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Gold wird wieder für Anleger interessant!
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Die einzige Währung, auf der keine Schulden lasten
Die Euro-Schuldenkrise ist nicht ausgestanden: Anleger und Geldverwalter fürchten, dass die Politik versuchen wird, die Schuldenberge durch Inflation abzutragen. Damit bleibt Gold für viele Vermögensverwalter unverzichtbar.
Ende 2011 traf in einem Hamburger Luxushotel die Elite der deutschen Geldverwalter bei der Jahrestagung Private Banking zusammen, um Anlageperspektiven für ihre betuchte Klientel zu diskutieren. Bei den Gesprächen auf dem Podium, besonders aber in den Pausen bei informellen Runden, zeigte sich vor allem eines: Die Zunft geht nervös ins Jahr 2012.
Insbesondere Europa und seine Gemeinschaftswährung sorgen bei den Investmentberatern für Anspannung. Die Gefahr sei nicht zu unterschätzen, dass Regierungen die Staatsschulden und dabei auch die Privatvermögen entwerten, indem sie die Zinsen niedrig halten und höhere Inflation zulassen.
Bei aller Unsicherheit darüber, wie genau das Krisenmanagement in Berlin, Paris & Co. weitergeht, waren sich die Vermögensverwalter deshalb in einem einig: Wer sein Vermögen gegen die Risiken an den Märkten absichern will, der kommt an Gold nicht mehr vorbei.
"Gold ist ein fester Bestandteil des Depots", sagte Stefan Freytag, Vorstand der Deutsche-Bank-Tochter Wilhelm von Finck Deutsche Family Office. "Da braucht man nicht mit 1 oder 2 Prozent Beimischung anzufangen. Das geht bei 5 Prozent los und landet - je nach Kunde - auch deutlich höher."
Der Grund: Mit Gold ließe sich jedes Portfolio immer noch am einfachsten gegen eine Entwertung des Geldes absichern, sagt Ralf Zimmermann. Für den Chef-Anlagestrategen beim Münchener Vermögensverwalter Döttinger/Straubinger ist "Gold die einzige Währung, auf der keine Schulden lasten
* Auszug MM
Ende 2011 traf in einem Hamburger Luxushotel die Elite der deutschen Geldverwalter bei der Jahrestagung Private Banking zusammen, um Anlageperspektiven für ihre betuchte Klientel zu diskutieren. Bei den Gesprächen auf dem Podium, besonders aber in den Pausen bei informellen Runden, zeigte sich vor allem eines: Die Zunft geht nervös ins Jahr 2012.
Insbesondere Europa und seine Gemeinschaftswährung sorgen bei den Investmentberatern für Anspannung. Die Gefahr sei nicht zu unterschätzen, dass Regierungen die Staatsschulden und dabei auch die Privatvermögen entwerten, indem sie die Zinsen niedrig halten und höhere Inflation zulassen.
Bei aller Unsicherheit darüber, wie genau das Krisenmanagement in Berlin, Paris & Co. weitergeht, waren sich die Vermögensverwalter deshalb in einem einig: Wer sein Vermögen gegen die Risiken an den Märkten absichern will, der kommt an Gold nicht mehr vorbei.
"Gold ist ein fester Bestandteil des Depots", sagte Stefan Freytag, Vorstand der Deutsche-Bank-Tochter Wilhelm von Finck Deutsche Family Office. "Da braucht man nicht mit 1 oder 2 Prozent Beimischung anzufangen. Das geht bei 5 Prozent los und landet - je nach Kunde - auch deutlich höher."
Der Grund: Mit Gold ließe sich jedes Portfolio immer noch am einfachsten gegen eine Entwertung des Geldes absichern, sagt Ralf Zimmermann. Für den Chef-Anlagestrategen beim Münchener Vermögensverwalter Döttinger/Straubinger ist "Gold die einzige Währung, auf der keine Schulden lasten
* Auszug MM
UBS-Analystenduo erwartet Einbruch beim Goldpreis
Dem Goldpreis steht in nächster Zeit ein herber Einbruch ins Haus – so lautet zumindest die Einschätzung der beiden Analysten Edel Tully und Julien Garran von der UBS. Sie rechnen damit, dass sich der Preis für eine Feinunze (31,1 Gramm) des Edelmetalls bis zum Jahresende um 18 Prozent auf dann 1680 US-Dollar verbilligt und haben ihre Prognose entsprechend gekürzt, wie Bloomberg berichtet. Dabei gehen die beiden Analysten davon aus, dass der Goldpreis im zweiten Quartal zunächst Abschläge einstecken muss, sich in der zweiten Jahreshälfte aber wieder erholen wird, um sich zum Jahresende auf dem prognostizierten Stand von 1680 US-Dollar einzupendeln.
In einer Studie erläutert das Duo die Gründe für seine pessimistischere Prognose. So würden sich zum einen die Anzeichen verdichten, dass sich die US-Wirtschaft nachhaltig erholt – was insofern meist nachteilig für den Goldpreis ist, weil viele Leute in Boom-Zeiten wieder verstärkt in den Aktienmarkt gehen und ‚sichere Häfen‘ wie sie in Krisenzeiten gefragt sind, an Popularität verlieren. Zum anderen scheine es immer unwahrscheinlicher, dass die Notenbank Fed ein drittes Anleihekaufprogramm initiieren wird, um einen weiteren Konjunkturstimulus anzukurbeln. Ihr zuletzt genanntes – und jetzt nach unten revidiertes – Ziel für einen Goldpreis von 2050 Dollar per Unze zum Jahresende 2012 bezeichnen Tully und Garran in ihrer Studie jetzt als „aggressiv“.
In einer Studie erläutert das Duo die Gründe für seine pessimistischere Prognose. So würden sich zum einen die Anzeichen verdichten, dass sich die US-Wirtschaft nachhaltig erholt – was insofern meist nachteilig für den Goldpreis ist, weil viele Leute in Boom-Zeiten wieder verstärkt in den Aktienmarkt gehen und ‚sichere Häfen‘ wie sie in Krisenzeiten gefragt sind, an Popularität verlieren. Zum anderen scheine es immer unwahrscheinlicher, dass die Notenbank Fed ein drittes Anleihekaufprogramm initiieren wird, um einen weiteren Konjunkturstimulus anzukurbeln. Ihr zuletzt genanntes – und jetzt nach unten revidiertes – Ziel für einen Goldpreis von 2050 Dollar per Unze zum Jahresende 2012 bezeichnen Tully und Garran in ihrer Studie jetzt als „aggressiv“.
na ja
bin euerm link aus der gomopa-mitteilung gefolgt, aber das scheint der falsche landeplatz zu sein? es ging ums deutsche gold im ausland?
na dann zumindest eine nützliche info.
wer in die bilanz der bb schaut, hätte sich die reise sparen können. dort ist seit einigen jahren ein novum.
die goldbestände der bb wurden mit der position goldforderungen zusammengefaßt.
das heißt, es gibt nur noch eine zahl.
sollte also das ganze gold mal weg sein, die bilanz erschüttert das nicht. die zahl bleibt die gleiche, nur statt bestand ist es dann eben hundert prozent forderung.
in deutschland darf so kein unternehmen bilanzieren.
na dann zumindest eine nützliche info.
wer in die bilanz der bb schaut, hätte sich die reise sparen können. dort ist seit einigen jahren ein novum.
die goldbestände der bb wurden mit der position goldforderungen zusammengefaßt.
das heißt, es gibt nur noch eine zahl.
sollte also das ganze gold mal weg sein, die bilanz erschüttert das nicht. die zahl bleibt die gleiche, nur statt bestand ist es dann eben hundert prozent forderung.
in deutschland darf so kein unternehmen bilanzieren.
Jüngste Goldpreiskorrektur weckt Kaufinteresse
Der Goldpreis ist letzten beiden Jahren um über 50 Prozent gestiegen. Nach einem Allzeithoch von knapp 1900 Euro pro Feinunze Mitte letzten Jahres hat sich der Preis nun bei etwas über 1600 Euro eingependelt. Ein Grund für den Preisverfall war offenbar eine deutlich geringere Nachfrage ab Mitte 2011, wie das Investmentteam von Edmond de Rothschild Asset Management (Edmond de Rothschild AM) in einem aktuellen Kommentar zum Goldpreis ausführt. Institutionelle Anleger hätten ihren Goldbestand aufgrund von Gewinnmitnahmen und Erhöhungen ihrer Liquiditätsquote verkauft. Dennoch sei die Nachfrage nach Gold in anderen Bereichen wie beispielsweise dem Gold-Einzelhandel nicht eingebrochen.
Erstaunt zeigt sich Edmond de Rothschild AM darüber, dass Zentralbanken mittlerweile zu einer maßgeblichen Nachfragequelle am Goldmarkt geworden sind, nachdem sie jahrelang als Angebotsquelle agiert haben. Bis vor ein paar Jahren verkauften die Zentralbanken circa 500 Tonnen pro Jahr, in 2011 kauften sie hingegen mehr als 439,7 Tonnen. Das habe erheblich zur aktuellen Stärke des Goldmarktes beigetragen. Dieser Trend ist nach Meinung der Experten strukturell und werde sich voraussichtlich in einem Niedrigzinsumfeld niederschlagen, in dem Währungen von zweifelhaftem Wert seien.
Positive Aussichten für Goldinvestments
Die Aussichten bleiben daher positiv: „Von der Angebotsfront lässt sich vernehmen, dass das Angebot den Markt nicht überschwemmen wird und dass die jüngste Goldpreiskorrektur neues Interesse von physischen Käufern geweckt hat. Zudem gehen wir davon aus, dass die zukünftige Nachfrage von den Zentralbanken und Investoren gesund bleiben sollte, da die aktuelle äußerst niedrige Realzinsumgebung mindestens noch ein paar Jahre anhalten wird“, heißt es in dem Marktkommentar. Schließlich wachse in Zusammenhang mit der steigenden Staatsverschuldung weiterhin der Anreiz von Gold als Alternativwährung zur erschreckenden allgemeinen Geldmarkt- und Haushaltspolitik in Bezug auf die zwei dominierenden Reservewährungen US-Dollar und Euro.
Interessierte Leser finden den vollständigen Marktkommentar (als PDF-Datei) - hier
Erstaunt zeigt sich Edmond de Rothschild AM darüber, dass Zentralbanken mittlerweile zu einer maßgeblichen Nachfragequelle am Goldmarkt geworden sind, nachdem sie jahrelang als Angebotsquelle agiert haben. Bis vor ein paar Jahren verkauften die Zentralbanken circa 500 Tonnen pro Jahr, in 2011 kauften sie hingegen mehr als 439,7 Tonnen. Das habe erheblich zur aktuellen Stärke des Goldmarktes beigetragen. Dieser Trend ist nach Meinung der Experten strukturell und werde sich voraussichtlich in einem Niedrigzinsumfeld niederschlagen, in dem Währungen von zweifelhaftem Wert seien.
Positive Aussichten für Goldinvestments
Die Aussichten bleiben daher positiv: „Von der Angebotsfront lässt sich vernehmen, dass das Angebot den Markt nicht überschwemmen wird und dass die jüngste Goldpreiskorrektur neues Interesse von physischen Käufern geweckt hat. Zudem gehen wir davon aus, dass die zukünftige Nachfrage von den Zentralbanken und Investoren gesund bleiben sollte, da die aktuelle äußerst niedrige Realzinsumgebung mindestens noch ein paar Jahre anhalten wird“, heißt es in dem Marktkommentar. Schließlich wachse in Zusammenhang mit der steigenden Staatsverschuldung weiterhin der Anreiz von Gold als Alternativwährung zur erschreckenden allgemeinen Geldmarkt- und Haushaltspolitik in Bezug auf die zwei dominierenden Reservewährungen US-Dollar und Euro.
Interessierte Leser finden den vollständigen Marktkommentar (als PDF-Datei) - hier
Die Chinesen kaufen wie verrückt Gold
Nein, an eine Trendumkehr weg von Gold glaubt Geologe und Manager des Earth Exploration Fund (WKN: A0J3UF) Joachim Berlenbach nicht. Im Gespräch mit DAS INVESTMENT.com will er seine Meinung zwar fairerweise nicht aufdrängen, belegt sie aber mit äußerst stichhaltigen Argumenten
DAS INVESTMENT.com: Die Stimmung ums Gold erinnert an den Internet-Hype um die Jahrtausendwende. Es gibt kaum noch Zweifel an der Story, alle wollen drauf, Prognosen überschlagen sich. Ist der Vergleich zu weit hergeholt?
Joachim Berlenbach: Viel zu weit. Sie dürfen die realen Kosten nicht vergessen. Damals führten Analysten künstliche Systeme ein, um Internetfirmen bewerten zu können.
DAS INVESTMENT.com: Aktienkurse wurden mit Klickraten ins Verhältnis gesetzt.
Berlenbach: Weil das alles auf fundamentaler Basis nicht mehr zu bewerten war. Bei Goldaktien gibt es aber einen echten Bewertungsmaßstab. Betrachtet man einmal die Gesamtausgaben pro produzierter Unze Gold und nicht nur die reinen Förderkosten, hat es 2011 im Schnitt 1.235 Dollar gekostet, um eine Unze Gold zu fördern und die notwendigen neuen Investitionen in Minen und Exploration zu tätigen. Das war ein Anstieg von 33 Prozent zum Vorjahr. Läge der Goldpreis genau dort, hätten die Goldfirmen unter dem Strich nichts mehr verdient. Das ist doch eine greifbare Zahl, oder? Aktuell haben die Unternehmen also gesunde Margen. Und ja, der Goldpreis kann sicherlich noch einmal um 100 Dollar fallen. Dafür reicht ein größerer Verkauf aus einem Gold-ETF. Mal eine einfache Rechnung: Wir lassen den Goldpreis konstant bei 1.500 Dollar und inflationieren die Kosten – nicht mit 20 Prozent, wie es gerade der Fall ist, sondern konservativ mit 10 Prozent.
DAS INVESTMENT.com: Klingt immer noch happig.
Berlenbach: Nicht wirklich, wir werden dieses Jahr real wieder deutlich darüber liegen. Der Goldgehalt in den neuen Lagerstätten nimmt rapide ab, also müssen Sie größere Minen bauen. Sie müssen in Länder wie Elfenbeinküste, Peru und Indonesien rein, in denen es kaum Infrastruktur gibt. Die müssen Sie mit aufbauen, die Kapitalkosten werden also weiter steigen. Und es ist unwahrscheinlich dass in solchen Ländern irgendetwas ohne Schmiergeld läuft. Arbeitskräfte werden teurer, der für die Maschinen in rauen Mengen benötigte Diesel wird immer teurer.
Aber selbst wenn wir nur 10 Prozent Inflation unterstellen, bräuchten wir in zwei Jahren schon einen Preis von 1.650 Dollar, nur um überhaupt einen positiven Cash Flow zu erreichen. Wenn das nicht passiert, entlassen die Unternehmen sehr schnell Arbeiter, bauen Kapazitäten ab und stecken weniger Geld in die Exploration und den Bau neuer Minen, um abgebaute Produktion zu ersetzen. Ich habe das selbst Ende der 90er Jahre erlebt, als ich im südafrikanischen Goldbergbau tätig war: Der Goldpreis lag damals unter 300 Dollar je Unze aber der Break-Even-Preis der südafrikanischen Minen lag deutlich darüber.
DAS INVESTMENT.com: Was auch nicht schlimm wäre. Schließlich braucht man in der Industrie und zum Leben nur wenig Gold. Die größte Nachfrage kommt aus Liebhaberei, Status und Angst. Das kann von heute auf morgen kräftig nachlassen.
Berlenbach: Wenn Sie tatsächlich an eine Nachfrageumkehr glauben, bitte, ich kann Sie nicht hindern. Ich teile diese Meinung aber nicht.
DAS INVESTMENT.com: Dann haben Sie bestimmt gute Argumente.
Berlenbach: Wir erleben eine Monetarisierung von Gold. Die Chinesen wollen raus aus dem Dollar und rein in einen Währungskorb, der Gold mit einschließt. Sobald das passiert, wollen die Leute noch mehr Gold haben als jetzt schon. Sie können es aber nicht drucken. Ich bin kein Volkswirt, aber mein Bauchgefühl sagt mir: Was wir in Europa gerade sehen, fährt voll gegen die Wand.
DAS INVESTMENT.com: Da muss ich Ihnen leider zustimmen.
Berlenbach: Und was soll dann passieren? Es spricht vieles dafür, dass wir eine Art Alternativwährung bekommen. Einen direkten Goldstandard erwarte ich zwar nicht. Aber ein Trend ist definitiv schon im Markt.
DAS INVESTMENT.com: Ein Trend, den auch der zehn Jahre steigende Goldpreis provoziert haben könnte.
Berlenbach: Nein. Der Anstieg kommt von echter Nachfrage. Nicht aus Deutschland, nicht aus Amerika. Nein, die Chinesen kaufen wie verrückt Gold.
DAS INVESTMENT.com: Deutsche Privatanleger langen auch kräftig zu.
Berlenbach: Aber lange nicht so viel wie die Chinesen. China ist der weltgrößte Goldförderer, und keiner weiß genau, wo das Gold hingeht. Es berührt den Boden gar nicht. Genaue Zahlen gibt es leider nicht. Auch die offiziell 1.000 Tonnen Zentralbankreserve glaube ich schon lange nicht mehr. Das könnten schon 5.000 Tonnen oder mehr sein. Und ganz plötzlich sagt die Regierung, dass sie den Renminbi an den Währungskorb koppelt. Das könnte passieren.
DAS INVESTMENT.com: Die Stimmung ums Gold erinnert an den Internet-Hype um die Jahrtausendwende. Es gibt kaum noch Zweifel an der Story, alle wollen drauf, Prognosen überschlagen sich. Ist der Vergleich zu weit hergeholt?
Joachim Berlenbach: Viel zu weit. Sie dürfen die realen Kosten nicht vergessen. Damals führten Analysten künstliche Systeme ein, um Internetfirmen bewerten zu können.
DAS INVESTMENT.com: Aktienkurse wurden mit Klickraten ins Verhältnis gesetzt.
Berlenbach: Weil das alles auf fundamentaler Basis nicht mehr zu bewerten war. Bei Goldaktien gibt es aber einen echten Bewertungsmaßstab. Betrachtet man einmal die Gesamtausgaben pro produzierter Unze Gold und nicht nur die reinen Förderkosten, hat es 2011 im Schnitt 1.235 Dollar gekostet, um eine Unze Gold zu fördern und die notwendigen neuen Investitionen in Minen und Exploration zu tätigen. Das war ein Anstieg von 33 Prozent zum Vorjahr. Läge der Goldpreis genau dort, hätten die Goldfirmen unter dem Strich nichts mehr verdient. Das ist doch eine greifbare Zahl, oder? Aktuell haben die Unternehmen also gesunde Margen. Und ja, der Goldpreis kann sicherlich noch einmal um 100 Dollar fallen. Dafür reicht ein größerer Verkauf aus einem Gold-ETF. Mal eine einfache Rechnung: Wir lassen den Goldpreis konstant bei 1.500 Dollar und inflationieren die Kosten – nicht mit 20 Prozent, wie es gerade der Fall ist, sondern konservativ mit 10 Prozent.
DAS INVESTMENT.com: Klingt immer noch happig.
Berlenbach: Nicht wirklich, wir werden dieses Jahr real wieder deutlich darüber liegen. Der Goldgehalt in den neuen Lagerstätten nimmt rapide ab, also müssen Sie größere Minen bauen. Sie müssen in Länder wie Elfenbeinküste, Peru und Indonesien rein, in denen es kaum Infrastruktur gibt. Die müssen Sie mit aufbauen, die Kapitalkosten werden also weiter steigen. Und es ist unwahrscheinlich dass in solchen Ländern irgendetwas ohne Schmiergeld läuft. Arbeitskräfte werden teurer, der für die Maschinen in rauen Mengen benötigte Diesel wird immer teurer.
Aber selbst wenn wir nur 10 Prozent Inflation unterstellen, bräuchten wir in zwei Jahren schon einen Preis von 1.650 Dollar, nur um überhaupt einen positiven Cash Flow zu erreichen. Wenn das nicht passiert, entlassen die Unternehmen sehr schnell Arbeiter, bauen Kapazitäten ab und stecken weniger Geld in die Exploration und den Bau neuer Minen, um abgebaute Produktion zu ersetzen. Ich habe das selbst Ende der 90er Jahre erlebt, als ich im südafrikanischen Goldbergbau tätig war: Der Goldpreis lag damals unter 300 Dollar je Unze aber der Break-Even-Preis der südafrikanischen Minen lag deutlich darüber.
DAS INVESTMENT.com: Was auch nicht schlimm wäre. Schließlich braucht man in der Industrie und zum Leben nur wenig Gold. Die größte Nachfrage kommt aus Liebhaberei, Status und Angst. Das kann von heute auf morgen kräftig nachlassen.
Berlenbach: Wenn Sie tatsächlich an eine Nachfrageumkehr glauben, bitte, ich kann Sie nicht hindern. Ich teile diese Meinung aber nicht.
DAS INVESTMENT.com: Dann haben Sie bestimmt gute Argumente.
Berlenbach: Wir erleben eine Monetarisierung von Gold. Die Chinesen wollen raus aus dem Dollar und rein in einen Währungskorb, der Gold mit einschließt. Sobald das passiert, wollen die Leute noch mehr Gold haben als jetzt schon. Sie können es aber nicht drucken. Ich bin kein Volkswirt, aber mein Bauchgefühl sagt mir: Was wir in Europa gerade sehen, fährt voll gegen die Wand.
DAS INVESTMENT.com: Da muss ich Ihnen leider zustimmen.
Berlenbach: Und was soll dann passieren? Es spricht vieles dafür, dass wir eine Art Alternativwährung bekommen. Einen direkten Goldstandard erwarte ich zwar nicht. Aber ein Trend ist definitiv schon im Markt.
DAS INVESTMENT.com: Ein Trend, den auch der zehn Jahre steigende Goldpreis provoziert haben könnte.
Berlenbach: Nein. Der Anstieg kommt von echter Nachfrage. Nicht aus Deutschland, nicht aus Amerika. Nein, die Chinesen kaufen wie verrückt Gold.
DAS INVESTMENT.com: Deutsche Privatanleger langen auch kräftig zu.
Berlenbach: Aber lange nicht so viel wie die Chinesen. China ist der weltgrößte Goldförderer, und keiner weiß genau, wo das Gold hingeht. Es berührt den Boden gar nicht. Genaue Zahlen gibt es leider nicht. Auch die offiziell 1.000 Tonnen Zentralbankreserve glaube ich schon lange nicht mehr. Das könnten schon 5.000 Tonnen oder mehr sein. Und ganz plötzlich sagt die Regierung, dass sie den Renminbi an den Währungskorb koppelt. Das könnte passieren.
Korrekturen beim Goldpreis nutzen
Robert Hartmann ist Chef von Deutschlands größtem Goldhändler, Pro Aurum. In seinem Gastbeitrag geht er auf aktuelle Sorgen seiner Kunden, die Goldkorrektur und Schlagzeilen ein und erzählt aus seinem beruflichen Netzwerk
Seit Ende Februar 2012 ist am Goldmarkt eine Korrektur im Gange. Seit Wochen verliert das gelbe Edelmetall an Boden und wir werden immer häufiger von unseren Kunden mit der Frage konfrontiert: „Ist das Ende des Goldbullenmarktes bei Edelmetallen in Sicht?“ Hier lohnt es sich inne zu halten und das Gesamtbild zu betrachten. Wir haben uns die großen Überschriften vorgenommen und die aktuelle Situation zu Papier gebracht.
Euro-Krise
Die Notenbanken verfolgen unverändert eine Politik des billigen Geldes. Die EZB kauft zum Beispiel Staatsanleihen von Ländern, die sich de facto nicht mehr am Kapitalmarkt refinanzieren können und die europäischen Banken leihen sich hunderte Milliarden Euro über den Drei-Jahres-Tender bei der Zentralbank zu einem Zinssatz von einem Prozent. Schwappen diese Gelder eines Tages in die Realwirtschaft über, so birgt das ein enormes Inflationspotential.
Trotz dieser Eingriffe der Notenbanken in den Staatsanleihenmarkt müssen Krisen-Länder wie Spanien weiterhin deutlich höhere Zinsen zahlen als andere europäische Staaten – eine Last, die langfristig nicht tragbar ist für die viertgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion. Tritt man mit Sparzwängen zu sehr auf die Bremse, würgt das die Konjunktur noch weiter ab und es kommt zu Unruhen oder Streiks bei den betroffenen Bevölkerungsschichten.
Sentiment
Die Stimmung bei professionellen Händlern und bei Privatanlegern ist zurzeit sehr pessimistisch, was den weiteren Kursverlauf der Edelmetalle angeht. Dies spiegelt sich auch in deutlich gesunkenen Long-Positionen am Futures-Markt in New York wider. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass es auf den derzeitigen Stimmungsniveaus oftmals zu einem Umschwung bei den Edelmetallnotierungen kam.
Sehr interessant sind Äußerungen von Banken und Vermögensberatern aus unserem Netzwerk. Demnach sind deren Kunden extrem verunsichert und parken immer mehr Gelder im kurzfristigen Tagesgeldbereich. Bei einer Verzinsung von deutlich unter 2 Prozent und einer stetigen Kaufkraftentwertung, die deutlich über den zu erzielenden Zinseinnahmen liegt, wird deutlich, dass die Anleger bewusst einen Kaufkraftschwund in Kauf nehmen, um nicht in die falsche Anlageklasse zu geraten. Auf der anderen Seite gibt es in Ballungszentren wie München oder Frankfurt kaum Notartermine, da sich immer mehr Investoren in Sachwerte einkaufen möchten. Dies führte in den vergangenen Monaten zu nicht unerheblichen Steigerungen bei den Immobilienpreisen.
Unsere Privatkunden bei pro aurum haben in den vergangenen Jahren Korrekturen immer dazu genutzt, ihre Bestände zu erhöhen – je niedriger die Kurse, desto höher war die Nachfrage. Oftmals war das Kaufbegehren so hoch, dass es binnen weniger Tage zu Versorgungsengpässen bei den wichtigsten Barren- und Münzgattungen kam. Das hat sich nun zum ersten Mal geändert: Die Nachfrage ist im März trotz rückläufiger Preise spürbar zurückgegangen. Drei Gründe mache ich hierfür aus:
1) Bei vielen politischen Entscheidern wird die Gefahr der Eurokrise derzeit runtergespielt, es wird suggeriert, man stehe kurz vor der Lösung der Krise. In Wahrheit hat sich fundamental nichts geändert. Zum einen muss den meisten europäischen Ländern mangelnder Sparwille unterstellt werden, zum anderen zeigen die hohen Renditen auf spanische und italienische Anleihen ganz eindeutig, dass Investoren noch immer befürchten müssen, dass südeuropäische Länder in Zahlungsschwierigkeiten geraten.
Die Medien kochen dieses Thema mittlerweile nicht mehr auf ganz großer Flamme, was wiederum dazu führt, dass die Emotionen abflauen und sich die Kunden mit Ihren Investmententscheidungen mehr Zeit lassen.
2) Im November 2012 wird in den USA gewählt. Bis dahin wird vermutlich versucht, die Wogen der Eurokrise zu glätten, um die Wahl einigermaßen ungestört ablaufen zu lassen.
3) Aktien haben in den vergangenen Wochen gut performt: Die Zuversicht ist gestiegen, das Sentiment hat sich etwas gedreht. Die Aktienmärkte scheinen auch – anders als früher – von den Inflationsängsten profitiert zu haben. Früher haben die Notenbanken bei steigender Inflation mit Zinserhöhungen reagiert. Das können sie heute nicht mehr tun, um die Stabilität der Staatsanleihemärkte Europas nicht zu gefährden. Im Ergebnis heißt das: Die Inflation lässt man laufen, die Liquidität wird nicht abgeschöpft und Zinserhöhungen bleiben aus. Davon profitieren die Aktien- wie die Rohstoffmärkte.
Charttechnik
Charttechnisch betrachtet ist der langfristige Aufwärtstrend bei Gold weiterhin voll intakt. Es scheint sich aktuell ein bullishes Dreieck auszubilden, was nach der Lehre eher für steigende Kurse spricht. Sobald die Kanten dieser Formation nach oben durchbrochen werden, ist der Weg frei für neue Allzeithochs. Und das sowohl beim Goldpreis gegen US-Dollar als auch beim Goldpreis gegen Euro. Der Anfangspunkt dieser Formation liegt im August 2011 und es kann sich durchaus noch zwei bis drei Monate hinziehen, bis dieses Chartmuster vollendet wird und sich eine neue dynamische Aufwärtsbewegung anschließt.
Wir möchten unseren Kunden keine Lesart aufdrängen. Letztendlich entscheidet jeder Anleger für sich, ob er seine Quote an Edelmetallen im Portfolio erhöhen oder absenken möchte. Und für ein Handelshaus wie pro aurum mit verbindlichen An- und Verkaufskursen macht es auch keinen Unterschied. Aber wir sind felsenfest davon überzeugt, dass die Eurokrise noch nicht ausgestanden ist. Aus diesem Grund halten wir an Edelmetallen als festen Bestandteilen eines Krisenportfolios fest. Wir raten weiterhin zu einem Anteil von 20 Prozent des liquiden Anlagevermögens. Die pro aurum Geschäftsführung sieht hohes Wachstumspotenzial, aus diesem Grund stocken wir kontinuierlich Personal auf und investieren in neue Geschäftsstellen wie die erst kürzlich eröffnete Niederlassung in Düsseldorf.
Auch bei Edelmetallaktien erwarte ich in den kommenden Monaten eine Aufwärtsdynamik. Natürlich hat die seit mehr als 15 Monaten andauernde Korrektur bei den Rohstoff- und insbesondere Edelmetallaktien bei allen in diesem Bereich investierten Fonds Spuren hinterlassen. So auch bei unserem Fonds pro aurum ValueFlex, der zum Großteil sein Aktien-Exposure in diesem Sektor investiert.
Gerade wegen der negativen Entwicklung der vergangenen Monate sehen wir die Goldminen aktuell auf einem extrem unterbewerteten und deshalb hochinteressanten Kaufniveau. Hierzu ein kurzer Exkurs von Uwe Bergold, der als Gesellschafter der pro aurum value GmbH verantwortlich für die Anlagestrategie unseres Investmentfonds ist.
Edelmetallaktien
„Nach einer mehr als sechsjährigen hochvolatilen Seitwärtsbewegung bilden die Edelmetallminen seit Monaten ein signifikantes Mehrjahrestief aus, vergleichbar mit dem Tief im Oktober 2000 oder dem im Oktober 2008. In allen drei Analysebereichen - ob fundamental, markt- oder stimmungstechnisch - ähnelt die aktuelle Situation ziemlich stark den vorherigen Mehrjahrestiefs. Die fundamentalen Bewertungskennzahlen sind aktuell sogar günstiger als 2008 oder 2000, als die strategische Edelmetall-Hausse begann. Ich sehe aktuell eine extrem günstige Nachkaufgelegenheit für unseren Mischfonds pro aurum ValueFlex. Aufgrund seines knapp 30-prozentigen Goldanteils und seiner dividendenstarken Rohstoffaktien, mit Schwerpunkt auf Gold- und Silberminen, wird er überproportional stark am nächsten taktischen Aufwärtsimpuls partizipieren.“
Fazit
Von Anleihen raten wir weiterhin ab. Bei einer Rendite von unter zwei Prozent bei zehnjährigen Bundesanleihen und einer offiziellen Inflationsrate von 2,6 Prozent verlieren die Anleger täglich Geld. Neben der negativer Verzinsung gibt es zudem ein Ausfallrisiko und nicht zuletzt auch ein Kursrisiko. Denn trotz der Zentralbankinterventionen ist es unvermeidlich, dass die Zinssätze wieder steigen werden. Steigende Zinssätze bedeuten nun einmal sinkende Anleihekurse. Zudem sind viele Krisen-Länder nicht in der Lage, ihre Schulden zu tilgen – das Risiko des Ausfalls besteht also fort.
Wir halten an unseren langfristigen Edelmetallbeständen fest. In Erwartung einer Fortsetzung der Eurokrise nutzen wir Korrekturen wie diese, um unsere Bestände weiter aufzustocken. Dabei erscheinen uns die Edelmetallaktien aktuell auf einem äußerst interessanten Niveau – dies ist geradezu eine Einladung für Anleger, deren Investitionsquote im Edelmetallbereich noch nicht überhöht ist.
Seit Ende Februar 2012 ist am Goldmarkt eine Korrektur im Gange. Seit Wochen verliert das gelbe Edelmetall an Boden und wir werden immer häufiger von unseren Kunden mit der Frage konfrontiert: „Ist das Ende des Goldbullenmarktes bei Edelmetallen in Sicht?“ Hier lohnt es sich inne zu halten und das Gesamtbild zu betrachten. Wir haben uns die großen Überschriften vorgenommen und die aktuelle Situation zu Papier gebracht.
Euro-Krise
Die Notenbanken verfolgen unverändert eine Politik des billigen Geldes. Die EZB kauft zum Beispiel Staatsanleihen von Ländern, die sich de facto nicht mehr am Kapitalmarkt refinanzieren können und die europäischen Banken leihen sich hunderte Milliarden Euro über den Drei-Jahres-Tender bei der Zentralbank zu einem Zinssatz von einem Prozent. Schwappen diese Gelder eines Tages in die Realwirtschaft über, so birgt das ein enormes Inflationspotential.
Trotz dieser Eingriffe der Notenbanken in den Staatsanleihenmarkt müssen Krisen-Länder wie Spanien weiterhin deutlich höhere Zinsen zahlen als andere europäische Staaten – eine Last, die langfristig nicht tragbar ist für die viertgrößte Volkswirtschaft der Währungsunion. Tritt man mit Sparzwängen zu sehr auf die Bremse, würgt das die Konjunktur noch weiter ab und es kommt zu Unruhen oder Streiks bei den betroffenen Bevölkerungsschichten.
Sentiment
Die Stimmung bei professionellen Händlern und bei Privatanlegern ist zurzeit sehr pessimistisch, was den weiteren Kursverlauf der Edelmetalle angeht. Dies spiegelt sich auch in deutlich gesunkenen Long-Positionen am Futures-Markt in New York wider. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt jedoch, dass es auf den derzeitigen Stimmungsniveaus oftmals zu einem Umschwung bei den Edelmetallnotierungen kam.
Sehr interessant sind Äußerungen von Banken und Vermögensberatern aus unserem Netzwerk. Demnach sind deren Kunden extrem verunsichert und parken immer mehr Gelder im kurzfristigen Tagesgeldbereich. Bei einer Verzinsung von deutlich unter 2 Prozent und einer stetigen Kaufkraftentwertung, die deutlich über den zu erzielenden Zinseinnahmen liegt, wird deutlich, dass die Anleger bewusst einen Kaufkraftschwund in Kauf nehmen, um nicht in die falsche Anlageklasse zu geraten. Auf der anderen Seite gibt es in Ballungszentren wie München oder Frankfurt kaum Notartermine, da sich immer mehr Investoren in Sachwerte einkaufen möchten. Dies führte in den vergangenen Monaten zu nicht unerheblichen Steigerungen bei den Immobilienpreisen.
Unsere Privatkunden bei pro aurum haben in den vergangenen Jahren Korrekturen immer dazu genutzt, ihre Bestände zu erhöhen – je niedriger die Kurse, desto höher war die Nachfrage. Oftmals war das Kaufbegehren so hoch, dass es binnen weniger Tage zu Versorgungsengpässen bei den wichtigsten Barren- und Münzgattungen kam. Das hat sich nun zum ersten Mal geändert: Die Nachfrage ist im März trotz rückläufiger Preise spürbar zurückgegangen. Drei Gründe mache ich hierfür aus:
1) Bei vielen politischen Entscheidern wird die Gefahr der Eurokrise derzeit runtergespielt, es wird suggeriert, man stehe kurz vor der Lösung der Krise. In Wahrheit hat sich fundamental nichts geändert. Zum einen muss den meisten europäischen Ländern mangelnder Sparwille unterstellt werden, zum anderen zeigen die hohen Renditen auf spanische und italienische Anleihen ganz eindeutig, dass Investoren noch immer befürchten müssen, dass südeuropäische Länder in Zahlungsschwierigkeiten geraten.
Die Medien kochen dieses Thema mittlerweile nicht mehr auf ganz großer Flamme, was wiederum dazu führt, dass die Emotionen abflauen und sich die Kunden mit Ihren Investmententscheidungen mehr Zeit lassen.
2) Im November 2012 wird in den USA gewählt. Bis dahin wird vermutlich versucht, die Wogen der Eurokrise zu glätten, um die Wahl einigermaßen ungestört ablaufen zu lassen.
3) Aktien haben in den vergangenen Wochen gut performt: Die Zuversicht ist gestiegen, das Sentiment hat sich etwas gedreht. Die Aktienmärkte scheinen auch – anders als früher – von den Inflationsängsten profitiert zu haben. Früher haben die Notenbanken bei steigender Inflation mit Zinserhöhungen reagiert. Das können sie heute nicht mehr tun, um die Stabilität der Staatsanleihemärkte Europas nicht zu gefährden. Im Ergebnis heißt das: Die Inflation lässt man laufen, die Liquidität wird nicht abgeschöpft und Zinserhöhungen bleiben aus. Davon profitieren die Aktien- wie die Rohstoffmärkte.
Charttechnik
Charttechnisch betrachtet ist der langfristige Aufwärtstrend bei Gold weiterhin voll intakt. Es scheint sich aktuell ein bullishes Dreieck auszubilden, was nach der Lehre eher für steigende Kurse spricht. Sobald die Kanten dieser Formation nach oben durchbrochen werden, ist der Weg frei für neue Allzeithochs. Und das sowohl beim Goldpreis gegen US-Dollar als auch beim Goldpreis gegen Euro. Der Anfangspunkt dieser Formation liegt im August 2011 und es kann sich durchaus noch zwei bis drei Monate hinziehen, bis dieses Chartmuster vollendet wird und sich eine neue dynamische Aufwärtsbewegung anschließt.
Wir möchten unseren Kunden keine Lesart aufdrängen. Letztendlich entscheidet jeder Anleger für sich, ob er seine Quote an Edelmetallen im Portfolio erhöhen oder absenken möchte. Und für ein Handelshaus wie pro aurum mit verbindlichen An- und Verkaufskursen macht es auch keinen Unterschied. Aber wir sind felsenfest davon überzeugt, dass die Eurokrise noch nicht ausgestanden ist. Aus diesem Grund halten wir an Edelmetallen als festen Bestandteilen eines Krisenportfolios fest. Wir raten weiterhin zu einem Anteil von 20 Prozent des liquiden Anlagevermögens. Die pro aurum Geschäftsführung sieht hohes Wachstumspotenzial, aus diesem Grund stocken wir kontinuierlich Personal auf und investieren in neue Geschäftsstellen wie die erst kürzlich eröffnete Niederlassung in Düsseldorf.
Auch bei Edelmetallaktien erwarte ich in den kommenden Monaten eine Aufwärtsdynamik. Natürlich hat die seit mehr als 15 Monaten andauernde Korrektur bei den Rohstoff- und insbesondere Edelmetallaktien bei allen in diesem Bereich investierten Fonds Spuren hinterlassen. So auch bei unserem Fonds pro aurum ValueFlex, der zum Großteil sein Aktien-Exposure in diesem Sektor investiert.
Gerade wegen der negativen Entwicklung der vergangenen Monate sehen wir die Goldminen aktuell auf einem extrem unterbewerteten und deshalb hochinteressanten Kaufniveau. Hierzu ein kurzer Exkurs von Uwe Bergold, der als Gesellschafter der pro aurum value GmbH verantwortlich für die Anlagestrategie unseres Investmentfonds ist.
Edelmetallaktien
„Nach einer mehr als sechsjährigen hochvolatilen Seitwärtsbewegung bilden die Edelmetallminen seit Monaten ein signifikantes Mehrjahrestief aus, vergleichbar mit dem Tief im Oktober 2000 oder dem im Oktober 2008. In allen drei Analysebereichen - ob fundamental, markt- oder stimmungstechnisch - ähnelt die aktuelle Situation ziemlich stark den vorherigen Mehrjahrestiefs. Die fundamentalen Bewertungskennzahlen sind aktuell sogar günstiger als 2008 oder 2000, als die strategische Edelmetall-Hausse begann. Ich sehe aktuell eine extrem günstige Nachkaufgelegenheit für unseren Mischfonds pro aurum ValueFlex. Aufgrund seines knapp 30-prozentigen Goldanteils und seiner dividendenstarken Rohstoffaktien, mit Schwerpunkt auf Gold- und Silberminen, wird er überproportional stark am nächsten taktischen Aufwärtsimpuls partizipieren.“
Fazit
Von Anleihen raten wir weiterhin ab. Bei einer Rendite von unter zwei Prozent bei zehnjährigen Bundesanleihen und einer offiziellen Inflationsrate von 2,6 Prozent verlieren die Anleger täglich Geld. Neben der negativer Verzinsung gibt es zudem ein Ausfallrisiko und nicht zuletzt auch ein Kursrisiko. Denn trotz der Zentralbankinterventionen ist es unvermeidlich, dass die Zinssätze wieder steigen werden. Steigende Zinssätze bedeuten nun einmal sinkende Anleihekurse. Zudem sind viele Krisen-Länder nicht in der Lage, ihre Schulden zu tilgen – das Risiko des Ausfalls besteht also fort.
Wir halten an unseren langfristigen Edelmetallbeständen fest. In Erwartung einer Fortsetzung der Eurokrise nutzen wir Korrekturen wie diese, um unsere Bestände weiter aufzustocken. Dabei erscheinen uns die Edelmetallaktien aktuell auf einem äußerst interessanten Niveau – dies ist geradezu eine Einladung für Anleger, deren Investitionsquote im Edelmetallbereich noch nicht überhöht ist.
World Gold Council erwartet weitere Preisanstiege bei Gold
Der Goldpreis wird seinen langjährigen Aufwärtstrend beibehalten – trotz der vorerst geringeren Chancen auf eine weitere Runde der „quantitativen Lockerung“ durch die US-Notenbank. So beurteilt der Branchenverband World Gold Council (WGC) die Aussichten für das gelbe Metall. Gold bleibe ein weltweit beliebtes Absicherungsinstrument sowohl gegen Deflation und als auch gegen Inflation, heißt es im jüngsten vierteljährlichen Marktkommentar.
Die zurückhaltenden Äußerungen der Federal Reserve zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik wirkten sich negativ auf den US-Dollar aus. Die Befürchtung, dies würde auch dem Goldpreis schaden, bewahrheitete sich jedoch nicht. So konnte Gold in US-Dollar ausgedrückt gegenüber dem Vorquartal um 8,6 Prozent an Wert zulegen, wie das WGC mitteilte. Preistreiber waren etwa steigende Ölpreise, die Inflationsängste schürten. Aber auch die Staatsschuldenkrise in Europa sorgte für Unsicherheit unter den Anlegern und löste eine erneute Fluchtreaktion in sogenannte „sichere Häfen“ aus.
"Herausforderung" Emerging Markets
Ein herausforderndes Umfeld stellten während des ersten Quartals 2012 auch Länder wie Indien und China dar. Die beiden gehören zu den größten Goldkäufern der Welt. In China kam es etwa zu einer Eintrübung der ökonomischen Indikatoren, die indische Regierung führte dagegen Einfuhrzölle für Gold ein und erhöhte die Schmucksteuer. Nichtsdestoweniger konnte der Goldpreis weiterhin eine „positive (Aufwärts-)Neigung“ zeigen, so das Resümee des WGC.
Die zurückhaltenden Äußerungen der Federal Reserve zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik wirkten sich negativ auf den US-Dollar aus. Die Befürchtung, dies würde auch dem Goldpreis schaden, bewahrheitete sich jedoch nicht. So konnte Gold in US-Dollar ausgedrückt gegenüber dem Vorquartal um 8,6 Prozent an Wert zulegen, wie das WGC mitteilte. Preistreiber waren etwa steigende Ölpreise, die Inflationsängste schürten. Aber auch die Staatsschuldenkrise in Europa sorgte für Unsicherheit unter den Anlegern und löste eine erneute Fluchtreaktion in sogenannte „sichere Häfen“ aus.
"Herausforderung" Emerging Markets
Ein herausforderndes Umfeld stellten während des ersten Quartals 2012 auch Länder wie Indien und China dar. Die beiden gehören zu den größten Goldkäufern der Welt. In China kam es etwa zu einer Eintrübung der ökonomischen Indikatoren, die indische Regierung führte dagegen Einfuhrzölle für Gold ein und erhöhte die Schmucksteuer. Nichtsdestoweniger konnte der Goldpreis weiterhin eine „positive (Aufwärts-)Neigung“ zeigen, so das Resümee des WGC.
Die Rally beim Goldpreis ist noch nicht vorbei
Wer zu Jahresbeginn darauf vertraut hat, dass Minenaktien 2012 ihren Rückstand gegenüber dem Goldpreis aufholen, sieht sich bislang getäuscht. Joe Foster, Manager des Falcon Gold Equity Fund, nennt die Gründe
DAS INVESTMENT: 2011 war ein schlechtes Jahr für Goldminenaktien, und 2012 scheint nicht besser zu werden. Woran liegt‘s?
Joe Foster: Der Hauptgrund liegt unseres Erachtens darin, dass derzeit generell eine Neubewertung des Aktien-Sektors stattfindet. In der Folge akzeptieren viele Marktteilnehmer heute nicht mehr die Bewertungen, die noch vor einigen Jahren als normal oder fair galten. Im Goldminen-Sektor kommen enttäuschende Ergebnisse hinzu, die vor allem auf höhere Betriebs- und Kapitalkosten zurückgehen.
Wann könnte sich der negative Trend umkehren?
Foster: Das ist nur schwer vorherzusagen. Wir rechnen schon eine ganze Weile damit, dass sich die Lücke zwischen dem Goldpreis und den Minenaktien schließt. Die wichtigste Voraussetzung für nachhaltig steigende Kurse bleibt allerdings ein steigender Goldpreis, und danach sieht es in den kommenden Monaten nicht aus. Ferner müssen die Unternehmen einfach einen besseren Job machen und ihre Ziele erreichen.
Warum kommt vom Goldpreis so wenig Unterstützung?
Foster: Das Bedürfnis vieler Anleger, einen sicheren Hafen und eine Alternative zu Anleihen und zum US-Dollar zu finden, hat in den vergangenen Monaten nachgelassen. Dazu beigetragen hat auch die Erwartung, dass die von der amerikanischen Notenbank betriebene Politik des Quantitative Easing zu Ende geht. Die Spekulation darauf könnte sich angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Abschwächung jedoch als verfrüht erweisen. Auch die Schuldenkrise in Europa ist von einer Lösung noch weit entfernt. In der zweiten Jahreshälfte rechne ich deshalb durchaus wieder mit einem höheren Goldpreis. Die 2001 begonnene Rally ist noch nicht vorbei.
Wie hat sich die von Ihnen angesprochene Bewertung des Minensektors konkret verändert?
Foster: In der Vergangenheit wurden Goldminenaktien vielfach mit einem Aufschlag auf den Buchwert gehandelt, der sich bei einem Faktor von 1,5 eingependelt hatte. Heute liegt der Faktor nahe bei 1 – wobei es natürlich immer auf das einzelne Unternehmen ankommt.
In welchem Marktsegment finden Sie in diesem Umfeld die interessantesten Papiere?
Foster: Ganz klar bei kleineren und mittelgroßen Unternehmen. Der Anteil entsprechender Titel am Fondsvermögen beträgt rund 75 Prozent
DAS INVESTMENT: 2011 war ein schlechtes Jahr für Goldminenaktien, und 2012 scheint nicht besser zu werden. Woran liegt‘s?
Joe Foster: Der Hauptgrund liegt unseres Erachtens darin, dass derzeit generell eine Neubewertung des Aktien-Sektors stattfindet. In der Folge akzeptieren viele Marktteilnehmer heute nicht mehr die Bewertungen, die noch vor einigen Jahren als normal oder fair galten. Im Goldminen-Sektor kommen enttäuschende Ergebnisse hinzu, die vor allem auf höhere Betriebs- und Kapitalkosten zurückgehen.
Wann könnte sich der negative Trend umkehren?
Foster: Das ist nur schwer vorherzusagen. Wir rechnen schon eine ganze Weile damit, dass sich die Lücke zwischen dem Goldpreis und den Minenaktien schließt. Die wichtigste Voraussetzung für nachhaltig steigende Kurse bleibt allerdings ein steigender Goldpreis, und danach sieht es in den kommenden Monaten nicht aus. Ferner müssen die Unternehmen einfach einen besseren Job machen und ihre Ziele erreichen.
Warum kommt vom Goldpreis so wenig Unterstützung?
Foster: Das Bedürfnis vieler Anleger, einen sicheren Hafen und eine Alternative zu Anleihen und zum US-Dollar zu finden, hat in den vergangenen Monaten nachgelassen. Dazu beigetragen hat auch die Erwartung, dass die von der amerikanischen Notenbank betriebene Politik des Quantitative Easing zu Ende geht. Die Spekulation darauf könnte sich angesichts der aktuellen wirtschaftlichen Abschwächung jedoch als verfrüht erweisen. Auch die Schuldenkrise in Europa ist von einer Lösung noch weit entfernt. In der zweiten Jahreshälfte rechne ich deshalb durchaus wieder mit einem höheren Goldpreis. Die 2001 begonnene Rally ist noch nicht vorbei.
Wie hat sich die von Ihnen angesprochene Bewertung des Minensektors konkret verändert?
Foster: In der Vergangenheit wurden Goldminenaktien vielfach mit einem Aufschlag auf den Buchwert gehandelt, der sich bei einem Faktor von 1,5 eingependelt hatte. Heute liegt der Faktor nahe bei 1 – wobei es natürlich immer auf das einzelne Unternehmen ankommt.
In welchem Marktsegment finden Sie in diesem Umfeld die interessantesten Papiere?
Foster: Ganz klar bei kleineren und mittelgroßen Unternehmen. Der Anteil entsprechender Titel am Fondsvermögen beträgt rund 75 Prozent
Zentralbanken stützen Goldpreis
Obwohl die europäische Schuldenkrise mit der Herabstufung der Kreditwürdigkeit Spaniens auf BBB+ wieder hoch gekocht ist und sich die US-amerikanische FED jüngst erneut gegen eine Anhebung der Leitzinsen entschieden hat, bleibt die Nachfrage nach Gold schwach. „Das Thema Schuldenkrise und Niedrigzinsen ist längst kein Argument mehr“, erklärt Martin Siegel, Edelmetallexperte und Geschäftsführer der Stabilitas GmbH. „Diejenigen, die sich gegen eine Eurokrise absichern wollten, haben das mit entsprechenden Goldinvestments bereits getan. Erst wenn neue Ereignisse eintreten, mit denen bisher keiner rechnet, kommen auch neue Anleger in den Markt“, so Siegel.
Stabile Zentralbanken-Nachfrage stützt Goldpreis
Der Goldpreis schloss im Monat April praktisch unverändert. „Dass der Preis nicht gefallen ist, liegt vor allem an der stabilen Goldnachfrage der Zentralbanken.“ Zusammen mit China gleiche diese die teils rückläufige Nachfrage der indischen Schmuckindustrie aus. Dass Gold aktuell wenig Beachtung findet, verunsichert Siegel keinesfalls. „Das sind ganz normale Schwankungen und linear steigende Märkte gibt es bei keiner Assetklasse.“
Der Experte weiß, dass Anleger die Entwertung ihres Geldes zunehmend erkennen werden. Allein der Blick auf den Immobilienmarkt führe dies schon heute vor Augen: „Während Immobilienpreise in den vergangenen zehn Jahren nahezu unverändert blieben, steigen die Kauf- und Mietpreise seit zwei, drei Jahren in guten Lagen um zweistellige Raten an.“ Die anhaltende Niedrigzinspolitik in den USA bis mindestens Ende 2014 und die Politik der EZB setze klare Signale in Richtung Inflation, was sich längerfristig positiv auf Edelmetalle, Aktien und Immobilien auswirken werde.
Palladiumpreise im Aufwind
Während sich Silber und Platin im April mit rund minus vier Prozent deutlich schlechter entwickelten ging es bei Palladium hingegen mit mehr als vier Prozent nach oben. Als Gründe hierfür könnten die geringeren Palladiumausfuhren aus Russland, niedrigere Produktionsniveaus in südafrikanischen Minen sowie eine starke Nachfrage aus der Automobilbranche und der Schmuckindustrie gesehen werden.
Minenaktien zum Monatsende gedreht
Im April haben die Aktien der Minengesellschaften die schlechte Märzentwicklung größtenteils fortgesetzt und sind sogar noch weiter gefallen. In der letzten Aprilwoche hat sich der Markt dann allerdings gedreht. „Auch wenn wir noch nicht wieder im positiven Bereich sind, konnten Minenaktien einen Teil ihrer Verluste wettmachen“, sagt Siegel. „Einige Werte haben in nur zwei bis drei Tagen fast 20 Prozent zugelegt – das zeigt, was für große Potenziale in Minenaktien stecken.“ Als Beispiele nennt der Edelmetallexperte Titel wie Lake Shore Gold, Aurcana oder Avion Gold. „Ob diese Entwicklung allerdings eine allgemeine Trendwende eingeläutet hat, bleibt abzuwarten.“
Basismetalle verhielten sich uneinheitlich. Während sich Nickel und Zinn auf relativ hohem Niveau eher konstant entwickelten, ging es bei Zink (plus 3 Prozent) und Blei (plus 5,5 Prozent) deutlich aufwärts. Auch die Lage am Ölmarkt scheine sich beruhigt zu haben – weitere Preissteigerungen blieben aus. „Das ist vor allem auf eine Erhöhung der Förderquote von Seiten der OPEC sowie die erneut aufkeimenden Sorgen hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung in Europa zurückzuführen“, sagt Siegel.
Stabile Zentralbanken-Nachfrage stützt Goldpreis
Der Goldpreis schloss im Monat April praktisch unverändert. „Dass der Preis nicht gefallen ist, liegt vor allem an der stabilen Goldnachfrage der Zentralbanken.“ Zusammen mit China gleiche diese die teils rückläufige Nachfrage der indischen Schmuckindustrie aus. Dass Gold aktuell wenig Beachtung findet, verunsichert Siegel keinesfalls. „Das sind ganz normale Schwankungen und linear steigende Märkte gibt es bei keiner Assetklasse.“
Der Experte weiß, dass Anleger die Entwertung ihres Geldes zunehmend erkennen werden. Allein der Blick auf den Immobilienmarkt führe dies schon heute vor Augen: „Während Immobilienpreise in den vergangenen zehn Jahren nahezu unverändert blieben, steigen die Kauf- und Mietpreise seit zwei, drei Jahren in guten Lagen um zweistellige Raten an.“ Die anhaltende Niedrigzinspolitik in den USA bis mindestens Ende 2014 und die Politik der EZB setze klare Signale in Richtung Inflation, was sich längerfristig positiv auf Edelmetalle, Aktien und Immobilien auswirken werde.
Palladiumpreise im Aufwind
Während sich Silber und Platin im April mit rund minus vier Prozent deutlich schlechter entwickelten ging es bei Palladium hingegen mit mehr als vier Prozent nach oben. Als Gründe hierfür könnten die geringeren Palladiumausfuhren aus Russland, niedrigere Produktionsniveaus in südafrikanischen Minen sowie eine starke Nachfrage aus der Automobilbranche und der Schmuckindustrie gesehen werden.
Minenaktien zum Monatsende gedreht
Im April haben die Aktien der Minengesellschaften die schlechte Märzentwicklung größtenteils fortgesetzt und sind sogar noch weiter gefallen. In der letzten Aprilwoche hat sich der Markt dann allerdings gedreht. „Auch wenn wir noch nicht wieder im positiven Bereich sind, konnten Minenaktien einen Teil ihrer Verluste wettmachen“, sagt Siegel. „Einige Werte haben in nur zwei bis drei Tagen fast 20 Prozent zugelegt – das zeigt, was für große Potenziale in Minenaktien stecken.“ Als Beispiele nennt der Edelmetallexperte Titel wie Lake Shore Gold, Aurcana oder Avion Gold. „Ob diese Entwicklung allerdings eine allgemeine Trendwende eingeläutet hat, bleibt abzuwarten.“
Basismetalle verhielten sich uneinheitlich. Während sich Nickel und Zinn auf relativ hohem Niveau eher konstant entwickelten, ging es bei Zink (plus 3 Prozent) und Blei (plus 5,5 Prozent) deutlich aufwärts. Auch die Lage am Ölmarkt scheine sich beruhigt zu haben – weitere Preissteigerungen blieben aus. „Das ist vor allem auf eine Erhöhung der Förderquote von Seiten der OPEC sowie die erneut aufkeimenden Sorgen hinsichtlich der Wirtschaftsentwicklung in Europa zurückzuführen“, sagt Siegel.
Abwärts beim Goldpreis
Der mittelfristige Abwärtstrend ist weiterhin intakt und Kurse bis zu 1.523 US-Dollar wären nun keine Überraschung mehr.
Wenn dann auch hier kein Kaufdruck aufkommt, dann liegen die Ziele auf der Unterseite bei 1.430 US-Dollar und 1.270 US-Dollar. ACHTUNG: Im Extremfall könnte Gold sogar bis etwa 1.060 US-Dollar fallen und wäre langfristig immer noch im Aufwärtstrend!
Noch ist es nicht soweit und auch wenn sich das Chartbild eingetrübt hat, sind die mittelfristigen Ziele auf der Oberseite noch nicht vom Tisch. Um ein Kaufsignal zu erzeugen, müssten jetzt 1.700 US-Dollar und insbesondere 1.730 US-Dollar nachhaltig, also auf Wochensicht, besser auf Monatssicht überwunden werden. Dann ergäben sich sofort eine kurzfristige Chance auf das Erreichen von 2.000 US-Dollar und langfristig 3.000 US-Dollar.
Wie sollten sich die Anleger also verhalten? Nun, das hängt von dem Ziel Ihrer Anlage ab.
Vorsorge: Haben Sie Gold, am besten in physischer Form, im Schließfach oder Tresor oder unter der Bettdecke als Beimischung ihrer Vermögensanlage in Höhe von 10-20 Prozent, dann brauchen Sie keine weiteren Vorkehrungen zu treffen. Es ist durchaus normal, dass Vermögensanlagen sich gegenläufig entwickeln, das Ziel ist eine positive Rendite unter dem Strich.
Zu Ihrem Vermögen müssen Sie natürlich auch eine selbstgenutzte Immobilien zählen und gerade in Ballungsgebieten können Sie feststellen, dass sich der Wert hier in den letzten Jahren deutlich erhöht hat. Wichtig für den langfristigen Erfolg ist eine aufgewogene Mischung mit der Sie gut schlafen können.
Investition: Sie haben Gold gekauft um mittelfristig eine positive Rendite zu erzielen und würden dann bei entsprechendem Gewinn die Position auch wieder verkaufen? Dann sollten Sie die Marke von 1.523 US-Dollar auf Wochen bzw. auf Monatssicht genauestens beobachten. Darunter wären die Chancen auf rasch steigende Kurse deutlich gesunken und die Investition sollte auf den Prüfstand kommen!
Trading: Wenn Sie eine Position offen haben, dann vermutlich am ehesten eine Spekulation auf fallende Kurse, eröffnet bei letzten Rücklauf an die kurzfristige Abwärtstrendlinie bei 1.670 US-Dollar. Hier wäre der Stopp-Loss bereits im Gewinn. Aktuell bietet sich die Eröffnung neuer Positionen nicht an.
Direkt an der Unterstützung bei 1.523 US-Dollar könnte man spekulativ eine Long-Position eröffnen und auf eine Gegenbewegung in Richtung 1.600 US-Dollar spekulieren. Die Verlustbegrenzung sollte dann bei etwa 1.495 US-Dollar liegen und streng eingehalten werden. Je schneller diese Marke erreicht wird, desto höher die Chance auf einen schnellen Rebound!
Lars Erichsen - Chefredakteur Trading Brief
Wenn dann auch hier kein Kaufdruck aufkommt, dann liegen die Ziele auf der Unterseite bei 1.430 US-Dollar und 1.270 US-Dollar. ACHTUNG: Im Extremfall könnte Gold sogar bis etwa 1.060 US-Dollar fallen und wäre langfristig immer noch im Aufwärtstrend!
Noch ist es nicht soweit und auch wenn sich das Chartbild eingetrübt hat, sind die mittelfristigen Ziele auf der Oberseite noch nicht vom Tisch. Um ein Kaufsignal zu erzeugen, müssten jetzt 1.700 US-Dollar und insbesondere 1.730 US-Dollar nachhaltig, also auf Wochensicht, besser auf Monatssicht überwunden werden. Dann ergäben sich sofort eine kurzfristige Chance auf das Erreichen von 2.000 US-Dollar und langfristig 3.000 US-Dollar.
Wie sollten sich die Anleger also verhalten? Nun, das hängt von dem Ziel Ihrer Anlage ab.
Vorsorge: Haben Sie Gold, am besten in physischer Form, im Schließfach oder Tresor oder unter der Bettdecke als Beimischung ihrer Vermögensanlage in Höhe von 10-20 Prozent, dann brauchen Sie keine weiteren Vorkehrungen zu treffen. Es ist durchaus normal, dass Vermögensanlagen sich gegenläufig entwickeln, das Ziel ist eine positive Rendite unter dem Strich.
Zu Ihrem Vermögen müssen Sie natürlich auch eine selbstgenutzte Immobilien zählen und gerade in Ballungsgebieten können Sie feststellen, dass sich der Wert hier in den letzten Jahren deutlich erhöht hat. Wichtig für den langfristigen Erfolg ist eine aufgewogene Mischung mit der Sie gut schlafen können.
Investition: Sie haben Gold gekauft um mittelfristig eine positive Rendite zu erzielen und würden dann bei entsprechendem Gewinn die Position auch wieder verkaufen? Dann sollten Sie die Marke von 1.523 US-Dollar auf Wochen bzw. auf Monatssicht genauestens beobachten. Darunter wären die Chancen auf rasch steigende Kurse deutlich gesunken und die Investition sollte auf den Prüfstand kommen!
Trading: Wenn Sie eine Position offen haben, dann vermutlich am ehesten eine Spekulation auf fallende Kurse, eröffnet bei letzten Rücklauf an die kurzfristige Abwärtstrendlinie bei 1.670 US-Dollar. Hier wäre der Stopp-Loss bereits im Gewinn. Aktuell bietet sich die Eröffnung neuer Positionen nicht an.
Direkt an der Unterstützung bei 1.523 US-Dollar könnte man spekulativ eine Long-Position eröffnen und auf eine Gegenbewegung in Richtung 1.600 US-Dollar spekulieren. Die Verlustbegrenzung sollte dann bei etwa 1.495 US-Dollar liegen und streng eingehalten werden. Je schneller diese Marke erreicht wird, desto höher die Chance auf einen schnellen Rebound!
Lars Erichsen - Chefredakteur Trading Brief
Gold – von der Krisenwährung zum Risiko-Investment
So wie die Griechen aktuell ihre Bankkonten leer räumen, machen die Investoren wieder Gold zu Geld und verkaufen das einst als Krisenwährung geltende Edelmetall. Der Grund ist in beiden Fällen der Gleiche, erklärt Torsten Gellert, Managing Direktor von Forex Capital Markets (FXCM), in seinem wöchentlichen Marktkommentar. „Beide wissen nicht, wie es nach der geplatzten Regierungsbildung mit Griechenland, mit dem Euro und Europa weitergeht und werden zunehmend nervöser.“ Den Goldpreis belasten in der Folge die fallenden Aktienmärkte und ein steigender US-Dollar, dazu komme eine geringer als erwartet ansteigende Inflation. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Goldpreis ist in diesem Monat um acht Prozent gefallen und notiert aktuell bei 1.540 US-Dollar pro Feinunze, von der Spitze bei 1.920 US-Dollar trennen ihn sogar knapp 20 Prozent.
Damit werde das einst sicher geglaubte Investment auf einmal zu einem Unsicherheitsfaktor und macht die Anleger genauso nervös wie das Engagement in anderen Assetklassen, sagt Gellert. Und mehr noch: „Die Verluste bei Aktien und Derivaten lassen in diesen Tagen die Liquidität der spekulativ orientierten und auch mit Hebel agierenden Marktteilnehmer schmelzen. Die Not treibt auch sie nun zu Verkäufen ihrer Goldpositionen, bevor diese noch weiter im Wert fallen.“ Den Sonderstatus gegenüber anderen Rohstoffen scheint das Edelmetall vorerst verloren zu haben. Allerdings ging die Talfahrt hier etwas gebremster vonstatten als bei anderen Commodities. So ist er Ölpreis seit Anfang des Monats um 13 Prozent gefallen, eine Feinunze Silber ist zwölf Prozent weniger wert als noch Anfang Mai.
US-Dollar schwächt den Goldpreis
Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der Rohstoffpreise sei dem Währungsexperten zufolge der US-Dollar. Wegen der Notierung der Rohstoffe in US-Dollar werden sie bei einem steigenden Greenback für ausländische Investoren immer teurer und damit unattraktiver. Kaufen sie dennoch zu einem höheren Dollarkurs und fällt dieser dann wieder, komme noch das entsprechende Währungsrisiko dazu. Umgekehrt konnten deshalb zumindest die Goldkäufer aus der Eurozone ihren Verlust durch den gestiegenen US-Dollar etwas abfedern, in Euro gerechnet ist der Goldpreis im gleichen Zeitraum um „nur“ vier Prozent gefallen.
Aber wo bleibt die Nachfrage nach Gold aus Angst, durch Inflation und der damit drohenden schrittweisen Vernichtung seines realen Kapitals in ein paar Jahren mit sehr viel weniger Kaufkraft dazustehen? Die Gegenfrage darauf lautet wohl eher: Wo bleibt die Inflation? „Die Antwort ist auf den ersten Blick nicht ganz einfach. Zwar muss man konstatieren, wenn jetzt sogar schon Finanzminister Schäuble für höhere Löhne in Deutschland plädiert und die BILD-Zeitung nach Äußerungen eines Bundesbankers den „Inflations-Alarm!“ ausruft, sind Tendenzen für eine schleichende Geldentwertung erkennbar. Allerdings steht dem aktuell eine Lage der Weltwirtschaft entgegen, die noch weit entfernt von stark steigenden Preisen ist, eher sogar deflationäre Ängste aufkommen lässt“, so Gellert.
Richtiger Weg aus der Krise?
Vielmehr scheint es so, dass das Geld aus den ganzen Maßnahmen der Notenbanken weltweit nicht in Form von wachstumsfördernden Krediten in der Realwirtschaft ankommt. Stattdessen bauen die angeschlagenen Banken mit dem billigen Geld ihre Kapitalreserven auf, um das Risiko zu verringern, bei Turbulenzen in Schieflage zu geraten. Dieser Effekt verstärke sich laut Gellert mit der weiter anhaltenden Unsicherheit an den Finanzmärkten. Und so bliebe auch fraglich, ob die Strategie, weiter auf diese Art Geld in den Markt zu pumpen, der richtige Weg aus der Krise ist.
„Aktuell stehen die Ampeln für ein Investment in Gold meiner Meinung nicht auf Grün. Ich würde zunächst abwarten, bis sich ein Boden ausbildet. Der Weg dann zurück in einem ersten Schritt auf die 1.670 US-Dollar von Anfang Mai und später in Richtung Allzeithoch wird lang und schwer werden“, konstatiert Gellert. Wären die aufgrund von Fehlspekulationen nervösen Hände allerdings aus dem Markt und gerieten die Märkte wieder in ruhigeres Fahrwasser, könnte das Gold überproportional profitieren und eine sehr viel bessere 2. Jahreshälfte erleben, so das Fazit.
Damit werde das einst sicher geglaubte Investment auf einmal zu einem Unsicherheitsfaktor und macht die Anleger genauso nervös wie das Engagement in anderen Assetklassen, sagt Gellert. Und mehr noch: „Die Verluste bei Aktien und Derivaten lassen in diesen Tagen die Liquidität der spekulativ orientierten und auch mit Hebel agierenden Marktteilnehmer schmelzen. Die Not treibt auch sie nun zu Verkäufen ihrer Goldpositionen, bevor diese noch weiter im Wert fallen.“ Den Sonderstatus gegenüber anderen Rohstoffen scheint das Edelmetall vorerst verloren zu haben. Allerdings ging die Talfahrt hier etwas gebremster vonstatten als bei anderen Commodities. So ist er Ölpreis seit Anfang des Monats um 13 Prozent gefallen, eine Feinunze Silber ist zwölf Prozent weniger wert als noch Anfang Mai.
US-Dollar schwächt den Goldpreis
Ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der Rohstoffpreise sei dem Währungsexperten zufolge der US-Dollar. Wegen der Notierung der Rohstoffe in US-Dollar werden sie bei einem steigenden Greenback für ausländische Investoren immer teurer und damit unattraktiver. Kaufen sie dennoch zu einem höheren Dollarkurs und fällt dieser dann wieder, komme noch das entsprechende Währungsrisiko dazu. Umgekehrt konnten deshalb zumindest die Goldkäufer aus der Eurozone ihren Verlust durch den gestiegenen US-Dollar etwas abfedern, in Euro gerechnet ist der Goldpreis im gleichen Zeitraum um „nur“ vier Prozent gefallen.
Aber wo bleibt die Nachfrage nach Gold aus Angst, durch Inflation und der damit drohenden schrittweisen Vernichtung seines realen Kapitals in ein paar Jahren mit sehr viel weniger Kaufkraft dazustehen? Die Gegenfrage darauf lautet wohl eher: Wo bleibt die Inflation? „Die Antwort ist auf den ersten Blick nicht ganz einfach. Zwar muss man konstatieren, wenn jetzt sogar schon Finanzminister Schäuble für höhere Löhne in Deutschland plädiert und die BILD-Zeitung nach Äußerungen eines Bundesbankers den „Inflations-Alarm!“ ausruft, sind Tendenzen für eine schleichende Geldentwertung erkennbar. Allerdings steht dem aktuell eine Lage der Weltwirtschaft entgegen, die noch weit entfernt von stark steigenden Preisen ist, eher sogar deflationäre Ängste aufkommen lässt“, so Gellert.
Richtiger Weg aus der Krise?
Vielmehr scheint es so, dass das Geld aus den ganzen Maßnahmen der Notenbanken weltweit nicht in Form von wachstumsfördernden Krediten in der Realwirtschaft ankommt. Stattdessen bauen die angeschlagenen Banken mit dem billigen Geld ihre Kapitalreserven auf, um das Risiko zu verringern, bei Turbulenzen in Schieflage zu geraten. Dieser Effekt verstärke sich laut Gellert mit der weiter anhaltenden Unsicherheit an den Finanzmärkten. Und so bliebe auch fraglich, ob die Strategie, weiter auf diese Art Geld in den Markt zu pumpen, der richtige Weg aus der Krise ist.
„Aktuell stehen die Ampeln für ein Investment in Gold meiner Meinung nicht auf Grün. Ich würde zunächst abwarten, bis sich ein Boden ausbildet. Der Weg dann zurück in einem ersten Schritt auf die 1.670 US-Dollar von Anfang Mai und später in Richtung Allzeithoch wird lang und schwer werden“, konstatiert Gellert. Wären die aufgrund von Fehlspekulationen nervösen Hände allerdings aus dem Markt und gerieten die Märkte wieder in ruhigeres Fahrwasser, könnte das Gold überproportional profitieren und eine sehr viel bessere 2. Jahreshälfte erleben, so das Fazit.
Der Goldpreis wird um 15 Prozent pro Jahr steigen
Alan Mudie glaubt an eine weitere Preissteigerung bei Gold. Das bekräftigte der Investment-Chef der Private-Banking-Abteilung der Union Bancaire Privée jüngst in einem Interview. Den Haupttreiber sieht er im schwächelnden Euro
Laut Alan Mudie tragen vor allem spekulative Investoren die Schuld an der Volatilität des Goldpreises. Lag der Preis für eine Unze Gold im September 2011 noch bei 1.921 US-Dollar, sind es derzeit nur noch um die 1.550 Dollar. Der ohnehin kleine Markt verschärfe das Phänomen noch, so der Investment-Chef der Private-Banking-Abteilung der Union Bancaire Privée gegenüber dem Branchendienst „Finews.ch“.
Der Aussage einiger Experten, die Goldblase sei geplatzt, widerspricht der Brite ausdrücklich: Er sehe keine Blase beim Goldpreis; dafür spiele Gold eine zu geringe Rolle in den meisten Portfolios.
Statt eines Preisrutsches erwartet Mudie einen kontinuierlichen Anstieg des Goldpreises: 15 Prozent Zuwachs pro Jahr hält er für möglich. Als Grund für die Annahme nennt er die Eurokrise, die zu einer Währungsentwertung führt. Das Gold entwickelt sich seiner Ansicht nach zu einer Währung, die dem Kapitalerhalt dienen soll.
Außerdem stiege der Goldpreis, da der Goldabbau immer schwieriger und damit teurer werde. Zudem würden viele Schwellenländer vermehrt Gold kaufen, um ihre Währungsreserven breiter aufzustellen
Laut Alan Mudie tragen vor allem spekulative Investoren die Schuld an der Volatilität des Goldpreises. Lag der Preis für eine Unze Gold im September 2011 noch bei 1.921 US-Dollar, sind es derzeit nur noch um die 1.550 Dollar. Der ohnehin kleine Markt verschärfe das Phänomen noch, so der Investment-Chef der Private-Banking-Abteilung der Union Bancaire Privée gegenüber dem Branchendienst „Finews.ch“.
Der Aussage einiger Experten, die Goldblase sei geplatzt, widerspricht der Brite ausdrücklich: Er sehe keine Blase beim Goldpreis; dafür spiele Gold eine zu geringe Rolle in den meisten Portfolios.
Statt eines Preisrutsches erwartet Mudie einen kontinuierlichen Anstieg des Goldpreises: 15 Prozent Zuwachs pro Jahr hält er für möglich. Als Grund für die Annahme nennt er die Eurokrise, die zu einer Währungsentwertung führt. Das Gold entwickelt sich seiner Ansicht nach zu einer Währung, die dem Kapitalerhalt dienen soll.
Außerdem stiege der Goldpreis, da der Goldabbau immer schwieriger und damit teurer werde. Zudem würden viele Schwellenländer vermehrt Gold kaufen, um ihre Währungsreserven breiter aufzustellen
Gold mit größtem Kursplus seit 2009
Die Weltbörsen haben ihre Talfahrt beschleunigt: Investoren spekulieren nun darauf, dass US-Notenbank und EZB die Geldschleusen erneut öffnen, um die Weltwirtschaft vor der Rezession zu retten. Dies treibt den Goldpreis kräftig an: Gold verbucht den größten Tagesgewinn seit dreieinhalb Jahren.
Spekulationen auf eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik haben dem Goldpreis am Freitag kräftigen Auftrieb gegeben. Eine Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich um 3,7 Prozent auf 1617,10 Dollar. Dies ist der größte Tagesgewinn seit etwa dreieinhalb Jahren.
Für Anleger aus der Euro-Zone verteuerte sich das als Inflationsschutz schlechthin betrachtete Gold um 3,3 Prozent. Mit 1302,42 Euro je Feinunze war es so teuer wie zuletzt Mitte März.
Gold hatte in den Wochen zuvor im Einklang mit den Aktien- und Rohstoffmärkten nachgegeben. Am Freitag zeichnete sich jedoch die gegenläufige Entwicklung ab: Während der Ölpreis ebenso wie viele Industrierohstoffe erneut kräftig nachgaben, legte die Krisenwährung Gold deutlich zu. Offenbar rechnen immer mehr Anleger mit einem erneuten Noteinsatz der Notenbanken.
Spekulationen auf eine weitere Lockerung der US-Geldpolitik haben dem Goldpreis am Freitag kräftigen Auftrieb gegeben. Eine Feinunze des Edelmetalls verteuerte sich um 3,7 Prozent auf 1617,10 Dollar. Dies ist der größte Tagesgewinn seit etwa dreieinhalb Jahren.
Für Anleger aus der Euro-Zone verteuerte sich das als Inflationsschutz schlechthin betrachtete Gold um 3,3 Prozent. Mit 1302,42 Euro je Feinunze war es so teuer wie zuletzt Mitte März.
Gold hatte in den Wochen zuvor im Einklang mit den Aktien- und Rohstoffmärkten nachgegeben. Am Freitag zeichnete sich jedoch die gegenläufige Entwicklung ab: Während der Ölpreis ebenso wie viele Industrierohstoffe erneut kräftig nachgaben, legte die Krisenwährung Gold deutlich zu. Offenbar rechnen immer mehr Anleger mit einem erneuten Noteinsatz der Notenbanken.
Gold ist mit einem Preis von 1800 Dollar fair bewertet"
Gold galt seit der Finanzkrise Ende 2008 als sicherer Hafen. Entsprechend stieg der Goldpreis und erreichte im September letzten Jahres mit rund 1.920 Dollar ein Allzeithoch. Seitdem ist der Preis des Edelmetalls zwischenzeitlich wieder auf rund 1.550 gesunken, und notiert derzeit bei rund 1.620 Dollar. FONDS professionell sprach mit dem Edelmetallexperten Martin Siegel über die weitere Entwicklung des Goldpreises und alternative Edelmetallinvestments.
Herr Siegel, Gold hat kaum eine realwirtschaftliche Bedeutung, wird aber von Anlegern, besonders in Wirtschaftskrisen, immer wieder gekauft. Ist das nicht ein letztlich sentimentales Festhalten an Gold als einem Zahlungsmittel, als was es bis zur Aufhebung der Bindung des US-Dollars an Gold 1971 noch fungierte?
Siegel: Es ist richtig, dass Gold keinen Wert an sich hat. Es wurde aber von Menschen über die Jahrhunderte immer geschätzt, weil man es tauschen konnte und immer noch kann. Gold ist selten, hat einen einzigartigen Glanz und lässt sich hervorragend zu Schmuck verarbeiten. Es ist daher kein Zufall, dass sich Gold weltweit über Jahrtausende als Währung durchgesetzt hat. Ich denke, dass Gold seinen Wert für die Menschen behalten wird. Hinzu kommt, dass Gold ein emotionales Investment und in vielen Religionen verwurzelt ist. Warum sollte sich die Menschheit also vom Gold als Tauschwert in Zukunft verabschieden und sich dem beliebig vermehrbaren Papiergeld oder einem anderen häufiger vorkommenden Metall zuwenden?
Im Mai ist der Preis für eine Feinunze Gold um acht Prozent gefallen und notiert aktuell bei rund 1.600 US-Dollar pro Feinunze. Von dem Höchstpreis von 1.920 US-Dollar trennen ihn sogar knapp 15 Prozent. Angesichts der Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und der Wirtschaftsmisere in vielen Industrieländern sollte man eigentlich das Gegenteil erwarten. Wohin geht Ihrer Meinung nach die Reise des Goldpreises?
Siegel: Ich halte Gold bei einem Preis von 1.800 US-Dollar für fair bewertet. Bei diesem Preis gleichen sich Angebot und Nachfrage langfristig aus. Vor allem das Verhalten der Notenbanken und der Investoren wird die Preisentwicklung maßgeblich mitbestimmen. Aufgrund der aktuellen Inflationspolitik der Zentralbanken halte ich einen Preisanstieg bis 2.000 Dollar noch im Jahresverlauf für realistisch. Darauf deutet alles hin: Der Markt wird mit unbegrenzter Liquidität geflutet. Mit wiederholten Quantitative Easing-Programmen, direkten Anleihenkäufen oder Kreditvergaben zu einzigartigen Konditionen werten EZB und Fed die Papierwährungen um die Wette ab. Diese massive Geldschwemme wird dramatische Folgen haben. Denn eine Ausweitung der Geldmenge führt mittelfristig immer zu Inflation. In diesem Umfeld bleibt Gold als Investment die erste Wahl. Lassen Sie mich noch etwas weiter ausholen: Der bei weitem wichtigste Abnehmer für Gold ist die Schmuckindustrie, wobei die größten Märkte hier Indien und China sind. Alleine Indiens Schmuckindustrie verbraucht circa 900 der jährlich rund 2500 produzierten Tonnen Gold. Während die Nachfrage in Indien zuletzt rückläufig war, meldet China für das erste Quartal 2012 einen Anstieg der Einfuhren auf den Rekordwert von 154 Tonnen. Allerdings ist Schmuck in diesen Ländern zugleich auch eine Geldanlage. Der Rest, den die Elektroindustrie – die nur circa 50 Tonnen pro Jahr verbraucht, wovon 20 Tonnen auch noch recycelt sind – die Notenbanken und andere Goldanleger abnehmen, fällt nicht weiter ins Gewicht. Weil die Menge an produziertem Gold fast der Nachfrage der Schmuckindustrie entspricht, ist der Goldpreis damit im Gleichgewicht. Wenn nun aber die Notenbanken oder auch andere Käufer aus Furcht vor Inflationen oder Krisen verstärkt Gold aufkaufen, stören sie das Gleichgewicht und der Goldpreis steigt. Verkaufen sie, sinkt der Goldpreis. Andere Begründungen, beispielsweise dass Gold negativ zu Aktien korreliert, oder dass ein fallender US-Dollar den Goldpreis nach oben treibt, stimmen immer nur zeitweise. Allerdings können auch Investmentbanken oder Hedgefonds den Preis künstlich steigern, wie es vor 30 Jahren schon einmal geschehen ist. 1976 bis 1980 haben Banken durch eine gezielte Kampagne eine Inflationsangst geschürt, sodass die Geldinstitute ihr Gold zu einem guten Preis und mit Gewinn in der entstandenen Goldblase verkaufen konnten.
Nach dieser Erklärung muss man im Umkehrschluss annehmen, dass die Notenbanken und die großen Banken keine Gefahr einer Inflation sehen, weil der Goldpreis ja sinkt.
Siegel: Die Notenbanken sind mit ihrer Geldpolitik die Verursacher der Inflation. Sie haben sogar mehrfach erklärt, dass eine stetige Inflationierung gewünscht ist. Wenn ein manipulativ gesunkener Goldpreis also dem Markt signalisieren soll, dass es keine Inflationsgefahren gibt, entspricht das einem Fieberkranken, der sein Fieberthermometer manipuliert und sich gesund erklärt.
Welche Anlagealternativen im Edelmetallbereich gibt es zu Gold?
Siegel: Silber ist wie Gold ein „Anlagemetall“ und korreliert in der Preisentwicklung sehr stark mit ihm, das heißt, wenn der Goldpreis steigt, steigt auch der Silberpreis. Allerdings ist Silber wesentlich volatiler, weil der Markt viel kleiner ist. Sie finden vor allem bei fallenden Preisen schwieriger Käufer, im Gegensatz zu Gold, das immer gerne gekauft wird. Hintergrund ist, dass das Wertigkeitsverhältnis der Neuproduktion von Gold zu Silber 10:1 beträgt, im Wert also zehnmal mehr Gold als Silber produziert wird. Bei der Nachfrage der Investoren nach Edelmetallen stellte sich das Verhältnis von Gold zu Silber in den letzten Jahren auf 2:1, was den viel stärkeren prozentualen Silberpreisanstieg erklärt. Langfristig halte ich einen Silberpreis von circa 25 Dollar pro Unze für relativ fair, da es genug Silber gibt und die Produktion ansteigt. Mittelfristig könnte der Silberpreis in einer Spekulationsblase aber auf über 100 Dollar pro Unze getrieben werden, so dass es gerechtfertigt ist, einen Teil der Anlage in Silber zu investieren. Platin oder Palladium sind keine Alternativen, weil sie von Normalanlegern nicht unterscheidbar sind, höhere Handelsspannen aufweisen und zudem durch die Mehrwertsteuer belastet sind. Wenn Sie einer Person eine Palladiummünze in die Hand drücken, kann die damit meist nichts anfangen. Zudem ist der Markt für Platin oder Palladium sehr klein, beides sind Industriemetalle und werden vor allem in der Produktion von Katalysatoren benötigt. Letztendlich bestimmt hier die Nachfrage der Industrie den Preis.
Warum investieren die von Ihnen gemanagten Fonds nicht in physisches Gold oder Silber, sondern in Minenaktien?
Siegel: Wer in die von mir beratenen Fonds investieren möchte soll sicher sein, dass er immer voll in Minenaktien investiert ist. Jeder kann nach seiner Entscheidung physische Metalle beimischen, die über viele Goldhändler direkt bezogen werden können. Minenaktien sind derzeit aktuell sehr günstig bewertet, da sie in der Vergangenheit stark gefallen sind. Darüber hinaus konnten die Unternehmen durch den hohen Goldpreis der letzten Jahre wieder Barreserven aufbauen, was den Wert der Unternehmen steigerte. Man findet derzeit viele Minengesellschaften mit einem KGV von unter zehn. Die Barreserven führen verstärkt dazu, dass die Minen anfangen, eigene Aktien zurückzukaufen. Einige Silberminen, von denen es weltweit nur etwa 50 gibt – im Vergleich zu über 2.000 Goldminen –, zahlen mittlerweile sogar eine Dividende, was in den letzten 30 Jahren nie zu beobachten war. Allerdings bergen Investitionen in Minenaktien auch Risiken, sie sind eine eigene Anlageklasse: beispielsweise gilt es bei der Bewertung der Aktie den Goldgehalt der vorhandenen Erze, die Vorkommen selber oder auch die Lage der Mine zu berücksichtigen, da diese ja ortsgebunden ist und nicht einfach mitgenommen werden kann. Minen in Ländern mit politisch unsicherer Situation sind davon besonders betroffen. Daher bietet sich vor allem für wenig erfahrene Anleger in diesem Bereich die Investition über entsprechende Minenfonds an.
Vielen Dank für das Gespräch.
* fondsprofessionell.at
Zitat
Zur Person: Siegel hat sich früh mit dem Edelmetallvirus infiziert. Bereits als Schüler beschäftigte er sich mit Aktien und Goldinvestments und ist dann bei Goldminenaktien „hängen geblieben“, wie er selber sagte. 1988 begann er mit dem Verfassen eines Börsenbriefes zu Gold und Aktien von Goldminen seine Karriere als Experte für Edelmetallinvestments. Seitdem hat er insgesamt acht Bücher geschrieben, die sich mit der Analyse des Goldmarktes und Investitionsmöglichkeiten in Goldminenaktien beschäftigen. Von 1998 bis 2008 hat Martin Siegel den PEH-Q-Goldmines beraten, und seit 2011 leitet er die operativen Geschäfte und die Beratung der Stabilitas-Rohstofffonds. Zuvor war er bereits für die Portfolioberatung des Stabilitas-Pacific Gold+Metals verantwortlich.
Herr Siegel, Gold hat kaum eine realwirtschaftliche Bedeutung, wird aber von Anlegern, besonders in Wirtschaftskrisen, immer wieder gekauft. Ist das nicht ein letztlich sentimentales Festhalten an Gold als einem Zahlungsmittel, als was es bis zur Aufhebung der Bindung des US-Dollars an Gold 1971 noch fungierte?
Siegel: Es ist richtig, dass Gold keinen Wert an sich hat. Es wurde aber von Menschen über die Jahrhunderte immer geschätzt, weil man es tauschen konnte und immer noch kann. Gold ist selten, hat einen einzigartigen Glanz und lässt sich hervorragend zu Schmuck verarbeiten. Es ist daher kein Zufall, dass sich Gold weltweit über Jahrtausende als Währung durchgesetzt hat. Ich denke, dass Gold seinen Wert für die Menschen behalten wird. Hinzu kommt, dass Gold ein emotionales Investment und in vielen Religionen verwurzelt ist. Warum sollte sich die Menschheit also vom Gold als Tauschwert in Zukunft verabschieden und sich dem beliebig vermehrbaren Papiergeld oder einem anderen häufiger vorkommenden Metall zuwenden?
Im Mai ist der Preis für eine Feinunze Gold um acht Prozent gefallen und notiert aktuell bei rund 1.600 US-Dollar pro Feinunze. Von dem Höchstpreis von 1.920 US-Dollar trennen ihn sogar knapp 15 Prozent. Angesichts der Unsicherheiten auf den Finanzmärkten und der Wirtschaftsmisere in vielen Industrieländern sollte man eigentlich das Gegenteil erwarten. Wohin geht Ihrer Meinung nach die Reise des Goldpreises?
Siegel: Ich halte Gold bei einem Preis von 1.800 US-Dollar für fair bewertet. Bei diesem Preis gleichen sich Angebot und Nachfrage langfristig aus. Vor allem das Verhalten der Notenbanken und der Investoren wird die Preisentwicklung maßgeblich mitbestimmen. Aufgrund der aktuellen Inflationspolitik der Zentralbanken halte ich einen Preisanstieg bis 2.000 Dollar noch im Jahresverlauf für realistisch. Darauf deutet alles hin: Der Markt wird mit unbegrenzter Liquidität geflutet. Mit wiederholten Quantitative Easing-Programmen, direkten Anleihenkäufen oder Kreditvergaben zu einzigartigen Konditionen werten EZB und Fed die Papierwährungen um die Wette ab. Diese massive Geldschwemme wird dramatische Folgen haben. Denn eine Ausweitung der Geldmenge führt mittelfristig immer zu Inflation. In diesem Umfeld bleibt Gold als Investment die erste Wahl. Lassen Sie mich noch etwas weiter ausholen: Der bei weitem wichtigste Abnehmer für Gold ist die Schmuckindustrie, wobei die größten Märkte hier Indien und China sind. Alleine Indiens Schmuckindustrie verbraucht circa 900 der jährlich rund 2500 produzierten Tonnen Gold. Während die Nachfrage in Indien zuletzt rückläufig war, meldet China für das erste Quartal 2012 einen Anstieg der Einfuhren auf den Rekordwert von 154 Tonnen. Allerdings ist Schmuck in diesen Ländern zugleich auch eine Geldanlage. Der Rest, den die Elektroindustrie – die nur circa 50 Tonnen pro Jahr verbraucht, wovon 20 Tonnen auch noch recycelt sind – die Notenbanken und andere Goldanleger abnehmen, fällt nicht weiter ins Gewicht. Weil die Menge an produziertem Gold fast der Nachfrage der Schmuckindustrie entspricht, ist der Goldpreis damit im Gleichgewicht. Wenn nun aber die Notenbanken oder auch andere Käufer aus Furcht vor Inflationen oder Krisen verstärkt Gold aufkaufen, stören sie das Gleichgewicht und der Goldpreis steigt. Verkaufen sie, sinkt der Goldpreis. Andere Begründungen, beispielsweise dass Gold negativ zu Aktien korreliert, oder dass ein fallender US-Dollar den Goldpreis nach oben treibt, stimmen immer nur zeitweise. Allerdings können auch Investmentbanken oder Hedgefonds den Preis künstlich steigern, wie es vor 30 Jahren schon einmal geschehen ist. 1976 bis 1980 haben Banken durch eine gezielte Kampagne eine Inflationsangst geschürt, sodass die Geldinstitute ihr Gold zu einem guten Preis und mit Gewinn in der entstandenen Goldblase verkaufen konnten.
Nach dieser Erklärung muss man im Umkehrschluss annehmen, dass die Notenbanken und die großen Banken keine Gefahr einer Inflation sehen, weil der Goldpreis ja sinkt.
Siegel: Die Notenbanken sind mit ihrer Geldpolitik die Verursacher der Inflation. Sie haben sogar mehrfach erklärt, dass eine stetige Inflationierung gewünscht ist. Wenn ein manipulativ gesunkener Goldpreis also dem Markt signalisieren soll, dass es keine Inflationsgefahren gibt, entspricht das einem Fieberkranken, der sein Fieberthermometer manipuliert und sich gesund erklärt.
Welche Anlagealternativen im Edelmetallbereich gibt es zu Gold?
Siegel: Silber ist wie Gold ein „Anlagemetall“ und korreliert in der Preisentwicklung sehr stark mit ihm, das heißt, wenn der Goldpreis steigt, steigt auch der Silberpreis. Allerdings ist Silber wesentlich volatiler, weil der Markt viel kleiner ist. Sie finden vor allem bei fallenden Preisen schwieriger Käufer, im Gegensatz zu Gold, das immer gerne gekauft wird. Hintergrund ist, dass das Wertigkeitsverhältnis der Neuproduktion von Gold zu Silber 10:1 beträgt, im Wert also zehnmal mehr Gold als Silber produziert wird. Bei der Nachfrage der Investoren nach Edelmetallen stellte sich das Verhältnis von Gold zu Silber in den letzten Jahren auf 2:1, was den viel stärkeren prozentualen Silberpreisanstieg erklärt. Langfristig halte ich einen Silberpreis von circa 25 Dollar pro Unze für relativ fair, da es genug Silber gibt und die Produktion ansteigt. Mittelfristig könnte der Silberpreis in einer Spekulationsblase aber auf über 100 Dollar pro Unze getrieben werden, so dass es gerechtfertigt ist, einen Teil der Anlage in Silber zu investieren. Platin oder Palladium sind keine Alternativen, weil sie von Normalanlegern nicht unterscheidbar sind, höhere Handelsspannen aufweisen und zudem durch die Mehrwertsteuer belastet sind. Wenn Sie einer Person eine Palladiummünze in die Hand drücken, kann die damit meist nichts anfangen. Zudem ist der Markt für Platin oder Palladium sehr klein, beides sind Industriemetalle und werden vor allem in der Produktion von Katalysatoren benötigt. Letztendlich bestimmt hier die Nachfrage der Industrie den Preis.
Warum investieren die von Ihnen gemanagten Fonds nicht in physisches Gold oder Silber, sondern in Minenaktien?
Siegel: Wer in die von mir beratenen Fonds investieren möchte soll sicher sein, dass er immer voll in Minenaktien investiert ist. Jeder kann nach seiner Entscheidung physische Metalle beimischen, die über viele Goldhändler direkt bezogen werden können. Minenaktien sind derzeit aktuell sehr günstig bewertet, da sie in der Vergangenheit stark gefallen sind. Darüber hinaus konnten die Unternehmen durch den hohen Goldpreis der letzten Jahre wieder Barreserven aufbauen, was den Wert der Unternehmen steigerte. Man findet derzeit viele Minengesellschaften mit einem KGV von unter zehn. Die Barreserven führen verstärkt dazu, dass die Minen anfangen, eigene Aktien zurückzukaufen. Einige Silberminen, von denen es weltweit nur etwa 50 gibt – im Vergleich zu über 2.000 Goldminen –, zahlen mittlerweile sogar eine Dividende, was in den letzten 30 Jahren nie zu beobachten war. Allerdings bergen Investitionen in Minenaktien auch Risiken, sie sind eine eigene Anlageklasse: beispielsweise gilt es bei der Bewertung der Aktie den Goldgehalt der vorhandenen Erze, die Vorkommen selber oder auch die Lage der Mine zu berücksichtigen, da diese ja ortsgebunden ist und nicht einfach mitgenommen werden kann. Minen in Ländern mit politisch unsicherer Situation sind davon besonders betroffen. Daher bietet sich vor allem für wenig erfahrene Anleger in diesem Bereich die Investition über entsprechende Minenfonds an.
Vielen Dank für das Gespräch.
* fondsprofessionell.at
Der Goldpreis wird noch weiter fallen
David Donora zufolge profitiert derzeit der US-Dollar, und nicht Gold, von der Nervosität der Anleger. Grund dafür seien zwei geopolitische Entwicklungen. Einen Anstieg des Goldpreises erwartet er zu einem späteren Zeitpunkt aber dennoch.
In den vergangenen Wochen ist der Preis für Gold nach einem starken Jahresbeginn deutlich gefallen. Anfang 2012 betrug der Preis je Unze (31,1 Gramm) noch rund 1.560 US-Dollar, um Ende Februar auf fast 1.800 US-Dollar zu klettern.
Seitdem ist der Goldpreis jedoch stetig zurückgegangen. Derzeit befindet er sich wieder auf dem Niveau zu Jahresbeginn. Wir glauben, dass er noch weiter fallen wird: Mindestens auf seine nächste Unterstützungslinie von rund 1.525 US-Dollar bis 1.535 US-Dollar.
Die Suche nach dem sicheren Hafen
Unterdessen haben viele der Faktoren, die den Preis für das Edelmetall in den vergangenen sieben Jahren in schwindelerregende Höhen trieben, weiterhin Gültigkeit. Welche Gründe gibt es also für die jüngste Goldpreisschwäche? Wird sich die derzeitige Preisschwäche nur als vorübergehend erweisen?
Einer der wichtigsten Faktoren für den Anstieg des Goldpreises im vergangenen Jahr war die Nachfrage nach sicheren Anlagen (im September wurde fast die 1.900 Dollarmarke pro Unze erreicht). Die Probleme der Eurozone verunsicherten die Anleger damals am meisten.
Nachdem die Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank im Dezember den Anlegern eine vorübergehende Erleichterung bescherten, kamen in den vergangenen Monaten erneut Zweifel über die Zukunft der Eurozone auf. Im Gegensatz zum vergangenen Herbst ging der Goldpreis allerdings zurück.
Zuflucht suchten die Anleger stattdessen im US-Dollar und in anderen amerikanischen Vermögenswerten, wie etwa Staatsanleihen. Die veränderte Haltung zu Gold zeigt, dass die Anleger zunehmend die positiveren Aussichten in den USA –auch im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften – zur Kenntnis nehmen.
Allein nachdem Ben Bernanke, Vorsitzender der US-Notenbank (Fed), meinte, die US-Wirtschaft würde sich weiter erholen, büßte Gold an nur einem Tag (1. März 2012) fünf Prozent seines Wertes ein. Die Märkte interpretierten dies wiederum dahingehend, dass die Chancen auf eine weitere quantitative Lockerung rückläufig seien.
Amerikas Energierevolution trifft den Goldpreis
Das globale Interesse der Anleger am US-Dollar wächst, da die derzeitige Wiederbelebung der amerikanischen Wirtschaft auf einer Revolution in der Energiewirtschaft basiert. Die Energieproduktion in den USA steigt: Die Nachfrage nach Öl hingegen nimmt aufgrund des reichlichen Angebots an günstigem Schiefergas und weiteren Effizienzsteigerungen ab.
Diese Trends wirken sich deutlich auf die Ölimporte der USA, und äußerst günstig auf die Außenhandelsbilanz des Landes aus. Die US-amerikanische Volkswirtschaft ist in der Tat eine der wenigen Volkswirtschaften, deren Energiebilanz sich verbessert. Amerika verfügt jedoch nicht nur über ausreichend Treibstoff, sondern auch über sehr günstige Energiequellen. Die Lebensadern einer jeden Wirtschaft verhelfen der US-Industrie zu einem immensen globalen Wettbewerbsvorteil.
In Europa herrscht Unsicherheit und Chinas Wirtschaft wächst trotz Anzeichen einer Abkühlung immer noch. In solchen Zeiten bieten die sich erholende US-Wirtschaft und ihre zunehmende Energieunabhängigkeit Anlegern sehr überzeugende Argumente.
Der Goldpreis bleibt sicherlich ein Schlüsselindikator für die Bedenken der Anleger. Derzeit profitiert der US-Dollar und nicht Gold von der Nervosität der Anleger. Als Folge der wirtschaftlichen Erholung verhält sich der Greenback im Moment stärker als in den vergangenen Jahren wie eine Reservewährung.
Auf kurze Sicht hält die Flucht in US-Vermögenswerte wie den US-Dollar oder US-Staatsanleihen anstelle von Gold an. Abgesehen von den wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Faktoren sind der US-Dollar und Staatsanleihen für nervöse Anleger auch aus anderen Gründen attraktiv. Beide bieten wesentlich größere und liquidere Märkte als Gold und sind daher (in Anbetracht der derzeitigen Vorteile Amerikas) eine bevorzugte Wahl für sichere Kapitalanlagen.
Das Spiel der Spekulanten
Ein weiterer Faktor, der für den jüngsten Rückgang des Goldpreises verantwortlich ist, sind Momentum-Anlagen. Da sich mittlerweile ein Abwärtstrend bei Gold etabliert hat, dürften Momentum-Anleger zunehmend Short-Positionen in Gold eingehen. Das spekulative Element am Goldmarkt wird den Abwärtsdruck noch verstärken.
Längerfristig bewerten wir Gold jedoch positiv. Denn sobald die Konsolidierung und der Preisrückgänge zu Ende ist, dürften erneute Preisanstiege anstehen. Denn die fundamentalen Faktoren, die den Preis des Edelmetalls in den vergangenen Jahren in die Höhe treiben, sind nicht aus der Welt. Weltweit prägen niedrige Zinsen und eine Geldpolitik der quantitativen Lockerung die Situation in den meisten Industrieländern.
Außerdem nutzen die Notenbanken, insbesondere diejenigen der Schwellenländer, bereits die momentane Preisschwäche, um ihre Goldreserven aufzustocken und so dem US-Dollar als Reservewährung eine geringere Bedeutung zukommen zu lassen.
Ein Großteil des internationalen Handels findet nach wie vor in US-Dollar statt, und viele Schwellenmärkte horten Dollarreserven über ihre Handelsüberschüsse. Dies zwingt sie, ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern – ein wesentlicher Grund für das Interesse der Notenbanken an Gold.
Darüber hinaus ist die globale Produktion des Edelmetalls nach den deutlichen Preisanstiegen der vergangene Jahre nicht gestiegen. Somit besteht kaum Potenzial für höhere Schürfmengen. Unterdessen ermöglicht die Verbreitung von Gold-ETFs den Kleinanlegern, sich stärker in Gold zu engagieren, was das Anlegerinteresse zusätzlich fördert.
Insgesamt stieg 2011 die Nachfrage nach Gold laut dem Bericht „Gold Demand Trends“ des World Gold Council auf 4.067,1 Tonnen oder geschätzte 205,5 Milliarden US-Dollar. Der Grund hierfür war vor allem die gestiegene Nachfrage der Anleger, wobei China 2012 Indien den Rang als Hauptmarkt für dieses Edelmetall ablief.
Wir glauben, dass die Erholung des Goldpreises bereits im dritten Quartal dieses Jahres einsetzen könnte. Mit weiteren Konjunkturanreizen in China, in anderen Schwellenländern sowie den Industrienationen, die die Nachfrage fördern, ist zu rechnen.
Vor allem die chinesischen Behörden sind sehr darum bemüht, eine allzu deutliche Wachstumsabkühlung zu verhindern. Derlei Konjunkturanreize dienen als Antriebsfaktor.
Für Anleger wird daher Gold wieder als sicherer Hafen und Wertspeicher sein können. Aus unserer Sicht wird der Goldpreis außerdem solange hoch bleiben, bis die Zinsen in den USA deutlich steigen.
* David Donora, Leiter Rohstoffe bei der britischen Investmentgesellschaft Threadneedle
In den vergangenen Wochen ist der Preis für Gold nach einem starken Jahresbeginn deutlich gefallen. Anfang 2012 betrug der Preis je Unze (31,1 Gramm) noch rund 1.560 US-Dollar, um Ende Februar auf fast 1.800 US-Dollar zu klettern.
Seitdem ist der Goldpreis jedoch stetig zurückgegangen. Derzeit befindet er sich wieder auf dem Niveau zu Jahresbeginn. Wir glauben, dass er noch weiter fallen wird: Mindestens auf seine nächste Unterstützungslinie von rund 1.525 US-Dollar bis 1.535 US-Dollar.
Die Suche nach dem sicheren Hafen
Unterdessen haben viele der Faktoren, die den Preis für das Edelmetall in den vergangenen sieben Jahren in schwindelerregende Höhen trieben, weiterhin Gültigkeit. Welche Gründe gibt es also für die jüngste Goldpreisschwäche? Wird sich die derzeitige Preisschwäche nur als vorübergehend erweisen?
Einer der wichtigsten Faktoren für den Anstieg des Goldpreises im vergangenen Jahr war die Nachfrage nach sicheren Anlagen (im September wurde fast die 1.900 Dollarmarke pro Unze erreicht). Die Probleme der Eurozone verunsicherten die Anleger damals am meisten.
Nachdem die Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank im Dezember den Anlegern eine vorübergehende Erleichterung bescherten, kamen in den vergangenen Monaten erneut Zweifel über die Zukunft der Eurozone auf. Im Gegensatz zum vergangenen Herbst ging der Goldpreis allerdings zurück.
Zuflucht suchten die Anleger stattdessen im US-Dollar und in anderen amerikanischen Vermögenswerten, wie etwa Staatsanleihen. Die veränderte Haltung zu Gold zeigt, dass die Anleger zunehmend die positiveren Aussichten in den USA –auch im Vergleich zu anderen großen Volkswirtschaften – zur Kenntnis nehmen.
Allein nachdem Ben Bernanke, Vorsitzender der US-Notenbank (Fed), meinte, die US-Wirtschaft würde sich weiter erholen, büßte Gold an nur einem Tag (1. März 2012) fünf Prozent seines Wertes ein. Die Märkte interpretierten dies wiederum dahingehend, dass die Chancen auf eine weitere quantitative Lockerung rückläufig seien.
Amerikas Energierevolution trifft den Goldpreis
Das globale Interesse der Anleger am US-Dollar wächst, da die derzeitige Wiederbelebung der amerikanischen Wirtschaft auf einer Revolution in der Energiewirtschaft basiert. Die Energieproduktion in den USA steigt: Die Nachfrage nach Öl hingegen nimmt aufgrund des reichlichen Angebots an günstigem Schiefergas und weiteren Effizienzsteigerungen ab.
Diese Trends wirken sich deutlich auf die Ölimporte der USA, und äußerst günstig auf die Außenhandelsbilanz des Landes aus. Die US-amerikanische Volkswirtschaft ist in der Tat eine der wenigen Volkswirtschaften, deren Energiebilanz sich verbessert. Amerika verfügt jedoch nicht nur über ausreichend Treibstoff, sondern auch über sehr günstige Energiequellen. Die Lebensadern einer jeden Wirtschaft verhelfen der US-Industrie zu einem immensen globalen Wettbewerbsvorteil.
In Europa herrscht Unsicherheit und Chinas Wirtschaft wächst trotz Anzeichen einer Abkühlung immer noch. In solchen Zeiten bieten die sich erholende US-Wirtschaft und ihre zunehmende Energieunabhängigkeit Anlegern sehr überzeugende Argumente.
Der Goldpreis bleibt sicherlich ein Schlüsselindikator für die Bedenken der Anleger. Derzeit profitiert der US-Dollar und nicht Gold von der Nervosität der Anleger. Als Folge der wirtschaftlichen Erholung verhält sich der Greenback im Moment stärker als in den vergangenen Jahren wie eine Reservewährung.
Auf kurze Sicht hält die Flucht in US-Vermögenswerte wie den US-Dollar oder US-Staatsanleihen anstelle von Gold an. Abgesehen von den wirtschaftlichen und energiewirtschaftlichen Faktoren sind der US-Dollar und Staatsanleihen für nervöse Anleger auch aus anderen Gründen attraktiv. Beide bieten wesentlich größere und liquidere Märkte als Gold und sind daher (in Anbetracht der derzeitigen Vorteile Amerikas) eine bevorzugte Wahl für sichere Kapitalanlagen.
Das Spiel der Spekulanten
Ein weiterer Faktor, der für den jüngsten Rückgang des Goldpreises verantwortlich ist, sind Momentum-Anlagen. Da sich mittlerweile ein Abwärtstrend bei Gold etabliert hat, dürften Momentum-Anleger zunehmend Short-Positionen in Gold eingehen. Das spekulative Element am Goldmarkt wird den Abwärtsdruck noch verstärken.
Längerfristig bewerten wir Gold jedoch positiv. Denn sobald die Konsolidierung und der Preisrückgänge zu Ende ist, dürften erneute Preisanstiege anstehen. Denn die fundamentalen Faktoren, die den Preis des Edelmetalls in den vergangenen Jahren in die Höhe treiben, sind nicht aus der Welt. Weltweit prägen niedrige Zinsen und eine Geldpolitik der quantitativen Lockerung die Situation in den meisten Industrieländern.
Außerdem nutzen die Notenbanken, insbesondere diejenigen der Schwellenländer, bereits die momentane Preisschwäche, um ihre Goldreserven aufzustocken und so dem US-Dollar als Reservewährung eine geringere Bedeutung zukommen zu lassen.
Ein Großteil des internationalen Handels findet nach wie vor in US-Dollar statt, und viele Schwellenmärkte horten Dollarreserven über ihre Handelsüberschüsse. Dies zwingt sie, ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern – ein wesentlicher Grund für das Interesse der Notenbanken an Gold.
Darüber hinaus ist die globale Produktion des Edelmetalls nach den deutlichen Preisanstiegen der vergangene Jahre nicht gestiegen. Somit besteht kaum Potenzial für höhere Schürfmengen. Unterdessen ermöglicht die Verbreitung von Gold-ETFs den Kleinanlegern, sich stärker in Gold zu engagieren, was das Anlegerinteresse zusätzlich fördert.
Insgesamt stieg 2011 die Nachfrage nach Gold laut dem Bericht „Gold Demand Trends“ des World Gold Council auf 4.067,1 Tonnen oder geschätzte 205,5 Milliarden US-Dollar. Der Grund hierfür war vor allem die gestiegene Nachfrage der Anleger, wobei China 2012 Indien den Rang als Hauptmarkt für dieses Edelmetall ablief.
Wir glauben, dass die Erholung des Goldpreises bereits im dritten Quartal dieses Jahres einsetzen könnte. Mit weiteren Konjunkturanreizen in China, in anderen Schwellenländern sowie den Industrienationen, die die Nachfrage fördern, ist zu rechnen.
Vor allem die chinesischen Behörden sind sehr darum bemüht, eine allzu deutliche Wachstumsabkühlung zu verhindern. Derlei Konjunkturanreize dienen als Antriebsfaktor.
Für Anleger wird daher Gold wieder als sicherer Hafen und Wertspeicher sein können. Aus unserer Sicht wird der Goldpreis außerdem solange hoch bleiben, bis die Zinsen in den USA deutlich steigen.
* David Donora, Leiter Rohstoffe bei der britischen Investmentgesellschaft Threadneedle
Der wahre Wert des Goldes
Gold hat nur dann einen Wert, wenn es gegen etwas Reales eintauschbar ist. Was es für den Goldpreis bedeutet, wenn die aufgeblähten Papierwährungen als Maßstab nicht mehr taugen, wann es günstig oder teuer ist
Die Binsenweisheit, dass Gold keine Zinsen bringt, ist jedenfalls kein Argument gegen das gelbe Metall. Denn die Zentralbanken, wenn sie keinen Zusammenbruch von Staaten, Banken und Wirtschaft riskieren wollen, können es sich nicht mehr erlauben, die Zinsen zu erhöhen. Auch wenn die offiziell gemeldeten Inflationsraten moderat bleiben, so werden Zinssparer nach Abzug von Inflation und Steuern fast überall auf der Welt weiter draufzahlen. Das macht den Renditeverzicht für Goldanleger, die keine Zinsen bekommen, erträglich
Und: Selbst beim Sparbuch oder bei Papieren des Bundes tragen Anleger ein Kreditrisiko. Das AAA für Deutschland steht nicht in Stein gemeißelt. Das zeigt der Verlauf des CDS gegen einen Zahlungsausfall Deutschlands
Jede Bank gibt inzwischen Goldpreisprognosen ab. Dabei lässt sich mit den Formeln der Finanzanalyse überhaupt nicht berechnen, wie viel Gold eigentlich kosten müsste. „Wie kann man den Preis von etwas bestimmen, wenn man als Maß etwas benutzt, dessen Menge mit voller Absicht unehrlich reguliert wird?“, fragt Anthony Deden, Chef der auf den Bermudas registrierten Investmentfirma Edelweiss Holdings. Unehrlich reguliert werde die Papiergeldmenge durch die Notenbanken. Ob Gold teuer ist oder eher nicht, hängt zudem ab vom Blickwinkel des Betrachters. Für Leute, deren Einkommen nicht Schritt gehalten haben mit dem Anstieg des Goldpreises, ist Gold gewiss teuer geworden. In Indien dagegen stiegen die Löhne ebenso stark wie der Goldpreis, in China gar noch stärker. Dort ist Gold für viele heute erschwinglicher als früher.
Ronald-Peter Stöferle, Goldexperte der Erste Bank Group in Wien, empfiehlt Investoren, den Goldpreis stets ins Verhältnis zu anderen Finanzmarktgrößen zu setzen, etwa zu den Preisen anderer Anlageklassen. Die entsprechende Kennzahl lässt sich einfach ermitteln, indem der aktuelle Stand der einen Anlageklasse durch den aktuellen Goldpreis geteilt wird
Die Dow-Gold-Ratio
Besonders beliebt ist der Vergleich von Gold mit Aktien. Wie Gold gelten diese als Sachwerte mit Inflationsschutz. Bekannt ist die sogenannte Dow-Gold-Ratio (siehe Grafik). Sie setzt den Stand des Dow Jones ins Verhältnis zum Goldpreis in Dollar. Fällt die Rate, läuft Gold besser als US-Aktien – und umgekehrt. Über die absolute Preisentwicklung ist damit zwar nichts ausgesagt.
Das Konzept hat sich bisher aber als recht tauglicher langfristiger Indikator für Vermögensentscheidungen erwiesen. Aktien hätten ihren Nimbus als überlegene Anlageform verloren, lautete im Juni 2002 das Fazit der WirtschaftsWoche. Die Dow-Gold-Ratio lag damals bei 35. Aktuell liegt sie bei acht. Gemessen am historischen Durchschnitt von zehn, ist Gold gegenüber Aktien mittlerweile also nicht mehr preiswert. Nur enden langjährige Bullenmärkte immer in Extremen und nicht in der Nähe von langfristigen Mittelwerten, sagt Stöferle. Mit Blick auf die Historie wäre ein Extremum erst bei einem Fall der Dow-Gold-Ratio auf Werte von unter drei erreicht.
Ein Klischee wird von vielen Anlagestrategen immer wieder gern bemüht. Die Rede ist vom sogenannten Titelblatt-Kontraindikator. Der besagt in etwa: Wenn es ein Finanztrend bis auf die Titelseiten geschafft hat, dann ist dessen Ende nahe. Beim Gold aber hat der Kontraindikator schon oft versagt, etwa im Dezember 2005 bei einem Unzenpreis von 430 Euro. Richtig ist: Gold ist kein Geheimtipp mehr. Fakt ist: Über Gold wird viel geredet, gekauft wird es kaum.
Die Deutschen gehören im internationalen Vergleich zwar zu den eifrigsten Goldhamsterern. Laut einer Umfrage der Steinbeis-Hochschule in Berlin stecken etwa 2,5 Prozent des fünf Billionen Euro schweren Geldvermögens der Deutschen in Goldbarren und Münzen. Doch weltweit entspricht der Wert der privaten Goldinvestments mit 1600 Milliarden Dollar nicht einmal einem Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung von Aktien und Anleihen. 1968 lag die Goldquote bei fünf Prozent, 1980, auf dem Hochpunkt der damaligen Goldhausse, waren es rund drei Prozent. Allein mit dem Börsenwert von Apple (560 Milliarden Dollar) könnte man mehr als ein Drittel des weltweit von Privaten gehaltenen Goldes kaufen
Auffällig: Je größer das Vermögen, umso höher ist der Goldanteil, berichtet ein Mitarbeiter im Private Wealth Management einer US-Großbank über das Anlageverhalten der Superreichen. „Da kaufen Leute, die sind Milliardäre.“ Sollten mehr Menschen auf die Idee kommen, einen Teil ihres Vermögens in Gold umzuschichten, dürfte der Preis neue Höhen markieren. Weil der Goldmarkt relativ klein ist, reichen dazu wenige Milliarden Dollar zusätzlicher Nachfrage.
Die beiden angesehenen Vermögensverwalter und Börsengurus Marc Faber und Felix Zulauf gehen einmütig von einer Korrektur innerhalb des langjährigen Bullenmarktes aus. Diese Korrektur, die im Sommer 2011 nach Erreichen des Rekordhochs startete, falle umso schärfer aus, je länger die Geldkanonen der Notenbanken schweigen und die globale Liquidität sich einengte
Ein Indikator für die Geldversorgung ist die Entwicklung der Weltwährungsreserven. Kaufen Notenbanken die Reservewährung Dollar, um eine Aufwertung ihrer eigenen Währung zu verhindern, erhöht sich die weltweit zirkulierende Liquidität.
Phasen fallender Währungsreserven, wie zwischen Juli 2008 und März 2009 und zwischen September und November 2011, wirken deflationär und drücken über die Terminmärkte auch auf den Goldpreis. Doch wichtiger als das kurzfristige Timing von Gold ist es mehr denn je, überhaupt etwas Gold zu besitzen
Die Binsenweisheit, dass Gold keine Zinsen bringt, ist jedenfalls kein Argument gegen das gelbe Metall. Denn die Zentralbanken, wenn sie keinen Zusammenbruch von Staaten, Banken und Wirtschaft riskieren wollen, können es sich nicht mehr erlauben, die Zinsen zu erhöhen. Auch wenn die offiziell gemeldeten Inflationsraten moderat bleiben, so werden Zinssparer nach Abzug von Inflation und Steuern fast überall auf der Welt weiter draufzahlen. Das macht den Renditeverzicht für Goldanleger, die keine Zinsen bekommen, erträglich
Und: Selbst beim Sparbuch oder bei Papieren des Bundes tragen Anleger ein Kreditrisiko. Das AAA für Deutschland steht nicht in Stein gemeißelt. Das zeigt der Verlauf des CDS gegen einen Zahlungsausfall Deutschlands
Jede Bank gibt inzwischen Goldpreisprognosen ab. Dabei lässt sich mit den Formeln der Finanzanalyse überhaupt nicht berechnen, wie viel Gold eigentlich kosten müsste. „Wie kann man den Preis von etwas bestimmen, wenn man als Maß etwas benutzt, dessen Menge mit voller Absicht unehrlich reguliert wird?“, fragt Anthony Deden, Chef der auf den Bermudas registrierten Investmentfirma Edelweiss Holdings. Unehrlich reguliert werde die Papiergeldmenge durch die Notenbanken. Ob Gold teuer ist oder eher nicht, hängt zudem ab vom Blickwinkel des Betrachters. Für Leute, deren Einkommen nicht Schritt gehalten haben mit dem Anstieg des Goldpreises, ist Gold gewiss teuer geworden. In Indien dagegen stiegen die Löhne ebenso stark wie der Goldpreis, in China gar noch stärker. Dort ist Gold für viele heute erschwinglicher als früher.
Ronald-Peter Stöferle, Goldexperte der Erste Bank Group in Wien, empfiehlt Investoren, den Goldpreis stets ins Verhältnis zu anderen Finanzmarktgrößen zu setzen, etwa zu den Preisen anderer Anlageklassen. Die entsprechende Kennzahl lässt sich einfach ermitteln, indem der aktuelle Stand der einen Anlageklasse durch den aktuellen Goldpreis geteilt wird
Die Dow-Gold-Ratio
Besonders beliebt ist der Vergleich von Gold mit Aktien. Wie Gold gelten diese als Sachwerte mit Inflationsschutz. Bekannt ist die sogenannte Dow-Gold-Ratio (siehe Grafik). Sie setzt den Stand des Dow Jones ins Verhältnis zum Goldpreis in Dollar. Fällt die Rate, läuft Gold besser als US-Aktien – und umgekehrt. Über die absolute Preisentwicklung ist damit zwar nichts ausgesagt.
Das Konzept hat sich bisher aber als recht tauglicher langfristiger Indikator für Vermögensentscheidungen erwiesen. Aktien hätten ihren Nimbus als überlegene Anlageform verloren, lautete im Juni 2002 das Fazit der WirtschaftsWoche. Die Dow-Gold-Ratio lag damals bei 35. Aktuell liegt sie bei acht. Gemessen am historischen Durchschnitt von zehn, ist Gold gegenüber Aktien mittlerweile also nicht mehr preiswert. Nur enden langjährige Bullenmärkte immer in Extremen und nicht in der Nähe von langfristigen Mittelwerten, sagt Stöferle. Mit Blick auf die Historie wäre ein Extremum erst bei einem Fall der Dow-Gold-Ratio auf Werte von unter drei erreicht.
Ein Klischee wird von vielen Anlagestrategen immer wieder gern bemüht. Die Rede ist vom sogenannten Titelblatt-Kontraindikator. Der besagt in etwa: Wenn es ein Finanztrend bis auf die Titelseiten geschafft hat, dann ist dessen Ende nahe. Beim Gold aber hat der Kontraindikator schon oft versagt, etwa im Dezember 2005 bei einem Unzenpreis von 430 Euro. Richtig ist: Gold ist kein Geheimtipp mehr. Fakt ist: Über Gold wird viel geredet, gekauft wird es kaum.
Die Deutschen gehören im internationalen Vergleich zwar zu den eifrigsten Goldhamsterern. Laut einer Umfrage der Steinbeis-Hochschule in Berlin stecken etwa 2,5 Prozent des fünf Billionen Euro schweren Geldvermögens der Deutschen in Goldbarren und Münzen. Doch weltweit entspricht der Wert der privaten Goldinvestments mit 1600 Milliarden Dollar nicht einmal einem Prozent der weltweiten Marktkapitalisierung von Aktien und Anleihen. 1968 lag die Goldquote bei fünf Prozent, 1980, auf dem Hochpunkt der damaligen Goldhausse, waren es rund drei Prozent. Allein mit dem Börsenwert von Apple (560 Milliarden Dollar) könnte man mehr als ein Drittel des weltweit von Privaten gehaltenen Goldes kaufen
Auffällig: Je größer das Vermögen, umso höher ist der Goldanteil, berichtet ein Mitarbeiter im Private Wealth Management einer US-Großbank über das Anlageverhalten der Superreichen. „Da kaufen Leute, die sind Milliardäre.“ Sollten mehr Menschen auf die Idee kommen, einen Teil ihres Vermögens in Gold umzuschichten, dürfte der Preis neue Höhen markieren. Weil der Goldmarkt relativ klein ist, reichen dazu wenige Milliarden Dollar zusätzlicher Nachfrage.
Die beiden angesehenen Vermögensverwalter und Börsengurus Marc Faber und Felix Zulauf gehen einmütig von einer Korrektur innerhalb des langjährigen Bullenmarktes aus. Diese Korrektur, die im Sommer 2011 nach Erreichen des Rekordhochs startete, falle umso schärfer aus, je länger die Geldkanonen der Notenbanken schweigen und die globale Liquidität sich einengte
Ein Indikator für die Geldversorgung ist die Entwicklung der Weltwährungsreserven. Kaufen Notenbanken die Reservewährung Dollar, um eine Aufwertung ihrer eigenen Währung zu verhindern, erhöht sich die weltweit zirkulierende Liquidität.
Phasen fallender Währungsreserven, wie zwischen Juli 2008 und März 2009 und zwischen September und November 2011, wirken deflationär und drücken über die Terminmärkte auch auf den Goldpreis. Doch wichtiger als das kurzfristige Timing von Gold ist es mehr denn je, überhaupt etwas Gold zu besitzen
Ab August beginnt die heiße Phase für Gold
Begünstigt durch niedrige Realzinsen und dem Wunsch nach sicherer, nachhaltiger Spar- und Anlageform, steht der Höhepunkt des Goldpreises noch bevor. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Gold-Bericht der Erste Group
Nachdem die Federal Reserve ihre Nullzinspolitik nun bis zumindest Ende 2014 fortsetzen wird, sollte dies weiterhin negative Realzinsen und somit ein positives Fundament für weitere Goldpreisanstiege bedeuten. „Kurzfristig scheint zwar die Saisonalität für eine weitere Seitwärtstendenz zu sprechen, ab August beginnt jedoch bereits die saisonal beste Phase für Gold. Als nächstes 12-Monats-Ziel sehen wir daher die Marke von 2.000 US-Dollar. Da uns die parabolische Trendphase noch bevorsteht, sehen wir als langfristiges Ziel zumindest 2.300 US-Dollar am Ende des Zyklus'", erklärt Ronald Stöferle, Analyst der Erste Group und Verfasser des Berichts.
Negative Realzinsen und Schuldenkrise begünstigen Goldpreis-Hoch
Die Gründe für die sehr gute Performance von Gold sieht Ronald Stöferle einerseits in der relativen Knappheit dieses Edelmetalls im Vergleich zu beliebig vermehrbaren Banknoten. "Gold wird so viel Wert beigemessen, weil die jährliche Produktion in Relation zum Bestand so gering ist. Der Goldbestand wächst mit rund 1,5 Prozent pro Jahr. Die Geldmengenaggregate wachsen hingegen um ein Vielfaches dessen". Andererseits steigt die Attraktivität von Gold als stabiles Sparmedium gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. "Die Europäische Zentralbank hat gerade erst die Zinsen auf ein historisches Tief gesenkt, das auf diesem Niveau wohl noch länger bleibt. Negative Realzinsen bedeuten das perfekte Umfeld für Gold", so der Experte.
Goldhunger in den Schwellenländern
Auch der Goldhunger der Schwellenländer ist für den steigenden Preis mitverantwortlich. Während 1980 Europa und die USA noch 70 Prozent des weltweiten Goldes nachgefragt haben, sind es mittlerweile nur noch knapp 20 Prozent. Innerhalb der letzten fünf Jahre stieg der Anteil der Emerging Markets an der gesamten Goldnachfrage auf 70 Prozent. Mehr als die Hälfte entfiel dabei auf China und Indien. Abgesehen von der hohen traditionellen Affinität gegenüber Gold (vor allem in Indien) lässt sich die zunehmende Goldnachfrage auf den steigenden Wohlstand und die wachsende Sparquote innerhalb der Schwellenländer zurückführen. "Wer davon ausgeht, dass die Einkommen in China und Indien weiterhin steigen und die Realzinsen weiter negativ bzw. niedrig bleiben, wird Gold deshalb zwangsläufig als Nutznießer dieser Entwicklung erkennen", so Stöferle.
Der gesamte Gold-Report (PDF)
Nachdem die Federal Reserve ihre Nullzinspolitik nun bis zumindest Ende 2014 fortsetzen wird, sollte dies weiterhin negative Realzinsen und somit ein positives Fundament für weitere Goldpreisanstiege bedeuten. „Kurzfristig scheint zwar die Saisonalität für eine weitere Seitwärtstendenz zu sprechen, ab August beginnt jedoch bereits die saisonal beste Phase für Gold. Als nächstes 12-Monats-Ziel sehen wir daher die Marke von 2.000 US-Dollar. Da uns die parabolische Trendphase noch bevorsteht, sehen wir als langfristiges Ziel zumindest 2.300 US-Dollar am Ende des Zyklus'", erklärt Ronald Stöferle, Analyst der Erste Group und Verfasser des Berichts.
Negative Realzinsen und Schuldenkrise begünstigen Goldpreis-Hoch
Die Gründe für die sehr gute Performance von Gold sieht Ronald Stöferle einerseits in der relativen Knappheit dieses Edelmetalls im Vergleich zu beliebig vermehrbaren Banknoten. "Gold wird so viel Wert beigemessen, weil die jährliche Produktion in Relation zum Bestand so gering ist. Der Goldbestand wächst mit rund 1,5 Prozent pro Jahr. Die Geldmengenaggregate wachsen hingegen um ein Vielfaches dessen". Andererseits steigt die Attraktivität von Gold als stabiles Sparmedium gerade in wirtschaftlich unsicheren Zeiten. "Die Europäische Zentralbank hat gerade erst die Zinsen auf ein historisches Tief gesenkt, das auf diesem Niveau wohl noch länger bleibt. Negative Realzinsen bedeuten das perfekte Umfeld für Gold", so der Experte.
Goldhunger in den Schwellenländern
Auch der Goldhunger der Schwellenländer ist für den steigenden Preis mitverantwortlich. Während 1980 Europa und die USA noch 70 Prozent des weltweiten Goldes nachgefragt haben, sind es mittlerweile nur noch knapp 20 Prozent. Innerhalb der letzten fünf Jahre stieg der Anteil der Emerging Markets an der gesamten Goldnachfrage auf 70 Prozent. Mehr als die Hälfte entfiel dabei auf China und Indien. Abgesehen von der hohen traditionellen Affinität gegenüber Gold (vor allem in Indien) lässt sich die zunehmende Goldnachfrage auf den steigenden Wohlstand und die wachsende Sparquote innerhalb der Schwellenländer zurückführen. "Wer davon ausgeht, dass die Einkommen in China und Indien weiterhin steigen und die Realzinsen weiter negativ bzw. niedrig bleiben, wird Gold deshalb zwangsläufig als Nutznießer dieser Entwicklung erkennen", so Stöferle.
Der gesamte Gold-Report (PDF)
Kampf um den Goldpreis
Die von Vielen erhoffte Goldrally lässt auf sich warten. Zwischen 1550 Dollar und 1700 Dollar entscheidet sich, ob das Metall seinen großen Trend fortsetzt. Eine Entscheidung bahnt sich langsam an
Seit zehn Monaten warten Goldfans darauf, dass das Edelmetall die große Aufwärtsbewegung fortsetzt. Im Chart spitzt sich die Entscheidung zu. Dass Gold jedoch nahtlos seinen großen Trend nach oben fortführt, ist keineswegs ausgemacht
Der Preisverlauf gibt Warnsignale. Im Dezember 2011 brachen die Notierungen den seit 2008 bestehenden Aufwärtstrend (1), kurz danach rutschten sie unter die Durchschnittslinie der vergangenen 200 Börsentage (2). Die 200er-Linie eroberte Gold zwar wieder zurück, kam aber nur bis an den alten Trend (3), dessen Bruch damit bestätigt wurde. Bei derzeit rund 1620 Dollar verläuft der Goldpreis wieder unter der 200er-Linie, die nun auch noch abkippt; ein Zeichen von Schwäche

Durch die Schwankungen der vergangenen zwölf Monate ist das Bild eines großen, symmetrischen Dreiecks entstanden (4). Ein solches Dreieck kann durchaus einen Trend beenden, wenn Gold aus der Formation unten herauskippt. Noch aber hält die Basislinie des Dreiecks, die derzeit bei 1550 Dollar verläuft (5).
Im Dreieck selbst halten sich Bullen und Bären die Waage: Positiv ist, dass die Anstiegsphasen dynamischer verlaufen als die Kursrückgänge; negativ, dass die Notierungen aktuell in der unteren Hälfte des Dreiecks liegen und nicht in der oberen
Nachdem der Goldpreis mehrmals das Basisniveau um 1550 verteidigt hat, sollte er kurzfristig mindestens zur 200-Tage-Linie (bei 1650) oder besser noch zur Dachlinie des Dreiecks (bei 1700) klettern (6). Dann wäre der leichte Vorteil der Pessimisten wieder ausgeglichen.
Danach wäre sogar ein Bruch der 1700er-Linie möglich – und im Anschluss daran die Fortsetzung der großen Aufwärtsbewegung. Die Chancen dafür stehen 60 zu 40.
Dennoch immer die Untergrenze bei 1550 im Auge behalten. Sollten die nicht halten, kann es schnell in Richtung 1400 oder 1300 Dollar gehen.
Seit zehn Monaten warten Goldfans darauf, dass das Edelmetall die große Aufwärtsbewegung fortsetzt. Im Chart spitzt sich die Entscheidung zu. Dass Gold jedoch nahtlos seinen großen Trend nach oben fortführt, ist keineswegs ausgemacht
Der Preisverlauf gibt Warnsignale. Im Dezember 2011 brachen die Notierungen den seit 2008 bestehenden Aufwärtstrend (1), kurz danach rutschten sie unter die Durchschnittslinie der vergangenen 200 Börsentage (2). Die 200er-Linie eroberte Gold zwar wieder zurück, kam aber nur bis an den alten Trend (3), dessen Bruch damit bestätigt wurde. Bei derzeit rund 1620 Dollar verläuft der Goldpreis wieder unter der 200er-Linie, die nun auch noch abkippt; ein Zeichen von Schwäche

Durch die Schwankungen der vergangenen zwölf Monate ist das Bild eines großen, symmetrischen Dreiecks entstanden (4). Ein solches Dreieck kann durchaus einen Trend beenden, wenn Gold aus der Formation unten herauskippt. Noch aber hält die Basislinie des Dreiecks, die derzeit bei 1550 Dollar verläuft (5).
Im Dreieck selbst halten sich Bullen und Bären die Waage: Positiv ist, dass die Anstiegsphasen dynamischer verlaufen als die Kursrückgänge; negativ, dass die Notierungen aktuell in der unteren Hälfte des Dreiecks liegen und nicht in der oberen
Nachdem der Goldpreis mehrmals das Basisniveau um 1550 verteidigt hat, sollte er kurzfristig mindestens zur 200-Tage-Linie (bei 1650) oder besser noch zur Dachlinie des Dreiecks (bei 1700) klettern (6). Dann wäre der leichte Vorteil der Pessimisten wieder ausgeglichen.
Danach wäre sogar ein Bruch der 1700er-Linie möglich – und im Anschluss daran die Fortsetzung der großen Aufwärtsbewegung. Die Chancen dafür stehen 60 zu 40.
Dennoch immer die Untergrenze bei 1550 im Auge behalten. Sollten die nicht halten, kann es schnell in Richtung 1400 oder 1300 Dollar gehen.
Verbraucherzentrale Hessen gibt Tipps zum Thema Gold als Geldanlageprodukt
Goldkauf: Sichere Anlage oder riskante Zockerei?
In Währungs- und Finanzmarktkrisen wird Gold vielerorts als sichere Geldanlage gepriesen. Die beinah an jeder Straßenecke ausgelobten "Top-Tagespreise" beim Goldankauf verstärken den Glauben daran, dass das Edelmetall ein goldener Anlagetipp ist. "Doch nicht immer sind Anlagemünzen und Barren der Schlüssel zum Glück", warnt die Verbraucherzentrale Hessen vor trügerischer Sicherheit: "Egal, in welches Produkt investiert wird: Gold ist eine risikoreiche Geldanlage!"
Die Verbraucherzentrale Hessen gibt in ihrem aktuellen Faltblatt "Gold – der sichere Hafen in Krisenzeiten?" Tipps und Informationen rund um das Thema Gold als Anlageprodukt. Der Flyer ist kostenlos in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen erhältlich.
Angesichts der Goldgräberstimmung in Krisenzeiten sind die im Flyer enthaltenen Tipps eine wertvolle Hilfe bei der Frage, ob in Gold investiert werden soll oder nicht.
Kauf: Gold ist angesichts der boomenden Nachfrage inzwischen relativ teuer – ein weiterer Preisanstieg ist jedoch nicht garantiert. Zudem fallen, je nach Anbieter, unter Umständen erhebliche Gebühren beim Kauf an. Für Goldbarren können durchaus auch mal zehn Prozent der Kaufsumme oder mehr als Aufschlag auf den offiziellen Goldpreis fällig werden. Der Kauf kleiner Mengen (ein bis fünf Gramm) rechnet sich nicht, weil hier die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs besonders hoch ist.
Aufbewahrung: Das teure Edelmetall zu Hause zu lagern, bedeutet ein hohes Risiko und ist nicht zu empfehlen. Stattdessen hinterlegen Anleger das Gold in der Regel in einem Schließfach bei der Bank. Kostenlos ist das aber nicht zu haben. Außerdem muss geklärt sein, bis zu welcher Summe der Inhalt des Schließfachs versichert ist. Im Falle eines Falles reicht diese Deckung vielleicht nicht aus und eine zusätzliche Schließfachversicherung wird nötig. Diese zusätzlichen laufenden Kosten müssen Goldanleger einkalkulieren – reduzieren sie doch die Rendite.
Währungsrisiko: Gold wird in US-Dollar gehandelt. Daher wirken sich Währungsschwankungen auf den Gegenwert in Euro aus. Fiktiv erhält der Goldverkäufer nämlich zunächst US-Dollar, die er dann in Euro umtauschen muss. Ein ungünstiger Umtauschkurs kann dann den Gewinn schmälern oder sogar Verlust bedeuten – obwohl der Goldkurs in Dollar gestiegen ist. Falls der Dollar aufgewertet wird, wirkt sich dies dann wieder positiv auf die Anlage aus.
Weder Zinsen noch Dividenden: Für Gold gibt es keine Zinsen oder Dividenden. Es liegt einfach nur da, glänzt und wartet darauf, gekauft oder verarbeitet zu werden. Gewinne sind nur zu erzielen, wenn der Goldpreis steigt. Übersetzt heißt das: Anleger müssen hoffen, dass die Nachfrage nach Gold auch in der Zukunft anhält. Sollte die Nachfrage zurückgehen, fällt der Kurs und mit ihm der Wert des Golddepots. In der Vergangenheit waren starke Kursschwankungen keine Ausnahmen, sondern die Regel.
Goldene Anlageprodukte: Wer in stark nachgefragte Rohstoffe wie Gold investieren will, muss nicht unbedingt physisches Gold kaufen. Als Alternative bietet sich an, Aktien von Unternehmen aus der Goldbranche zu erwerben oder nach speziellen Investmentfonds aus dem Geldsektor Ausschau zu halten. Doch Vorsicht: Hände weg von Anlageprodukten, die man nicht versteht!
Das Faltblatt "Gold – der sichere Hafen in Krisenzeiten?" wurde im Rahmen des Projekts "Wirtschaftlicher Verbraucherschutz" erstellt, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird.
*Quelle: Verbraucherzentrale Hessen
Goldkauf: Sichere Anlage oder riskante Zockerei?
In Währungs- und Finanzmarktkrisen wird Gold vielerorts als sichere Geldanlage gepriesen. Die beinah an jeder Straßenecke ausgelobten "Top-Tagespreise" beim Goldankauf verstärken den Glauben daran, dass das Edelmetall ein goldener Anlagetipp ist. "Doch nicht immer sind Anlagemünzen und Barren der Schlüssel zum Glück", warnt die Verbraucherzentrale Hessen vor trügerischer Sicherheit: "Egal, in welches Produkt investiert wird: Gold ist eine risikoreiche Geldanlage!"
Die Verbraucherzentrale Hessen gibt in ihrem aktuellen Faltblatt "Gold – der sichere Hafen in Krisenzeiten?" Tipps und Informationen rund um das Thema Gold als Anlageprodukt. Der Flyer ist kostenlos in den Beratungsstellen der Verbraucherzentrale Hessen erhältlich.
Angesichts der Goldgräberstimmung in Krisenzeiten sind die im Flyer enthaltenen Tipps eine wertvolle Hilfe bei der Frage, ob in Gold investiert werden soll oder nicht.
Kauf: Gold ist angesichts der boomenden Nachfrage inzwischen relativ teuer – ein weiterer Preisanstieg ist jedoch nicht garantiert. Zudem fallen, je nach Anbieter, unter Umständen erhebliche Gebühren beim Kauf an. Für Goldbarren können durchaus auch mal zehn Prozent der Kaufsumme oder mehr als Aufschlag auf den offiziellen Goldpreis fällig werden. Der Kauf kleiner Mengen (ein bis fünf Gramm) rechnet sich nicht, weil hier die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs besonders hoch ist.
Aufbewahrung: Das teure Edelmetall zu Hause zu lagern, bedeutet ein hohes Risiko und ist nicht zu empfehlen. Stattdessen hinterlegen Anleger das Gold in der Regel in einem Schließfach bei der Bank. Kostenlos ist das aber nicht zu haben. Außerdem muss geklärt sein, bis zu welcher Summe der Inhalt des Schließfachs versichert ist. Im Falle eines Falles reicht diese Deckung vielleicht nicht aus und eine zusätzliche Schließfachversicherung wird nötig. Diese zusätzlichen laufenden Kosten müssen Goldanleger einkalkulieren – reduzieren sie doch die Rendite.
Währungsrisiko: Gold wird in US-Dollar gehandelt. Daher wirken sich Währungsschwankungen auf den Gegenwert in Euro aus. Fiktiv erhält der Goldverkäufer nämlich zunächst US-Dollar, die er dann in Euro umtauschen muss. Ein ungünstiger Umtauschkurs kann dann den Gewinn schmälern oder sogar Verlust bedeuten – obwohl der Goldkurs in Dollar gestiegen ist. Falls der Dollar aufgewertet wird, wirkt sich dies dann wieder positiv auf die Anlage aus.
Weder Zinsen noch Dividenden: Für Gold gibt es keine Zinsen oder Dividenden. Es liegt einfach nur da, glänzt und wartet darauf, gekauft oder verarbeitet zu werden. Gewinne sind nur zu erzielen, wenn der Goldpreis steigt. Übersetzt heißt das: Anleger müssen hoffen, dass die Nachfrage nach Gold auch in der Zukunft anhält. Sollte die Nachfrage zurückgehen, fällt der Kurs und mit ihm der Wert des Golddepots. In der Vergangenheit waren starke Kursschwankungen keine Ausnahmen, sondern die Regel.
Goldene Anlageprodukte: Wer in stark nachgefragte Rohstoffe wie Gold investieren will, muss nicht unbedingt physisches Gold kaufen. Als Alternative bietet sich an, Aktien von Unternehmen aus der Goldbranche zu erwerben oder nach speziellen Investmentfonds aus dem Geldsektor Ausschau zu halten. Doch Vorsicht: Hände weg von Anlageprodukten, die man nicht versteht!
Das Faltblatt "Gold – der sichere Hafen in Krisenzeiten?" wurde im Rahmen des Projekts "Wirtschaftlicher Verbraucherschutz" erstellt, das vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz gefördert wird.
*Quelle: Verbraucherzentrale Hessen
Albrech & Cie.: Zeit für Goldkäufe ist gekommen
Vor einem Jahr war Gold für viele Anleger und Medien das Top-Thema. Jetzt ist es sehr ruhig geworden um das Edelmetall. Das ist umso verwunderlicher, als Gold, gemessen in Euro, in diesen Tagen einen neuen Aufwärtstrend startet. Wer mit einem vernünftig bemessenen Teil seines Vermögens darauf setzt, dürfte im Lauf der nächsten ein, zwei Jahre deutlich davon profitieren, meint Stephan Albrech, Vorstandsvorsitzender der Albrech & Cie. Vermögensverwaltung in Köln.
In einer Kolumne schreibt er hierzu wie folgt:
„Zugegeben, unser Kerngeschäft bei Albrech & Cie. kreist nicht um die Edelmetalle, sondern um unterbewertete Aktien mit starker Marktstellung und attraktivem Kurspotenzial. Gleichwohl nehmen wir angesichts des globalen Schulden-Tsunamis und der Euro-Krise auch andere Sachwerte in den Blick. Dazu gehört Gold, das von vielen Anlegern als Ersatzwährung für Dollar, Euro und Co. gesehen wird. Da die Bestimmung eines fairen Wertes bei Gold wegen der fehlenden Ertragskraft nicht möglich ist, greifen wir auf andere Methoden wie die technische Analyse zurück. Und unter diesem Blickwinkel sind die Aussichten für die nächsten Monate recht erfreulich.
Enormer Kursanstieg wurde „verdaut“
Konkret: Nach dem Anstieg um 850 Euro pro Feinunze von 2008 bis 2011 wird dieser enorme Zugewinn von den Anlegern seit Monaten „verarbeitet“. In der Folge bewegt sich der Preis seit September 2011 orientierungslos in einer Spanne zwischen 1200 Euro und dem Hoch bei 1350 Euro; aktuell notiert er mit über 1300 Euro nur knapp unterhalb des bisherigen Allzeithochs.
Noch wichtiger aber:
Gold scheint jetzt aus einer Formation auszubrechen, die Charttechniker als symmetrisches Dreieck bezeichnen. Das ist ein gutes Zeichen, da nach einem solchen Ausbruch meist sogenannte Trendfolger aktiv werden, die den Preis mit Käufen stützen und weiter treiben. Zinsen unterhalb der Inflationsrate Unterstützung erhält unsere Interpretation der Kursentwicklung von den fundamentalen Fakten.
Dazu gehört die Tatsache, dass die Notenbanken die Zinsen drücken, indem sie Staatsanleihen kaufen oder die Banken mit dem dafür notwendigen Geld ausstatten. Beides führt dazu, dass die Rendite fünfjähriger deutscher Staatsanleihen deutlich unterhalb der Inflationsrate liegt und Gläubiger des Bundes damit, gemessen in realer Kaufkraft, sukzessive enteignet werden.
Das heißt: Zinsanlagen in deutschen Staatstiteln sind derzeit keine wirkliche Konkurrenz für Gold. Notenbanken bei Gold klar auf der Käuferseite Zudem kaufen die Notenbanken verstärkt Gold, um ihre Abhängigkeit von ein oder zwei Fremdwährungen zu verringern. Nach Angaben des Londoner World Gold Council, des Interessenverbandes der Goldindustrie, haben die Zentralbanken 2011 fast 440 Tonnen neu erworben – das ist mehr als ein Zehntel der globalen Nachfrage. In der Zeit davor hatten sie Jahr für Jahr im Durchschnitt in etwa diese Menge verkauft. Nach Einschätzung des Gold Council werden die Notenbanken auch 2012 klar auf der Käuferseite zu finden sein und den Goldpreis so zumindest stützen, wenn nicht sogar treiben.
Mehrere Szenarien sprechen für höheren Goldpreis in Euro Anleger aus Deutschland dürften in den kommenden Monaten sogar überdurchschnittlich profitieren, falls der Euro im Zuge der Schuldenkrise weiter gegenüber dem Dollar abwertet. In diesem Fall fungiert Gold im Depot als Absicherung gegen einen Wertverlust der Währung. Diese Phase könnte dann enden, wenn die US-Notenbank eine neue geldpolitische Lockerungsrunde (QE 3) einläutet – mit dem Ergebnis, dass sich der Euro stabilisiert, der Goldpreis in Dollar aber anzieht, weil dann die Dollar-Anleger verstärkt einen inflationssicheren Hafen ansteuern. Beide Szenarien liefern gute Argumente für einen weiteren Anstieg des Goldpreises in Euro."
In einer Kolumne schreibt er hierzu wie folgt:
„Zugegeben, unser Kerngeschäft bei Albrech & Cie. kreist nicht um die Edelmetalle, sondern um unterbewertete Aktien mit starker Marktstellung und attraktivem Kurspotenzial. Gleichwohl nehmen wir angesichts des globalen Schulden-Tsunamis und der Euro-Krise auch andere Sachwerte in den Blick. Dazu gehört Gold, das von vielen Anlegern als Ersatzwährung für Dollar, Euro und Co. gesehen wird. Da die Bestimmung eines fairen Wertes bei Gold wegen der fehlenden Ertragskraft nicht möglich ist, greifen wir auf andere Methoden wie die technische Analyse zurück. Und unter diesem Blickwinkel sind die Aussichten für die nächsten Monate recht erfreulich.
Enormer Kursanstieg wurde „verdaut“
Konkret: Nach dem Anstieg um 850 Euro pro Feinunze von 2008 bis 2011 wird dieser enorme Zugewinn von den Anlegern seit Monaten „verarbeitet“. In der Folge bewegt sich der Preis seit September 2011 orientierungslos in einer Spanne zwischen 1200 Euro und dem Hoch bei 1350 Euro; aktuell notiert er mit über 1300 Euro nur knapp unterhalb des bisherigen Allzeithochs.
Noch wichtiger aber:
Gold scheint jetzt aus einer Formation auszubrechen, die Charttechniker als symmetrisches Dreieck bezeichnen. Das ist ein gutes Zeichen, da nach einem solchen Ausbruch meist sogenannte Trendfolger aktiv werden, die den Preis mit Käufen stützen und weiter treiben. Zinsen unterhalb der Inflationsrate Unterstützung erhält unsere Interpretation der Kursentwicklung von den fundamentalen Fakten.
Dazu gehört die Tatsache, dass die Notenbanken die Zinsen drücken, indem sie Staatsanleihen kaufen oder die Banken mit dem dafür notwendigen Geld ausstatten. Beides führt dazu, dass die Rendite fünfjähriger deutscher Staatsanleihen deutlich unterhalb der Inflationsrate liegt und Gläubiger des Bundes damit, gemessen in realer Kaufkraft, sukzessive enteignet werden.
Das heißt: Zinsanlagen in deutschen Staatstiteln sind derzeit keine wirkliche Konkurrenz für Gold. Notenbanken bei Gold klar auf der Käuferseite Zudem kaufen die Notenbanken verstärkt Gold, um ihre Abhängigkeit von ein oder zwei Fremdwährungen zu verringern. Nach Angaben des Londoner World Gold Council, des Interessenverbandes der Goldindustrie, haben die Zentralbanken 2011 fast 440 Tonnen neu erworben – das ist mehr als ein Zehntel der globalen Nachfrage. In der Zeit davor hatten sie Jahr für Jahr im Durchschnitt in etwa diese Menge verkauft. Nach Einschätzung des Gold Council werden die Notenbanken auch 2012 klar auf der Käuferseite zu finden sein und den Goldpreis so zumindest stützen, wenn nicht sogar treiben.
Mehrere Szenarien sprechen für höheren Goldpreis in Euro Anleger aus Deutschland dürften in den kommenden Monaten sogar überdurchschnittlich profitieren, falls der Euro im Zuge der Schuldenkrise weiter gegenüber dem Dollar abwertet. In diesem Fall fungiert Gold im Depot als Absicherung gegen einen Wertverlust der Währung. Diese Phase könnte dann enden, wenn die US-Notenbank eine neue geldpolitische Lockerungsrunde (QE 3) einläutet – mit dem Ergebnis, dass sich der Euro stabilisiert, der Goldpreis in Dollar aber anzieht, weil dann die Dollar-Anleger verstärkt einen inflationssicheren Hafen ansteuern. Beide Szenarien liefern gute Argumente für einen weiteren Anstieg des Goldpreises in Euro."


