Dividenden - Renditebringer für Fondsanleger - Dividendenrendite
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Dividenden - Renditebringer für Fondsanleger - Dividendenrendite
Dividenden bringen Performance
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Als Dividende wird der Anteil am Gewinn eines börsennotierten Unternehmens bezeichnet, den es an seine Aktionäre auszahlt. Das Verhältnis zum Aktienkurs wird Dividendenrendite genannt. Historisch betrachtet machen Dividenden-zahlungen zwischen 40 und 50 Prozent der Rendite aus, die sich am Aktienmarkt erwirtschaften lässt. Von diesem Mittelwert haben sich die Börsen seit 1990 weit entfernt.
Zuerst marginalisierten immense Kursgewinne die Bedeutung von Dividenden. Während diese in der Dekade vor der Jahrtausendwende im Kursfeuerwerk lediglich rund ein Fünftel der Gesamtrendite von Aktien ausgemacht hatten, waren es infolge der volatilen Börsen in den vergangenen zehn Jahren einhundert Prozent. Deswegen geraten Dividendentitel insbesondere dann ins Investoren-visier, wenn Bären das Börsenparkett dominieren.
„Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten sind Unternehmen mit soliden Finanzen und stabilen Dividenden gefragt“, bestätigt Berndt Maisch von LBBW Asset Management, Fondsgesellschaft der Landesbank Baden-Württemberg. Der Fondsmanager lenkt seit Beginn des Jahrtausends den LBBW Dividenden Strategie Euroland und kann auf mehr als 20 Prozent Rendite im Laufe der vergangenen drei Jahre zurückblicken.
Für Börsenkenner wie Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, führt an den sogenannten Substanzaktien im Jahr 2012 dennoch kein Weg vorbei: „Vor allem die Branchen Konsum, Pharma, Telekommunikation und Energie glänzen mit einer hohen Dividendenrendite, welche die Rendite von deutschen Staatsanleihen in den Schatten stellt.“
Momentan gibt es 1,9 Prozent für Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit. John Chatfeild-Roberts, CIO von Jupiter Asset Management, stimmt zu: „Aktien multinationaler Unternehmen mit soliden Bilanzen, die hohe Dividenden ausschütten, machen einen wesentlich besseren Eindruck.“
Sicherlich könnten Aktienkurse volatiler sein, so der Profianleger. Aber ein Portfolio mit hochrentablen Unternehmen wie dem amerikanischen Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson oder dem britischen Wettbewerber Glaxo Smith Kline, London, mit attraktiven Bewertungen und gesunden Dividendenerträgen von rund 3,5 beziehungsweise 5,2 Prozent böte mehr Sicherheit als die Anleihen der meisten Länder mit AAA-Rating oder die Einlagenkonten europäischer Banken.
„Solche Dividenden sind eine angemessene Entschädigung für kurzfristige Kursschwankungen, die Anleger einfach aushalten müssen.“ Auch das Bemühen der Zentralbanken, die Märkte mit Geld zu fluten, hat „in den USA gemessen an der Geldpolitik der US-Notenbank ein Allzeithoch erreicht und ist ein historisch belegtes Pro-Argument für Aktien. Sie wirkt wie ein Sicherheitsnetz und als treibende Kraft“, so Cash.-Kolumnist Halver.
Momentan gibt es 1,9 Prozent für Bundesobligationen mit zehnjähriger Laufzeit. John Chatfeild-Roberts, CIO von Jupiter Asset Management, stimmt zu: „Aktien multinationaler Unternehmen mit soliden Bilanzen, die hohe Dividenden ausschütten, machen einen wesentlich besseren Eindruck.“
Sicherlich könnten Aktienkurse volatiler sein, so der Profianleger. Aber ein Portfolio mit hochrentablen Unternehmen wie dem amerikanischen Pharmazie- und Konsumgüterhersteller Johnson & Johnson oder dem britischen Wettbewerber Glaxo Smith Kline, London, mit attraktiven Bewertungen und gesunden Dividendenerträgen von rund 3,5 beziehungsweise 5,2 Prozent böte mehr Sicherheit als die Anleihen der meisten Länder mit AAA-Rating oder die Einlagenkonten europäischer Banken.
„Solche Dividenden sind eine angemessene Entschädigung für kurzfristige Kursschwankungen, die Anleger einfach aushalten müssen.“ Auch das Bemühen der Zentralbanken, die Märkte mit Geld zu fluten, hat „in den USA gemessen an der Geldpolitik der US-Notenbank ein Allzeithoch erreicht und ist ein historisch belegtes Pro-Argument für Aktien. Sie wirkt wie ein Sicherheitsnetz und als treibende Kraft“, so Cash.-Kolumnist Halver.
Dividendenstrategien funktionieren auch diesseits des großen Teichs. LBBW-Fondsmanager Maisch kauft ausschließlich Aktien von Gesellschaften aus der Eurozone. Bei der Titelselektion achtet er nach eigenem Bekunden zuerst auf eine aktionärsfreundliche Ausschüttungspolitik.
Circa 5,1 Prozent beträgt die durchschnittliche Dividendenrendite im Fonds. Damit liegt sie gut einen Prozentpunkt über der des gesamten Aktienmarktes. Zu Maischs Kriterien gehören noch die Stabilität der Bilanz, die Ertragsstärke und die Wachstumsperspektive. Der Fondsmanager betreibt Stock Picking. Das bedeutet, er wählt Aktien aus, ohne sich an Börsenindizes zu orientieren. Den Schwerpunkt bilden Großkonzerne, welche durch aussichtsreiche kleinere Werte, sogenannte Small und Mid Caps, lediglich ergänzt werden
* Cash
Circa 5,1 Prozent beträgt die durchschnittliche Dividendenrendite im Fonds. Damit liegt sie gut einen Prozentpunkt über der des gesamten Aktienmarktes. Zu Maischs Kriterien gehören noch die Stabilität der Bilanz, die Ertragsstärke und die Wachstumsperspektive. Der Fondsmanager betreibt Stock Picking. Das bedeutet, er wählt Aktien aus, ohne sich an Börsenindizes zu orientieren. Den Schwerpunkt bilden Großkonzerne, welche durch aussichtsreiche kleinere Werte, sogenannte Small und Mid Caps, lediglich ergänzt werden
Zitat
Lukrative Dividendenzahlungen sind keineswegs bestimmten Branchen vorbehalten, allerdings finden sich Hersteller von Konsumartikeln, die wenig von der Konjunktur abhängen, ebenso wie Energieversorger und Kommunikationskonzerne am häufigsten auf den Kauflisten.
* Cash
Dividendenwachstum wichtiger als Dividendenrendite
Angesichts niedriger Zinsen und einer unsicheren Marktsituation stehen Dividendenstrategien immer stärker im Fokus der Anleger. Analysten schätzen dabei dass die hohe Nachfrage auch dazu führt, dass DAX-Unternehmen in diesem Jahr Dividenden in Höhe von 27 bis 28 Milliarden Euro ausschütten werden und damit das Niveau von 2011 um zwei Milliarden Euro überbieten werden. Anleger sollten dabei nicht nur auf die Höhe der Dividendenrendite schauen, sondern vielmehr auf das Dividendenwachstum, berichtet Andreas Zöllinger, Fondsmanager des BGF European Equity Income Fund bei Blackrock, zum Anlageerfolg bei Dividendenstrategien.
Viele Anleger fallen bei einer statischen Analyse, die nur die zuletzt ausgeschüttete Dividende berücksichtigt in die sogenannte „Value Falle“. Was bedeutet, dass die Dividenden möglicherweise unter hohem finanziellen Risiko ausgeschüttet wurden. Denn für den langfristigen Erfolg ist nicht nur die Höhe der aktuellen Dividendenrendite, sondern das Wachstum der Dividende entscheidend, denn dabei lässt sich ablesen, ob ein Unternehmen in der Lage ist, auch weiterhin zu wachsen, so Zöllinger. Daher konzentriert er sich bei der Auswahl der Aktien für seine Dividendenfonds auf drei Kernfelder um aus den Aktien mit hoher Dividende diejenigen mit hohem Dividendenwachstum herauszufiltern: die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells, die finanzielle Position und die Dividendenpolitik
Viele Anleger fallen bei einer statischen Analyse, die nur die zuletzt ausgeschüttete Dividende berücksichtigt in die sogenannte „Value Falle“. Was bedeutet, dass die Dividenden möglicherweise unter hohem finanziellen Risiko ausgeschüttet wurden. Denn für den langfristigen Erfolg ist nicht nur die Höhe der aktuellen Dividendenrendite, sondern das Wachstum der Dividende entscheidend, denn dabei lässt sich ablesen, ob ein Unternehmen in der Lage ist, auch weiterhin zu wachsen, so Zöllinger. Daher konzentriert er sich bei der Auswahl der Aktien für seine Dividendenfonds auf drei Kernfelder um aus den Aktien mit hoher Dividende diejenigen mit hohem Dividendenwachstum herauszufiltern: die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells, die finanzielle Position und die Dividendenpolitik
-- die DAX-Unternehmen scheinen der Krise trotzen zu können, zahlen auch 2012 wieder erfreulich hohe Dividenden. Elf der 30 Konzerne werden in diesem Jahr vermutlich mehr ausschütten als ein Jahr zuvor, schätzen die Experten der Commerzbank.
Damit klettert die Rendite des Index über der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen. Eine historische Ausnahmesituation.
Doch allein darum ausschließlich (und ungeprüft) dividendenstarke Titel zu kaufen, macht keinen Sinn. Denn wer auf das falsche Pferd setzt, der erzielt womöglich ausschließlich Gewinne mit der Dividende, muss beim Aktienkurs aber umso stärkere Verluste hinnehmen. Das verdeutlicht das Beispiel Deutsche Telekom
Am 24. Mai wird die Telekom ihren Aktionären rund drei Milliarden Euro überweisen. So spendabel ist sonst kein DAX-Unternehmen. Mit 70 Cent je Aktie streichen die Aktionäre gemessen am aktuell niedrigen Kurs eine Dividendenrendite von 7,8 Prozent ein. Doch wollten Sie die Telekom darum gerade jetzt gerne im Depot haben? Ich jedenfalls nicht, auch wenn ich der Ansicht bin, dass der Aktienkurs mittelfristig anziehen wird.
Das Problem der Telekom ist: Sie benutzt die hohe Gewinnausschüttung, um ihre Anleger einigermaßen bei Laune zu halten. Doch das fällt nach Jahren, in denen der Aktienkurs stetig gefallen ist (in den vergangenen fünf Jahren um 40 Prozent), immer schwerer. Die Telekom handelt damit auch wenig weitsichtig, weil die ausgeschütteten Milliarden (fast der gesamte Jahresgewinn ist dahin) eigentlich gebraucht werden, um Investitionen anzuschieben.
Autotitel auf der Überholspur
Thyssen-Krupp, Wincor-Nixdorf und Siemens waren die Vorreiter der diesjährigen Dividendensaison. Sie waren mit ihren Hauptversammlungen und den anschließenden Dividendenzahlungen so früh, weil ihr Geschäftsjahr schon am 30. September 2011 endete. Eigentlich startet die Ausschüttungsperiode der 30 DAX-Unternehmen nämlich erst Anfang April.
Auf der Überholspur sind die Autohersteller. BMW, Daimler und Volkswagen dürften insgesamt 5,7 Milliarden Euro an ihre Aktionäre verteilen - so viel wie noch nie und fast 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch BASF-, SAP- und K+S-Aktionäre können sich auf deutliche Erhöhungen einstellen. Dagegen gibt es vermutlich weniger Dividende von der Allianz, der Lufthansa und den von Fukushima und der Energiewende in Deutschland gebeutelten Energiekonzernen E.ON und RWE.
Völlig leer ausgehen werden die Aktionäre der Commerzbank. Das darf allerdings niemanden überraschen. Da der Konzern noch immer von Staatshilfe abhängt, ist eine Ausschüttung auf lange Sicht kein Thema. Bei den restlichen neun Unternehmen im DAX soll die Dividende unverändert bleiben. So unter anderem bei der Münchener Rück.
Dividendenpolitik muss verlässlich sein
Der Versicherer hat seit 1969 seine Dividende nicht ein einziges Mal senken müssen und will das auch jetzt nicht tun. Dabei gäbe es jede Menge Gründe dafür, denn 2011 war finanziell ein Desaster. Eine Serie von Naturkatastrophen, vor allem aber das Beben in Japan, hatte den Konzern im ersten Quartal tief in die Verlustzone gerissen.
Von Januar bis September 2011 brach der Gewinn um 96 Prozent ein. Eine massive Dividendenkürzung wäre nun eigentlich logisch, doch aus der Unternehmenszentrale hieß es dazu nur lapidar, man strebe weiterhin eine Dividende „in Höhe des Vorjahres“ an.
Die Münchener haben dabei wohl im Hinterkopf, dass eine verlässliche Dividendenpolitik für viele Anleger immer noch als ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Aktienkauf gilt. Warum das so ist, zeigen aktuelle Statistiken, nach denen 40 Prozent der langfristigen Rendite von Aktieninvestments der jährlichen Ausschüttung zu verdanken sind.
Traditionell gelten dividendenstarke Titel auch als defensive Anlage. In mageren Börsenjahren behaupten sie sich gut und verlieren, verglichen mit schwankungsfreudigen Wachstumswerten, meist weniger. Doch – um das noch einmal zu betonen – es kommt auch (und gerade!) bei den so genannten „Dividendenstars“ auf die richtige Auswahl an. Mein Tipp: Vergleichen hilft! Meist findet sich dann ein attraktiverer Titel innerhalb derselben Branche.
Um zu verdeutlichen, was ich meine, lassen Sie uns noch einmal auf die Telekom blicken: Wer die Aktie nur wegen der Dividende im Depot haben möchte, sollte vielleicht einmal über den spanischen Wettbewerber Telefónica nachdenken. Gemessen am aktuellen Aktienkurs von 13,40 Euro und einer um 20 Cent auf 1,60 Euro steigenden Jahresdividende liegt die Rendite bei zwölf Prozent. 77 Cent haben die Spanier bereits ausgeschüttet – die restlichen 83 Cent dürften am 31. Mai folgen.
Anders als die Deutsche Telekom kann sich Telefónica die Ausschüttung leisten. Denn kein anderer europäischer Telekomkonzern hat in den vergangenen Jahren netto so viel verdient. Allerdings ächzen die Spanier, die in Deutschland mit dem Mobilfunkanbieter O2 vertreten sind, wie ihre Konkurrenten unter einem immensen Schuldenberg. Über 55 Milliarden Euro betragen die Verbindlichkeiten des Unternehmens bereits. Und für das kommende Jahr stehen vier Milliarden Euro zur Refinanzierung an.
Eskaliert die Schuldenkrise (z.B. bei einer Pleite Griechenlands und wenig später eventuell Portugals) könnte Telefónica in sehr schwere See geraten. Dann müsste man das Tafelsilber verscherbeln und zukünftige Dividendenzahlungen hätten sich erledigt.
Damit klettert die Rendite des Index über der Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen. Eine historische Ausnahmesituation.
Doch allein darum ausschließlich (und ungeprüft) dividendenstarke Titel zu kaufen, macht keinen Sinn. Denn wer auf das falsche Pferd setzt, der erzielt womöglich ausschließlich Gewinne mit der Dividende, muss beim Aktienkurs aber umso stärkere Verluste hinnehmen. Das verdeutlicht das Beispiel Deutsche Telekom
Am 24. Mai wird die Telekom ihren Aktionären rund drei Milliarden Euro überweisen. So spendabel ist sonst kein DAX-Unternehmen. Mit 70 Cent je Aktie streichen die Aktionäre gemessen am aktuell niedrigen Kurs eine Dividendenrendite von 7,8 Prozent ein. Doch wollten Sie die Telekom darum gerade jetzt gerne im Depot haben? Ich jedenfalls nicht, auch wenn ich der Ansicht bin, dass der Aktienkurs mittelfristig anziehen wird.
Das Problem der Telekom ist: Sie benutzt die hohe Gewinnausschüttung, um ihre Anleger einigermaßen bei Laune zu halten. Doch das fällt nach Jahren, in denen der Aktienkurs stetig gefallen ist (in den vergangenen fünf Jahren um 40 Prozent), immer schwerer. Die Telekom handelt damit auch wenig weitsichtig, weil die ausgeschütteten Milliarden (fast der gesamte Jahresgewinn ist dahin) eigentlich gebraucht werden, um Investitionen anzuschieben.
Autotitel auf der Überholspur
Thyssen-Krupp, Wincor-Nixdorf und Siemens waren die Vorreiter der diesjährigen Dividendensaison. Sie waren mit ihren Hauptversammlungen und den anschließenden Dividendenzahlungen so früh, weil ihr Geschäftsjahr schon am 30. September 2011 endete. Eigentlich startet die Ausschüttungsperiode der 30 DAX-Unternehmen nämlich erst Anfang April.
Auf der Überholspur sind die Autohersteller. BMW, Daimler und Volkswagen dürften insgesamt 5,7 Milliarden Euro an ihre Aktionäre verteilen - so viel wie noch nie und fast 50 Prozent mehr als vor einem Jahr. Auch BASF-, SAP- und K+S-Aktionäre können sich auf deutliche Erhöhungen einstellen. Dagegen gibt es vermutlich weniger Dividende von der Allianz, der Lufthansa und den von Fukushima und der Energiewende in Deutschland gebeutelten Energiekonzernen E.ON und RWE.
Völlig leer ausgehen werden die Aktionäre der Commerzbank. Das darf allerdings niemanden überraschen. Da der Konzern noch immer von Staatshilfe abhängt, ist eine Ausschüttung auf lange Sicht kein Thema. Bei den restlichen neun Unternehmen im DAX soll die Dividende unverändert bleiben. So unter anderem bei der Münchener Rück.
Dividendenpolitik muss verlässlich sein
Der Versicherer hat seit 1969 seine Dividende nicht ein einziges Mal senken müssen und will das auch jetzt nicht tun. Dabei gäbe es jede Menge Gründe dafür, denn 2011 war finanziell ein Desaster. Eine Serie von Naturkatastrophen, vor allem aber das Beben in Japan, hatte den Konzern im ersten Quartal tief in die Verlustzone gerissen.
Von Januar bis September 2011 brach der Gewinn um 96 Prozent ein. Eine massive Dividendenkürzung wäre nun eigentlich logisch, doch aus der Unternehmenszentrale hieß es dazu nur lapidar, man strebe weiterhin eine Dividende „in Höhe des Vorjahres“ an.
Die Münchener haben dabei wohl im Hinterkopf, dass eine verlässliche Dividendenpolitik für viele Anleger immer noch als ein wichtiges Entscheidungskriterium beim Aktienkauf gilt. Warum das so ist, zeigen aktuelle Statistiken, nach denen 40 Prozent der langfristigen Rendite von Aktieninvestments der jährlichen Ausschüttung zu verdanken sind.
Traditionell gelten dividendenstarke Titel auch als defensive Anlage. In mageren Börsenjahren behaupten sie sich gut und verlieren, verglichen mit schwankungsfreudigen Wachstumswerten, meist weniger. Doch – um das noch einmal zu betonen – es kommt auch (und gerade!) bei den so genannten „Dividendenstars“ auf die richtige Auswahl an. Mein Tipp: Vergleichen hilft! Meist findet sich dann ein attraktiverer Titel innerhalb derselben Branche.
Um zu verdeutlichen, was ich meine, lassen Sie uns noch einmal auf die Telekom blicken: Wer die Aktie nur wegen der Dividende im Depot haben möchte, sollte vielleicht einmal über den spanischen Wettbewerber Telefónica nachdenken. Gemessen am aktuellen Aktienkurs von 13,40 Euro und einer um 20 Cent auf 1,60 Euro steigenden Jahresdividende liegt die Rendite bei zwölf Prozent. 77 Cent haben die Spanier bereits ausgeschüttet – die restlichen 83 Cent dürften am 31. Mai folgen.
Anders als die Deutsche Telekom kann sich Telefónica die Ausschüttung leisten. Denn kein anderer europäischer Telekomkonzern hat in den vergangenen Jahren netto so viel verdient. Allerdings ächzen die Spanier, die in Deutschland mit dem Mobilfunkanbieter O2 vertreten sind, wie ihre Konkurrenten unter einem immensen Schuldenberg. Über 55 Milliarden Euro betragen die Verbindlichkeiten des Unternehmens bereits. Und für das kommende Jahr stehen vier Milliarden Euro zur Refinanzierung an.
Eskaliert die Schuldenkrise (z.B. bei einer Pleite Griechenlands und wenig später eventuell Portugals) könnte Telefónica in sehr schwere See geraten. Dann müsste man das Tafelsilber verscherbeln und zukünftige Dividendenzahlungen hätten sich erledigt.
Zitat
MEIN FAZIT:
- Auf die reine Dividendenstrategie zu setzen ist sehr spekulativ. Viele Unternehmen, die hohe Gewinnausschüttungen versprechen, haben mit argen Problemen zu kämpfen. Oft scheint es so, dass das Management einfach nicht weiß, was es Besseres mit dem Geld anfangen soll.
- Anleger sollten darum auch nicht nur nach der Höhe der Dividendenrendite gehen. Vielmehr sollten sie als zweites Auswahlkriterium einbeziehen, ob die Unternehmen in den kommenden Jahren auch in der Lage sein werden, ihre Dividende zu erhöhen. Das trifft z.B. auf deutsche Autowerte zu, nicht aber auf die Telekom oder auch die Münchener Rück.
* Armin Brack / Chefredakteur Geldanlage-Report
Dividendenertrag ist nicht alles
Mit dem Hunger nach höheren Erträgen werden Dividendenpapiere immer beliebter, was mit einer Erhöhung von deren Aktienpreise einhergeht. Um Mehrwert als Investor zu generieren ist es daher wichtig sich nicht nur nach den höchsten Dividendenertrag zu richten, schreibt der US-Asset Manager Legg Mason
Zum Beispiel gibt es Unternehmen die nicht die höchsten Dividendenrenditen erwirtschaften, aber deren Dividendenwachstum rapide wächst. Die Aktienpreise solcher Unternehmen sind im Bezug auf das Kurs/Gewinn-Verhältnis relativ günstiger gegenüber den Aktien, die derzeit die höchsten Renditen versprechen, aber ein geringeres Dividendenwachstum aufweisen.
Natürlich ist ein hoher Dividendenertrag in vielen Fällen eine gute Sache, doch könnte dann auch dahinterstecken, dass es sich dabei um ein in Probleme geratenes Unternehmen handelt, dessen Aktienpreis abgestürzt und daher bald die Dividendenzahlungen reduzieren muss, so die Legg Mason-Experten. Auf der anderen Seite bedeutet ein solides und beständiges Dividendenwachstum die Möglichkeit für ein Unternehmen stetigen freien Cash-flow zu generieren und damit auch die finanzielle Möglichkeiten hat ein Unternehmen effektiv wachsen zu lassen.
Aussichten positiv
Darüber hinaus sind die Aussichten für höhere Dividenden in den USA sehr positiv. Die Unternehmensbilanzen sind generell in guter Form, so die Legg Mason-Experten. In vielen Fällen haben die Unternehmen eine hohe Cash-flow-Quote, die sie dazu befähigt ihre Dividenden zu erhöhen. Das könnte umso bedeutender in den nächsten Jahren werden, wenn die Investoren nach US-Dividendenaktien Ausschau halten um mit deren Hilfe Schutz vor der Inflation zu finden.
Zum Beispiel gibt es Unternehmen die nicht die höchsten Dividendenrenditen erwirtschaften, aber deren Dividendenwachstum rapide wächst. Die Aktienpreise solcher Unternehmen sind im Bezug auf das Kurs/Gewinn-Verhältnis relativ günstiger gegenüber den Aktien, die derzeit die höchsten Renditen versprechen, aber ein geringeres Dividendenwachstum aufweisen.
Natürlich ist ein hoher Dividendenertrag in vielen Fällen eine gute Sache, doch könnte dann auch dahinterstecken, dass es sich dabei um ein in Probleme geratenes Unternehmen handelt, dessen Aktienpreis abgestürzt und daher bald die Dividendenzahlungen reduzieren muss, so die Legg Mason-Experten. Auf der anderen Seite bedeutet ein solides und beständiges Dividendenwachstum die Möglichkeit für ein Unternehmen stetigen freien Cash-flow zu generieren und damit auch die finanzielle Möglichkeiten hat ein Unternehmen effektiv wachsen zu lassen.
Aussichten positiv
Darüber hinaus sind die Aussichten für höhere Dividenden in den USA sehr positiv. Die Unternehmensbilanzen sind generell in guter Form, so die Legg Mason-Experten. In vielen Fällen haben die Unternehmen eine hohe Cash-flow-Quote, die sie dazu befähigt ihre Dividenden zu erhöhen. Das könnte umso bedeutender in den nächsten Jahren werden, wenn die Investoren nach US-Dividendenaktien Ausschau halten um mit deren Hilfe Schutz vor der Inflation zu finden.
Die 30 Dax-Konzerne werden für 2012 mehr als 28 Milliarden Euro Dividende ausschütten. Die Dividendenrendite im Dax lässt viele andere Anlageformen hinter sich. Trotz aller Risiken gilt auch 2013: Wer sein Geld vor Inflation schützen will, kommt an der Aktie nicht vorbei.
1200 Punkte steiler Anstieg bis Mitte März, dann 1200 Punkte tiefer Fall bis Anfang Juni, heiße Achterbahnfahrt im Sommer, nervöses Auf und Ab auch bis Mitte November - die Zitterkurve des Dax hat in diesem Jahr vielen Anlegern den Schweiß auf die Stirn getrieben. Aber das Aktienjahr geht dank des Schlussspurts gut aus, so gut wie lange nicht mehr.
Die verbleibenden Handelstage werden die Jahresbilanz kaum noch trüben, Investoren haben ihre Bücher weitgehend geschlossen. Aktienstrategen wie Andreas Hürkamp von der Commerzbank sprechen von einer "sensationellen" Bilanz: Rund 30 Prozent hat der Dax seit Jahresbeginn zugelegt, auf 35 Prozent bringt es der Nebenwerteindex MDax . Dax und MDax lassen damit Dow Jones , EuroStoxx 50 oder Nikkei klar hinter sich.
Damit nicht genug. Im Frühjahr 2013 werden die größten deutschen Konzerne den Durchhaltewillen ihrer Aktionäre reichlich belohnen. Zwar setzt neben der Commerzbank nun auch ThyssenKrupp seine Anteilseigner auf Nulldiät. Dafür werden 28 der 30 Konzerne aber mindestens 28 Milliarden Euro Dividende ausschütten, rechnet Hürkamp vor. Lediglich im Jahr 2007 zeigten sich die Konzerne mit 29,4 Milliarden Euro großzügiger.
Hohe Ausschüttungen allein sind noch kein Qualitätsausweis
Mit Ausnahme der Deutschen Telekom , die mehr als sieben Milliarden Euro allein auf ihre US-Mobilfunktochter abschreiben muss und 2012 mit einem dicken Nettoverlust abschließen wird, können sich die Konzerne die hohen Ausschüttungen auch leisten. Zwar haben Analysten ihre Gewinnschätzungen für die 30 Dax-Dickschiffe zuletzt gesenkt. Mit gut 70 Milliarden Euro würden die Unternehmen aber immer noch ein Gewinnplus von mehr als 15 Prozent in diesem Jahr erwirtschaften.
Einzelne Unternehmen wie Eon und RWE wollen laut Geschäftsbericht die Hälfte oder mehr ihres erwarteten Konzerngewinns auskehren, was ihre Dividendenrenditen in die Höhe schraubt. Eon (7,7 Prozent), RWE (6,4 Prozent) und Deutsche Telekom (8,2 Prozent) führen dabei die Liste der Dividendenkönige an. (Stand: 14. Dezember)
Doch ein Qualitätsausweis an sich ist das noch nicht. Hohe Gewinnausschüttungen sollten mit steigenden Gewinnen und steigenden Aktienkursen einhergehen - denn als Verhältnis zwischen Dividende und Kurs klettert die Dividendenrendite auch, wenn der Kurs einer Aktie stärker fällt als die Dividende. Von solchen optisch attraktiven Aktien sollten Anleger die Finger lassen.
Dividenden können auch lediglich ein Trostplaster sein: Mit hohen Ausschüttungen versuchen derzeit Konzerne wie Telekom, Eon und RWE, deren Kurs auf Fünf-Jahressicht tief im Minus liegt, ihre Aktionäre bei Laune zu halten. Die Firmen haben zudem mehr als andere mit hoher Konkurrenz (Deutsche Börse, Telekom) und tiefgreifenden Umwälzungen (Eon und RWE) zu kämpfen.
Im Gegensatz etwa zu Volkswagen , BMW oder BASF schafften sie es auch nicht, einen nennenswerten Erlösanteil jenseits der Euro-Zone aufzubauen, sagt Hürkamp. Ihre Chancen, am globalen Wachstum zu profitieren und künftig stabile oder höhere Dividenden zu zahlen, seien daher geringer.
Dividendenrenditen schlagen viele Unternehmensbonds
Im Schnitt bringen es die 30 Dax-Konzerne in diesem Jahr auf eine Dividendenrendite von mehr als 3 Prozent (Stand 14. Dezember). Das mutet nicht gerade berauschend an. Es ist aber ein Vielfaches von dem, was sich derzeit mit Tagesgeld oder anderen Kurzfristeinlagen erzielen lässt. Auch die zehnjährige Bundesanleihe wirft derzeit gerade mal 1,4 Prozent Rendite ab.
Daher führt kein Weg an der Aktie vorbei, sagen viele Analysten. Zumal auch Unternehmensanleihen mit guter bis sehr guter Bonität zusehends weniger Rendite einspielen. Weil Investoren sie im abgelaufenen Jahr als sichere Alternative interpretierten und stark nachfragten, mussten die europäischen Konzerne ihnen deutlich weniger Zinsen zahlen. Im Schnitt 3,4 Prozent und damit gut einen Prozentpunkt weniger als 2011, stellt die Royal Bank of Scotland fest.
Deutsche Unternehmen, deren Bonds als besonders sicher gelten, zahlten für ihre Schuldpapiere durchschnittlich nur noch 2,5 Prozent Zinsen. Mit neu aufgelegten, fünf Jahre laufenden Anleihen zahlreicher Dax-30-Konzerne fährt der Anleger inzwischen kaum mehr als 1 Prozent Rendite ein - nach Abzug der Inflationsrate ist das ebenso ein Verlustgeschäft wie mit niedrig verzinsten Tagesgeldkonten.
"Wer mit Unternehmensanleihen im kommenden Jahr Geld verdienen will, muss deutlich stärker ins Risiko gehen", sagt Hürkamp. Will sagen: Attraktive Renditen dürften sich wohl nur noch mit Papieren erzielen lassen, die einen niedrigeren Investmentgrade aufweisen.
Viele Deutsche gehen beim Börsenboom leer aus
Fest steht: Die Kursperformance und Dividendenrendite des Dax machen das Jahr 2012 zum Jahr der Aktie. An vielen Privathaushalten in Deutschland dürfte indes auch dieses gute Börsenjahr vorbeigezogen sein.
Zwar hat sich im ersten Halbjahr die Zahl der Menschen, die direkt oder über Investmentfonds indirekt in Aktien investiert sind auf 10,15 Millionen (15,7 Prozent der Bevölkerung) erhöht, berichtet das Deutsche Aktieninstitut. Gut 1,5 Millionen von ihnen sind jedoch Belegschaftsaktionäre, deren Zahl auch überproportional stark gestiegen ist. Zudem liegt die Zahl der Aktionäre mit gut zehn Millionen noch mehr als 20 Prozent vom Höchststand 2001 entfernt.
Laut Statistik der Bundesbank haben deutsche Privathaushalte einen Großteil ihres Geldvermögens in Höhe von 4811 Milliarden Euro in Lebensversicherungen, Pensionskassen und berufständischen Versorgungswerken (total 1727 Milliarden) angelegt. Das Geld steckt auch in Termin- und Spareinlagen, Sparbriefen sowie festverzinslichen Wertpapieren (total 1224 Milliarden), deren Zinsen seit Ausbruch der Finanzkrise kontinuierlich gesunken sind.
Zudem horten die Menschen 993 Milliarden Bargeld, das sich überhaupt nicht verzinst. In Aktien waren die Haushalte lediglich mit 229 Milliarden Euro investiert.
Es mag unvernünftig wirken, wenn die meisten Deutschen ihr Geld auf schwach verzinsten Konten horten und damit reale Vermögensverluste erleiden. Dass sie diese dennoch hinnehmen, erklärt der Deutsche Bankenverband mit der hohen Präferenz der Menschen, in wirtschaftlich unsicheren Zeiten und niedrigster Zinsen liquide zu bleiben. Sicherheit und Verfügbarkeit des Geldes hätten eindeutig Vorrang gegenüber Renditechancen.
Für die anhaltende Risikoaversion der Anleger in Deutschland - zwei Drittel sehen sich laut Umfragen selbst als "wenig risikofreudig" - bringt Hürkamp Verständnis auf. "Wenn Sie sich vor zwölf Jahren deutsche Aktien kauften, haben Sie kaum etwas verdient, sich dafür aber eine hohe Volatilität ins Depot geholt."
Deshalb hätten sich viele Investoren von der Aktie verabschiedet. Auf Sicherheit bedachte institutionelle Anleger wie Versicherer agieren kaum anders. Ihr Aktienteil liegt unter 3 Prozent im Schnitt. Das trägt dazu bei, dass die Gutschriften für Lebensversicherte kontinuierlich sinken.
Auch vor diesem Hintergrund betonen Aktienbefürworter aktuell wieder, wie unverzichtbar Dividendenpapiere für die Vermögensbildung seien. "An Aktien führt kein Weg vorbei", ist Thomas Liebi, Chefökonom der Schweizer Fondsgesellschaft Swisscanto, überzeugt,. "Ich glaube, dass die Aktie mittelfristig für die Altersvorsorge ein höheres Gewicht gewinnen wird, weil eine nachhaltige Erholung der Zinsen nicht so schnell zu erwarten ist", sagt Hürkamp.
"Einzige Anlageform mit Aussicht auf attraktive laufende Ausschüttung"
"Die Aktie bietet im aktuellen Kapitalmarktumfeld als praktisch einzige Anlageform die Aussicht auf eine attraktive laufende Ausschüttung", ergänzt Franz Josef-Leven vom Deutschen Aktieninstitut.
Über das künftige Zinsniveau lässt sich jedoch streiten. Während ein Teil der Experten steigende Zinsen erwartet, interpretieren andere Niedrigzinsen als Dauerzustand, an den wir uns gewöhnen müssten. Womöglich behalten letztere Recht. Denn die Verlockung für viele Staaten, sich über negative Realrenditen billig zu entschulden, ist groß. Um so mehr sollte der Anleger für die Vermögensbildung auch die langfristige Entwicklung einbeziehen.
Trotz der heftigen Rückschläge der vergangenen Dekade hat der Dax die letzten 40 Jahre im Jahresschnitt rund 8 Prozent zugelegt. Gut 2,5 Prozentpunkte trugen dazu die Dividenden bei, sagt Hürkamp.
Wenn man den aktuellen Prognosen vieler Analysten folgt, sollten 8 Prozent Plus auch im Jahr 2013 möglich sein. Die Commerzbank gibt für den Dax sogar ein Kursziel von 8500 Punkten aus, bei deutlich niedrigeren Kursschwankungen als in diesem Jahr. Hürkamp verknüpft damit die Hoffnung, dass dann auch mehr deutsche Anleger an den Aktienmarkt zurückfinden.
Doch es gibt auch Warnsignale. Vorstände und Aufsichtsräte der Dax-Konzerne haben in den vergangenen Wochen kaum noch Aktien ihres Unternehmens gekauft - sondern tendenziell eher verkauft. Die Aktien-Skeptiker sitzen also auch in der ersten Reihe.
1200 Punkte steiler Anstieg bis Mitte März, dann 1200 Punkte tiefer Fall bis Anfang Juni, heiße Achterbahnfahrt im Sommer, nervöses Auf und Ab auch bis Mitte November - die Zitterkurve des Dax hat in diesem Jahr vielen Anlegern den Schweiß auf die Stirn getrieben. Aber das Aktienjahr geht dank des Schlussspurts gut aus, so gut wie lange nicht mehr.
Die verbleibenden Handelstage werden die Jahresbilanz kaum noch trüben, Investoren haben ihre Bücher weitgehend geschlossen. Aktienstrategen wie Andreas Hürkamp von der Commerzbank sprechen von einer "sensationellen" Bilanz: Rund 30 Prozent hat der Dax seit Jahresbeginn zugelegt, auf 35 Prozent bringt es der Nebenwerteindex MDax . Dax und MDax lassen damit Dow Jones , EuroStoxx 50 oder Nikkei klar hinter sich.
Damit nicht genug. Im Frühjahr 2013 werden die größten deutschen Konzerne den Durchhaltewillen ihrer Aktionäre reichlich belohnen. Zwar setzt neben der Commerzbank nun auch ThyssenKrupp seine Anteilseigner auf Nulldiät. Dafür werden 28 der 30 Konzerne aber mindestens 28 Milliarden Euro Dividende ausschütten, rechnet Hürkamp vor. Lediglich im Jahr 2007 zeigten sich die Konzerne mit 29,4 Milliarden Euro großzügiger.
Hohe Ausschüttungen allein sind noch kein Qualitätsausweis
Mit Ausnahme der Deutschen Telekom , die mehr als sieben Milliarden Euro allein auf ihre US-Mobilfunktochter abschreiben muss und 2012 mit einem dicken Nettoverlust abschließen wird, können sich die Konzerne die hohen Ausschüttungen auch leisten. Zwar haben Analysten ihre Gewinnschätzungen für die 30 Dax-Dickschiffe zuletzt gesenkt. Mit gut 70 Milliarden Euro würden die Unternehmen aber immer noch ein Gewinnplus von mehr als 15 Prozent in diesem Jahr erwirtschaften.
Einzelne Unternehmen wie Eon und RWE wollen laut Geschäftsbericht die Hälfte oder mehr ihres erwarteten Konzerngewinns auskehren, was ihre Dividendenrenditen in die Höhe schraubt. Eon (7,7 Prozent), RWE (6,4 Prozent) und Deutsche Telekom (8,2 Prozent) führen dabei die Liste der Dividendenkönige an. (Stand: 14. Dezember)
Doch ein Qualitätsausweis an sich ist das noch nicht. Hohe Gewinnausschüttungen sollten mit steigenden Gewinnen und steigenden Aktienkursen einhergehen - denn als Verhältnis zwischen Dividende und Kurs klettert die Dividendenrendite auch, wenn der Kurs einer Aktie stärker fällt als die Dividende. Von solchen optisch attraktiven Aktien sollten Anleger die Finger lassen.
Dividenden können auch lediglich ein Trostplaster sein: Mit hohen Ausschüttungen versuchen derzeit Konzerne wie Telekom, Eon und RWE, deren Kurs auf Fünf-Jahressicht tief im Minus liegt, ihre Aktionäre bei Laune zu halten. Die Firmen haben zudem mehr als andere mit hoher Konkurrenz (Deutsche Börse, Telekom) und tiefgreifenden Umwälzungen (Eon und RWE) zu kämpfen.
Im Gegensatz etwa zu Volkswagen , BMW oder BASF schafften sie es auch nicht, einen nennenswerten Erlösanteil jenseits der Euro-Zone aufzubauen, sagt Hürkamp. Ihre Chancen, am globalen Wachstum zu profitieren und künftig stabile oder höhere Dividenden zu zahlen, seien daher geringer.
Dividendenrenditen schlagen viele Unternehmensbonds
Im Schnitt bringen es die 30 Dax-Konzerne in diesem Jahr auf eine Dividendenrendite von mehr als 3 Prozent (Stand 14. Dezember). Das mutet nicht gerade berauschend an. Es ist aber ein Vielfaches von dem, was sich derzeit mit Tagesgeld oder anderen Kurzfristeinlagen erzielen lässt. Auch die zehnjährige Bundesanleihe wirft derzeit gerade mal 1,4 Prozent Rendite ab.
Daher führt kein Weg an der Aktie vorbei, sagen viele Analysten. Zumal auch Unternehmensanleihen mit guter bis sehr guter Bonität zusehends weniger Rendite einspielen. Weil Investoren sie im abgelaufenen Jahr als sichere Alternative interpretierten und stark nachfragten, mussten die europäischen Konzerne ihnen deutlich weniger Zinsen zahlen. Im Schnitt 3,4 Prozent und damit gut einen Prozentpunkt weniger als 2011, stellt die Royal Bank of Scotland fest.
Deutsche Unternehmen, deren Bonds als besonders sicher gelten, zahlten für ihre Schuldpapiere durchschnittlich nur noch 2,5 Prozent Zinsen. Mit neu aufgelegten, fünf Jahre laufenden Anleihen zahlreicher Dax-30-Konzerne fährt der Anleger inzwischen kaum mehr als 1 Prozent Rendite ein - nach Abzug der Inflationsrate ist das ebenso ein Verlustgeschäft wie mit niedrig verzinsten Tagesgeldkonten.
"Wer mit Unternehmensanleihen im kommenden Jahr Geld verdienen will, muss deutlich stärker ins Risiko gehen", sagt Hürkamp. Will sagen: Attraktive Renditen dürften sich wohl nur noch mit Papieren erzielen lassen, die einen niedrigeren Investmentgrade aufweisen.
Viele Deutsche gehen beim Börsenboom leer aus
Fest steht: Die Kursperformance und Dividendenrendite des Dax machen das Jahr 2012 zum Jahr der Aktie. An vielen Privathaushalten in Deutschland dürfte indes auch dieses gute Börsenjahr vorbeigezogen sein.
Zwar hat sich im ersten Halbjahr die Zahl der Menschen, die direkt oder über Investmentfonds indirekt in Aktien investiert sind auf 10,15 Millionen (15,7 Prozent der Bevölkerung) erhöht, berichtet das Deutsche Aktieninstitut. Gut 1,5 Millionen von ihnen sind jedoch Belegschaftsaktionäre, deren Zahl auch überproportional stark gestiegen ist. Zudem liegt die Zahl der Aktionäre mit gut zehn Millionen noch mehr als 20 Prozent vom Höchststand 2001 entfernt.
Laut Statistik der Bundesbank haben deutsche Privathaushalte einen Großteil ihres Geldvermögens in Höhe von 4811 Milliarden Euro in Lebensversicherungen, Pensionskassen und berufständischen Versorgungswerken (total 1727 Milliarden) angelegt. Das Geld steckt auch in Termin- und Spareinlagen, Sparbriefen sowie festverzinslichen Wertpapieren (total 1224 Milliarden), deren Zinsen seit Ausbruch der Finanzkrise kontinuierlich gesunken sind.
Zudem horten die Menschen 993 Milliarden Bargeld, das sich überhaupt nicht verzinst. In Aktien waren die Haushalte lediglich mit 229 Milliarden Euro investiert.
Es mag unvernünftig wirken, wenn die meisten Deutschen ihr Geld auf schwach verzinsten Konten horten und damit reale Vermögensverluste erleiden. Dass sie diese dennoch hinnehmen, erklärt der Deutsche Bankenverband mit der hohen Präferenz der Menschen, in wirtschaftlich unsicheren Zeiten und niedrigster Zinsen liquide zu bleiben. Sicherheit und Verfügbarkeit des Geldes hätten eindeutig Vorrang gegenüber Renditechancen.
Für die anhaltende Risikoaversion der Anleger in Deutschland - zwei Drittel sehen sich laut Umfragen selbst als "wenig risikofreudig" - bringt Hürkamp Verständnis auf. "Wenn Sie sich vor zwölf Jahren deutsche Aktien kauften, haben Sie kaum etwas verdient, sich dafür aber eine hohe Volatilität ins Depot geholt."
Deshalb hätten sich viele Investoren von der Aktie verabschiedet. Auf Sicherheit bedachte institutionelle Anleger wie Versicherer agieren kaum anders. Ihr Aktienteil liegt unter 3 Prozent im Schnitt. Das trägt dazu bei, dass die Gutschriften für Lebensversicherte kontinuierlich sinken.
Auch vor diesem Hintergrund betonen Aktienbefürworter aktuell wieder, wie unverzichtbar Dividendenpapiere für die Vermögensbildung seien. "An Aktien führt kein Weg vorbei", ist Thomas Liebi, Chefökonom der Schweizer Fondsgesellschaft Swisscanto, überzeugt,. "Ich glaube, dass die Aktie mittelfristig für die Altersvorsorge ein höheres Gewicht gewinnen wird, weil eine nachhaltige Erholung der Zinsen nicht so schnell zu erwarten ist", sagt Hürkamp.
"Einzige Anlageform mit Aussicht auf attraktive laufende Ausschüttung"
"Die Aktie bietet im aktuellen Kapitalmarktumfeld als praktisch einzige Anlageform die Aussicht auf eine attraktive laufende Ausschüttung", ergänzt Franz Josef-Leven vom Deutschen Aktieninstitut.
Über das künftige Zinsniveau lässt sich jedoch streiten. Während ein Teil der Experten steigende Zinsen erwartet, interpretieren andere Niedrigzinsen als Dauerzustand, an den wir uns gewöhnen müssten. Womöglich behalten letztere Recht. Denn die Verlockung für viele Staaten, sich über negative Realrenditen billig zu entschulden, ist groß. Um so mehr sollte der Anleger für die Vermögensbildung auch die langfristige Entwicklung einbeziehen.
Trotz der heftigen Rückschläge der vergangenen Dekade hat der Dax die letzten 40 Jahre im Jahresschnitt rund 8 Prozent zugelegt. Gut 2,5 Prozentpunkte trugen dazu die Dividenden bei, sagt Hürkamp.
Wenn man den aktuellen Prognosen vieler Analysten folgt, sollten 8 Prozent Plus auch im Jahr 2013 möglich sein. Die Commerzbank gibt für den Dax sogar ein Kursziel von 8500 Punkten aus, bei deutlich niedrigeren Kursschwankungen als in diesem Jahr. Hürkamp verknüpft damit die Hoffnung, dass dann auch mehr deutsche Anleger an den Aktienmarkt zurückfinden.
Doch es gibt auch Warnsignale. Vorstände und Aufsichtsräte der Dax-Konzerne haben in den vergangenen Wochen kaum noch Aktien ihres Unternehmens gekauft - sondern tendenziell eher verkauft. Die Aktien-Skeptiker sitzen also auch in der ersten Reihe.
Dividenden-Ausschüttungen 2013 - Hier holen Sie bis zu sieben Prozent
Selten war es für Aktienanleger lohnender als heute, nach hohen Ausschüttungen zu forschen. Immer noch lassen sich Renditen abgreifen, die wesentlich höher liegen als alle Festgeld-Zinsen.
„Aussuchen“ heißt es an der Börse, wenn ein Händler bei einem Marktmacher eine feste Anzahl von Aktien zu exakt demselben Kurs sowohl kaufen als auch verkaufen kann. Aussuchen können es sich zurzeit auch die Aktienanleger, je nachdem, wie sie es haben möchten – optimistischer oder pessimistischer. Denn die Berichterstattung zum dritten Quartal 2012 lief nicht ohne Enttäuschungen. Skeptische Prognosen und Gewinnwarnungen häuften sich. Siemens, Infineon, Metro, Daimler, aber auch mittlere und kleinere Gesellschaften wie Vossloh, Hornbach, Indus oder Schuler schlugen unüberhörbar Molltöne an. „Bereits für 15 der 30 Dax-Unternehmen sind die Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr 2012 gefallen“, beobachtet Andreas Hürkamp, Aktienstratege bei der Commerzbank.
Erste Warnsignale
Für Liebhaber hoher Dividenden sind das Warnsignale. Längst nicht mehr alle Firmen dürften so viel ausschütten wie im Vorjahr. Selbst bei bisher stets generösen Dividendenzahlern im Dax wie Deutsche Telekom könnte die Höhe der Ausschüttung wackeln. Schlechte Stimmung erzeugen würde vor allem ein Schnitt bei der Telekom, auch wenn er nur moderat ausfiele: Bislang galt die T-Aktie als der Dividendenwert schlechthin an der deutschen Börse.
Es gibt aber noch die andere Seite
Anleger finden auch jetzt noch Gesellschaften, deren Geschäft floriert – nicht nur 2012, sondern den Prognosen nach wohl auch 2013. Und die – wichtig für Renditejäger – ihre Dividende nicht nur halten, sondern zum Teil sogar noch aufstocken dürften. Solch positive Überraschungen finden Investoren weniger bei den großen Konzernen, sondern weit häufiger bei Gesellschaften aus der zweiten und dritten Reihe. Carl Zeiss Meditec, Drillisch, DBAG, Gerry Weber, Talanx, UMS oder Amadeus Fire sind Unternehmen, die nach wie vor durchweg optimistische Töne anschlagen.
Ihre Aktionäre wird das freuen. Denn viele dieser Firmen werden so auch weiter mit dicken Ausschüttungen locken. Selbst Dividendenrenditen von fünf Prozent und mehr sind keine Seltenheit – trotz des Kursanstiegs an der deutschen Börse in den vergangenen Monaten. Denn noch schneller als die Notierungen steigen oft Gewinne und Ausschüttungen. Eine Auswahl solch renditestarker Dividendenwerte präsentiert die unten folgende Tabelle – neben Kurzportraits von drei dieser attraktiven Kandidaten.
Dividenden als Kurstreiber
Von der Konjunktur dürfen sich Börse und Anleger in den kommenden Monaten nicht viel erwarten. Sie wird zunächst kaum Rückenwind liefern, befürchtet David Kohl, Chefvolkswirt Deutschland der Bank Julius Bär: „Die Konjunktur wird 2013 schwach starten.“ Umso mehr zählen am Aktienmarkt unternehmensspezifische Stärken und üppige Dividenden. Sie dürften in den kommenden Monaten noch an Bedeutung gewinnen
Unternehmen, die beides bieten, haben daher auch am Aktienmarkt gute Chancen auf eine Sonderkonjunktur. Zumal die nächste Ausschüttungssaison im Frühjahr 2013 kurz vor der Tür steht. Sie sollte bei solch dividendenstarken Werten die Fantasie – und damit die Kurse – weiter anschieben.
Eine Runde Hochprozenter
Etliche Unternehmen bieten nach Schätzung der Analysten und Aussagen des Managements auch in der kommenden Ausschüttungssaison Dividendenrenditen von fünf Prozent und mehr. Sieben Unternehmen erhöhen die Auszahlung.
Der Name Drillisch ist vermutlich weniger bekannt als die Produkte des Telekomdienstleisters. Simply und McSim haben ihren festen Platz im Discount-Geschäft am deutschen Mobilfunkmarkt.
Mit Alphatel und Victorox bearbeiten die Hessen zudem den Prepaid- und Postpaid-Sektor. IQ-optimize bündelt die IT-Kompetenzen des Konzerns. Und das Geschäft brummt. „Der Discount-Markt ist in Deutschland eine Wachstumssparte“, freut sich der Vorstand. Das sieht auch der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch so. Seine Fonds sind mit 5,2 Prozent nach dem Management (7,0 Prozent) momentan der größte Aktionär.
Gut gefüllte Kasse
Die Gesellschaft ist bestens bei Kasse. Schon nach drei Quartalen des Geschäftsjahrs 2012 – das Konzernergebnis schnellte um 23 Prozent auf 34,5 Millionen Euro nach oben – kündigte der Vorstand an, mindestens die Vorjahresdividende von 70 Cent wieder zu zahlen. Es dürfte bei der dynamischen Gewinnentwicklung eher etwas mehr werden. Zudem will Drillisch zehn Prozent seiner Aktien zurückkaufen. Der Kurs zog so zuletzt schon merklich an. Trotzdem ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von zwölf keineswegs überteuert – und bietet weiter mehr als sechs Prozent Dividendenrendite.
Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) verfolgt eine sehr klare Dividendenpolitik: Schon seit Jahren gibt es 40 Cent je Aktie als Grundausschüttung – selbst in Verlustperioden wie 2010/11.
Obendrauf kommt dann ein Bonus, wenn das Unternehmen Sondererträge einfährt, in der Regel aus dem Verkauf von Beteiligungen. So gab es im Geschäftsjahr 2010/11 zu den 40 Cent noch mal einen Aufschlag in derselben Höhe.
Extra-Bonus für Aktionäre
Für das am 31. Oktober abgelaufene Jahr 2011/12 ließ der Vorstand jetzt schon die Katze aus dem Sack: Zur Basisdividende von 40 Cent kommt diesmal sogar ein Zuschlag in doppelter Höhe, also 80 Cent. So verkaufte die DBAG, bei der übrigens die Rossmann Beteiligungs GmbH mit 20,1 Prozent größter Aktionär ist, im Oktober ihre Anteile an der Coperion Capital GmbH. Der Maschinenbauer ging an die amerikanische Hillenbrand-Gruppe. Schon zuvor hatte die DBAG bis zum dritten Quartal gut 40 Millionen Euro netto verdient.Es lockt bei der Aktie nicht nur eine Dividendenrendite von mehr als sechs Prozent. Der aktuelle Kurs erreicht noch nicht einmal das Eigenkapital des fast schuldenfreien Unternehmens, das bereits per Ende Juli bei 19,58 Euro je Aktie lag.
Die Hannoveraner Versicherung zählt seit Jahren zu den zuverlässigsten Dividendenzahlern – mit Ausnahme von 2008, als die Finanzkrise das Kapitalanlage-Ergebnis verhagelte und zu Verlusten im Konzern führte.
Ansonsten konnten sich die Anteilseigner – Großaktionär ist mit gut 50 Prozent die Talanx , die nun in den SDax aufsteigt – regelmäßig über dicke Ausschüttungen freuen. Die Dividende für 2012, die Anfang Mai kommenden Jahres gezahlt wird, dürfte sogar besonders üppig ausfallen. Analysten rechnen mit einem Sprung von 2,10 auf 2,85 Euro je Aktie. Das wäre Rekord für die vergangenen Jahre. Denn der Vorstand pflegt die Aktionäre stets an Veränderungen des Geschäftsergebnisses zu beteiligen. Und hier sieht es 2012 sehr gut aus. Bereits bis September verdiente Hannover Rück mit 670 Millionen Euro mehr als im kompletten Vorjahr (606 Millionen Euro). Eigentlich wäre so ein Rekordergebnis zu erwarten, gäbe es nicht die Belastungen aus dem Hurrikan „Sandy“. Zuletzt stellte der Vorstand jedenfalls ein Konzernergebnis für 2012 von mehr als 800 Millionen Euro in Aussicht. Auch die Dividendenerhöhung sollte „Sandy“ damit nicht gefährden. Barclays bezeichnet die Hannover-Rück-Aktie jedenfalls nach wie vor als einen der Top-Picks der Branche.
Selten war es für Aktienanleger lohnender als heute, nach hohen Ausschüttungen zu forschen. Immer noch lassen sich Renditen abgreifen, die wesentlich höher liegen als alle Festgeld-Zinsen.
„Aussuchen“ heißt es an der Börse, wenn ein Händler bei einem Marktmacher eine feste Anzahl von Aktien zu exakt demselben Kurs sowohl kaufen als auch verkaufen kann. Aussuchen können es sich zurzeit auch die Aktienanleger, je nachdem, wie sie es haben möchten – optimistischer oder pessimistischer. Denn die Berichterstattung zum dritten Quartal 2012 lief nicht ohne Enttäuschungen. Skeptische Prognosen und Gewinnwarnungen häuften sich. Siemens, Infineon, Metro, Daimler, aber auch mittlere und kleinere Gesellschaften wie Vossloh, Hornbach, Indus oder Schuler schlugen unüberhörbar Molltöne an. „Bereits für 15 der 30 Dax-Unternehmen sind die Gewinnerwartungen für das Geschäftsjahr 2012 gefallen“, beobachtet Andreas Hürkamp, Aktienstratege bei der Commerzbank.
Erste Warnsignale
Für Liebhaber hoher Dividenden sind das Warnsignale. Längst nicht mehr alle Firmen dürften so viel ausschütten wie im Vorjahr. Selbst bei bisher stets generösen Dividendenzahlern im Dax wie Deutsche Telekom könnte die Höhe der Ausschüttung wackeln. Schlechte Stimmung erzeugen würde vor allem ein Schnitt bei der Telekom, auch wenn er nur moderat ausfiele: Bislang galt die T-Aktie als der Dividendenwert schlechthin an der deutschen Börse.
Es gibt aber noch die andere Seite
Anleger finden auch jetzt noch Gesellschaften, deren Geschäft floriert – nicht nur 2012, sondern den Prognosen nach wohl auch 2013. Und die – wichtig für Renditejäger – ihre Dividende nicht nur halten, sondern zum Teil sogar noch aufstocken dürften. Solch positive Überraschungen finden Investoren weniger bei den großen Konzernen, sondern weit häufiger bei Gesellschaften aus der zweiten und dritten Reihe. Carl Zeiss Meditec, Drillisch, DBAG, Gerry Weber, Talanx, UMS oder Amadeus Fire sind Unternehmen, die nach wie vor durchweg optimistische Töne anschlagen.
Ihre Aktionäre wird das freuen. Denn viele dieser Firmen werden so auch weiter mit dicken Ausschüttungen locken. Selbst Dividendenrenditen von fünf Prozent und mehr sind keine Seltenheit – trotz des Kursanstiegs an der deutschen Börse in den vergangenen Monaten. Denn noch schneller als die Notierungen steigen oft Gewinne und Ausschüttungen. Eine Auswahl solch renditestarker Dividendenwerte präsentiert die unten folgende Tabelle – neben Kurzportraits von drei dieser attraktiven Kandidaten.
Dividenden als Kurstreiber
Von der Konjunktur dürfen sich Börse und Anleger in den kommenden Monaten nicht viel erwarten. Sie wird zunächst kaum Rückenwind liefern, befürchtet David Kohl, Chefvolkswirt Deutschland der Bank Julius Bär: „Die Konjunktur wird 2013 schwach starten.“ Umso mehr zählen am Aktienmarkt unternehmensspezifische Stärken und üppige Dividenden. Sie dürften in den kommenden Monaten noch an Bedeutung gewinnen
Unternehmen, die beides bieten, haben daher auch am Aktienmarkt gute Chancen auf eine Sonderkonjunktur. Zumal die nächste Ausschüttungssaison im Frühjahr 2013 kurz vor der Tür steht. Sie sollte bei solch dividendenstarken Werten die Fantasie – und damit die Kurse – weiter anschieben.
Eine Runde Hochprozenter
Etliche Unternehmen bieten nach Schätzung der Analysten und Aussagen des Managements auch in der kommenden Ausschüttungssaison Dividendenrenditen von fünf Prozent und mehr. Sieben Unternehmen erhöhen die Auszahlung.
Der Name Drillisch ist vermutlich weniger bekannt als die Produkte des Telekomdienstleisters. Simply und McSim haben ihren festen Platz im Discount-Geschäft am deutschen Mobilfunkmarkt.
Mit Alphatel und Victorox bearbeiten die Hessen zudem den Prepaid- und Postpaid-Sektor. IQ-optimize bündelt die IT-Kompetenzen des Konzerns. Und das Geschäft brummt. „Der Discount-Markt ist in Deutschland eine Wachstumssparte“, freut sich der Vorstand. Das sieht auch der Kölner Vermögensverwalter Flossbach von Storch so. Seine Fonds sind mit 5,2 Prozent nach dem Management (7,0 Prozent) momentan der größte Aktionär.
Gut gefüllte Kasse
Die Gesellschaft ist bestens bei Kasse. Schon nach drei Quartalen des Geschäftsjahrs 2012 – das Konzernergebnis schnellte um 23 Prozent auf 34,5 Millionen Euro nach oben – kündigte der Vorstand an, mindestens die Vorjahresdividende von 70 Cent wieder zu zahlen. Es dürfte bei der dynamischen Gewinnentwicklung eher etwas mehr werden. Zudem will Drillisch zehn Prozent seiner Aktien zurückkaufen. Der Kurs zog so zuletzt schon merklich an. Trotzdem ist die Aktie mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von zwölf keineswegs überteuert – und bietet weiter mehr als sechs Prozent Dividendenrendite.
Die Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) verfolgt eine sehr klare Dividendenpolitik: Schon seit Jahren gibt es 40 Cent je Aktie als Grundausschüttung – selbst in Verlustperioden wie 2010/11.
Obendrauf kommt dann ein Bonus, wenn das Unternehmen Sondererträge einfährt, in der Regel aus dem Verkauf von Beteiligungen. So gab es im Geschäftsjahr 2010/11 zu den 40 Cent noch mal einen Aufschlag in derselben Höhe.
Extra-Bonus für Aktionäre
Für das am 31. Oktober abgelaufene Jahr 2011/12 ließ der Vorstand jetzt schon die Katze aus dem Sack: Zur Basisdividende von 40 Cent kommt diesmal sogar ein Zuschlag in doppelter Höhe, also 80 Cent. So verkaufte die DBAG, bei der übrigens die Rossmann Beteiligungs GmbH mit 20,1 Prozent größter Aktionär ist, im Oktober ihre Anteile an der Coperion Capital GmbH. Der Maschinenbauer ging an die amerikanische Hillenbrand-Gruppe. Schon zuvor hatte die DBAG bis zum dritten Quartal gut 40 Millionen Euro netto verdient.Es lockt bei der Aktie nicht nur eine Dividendenrendite von mehr als sechs Prozent. Der aktuelle Kurs erreicht noch nicht einmal das Eigenkapital des fast schuldenfreien Unternehmens, das bereits per Ende Juli bei 19,58 Euro je Aktie lag.
Die Hannoveraner Versicherung zählt seit Jahren zu den zuverlässigsten Dividendenzahlern – mit Ausnahme von 2008, als die Finanzkrise das Kapitalanlage-Ergebnis verhagelte und zu Verlusten im Konzern führte.
Ansonsten konnten sich die Anteilseigner – Großaktionär ist mit gut 50 Prozent die Talanx , die nun in den SDax aufsteigt – regelmäßig über dicke Ausschüttungen freuen. Die Dividende für 2012, die Anfang Mai kommenden Jahres gezahlt wird, dürfte sogar besonders üppig ausfallen. Analysten rechnen mit einem Sprung von 2,10 auf 2,85 Euro je Aktie. Das wäre Rekord für die vergangenen Jahre. Denn der Vorstand pflegt die Aktionäre stets an Veränderungen des Geschäftsergebnisses zu beteiligen. Und hier sieht es 2012 sehr gut aus. Bereits bis September verdiente Hannover Rück mit 670 Millionen Euro mehr als im kompletten Vorjahr (606 Millionen Euro). Eigentlich wäre so ein Rekordergebnis zu erwarten, gäbe es nicht die Belastungen aus dem Hurrikan „Sandy“. Zuletzt stellte der Vorstand jedenfalls ein Konzernergebnis für 2012 von mehr als 800 Millionen Euro in Aussicht. Auch die Dividendenerhöhung sollte „Sandy“ damit nicht gefährden. Barclays bezeichnet die Hannover-Rück-Aktie jedenfalls nach wie vor als einen der Top-Picks der Branche.
Dividenden-Ausschüttungen: So entgehen Sie der Auslandssteuerfalle!
Von den attraktiven Dividendenrenditen bei ausländischen Unternehmen kommt bei Anlegern netto häufig nur ein Teil an. Woran das liegt und was Sie dagegen unternehmen können.
Grundlage des Übels ist die Einführung der Abgeltungssteuer 2009. Trotz Doppelbesteuerungsabkommen der Bundesrepublik mit den meisten Ländern werden seither Auslandsdividenden in der Praxis meist doppelt besteuert: Über die hiesige Abgeltungssteuer und die direkt vom betreffenden Land erhobene Quellensteuer.
Das heißt, zusätzlich zu den 25 Prozent pauschaler deutscher Abgeltungssteuer (an denen in der Regel ohnehin kein Weg vorbei führt und die auch bei Ausschüttungen deutscher Unternehmen direkt von der Bank einbehalten wird, die sie dann ihrerseits an den Fiskus weiterleitet) wird vom ausländischen Staat ein unterschiedlich hoher Quellensteuersatz erhoben. Dieser wird ebenfalls sofort bei der Ausschüttung einbehalten.
Im Extremfall kann so netto mehr als die Hälfte der Dividende zunächst mal flöten gehen. Denn die Schweiz beispielsweise behält 35 Prozent Quellensteuer ein.
In jedem Fall muss der Anleger selbst die Initiative ergreifen, um sich zumindest einen Teil der einbehaltenen Summe zurückholen zu können. Leider ist dabei die Vorgehensweise von Land zu Land unterschiedlich.
Prinzipiell geht das im Zuge der Steuererklärung, wo bis zu 15 Prozent der abgeführten Quellensteuer mit der Abgeltungssteuer verrechenbar sind. Wie hoch die Quellensteuer im betreffenden Land ist, können Sie der Übersicht auf der Seite des Bundeszentralamts für Steuern in Bonn entnehmen
Auf der Navigationsleiste links "Steuern international" und dann "Ausländische Quellensteuer" auswählen. Dann erhalten Sie eine pdf-Datei mit der Übersicht aller Länder. Stand ist hier allerdings noch der 01.01.2012.
Das heißt also: Beträgt die Quellensteuer 15 Prozent oder weniger bezahlen Sie insgesamt nur 25 Prozent Steuern auf die Dividende (+Solizuschlag+Kirchensteuer) und sind damit gleichgestellt wie bei der Versteuerung der Dividende einer deutschen AG.
Kompliziert kann es werden, wenn die ausländische Quellensteuer mehr als 15 Prozent beträgt. Dann beginnt der Papierkrieg. Wer die Differenz zurückerstattet haben möchte, muss bei der Steuerbehörde des betreffenden Landes einen entsprechenden Rückerstattungsantrag stellen.
Das Antragsformular und die Anschriften der ausländischen Behörden finden Sie ebenfalls auf der Seite bzst.de unter "Steuern International", wenn Sie "Ausländische Antragsformulare" auswählen.
Allerdings gibt es - wie immer im Steuerrecht - Ausnahmeregelungen, die das Procedere noch erschweren. So ist beim Quellensteuereinbehalt bei Ausschüttungen norwegischer Firmen zunächst keine Verrechnung mit der deutschen Abgeltungssteuer möglich, weil sich Anleger die vollständige oder teilweise Quellensteuer direkt in Norwegen zurückholen können.
Das heißt, hier muss die Erstattung der nationalen Quellensteuer direkt in Norwegen beantragt werden. Die Adresse finden Sie hier. Es genügt ein formloser Brief mit Name und Adresse des Antragstellers inklusive Kopie des Personalausweises, kurze Erläuterungen zu den Dividenden (Aktiengesellschaft, Kaufdatum, Dividendenhöhe plus Belege) sowie Angaben zur Bankverbindung.
Erst wenn die mögliche Erstattung aus Norwegen zurückgeholt und das dem deutschen Steueramt durch Vorlage der entsprechenden Formulare nachgewiesen worden ist, ist auch eine Verrechnung der restlichen Prozente (bis maximal 15 Prozent) mit der Abgeltungssteuer möglich.
Am anlegerfreundlichsten sind Großbritannien und Irland, wo überhaupt keine Quellensteuer auf Dividenden erhoben wird. In den USA liegt die Quellensteuer bei 15 Prozent, so dass eine komplette Verrechnung mit der Abgeltungssteuer möglich ist.
Seinem schlechten Ruf gerecht wird offenbar Italien, zumindest wenn man diesem Artikel aus "Die Welt" glaubt. Demnach müssen Anleger hier bis zu zehn Jahre warten, ehe sie die zuviel einbehaltene Quellensteuer zurückbekommen.
Was sind die Alternativen?
Wer sich den Aufwand im Zusammenhang mit der Dividenden-Ausschüttung sparen möchte, hat eine Alternative. Er kann die Aktie unmittelbar vor der Zahlung der Dividende (normalerweise einen Tag nach der Hauptversammlung) verkaufen und danach wieder zurückkaufen. Die Aktie wird am Tag der Ausschüttung ja Ex-Dividende gehandelt, das heißt, der Kurs notiert entsprechend der ausgeschütteten Dividende niedriger.
Also konkret: Stand die Aktie vorher auf 20 Euro und wurden 0,50 Euro Dividende ausgeschüttet, eröffnet das Papier am darauf folgenden Tag bei 19,50 Euro und der Anleger kann das Papier günstiger zurückkaufen. So wird der Dividendenvorteil quasi indirekt durch den niedrigeren Einstandskurs realisiert.
Zu bedenken ist hier allerdings, dass natürlich Kosten beim Kauf und Verkauf entstehen und beim Handel von ausländischen Werten in Deutschland häufig hohe Spreads vorhanden sind, also eine hohe Differenz zwischen An- und Verkaufskurs.
Wird die Aktie nicht liquide gehandelt, geht der Kursvorteil hier schnell wieder verloren. Anleger sollten also bereits im Vorfeld rechnen, ob sich eine solche Vorgehensweise lohnt.
FAZIT:
- Anleger, die eine ausländische Aktie wegen der Dividende erwerben, sollten sich über die Quellensteuerproblematik im Klaren sein.
- Informieren Sie sich unter bzst.de über die Höhe der Quellensteuer im jeweiligen Land. Beträgt Sie 15 Prozent oder weniger können Sie die einbehaltene Quellensteuer in ihrer Steuererklärung mit der Abgeltungssteuer verrechnen.
- Liegt die Steuer darüber muss sie direkt beim ausländischen Steueramt zurückgeholt werden. Entsprechende Antragsformulare finden Sie hier
Von den attraktiven Dividendenrenditen bei ausländischen Unternehmen kommt bei Anlegern netto häufig nur ein Teil an. Woran das liegt und was Sie dagegen unternehmen können.
Grundlage des Übels ist die Einführung der Abgeltungssteuer 2009. Trotz Doppelbesteuerungsabkommen der Bundesrepublik mit den meisten Ländern werden seither Auslandsdividenden in der Praxis meist doppelt besteuert: Über die hiesige Abgeltungssteuer und die direkt vom betreffenden Land erhobene Quellensteuer.
Das heißt, zusätzlich zu den 25 Prozent pauschaler deutscher Abgeltungssteuer (an denen in der Regel ohnehin kein Weg vorbei führt und die auch bei Ausschüttungen deutscher Unternehmen direkt von der Bank einbehalten wird, die sie dann ihrerseits an den Fiskus weiterleitet) wird vom ausländischen Staat ein unterschiedlich hoher Quellensteuersatz erhoben. Dieser wird ebenfalls sofort bei der Ausschüttung einbehalten.
Im Extremfall kann so netto mehr als die Hälfte der Dividende zunächst mal flöten gehen. Denn die Schweiz beispielsweise behält 35 Prozent Quellensteuer ein.
In jedem Fall muss der Anleger selbst die Initiative ergreifen, um sich zumindest einen Teil der einbehaltenen Summe zurückholen zu können. Leider ist dabei die Vorgehensweise von Land zu Land unterschiedlich.
Prinzipiell geht das im Zuge der Steuererklärung, wo bis zu 15 Prozent der abgeführten Quellensteuer mit der Abgeltungssteuer verrechenbar sind. Wie hoch die Quellensteuer im betreffenden Land ist, können Sie der Übersicht auf der Seite des Bundeszentralamts für Steuern in Bonn entnehmen
Auf der Navigationsleiste links "Steuern international" und dann "Ausländische Quellensteuer" auswählen. Dann erhalten Sie eine pdf-Datei mit der Übersicht aller Länder. Stand ist hier allerdings noch der 01.01.2012.
Das heißt also: Beträgt die Quellensteuer 15 Prozent oder weniger bezahlen Sie insgesamt nur 25 Prozent Steuern auf die Dividende (+Solizuschlag+Kirchensteuer) und sind damit gleichgestellt wie bei der Versteuerung der Dividende einer deutschen AG.
Kompliziert kann es werden, wenn die ausländische Quellensteuer mehr als 15 Prozent beträgt. Dann beginnt der Papierkrieg. Wer die Differenz zurückerstattet haben möchte, muss bei der Steuerbehörde des betreffenden Landes einen entsprechenden Rückerstattungsantrag stellen.
Das Antragsformular und die Anschriften der ausländischen Behörden finden Sie ebenfalls auf der Seite bzst.de unter "Steuern International", wenn Sie "Ausländische Antragsformulare" auswählen.
Allerdings gibt es - wie immer im Steuerrecht - Ausnahmeregelungen, die das Procedere noch erschweren. So ist beim Quellensteuereinbehalt bei Ausschüttungen norwegischer Firmen zunächst keine Verrechnung mit der deutschen Abgeltungssteuer möglich, weil sich Anleger die vollständige oder teilweise Quellensteuer direkt in Norwegen zurückholen können.
Das heißt, hier muss die Erstattung der nationalen Quellensteuer direkt in Norwegen beantragt werden. Die Adresse finden Sie hier. Es genügt ein formloser Brief mit Name und Adresse des Antragstellers inklusive Kopie des Personalausweises, kurze Erläuterungen zu den Dividenden (Aktiengesellschaft, Kaufdatum, Dividendenhöhe plus Belege) sowie Angaben zur Bankverbindung.
Erst wenn die mögliche Erstattung aus Norwegen zurückgeholt und das dem deutschen Steueramt durch Vorlage der entsprechenden Formulare nachgewiesen worden ist, ist auch eine Verrechnung der restlichen Prozente (bis maximal 15 Prozent) mit der Abgeltungssteuer möglich.
Am anlegerfreundlichsten sind Großbritannien und Irland, wo überhaupt keine Quellensteuer auf Dividenden erhoben wird. In den USA liegt die Quellensteuer bei 15 Prozent, so dass eine komplette Verrechnung mit der Abgeltungssteuer möglich ist.
Seinem schlechten Ruf gerecht wird offenbar Italien, zumindest wenn man diesem Artikel aus "Die Welt" glaubt. Demnach müssen Anleger hier bis zu zehn Jahre warten, ehe sie die zuviel einbehaltene Quellensteuer zurückbekommen.
Was sind die Alternativen?
Wer sich den Aufwand im Zusammenhang mit der Dividenden-Ausschüttung sparen möchte, hat eine Alternative. Er kann die Aktie unmittelbar vor der Zahlung der Dividende (normalerweise einen Tag nach der Hauptversammlung) verkaufen und danach wieder zurückkaufen. Die Aktie wird am Tag der Ausschüttung ja Ex-Dividende gehandelt, das heißt, der Kurs notiert entsprechend der ausgeschütteten Dividende niedriger.
Also konkret: Stand die Aktie vorher auf 20 Euro und wurden 0,50 Euro Dividende ausgeschüttet, eröffnet das Papier am darauf folgenden Tag bei 19,50 Euro und der Anleger kann das Papier günstiger zurückkaufen. So wird der Dividendenvorteil quasi indirekt durch den niedrigeren Einstandskurs realisiert.
Zu bedenken ist hier allerdings, dass natürlich Kosten beim Kauf und Verkauf entstehen und beim Handel von ausländischen Werten in Deutschland häufig hohe Spreads vorhanden sind, also eine hohe Differenz zwischen An- und Verkaufskurs.
Wird die Aktie nicht liquide gehandelt, geht der Kursvorteil hier schnell wieder verloren. Anleger sollten also bereits im Vorfeld rechnen, ob sich eine solche Vorgehensweise lohnt.
FAZIT:
- Anleger, die eine ausländische Aktie wegen der Dividende erwerben, sollten sich über die Quellensteuerproblematik im Klaren sein.
- Informieren Sie sich unter bzst.de über die Höhe der Quellensteuer im jeweiligen Land. Beträgt Sie 15 Prozent oder weniger können Sie die einbehaltene Quellensteuer in ihrer Steuererklärung mit der Abgeltungssteuer verrechnen.
- Liegt die Steuer darüber muss sie direkt beim ausländischen Steueramt zurückgeholt werden. Entsprechende Antragsformulare finden Sie hier




