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Flucht ins Gold - Wohin sonst?
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Wer derzeit Goldmünzen oder Barren kaufen will, muss nicht mehr etwa zum Bankschalter gehen, sondern kann dies "solange der Vorrat reicht" nun auch beim Discounter.
Im Onlineshop bietet Lidl vier verschiedene Goldmünzen und einen 10-Gramm-Barren an und schickt diese dann versichert nach Hause. Doch drei der Münzen, eine goldene D-Mark, ein 100-Euro-Stück und eine 50-Franken-Goldmünze, sind bereits ausverkauft.
Das Edelmetall ist heiß begehrt. Lidl hatte das Angebot vergangenen Samstag mit einem Handzettel beworben. Zu den Stückzahlen und dem Abverkauf macht die Kette aus Neckarsulm keine Angaben. Nur soviel verrät Lidl: "Wir können von einer sehr guten Kundenresonanz sprechen."
Die 100-Euro-Goldmünze Goslar mit 15,5 Gramm Goldgehalt kostet bei Lidl 429 Euro. Ein Fixpreis. Und ein stolzes Aufgeld von gut 20 Prozent auf den reinen Goldpreis. 15,5 Gramm Gold sind derzeit auf dem freiem Markt 357 Euro wert. Eine Feinunze, in der der Goldpreis üblicherweise angegeben wird, sind 31,1 Gramm.
Dennoch ist die Münze bereits ausverkauft. Der 10-Gramm Goldbarren kinebar aus Österreich ist noch zu haben. Ihn gibt es für schlappe 329 Euro bei Lidl.
Reiner Goldwert des Barren: 230 Euro. Aufgeld: 43 Prozent!
"Lidl kann nicht ständig auf die Kurse reagieren, wie wir dies machen", verteidigt Robert Hartmann die neue Konkurrenz. Als Wertanlage kann der Geschäftsführer des Münchner Goldhändlers pro aurum - wenn überhaupt - nur die D-Mark-Münze und den Goslar empfehlen.
Deren Aufgeld hält sich nach Ansicht des Goldhändlers mit den sonst üblichen rund zwölf Prozent noch im Rahmen. Bekanntere Münzen wie den südafrikanischen Krügerrand gibt es mit einem Agio von acht bis neun Prozent. "Als wir 2003 mit dem Handel begannen, lag das Agio sogar noch bei drei Prozent", sagt Hartmann.
Grund für den Anstieg ist die derzeit große Nachfrage nach dem Edelmetall.
Hartmann zählt seit drei Monaten etwa doppelt so viele Kunden wie sonst. Allein am Schalter in München stehen täglich 100 Menschen, die er und seine Mitarbeiter teilweise auch vertrösten müssen, da das Angebot knapp ist und sie nicht alle Wünsche erfüllen können.
"Die Anstalten prägen gar keine viertel oder halben Unzen, sondern nur noch Ein-Unzen-Stücke", sagt Hartmann, "denn beim Umspannen der Maschinen würden sie sonst jedes Mal zwei bis vier Stunden verlieren."
Auch Jürgen Müller, Geschäftsführer der Einkaufsgemeinschaft für Gold und Silber aus Gerstetten bei Ulm, hat alle Hände voll zu tun. Die Zahl der Gesellschafter der Edelmetallgemeinschaft, einer Art Fonds, der Goldbarren kauft, hat sich innerhalb von zwölf Monaten von 660 auf knapp 1700 fast verdreifacht.
Müller bemängelt bei Angeboten wie dem von Lidl vor allem, dass der Goldgehalt oft nur beiläufig erwähnt wird. Lidl kann sich derweil schon "weitere Aktionen vorstellen%u201C. Kein Wunder bei einer so attraktiven Gewinnmarge.
(U.Hanke)
Im Onlineshop bietet Lidl vier verschiedene Goldmünzen und einen 10-Gramm-Barren an und schickt diese dann versichert nach Hause. Doch drei der Münzen, eine goldene D-Mark, ein 100-Euro-Stück und eine 50-Franken-Goldmünze, sind bereits ausverkauft.
Das Edelmetall ist heiß begehrt. Lidl hatte das Angebot vergangenen Samstag mit einem Handzettel beworben. Zu den Stückzahlen und dem Abverkauf macht die Kette aus Neckarsulm keine Angaben. Nur soviel verrät Lidl: "Wir können von einer sehr guten Kundenresonanz sprechen."
Die 100-Euro-Goldmünze Goslar mit 15,5 Gramm Goldgehalt kostet bei Lidl 429 Euro. Ein Fixpreis. Und ein stolzes Aufgeld von gut 20 Prozent auf den reinen Goldpreis. 15,5 Gramm Gold sind derzeit auf dem freiem Markt 357 Euro wert. Eine Feinunze, in der der Goldpreis üblicherweise angegeben wird, sind 31,1 Gramm.
Dennoch ist die Münze bereits ausverkauft. Der 10-Gramm Goldbarren kinebar aus Österreich ist noch zu haben. Ihn gibt es für schlappe 329 Euro bei Lidl.
Reiner Goldwert des Barren: 230 Euro. Aufgeld: 43 Prozent!
"Lidl kann nicht ständig auf die Kurse reagieren, wie wir dies machen", verteidigt Robert Hartmann die neue Konkurrenz. Als Wertanlage kann der Geschäftsführer des Münchner Goldhändlers pro aurum - wenn überhaupt - nur die D-Mark-Münze und den Goslar empfehlen.
Deren Aufgeld hält sich nach Ansicht des Goldhändlers mit den sonst üblichen rund zwölf Prozent noch im Rahmen. Bekanntere Münzen wie den südafrikanischen Krügerrand gibt es mit einem Agio von acht bis neun Prozent. "Als wir 2003 mit dem Handel begannen, lag das Agio sogar noch bei drei Prozent", sagt Hartmann.
Grund für den Anstieg ist die derzeit große Nachfrage nach dem Edelmetall.
Hartmann zählt seit drei Monaten etwa doppelt so viele Kunden wie sonst. Allein am Schalter in München stehen täglich 100 Menschen, die er und seine Mitarbeiter teilweise auch vertrösten müssen, da das Angebot knapp ist und sie nicht alle Wünsche erfüllen können.
"Die Anstalten prägen gar keine viertel oder halben Unzen, sondern nur noch Ein-Unzen-Stücke", sagt Hartmann, "denn beim Umspannen der Maschinen würden sie sonst jedes Mal zwei bis vier Stunden verlieren."
Auch Jürgen Müller, Geschäftsführer der Einkaufsgemeinschaft für Gold und Silber aus Gerstetten bei Ulm, hat alle Hände voll zu tun. Die Zahl der Gesellschafter der Edelmetallgemeinschaft, einer Art Fonds, der Goldbarren kauft, hat sich innerhalb von zwölf Monaten von 660 auf knapp 1700 fast verdreifacht.
Müller bemängelt bei Angeboten wie dem von Lidl vor allem, dass der Goldgehalt oft nur beiläufig erwähnt wird. Lidl kann sich derweil schon "weitere Aktionen vorstellen%u201C. Kein Wunder bei einer so attraktiven Gewinnmarge.
(U.Hanke)
Quelle: FOCUS-Online / Michael Becker und Ansgar Siemens
Zitat
Die Wahrheit über Gold
Gold bietet den perfekten Schutz gegen die Krise? Gold ist die sicherste Anlage der Welt? Von wegen. Wer diese Märchen glaubt, kann viel Geld verlieren.
Seit mehr als 20 Jahren verdient Roland Aulitzky seine Brötchen bei der Stiftung Warentest. Aktien und Fonds, Zertifikate und Bundesanleihen - all das sind seine täglichen Gefährten. Eine trockene Materie. Nur bei einem Thema, da erntet Aulitzky stets wütende E-Mail-Attacken: "Wenn ich über Gold rede, gehen die Angriffe ins Persönliche." Mehr noch: "Da ist manchmal Hass im Spiel." Es liegt daran, dass Aulitzky nichts hält von dem Spuk ums gelbe Metall.
"Am Golde hängt, zum Golde drängt doch alles", reimte Goethe im Faust. Wohl wahr: Seit die Finanzkrise die Welt in Atem hält, sehnen sich viele Menschen nach Sicherheit – und reißen sich um das glänzende Edelmetall. "Meine Lieferanten kommen mit der Produktion nicht nach", klagt Martin Siegel vom Händler Westgold im niedersächsischen Lindhorst.
Goldhändler machen kräftigen Reibach
Kein Einzelfall: "Seit August ist der Andrang so stark wie noch nie", sagt Robert Hartmann, Geschäftsführer des Goldhändlers Pro Aurum. Vier Läden betreibt das Unternehmen: in München und Berlin, in Wien und Zürich. "Die Leute sind nicht panisch", sagt Hartmann trocken. "Sie reagieren auf die Nachrichten und wollen einen Teil ihres Geldes in Gold stecken."
Den Fachmann freut’s: Jede Münze, die über die Ladentische geht, befeuert den Umsatz. Kein Wunder, dass Hartmann für seine Ware trommelt. Und zwar mit einem perfekten Dreisatz. Erstens, sagt Hartmann: "Gold hat über Jahrtausende seine Kaufkraft behalten." Zweitens: "Es ist eine Versicherung gegen Verluste mit anderen Wertpapieren." Drittens: "Wer Gold besitzt, beugt vor gegen eine Katastrophe." Punkt.
Roland Aulitzky kennt die Argumente. Gold als Krisenwährung, als Schutz gegen die Inflation: Da kann der Fachmann nur mit dem Kopf schütteln. "Das ist höchst zweifelhaft", sagt er. Die Nachteile hingegen seien gewiss: "Gold liefert keine Zinsen, und der Preis kann kräftig schwanken." Zu riskant für den privaten Kleinanleger, glaubt Aulitzky. "Gold ist nur für Reiche ein sinnvoller Zusatz für das Depot."
Gold lebt vom Mythos - und davon, dass viele an diesen Mythos glauben. Beispiel Inflationsschutz: Wer Ende 1980 eine Feinunze Gold kaufte, machte 20 Jahre lang keine Gewinne. Zinsen? Fehlanzeige. Dafür brach der Goldpreis in der Spitze um mehr als zwei Drittel ein. Die Inflationsrate aber knabberte über die Jahrzehnte beständig am Vermögen. Gold: ein gigantisches Verlustgeschäft.
Beispiel Krisenwährung. Warentest-Experte Aulitzky sagt lakonisch, nach dem Zweiten Weltkrieg seien Zigaretten das Tauschmittel schlechthin gewesen, nicht Gold. Der Grund liege auf der Hand: "Gold lässt sich nicht teilen." Wer Brötchen mit einem Krügerrand zahlen wolle, werde vergeblich auf Wechselgeld hoffen. Große Anschaffungen indes, witzelt Aulitzky, müsse im Katastrophenfall kaum jemand finanzieren: "Man würde in der Krise keinen Porsche kaufen." Nur für große Geschäfte aber könne Gold Charme entfalten.
Eindringlich warnt auch der Bundesverband deutscher Banken vor dem perfiden Reiz des Goldes: "Anleger sollten nicht einseitig auf das edle Metall setzen", schreiben die Experten. Rohstoffanalyst Thorsten Proettel von der Landesbank Baden-Württemberg: "Man kann nicht sagen, dass Gold sicherer ist als Aktien."
Quelle: FOCUS-Online / Michael Becker und Ansgar Siemens
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Gold hat schon einen komerziellen Sinn....
Doch nicht den, an den so viele Anleger glauben!
Gold ist nur dafür gut, max. 10 % des Portfolios darin zu investieren.
Nein, nicht um die Rendite zu steigern!
Doch ganz einfach: um einen Grundstock für einen neuen Anfang zu haben!
Stellen Sie sich vor, es bricht alles weg.
Nun haben Sie nichts mehr.... nur noch einige Barran Gold..... das ist dann mehr, als alle anderen haben. Sie können neu anfangen, alle anderen kretzen den Kalk von den Wänden damit sie was zum kauen haben
Oder: Sie leben in einem Staat, der anfängt, alle Menschen mit ... krummer Nase zu verfolgen. Ihr Haus? Nichts mehr wert, Sie können es nicht verkaufen, bzw. wird ihnen weggenommen. Ihre Aktien? Wertlos.... usw.
Nur die Fluchtwährung haben sie noch!
Und damit wechseln Sie in Ihre neue Heimat.
Klar, in allen Fällen haben Sie einen enormen Verlust... doch besser 80 % Verlust als 100 %!
Und nur dafür ist Gold interessant.
Causa
Gold ist nur dafür gut, max. 10 % des Portfolios darin zu investieren.
Nein, nicht um die Rendite zu steigern!
Doch ganz einfach: um einen Grundstock für einen neuen Anfang zu haben!
Stellen Sie sich vor, es bricht alles weg.
Nun haben Sie nichts mehr.... nur noch einige Barran Gold..... das ist dann mehr, als alle anderen haben. Sie können neu anfangen, alle anderen kretzen den Kalk von den Wänden damit sie was zum kauen haben
Oder: Sie leben in einem Staat, der anfängt, alle Menschen mit ... krummer Nase zu verfolgen. Ihr Haus? Nichts mehr wert, Sie können es nicht verkaufen, bzw. wird ihnen weggenommen. Ihre Aktien? Wertlos.... usw.
Nur die Fluchtwährung haben sie noch!
Und damit wechseln Sie in Ihre neue Heimat.
Klar, in allen Fällen haben Sie einen enormen Verlust... doch besser 80 % Verlust als 100 %!
Und nur dafür ist Gold interessant.
Causa
Kommentare und Meinungen - hier zum Focus-Artikel, der zur Diskussion eingestellt wurde.
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Zitat
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich finde den Bericht "die Wahrheit über Gold" ganz Mega schlecht oder anders gesagt, was ist die Wahrheit und wer manipuliert hier welchen Wert, wer hat welche Vorteile. Wenn man die anderen Berichte liest sind Gott sei dank Andere anderer Meinung. Ich muss ganz klar sagen, Geld ist Papier und das schwindet gerade jetzt und in den nächsten Jahren nur so weg. Gold / Silber ist Krisen- und Währungssicher. Darüber könnte ich einen ganzen Vortrag halten. Aber egal sollen die Leute, die gegen das Edelmetall halten, doch machen was sie wollen, in der Regel sind das eh die Analysten/ Medien und Berichterstatter die Ende 2007 Zertifikate/ Aktien empfohlen und verkauft haben, die Schlimmsten der Branche ( solche People werden, wenn der Markt überhitzt ist, eingesetzt um nochmals die Menschen zum kaufen an zu regen damit andere Kasse machen können. Das sind keine Menschen, sondern Berichterstatter die wahrscheinlich dafür bezahlt werden, um so etwas zu schreiben ( vielleicht auch hier wieder mal Egoismus und Gier ) voll mit den Strom schwimmen und ganz ehrlich Ihr Bericht hätte anfangen müssen Gold die Chance oder sicherer als Festgeld oder unters Kopfkissen gepackt macht auch kein Sinn oder Gold behält immer seinen Wert nur der Wechselkurs sprich Währung fällt und steigt .. Usw ..
Ich habe hier nicht auf die richtigen Worte oder Satzstellungen geachtet, sondern rein sachlich und emotional geschrieben ( Zeitdruck ) ich bitte es zu entschuldigen.
Fazit : Gold und Silber ist sehr wichtig! Gestern, Heute und in Zukunft! Warum werden die Menschen hier schon wieder verunsichert? Der nächste Kunde kommt gerade und der wird Gold und Silber physisch kaufen und einlagern und das beim .. durch .. ! Danke für den Bericht. Mfg .. der Gegenstromschwimmer
an den Goldliebhaber
Oberflächlich richtig...
doch ist der Preis von Gold absolut künstlich.
Warum?
Weil es Gold in fast unerschöpflichen Mengen gibt.
Ähnlich wie bei Diamanten. Auch deren Wert wird künstlich hochgehalten. Auch Diamanten gibt es mehr als sie Wert sind.
Gold und Diamanten (auch den wesentlich selternen Smaragd) sind nur als eines wertvoll: s.o.
Ansonsten ist jedes Gramm darüber zuviel.
Wer in Gold investiert (also hauptsächlich) wird große Verluste einfahren. Das zeigt die Wertgeschichte des Goldes.
Zum Geld: Sie schreiben vom Wert (monetären) des Goldes.
Damit akzeptieren Sie, dass es Währungen gibt und immer geben wird (was auch richtig ist). Also Gold in Geld aufgerechnet wird.
Sehen Sie sich mal gutgemanagten Forex-Handel an. Also den Handel mit Währungen. Denn so sicher wie es immer Währungen geben wird, so sicher wird es immer schwankende Devisenwerte geben. Und damit kann man verdienen.
Auch kann ich schlecht einen Betrieb ohne Währungen taxieren und betreiben.
Gold ist dafür ungeeignet.
Ich kann schlecht sagen: der Betrieb ist 2.344,4567 kg Gold wert. Also gebe ich dem Eigner als PE (als Beispiel) 1,5 kg Gold. Und nun arbeite mal schön mit dem Gold...Betrieb.
Wie gesagt: Gold ist keine Währung, Gold ist kein Renditeobjekt, Gold ist nur eine Notlagenrettung... nicht mehr.
Und das auch nur, weil es viele Menschen gibt, die an Gold glauben.
Causa
doch ist der Preis von Gold absolut künstlich.
Warum?
Weil es Gold in fast unerschöpflichen Mengen gibt.
Ähnlich wie bei Diamanten. Auch deren Wert wird künstlich hochgehalten. Auch Diamanten gibt es mehr als sie Wert sind.
Gold und Diamanten (auch den wesentlich selternen Smaragd) sind nur als eines wertvoll: s.o.
Ansonsten ist jedes Gramm darüber zuviel.
Wer in Gold investiert (also hauptsächlich) wird große Verluste einfahren. Das zeigt die Wertgeschichte des Goldes.
Zum Geld: Sie schreiben vom Wert (monetären) des Goldes.
Damit akzeptieren Sie, dass es Währungen gibt und immer geben wird (was auch richtig ist). Also Gold in Geld aufgerechnet wird.
Sehen Sie sich mal gutgemanagten Forex-Handel an. Also den Handel mit Währungen. Denn so sicher wie es immer Währungen geben wird, so sicher wird es immer schwankende Devisenwerte geben. Und damit kann man verdienen.
Auch kann ich schlecht einen Betrieb ohne Währungen taxieren und betreiben.
Gold ist dafür ungeeignet.
Ich kann schlecht sagen: der Betrieb ist 2.344,4567 kg Gold wert. Also gebe ich dem Eigner als PE (als Beispiel) 1,5 kg Gold. Und nun arbeite mal schön mit dem Gold...Betrieb.
Wie gesagt: Gold ist keine Währung, Gold ist kein Renditeobjekt, Gold ist nur eine Notlagenrettung... nicht mehr.
Und das auch nur, weil es viele Menschen gibt, die an Gold glauben.
Causa
Antwort selbst gegeben
Hallo Causa,
Sie schreiben selbst den wichtigsten Grund für Gold in Ihrem eigenen Bericht.
"Damit akzeptieren Sie, dass es Währungen gibt und immer geben wird (was auch richtig ist). Also Gold in Geld aufgerechnet wird.
Sehen Sie sich mal gutgemanagten Forex-Handel an. Also den Handel mit Währungen. Denn so sicher wie es immer Währungen geben wird, so sicher wird es immer schwankende Devisenwerte geben. Und damit kann man verdienen."
Währungen kommen und gehen. Gold trägt den Wert von einer Währung in die nächste.
Oder wenn Sie so wollen von einer Berechnungseinheit in die nächste.
Gold ist zu allen Währungen kompatibel!
Sie schreiben selbst den wichtigsten Grund für Gold in Ihrem eigenen Bericht.
"Damit akzeptieren Sie, dass es Währungen gibt und immer geben wird (was auch richtig ist). Also Gold in Geld aufgerechnet wird.
Sehen Sie sich mal gutgemanagten Forex-Handel an. Also den Handel mit Währungen. Denn so sicher wie es immer Währungen geben wird, so sicher wird es immer schwankende Devisenwerte geben. Und damit kann man verdienen."
Währungen kommen und gehen. Gold trägt den Wert von einer Währung in die nächste.
Oder wenn Sie so wollen von einer Berechnungseinheit in die nächste.
Gold ist zu allen Währungen kompatibel!
Goldminenaktien: Kurssteigerungen von 30 bis 50 Prozent
Die jüngsten Preiseinbrüche bei Edel- und Industriemetallen sind nur vorübergehend, ist Martin Siegel überzeugt. Der Rohstoffexperte und Geschäftsführer der Stabilitas Fonds GmbH rechnet mit zunehmenden Inflationsängsten, die die Preise für Gold und Silber, vor allem aber für die Minenaktien nach oben treiben werden.
Der Goldmarkt befinde sich aktuell in Wartestellung, sagt Siegel. Aber nicht mehr lange. Da sich in den USA die Demokraten und Republikaner jüngst schon wieder nicht auf ein Sparprogramm zur Lösung der Schuldenkrise einigen konnten, führt laut Siegel kein Weg an der Notenpresse vorbei. Das würde Anleger, die aufgrund der allgemeinen Marktunsicherheit ihr Geld derzeit im Geldmarkt geparkt haben, aufrütteln. Und sie würden sich dann auf andere, weniger inflationsanfällige Anlageklassen stürzen. „Hiervon sollten der Gold- und der Silberpreis, besonders aber die Gold- und Silberminenaktien profitieren“, so Siegel.
Neben den Gold- und Silber-Preisen gaben im November auch die Preise für Industriemetalle zum Teil sehr stark nach. Zu Unrecht, meint Siegel. Die Einbrüche bei Kupfer und Aluminium zum Beispiel führt der Experte größtenteils auf Negativschlagzeilen aus China, die ihre Wirtschaftszahlen nach unten korrigieren musste, zurück. Auch wenn die beiden Metalle von der chinesischen Nachfrage abhängen, sei der jüngste Einbruch um rund 3 und 6 Prozent übertrieben, meint Siegel. „China wächst weiter“, sagt der Stabilitas-Chef. „Das Reich der Mitte weist regelmäßig neue Exportrekorde auf und auch Südamerika zum Beispiel, allen voran Brasilien und Argentinien, verzeichnet prächtige Wachstumszahlen“. Eine Erholung nach dem Ausverkauf der letzten Monate hält Siegel bei den Basismetallen bis zum Jahresende für möglich.
Noch optimistischer blickt Siegel auf die Aktien der Minengesellschaften, die im November ebenfalls unter Druck blieben. Es sei bemerkenswert, dass der starke Goldpreiseinbruch Mitte des Monats die Minenaktien nur marginal beeinflusst hat. „Das spricht für eine Bodenbildung bei den Werten der Minengesellschaften und für eine gute Kaufgelegenheit“, sagt Siegel. Da die Aktien derzeit seiner Meinung nach fundamental stark unterbewertet sind, rechnet Siegel für 2012 mit Kurssteigerungen von 30 bis 50 Prozent
* Das Investment
Der Goldmarkt befinde sich aktuell in Wartestellung, sagt Siegel. Aber nicht mehr lange. Da sich in den USA die Demokraten und Republikaner jüngst schon wieder nicht auf ein Sparprogramm zur Lösung der Schuldenkrise einigen konnten, führt laut Siegel kein Weg an der Notenpresse vorbei. Das würde Anleger, die aufgrund der allgemeinen Marktunsicherheit ihr Geld derzeit im Geldmarkt geparkt haben, aufrütteln. Und sie würden sich dann auf andere, weniger inflationsanfällige Anlageklassen stürzen. „Hiervon sollten der Gold- und der Silberpreis, besonders aber die Gold- und Silberminenaktien profitieren“, so Siegel.
Neben den Gold- und Silber-Preisen gaben im November auch die Preise für Industriemetalle zum Teil sehr stark nach. Zu Unrecht, meint Siegel. Die Einbrüche bei Kupfer und Aluminium zum Beispiel führt der Experte größtenteils auf Negativschlagzeilen aus China, die ihre Wirtschaftszahlen nach unten korrigieren musste, zurück. Auch wenn die beiden Metalle von der chinesischen Nachfrage abhängen, sei der jüngste Einbruch um rund 3 und 6 Prozent übertrieben, meint Siegel. „China wächst weiter“, sagt der Stabilitas-Chef. „Das Reich der Mitte weist regelmäßig neue Exportrekorde auf und auch Südamerika zum Beispiel, allen voran Brasilien und Argentinien, verzeichnet prächtige Wachstumszahlen“. Eine Erholung nach dem Ausverkauf der letzten Monate hält Siegel bei den Basismetallen bis zum Jahresende für möglich.
Noch optimistischer blickt Siegel auf die Aktien der Minengesellschaften, die im November ebenfalls unter Druck blieben. Es sei bemerkenswert, dass der starke Goldpreiseinbruch Mitte des Monats die Minenaktien nur marginal beeinflusst hat. „Das spricht für eine Bodenbildung bei den Werten der Minengesellschaften und für eine gute Kaufgelegenheit“, sagt Siegel. Da die Aktien derzeit seiner Meinung nach fundamental stark unterbewertet sind, rechnet Siegel für 2012 mit Kurssteigerungen von 30 bis 50 Prozent
* Das Investment
Kommt die Gold-Mark wieder?
Nach Ansicht des ehemaligen Chef-Volkwirtes von Barclays Capital Thorsten Polleit „büßt Papiergeld seine Funktion als Mittel zur Wertaufbewahrung mehr und mehr ein“. Der renommierte Ökonom sieht sogar das Ende des Papiergeldes kommen. In existenziellen Krisenzeiten wächst das Interesse an Gold. Die PAZ hat sich mit dem Fachbuchautor und Vorstand der Deutschen Edelmetallgesellschaft e.V., Peter Boehringer, über aktuelle Entwicklungen unterhalten.
PAZ: Sie haben vor kurzem die Initiative „Holt unser Gold heim!“ angeschoben. Welche Gefahren sehen Sie bei der Lagerung der deutschen Goldreserven im Ausland?
Peter Boehringer: Ganz generell ist es sowohl unter Aspekten der Souveränität einer Nation wie auch unter durchaus denkbaren Szenarien einer künftig erforderlichen (Teil-)Deckung einer nationalen Währung post Euro seit 50 Jahren ein unmöglicher Zustand, dass das deutsche Staatsgold weitgehend im Ausland verwahrt wird. Unsere Initiative www.gold-action.de wurde aber maßgeblich dadurch veranlasst, dass die Deutsche Bundesbank mittlerweile mehr als 615 Milliarden Euro an unseres Erachtens nach uneinbringlichem Target-2-Bilanzmüll angesammelt hat. Dies bei einer inzwischen auf eine Billion Euro angestiegenen Bilanzsumme. Somit stehen mindestens 61 Prozent Bilanzschrott nur noch etwa 15 Prozent Anteil der deutschen Goldreserven gegenüber. Wir befürchten schon bei geringfügigen – und überfälligen – Abschreibungen auf die 615 Milliarden Euro eine „Verrechnung“ dieser Verluste mit den aktuell etwa 135 Milliarden Euro Goldreserven – und damit eine buchhalterische, endgültige Ausbuchung dieser 3400 Tonnen. Ziel unserer Aktion ist somit sowohl die Heimholung des Goldes als auch der öffentliche Hinweis auf diese Missstände als Voraussetzung zur Verhinderung der sonst absehbaren Ausbuchung! Schon seit der Einführung des Euros weist die Bundesbank ihre Goldbestände nur noch als „Gold und Goldforderungen“ in einer Bilanzposition aus, was für jedes Unternehmen bilanztechnisch schlicht verboten wäre, denn wie jeder Wirtschaftsprüfer weiß, sind eine Wertsache beziehungsweise eine Forderung darauf zwei völlig unterschiedliche Dinge!
PAZ: Wie ernst muss man regelmäßig wiederkehrende Gerüchte nehmen, dass in den Tresoren von „Fort Knox“ und der US-Notenbank nicht die Goldmengen lagern, die offiziell ausgewiesen werden?
Boehringer: Wir haben unter Bezug sowohl auf offizielle Bundesbank-Aussagen als auch auf Quellen des wohl besten Experten zum Thema, des Wirtschaftshistorikers und Mathematikers Dimitri Speck, auf unserer Internetseite ausgewiesen, dass über 95 Prozent der deutschen 3400 Tonnen Gold im Ausland lagern. Diesen Angaben wird Bundesbank-seitig auch nicht widersprochen. Im berühmten „Fort Knox“ lagert unseres Wissens kein Gold. Dafür aber in New York sowie ein wenig auch in London und Paris. Und eben fünf Prozent in Hessen. Dieser physische Bestand ist notwendig (und sinkt stetig), weil die Bundesbank daraus ab und zu offizielle Gold-Gedenkmünzen schlagen lässt. Das ist mit einem „Ausgangsmaterial Goldforderungen“ schlecht möglich …
PAZ: Angesichts gestiegener Goldpreise gibt es wieder öfter Meldungen über vergoldete Wolfram-Barren, die auf den Märkten auftauchen. Gibt es Hinweise über die Herkunft solcher Fälschungen?
Boehringer: Keine einzige dieser Meldungen war für uns verifizierbar. Persönlich glauben wir aufgrund unserer engen Kontakte mit Händlern und auch aus meiner eigenen Erfahrung mit Schmelzen, dass derzeit keine gefälschten Goldbarren (und schon gar keine Münzen) in großem, professionellem Stil an den Markt kommen. Ließe sich eine solche Meldung nur einmal erhärten, wären betroffene Schmelzen, Verkäufer und Händler sofort insolvent wegen Reputationsverlust. Vorstellbar wäre zwar, dass die Zentralbanken in ihren seit den 1950er Jahren niemals unabhängig auditierten Tresoren „Wolframware“ horten (welche nie zur Auslieferung kommt). Aber selbst dies halte ich für unwahrscheinlich: Die bekannten Mittel der Entleihungen, Leerverkäufe, buchhalterischen Mehrfachverleihungen oder schlichtweg des Minderbestands beziehungsweise des Forderungs- statt Materialbestands sind aus Sicht der Zentralbanken viel wirkungsvoller als Wolframbetrügereien.
PAZ: Sie unterstützen die Aktion „Stop ESM!“. Im Aufruf der Initiative wird davor gewarnt, dass der Haftungsfall beim Rettungsfonds ESM Deutschland und seine Bürger finanziell in die Steinzeit zurückwerfen würde. Wo liegt die Gefahr konkret?
Boehringer: Der Text der Initiative www.stop-esm.org übertreibt nicht. Der ESM-Bankvertrag kann und muss als finanzielles Ermächtigungsgesetz zu Lasten der deutschen Bürger bezeichnet werden. Wir werden nach der Ratifikation in den kommenden Wochen dann ab dem 1. Juli in einer anderen Republik leben. Die Summen, über die der ESM-Gouverneursrat ohne Kontrolle oder Möglichkeit der Einrede verfügen wird, werden die vom Bundestag formal weiterhin verwalteten deutschen Steuergelder in den Schatten stellen. Der Bundestag könnte sich ab Juli faktisch abschaffen – seine finanzielle Verfügungsmasse wird – außer per Schuldenaufnahme – auf Null oder tiefer sinken, denn die kompletten Steuereinnahmen stehen rein rechnerisch dem ESM zur Verteilung zu. Der Bundestag wird am 25. Mai einem faktischen Putschgesetz zustimmen, das unwiderruflich die finanzielle Hoheit Deutschlands an eine sich selbst verwaltende, supranationale, ohne Widerspruchsmöglichkeit fast grenzenlos durch die Nationalstaaten budgetierte, nicht kontrollierbare Bank mit immunisiertem Personal (!) abgeben. Wir reden von nichts Geringerem als der Herrschaft einer künftig autark von Kontrollen und geradezu souverän handlungsfähigen, hoheitlich befugten ESM-Banker-Clique, gar noch finanziert auf Kosten derSteuerzahler vor allem in Deutschland.
PAZ: Wie hoch sehen Sie die Inflationsgefahr durch die EZB-Geldpolitik unter Mario Draghi?
Boehringer: Die Notenbanken sind seit 1913 planwirtschaftliche Fremdkörper in unserem angeblich „kapitalistischen“ System. Als Herren über Geldmengen, Kreditmengen und Zinssätze haben sie es in der Hand, das Systemende sowohl deflationär als auch inflationär herbeizuführen. Da sie diesen Punkt aber im ureigenen Interesse möglichst lange hinauszögern wollen, werden sie weiterhin Zinssätze nach Bedarf manipulieren. Mittelfristig wird die Tendenz inflationär sein. Aber die deflationären Schocks dazwischen können leider heftig ausfallen. Dies über fast alle Anlageklassen – außer lebensnotwendigen Gütern, deren Preise latent inflationär bleiben werden. Das eigentliche Systemende in einigen Jahren wird wie jede Währungsreform aber deflationär ablaufen, denn dann wird der schon heute gigantische Kreditgeldmengen-Überhang unvermeidlicherweise ausgebucht.
PAZ: Kann Gold bei derartigen Finanzkrisen Schutz vor Vermögensverlust bieten?
Boehringer: Gold hat den großen Vorteil, dass es sich langfristig analog zu den inflationären Geldmengenentwicklungen verhält. Aber dass es eben auch ein „Angstmetall“ ist, das sogar in existenziellen Krisenzeiten nachgefragt wird. Nominal kann der Preis in deflationären Phasen zwar einmal sinken. Aber langfristig kaum real. Gegenüber Aktien und Anleihen steigt der Preis seit 2000 ständig an. Dieser relative Wertgewinn wird in jedem Fall weiter anhalten. Und wenn erst das Vertrauen in Euro-„Rettungen“, in den Dollar und in Papiergeld generell verloren gehen sollte, sind sogar nominal keine Preisziele für Gold mehr angebbar. Gold wird dann nicht mehr in Euro, sondern nur noch in Kaufkraft gegenüber anderen Sachwerten gemessen.
PAZ: Falls sich Anleger für Gold als Absicherung interessieren, in welcher Form? Barren, Münzen, Schmuck – oder doch lieber Goldzertifikate vom „Bankberater des Vertrauens“?
Boehringer: Wir empfehlen seit Jahren die klassischen Anlagemünzen und auch Barren. Goldzertifikate sind leider fast ausnahmslos entweder gar nicht hinterlegt oder nur zu einem kleinen Prozentsatz (auch bei den sogenannten „Goldkonten“ ist dies so). Oder nicht glaubhaft oder zumindest nicht transparent. Auch auf die Möglichkeit der Auslieferung sollte man gegebenfalls unbedingt achten. Einige ETF-Emittenten erschweren diese prozessual oder über hohe Gebühren oder über enorm hohe Mindeststückelungen. Es gibt seriöse bankenunabhängige Einkaufsgemeinschaften. Wer aber auf Anonymität Wert legt, muss die Ware selbst einlagern. Schmuck ist schön zum Anschauen und hat seine Vorteile. Als Kapitalanlage wird mit Schmuck aber in aller Regel Wert vernichtet. Man muss sich entscheiden, ob man eine Handwerksleistung des Goldschmieds kaufen oder eine Kapitalanlage tätigen will.
PAZ: Staaten haben immer wieder zum Mittel des Verbotes von Gold im Privatbesitz gegriffen. Besteht diese Gefahr auch heute noch? Welche Goldformen wurden in der Vergangenheit – etwa unter Roosevelt – nicht konfisziert?
Boehringer: Man kann ein Goldbesitzverbot leider auch bei uns nicht ausschließen. Wir vermuten allerdings, dass vorher noch einige andere Mittel der finanziellen Repression zur Anwendung kommen: Preismanipulation und mediales Goldbashing finden schon seit Jahren statt – das wird weitergehen. Die Mehrwertsteuer auf Gold wäre wieder denkbar, ebenso ein Handelsverbot für privat, ebenso die Einführung der Vermögenssteuer. Und vielleicht ganz am Ende tatsächlich die Konfiskation – aber das wäre die ultima ratio eines Staates im totalitären Endstadium. Roosevelt hat 1933 das private Gold abliefern lassen. Trotz hoher Strafandrohungen wird geschätzt, dass nur 30 Prozent der Amerikaner dem nachgekommen sind. Immerhin aber war der Besitz 40 Jahre lang verboten. Antike Münzen waren weitgehend ausgenommen – aber das ist ein enger und schwieriger Markt.
PAZ: Gibt es eine reelle Chance für die Rückkehr des Goldstandards?
Boehringer: Der faktische Goldstandard existiert bereits seit Jahren wieder: Der Goldpreis verhält sich langfristig in etwa wie die Geldmengen – je nach verwendetem Maßstab. Die derzeit superschnell kreierten Kreditmengen bildet er allerdings noch lange nicht ab – hier ist also noch viel Potenzial, sobald dieses Geld in die Vermögensmärkte oder in die Realwirtschaft schwappt. In einem Szenario des weltweiten Verlustes des Vertrauens in jedwedes Papiergeld könnte es zu mit Gold (teil-)gedeckten Währungen kommen. Das werden die Eliten aber nur zulassen, wenn es nicht mehr anders geht, denn seit spätestens 1971 basieren 90 Prozent ihrer Macht nicht mehr auf Steuereinnahmen, sondern auf dem unglaublichen Privileg, Kreditgeld aus dem Nichts kreieren zu können.
* preussische-allgemeine.de
Die Fragen stellte Norman Hanert.
PAZ: Sie haben vor kurzem die Initiative „Holt unser Gold heim!“ angeschoben. Welche Gefahren sehen Sie bei der Lagerung der deutschen Goldreserven im Ausland?
Peter Boehringer: Ganz generell ist es sowohl unter Aspekten der Souveränität einer Nation wie auch unter durchaus denkbaren Szenarien einer künftig erforderlichen (Teil-)Deckung einer nationalen Währung post Euro seit 50 Jahren ein unmöglicher Zustand, dass das deutsche Staatsgold weitgehend im Ausland verwahrt wird. Unsere Initiative www.gold-action.de wurde aber maßgeblich dadurch veranlasst, dass die Deutsche Bundesbank mittlerweile mehr als 615 Milliarden Euro an unseres Erachtens nach uneinbringlichem Target-2-Bilanzmüll angesammelt hat. Dies bei einer inzwischen auf eine Billion Euro angestiegenen Bilanzsumme. Somit stehen mindestens 61 Prozent Bilanzschrott nur noch etwa 15 Prozent Anteil der deutschen Goldreserven gegenüber. Wir befürchten schon bei geringfügigen – und überfälligen – Abschreibungen auf die 615 Milliarden Euro eine „Verrechnung“ dieser Verluste mit den aktuell etwa 135 Milliarden Euro Goldreserven – und damit eine buchhalterische, endgültige Ausbuchung dieser 3400 Tonnen. Ziel unserer Aktion ist somit sowohl die Heimholung des Goldes als auch der öffentliche Hinweis auf diese Missstände als Voraussetzung zur Verhinderung der sonst absehbaren Ausbuchung! Schon seit der Einführung des Euros weist die Bundesbank ihre Goldbestände nur noch als „Gold und Goldforderungen“ in einer Bilanzposition aus, was für jedes Unternehmen bilanztechnisch schlicht verboten wäre, denn wie jeder Wirtschaftsprüfer weiß, sind eine Wertsache beziehungsweise eine Forderung darauf zwei völlig unterschiedliche Dinge!
PAZ: Wie ernst muss man regelmäßig wiederkehrende Gerüchte nehmen, dass in den Tresoren von „Fort Knox“ und der US-Notenbank nicht die Goldmengen lagern, die offiziell ausgewiesen werden?
Boehringer: Wir haben unter Bezug sowohl auf offizielle Bundesbank-Aussagen als auch auf Quellen des wohl besten Experten zum Thema, des Wirtschaftshistorikers und Mathematikers Dimitri Speck, auf unserer Internetseite ausgewiesen, dass über 95 Prozent der deutschen 3400 Tonnen Gold im Ausland lagern. Diesen Angaben wird Bundesbank-seitig auch nicht widersprochen. Im berühmten „Fort Knox“ lagert unseres Wissens kein Gold. Dafür aber in New York sowie ein wenig auch in London und Paris. Und eben fünf Prozent in Hessen. Dieser physische Bestand ist notwendig (und sinkt stetig), weil die Bundesbank daraus ab und zu offizielle Gold-Gedenkmünzen schlagen lässt. Das ist mit einem „Ausgangsmaterial Goldforderungen“ schlecht möglich …
PAZ: Angesichts gestiegener Goldpreise gibt es wieder öfter Meldungen über vergoldete Wolfram-Barren, die auf den Märkten auftauchen. Gibt es Hinweise über die Herkunft solcher Fälschungen?
Boehringer: Keine einzige dieser Meldungen war für uns verifizierbar. Persönlich glauben wir aufgrund unserer engen Kontakte mit Händlern und auch aus meiner eigenen Erfahrung mit Schmelzen, dass derzeit keine gefälschten Goldbarren (und schon gar keine Münzen) in großem, professionellem Stil an den Markt kommen. Ließe sich eine solche Meldung nur einmal erhärten, wären betroffene Schmelzen, Verkäufer und Händler sofort insolvent wegen Reputationsverlust. Vorstellbar wäre zwar, dass die Zentralbanken in ihren seit den 1950er Jahren niemals unabhängig auditierten Tresoren „Wolframware“ horten (welche nie zur Auslieferung kommt). Aber selbst dies halte ich für unwahrscheinlich: Die bekannten Mittel der Entleihungen, Leerverkäufe, buchhalterischen Mehrfachverleihungen oder schlichtweg des Minderbestands beziehungsweise des Forderungs- statt Materialbestands sind aus Sicht der Zentralbanken viel wirkungsvoller als Wolframbetrügereien.
PAZ: Sie unterstützen die Aktion „Stop ESM!“. Im Aufruf der Initiative wird davor gewarnt, dass der Haftungsfall beim Rettungsfonds ESM Deutschland und seine Bürger finanziell in die Steinzeit zurückwerfen würde. Wo liegt die Gefahr konkret?
Boehringer: Der Text der Initiative www.stop-esm.org übertreibt nicht. Der ESM-Bankvertrag kann und muss als finanzielles Ermächtigungsgesetz zu Lasten der deutschen Bürger bezeichnet werden. Wir werden nach der Ratifikation in den kommenden Wochen dann ab dem 1. Juli in einer anderen Republik leben. Die Summen, über die der ESM-Gouverneursrat ohne Kontrolle oder Möglichkeit der Einrede verfügen wird, werden die vom Bundestag formal weiterhin verwalteten deutschen Steuergelder in den Schatten stellen. Der Bundestag könnte sich ab Juli faktisch abschaffen – seine finanzielle Verfügungsmasse wird – außer per Schuldenaufnahme – auf Null oder tiefer sinken, denn die kompletten Steuereinnahmen stehen rein rechnerisch dem ESM zur Verteilung zu. Der Bundestag wird am 25. Mai einem faktischen Putschgesetz zustimmen, das unwiderruflich die finanzielle Hoheit Deutschlands an eine sich selbst verwaltende, supranationale, ohne Widerspruchsmöglichkeit fast grenzenlos durch die Nationalstaaten budgetierte, nicht kontrollierbare Bank mit immunisiertem Personal (!) abgeben. Wir reden von nichts Geringerem als der Herrschaft einer künftig autark von Kontrollen und geradezu souverän handlungsfähigen, hoheitlich befugten ESM-Banker-Clique, gar noch finanziert auf Kosten derSteuerzahler vor allem in Deutschland.
PAZ: Wie hoch sehen Sie die Inflationsgefahr durch die EZB-Geldpolitik unter Mario Draghi?
Boehringer: Die Notenbanken sind seit 1913 planwirtschaftliche Fremdkörper in unserem angeblich „kapitalistischen“ System. Als Herren über Geldmengen, Kreditmengen und Zinssätze haben sie es in der Hand, das Systemende sowohl deflationär als auch inflationär herbeizuführen. Da sie diesen Punkt aber im ureigenen Interesse möglichst lange hinauszögern wollen, werden sie weiterhin Zinssätze nach Bedarf manipulieren. Mittelfristig wird die Tendenz inflationär sein. Aber die deflationären Schocks dazwischen können leider heftig ausfallen. Dies über fast alle Anlageklassen – außer lebensnotwendigen Gütern, deren Preise latent inflationär bleiben werden. Das eigentliche Systemende in einigen Jahren wird wie jede Währungsreform aber deflationär ablaufen, denn dann wird der schon heute gigantische Kreditgeldmengen-Überhang unvermeidlicherweise ausgebucht.
PAZ: Kann Gold bei derartigen Finanzkrisen Schutz vor Vermögensverlust bieten?
Boehringer: Gold hat den großen Vorteil, dass es sich langfristig analog zu den inflationären Geldmengenentwicklungen verhält. Aber dass es eben auch ein „Angstmetall“ ist, das sogar in existenziellen Krisenzeiten nachgefragt wird. Nominal kann der Preis in deflationären Phasen zwar einmal sinken. Aber langfristig kaum real. Gegenüber Aktien und Anleihen steigt der Preis seit 2000 ständig an. Dieser relative Wertgewinn wird in jedem Fall weiter anhalten. Und wenn erst das Vertrauen in Euro-„Rettungen“, in den Dollar und in Papiergeld generell verloren gehen sollte, sind sogar nominal keine Preisziele für Gold mehr angebbar. Gold wird dann nicht mehr in Euro, sondern nur noch in Kaufkraft gegenüber anderen Sachwerten gemessen.
PAZ: Falls sich Anleger für Gold als Absicherung interessieren, in welcher Form? Barren, Münzen, Schmuck – oder doch lieber Goldzertifikate vom „Bankberater des Vertrauens“?
Boehringer: Wir empfehlen seit Jahren die klassischen Anlagemünzen und auch Barren. Goldzertifikate sind leider fast ausnahmslos entweder gar nicht hinterlegt oder nur zu einem kleinen Prozentsatz (auch bei den sogenannten „Goldkonten“ ist dies so). Oder nicht glaubhaft oder zumindest nicht transparent. Auch auf die Möglichkeit der Auslieferung sollte man gegebenfalls unbedingt achten. Einige ETF-Emittenten erschweren diese prozessual oder über hohe Gebühren oder über enorm hohe Mindeststückelungen. Es gibt seriöse bankenunabhängige Einkaufsgemeinschaften. Wer aber auf Anonymität Wert legt, muss die Ware selbst einlagern. Schmuck ist schön zum Anschauen und hat seine Vorteile. Als Kapitalanlage wird mit Schmuck aber in aller Regel Wert vernichtet. Man muss sich entscheiden, ob man eine Handwerksleistung des Goldschmieds kaufen oder eine Kapitalanlage tätigen will.
PAZ: Staaten haben immer wieder zum Mittel des Verbotes von Gold im Privatbesitz gegriffen. Besteht diese Gefahr auch heute noch? Welche Goldformen wurden in der Vergangenheit – etwa unter Roosevelt – nicht konfisziert?
Boehringer: Man kann ein Goldbesitzverbot leider auch bei uns nicht ausschließen. Wir vermuten allerdings, dass vorher noch einige andere Mittel der finanziellen Repression zur Anwendung kommen: Preismanipulation und mediales Goldbashing finden schon seit Jahren statt – das wird weitergehen. Die Mehrwertsteuer auf Gold wäre wieder denkbar, ebenso ein Handelsverbot für privat, ebenso die Einführung der Vermögenssteuer. Und vielleicht ganz am Ende tatsächlich die Konfiskation – aber das wäre die ultima ratio eines Staates im totalitären Endstadium. Roosevelt hat 1933 das private Gold abliefern lassen. Trotz hoher Strafandrohungen wird geschätzt, dass nur 30 Prozent der Amerikaner dem nachgekommen sind. Immerhin aber war der Besitz 40 Jahre lang verboten. Antike Münzen waren weitgehend ausgenommen – aber das ist ein enger und schwieriger Markt.
PAZ: Gibt es eine reelle Chance für die Rückkehr des Goldstandards?
Boehringer: Der faktische Goldstandard existiert bereits seit Jahren wieder: Der Goldpreis verhält sich langfristig in etwa wie die Geldmengen – je nach verwendetem Maßstab. Die derzeit superschnell kreierten Kreditmengen bildet er allerdings noch lange nicht ab – hier ist also noch viel Potenzial, sobald dieses Geld in die Vermögensmärkte oder in die Realwirtschaft schwappt. In einem Szenario des weltweiten Verlustes des Vertrauens in jedwedes Papiergeld könnte es zu mit Gold (teil-)gedeckten Währungen kommen. Das werden die Eliten aber nur zulassen, wenn es nicht mehr anders geht, denn seit spätestens 1971 basieren 90 Prozent ihrer Macht nicht mehr auf Steuereinnahmen, sondern auf dem unglaublichen Privileg, Kreditgeld aus dem Nichts kreieren zu können.
* preussische-allgemeine.de
Die Fragen stellte Norman Hanert.
Sind Goldminenaktien jetzt eine Kaufgelegenheit?
Einige einführende Worte zu Minenaktien: Seit mehr als hundert Jahren notieren Goldminengesellschaften an den Börsen dieser Welt. Die Gesellschaften sind wie alle anderen Firmen auch: Sie haben egozentrische Chefs, begeisterte Ingenieure, unproduktive Unternehmensteile und produktive. Sie nehmen Kredite auf, um neue Ertragsquellen zu erschließen, zahlen Zinsen, Löhne und Steuern. In guten Zeiten wollen Goldminenunternehmen expandieren, in schlechten Zeiten das Unternehmen verkleinern. Manchmal schütten sie Dividenden aus, manchmal fälschen sie Bilanzen. Es sind ganz normale Unternehmen. Dass sie echtes Gold fördern, ist für die Minenunternehmen nichts Besonderes.
Das erste Mal beschäftigte ich mich 1999 mit Goldminen. Im Umfeld eines euphorischen Aktienmarktes empfahl ein Artikel einer Fachzeitschrift AngloGold zum Kauf. Warum? Der Artikel verglich das Kurs-Gewinn-Verhältnis von AngloGold mit anderen Aktien. Das Ergebnis: Der Goldminengigant war im Vergleich zu anderen Aktiengesellschaften wie Cisco, Microsoft oder General Electric dramatisch unterbewertet. Niemand rechnete damals mit einem steigenden Goldpreis und steigenden AngloGold-Gewinnen, aber im Vergleich mit dem Rest des aufgeheizten Marktes war das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) einfach unglaublich niedrig. Beim Durchkämmen der Kurslisten nach niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen stieß ein Autor auf AngloGold. Doch eines wurde vergessen: Ein Papier muss irgendetwas ansprechen, was Anleger suchen. In guten Zeiten muss das eine fantastische Neuerung sein, die die Welt verändert, in schlechten Zeiten suchen Anleger nach stabilen Erträgen aus möglichst langweiligen Geschäften. Damals suchten die Menschen nach einer „neuen Cisco“, eine Goldmine war so langweilig wie eine Porzellanfabrik.
Der Autor der AngloGold-Empfehlung spekulierte darauf, dass auch andere Anleger irgendwann keine Freude mehr an Aktien mit einem KGV von 120 haben. Er vermutete, dass irgendwann Anleger nach langweiligen Firmen wie AngloGold suchen. Diese Spekulation ging zwei Jahre lang nicht auf. Die Kurse aller Goldminen sanken weiter und erholten sich erst ab dem Jahr 2000 – nicht weil Goldminen besonders langweilig waren, sondern weil sie plötzlich wieder interessant wurden. AngloGold war übrigens eine der Firmen, die vom Goldminenaufschwung besonders wenig profitierte, trotz der stolzen Unternehmenshistorie und des einprägsamen Namens.
Der Goldpreis ist seit der AngloGold-Empfehlung aus dem Jahr 1999 deutlich gestiegen. Die Gewinne von Goldminenfirmen müssten seitdem doch explodiert sein?
Doch viele Goldminen profitierten jahrelang gar nicht von den gestiegenen Goldpreisen. Die Firmen hatten ihre Goldproduktion mit Waren-Termin-Geschäften „vorverkauft“. Man muss sich das so vorstellen: Bei einem Goldpreis von 350 Dollar/Unze verkaufte eine Mine die zukünftige Produktion für 330 Dollar, weil sie befürchtete, der Preis könne auf 280 Dollar/Unze fallen. Als dann die Preise auf 500 Dollar stiegen, lieferten die Minen ihre Produktion unterhalb der Marktpreise aus.
Es dauerte ziemlich lange bis Goldminenfirmen begriffen, dass die Goldpreise nachhaltig steigen. Beim weltgrößten Goldförderer Barrick (Kanada) war das im August 2009. Damals entschloss sich die Unternehmensführung, alle Vorverkäufe glattzustellen. Technisch sah das so aus, dass Barrick an den Märkten Warenterminkontrakte für Gold abschloss, diesmal als Käufer. Die alten Vorverkaufsgeschäfte und die neuen Kaufgeschäfte glichen sich aus, alles war glattgestellt.
Die Nachricht, dass Barrick sein „Hedge-Buch“ abwickelt, schlug damals am Markt wie eine Bombe ein und ließ den Goldpreis tagelang haussieren. Banken wie JP Morgan kannten diese Nachricht offenbar schon früher und kauften kurz vor Barricks Veröffentlichung Positionen am SPDR-Gold-Fond.
Es gibt aber auch einige Goldminen, die ihre Goldförderungen nie durch Vorverkäufe absicherten. Für diese Firmen gibt es einen gemeinsamen Index: Früher hieß er AMEX GOLD BUGS, heute firmiert er unter dem Kürzel HUI. Die Unternehmensergebnisse der Firmen des HUI-Indexes hängen vom Goldpreis ab. Falls der Goldpreis steigt, steigen die Umsätze der HUI-Firmen. Aber steigen auch ihre Gewinne?
Die Wertentwicklung der HUI-Goldminen lässt sich sehen: Seit dem Allzeittief bei 35,99 Punkten im November 2000 erholten sich die Minenwerte bis 2006 auf 300 Punkte. Im März 2008 wurden 500 Punkte überschritten. Während des deflatorischen Schocks 2008 verloren HUI-Minenwerte 70,6 Prozent, machten die Verluste 2009 aber sehr schnell wieder wett.
Das ist der Teil der Geschichte, den Goldminenanleger sehr gerne erzählen. Doch seit zwei Jahren geht bei Goldminen nichts mehr. Goldförderung ist ein arbeits- und energieintensives Geschäft. Die Ausweitung der Geldmenge (Inflation) hat nicht nur Gold teurer gemacht, sondern auch Energie und Bergarbeiterlöhne.
Minenarbeiter arbeiten hart, aber zu völlig anderen Konditionen als die Frauen und Kinder, die in Bangladesch für H&M arbeiten. Minenarbeiter sind meistens gewerkschaftlich organisiert, die CEOs der Gesellschaften fliegen First Class und auch die Ingenieure und Geologen der Goldminen kennen ihren Marktwert. Viele Mitarbeiter der Cortez-Goldmine in Nevada (Barrick) leben zwar in Bauwagen, verdienen aber 150.000 Dollar pro Jahr. Die AngloGold-Ashanti-Bergarbeiter in Ghana haben die bestbezahlten Jobs des Landes.
Die Produktionskosten der Minen sind – Trommelwirbel - inzwischen auf 1.200-1.400 Dollar gestiegen, erklärte vor einigen Wochen ein Minenexperte. 1.200-1.400 Dollar galten vor vier Jahren noch als irrwitziges Kursziel von Gold, heute liegen die Produktionskosten vieler Minen in diesem Bereich.
Die Marge des schwedischen Textilkonzerns H&M lag eine Dekade lang bei fast 60 Prozent, Goldminen verdienen weniger.
Marktführer Barrick bringt es beim derzeitigen Börsenkurs auf eine Dividendenrendite von 1,65 Prozent, Veteran AngloGold Ashanti schafft 1,9 Prozent, der HUI-Indexwert Harmony Gold Mining schüttet 1,22 Prozent aus, der HUI-Indexwert Hecla beglückt Aktionäre mit 1,56 Prozent Dividende. Yamana Gold winkt mit 1,29 Prozent Dividende. Die vielfach empfohlene Firma Randgold Resources krönt den Dividendensegen mit 0,45 Prozent Dividende.
Der HUI notierte gerade 38 Prozent unterhalb seiner Höchststände vom März 2008. Die meisten Goldminenanleger dürften sich die Goldhausse anders vorgestellt haben.
Zufrieden können eigentlich nur die Goldminenanleger sein, die sehr früh eingestiegen sind: 2002, 2003, 2004. Wer sich 2006 einkaufte, liegt mit HUI-Minenaktien nominell 25 Prozent im Plus. Die Lagerung von Heizöl hätte mehr gebracht.
Rückschläge gehören zum Leben von Aktienanlegern dazu. Das Faszinierende ist jedoch, dass praktisch alle Experten falsch lagen: Martin Siegel, Johann Saiger, Uwe Bergold und Wirtschaftswoche-Autor Manfred Gburek.
Alle Titanen der deutschen Goldszene hielten am Mantra der 70er-Jahre fest: Goldminenaktien entwickeln sich so wie der Goldpreis, nur besser.
Ich habe lange darüber nachgedacht, warum ein so gut informierter Mann wie „Goldpapst“ Johann Saiger 2002 kein Gold gekauft hat. Die Antwort gab er 2009 in einer Talkrunde: Er wollte höhere Gewinne.
Johann Saiger erklärte Anfang September 2009, dass er „voll (in Gold) einsteigen werde, aber mehr noch in Goldminen, denn wir müssen davon ausgehen, dass die Goldminen die Goldpreisentwicklung mit einer drei, vier, fünffachen Hebelwirkung nachvollziehen werden. Und Goldminen zahlen auch noch Dividende“. Glucksend vor Genugtuung erzählt er von seinen südafrikanischen Goldminenwerten, die ihm in den 70er-Jahren Dividendenrenditen von 30-40 Prozent bescherten – neben dem Kurszuwachs. Das hat Johann Saiger schon einmal erlebt und deswegen projiziert er diese Erfahrung in die Zukunft.
Ironischerweise notieren die Kurse der HUI-Goldminen, während ich diese Zeilen schreibe, auf dem gleichen Stand wie im September 2009, als Saiger die oben genannten Empfehlungen gab. Dividenden? Siehe oben.
Irrt der Markt? Pro-Aurum-Analyst Benjamin Summa sah Goldminen im Februar 2012 als „screaming buy“, Uwe Bergold witterte eine „massive Aufholjagd der Minen“. Just im März 2012 begann ein regelrechter Ausverkauf der Goldminenaktien, der erst vor zweieinhalb Wochen aufhörte.
Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg ist anderer Meinung als die Goldminenfans. Er sieht Goldminenaktien als Vermögensanlage, die von Managementfehlern und geopolitischen Risiken abhängt – und genau solche Risiken möchten Goldanleger heutzutage gerne ausschließen.
„The market tells us…“ – „Der Markt sagt uns…“ - So beginnt Ex-Notenbankchef Alan Greenspan gerne seine Sätze. Was sagt uns der Markt, wenn er Rohstoffaktien liebt, Goldminenwerte verschmäht, aber Gold und deutsche Staatsanleihen nachfragt?
Es gibt offensichtlich zwei völlig verschiedene Meinungen am Markt. Diejenigen, die auf Wachstum und Inflation setzen, bevorzugen Rohstoffaktien und Standardwerte.
Die Marktteilnehmer, die sich mit einem pessimistischen Szenario beschäftigen, wollen keine Goldminen besitzen, sondern echtes Gold, manchmal auch Dollars und deutsche Staatsanleihen.
Goldminenwerte sind weder Fisch noch Fleisch. Sie sprechen keine der beiden Anlegerklassen an. Das ist nur eine Vermutung, aber sie würde die unterschiedliche Entwicklung von Gold und Goldminen erklären.
Vielleicht war im Bereich der Goldminen auch einfach nur die Anlegerqualität zu schlecht. Dass Minen den Goldpreis hebeln, galt als unumstößliche Marktmeinung. Goldminenaktien wurden vielleicht von zu schwachen, zu gierigen Anlegern gekauft. Ängstliche und gierige Anleger sind das Schlimmste, was einer Aktie passieren kann: Immer wenn die Kurse steigen, nehmen Aktienbesitzer Gewinne mit. Immer wenn die Aktie verschnauft, verlieren Anleger den Mut und liquidieren Positionen.
Gold dagegen wurde von Anlegern gekauft, die nicht gierig auf Nominalgewinne warten. Die Majorität der Goldanleger hatte Geld und wollte Vermögen bewahren. Dazu zähle ich auch die Notenbanken.
Und Gold kann noch etwas, was keine Aktie und kein Derivat kann: Man kann mit Gold bezahlen. In einem Umfeld allgemeiner Zahlungsunfähigkeit kann das Gold wert sein.
Ist damit das Goldminenthema abgehakt? Nein! In den letzten zwei Wochen ist etwas Ungewöhnliches passiert: Die Goldminen haben die brutale Korrektur der letzten drei Monate beendet, die Kurse der HUI-Goldminen haben wieder angezogen.
Das Ende der Goldminen-Korrektur ist unübersehbar und kontrastiert auffallend mit den fallenden Kursen bei Dax, Dow und S&P 500.
Für Goldminenfans ist die Sache ganz einfach: Jetzt endlich beginnt die große Aufholjagd der Minen. Das ist natürlich albern. Goldmineninteressenten müssen jetzt zwei Fragen beantworten:
Erstens: Sind die Gründe, weswegen goldaffine Anleger in den letzten zwei Jahren Gold präferierten und Goldminen verschmähten, nicht mehr gültig? Falls ja, warum.
Zweitens: Warum werden zukünftig Marktteilnehmer zu höheren Preisen als heute Goldminenaktien kaufen?
Denkbar ist vieles. Hier einige spontane Ideen.
Theorie Nr. 1: Das Aufbäumen der Minenaktien ist eine markttechnische Reaktion. Der Sell-off der letzten drei Monate hat Shortseller angelockt, die mit Leerverkäufen von sinkenden Kursen profitierten. Diese Shortseller haben nun ihre Positionen glattgestellt. Technisch gesehen lösten sie durch das Glattstellen Käufe aus. Viele klassische Hausse-Bewegungen begannen mit Liquidationen der Leerverkäufer.
Theorie Nr. 2: Die Margen der Goldminen stehen kurz vor einer Explosion. Die Ölpreise sinken, Gold bleibt aus monetären Gründen hochpreisig. Jetzt endlich steigen die Margen auf die Höhe, die Minenfans schon immer erwarteten.
Theorie Nr. 3: Die Qualität der Goldminenanleger hat sich nach einer Bereinigung verbessert. Drei Jahre lang litten Minen darunter, dass sich unter ihren Anlegern zittrige und gierige Investoren en gros befanden. Bei jeder Hausse-Bewegung nutzten diese Minenbesitzer ihre Chance, um Gewinne zu machen, die Kurse liefen wie gegen ein Gummiband. Und am unteren Ende sorgen Angstverkäufe für rote Kerzen in den Charts. Nach drei Jahren haben die zittrigen und gierigen Anleger das Feld geräumt, die Hausse kann beginnen.
Theorie Nr. 4: Das Altgold ist alle. Von 2009 bis jetzt wurden Altgoldbestände durch ein engmaschiges Netz und intensive Werbung abgeschöpft - weltweit. Die hohen Lebenshaltungskosten in den ehemals reichen Industrienationen sorgten dafür, dass Omas Altgold, Eheringe und Schmuck in den Schmelztiegel wanderten. Dadurch hat sich seit 2008 das jährliche Altgold-Aufkommen verdoppelt: von rund 800 Tonnen pro Jahr auf rund 1.600 Tonnen pro Jahr. Drei Jahre lang wurde der Weltgoldmarkt zu mehr als einem Drittel durch Altgold genährt. Die Goldminen hatten all die Jahre immer unangenehme Konkurrenten: die Altgold-Aufkäufer. Nun ist das Altgold verbraucht. Fast 5.000 Tonnen Altgold wurden alleine in den letzten drei Jahren eingeschmolzen. Das war vor der Ausweitung der Förderung in den 80ern einmal die Fördermenge einer halben Dekade. Doch Omas Schmuckkästchen ist keine Goldmine, jede Brosche lässt sich nur einmal verkaufen. Das Altgold ist alle und zukünftig sind Goldminen die einzige Quelle für Gold.
Theorie Nr. 5: Strategische Übernahmen. Erinnern Sie sich an meinen Goldmarktbericht, als ein Minen-CEO darüber berichtete, dass ultra-reiche Anleger direkt zu den Minen kommen, um Gold zu kaufen? Die Fortsetzung dieses Trends ist ganz einfach. Irgendwann kaufen Ultra-Reiche ganze Minen auf und weisen den CEO an, die Förderung zurückzuhalten oder nur noch an sie auszuliefern. Das klingt etwas exotisch, aber genau so begann die Silber-Hausse der 70er-Jahre. Die Gebrüder Hunt kauften neben Silber auch Silberminen und ordneten an, die Silberförderung zurückzuhalten. Wer im Aufsichtsrat die Mehrheit hat und Kapital zuschießt, kann alles machen. Die Goldkäufe Chinas erinnern derzeit an Kaufpanik. Falls China an den Märkten kein Gold mehr bekommt, würde das Aufkaufen von Minen Sinn machen. Ich würde mich nicht wundern, wenn staatliche chinesische Goldförderer ein oder zwei wichtige Minenunternehmen übernehmen, so lange Chinas Dollarreserven noch Kaufkraft besitzen. Strategische Übernahmen werden geheim gehalten, aber die Aktien zeigen sofort eine ungewöhnliche „relative Stärke“ (RSI). Technisch orientierte Anleger sind dafür bekannt, auf jeden Zug aufzuspringen. Wenn Hecla Mining oder Yamana eine relative Stärke zeigen, weil Chinesen sich einkaufen, dann würden Trader auch Randgold oder Barrick kaufen, weil sie glauben, dass der gesamte Sektor ein Kauf ist. Spekulanten, die diese These überprüfen, müssten sich durch die Kurse aller wichtigen Minen durcharbeiten: Gab es bei manchen Minen urplötzlich eine auffallende relative Stärke, bevor der gesamte Sektor in den grünen Bereich wechselte?
Theorie Nr. 6: Wir sehen eine Verzweiflungstat von großen Anlegergruppen, die jetzt in Goldminen wechseln – aus Panik. Diese Anleger erkennen erst jetzt, dass sie gerne Gold möchten, bekommen aber an den Märkten kein Gold mehr. Deswegen kaufen sie Minen.
Das alles ist ein dünnes Gewebe schillernder, spontaner Gedankengänge. Da bisher noch nicht einmal vollständig geklärt ist, warum die Goldminenaktien so schlecht liefen, ist es schwierig zu erklären, warum sie zukünftig gut laufen sollten.
Wer sich mit dem Goldminensektor beschäftigt hat und aus wichtigen Gründen Anteile an Minen besitzen möchte, findet derzeit im Goldminensektor Anknüpfungspunkte, um nach Chancen zu suchen. Jede Spekulation erfordert jedoch viel Zeit.
Ob ich kaufe? Nein. Um ehrlich zu sein: Bei Goldminenaktien bin ich derzeit auf dem falschen Terrain. Ich habe bei meinen eigenen Spekulationen bisher immer komplett antizyklisch gekauft: Im Umfeld der völligen Kapitulation der Bullen habe ich gekauft und bei euphorischer Stimmung habe ich verkauft. Im Goldminensektor sehen wir derzeit noch nicht die Kapitulation der Bullen, sondern nur eine große Korrektur. Vor einem Einstieg bräuchte ich noch mindestens 100 Stunden Recherche- Arbeitsaufwand und Chance-Risiko stehen in keinem attraktiven Verhältnis. Das heißt nicht, dass andere Anleger diese Chance nicht überprüfen sollten.
Wer Aktienprofi ist oder Aktienprofis für sich arbeiten lässt, sollte sich mit den oben genannten Anknüpfungspunkten den Goldminensektor jetzt vornehmen. Anders als vielfach angenommen ist die Spekulation ein sehr zeitaufwendiges Geschäft, das sich nur für wenige Menschen wirklich lohnt: Menschen, die unglaublich viel Geld haben und Menschen, die fast gar kein Geld haben.
Die Kernfrage im Bereich der Goldminenaktien bleibt für mich: Könnte sich der Goldminensektor von der Grundtendenz der nächsten Dekade abkoppeln – und das ist Vermögenspreisdeflation bei gleichzeitiger Teuerung von Warenpreisen. Aus allen durch Kreditexpansion aufgeblasenen „Vermögenswerten“ wird zukünftig Luft abgelassen: aus Aktien, aus Schuldpapieren, aus Immobilien. Kann der Minensektor diesem Trend widerstehen? Wird der Goldminensektor eine begrenzte Sektorrally innerhalb eines übergeordneten Bärenmarktes erleben, so wie Solaraktien 2002 oder Rüstungsaktien 2003? Oder sehen wir einen wirklich langen Trend, bei dem man über Jahre dabeibleiben kann?
Einem Verwandten habe ich gerade erklärt, dass es in den nächsten zehn Jahren nicht darauf ankommt, möglichst viel zu gewinnen, sondern möglichst wenig zu verlieren. Und da sehe ich die Dinge im Vorteil, die nicht aus Papier sind. Goldminenaktien sind aus Papier und damit ein Stück weit gegen den Trend.
Zum aktuellen 100-Mrd.-Bailout Spaniens: Für ein paar Stunden oder Tage dürften wir eine Erleichterungsrally sehen. Die „Welt“ schreibt: „Bei der Hilfe für Spaniens Banken gehen Europas Steuerzahler wieder mit einem für das normale Verständnis unfassbar großen Betrag in Haftung, ohne dass sie sicher sein können, dass ihre gemeinsame Währung dafür wirklich ein Stück sicherer wird.“ Kommt nach dem Griechen-Soli der Spanien-Soli? Derzeit arbeiten alle europäischen Hilfsschirme mit geborgtem Geld. Der Steuerzahler hat garantiert, musste aber noch nichts zahlen. Deswegen gab es bisher auch keinen Griechen-„Soli“.
Das Kapital für die Rettungsschirme kam aus China, von Lebensversicherungen und Banken. Die Garantien für den ersten griechischen Rettungsschirm kamen von: Spanien, Portugal, Zypern, Irland, Italien,…
Irgendwann werden die EFSF-Geldgeber bemerken, dass die Garanten und die Hilfeempfänger inzwischen teilweise die gleichen Länder sind. Alleine Spanien garantiert für 56 Mrd. Euro der EFSF-Anleihen. Außerdem bürgt Madrid für 10,2 Mrd. Euro an Krediten, die an Griechenland überwiesen wurden und natürlich muss Spanien auch noch für 89 Mrd. Euro des ESM bürgen bzw. einen Teil der Summe sogar in bar einzahlen.
Im Umfeld eines volatilen Handels stellt die Londoner Goldbörse zum Nachmittagsfixing am Freitag einen Goldpreis von 1.576,50 US-Dollar pro Feinunze Gold fest. An der US-amerikanischen COMEX schließt die Börse mit einem Goldpreis von 1.590,00 Dollar bzw. 1.272,63 Euro.
Das erste Mal beschäftigte ich mich 1999 mit Goldminen. Im Umfeld eines euphorischen Aktienmarktes empfahl ein Artikel einer Fachzeitschrift AngloGold zum Kauf. Warum? Der Artikel verglich das Kurs-Gewinn-Verhältnis von AngloGold mit anderen Aktien. Das Ergebnis: Der Goldminengigant war im Vergleich zu anderen Aktiengesellschaften wie Cisco, Microsoft oder General Electric dramatisch unterbewertet. Niemand rechnete damals mit einem steigenden Goldpreis und steigenden AngloGold-Gewinnen, aber im Vergleich mit dem Rest des aufgeheizten Marktes war das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) einfach unglaublich niedrig. Beim Durchkämmen der Kurslisten nach niedrigen Kurs-Gewinn-Verhältnissen stieß ein Autor auf AngloGold. Doch eines wurde vergessen: Ein Papier muss irgendetwas ansprechen, was Anleger suchen. In guten Zeiten muss das eine fantastische Neuerung sein, die die Welt verändert, in schlechten Zeiten suchen Anleger nach stabilen Erträgen aus möglichst langweiligen Geschäften. Damals suchten die Menschen nach einer „neuen Cisco“, eine Goldmine war so langweilig wie eine Porzellanfabrik.
Der Autor der AngloGold-Empfehlung spekulierte darauf, dass auch andere Anleger irgendwann keine Freude mehr an Aktien mit einem KGV von 120 haben. Er vermutete, dass irgendwann Anleger nach langweiligen Firmen wie AngloGold suchen. Diese Spekulation ging zwei Jahre lang nicht auf. Die Kurse aller Goldminen sanken weiter und erholten sich erst ab dem Jahr 2000 – nicht weil Goldminen besonders langweilig waren, sondern weil sie plötzlich wieder interessant wurden. AngloGold war übrigens eine der Firmen, die vom Goldminenaufschwung besonders wenig profitierte, trotz der stolzen Unternehmenshistorie und des einprägsamen Namens.
Der Goldpreis ist seit der AngloGold-Empfehlung aus dem Jahr 1999 deutlich gestiegen. Die Gewinne von Goldminenfirmen müssten seitdem doch explodiert sein?
Doch viele Goldminen profitierten jahrelang gar nicht von den gestiegenen Goldpreisen. Die Firmen hatten ihre Goldproduktion mit Waren-Termin-Geschäften „vorverkauft“. Man muss sich das so vorstellen: Bei einem Goldpreis von 350 Dollar/Unze verkaufte eine Mine die zukünftige Produktion für 330 Dollar, weil sie befürchtete, der Preis könne auf 280 Dollar/Unze fallen. Als dann die Preise auf 500 Dollar stiegen, lieferten die Minen ihre Produktion unterhalb der Marktpreise aus.
Es dauerte ziemlich lange bis Goldminenfirmen begriffen, dass die Goldpreise nachhaltig steigen. Beim weltgrößten Goldförderer Barrick (Kanada) war das im August 2009. Damals entschloss sich die Unternehmensführung, alle Vorverkäufe glattzustellen. Technisch sah das so aus, dass Barrick an den Märkten Warenterminkontrakte für Gold abschloss, diesmal als Käufer. Die alten Vorverkaufsgeschäfte und die neuen Kaufgeschäfte glichen sich aus, alles war glattgestellt.
Die Nachricht, dass Barrick sein „Hedge-Buch“ abwickelt, schlug damals am Markt wie eine Bombe ein und ließ den Goldpreis tagelang haussieren. Banken wie JP Morgan kannten diese Nachricht offenbar schon früher und kauften kurz vor Barricks Veröffentlichung Positionen am SPDR-Gold-Fond.
Es gibt aber auch einige Goldminen, die ihre Goldförderungen nie durch Vorverkäufe absicherten. Für diese Firmen gibt es einen gemeinsamen Index: Früher hieß er AMEX GOLD BUGS, heute firmiert er unter dem Kürzel HUI. Die Unternehmensergebnisse der Firmen des HUI-Indexes hängen vom Goldpreis ab. Falls der Goldpreis steigt, steigen die Umsätze der HUI-Firmen. Aber steigen auch ihre Gewinne?
Die Wertentwicklung der HUI-Goldminen lässt sich sehen: Seit dem Allzeittief bei 35,99 Punkten im November 2000 erholten sich die Minenwerte bis 2006 auf 300 Punkte. Im März 2008 wurden 500 Punkte überschritten. Während des deflatorischen Schocks 2008 verloren HUI-Minenwerte 70,6 Prozent, machten die Verluste 2009 aber sehr schnell wieder wett.
Das ist der Teil der Geschichte, den Goldminenanleger sehr gerne erzählen. Doch seit zwei Jahren geht bei Goldminen nichts mehr. Goldförderung ist ein arbeits- und energieintensives Geschäft. Die Ausweitung der Geldmenge (Inflation) hat nicht nur Gold teurer gemacht, sondern auch Energie und Bergarbeiterlöhne.
Minenarbeiter arbeiten hart, aber zu völlig anderen Konditionen als die Frauen und Kinder, die in Bangladesch für H&M arbeiten. Minenarbeiter sind meistens gewerkschaftlich organisiert, die CEOs der Gesellschaften fliegen First Class und auch die Ingenieure und Geologen der Goldminen kennen ihren Marktwert. Viele Mitarbeiter der Cortez-Goldmine in Nevada (Barrick) leben zwar in Bauwagen, verdienen aber 150.000 Dollar pro Jahr. Die AngloGold-Ashanti-Bergarbeiter in Ghana haben die bestbezahlten Jobs des Landes.
Die Produktionskosten der Minen sind – Trommelwirbel - inzwischen auf 1.200-1.400 Dollar gestiegen, erklärte vor einigen Wochen ein Minenexperte. 1.200-1.400 Dollar galten vor vier Jahren noch als irrwitziges Kursziel von Gold, heute liegen die Produktionskosten vieler Minen in diesem Bereich.
Die Marge des schwedischen Textilkonzerns H&M lag eine Dekade lang bei fast 60 Prozent, Goldminen verdienen weniger.
Marktführer Barrick bringt es beim derzeitigen Börsenkurs auf eine Dividendenrendite von 1,65 Prozent, Veteran AngloGold Ashanti schafft 1,9 Prozent, der HUI-Indexwert Harmony Gold Mining schüttet 1,22 Prozent aus, der HUI-Indexwert Hecla beglückt Aktionäre mit 1,56 Prozent Dividende. Yamana Gold winkt mit 1,29 Prozent Dividende. Die vielfach empfohlene Firma Randgold Resources krönt den Dividendensegen mit 0,45 Prozent Dividende.
Der HUI notierte gerade 38 Prozent unterhalb seiner Höchststände vom März 2008. Die meisten Goldminenanleger dürften sich die Goldhausse anders vorgestellt haben.
Zufrieden können eigentlich nur die Goldminenanleger sein, die sehr früh eingestiegen sind: 2002, 2003, 2004. Wer sich 2006 einkaufte, liegt mit HUI-Minenaktien nominell 25 Prozent im Plus. Die Lagerung von Heizöl hätte mehr gebracht.
Rückschläge gehören zum Leben von Aktienanlegern dazu. Das Faszinierende ist jedoch, dass praktisch alle Experten falsch lagen: Martin Siegel, Johann Saiger, Uwe Bergold und Wirtschaftswoche-Autor Manfred Gburek.
Alle Titanen der deutschen Goldszene hielten am Mantra der 70er-Jahre fest: Goldminenaktien entwickeln sich so wie der Goldpreis, nur besser.
Ich habe lange darüber nachgedacht, warum ein so gut informierter Mann wie „Goldpapst“ Johann Saiger 2002 kein Gold gekauft hat. Die Antwort gab er 2009 in einer Talkrunde: Er wollte höhere Gewinne.
Johann Saiger erklärte Anfang September 2009, dass er „voll (in Gold) einsteigen werde, aber mehr noch in Goldminen, denn wir müssen davon ausgehen, dass die Goldminen die Goldpreisentwicklung mit einer drei, vier, fünffachen Hebelwirkung nachvollziehen werden. Und Goldminen zahlen auch noch Dividende“. Glucksend vor Genugtuung erzählt er von seinen südafrikanischen Goldminenwerten, die ihm in den 70er-Jahren Dividendenrenditen von 30-40 Prozent bescherten – neben dem Kurszuwachs. Das hat Johann Saiger schon einmal erlebt und deswegen projiziert er diese Erfahrung in die Zukunft.
Ironischerweise notieren die Kurse der HUI-Goldminen, während ich diese Zeilen schreibe, auf dem gleichen Stand wie im September 2009, als Saiger die oben genannten Empfehlungen gab. Dividenden? Siehe oben.
Irrt der Markt? Pro-Aurum-Analyst Benjamin Summa sah Goldminen im Februar 2012 als „screaming buy“, Uwe Bergold witterte eine „massive Aufholjagd der Minen“. Just im März 2012 begann ein regelrechter Ausverkauf der Goldminenaktien, der erst vor zweieinhalb Wochen aufhörte.
Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg ist anderer Meinung als die Goldminenfans. Er sieht Goldminenaktien als Vermögensanlage, die von Managementfehlern und geopolitischen Risiken abhängt – und genau solche Risiken möchten Goldanleger heutzutage gerne ausschließen.
„The market tells us…“ – „Der Markt sagt uns…“ - So beginnt Ex-Notenbankchef Alan Greenspan gerne seine Sätze. Was sagt uns der Markt, wenn er Rohstoffaktien liebt, Goldminenwerte verschmäht, aber Gold und deutsche Staatsanleihen nachfragt?
Es gibt offensichtlich zwei völlig verschiedene Meinungen am Markt. Diejenigen, die auf Wachstum und Inflation setzen, bevorzugen Rohstoffaktien und Standardwerte.
Die Marktteilnehmer, die sich mit einem pessimistischen Szenario beschäftigen, wollen keine Goldminen besitzen, sondern echtes Gold, manchmal auch Dollars und deutsche Staatsanleihen.
Goldminenwerte sind weder Fisch noch Fleisch. Sie sprechen keine der beiden Anlegerklassen an. Das ist nur eine Vermutung, aber sie würde die unterschiedliche Entwicklung von Gold und Goldminen erklären.
Vielleicht war im Bereich der Goldminen auch einfach nur die Anlegerqualität zu schlecht. Dass Minen den Goldpreis hebeln, galt als unumstößliche Marktmeinung. Goldminenaktien wurden vielleicht von zu schwachen, zu gierigen Anlegern gekauft. Ängstliche und gierige Anleger sind das Schlimmste, was einer Aktie passieren kann: Immer wenn die Kurse steigen, nehmen Aktienbesitzer Gewinne mit. Immer wenn die Aktie verschnauft, verlieren Anleger den Mut und liquidieren Positionen.
Gold dagegen wurde von Anlegern gekauft, die nicht gierig auf Nominalgewinne warten. Die Majorität der Goldanleger hatte Geld und wollte Vermögen bewahren. Dazu zähle ich auch die Notenbanken.
Und Gold kann noch etwas, was keine Aktie und kein Derivat kann: Man kann mit Gold bezahlen. In einem Umfeld allgemeiner Zahlungsunfähigkeit kann das Gold wert sein.
Ist damit das Goldminenthema abgehakt? Nein! In den letzten zwei Wochen ist etwas Ungewöhnliches passiert: Die Goldminen haben die brutale Korrektur der letzten drei Monate beendet, die Kurse der HUI-Goldminen haben wieder angezogen.
Das Ende der Goldminen-Korrektur ist unübersehbar und kontrastiert auffallend mit den fallenden Kursen bei Dax, Dow und S&P 500.
Für Goldminenfans ist die Sache ganz einfach: Jetzt endlich beginnt die große Aufholjagd der Minen. Das ist natürlich albern. Goldmineninteressenten müssen jetzt zwei Fragen beantworten:
Erstens: Sind die Gründe, weswegen goldaffine Anleger in den letzten zwei Jahren Gold präferierten und Goldminen verschmähten, nicht mehr gültig? Falls ja, warum.
Zweitens: Warum werden zukünftig Marktteilnehmer zu höheren Preisen als heute Goldminenaktien kaufen?
Denkbar ist vieles. Hier einige spontane Ideen.
Theorie Nr. 1: Das Aufbäumen der Minenaktien ist eine markttechnische Reaktion. Der Sell-off der letzten drei Monate hat Shortseller angelockt, die mit Leerverkäufen von sinkenden Kursen profitierten. Diese Shortseller haben nun ihre Positionen glattgestellt. Technisch gesehen lösten sie durch das Glattstellen Käufe aus. Viele klassische Hausse-Bewegungen begannen mit Liquidationen der Leerverkäufer.
Theorie Nr. 2: Die Margen der Goldminen stehen kurz vor einer Explosion. Die Ölpreise sinken, Gold bleibt aus monetären Gründen hochpreisig. Jetzt endlich steigen die Margen auf die Höhe, die Minenfans schon immer erwarteten.
Theorie Nr. 3: Die Qualität der Goldminenanleger hat sich nach einer Bereinigung verbessert. Drei Jahre lang litten Minen darunter, dass sich unter ihren Anlegern zittrige und gierige Investoren en gros befanden. Bei jeder Hausse-Bewegung nutzten diese Minenbesitzer ihre Chance, um Gewinne zu machen, die Kurse liefen wie gegen ein Gummiband. Und am unteren Ende sorgen Angstverkäufe für rote Kerzen in den Charts. Nach drei Jahren haben die zittrigen und gierigen Anleger das Feld geräumt, die Hausse kann beginnen.
Theorie Nr. 4: Das Altgold ist alle. Von 2009 bis jetzt wurden Altgoldbestände durch ein engmaschiges Netz und intensive Werbung abgeschöpft - weltweit. Die hohen Lebenshaltungskosten in den ehemals reichen Industrienationen sorgten dafür, dass Omas Altgold, Eheringe und Schmuck in den Schmelztiegel wanderten. Dadurch hat sich seit 2008 das jährliche Altgold-Aufkommen verdoppelt: von rund 800 Tonnen pro Jahr auf rund 1.600 Tonnen pro Jahr. Drei Jahre lang wurde der Weltgoldmarkt zu mehr als einem Drittel durch Altgold genährt. Die Goldminen hatten all die Jahre immer unangenehme Konkurrenten: die Altgold-Aufkäufer. Nun ist das Altgold verbraucht. Fast 5.000 Tonnen Altgold wurden alleine in den letzten drei Jahren eingeschmolzen. Das war vor der Ausweitung der Förderung in den 80ern einmal die Fördermenge einer halben Dekade. Doch Omas Schmuckkästchen ist keine Goldmine, jede Brosche lässt sich nur einmal verkaufen. Das Altgold ist alle und zukünftig sind Goldminen die einzige Quelle für Gold.
Theorie Nr. 5: Strategische Übernahmen. Erinnern Sie sich an meinen Goldmarktbericht, als ein Minen-CEO darüber berichtete, dass ultra-reiche Anleger direkt zu den Minen kommen, um Gold zu kaufen? Die Fortsetzung dieses Trends ist ganz einfach. Irgendwann kaufen Ultra-Reiche ganze Minen auf und weisen den CEO an, die Förderung zurückzuhalten oder nur noch an sie auszuliefern. Das klingt etwas exotisch, aber genau so begann die Silber-Hausse der 70er-Jahre. Die Gebrüder Hunt kauften neben Silber auch Silberminen und ordneten an, die Silberförderung zurückzuhalten. Wer im Aufsichtsrat die Mehrheit hat und Kapital zuschießt, kann alles machen. Die Goldkäufe Chinas erinnern derzeit an Kaufpanik. Falls China an den Märkten kein Gold mehr bekommt, würde das Aufkaufen von Minen Sinn machen. Ich würde mich nicht wundern, wenn staatliche chinesische Goldförderer ein oder zwei wichtige Minenunternehmen übernehmen, so lange Chinas Dollarreserven noch Kaufkraft besitzen. Strategische Übernahmen werden geheim gehalten, aber die Aktien zeigen sofort eine ungewöhnliche „relative Stärke“ (RSI). Technisch orientierte Anleger sind dafür bekannt, auf jeden Zug aufzuspringen. Wenn Hecla Mining oder Yamana eine relative Stärke zeigen, weil Chinesen sich einkaufen, dann würden Trader auch Randgold oder Barrick kaufen, weil sie glauben, dass der gesamte Sektor ein Kauf ist. Spekulanten, die diese These überprüfen, müssten sich durch die Kurse aller wichtigen Minen durcharbeiten: Gab es bei manchen Minen urplötzlich eine auffallende relative Stärke, bevor der gesamte Sektor in den grünen Bereich wechselte?
Theorie Nr. 6: Wir sehen eine Verzweiflungstat von großen Anlegergruppen, die jetzt in Goldminen wechseln – aus Panik. Diese Anleger erkennen erst jetzt, dass sie gerne Gold möchten, bekommen aber an den Märkten kein Gold mehr. Deswegen kaufen sie Minen.
Das alles ist ein dünnes Gewebe schillernder, spontaner Gedankengänge. Da bisher noch nicht einmal vollständig geklärt ist, warum die Goldminenaktien so schlecht liefen, ist es schwierig zu erklären, warum sie zukünftig gut laufen sollten.
Wer sich mit dem Goldminensektor beschäftigt hat und aus wichtigen Gründen Anteile an Minen besitzen möchte, findet derzeit im Goldminensektor Anknüpfungspunkte, um nach Chancen zu suchen. Jede Spekulation erfordert jedoch viel Zeit.
Ob ich kaufe? Nein. Um ehrlich zu sein: Bei Goldminenaktien bin ich derzeit auf dem falschen Terrain. Ich habe bei meinen eigenen Spekulationen bisher immer komplett antizyklisch gekauft: Im Umfeld der völligen Kapitulation der Bullen habe ich gekauft und bei euphorischer Stimmung habe ich verkauft. Im Goldminensektor sehen wir derzeit noch nicht die Kapitulation der Bullen, sondern nur eine große Korrektur. Vor einem Einstieg bräuchte ich noch mindestens 100 Stunden Recherche- Arbeitsaufwand und Chance-Risiko stehen in keinem attraktiven Verhältnis. Das heißt nicht, dass andere Anleger diese Chance nicht überprüfen sollten.
Wer Aktienprofi ist oder Aktienprofis für sich arbeiten lässt, sollte sich mit den oben genannten Anknüpfungspunkten den Goldminensektor jetzt vornehmen. Anders als vielfach angenommen ist die Spekulation ein sehr zeitaufwendiges Geschäft, das sich nur für wenige Menschen wirklich lohnt: Menschen, die unglaublich viel Geld haben und Menschen, die fast gar kein Geld haben.
Die Kernfrage im Bereich der Goldminenaktien bleibt für mich: Könnte sich der Goldminensektor von der Grundtendenz der nächsten Dekade abkoppeln – und das ist Vermögenspreisdeflation bei gleichzeitiger Teuerung von Warenpreisen. Aus allen durch Kreditexpansion aufgeblasenen „Vermögenswerten“ wird zukünftig Luft abgelassen: aus Aktien, aus Schuldpapieren, aus Immobilien. Kann der Minensektor diesem Trend widerstehen? Wird der Goldminensektor eine begrenzte Sektorrally innerhalb eines übergeordneten Bärenmarktes erleben, so wie Solaraktien 2002 oder Rüstungsaktien 2003? Oder sehen wir einen wirklich langen Trend, bei dem man über Jahre dabeibleiben kann?
Einem Verwandten habe ich gerade erklärt, dass es in den nächsten zehn Jahren nicht darauf ankommt, möglichst viel zu gewinnen, sondern möglichst wenig zu verlieren. Und da sehe ich die Dinge im Vorteil, die nicht aus Papier sind. Goldminenaktien sind aus Papier und damit ein Stück weit gegen den Trend.
Zum aktuellen 100-Mrd.-Bailout Spaniens: Für ein paar Stunden oder Tage dürften wir eine Erleichterungsrally sehen. Die „Welt“ schreibt: „Bei der Hilfe für Spaniens Banken gehen Europas Steuerzahler wieder mit einem für das normale Verständnis unfassbar großen Betrag in Haftung, ohne dass sie sicher sein können, dass ihre gemeinsame Währung dafür wirklich ein Stück sicherer wird.“ Kommt nach dem Griechen-Soli der Spanien-Soli? Derzeit arbeiten alle europäischen Hilfsschirme mit geborgtem Geld. Der Steuerzahler hat garantiert, musste aber noch nichts zahlen. Deswegen gab es bisher auch keinen Griechen-„Soli“.
Das Kapital für die Rettungsschirme kam aus China, von Lebensversicherungen und Banken. Die Garantien für den ersten griechischen Rettungsschirm kamen von: Spanien, Portugal, Zypern, Irland, Italien,…
Irgendwann werden die EFSF-Geldgeber bemerken, dass die Garanten und die Hilfeempfänger inzwischen teilweise die gleichen Länder sind. Alleine Spanien garantiert für 56 Mrd. Euro der EFSF-Anleihen. Außerdem bürgt Madrid für 10,2 Mrd. Euro an Krediten, die an Griechenland überwiesen wurden und natürlich muss Spanien auch noch für 89 Mrd. Euro des ESM bürgen bzw. einen Teil der Summe sogar in bar einzahlen.
Im Umfeld eines volatilen Handels stellt die Londoner Goldbörse zum Nachmittagsfixing am Freitag einen Goldpreis von 1.576,50 US-Dollar pro Feinunze Gold fest. An der US-amerikanischen COMEX schließt die Börse mit einem Goldpreis von 1.590,00 Dollar bzw. 1.272,63 Euro.
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Der Autor ist ein langjähriger erfolgreicher Privatinvestor mit antizyklischer Anlagestrategie und fundamentalanalytischem Ansatz.
Banken fordern Gold-Aufwertung
Die Banken wollen Gold zu einem "Tier-1-Asset" aufwerten und so ihrem Kernkapital zurechnen. Damit könnte die Bedeutung des Edelmetalls drastisch zunehmen.
Bullen und Bären, Kredithaie und jetzt „Tier-1“ oder „Tier-3“ - in der Finanzwelt sind immer wieder Tierbegriffe zu hören. In den vergangenen Tagen ging es erneut tierisch zu: Im Rahmen der Verhandlungen zum Reformpaket des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), genannt „Basel III“, könnte auch die Bedeutung von Gold im kommenden Jahr drastisch zunehmen - die Verwendung des gelben Metalls in den Bilanzen der Banken wird für die Geldhäuser attraktiver, wenn Gold von einem sogenannten "Tier-3-Asset" zu einem "Tier-1-Asset" hochgestuft wird. Der Begriff leitet sich vom englischen "tier" ab, was so viel wie "Rang" bedeutet - und es gibt mit Tier-1 (Kernkapital) über Tier-2 (Ergänzungskapital) und Tier-3 (Drittrangmittel) drei Ränge von Eigenmitteln eines Kreditinstituts.
Eigentlich steht seit der spektakulären Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Suche nach einem Rezept gegen weitere Schock-Pleiten im Mittelpunkt der Verhandlungen um die sogenannten "Basel-III-Regeln", die in den vergangenen Jahren entwickelt wurden und 2013 in Kraft treten sollen. Im Jahr 1988 wurden erstmals weltweite Bankregeln unter dem Stichwort "Basel I" zusammengefasst, 2004 folgte "Basel II". Gold hatte in diesem Regelwerk bislang eine untergeordnete Rolle und wurde lediglich als drittklassige Rücklage verstanden - doch die Wertzuwächse beim Edelmetall in den vergangenen zwölf Jahren lassen diese Bewertung nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Immerhin sind trotz der Basel-II-Regeln mehrere Großbanken ins Trudeln geraten oder - wie Lehman Brothers - völlig zusammengebrochen. Offenkundig hat sich die bisherige Klassifizierung herkömmlicher Erste-Klasse-Assets als nicht tragfähig erwiesen. Ein möglicher Ausweg, der ganz aktuell angedacht wird: Die Quote an Kernkapital der Banken soll erhöht werden, um die Geldhäuser gegenüber Turbulenzen zu stabilisieren.
Und hier könnte Gold ins Spiel kommen: Das Edelmetall könnte, wenn die Pläne und Forderungen der Banken in den endgültigen "Basel-III"-Entwurf integriert werden, von einem drittklassigen zu einem erstklassigen Asset hochgestuft werden - Münzen und Barren wären dann Teil des Kernkapitals der Bank und könnten als Reserve für herausgegebene Kredite eingesetzt werden. Zwar steht noch nicht fest, ob Gold künftig als Kernkapital gelten kann, doch die Hinweise verdichten sich - nicht ohne Grund dürften internationale Großbanken in den vergangenen Monaten massenhaft Gold angekauft haben. Offenbar werden erste Vorbereitungen getroffen, um das gelbe Metall nicht im neuen Jahr zu deutlich höheren Preisen kaufen zu müssen.
Die Auswirkungen einer Aufwertung von Gold zu einem sogenannten "Tier-1-Asset" wären spektakulär - das Edelmetall hätte damit einen Status als De-jure-Geld und als Bankreserve den gleichen Stellenwert wie Bargeld oder Anleihen. Seit 1971 war Gold kein offizieller Teil des Geldsystems, eine Absicherung von Krediten war mit Gold nicht möglich. Wenn Gold künftig als "Tier-1-Asset" gilt, dürfte die Nachfrage auf Bankenseite drastisch steigen - bislang muss eine Bank seit Basel II eine Eigenkapitalquote von 8 Prozent vorhalten und dürfte diese künftig auch in Gold halten. Die Rechnung für die Banken ist einfach - je mehr Gold sie besitzen, desto mehr Geld dürfen sie verleihen, nämlich das 12,5-fache des Eigenkapitals.
Somit könnte für die Banken, wenn Gold tatsächlich den Status als "Tier-1-Asset" bekommt, eine komfortable Situation entstehen, denn sie würden mit Gold doppelt profitieren: Sie könnten sich zukünftig nicht nur effektiver absichern und beispielsweise über Diversifikationseffekte mit Gold gegen Krisen und Inflation vorsorgen, sondern daneben auch durch die Zinserträge der höheren Leihsummen, die sie wegen ihrer Goldreserven ausgeben dürfen, praktisch gratis weiteres Gold aufkaufen.
Die einfache Gleichung lautet: Je mehr Gold als Eigenkapital, desto mehr Kredite dürfen vergeben werden und desto mehr Zinserträge hat die Bank, mit der sie neues Gold für ihr Eigenkapital beschaffen könnte. Der World Gold Council weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Banken bereits jetzt mit Gold die Schwankungen und Risiken ihrer Portfolien bei verbessernden risikoadjustierten Renditen besser abfedern können. Und die Gerüchte, die derzeit die Runde machen, gehen noch weiter - verstärkt ist davon zu hören, dass der Pflichtanteil des Tier-1-Kapitals bei den Banken künftig von 4 auf 6 Prozent angehoben werden soll, wie aus einer Analyse des „Centre for Research on Globalization“ hervorgeht.
Die Argumentation der Banken für eine Aufwertung von Gold zum Kernkapital ist denkbar einfach: Gold hat in den vergangenen zwölf Jahren stets an Wert zugelegt, andere Anlageklassen haben dagegen an Wert verloren. Insbesondere die als Kernkapital gültigen Klassen wie Barrücklagen dürfen künftig noch stärker in Zweifel gezogen werden, da sie durch Inflation einen realen Wertverlust erleiden.
Investoren sollten also in den kommenden Wochen die Nachrichten aus Basel im Blick behalten, denn sobald absehbar ist, dass Gold wirklich von „Tier-3“ auf „Tier-1“ hochgestuft wird, dürften die Banken in Europa in großem Stil auf dem Goldmarkt zugreifen.
Und schon jetzt drängen deutsche Banker und Finanzaufseher trotz Widerstandes aus den USA auf eine rasche Einführung der neuen Eigenkapitalregeln für die Branche: "Es führt kein Weg daran vorbei, Basel III jetzt so zügig wie möglich einzuführen, und zwar weltweit", sagt Medienberichten zufolge die Chefin der Finanzaufsicht BaFin, Elke König. Immerhin sind tragfähige Eigenkapital- und Finanzpolster für Banken dringend nötig, um die Steuerzahler vor erneuten Rettungsaktionen zu schützen – wozu mangelnde Finanzrücklagen im Bankensektor führen, ist seit Monaten besonders eindrucksvoll in den südlichen Eurostaaten zu beobachten, wo allein in Spanien die Banken etwa 60 Milliarden Euro benötigen.
* Gastbeitrag von Benjamin Summa
Bullen und Bären, Kredithaie und jetzt „Tier-1“ oder „Tier-3“ - in der Finanzwelt sind immer wieder Tierbegriffe zu hören. In den vergangenen Tagen ging es erneut tierisch zu: Im Rahmen der Verhandlungen zum Reformpaket des Basler Ausschusses der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), genannt „Basel III“, könnte auch die Bedeutung von Gold im kommenden Jahr drastisch zunehmen - die Verwendung des gelben Metalls in den Bilanzen der Banken wird für die Geldhäuser attraktiver, wenn Gold von einem sogenannten "Tier-3-Asset" zu einem "Tier-1-Asset" hochgestuft wird. Der Begriff leitet sich vom englischen "tier" ab, was so viel wie "Rang" bedeutet - und es gibt mit Tier-1 (Kernkapital) über Tier-2 (Ergänzungskapital) und Tier-3 (Drittrangmittel) drei Ränge von Eigenmitteln eines Kreditinstituts.
Eigentlich steht seit der spektakulären Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers die Suche nach einem Rezept gegen weitere Schock-Pleiten im Mittelpunkt der Verhandlungen um die sogenannten "Basel-III-Regeln", die in den vergangenen Jahren entwickelt wurden und 2013 in Kraft treten sollen. Im Jahr 1988 wurden erstmals weltweite Bankregeln unter dem Stichwort "Basel I" zusammengefasst, 2004 folgte "Basel II". Gold hatte in diesem Regelwerk bislang eine untergeordnete Rolle und wurde lediglich als drittklassige Rücklage verstanden - doch die Wertzuwächse beim Edelmetall in den vergangenen zwölf Jahren lassen diese Bewertung nicht mehr zeitgemäß erscheinen. Immerhin sind trotz der Basel-II-Regeln mehrere Großbanken ins Trudeln geraten oder - wie Lehman Brothers - völlig zusammengebrochen. Offenkundig hat sich die bisherige Klassifizierung herkömmlicher Erste-Klasse-Assets als nicht tragfähig erwiesen. Ein möglicher Ausweg, der ganz aktuell angedacht wird: Die Quote an Kernkapital der Banken soll erhöht werden, um die Geldhäuser gegenüber Turbulenzen zu stabilisieren.
Und hier könnte Gold ins Spiel kommen: Das Edelmetall könnte, wenn die Pläne und Forderungen der Banken in den endgültigen "Basel-III"-Entwurf integriert werden, von einem drittklassigen zu einem erstklassigen Asset hochgestuft werden - Münzen und Barren wären dann Teil des Kernkapitals der Bank und könnten als Reserve für herausgegebene Kredite eingesetzt werden. Zwar steht noch nicht fest, ob Gold künftig als Kernkapital gelten kann, doch die Hinweise verdichten sich - nicht ohne Grund dürften internationale Großbanken in den vergangenen Monaten massenhaft Gold angekauft haben. Offenbar werden erste Vorbereitungen getroffen, um das gelbe Metall nicht im neuen Jahr zu deutlich höheren Preisen kaufen zu müssen.
Die Auswirkungen einer Aufwertung von Gold zu einem sogenannten "Tier-1-Asset" wären spektakulär - das Edelmetall hätte damit einen Status als De-jure-Geld und als Bankreserve den gleichen Stellenwert wie Bargeld oder Anleihen. Seit 1971 war Gold kein offizieller Teil des Geldsystems, eine Absicherung von Krediten war mit Gold nicht möglich. Wenn Gold künftig als "Tier-1-Asset" gilt, dürfte die Nachfrage auf Bankenseite drastisch steigen - bislang muss eine Bank seit Basel II eine Eigenkapitalquote von 8 Prozent vorhalten und dürfte diese künftig auch in Gold halten. Die Rechnung für die Banken ist einfach - je mehr Gold sie besitzen, desto mehr Geld dürfen sie verleihen, nämlich das 12,5-fache des Eigenkapitals.
Somit könnte für die Banken, wenn Gold tatsächlich den Status als "Tier-1-Asset" bekommt, eine komfortable Situation entstehen, denn sie würden mit Gold doppelt profitieren: Sie könnten sich zukünftig nicht nur effektiver absichern und beispielsweise über Diversifikationseffekte mit Gold gegen Krisen und Inflation vorsorgen, sondern daneben auch durch die Zinserträge der höheren Leihsummen, die sie wegen ihrer Goldreserven ausgeben dürfen, praktisch gratis weiteres Gold aufkaufen.
Die einfache Gleichung lautet: Je mehr Gold als Eigenkapital, desto mehr Kredite dürfen vergeben werden und desto mehr Zinserträge hat die Bank, mit der sie neues Gold für ihr Eigenkapital beschaffen könnte. Der World Gold Council weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Banken bereits jetzt mit Gold die Schwankungen und Risiken ihrer Portfolien bei verbessernden risikoadjustierten Renditen besser abfedern können. Und die Gerüchte, die derzeit die Runde machen, gehen noch weiter - verstärkt ist davon zu hören, dass der Pflichtanteil des Tier-1-Kapitals bei den Banken künftig von 4 auf 6 Prozent angehoben werden soll, wie aus einer Analyse des „Centre for Research on Globalization“ hervorgeht.
Die Argumentation der Banken für eine Aufwertung von Gold zum Kernkapital ist denkbar einfach: Gold hat in den vergangenen zwölf Jahren stets an Wert zugelegt, andere Anlageklassen haben dagegen an Wert verloren. Insbesondere die als Kernkapital gültigen Klassen wie Barrücklagen dürfen künftig noch stärker in Zweifel gezogen werden, da sie durch Inflation einen realen Wertverlust erleiden.
Investoren sollten also in den kommenden Wochen die Nachrichten aus Basel im Blick behalten, denn sobald absehbar ist, dass Gold wirklich von „Tier-3“ auf „Tier-1“ hochgestuft wird, dürften die Banken in Europa in großem Stil auf dem Goldmarkt zugreifen.
Und schon jetzt drängen deutsche Banker und Finanzaufseher trotz Widerstandes aus den USA auf eine rasche Einführung der neuen Eigenkapitalregeln für die Branche: "Es führt kein Weg daran vorbei, Basel III jetzt so zügig wie möglich einzuführen, und zwar weltweit", sagt Medienberichten zufolge die Chefin der Finanzaufsicht BaFin, Elke König. Immerhin sind tragfähige Eigenkapital- und Finanzpolster für Banken dringend nötig, um die Steuerzahler vor erneuten Rettungsaktionen zu schützen – wozu mangelnde Finanzrücklagen im Bankensektor führen, ist seit Monaten besonders eindrucksvoll in den südlichen Eurostaaten zu beobachten, wo allein in Spanien die Banken etwa 60 Milliarden Euro benötigen.
* Gastbeitrag von Benjamin Summa
Gold bald erstklassiges Kernkapital?
Wie können Banken in der aktuellen Krise bestehen? Und wie können sie gegen zukünftige Turbulenzen gesichert werden? Darüber wird derzeit heftig diskutiert. Robert Vitye, Geschäftsführer der Solit Kapital GmbH, begibt sich in seinem aktuellen Marktkommentar auf die Suche nach Antworten.
Das Hauptstichwort lautet: Kernkapitalquote. Diese soll auf 4,5 Prozent erhöht werden – durch einen Kapitalpuffer läge die Kernkapitalquote dann sogar bei sieben Prozent. Noch wichtiger als die Quotenerhöhung ist allerdings, dass das Kernkapital zukünftig nicht mehr nur aus Bareinlagen und Staatsanleihen bestehen soll. Sowohl die Bankenlobby als auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich fordert, Gold in den Katalog erstklassigen Kernkapitals aufzunehmen. Dadurch verändert sich der Status des gelben Edelmetalls maßgeblich: Gold erlangt die Bedeutung zurück, die es 1971 mit dem Ende des Goldstandards verloren hatte.
Ohne massives "Gelddrucken" rutscht Eurozone in die Depression
Heute ist keines der weltweiten Währungssysteme mehr an Gold gekoppelt. Das Vertrauen, auf dem Dollar, Euro und Co. basieren, erodiert durch die aktuellen Krisen jedoch mehr und mehr. Der Lösungsweg, den die Notenbanken nun bereits seit längerer Zeit gehen, besteht aus dem Drucken von Geld einerseits und dem Ankauf von Gold andererseits. Dies kann auf Dauer nicht zu einer "Rettung" angeschlagener Staaten führen – ganz im Gegenteil: Staaten und Volkswirtschaften sind mittlerweile abhängig von der monatlichen „Dusche“ aus der Notenpresse. Und auch strenge Sparprogramme nützen den überschuldeten Ländern wenig. Statt zur Konsolidierung führen sie direkt in die Depression, wie das Beispiel Griechenland eindrucksvoll belegt.
Auch Japan setzt auf Finanzspritzen statt Währungsstabilität
Jüngstes Beispiel für den weltweiten Trend des Gelddruckens ist Japan. Hier bahnt sich ein geldpolitischer Putsch an: die Entmachtung der bisher relativ unabhängigen Zentralbank Bank of Japan durch die Regierung. Nach der Auflösung des Parlaments am 16. November soll nun am 16. Dezember neu gewählt werden. Aussichtsreichster Kandidat ist der Liberaldemokrat Shinzo Abe. Seine Partei will per Gesetz die Unabhängigkeit der Notenbank beschränken, den Gouverneursrat der Bank austauschen, den japanischen Yen drastisch abwerten und massive Ausgabensteigerungen im Infrastrukturbereich vornehmen – finanziert durch die Ausgabe neuer Staatsanleihen an die Bank of Japan. Diese Maßnahmen nennt Shinzo Abe einen "Kraftakt zur Wiederherstellung der japanischen Wettbewerbsfähigkeit und der wirtschaftlichen Prosperität". Der Yen reagierte darauf bereits mit Wertverlusten. Und auch die Pensionskassen in Japan verlassen ihre traditionelle Politik des Kaufens von niedrigverzinsten Staatsanleihen und beginnen mit dem Aufbau von Goldreserven.
Mit den angekündigten Maßnahmen der japanischen Politiker zeichnet sich eine neue Eskalationsstufe der globalen Gelddruckerei und eine Verschärfung des Abwertungswettlaufs zwischen den großen Währungen ab. Einen nachhaltigen Ausweg aus diesem Dilemma kann nur die Deckung der Währungen durch Gold bieten. Denn Gold ist weder beliebig vermehrbar noch kann es bankrottgehen. Damit bietet das gelbe Edelmetall einen sicheren und verlässlichen Wert – der letztlich auch das Vertrauen wiederherstellen kann. Wenn Banken zukünftig ihr Kernkapital in Gold vorhalten können, ist damit ein erster Schritt hin zu einer wirklichen Konsolidierung getan.
In diesem Zusammenhang wird Gold massiv aufwerten. Angesichts der immensen Steigerung der Geldmengen und des beschränkten Vorkommens des Edelmetalls sind Goldpreise in fünfstelliger Höhe keine Utopie, sondern Folge der bisherigen und noch vor uns liegenden Entwicklung der globalen ungedeckten Geldmenge.
Das Hauptstichwort lautet: Kernkapitalquote. Diese soll auf 4,5 Prozent erhöht werden – durch einen Kapitalpuffer läge die Kernkapitalquote dann sogar bei sieben Prozent. Noch wichtiger als die Quotenerhöhung ist allerdings, dass das Kernkapital zukünftig nicht mehr nur aus Bareinlagen und Staatsanleihen bestehen soll. Sowohl die Bankenlobby als auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich fordert, Gold in den Katalog erstklassigen Kernkapitals aufzunehmen. Dadurch verändert sich der Status des gelben Edelmetalls maßgeblich: Gold erlangt die Bedeutung zurück, die es 1971 mit dem Ende des Goldstandards verloren hatte.
Ohne massives "Gelddrucken" rutscht Eurozone in die Depression
Heute ist keines der weltweiten Währungssysteme mehr an Gold gekoppelt. Das Vertrauen, auf dem Dollar, Euro und Co. basieren, erodiert durch die aktuellen Krisen jedoch mehr und mehr. Der Lösungsweg, den die Notenbanken nun bereits seit längerer Zeit gehen, besteht aus dem Drucken von Geld einerseits und dem Ankauf von Gold andererseits. Dies kann auf Dauer nicht zu einer "Rettung" angeschlagener Staaten führen – ganz im Gegenteil: Staaten und Volkswirtschaften sind mittlerweile abhängig von der monatlichen „Dusche“ aus der Notenpresse. Und auch strenge Sparprogramme nützen den überschuldeten Ländern wenig. Statt zur Konsolidierung führen sie direkt in die Depression, wie das Beispiel Griechenland eindrucksvoll belegt.
Auch Japan setzt auf Finanzspritzen statt Währungsstabilität
Jüngstes Beispiel für den weltweiten Trend des Gelddruckens ist Japan. Hier bahnt sich ein geldpolitischer Putsch an: die Entmachtung der bisher relativ unabhängigen Zentralbank Bank of Japan durch die Regierung. Nach der Auflösung des Parlaments am 16. November soll nun am 16. Dezember neu gewählt werden. Aussichtsreichster Kandidat ist der Liberaldemokrat Shinzo Abe. Seine Partei will per Gesetz die Unabhängigkeit der Notenbank beschränken, den Gouverneursrat der Bank austauschen, den japanischen Yen drastisch abwerten und massive Ausgabensteigerungen im Infrastrukturbereich vornehmen – finanziert durch die Ausgabe neuer Staatsanleihen an die Bank of Japan. Diese Maßnahmen nennt Shinzo Abe einen "Kraftakt zur Wiederherstellung der japanischen Wettbewerbsfähigkeit und der wirtschaftlichen Prosperität". Der Yen reagierte darauf bereits mit Wertverlusten. Und auch die Pensionskassen in Japan verlassen ihre traditionelle Politik des Kaufens von niedrigverzinsten Staatsanleihen und beginnen mit dem Aufbau von Goldreserven.
Mit den angekündigten Maßnahmen der japanischen Politiker zeichnet sich eine neue Eskalationsstufe der globalen Gelddruckerei und eine Verschärfung des Abwertungswettlaufs zwischen den großen Währungen ab. Einen nachhaltigen Ausweg aus diesem Dilemma kann nur die Deckung der Währungen durch Gold bieten. Denn Gold ist weder beliebig vermehrbar noch kann es bankrottgehen. Damit bietet das gelbe Edelmetall einen sicheren und verlässlichen Wert – der letztlich auch das Vertrauen wiederherstellen kann. Wenn Banken zukünftig ihr Kernkapital in Gold vorhalten können, ist damit ein erster Schritt hin zu einer wirklichen Konsolidierung getan.
In diesem Zusammenhang wird Gold massiv aufwerten. Angesichts der immensen Steigerung der Geldmengen und des beschränkten Vorkommens des Edelmetalls sind Goldpreise in fünfstelliger Höhe keine Utopie, sondern Folge der bisherigen und noch vor uns liegenden Entwicklung der globalen ungedeckten Geldmenge.
Das Märchen vom Gold, das zum Eigenkapital werden sollte
Gold als Eigenkapital? Mehr Sicherheit in der Bankbilanz? Ein Gerücht aus dem Internet traut dem Edelmetall eben jenes Kunststück zu. Möglich machen soll es die neue Bankenrichtlinie Basel III. Lesen Sie hier, warum das nicht funktionieren kann und was man in Basel selbst dazu sagt.
Gold-Anleger sind wie Aktionäre von Internet-Unternehmen – vor 13 Jahren. Die Älteren erinnern sich vielleicht noch: Um die raketenartig gestiegenen Kurse von Unternehmen wie Pixelpark oder Doubleclick neu zu rechtfertigen, dachten sie sich flugs eine neue Bewertungstechnik aus. Sie setzten die Klickzahlen der Webseiten mit den Aktienkursen ins Verhältnis. Allerdings nur, bis die Kurse einbrachen.
Heute gehen Gold-Fans mit mindestens ebenso interessanten Ideen an den Start. Eine von ihnen ist die, Banken könnten Gold demnächst als Eigenkapital nutzen. Die neue Bilanzrichtlinie für Banken „Basel III“ mache es möglich. Gigantische Rechnungen geistern dazu im Internet. So errechnet ein gewisser Ross Norman eine zusätzliche Nachfrage seitens der Banken nach 1.700 Tonnen Gold. Nämlich wenn 2 Prozent allen globalen Bankeneigenkapitals in Gold gingen. Das wären 85 Milliarden Dollar. Ross Norman ist Chef des Londoner Goldhändlers Sharps Pixley.
Ratlosigkeit in Basel
Auch andere greifen das Gerücht auf und verknüpfen es mit einer Art Hoffnung. Vielleicht hilft es ja dem zuletzt schlappen Goldpreis ein bisschen wieder auf die Beine.
„Die Anfrage bezüglich Gold als Eigenkapital haben wir schon häufiger erhalten“, sagt Karl Cordewener, Stellvertretender Generalsekretär im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, und meint: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich keine Ahnung habe, wo sie ihren Ursprung hat, zumal Gold ja ein Aktivposten ist.“
Damit spricht er den Kern des ganzen Irrtums aus. Gold ist ein Vermögensgegenstand, und den bilanziert eine Bank immer auf der linken Seite der Bilanz, der Aktiva (siehe Infografik). Das Eigenkapital steht aber immer auf der rechten Seite der Bilanz, der Passiva. Dorthin gehört alles, was die Bank anderen Leuten schuldet: Kernkapital schuldet sie entweder sich selbst (Gewinnrücklagen) oder ihren Aktionären (Grundkapital). Fremdkapital schuldet sie ganz normalen Kreditgebern, zum Beispiel anderen Banken oder ihren eigenen Kunden, die dort ein Konto haben.
Das Gold der Bundesbank
Gold hat auf der Passiva aber nichts zu suchen. Um das buchungstechnisch hinzubekommen, müsste Basel die über 500 Jahre alte doppelte Buchführung kippen und an deren Stelle etwas anderes setzen. Haben die Experten aber nicht vor.
Nun führen Anhänger der Gold-Eigenkapital-Theorie gern an, dass ja auch die Bundesbank über Goldbestände verfüge, mit denen sie arbeite. Das ist nur zur Hälfte richtig. Zwar hat die Bundesbank tatsächlich eine Menge Gold, das steht aber in ihrer Bilanz auf der richtigen Seite, der Aktiva. Mit Eigenkapital hat das nichts zu tun.
Ebenfalls munkeln manche, wie Gold auf der Aktiv-Seite behandelt wird. Als Liquidität gelten unter anderem sämtliche flüssigen Mittel, auch der Kassenbestand. Dieser Teil, in der Aktiva ganz oben, ist maßgeblich für die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens, die Solvenz.
Falls Basel es zulassen sollte, würde Gold demnächst auch als Liquiditätsposten gelten. So etwas hat die Interessenvertretung World Gold Council gefordert. Damit würde Gold die von Basel III neu geforderten Liquiditätsquoten einer Bank verbessern. Das wäre aber verrückt. Gold kann nie so liquide sein wie Bargeld. Sollten Banken in einer Liquiditätskrise bei eingefrorenem Geldmarkt plötzlich größere Goldbestände abstoßen wollen, könnte das den Goldmarkt zusammenbrechen lassen. Hinzu kommt ein enorm hohes Kursrisiko. Wie kann nur etwas als Liquidität gelten, das innerhalb zwei Wochen 7,5 Prozent seines Wertes verlieren kann? Ist im Mai 2012 passiert.
Von Tieren und Levels
In den Unterlagen aus Basel ist in diesem Zusammenhang von dem Begriff „Level-1-Assets“ für hochliquide Anlagen die Rede. Den im Internet gern auftauchenden Begriff „Tier-1-Asset“ gibt es nicht. Das ist eine Verwechselung. Mit „Tier“ bezeichnet man die verschiedenen Kapitalstufen, die auf der Passivseite auftreten. Tier-1-Kapital ist das Kernkapital, das in Deutschland unter anderem aus dem von Aktionären eingezahlten Geld und einbehaltenen Gewinnen besteht. Es ist das sicherste und damit wertvollste Kapital. Das Fundament der Bank, das laut Basel III künftig deutlich stärker werden soll. Aber eben nicht mit Gold.
Einzig in Sachen Ausfallrisiko liegt Gold mit dem Cash-Bestand einer Bank gleichauf. Denn Gold trägt laut Bilanzrichtlinien kein Ausfallrisiko. Die Bank muss es in diesem Punkt somit nicht mit Eigenkapital absichern. Aber zu früh gefreut: Das Marktrisiko – wie das normale Kursrisiko im Bilanzsprech heißt – muss eine Bank dagegen sehr wohl absichern. Gold zählt in dieser Hinsicht als Fremdwährung und geht folglich in die Risikorechnung mit ein.
Und das ist auch gut so. Solange Gold seinen Preis in Euro und Dollar jeden Tag ändert, Bankbilanzen aber nur in diesen Währungen aufgestellt werden, bringt Gold ein Risiko. Damit Gold tatsächlich risikofrei werden kann, müsste das gesamte Währungssystem fest an Gold gekoppelt werden. Wie früher im Bretton-Woods-System. Ein festes Verhältnis von Euro und Dollar zur Unze. Das könnte tatsächlich irgendwann einmal passieren. Doch selbst das würde Gold nicht zum Eigenkapital machen, sondern eher zu einer eisernen oder vielmehr goldenen Reserve.
Solange das nicht passiert, sichert Gold in der Bankbilanz nichts, sondern braucht sogar noch eine Sicherung.
* dasinvestment.com
Gold-Anleger sind wie Aktionäre von Internet-Unternehmen – vor 13 Jahren. Die Älteren erinnern sich vielleicht noch: Um die raketenartig gestiegenen Kurse von Unternehmen wie Pixelpark oder Doubleclick neu zu rechtfertigen, dachten sie sich flugs eine neue Bewertungstechnik aus. Sie setzten die Klickzahlen der Webseiten mit den Aktienkursen ins Verhältnis. Allerdings nur, bis die Kurse einbrachen.
Heute gehen Gold-Fans mit mindestens ebenso interessanten Ideen an den Start. Eine von ihnen ist die, Banken könnten Gold demnächst als Eigenkapital nutzen. Die neue Bilanzrichtlinie für Banken „Basel III“ mache es möglich. Gigantische Rechnungen geistern dazu im Internet. So errechnet ein gewisser Ross Norman eine zusätzliche Nachfrage seitens der Banken nach 1.700 Tonnen Gold. Nämlich wenn 2 Prozent allen globalen Bankeneigenkapitals in Gold gingen. Das wären 85 Milliarden Dollar. Ross Norman ist Chef des Londoner Goldhändlers Sharps Pixley.
Ratlosigkeit in Basel
Auch andere greifen das Gerücht auf und verknüpfen es mit einer Art Hoffnung. Vielleicht hilft es ja dem zuletzt schlappen Goldpreis ein bisschen wieder auf die Beine.
„Die Anfrage bezüglich Gold als Eigenkapital haben wir schon häufiger erhalten“, sagt Karl Cordewener, Stellvertretender Generalsekretär im Basler Ausschuss für Bankenaufsicht, und meint: „Ich muss ehrlich sagen, dass ich keine Ahnung habe, wo sie ihren Ursprung hat, zumal Gold ja ein Aktivposten ist.“
Damit spricht er den Kern des ganzen Irrtums aus. Gold ist ein Vermögensgegenstand, und den bilanziert eine Bank immer auf der linken Seite der Bilanz, der Aktiva (siehe Infografik). Das Eigenkapital steht aber immer auf der rechten Seite der Bilanz, der Passiva. Dorthin gehört alles, was die Bank anderen Leuten schuldet: Kernkapital schuldet sie entweder sich selbst (Gewinnrücklagen) oder ihren Aktionären (Grundkapital). Fremdkapital schuldet sie ganz normalen Kreditgebern, zum Beispiel anderen Banken oder ihren eigenen Kunden, die dort ein Konto haben.
Das Gold der Bundesbank
Gold hat auf der Passiva aber nichts zu suchen. Um das buchungstechnisch hinzubekommen, müsste Basel die über 500 Jahre alte doppelte Buchführung kippen und an deren Stelle etwas anderes setzen. Haben die Experten aber nicht vor.
Nun führen Anhänger der Gold-Eigenkapital-Theorie gern an, dass ja auch die Bundesbank über Goldbestände verfüge, mit denen sie arbeite. Das ist nur zur Hälfte richtig. Zwar hat die Bundesbank tatsächlich eine Menge Gold, das steht aber in ihrer Bilanz auf der richtigen Seite, der Aktiva. Mit Eigenkapital hat das nichts zu tun.
Ebenfalls munkeln manche, wie Gold auf der Aktiv-Seite behandelt wird. Als Liquidität gelten unter anderem sämtliche flüssigen Mittel, auch der Kassenbestand. Dieser Teil, in der Aktiva ganz oben, ist maßgeblich für die Zahlungsfähigkeit eines Unternehmens, die Solvenz.
Falls Basel es zulassen sollte, würde Gold demnächst auch als Liquiditätsposten gelten. So etwas hat die Interessenvertretung World Gold Council gefordert. Damit würde Gold die von Basel III neu geforderten Liquiditätsquoten einer Bank verbessern. Das wäre aber verrückt. Gold kann nie so liquide sein wie Bargeld. Sollten Banken in einer Liquiditätskrise bei eingefrorenem Geldmarkt plötzlich größere Goldbestände abstoßen wollen, könnte das den Goldmarkt zusammenbrechen lassen. Hinzu kommt ein enorm hohes Kursrisiko. Wie kann nur etwas als Liquidität gelten, das innerhalb zwei Wochen 7,5 Prozent seines Wertes verlieren kann? Ist im Mai 2012 passiert.
Von Tieren und Levels
In den Unterlagen aus Basel ist in diesem Zusammenhang von dem Begriff „Level-1-Assets“ für hochliquide Anlagen die Rede. Den im Internet gern auftauchenden Begriff „Tier-1-Asset“ gibt es nicht. Das ist eine Verwechselung. Mit „Tier“ bezeichnet man die verschiedenen Kapitalstufen, die auf der Passivseite auftreten. Tier-1-Kapital ist das Kernkapital, das in Deutschland unter anderem aus dem von Aktionären eingezahlten Geld und einbehaltenen Gewinnen besteht. Es ist das sicherste und damit wertvollste Kapital. Das Fundament der Bank, das laut Basel III künftig deutlich stärker werden soll. Aber eben nicht mit Gold.
Einzig in Sachen Ausfallrisiko liegt Gold mit dem Cash-Bestand einer Bank gleichauf. Denn Gold trägt laut Bilanzrichtlinien kein Ausfallrisiko. Die Bank muss es in diesem Punkt somit nicht mit Eigenkapital absichern. Aber zu früh gefreut: Das Marktrisiko – wie das normale Kursrisiko im Bilanzsprech heißt – muss eine Bank dagegen sehr wohl absichern. Gold zählt in dieser Hinsicht als Fremdwährung und geht folglich in die Risikorechnung mit ein.
Und das ist auch gut so. Solange Gold seinen Preis in Euro und Dollar jeden Tag ändert, Bankbilanzen aber nur in diesen Währungen aufgestellt werden, bringt Gold ein Risiko. Damit Gold tatsächlich risikofrei werden kann, müsste das gesamte Währungssystem fest an Gold gekoppelt werden. Wie früher im Bretton-Woods-System. Ein festes Verhältnis von Euro und Dollar zur Unze. Das könnte tatsächlich irgendwann einmal passieren. Doch selbst das würde Gold nicht zum Eigenkapital machen, sondern eher zu einer eisernen oder vielmehr goldenen Reserve.
Solange das nicht passiert, sichert Gold in der Bankbilanz nichts, sondern braucht sogar noch eine Sicherung.
* dasinvestment.com
COT-Report: Goldspekulanten wieder optimistischer
Laut aktuellem COT-Report ging es mit dem Optimismus der Goldspekulanten wieder etwas bergauf. Vor allem Großspekulanten griffen beherzt zu.
Bei der Anzahl offener Kontrakte, dem sogenannten Open Interest, kam es allerdings zu einem erneuten Rückgang. Er reduzierte sich in der Zeit vom 29. Januar bis 5. Februar von 430.718 auf 423.982 Kontrakte (-1,6 Prozent). Die kumulierte Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten wies hingegen eine Aufwärtstendenz auf und kletterte von 167.097 auf 174.607 Kontrakte (+4,5 Prozent). Bei den Großspekulanten (Non-Commercials) nahm der Optimismus besonders deutlich zu. Deren Netto-Long-Position zog nämlich von 126.948 auf 137.465 Futures (+8,3 Prozent) recht kräftig an. Bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) hielt die schlechte Laune hingegen an. Bei ihnen stellte sich ein Rückgang der Netto-Long-Position von 40.149 auf 37.142 Kontrakte (-7,5 Prozent) ein.
Goldpreis: Auf Eurobasis gestiegen
Auf Wochensicht verbuchte der Goldpreis ein leichtes Minus von 0,2 Prozent, aufgrund der markanten Dollarstärke stellte sich auf Eurobasis aber ein Wochengewinn von über zwei Prozent ein. Das Comeback von Silvio Berlusconi in Italien, dessen steigende Umfragewerte die Finanzmärkte verunsicherten, und die Korruptionsvorwürfe gegen die spanische Regierung waren hier die treibenden Kräfte.
An den Terminmärkten verlief der Handel allerdings bei relativ geringen Umsätzen. Derzeit sorgen auf der einen Seite sich aufhellende Konjunkturperspektiven für Verkaufsdruck, weil dadurch die Notenbanken ihre Lockerungsmaßnahmen zurückfahren könnten. Auf der anderen Seite wird Gold in den wirtschaftsschwachen Regionen Europa und Japan allerdings immer attraktiver, schließlich hat Japans neuer Premier Shinzo Abe Japans Notenbank zu Aktionen „ermutigt“, den Yen zu schwächen und strebt ein Inflationsziel von zwei Prozent an. In diesem Fall wären japanische Staatsanleihen mit ihren Mini-Zinsen aufgrund des geringeren Substanzwerts deutlich unattraktiver als das gelbe Edelmetall.
* Jörg Bernhard
Laut aktuellem COT-Report ging es mit dem Optimismus der Goldspekulanten wieder etwas bergauf. Vor allem Großspekulanten griffen beherzt zu.
Bei der Anzahl offener Kontrakte, dem sogenannten Open Interest, kam es allerdings zu einem erneuten Rückgang. Er reduzierte sich in der Zeit vom 29. Januar bis 5. Februar von 430.718 auf 423.982 Kontrakte (-1,6 Prozent). Die kumulierte Netto-Long-Position (optimistische Markterwartung) großer und kleiner Spekulanten wies hingegen eine Aufwärtstendenz auf und kletterte von 167.097 auf 174.607 Kontrakte (+4,5 Prozent). Bei den Großspekulanten (Non-Commercials) nahm der Optimismus besonders deutlich zu. Deren Netto-Long-Position zog nämlich von 126.948 auf 137.465 Futures (+8,3 Prozent) recht kräftig an. Bei den Kleinspekulanten (Non-Reportables) hielt die schlechte Laune hingegen an. Bei ihnen stellte sich ein Rückgang der Netto-Long-Position von 40.149 auf 37.142 Kontrakte (-7,5 Prozent) ein.
Goldpreis: Auf Eurobasis gestiegen
Auf Wochensicht verbuchte der Goldpreis ein leichtes Minus von 0,2 Prozent, aufgrund der markanten Dollarstärke stellte sich auf Eurobasis aber ein Wochengewinn von über zwei Prozent ein. Das Comeback von Silvio Berlusconi in Italien, dessen steigende Umfragewerte die Finanzmärkte verunsicherten, und die Korruptionsvorwürfe gegen die spanische Regierung waren hier die treibenden Kräfte.
An den Terminmärkten verlief der Handel allerdings bei relativ geringen Umsätzen. Derzeit sorgen auf der einen Seite sich aufhellende Konjunkturperspektiven für Verkaufsdruck, weil dadurch die Notenbanken ihre Lockerungsmaßnahmen zurückfahren könnten. Auf der anderen Seite wird Gold in den wirtschaftsschwachen Regionen Europa und Japan allerdings immer attraktiver, schließlich hat Japans neuer Premier Shinzo Abe Japans Notenbank zu Aktionen „ermutigt“, den Yen zu schwächen und strebt ein Inflationsziel von zwei Prozent an. In diesem Fall wären japanische Staatsanleihen mit ihren Mini-Zinsen aufgrund des geringeren Substanzwerts deutlich unattraktiver als das gelbe Edelmetall.
* Jörg Bernhard
Wie geht es nun weiter mit dem Goldpreis?
Laut dem World Gold Council ist die weltweite Nachfrage nach physischem Gold im vergangenen Jahr um mehr als 17 Prozent gegenüber 2011 gesunken. Und auch Großinvestoren wie etwa George Soros scheinen dem gelben Edelmetall – zumindest vorerst – den Rücken zu kehren.
Gerade zum Ende des vergangenen Jahres gab es erste Anzeichen dafür, dass der Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise hinter uns liegt und die Weltkonjunktur langsam wieder Fahrt aufnimmt. Parallel dazu blieben die Geldhähne der wichtigsten Notenbanken der Welt weiter geöffnet. Was eigentlich den Goldpreis hätte weiter stützen können, denn die damit drohende Angst vor einer langsam aber sicheren Geldentwertung ließ die Investoren bis dato meist ins Gold flüchten. „Nun gibt es aber das Problem, dass Gold außer einem möglichen Preisanstieg keine weitere Rendite bringt – ganz im Gegenteil zu Aktien, die als Sachwerte auch durchaus einen Inflationsschutz aufweisen, aber in der Regel Dividenden abwerfen“, so Torsten Gellert von FXCM.
Aber wie geht es nun weiter mit dem Goldpreis?
Laut dem World Gold Council ist gerade in Indien die Nachfrage aufgrund eingeführter Zölle und Sondersteuern eingebrochen. Und China als der neue Hoffnungsträger in Sachen Goldnachfrage konnte diesen Ausfall nicht kompensieren, auch hier fiel die Nachfrage, wenn auch nur um ein halbes Prozent. Auf der Käuferseite waren dagegen vermehrt die Notenbanken zu finden, deren Nachfrage um 17 Prozent anzog. Es ist die Angst vor einer drohenden Geldentwertung, die die Zentralbanken dazu veranlasst, ihre Goldreserven wieder aufzustocken. „Es klingt schon ein wenig paradox. Auf der einen Seite drucken sie das Geld, um der Wirtschaft mehr Liquidität bereitzustellen, schwächen damit in nicht ungewollter Weise ihre Währungen, kaufen dann aber Gold, um sich gegen die von ihnen verursachte Inflation abzusichern“, so Gellert weiter.
Gold-Nachfrager Schwellenländer
Noch seien es allerdings die Notenbanken der Schwellenländer, die als Gold-Nachfrager auftreten, weil sie Angst vor einer dauerhaften Abwertung von Dollar, Euro und Yen haben. Langfristig könne aber der Wettlauf um die schwächste Währung zu einem Wettlauf um die höchsten Goldreserven führen. Denn spätestens seit dem Wochenende wissen wir, die G20-Staaten sind sich einig darüber, die Debatte um einen Währungskrieg beenden zu wollen. Auch werden sie sich höchstwahrscheinlich keine Wechselkursziele setzen, um durch eine dann schwächere Währung Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Optimistisch für Gold
Für Gellert steht somit fest: Das Gelddrucken werde weitergehen, trotz der Beteuerungen des G20-Gipfels oder eben gerade deshalb, weil es keine verbindlichen Festlegungen in diese Richtung gab. Jede Notenbank, die es für nötig hält, in einem schwachen konjunkturellen Umfeld zu intervenieren, wird auch weiterhin geeignete Maßnahmen finden, die Geldpolitik zu lockern und damit ihre Währung schwächen. Neben Japan sind für Gellert auch Großbritannien und die Eurozone die Kandidaten, die als nächste in dieser Richtung Schlagzeilen machen werden. Auslöser dafür werden sich nicht signifikant verbessernde Wirtschaftsdaten in diesen Regionen sein, die ihrerseits dann auch wieder dazu führen sollten, den Schalter der Investoren von "Risiko" auf "Zurückhaltung" zu stellen. Die großen Verkäufe von Hedgefonds-Managern im Gold sind laut Gellert Vergangenheit und noch hätten Anleger dem Edelmetall den Rücken zugekehrt. Gerade das stimme Gellert aber optimistisch für Gold.
Laut dem World Gold Council ist die weltweite Nachfrage nach physischem Gold im vergangenen Jahr um mehr als 17 Prozent gegenüber 2011 gesunken. Und auch Großinvestoren wie etwa George Soros scheinen dem gelben Edelmetall – zumindest vorerst – den Rücken zu kehren.
Gerade zum Ende des vergangenen Jahres gab es erste Anzeichen dafür, dass der Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise hinter uns liegt und die Weltkonjunktur langsam wieder Fahrt aufnimmt. Parallel dazu blieben die Geldhähne der wichtigsten Notenbanken der Welt weiter geöffnet. Was eigentlich den Goldpreis hätte weiter stützen können, denn die damit drohende Angst vor einer langsam aber sicheren Geldentwertung ließ die Investoren bis dato meist ins Gold flüchten. „Nun gibt es aber das Problem, dass Gold außer einem möglichen Preisanstieg keine weitere Rendite bringt – ganz im Gegenteil zu Aktien, die als Sachwerte auch durchaus einen Inflationsschutz aufweisen, aber in der Regel Dividenden abwerfen“, so Torsten Gellert von FXCM.
Aber wie geht es nun weiter mit dem Goldpreis?
Laut dem World Gold Council ist gerade in Indien die Nachfrage aufgrund eingeführter Zölle und Sondersteuern eingebrochen. Und China als der neue Hoffnungsträger in Sachen Goldnachfrage konnte diesen Ausfall nicht kompensieren, auch hier fiel die Nachfrage, wenn auch nur um ein halbes Prozent. Auf der Käuferseite waren dagegen vermehrt die Notenbanken zu finden, deren Nachfrage um 17 Prozent anzog. Es ist die Angst vor einer drohenden Geldentwertung, die die Zentralbanken dazu veranlasst, ihre Goldreserven wieder aufzustocken. „Es klingt schon ein wenig paradox. Auf der einen Seite drucken sie das Geld, um der Wirtschaft mehr Liquidität bereitzustellen, schwächen damit in nicht ungewollter Weise ihre Währungen, kaufen dann aber Gold, um sich gegen die von ihnen verursachte Inflation abzusichern“, so Gellert weiter.
Gold-Nachfrager Schwellenländer
Noch seien es allerdings die Notenbanken der Schwellenländer, die als Gold-Nachfrager auftreten, weil sie Angst vor einer dauerhaften Abwertung von Dollar, Euro und Yen haben. Langfristig könne aber der Wettlauf um die schwächste Währung zu einem Wettlauf um die höchsten Goldreserven führen. Denn spätestens seit dem Wochenende wissen wir, die G20-Staaten sind sich einig darüber, die Debatte um einen Währungskrieg beenden zu wollen. Auch werden sie sich höchstwahrscheinlich keine Wechselkursziele setzen, um durch eine dann schwächere Währung Wettbewerbsvorteile zu erzielen.
Optimistisch für Gold
Für Gellert steht somit fest: Das Gelddrucken werde weitergehen, trotz der Beteuerungen des G20-Gipfels oder eben gerade deshalb, weil es keine verbindlichen Festlegungen in diese Richtung gab. Jede Notenbank, die es für nötig hält, in einem schwachen konjunkturellen Umfeld zu intervenieren, wird auch weiterhin geeignete Maßnahmen finden, die Geldpolitik zu lockern und damit ihre Währung schwächen. Neben Japan sind für Gellert auch Großbritannien und die Eurozone die Kandidaten, die als nächste in dieser Richtung Schlagzeilen machen werden. Auslöser dafür werden sich nicht signifikant verbessernde Wirtschaftsdaten in diesen Regionen sein, die ihrerseits dann auch wieder dazu führen sollten, den Schalter der Investoren von "Risiko" auf "Zurückhaltung" zu stellen. Die großen Verkäufe von Hedgefonds-Managern im Gold sind laut Gellert Vergangenheit und noch hätten Anleger dem Edelmetall den Rücken zugekehrt. Gerade das stimme Gellert aber optimistisch für Gold.
Der Goldrausch ist vorbei
Die Goldman Sachs-Analysten überraschen die Anleger, indem sie die Prognosen für Gold deutlich senkten – die Gold-Rally sei verloren.
Goldman Sachs hat die Drei-Monatsprognosen für Gold von 1.825 USD auf 1.615 USD gesenkt. Zudem revidierten die Analysten ihre Sechs-Monats-Prognose von 1.805 auf 1.600 US-Dollar und die Zwölf-Monats-Prognose von 1.800 auf 1.550 US-Dollar. Ihrer Meinung nach sei der jüngste Sell Off bei Gold wahrscheinlich übertrieben, zeige aber, dass die Einstellung der Investoren gegenüber Gold schnell umschwenken könne. Dies lasse sich auch in den beträchtlichen Abflüssen bei Gold-ETFs erkennen – Anleger haben in der jüngsten Korrektur soviel Geld aus den den Fonds abgezogen wie seit Januar 2011 nicht mehr.
Blick in die Vergangenheit spricht für Gold-Optimisten
Es gibt jedoch auch eine Reihe von Experten, die davor warnen, Gold voreilig abzuschreiben, da viele Argumente nach wie vor für das Edelmetall sprechen würden – zu diesen zählen auch einige Hedgefondsmanager wie John Paulson. Und ein Blick in die jüngste Vergangenheit gibt diesen Gold-Optimisten recht: Auch 2008 wurde die Gold-Rallye für beendet erklärt, als der Unzenpreis von fast 1.000 auf knapp über 700 US-Dollar abstürzte – doch bereits im September 2009 knackte Gold wieder die psychologisch wichtige 1.000-Dollar-Marke.
Der Goldpreis lag am Dienstagabend mit 1.615 US-Dollar rund 21 US-Dollar im Plus – damit hat sich Gold seit Jahresanfang um vier Prozent verbilligt
Die Goldman Sachs-Analysten überraschen die Anleger, indem sie die Prognosen für Gold deutlich senkten – die Gold-Rally sei verloren.
Goldman Sachs hat die Drei-Monatsprognosen für Gold von 1.825 USD auf 1.615 USD gesenkt. Zudem revidierten die Analysten ihre Sechs-Monats-Prognose von 1.805 auf 1.600 US-Dollar und die Zwölf-Monats-Prognose von 1.800 auf 1.550 US-Dollar. Ihrer Meinung nach sei der jüngste Sell Off bei Gold wahrscheinlich übertrieben, zeige aber, dass die Einstellung der Investoren gegenüber Gold schnell umschwenken könne. Dies lasse sich auch in den beträchtlichen Abflüssen bei Gold-ETFs erkennen – Anleger haben in der jüngsten Korrektur soviel Geld aus den den Fonds abgezogen wie seit Januar 2011 nicht mehr.
Blick in die Vergangenheit spricht für Gold-Optimisten
Es gibt jedoch auch eine Reihe von Experten, die davor warnen, Gold voreilig abzuschreiben, da viele Argumente nach wie vor für das Edelmetall sprechen würden – zu diesen zählen auch einige Hedgefondsmanager wie John Paulson. Und ein Blick in die jüngste Vergangenheit gibt diesen Gold-Optimisten recht: Auch 2008 wurde die Gold-Rallye für beendet erklärt, als der Unzenpreis von fast 1.000 auf knapp über 700 US-Dollar abstürzte – doch bereits im September 2009 knackte Gold wieder die psychologisch wichtige 1.000-Dollar-Marke.
Der Goldpreis lag am Dienstagabend mit 1.615 US-Dollar rund 21 US-Dollar im Plus – damit hat sich Gold seit Jahresanfang um vier Prozent verbilligt
Goldpreis im freien Fall
Gold ist so billig wie seit zwei Jahren nicht mehr. Nach dem plötzlichen Absturz am Freitag geht es weiter abwärts. Am Montag fällt der Preis unter 1.400 Dollar je Feinunze
Der Goldpreis ist zum Wochenbeginn weiter eingebrochen. Am Vormittag kostete eine Feinunze zwischenzeitlich 1.395 Dollar. Danach erholte sich der Goldpreis etwas und notierte bei 1.421 Dollar. Der Preissturz hatte schon am Freitagnachmittag unserer Zeit begonnen. Zum ersten Mal seit zwei Jahren kostete eine Feinunze weniger als 1.500 Dollar. Seitdem hat der Goldpreis rund zehn Prozent nachgegeben
Der Goldpreis ist zum Wochenbeginn weiter eingebrochen. Am Vormittag kostete eine Feinunze zwischenzeitlich 1.395 Dollar. Danach erholte sich der Goldpreis etwas und notierte bei 1.421 Dollar. Der Preissturz hatte schon am Freitagnachmittag unserer Zeit begonnen. Zum ersten Mal seit zwei Jahren kostete eine Feinunze weniger als 1.500 Dollar. Seitdem hat der Goldpreis rund zehn Prozent nachgegeben
keine put option?
Ich wuerde mir um den Goldpreis nicht so grosse Gedanken machen. Sobald der Euro wieder anfaengt zu kaspern, geht es ohnehin wieder bergauf. Aber die Prognose der Deutschen Bank vor 12 Monaten, war definitv ein Schuss nach hinten. Die haben tatsaechlich $2,900 vorhergesagt. Soviel zu Prognosen von Bankern...
Im Netz lese ich von Panikverkaeufen. Kaum zu verstehen, denn wer sich Bestaende aufbaut und die nicht mit einer Put Option sichert, hat selbst Schuld.
Die voellig inakzeptablen Geldflutungen durch die Zentralbanken, sei es der JPY oder der US$ oder des Euro werden dramatische Folgen nach sich ziehen. Aufgelaehte Aktienkurse, die nicht im Ansatz das widerspiegeln, was die Firmen tatsaechlich verdienen, verzerren das Bild par excellence.
Dass sogenannte Star Investoren den Goldpreis "runterqutschen" ist verstaendlich - koennen sie es doch dann preiswert kaufen.
Gold ist eben nicht so schnell gefunden wie Geld gedruckt ist.
mcd
Im Netz lese ich von Panikverkaeufen. Kaum zu verstehen, denn wer sich Bestaende aufbaut und die nicht mit einer Put Option sichert, hat selbst Schuld.
Die voellig inakzeptablen Geldflutungen durch die Zentralbanken, sei es der JPY oder der US$ oder des Euro werden dramatische Folgen nach sich ziehen. Aufgelaehte Aktienkurse, die nicht im Ansatz das widerspiegeln, was die Firmen tatsaechlich verdienen, verzerren das Bild par excellence.
Dass sogenannte Star Investoren den Goldpreis "runterqutschen" ist verstaendlich - koennen sie es doch dann preiswert kaufen.
Gold ist eben nicht so schnell gefunden wie Geld gedruckt ist.
mcd
Gold - Schlägt nun die Stunde der Schnäppchenjäger?
Selbst für Daytrader sind die Schwankungen im Goldmarkt derzeit kaum in den Griff zu bekommen, nur erfahrene Spezialisten haben hier eine Chance. Ansonsten sollte man ausnahmsweise mal die alte Weisheit beherzigen, nicht in ein fallendes Messer zu greifen.
Selbst wenn sich knapp oberhalb von 1.300 US-Dollar ein Boden bilden sollte, so dauert dieser Prozess meist mehrere Wochen, wobei die Tiefstkurse häufig mehrmals getestet werden.
Dem gegenüber steht das Investment in physisches Gold, zum Aufbau einer langfristigen Position. Wer hier noch nicht investiert ist, könnte auf aktuellem Niveau beginnen zu kaufen, allerdings max. ein Drittel der geplanten Gesamtposition!
Lars Erichsen - Chefredakteur Trading Brief
Selbst wenn sich knapp oberhalb von 1.300 US-Dollar ein Boden bilden sollte, so dauert dieser Prozess meist mehrere Wochen, wobei die Tiefstkurse häufig mehrmals getestet werden.
Dem gegenüber steht das Investment in physisches Gold, zum Aufbau einer langfristigen Position. Wer hier noch nicht investiert ist, könnte auf aktuellem Niveau beginnen zu kaufen, allerdings max. ein Drittel der geplanten Gesamtposition!
Lars Erichsen - Chefredakteur Trading Brief
Seit Anfang April krachte es so richtig am Goldmarkt. Der Goldpreis in US-Dollar fiel in der Spitze um 16,7 Prozent. Vor allem dürfte das Anleger wie John Paulson getroffen haben, die einen hohen Goldanteil im Portfolio spielen. Ein Kommentar von Egon Wachtendorf
Jede Laune der Kapitalmärkte hat ihre speziellen Verlierer. Der Verlierer des jüngsten Goldpreis-Absturzes heißt John Paulson. Der New Yorker Hedgefonds-Manager, der während der Subprime-Krise mit Wetten gegen marode Immobilienpakete Milliarden verdiente, ging Bloomberg zufolge mit einer Goldquote von 85 Prozent in das Jahr 2013 und wird seinen Anteilseignern nächste Woche erklären müssen, was ihn zu dieser verhängnisvollen Fehleinschätzung verleitet hat.
Oder war es am Ende gar keine Fehleinschätzung? Paulson gibt sich weiter fest davon überzeugt, dass in einer Welt der entfesselten Notenbankpressen nur Gold wirksam vor Inflation und Währungsentwertung schützen kann. Hinzu kommt: Auch Amerikas Häuserblase platzte erst mit Verzögerung – eine Spekulation darauf war über Jahre ein Verlustgeschäft.
Wer dieser Argumentation folgt, muss zwei Dinge wissen. Zum einen profitierte Paulson 2007 nicht nur von seiner Spürnase, sondern auch von fragwürdigen Absprachen mit der Investmentbank Goldman Sachs. Und zum anderen: Ein Fondsmanager, der alle Freiheiten genießt und 85 Prozent des ihm von Dritten überlassenen Geldes auf ein einziges Kapitalmarkt-Szenario hin ausrichtet, ist kein Investor. Er ist ein Spieler – noch dazu einer mit wenig Verantwortungsgefühl. Ein solcher Spieler mag oft richtig liegen und obendrein Glück haben. Eines Tages jedoch wird ihn dieses Glück verlassen, und er bleibt ein Verlierer.
Jede Laune der Kapitalmärkte hat ihre speziellen Verlierer. Der Verlierer des jüngsten Goldpreis-Absturzes heißt John Paulson. Der New Yorker Hedgefonds-Manager, der während der Subprime-Krise mit Wetten gegen marode Immobilienpakete Milliarden verdiente, ging Bloomberg zufolge mit einer Goldquote von 85 Prozent in das Jahr 2013 und wird seinen Anteilseignern nächste Woche erklären müssen, was ihn zu dieser verhängnisvollen Fehleinschätzung verleitet hat.
Oder war es am Ende gar keine Fehleinschätzung? Paulson gibt sich weiter fest davon überzeugt, dass in einer Welt der entfesselten Notenbankpressen nur Gold wirksam vor Inflation und Währungsentwertung schützen kann. Hinzu kommt: Auch Amerikas Häuserblase platzte erst mit Verzögerung – eine Spekulation darauf war über Jahre ein Verlustgeschäft.
Wer dieser Argumentation folgt, muss zwei Dinge wissen. Zum einen profitierte Paulson 2007 nicht nur von seiner Spürnase, sondern auch von fragwürdigen Absprachen mit der Investmentbank Goldman Sachs. Und zum anderen: Ein Fondsmanager, der alle Freiheiten genießt und 85 Prozent des ihm von Dritten überlassenen Geldes auf ein einziges Kapitalmarkt-Szenario hin ausrichtet, ist kein Investor. Er ist ein Spieler – noch dazu einer mit wenig Verantwortungsgefühl. Ein solcher Spieler mag oft richtig liegen und obendrein Glück haben. Eines Tages jedoch wird ihn dieses Glück verlassen, und er bleibt ein Verlierer.

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