der Tür. Dabei könnte laut Bloomberg die gesamte Belegschaft des sogenannten Chief Investment Office der Bank in London in Gefahr geraten, ihre Arbeitsplätze zu verlieren.
Diese Sparte, die laut Bloomberg, ein paar Dutzend Personen anstellt, und wie eine firmeninterne Hedgefondsgruppe agiert habe, wird für den entstandenen Schaden verantwortlich gemacht. Die Chefin Ina Drew soll, laut Angaben eines Insiders der anonym bleiben wollte, die Bank in dieser Woche verlassen. Weitere zwei Top-Banker, die Drew unterstellt waren, sollen laut anonymen Quellen von Reuters, als Konsequenz dieses Vorfalls zugleich mit Drew der Bank den Rücken kehren.
Die Bank untersucht gerade, ob irgendeiner der Angestellten der Abteilung versucht habe Risiken zu minimieren. Bislang scheint es dafür aber keinen Anhaltspunkt zu geben, meinte eine anonyme Quelle gegenüber Bloomberg. Die Abteilung überwacht ein Volumen von 360 Milliarden US-Dollar. Jamie Dimon, J.P Morgan-Chef und ein großer Gegner einer strengeren Bankenregulierung, hatte die Abteilung ermutigt, in risikoreichere Anlagen in Form von strukturierten Produkten zu investieren, meinen anonyme Quellen gegenüber Bloomberg. "Das ist eine ziemlich unglückliche Zeit für einen solchen Fehler", räumte Dimon in einem Interview mit den Sender NBC ein. Politiker in Washington forderten übers Wochenende mit Nachdruck strengere Auflagen für die Branche
Diese Sparte, die laut Bloomberg, ein paar Dutzend Personen anstellt, und wie eine firmeninterne Hedgefondsgruppe agiert habe, wird für den entstandenen Schaden verantwortlich gemacht. Die Chefin Ina Drew soll, laut Angaben eines Insiders der anonym bleiben wollte, die Bank in dieser Woche verlassen. Weitere zwei Top-Banker, die Drew unterstellt waren, sollen laut anonymen Quellen von Reuters, als Konsequenz dieses Vorfalls zugleich mit Drew der Bank den Rücken kehren.
Die Bank untersucht gerade, ob irgendeiner der Angestellten der Abteilung versucht habe Risiken zu minimieren. Bislang scheint es dafür aber keinen Anhaltspunkt zu geben, meinte eine anonyme Quelle gegenüber Bloomberg. Die Abteilung überwacht ein Volumen von 360 Milliarden US-Dollar. Jamie Dimon, J.P Morgan-Chef und ein großer Gegner einer strengeren Bankenregulierung, hatte die Abteilung ermutigt, in risikoreichere Anlagen in Form von strukturierten Produkten zu investieren, meinen anonyme Quellen gegenüber Bloomberg. "Das ist eine ziemlich unglückliche Zeit für einen solchen Fehler", räumte Dimon in einem Interview mit den Sender NBC ein. Politiker in Washington forderten übers Wochenende mit Nachdruck strengere Auflagen für die Branche
JP Morgan verbrennt weitere Milliarde
Für die US-Großbank JPMorgan Chase kommt es knüppeldick. Nach Informationen der "New York Times" sind die Verluste aus den fehlgeschlagenen Finanzwetten von ursprünglich 2 Milliarden binnen einer Woche auf mindestens 3 Milliarden US-Dollar angeschwollen.
Hedgefonds und Spekulanten hätten die Notlage der Bank ausgenutzt, hieß es am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Personen. Die Bank selbst äußerte sich nicht dazu.
JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte bereits bei seiner Offenbarung des Milliardenverlusts am vergangenen Donnerstag erklärt, dass die Bank weiteres Geld verlieren dürfte. Überraschend ist die Geschwindigkeit, mit der Amerikas größtes Geldhaus wegen seiner Zockereien weiter abrutscht.
JPMorgan Chase hat das große Problem, dass jetzt alle Marktteilnehmer von den eigentlich geheimen Geschäften wissen. Hedgefonds und andere Spekulanten wetten nun dagegen.
Überdies, so merkte die "New York Times" an, arbeite Bruno Iksil nicht mehr am verantwortlichen Londoner Handelstisch. Der JPMorgan-Händler hatte als "Wal von London" Berühmtheit erlangt, weil er ein derart großes Rad mit seinen riskanten Geschäften drehte, dass der Markt verzerrt wurde. Sein Wissen um die komplexen Finanzspekulationen sei schwer zu ersetzen, hieß es.
"Wal von London" sitzt nicht mehr am Handelstisch
Im New Yorker Handel fiel die gebeutelte Aktie von JPMorgan Chase um ein weiteres Prozent. Wegen des Kurseinbruchs nach Bekanntgabe des Spekulationsverlusts hat sich die Bank mittlerweile mindestens zwei Klagen von Anlegern eingehandelt. Sie fühlen sich vom Management hinters Licht geführt und werfen Bankchef Dimon sowie Finanzchef Douglas Braunstein vor, die Risiken der Finanzwetten schöngeredet zu haben.
Nach der Bekanntgabe des Fehlschlags war die Aktie am Folgetag um 9 Prozent eingebrochen und später weiter gefallen. Binnen zwei Handelstagen seien mehr als 18,8 Milliarden Dollar an Börsenwert verpufft, erklärten die Anwälte des Saratoga Advantage Trust in ihrer am Mittwoch bekanntgewordenen Klageschrift. Sie verlangen Wiedergutmachung und streben eine der gefürchteten Sammelklagen an, der sich weitere Geschädigte anschließen können.
Nach Angaben der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Kalifornier James Baker ebenfalls Klage vor dem Bezirksgericht von Manhattan eingereicht. Auch er bezieht sich demnach auf Äußerungen von Bankchef Dimon, der noch im April mehrere Medienberichte über ungewöhnlich große und riskante Finanzwetten der Bank als "Sturm im Wasserglas" abgetan hatte. Dimon verteidigte sich zwischenzeitlich, er habe es damals nicht besser gewusst.
Die US-Finanzaufsichtsbehörden sowie die Bundespolizei FBI schauen sich die verlustreichen Geschäfte an, wobei noch vollkommen unklar ist, ob die Bank gegen Gesetze verstoßen hat. Der Milliardenverlust hat überdies in Washington den Unterstützern der sogenannten "Volcker Rule" Auftrieb gegeben, die das Spekulieren mit eigenem Geld bei den Banken unterbinden soll. Dimon ist einer der größten Gegner einer strengeren Bankenregulierung.
Regulierung: Skandal lässt Befürworter der "Volcker Rule" steigen
Das Weiße Haus wolle das anstehende Gesetz nach dem Desaster bei der größten Bank des Landes verschärfen, berichtete das "Wall Street Journal". Bank-Lobbyisten hatten die "Volcker Rule" in der Vergangenheit immer weiter aufgeweicht und die Republikaner sie mehrfach blockiert. Eine der Kernfragen ist, wo sogenannte Absicherungsgeschäfte aufhören und wann das Zocken beginnt. Der gigantische Milliardenverlust war nach Aussagen von JPMorgan entstanden, als die Bank ihr Kreditportfolio gegen die Auswirkungen der europäische Schuldenkrise absichern wollte.
Trotz des Desasters dürfte die Bank im laufenden Quartal einen Milliardengewinn schreiben. US-Präsident Barack Obama hatte JPMorgan eine der am besten geführten Banken des Landes genannt - gleichzeitig aber davor gewarnt, dass ein schwächeres Kreditinstitut womöglich unter den Milliardenverlusten zusammengeklappt wäre. Eine strengere Bankenregulierung ist eines der zentralen Anliegen Obamas nach den Erfahrungen der Finanzkrise von 2008 und 2009, als der Staat mit Steuergeldern eine ganze Reihe an Banken gerettet hat.
Hedgefonds und Spekulanten hätten die Notlage der Bank ausgenutzt, hieß es am Donnerstag unter Berufung auf eingeweihte Personen. Die Bank selbst äußerte sich nicht dazu.
JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte bereits bei seiner Offenbarung des Milliardenverlusts am vergangenen Donnerstag erklärt, dass die Bank weiteres Geld verlieren dürfte. Überraschend ist die Geschwindigkeit, mit der Amerikas größtes Geldhaus wegen seiner Zockereien weiter abrutscht.
JPMorgan Chase hat das große Problem, dass jetzt alle Marktteilnehmer von den eigentlich geheimen Geschäften wissen. Hedgefonds und andere Spekulanten wetten nun dagegen.
Überdies, so merkte die "New York Times" an, arbeite Bruno Iksil nicht mehr am verantwortlichen Londoner Handelstisch. Der JPMorgan-Händler hatte als "Wal von London" Berühmtheit erlangt, weil er ein derart großes Rad mit seinen riskanten Geschäften drehte, dass der Markt verzerrt wurde. Sein Wissen um die komplexen Finanzspekulationen sei schwer zu ersetzen, hieß es.
"Wal von London" sitzt nicht mehr am Handelstisch
Im New Yorker Handel fiel die gebeutelte Aktie von JPMorgan Chase um ein weiteres Prozent. Wegen des Kurseinbruchs nach Bekanntgabe des Spekulationsverlusts hat sich die Bank mittlerweile mindestens zwei Klagen von Anlegern eingehandelt. Sie fühlen sich vom Management hinters Licht geführt und werfen Bankchef Dimon sowie Finanzchef Douglas Braunstein vor, die Risiken der Finanzwetten schöngeredet zu haben.
Nach der Bekanntgabe des Fehlschlags war die Aktie am Folgetag um 9 Prozent eingebrochen und später weiter gefallen. Binnen zwei Handelstagen seien mehr als 18,8 Milliarden Dollar an Börsenwert verpufft, erklärten die Anwälte des Saratoga Advantage Trust in ihrer am Mittwoch bekanntgewordenen Klageschrift. Sie verlangen Wiedergutmachung und streben eine der gefürchteten Sammelklagen an, der sich weitere Geschädigte anschließen können.
Nach Angaben der Finanz-Nachrichtenagentur Bloomberg hat der Kalifornier James Baker ebenfalls Klage vor dem Bezirksgericht von Manhattan eingereicht. Auch er bezieht sich demnach auf Äußerungen von Bankchef Dimon, der noch im April mehrere Medienberichte über ungewöhnlich große und riskante Finanzwetten der Bank als "Sturm im Wasserglas" abgetan hatte. Dimon verteidigte sich zwischenzeitlich, er habe es damals nicht besser gewusst.
Die US-Finanzaufsichtsbehörden sowie die Bundespolizei FBI schauen sich die verlustreichen Geschäfte an, wobei noch vollkommen unklar ist, ob die Bank gegen Gesetze verstoßen hat. Der Milliardenverlust hat überdies in Washington den Unterstützern der sogenannten "Volcker Rule" Auftrieb gegeben, die das Spekulieren mit eigenem Geld bei den Banken unterbinden soll. Dimon ist einer der größten Gegner einer strengeren Bankenregulierung.
Regulierung: Skandal lässt Befürworter der "Volcker Rule" steigen
Das Weiße Haus wolle das anstehende Gesetz nach dem Desaster bei der größten Bank des Landes verschärfen, berichtete das "Wall Street Journal". Bank-Lobbyisten hatten die "Volcker Rule" in der Vergangenheit immer weiter aufgeweicht und die Republikaner sie mehrfach blockiert. Eine der Kernfragen ist, wo sogenannte Absicherungsgeschäfte aufhören und wann das Zocken beginnt. Der gigantische Milliardenverlust war nach Aussagen von JPMorgan entstanden, als die Bank ihr Kreditportfolio gegen die Auswirkungen der europäische Schuldenkrise absichern wollte.
Trotz des Desasters dürfte die Bank im laufenden Quartal einen Milliardengewinn schreiben. US-Präsident Barack Obama hatte JPMorgan eine der am besten geführten Banken des Landes genannt - gleichzeitig aber davor gewarnt, dass ein schwächeres Kreditinstitut womöglich unter den Milliardenverlusten zusammengeklappt wäre. Eine strengere Bankenregulierung ist eines der zentralen Anliegen Obamas nach den Erfahrungen der Finanzkrise von 2008 und 2009, als der Staat mit Steuergeldern eine ganze Reihe an Banken gerettet hat.
Zockerei könnte JP Morgan fünf Milliarden kosten
Langsam wird das ganze Ausmaß der fehlgeschlagenen Finanzwetten der US-Großbank JP Morgan Chase deutlich. Die zwei Milliarden Dollar, die bereits weg sind, scheinen nur die Spitze des Eisbergs zu sein
Mindestens zwei Milliarden Dollar oder umgerechnet 1,5 Milliarden Euro hat Amerikas größtes Kreditinstitut bereits bei seinen riskanten Zockereien in den Sand gesetzt. Am Ende könnten es bis zu fünf Milliarden Dollar werden, schrieb das „Wall Street Journal“. Die Bank selbst schweigt dazu.
Die Hauszeitung der New Yorker Finanzwelt hat in ihrer Freitagsausgabe die dramatischen Stunden nachgezeichnet, als offenkundig wurde, dass die verantwortlichen Banker einen der fatalsten Fehler in der mehr als 200-jährigen Geschichte von JP Morgan gemacht hatten. Die Geschichte zeigt, wie schwierig es ist, eine Bank von dieser Größe noch zu steuern.
Bankchef Dimon stockte der Atem
Demnach traf sich eine Gruppe JPMorgan-Banker am 30. April in einem Konferenzraum, um Bankchef Jamie Dimon über die drohenden Verluste zu informieren. Sie zeigten ihm zunächst aber keine Einzelheiten. „Ich will die Positionen sehen“, soll Dimon nach Aussagen von Augenzeugen gebrüllt haben. „Jetzt! Ich will alles sehen!“ Als Dimon die Zahlen erblickte, soll ihm der Atem gestockt haben.
Gut eine Woche später, am Nachmittag des 10. Mai, machte Dimon in einer Telefonkonferenz den Milliardenverlust öffentlich. Die Aktie brach am darauffolgenden Tag um neun Prozent ein. Die verantwortliche Investmentchefin Ina Drew hat die Bank inzwischen verlassen und der erfolgsverwöhnte Dimon wird nun dem Bankenausschuss des US-Senats Rede und Antwort stehen.
Monatelang keinen Schatzmeister und einen ahnungslosen Manager
Der Ausschussvorsitzende Tim Johnson hatte ihn gebeten, in Washington zu erscheinen, „damit wir alle die Fakten besser verstehen“. Eine Banksprecherin bestätigte die Zusage Dimons. Der genaue Termin der Anhörung steht noch nicht fest. Zunächst wird der Ausschuss noch zwei weitere Sitzungen abhalten am 22. Mai und 6. Juni.
Dimon wird sich wohl auch weitere Fragen zu Enthüllungen des „Wall Street Journal“ gefallen lassen müssen. Demnach gab es über Monate keinen Schatzmeister in der Bank und der Manager, der in der Investmentabteilung die riskanten Geschäfte überwachen sollte, hatte kaum Erfahrung in diesem Metier. Die Zeitung beruft sich bei ihren Angaben auf Gespräche mit Bankern und Aufsichtsbeamten.
Gute Chancen für Obamas Wall-Street-Gesetz
Die Politiker in Washington arbeiten momentan an der „Volcker Rule“. Das Gesetz soll das Zocken der Banken mit eigenem Geld verhindern oder zumindest stark einschränken. Der Milliardenverlust bei JPMorgan hat den Befürwortern einer strengeren Bankenregulierung Auftrieb verliehen. Dimon ist einer der größten Gegner.
US-Präsident Barack Obama hat sich zwischenzeitlich zu Wort gemeldet und zu bedenken gegeben, dass der Staat bei einer schwächeren Bank vielleicht wieder rettend hätte eingreifen müssen, ganz wie zu den Zeiten der Finanzkrise 2008 und 2009. „Das ist genau der Grund, weshalb eine Wall-Street-Reform so wichtig ist“, sagte er in einer Fernsehsendung
Spekulanten profitieren von der Notlage der Bank
Neben der Finanzbranche haben auch die Republikaner strengere Auflagen für die Banken bislang verhindert. So konnte nur ein Teil der Maßnahmen von Obamas groß angekündigter Finanzmarkt-Reform umgesetzt werden. Angesichts der missglückten Wetten von JPMorgan Chase und des laufenden Wahlkampfs ums Präsidentenamt dürfte es für die Republikaner nun aber schwerer werden, ihre Blockadehaltung aufrecht zu erhalten.
* Focus
Mindestens zwei Milliarden Dollar oder umgerechnet 1,5 Milliarden Euro hat Amerikas größtes Kreditinstitut bereits bei seinen riskanten Zockereien in den Sand gesetzt. Am Ende könnten es bis zu fünf Milliarden Dollar werden, schrieb das „Wall Street Journal“. Die Bank selbst schweigt dazu.
Die Hauszeitung der New Yorker Finanzwelt hat in ihrer Freitagsausgabe die dramatischen Stunden nachgezeichnet, als offenkundig wurde, dass die verantwortlichen Banker einen der fatalsten Fehler in der mehr als 200-jährigen Geschichte von JP Morgan gemacht hatten. Die Geschichte zeigt, wie schwierig es ist, eine Bank von dieser Größe noch zu steuern.
Bankchef Dimon stockte der Atem
Demnach traf sich eine Gruppe JPMorgan-Banker am 30. April in einem Konferenzraum, um Bankchef Jamie Dimon über die drohenden Verluste zu informieren. Sie zeigten ihm zunächst aber keine Einzelheiten. „Ich will die Positionen sehen“, soll Dimon nach Aussagen von Augenzeugen gebrüllt haben. „Jetzt! Ich will alles sehen!“ Als Dimon die Zahlen erblickte, soll ihm der Atem gestockt haben.
Gut eine Woche später, am Nachmittag des 10. Mai, machte Dimon in einer Telefonkonferenz den Milliardenverlust öffentlich. Die Aktie brach am darauffolgenden Tag um neun Prozent ein. Die verantwortliche Investmentchefin Ina Drew hat die Bank inzwischen verlassen und der erfolgsverwöhnte Dimon wird nun dem Bankenausschuss des US-Senats Rede und Antwort stehen.
Monatelang keinen Schatzmeister und einen ahnungslosen Manager
Der Ausschussvorsitzende Tim Johnson hatte ihn gebeten, in Washington zu erscheinen, „damit wir alle die Fakten besser verstehen“. Eine Banksprecherin bestätigte die Zusage Dimons. Der genaue Termin der Anhörung steht noch nicht fest. Zunächst wird der Ausschuss noch zwei weitere Sitzungen abhalten am 22. Mai und 6. Juni.
Dimon wird sich wohl auch weitere Fragen zu Enthüllungen des „Wall Street Journal“ gefallen lassen müssen. Demnach gab es über Monate keinen Schatzmeister in der Bank und der Manager, der in der Investmentabteilung die riskanten Geschäfte überwachen sollte, hatte kaum Erfahrung in diesem Metier. Die Zeitung beruft sich bei ihren Angaben auf Gespräche mit Bankern und Aufsichtsbeamten.
Gute Chancen für Obamas Wall-Street-Gesetz
Die Politiker in Washington arbeiten momentan an der „Volcker Rule“. Das Gesetz soll das Zocken der Banken mit eigenem Geld verhindern oder zumindest stark einschränken. Der Milliardenverlust bei JPMorgan hat den Befürwortern einer strengeren Bankenregulierung Auftrieb verliehen. Dimon ist einer der größten Gegner.
US-Präsident Barack Obama hat sich zwischenzeitlich zu Wort gemeldet und zu bedenken gegeben, dass der Staat bei einer schwächeren Bank vielleicht wieder rettend hätte eingreifen müssen, ganz wie zu den Zeiten der Finanzkrise 2008 und 2009. „Das ist genau der Grund, weshalb eine Wall-Street-Reform so wichtig ist“, sagte er in einer Fernsehsendung
Spekulanten profitieren von der Notlage der Bank
Neben der Finanzbranche haben auch die Republikaner strengere Auflagen für die Banken bislang verhindert. So konnte nur ein Teil der Maßnahmen von Obamas groß angekündigter Finanzmarkt-Reform umgesetzt werden. Angesichts der missglückten Wetten von JPMorgan Chase und des laufenden Wahlkampfs ums Präsidentenamt dürfte es für die Republikaner nun aber schwerer werden, ihre Blockadehaltung aufrecht zu erhalten.
* Focus
Neun Milliarden Dollar verspekuliert?
Die größte US-Bank könnte bei Fehlspekulationen fast fünfmal so viel Geld verloren haben, wie zunächst eingeräumt wurde
Die Verluste der größten US-Bank JPMorgan Chase nach Fehlspekulationen könnten einem Bericht zufolge fast fünfmal so hoch sein wie zunächst eingeräumt. Die "New York Times" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle, im schlimmsten Fall könne sich der Verlust einer internen Berechnung zufolge auf bis zu neun Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) belaufen. Andere Experten gingen eher von sechs bis sieben MilliardenDollar Verlust aus, weil sich die Bank bereits von den problematischsten Handelspositionen getrennt habe.
JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte die Verluste durch Fehlspekulationen mit Kreditausfallversicherungen im Mai zunächst auf zwei Milliarden Dollar beziffert, aber eingeräumt, dass sie noch weiter anwachsen könnten. Vergangene Woche berichtete der US-Fernsehsender CNBC, die Verluste würden sechs oder sieben Milliarden Dollar nicht übersteigen, da das Unternehmen schnell reagiert habe. Demnach veräußerte die Bank 65 bis 70 Prozent der Papiere, mit denen sich ihre Investmentabteilung in London verzockt hatte.
Hedgefonds wetten gegen Bank
Die Lage der Bank hat sich jedoch verschlechtert, weil inzwischen Hedgefonds gegen sie wetten. Laut "NYT" will JPMorgan Chase am 13. Juli bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen bekanntgeben, wie hoch die Verluste wirklich sind. Mehrere US-Regulierungsbehörden haben Untersuchungen des Vorfalls eingeleitet, auch der Kongress in Washington prüft die Vorgänge. Die US-Regierung will den Eigenhandel von Banken mit Kreditausfallversicherungen stark beschränken. JPMorgan-Chef Dimon gehört zu den schärfsten Kritikern dieses Vorhabens. Bei einer Anhörung bezeichnete er die Milliardenverluste als "isoliertes Ereignis" bezeichnet, das durch die gute Kapitalausstattung der Bank habe aufgefangen werden können.
Die Verluste der größten US-Bank JPMorgan Chase nach Fehlspekulationen könnten einem Bericht zufolge fast fünfmal so hoch sein wie zunächst eingeräumt. Die "New York Times" berichtete am Donnerstag unter Berufung auf eine namentlich nicht genannte Quelle, im schlimmsten Fall könne sich der Verlust einer internen Berechnung zufolge auf bis zu neun Milliarden Dollar (7,2 Milliarden Euro) belaufen. Andere Experten gingen eher von sechs bis sieben MilliardenDollar Verlust aus, weil sich die Bank bereits von den problematischsten Handelspositionen getrennt habe.
JPMorgan-Chef Jamie Dimon hatte die Verluste durch Fehlspekulationen mit Kreditausfallversicherungen im Mai zunächst auf zwei Milliarden Dollar beziffert, aber eingeräumt, dass sie noch weiter anwachsen könnten. Vergangene Woche berichtete der US-Fernsehsender CNBC, die Verluste würden sechs oder sieben Milliarden Dollar nicht übersteigen, da das Unternehmen schnell reagiert habe. Demnach veräußerte die Bank 65 bis 70 Prozent der Papiere, mit denen sich ihre Investmentabteilung in London verzockt hatte.
Hedgefonds wetten gegen Bank
Die Lage der Bank hat sich jedoch verschlechtert, weil inzwischen Hedgefonds gegen sie wetten. Laut "NYT" will JPMorgan Chase am 13. Juli bei der Veröffentlichung der Quartalszahlen bekanntgeben, wie hoch die Verluste wirklich sind. Mehrere US-Regulierungsbehörden haben Untersuchungen des Vorfalls eingeleitet, auch der Kongress in Washington prüft die Vorgänge. Die US-Regierung will den Eigenhandel von Banken mit Kreditausfallversicherungen stark beschränken. JPMorgan-Chef Dimon gehört zu den schärfsten Kritikern dieses Vorhabens. Bei einer Anhörung bezeichnete er die Milliardenverluste als "isoliertes Ereignis" bezeichnet, das durch die gute Kapitalausstattung der Bank habe aufgefangen werden können.
JP Morgan erneut im Visier der Justiz: Energiemarkt manipuliert?
JP Morgan gerät neben den milliardenschweren Fehlspekulationen erneut ins Visier der Aufsichtsbehörden: Die US-Großbank wird verdächtigt, den Energiemarkt manipuliert zu haben
Nachdem JP Morgan Chase mit ihren im Mai bekanntgewordenen Zockerdeals mindestens zwei Milliarden Dollar verspekuliert hat, gerät das Kreditinstitut nun wegen seiner Handelstätigkeit auf dem amerikanischen Energiemarkt unter Druck. Die US-Aufsichtsbehörden gehen dem Verdacht der Marktmanipulation in Kalifornien und dem Mittleren Westen nach.
25 verdächtige E-Mails
Die Bundeskommission zur Energieregulierung (FERC) reichte am Montag bei einem Bundesgericht den Antrag ein, dass die Bank interne Nachrichten zu dem Thema herausgeben solle. Laut einem Bericht der "New York Times" handelt es sich dabei um 25 E-Mails, die Details zu Geschäften der Bank auf dem Energiemarkt offenlegen würden. Weiters geht die Behörde dem Verdacht nach, JP Morgan habe ihr gegenüber falsche Angabe gemacht. Eine Sprecherin der Bank erklärte, das Institut habe im Einklang mit dem Gesetz und den Vorgaben der Aufsichtsbehörden gehandelt.
Auch der Skandal um verzockte Milliarden hat für JP Morgan ein Nachspiel: Die US-Börsenaufsicht SEC prüft derzeit, ob die US-Bank bei ihrer Bilanzvorlage im April die Investoren getäuscht habe.
Nachdem JP Morgan Chase mit ihren im Mai bekanntgewordenen Zockerdeals mindestens zwei Milliarden Dollar verspekuliert hat, gerät das Kreditinstitut nun wegen seiner Handelstätigkeit auf dem amerikanischen Energiemarkt unter Druck. Die US-Aufsichtsbehörden gehen dem Verdacht der Marktmanipulation in Kalifornien und dem Mittleren Westen nach.
25 verdächtige E-Mails
Die Bundeskommission zur Energieregulierung (FERC) reichte am Montag bei einem Bundesgericht den Antrag ein, dass die Bank interne Nachrichten zu dem Thema herausgeben solle. Laut einem Bericht der "New York Times" handelt es sich dabei um 25 E-Mails, die Details zu Geschäften der Bank auf dem Energiemarkt offenlegen würden. Weiters geht die Behörde dem Verdacht nach, JP Morgan habe ihr gegenüber falsche Angabe gemacht. Eine Sprecherin der Bank erklärte, das Institut habe im Einklang mit dem Gesetz und den Vorgaben der Aufsichtsbehörden gehandelt.
Auch der Skandal um verzockte Milliarden hat für JP Morgan ein Nachspiel: Die US-Börsenaufsicht SEC prüft derzeit, ob die US-Bank bei ihrer Bilanzvorlage im April die Investoren getäuscht habe.
Jamie Dimon, Chef der Investmentbank JPMorgan, wird anscheinend auch persönlich für die Megaverluste der Bank haftbar gemacht. Der Verwaltungsrat der Bank denkt darüber nach, dem Topmanager kräftig den Bonus zu kürzen
WSJ
Zitat
Directors at J.P. Morgan Chase & Co. and Citigroup Inc. are wrestling with new approaches to executive compensation, in a bid to respond to a series of management miscues this year, said people close to the institutions.
At J.P. Morgan, the biggest U.S. bank by assets, directors are considering lower 2012 bonuses for Chief Executive James Dimon and other top executives in the wake of a multibillion-dollar trading disaster, said people close to the discussions. But they also are grappling with the question of how to do that without drastically reducing the executives' take-home pay, the people said.
WSJ
JPMorgan erhält Betrugsklage wegen Hypothekenpapieren
Die Finanzkrise beschäftigt auch vier Jahre nach ihrem Hochkochen noch die US-Gerichte: Der New Yorker Generalstaatsanwalt Eric Schneiderman hat am Montag eine Klage gegen die größte US-Bank JPMorgan Chase eingereicht. Der Vorwurf: Die 2008 von JPMorgan übernommene Investmentbank Bear Stearns habe Investoren bei Hypothekenpapieren hinters Licht geführt, indem sie ihnen verschwieg, welch minderwertigen Hauskredite darin verpackt waren. Das habe zu "riesigen Verlusten" bei den Käufern der Papiere geführt.
Einige US-Medien werteten den Vorstoß als Vorboten einer Klagewelle kurz vor der Präsidentschaftswahl Anfang November. Barack Obama hatte sich bei seinem Amtsantritt auf die Fahnen geschrieben, die Wall Street zu zügeln. Er trieb die Finanzmarktreform voran, den sogenannten Dodd-Frank Act. Kritiker sagen allerdings, das Regelwerk greife zu kurz. Im Jänner richtete die Regierung eine Gruppe mit hochrangigen Ermittlern ein, die Betrug mit Hypothekenpapieren nachgehen sollten. Zu den Mitgliedern zählt auch Schneiderman.
Bank ist enttäuscht
JPMorgan erklärte, die Bank sei enttäuscht, dass die Staatsanwälte ihr im Vorfeld nicht die Gelegenheit gegeben hätten, die Vorwürfe zu entkräften. Der Finanzkonzern gilt als Nutznießer der Finanzkrise, da er sich durch geschickte Zukäufe vergrößern konnte.
Seit der Finanzkrise laufen bereits zahlreiche Betrugsklagen, meistens von Investoren, die sich geprellt fühlen. Welche Folgen öffentliche Vorhaltungen wie jetzt bei JPMorgan haben können, hatte vor zwei Jahren die Investmentbank Goldman Sachs zu spüren bekommen. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte ihr vorgeworfen, ebenfalls beim Verkauf von Hypothekenpapieren falschgespielt zu haben. Über Wochen stand das Wall-Street-Haus in der Kritik. Am Ende zahlte Goldman in einem Vergleich 550 Millionen Dollar, um den Fall zu den Akten legen zu können
Einige US-Medien werteten den Vorstoß als Vorboten einer Klagewelle kurz vor der Präsidentschaftswahl Anfang November. Barack Obama hatte sich bei seinem Amtsantritt auf die Fahnen geschrieben, die Wall Street zu zügeln. Er trieb die Finanzmarktreform voran, den sogenannten Dodd-Frank Act. Kritiker sagen allerdings, das Regelwerk greife zu kurz. Im Jänner richtete die Regierung eine Gruppe mit hochrangigen Ermittlern ein, die Betrug mit Hypothekenpapieren nachgehen sollten. Zu den Mitgliedern zählt auch Schneiderman.
Bank ist enttäuscht
JPMorgan erklärte, die Bank sei enttäuscht, dass die Staatsanwälte ihr im Vorfeld nicht die Gelegenheit gegeben hätten, die Vorwürfe zu entkräften. Der Finanzkonzern gilt als Nutznießer der Finanzkrise, da er sich durch geschickte Zukäufe vergrößern konnte.
Seit der Finanzkrise laufen bereits zahlreiche Betrugsklagen, meistens von Investoren, die sich geprellt fühlen. Welche Folgen öffentliche Vorhaltungen wie jetzt bei JPMorgan haben können, hatte vor zwei Jahren die Investmentbank Goldman Sachs zu spüren bekommen. Die US-Börsenaufsicht SEC hatte ihr vorgeworfen, ebenfalls beim Verkauf von Hypothekenpapieren falschgespielt zu haben. Über Wochen stand das Wall-Street-Haus in der Kritik. Am Ende zahlte Goldman in einem Vergleich 550 Millionen Dollar, um den Fall zu den Akten legen zu können
Eine US-Finanzaufsichtsbehörde hat die Großbank JPMorgan Chase im Zusammenhang mit dem Verkauf riskanter Hypothekenpapiere verklagt. Die 2008 von JPMorgan übernommene Washington Mutual Bank habe irreführende Angaben zum Ausfallrisiko von Wertpapieren im Umfang von 2,2 Milliarden Dollar gemacht, die das Geldhaus an drei Genossenschaftsbanken verkauft hatte, heißt es in der am Freitag eingereichten Klage der National Credit Union Administration (NCUA). Das riskante Wertpapiergeschäft habe zum Zusammenbruch der Genossenschaftsbanken beigetragen.
Es ist bereits die dritte Klage, die NCUA gegen JPMorgan wegen Verlusten durch riskante Hypothekenpapiere eingereicht hat.
Es ist bereits die dritte Klage, die NCUA gegen JPMorgan wegen Verlusten durch riskante Hypothekenpapiere eingereicht hat.
Schwere Vorwürfe gegen JPMorgan
Ein US-Senatsausschuss wirft der Bank vor, in ihren extrem verlustreichen Derivatgeschäften im Jahr 2012 Risiken ignoriert, Anleger getäuscht und Regeln verletzt zu haben
Ein Untersuchungsausschuss des US-Senats hat der Großbank JPMorgan Chase schwere Vorwürfe gemacht: Die Bank habe in ihren extrem verlustreichen Derivatgeschäften im Jahr 2012 Risiken ignoriert, Anleger getäuscht, Regulierungsbehörden umgangen und Regeln verletzt, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Untersuchungsausschusses
Ranghohe Manager der Bank seien seit Monaten über die riskanten Derivate-Wetten informiert gewesen, die letztlich zu einem Verlust von 6,2 Milliarden Dollar bei der Bank geführt hätten. Sie hätten aber nichts unternommen, um die Händler zu zügeln.
Wiederholt Fehler eingeräumt
Eine Sprecherin von JPMorgan erklärte dazu, die Bank habe wiederholt Fehler eingeräumt. Das Management habe aber immer in gutem Glauben gehandelt und niemals die Absicht gehabt, jemanden zu täuschen.
JPMorgan war lange Zeit der Musterschüler unter den amerikanischen Geldhäusern. Wegen ihrer breiten Aufstellung mit Investmentbanking, Privatkundengeschäft und Vermögensverwaltung ließ die Bank die Finanzkrise relativ schnell hinter sich und erwarb sich einen Ruf als guter Risikomanager.
Doch mit dem Handelsskandal verspielte sie das Vertrauen. Händler in der Londoner Abteilung "Chief Investment Office" (CIO) hatten offenbar ohne große Kontrollen gigantische Handelspositionen aufbauen können. Bei mindestens einem der Mitarbeiter - Spitzname "der Wal" - ging die Rechnung nicht auf. Pikanterweise entstanden die Verluste ausgerechnet in Derivate-Absicherungsgeschäften, die eigentlich dazu dienen sollen, Einbußen im Handel zu begrenzen.
Ein Untersuchungsausschuss des US-Senats hat der Großbank JPMorgan Chase schwere Vorwürfe gemacht: Die Bank habe in ihren extrem verlustreichen Derivatgeschäften im Jahr 2012 Risiken ignoriert, Anleger getäuscht, Regulierungsbehörden umgangen und Regeln verletzt, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht des Untersuchungsausschusses
Ranghohe Manager der Bank seien seit Monaten über die riskanten Derivate-Wetten informiert gewesen, die letztlich zu einem Verlust von 6,2 Milliarden Dollar bei der Bank geführt hätten. Sie hätten aber nichts unternommen, um die Händler zu zügeln.
Wiederholt Fehler eingeräumt
Eine Sprecherin von JPMorgan erklärte dazu, die Bank habe wiederholt Fehler eingeräumt. Das Management habe aber immer in gutem Glauben gehandelt und niemals die Absicht gehabt, jemanden zu täuschen.
JPMorgan war lange Zeit der Musterschüler unter den amerikanischen Geldhäusern. Wegen ihrer breiten Aufstellung mit Investmentbanking, Privatkundengeschäft und Vermögensverwaltung ließ die Bank die Finanzkrise relativ schnell hinter sich und erwarb sich einen Ruf als guter Risikomanager.
Doch mit dem Handelsskandal verspielte sie das Vertrauen. Händler in der Londoner Abteilung "Chief Investment Office" (CIO) hatten offenbar ohne große Kontrollen gigantische Handelspositionen aufbauen können. Bei mindestens einem der Mitarbeiter - Spitzname "der Wal" - ging die Rechnung nicht auf. Pikanterweise entstanden die Verluste ausgerechnet in Derivate-Absicherungsgeschäften, die eigentlich dazu dienen sollen, Einbußen im Handel zu begrenzen.
JP Morgan soll Energiemarkt manipuliert haben
Einst galt sie als die Vorzeige-Bank, nun jagt beim US-Institut JP Morgan Chase ein Skandal den nächsten. Aktuell werden Vorwürfe laut, die Bank habe im Rohstoffhandel manipulativ gewirkt
Das Image der US-Bank JP Morgan Chase bekommt den nächsten dicken Kratzer: Laut einem Bericht der "New York Times" (NYT) droht nach dem Zockerskandal von 2012 nun Ärger von Seiten der US-Energieregulierungsbehörde Federal Energy Regulatory Commission (FERC). Der Vorwurf: JP Morgan soll "Manipulationssysteme" im Energiemarkt von Kalifornien und Michigan eingesetzt haben, die "verlustreiche Kraftwerke in mächtige Profitmaschinen" verwandelten.
Im Zentrum des Skandals soll laut dem 70 Seiten dicken Dokument, auf das die NYT sich bezieht, die bekannte Bankerin Blythe Masters stehen, die den Rohstoffhandel bei JP Morgan leitet. Sie soll "falsche und irreführende Aussagen" unter Eid gemacht haben. Dem Dokument nach soll sie von den Marktmanipulationen gewusst, dies aber fälschlich unter Eid abgestritten haben.
Masters wird die Entwicklung der Kreditausfallversicherungen, der sogenannten Credit Default Swops (CDS), zugeschrieben, die eine Rolle in der Finanzkrise 2008 spielten. Mit den CDS sichern sich Investoren gegen die Pleite eines Staates oder Unternehmens ab. Seit der Lehman-Pleite ist das CDS-Geschäft heftig umstritten, weil damals nur mit der 180 Milliarden Dollar teuren Verstaatlichung des US-Versicherers AIG eine Kettenreaktion verhindert werden konnte. AIG hatte CDS auf Lehman-Anleihen im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar verkauft, hätte die Gläubiger aber nie entschädigen können.
Ob aufgrund der Aufdeckungen der Ermittler ein Verfahren gegen JP Morgan Chase eingeleitet werde, sei noch nicht formell beschlossen, heißt es in dem Bericht. Kristin Lemkau, eine Sprecherin von JP Morgan, wies die Vorwürfe entschieden zurück. Die Bank hat nun bis Mitte des Monats Zeit, sich zu den Ermittlungen zu äußern.
Einst galt sie als die Vorzeige-Bank, nun jagt beim US-Institut JP Morgan Chase ein Skandal den nächsten. Aktuell werden Vorwürfe laut, die Bank habe im Rohstoffhandel manipulativ gewirkt
Das Image der US-Bank JP Morgan Chase bekommt den nächsten dicken Kratzer: Laut einem Bericht der "New York Times" (NYT) droht nach dem Zockerskandal von 2012 nun Ärger von Seiten der US-Energieregulierungsbehörde Federal Energy Regulatory Commission (FERC). Der Vorwurf: JP Morgan soll "Manipulationssysteme" im Energiemarkt von Kalifornien und Michigan eingesetzt haben, die "verlustreiche Kraftwerke in mächtige Profitmaschinen" verwandelten.
Im Zentrum des Skandals soll laut dem 70 Seiten dicken Dokument, auf das die NYT sich bezieht, die bekannte Bankerin Blythe Masters stehen, die den Rohstoffhandel bei JP Morgan leitet. Sie soll "falsche und irreführende Aussagen" unter Eid gemacht haben. Dem Dokument nach soll sie von den Marktmanipulationen gewusst, dies aber fälschlich unter Eid abgestritten haben.
Masters wird die Entwicklung der Kreditausfallversicherungen, der sogenannten Credit Default Swops (CDS), zugeschrieben, die eine Rolle in der Finanzkrise 2008 spielten. Mit den CDS sichern sich Investoren gegen die Pleite eines Staates oder Unternehmens ab. Seit der Lehman-Pleite ist das CDS-Geschäft heftig umstritten, weil damals nur mit der 180 Milliarden Dollar teuren Verstaatlichung des US-Versicherers AIG eine Kettenreaktion verhindert werden konnte. AIG hatte CDS auf Lehman-Anleihen im Wert von mehr als 500 Milliarden Dollar verkauft, hätte die Gläubiger aber nie entschädigen können.
Ob aufgrund der Aufdeckungen der Ermittler ein Verfahren gegen JP Morgan Chase eingeleitet werde, sei noch nicht formell beschlossen, heißt es in dem Bericht. Kristin Lemkau, eine Sprecherin von JP Morgan, wies die Vorwürfe entschieden zurück. Die Bank hat nun bis Mitte des Monats Zeit, sich zu den Ermittlungen zu äußern.

