Florian Homm - auch alles nur ein großer Bluff?
In diesem Thema wurden schon 0 Auszeichnungen vergeben!
Dieses Thema wurde 11643 mal besucht und hat 24 Antworten.

- 1
- 2


Florian Homm - auch alles nur ein großer Bluff?
Zitat
Seit drei Monaten ist der Hedgefonds-Manager spurlos verschwunden. Er hinterlässt seinen Managern und Kunden Aktienpakete von fragwürdigem Wert. Augenzeugen haben ihn zuletzt im Zürcher Kaufleuten-Club gesehen, dem angesagten Nightlife-Treff des Jetsets, wenige Gehminuten von der Bahnhofstrasse entfernt. Florian Homm tanzte dort ausgelassen bis tief in die Nacht. Seitdem ist er weg. Einfach abgetaucht.
Der lauteste Hedgefonds-Manager Deutschlands steht seit dem 18. September auf der Vermisstenliste der Finanzwelt. Mitarbeitern und Kunden hinterließ er an jenem Dienstag nur ein Blatt Papier, auf dem er seinen sofortigen Rückzug aus der Führung seiner Fonds sowie der Verwaltungsfirma Absolute Capital Management (ACM) mit Domizil auf den Cayman-Inseln erklärte.
"Ich bin über die Performance einiger unserer Fonds enttäuscht", schrieb er, nachdem er Wochen zuvor noch in einer Telefonkonferenz beteuerte, dass die Fonds sich recht gut entwickeln würden. Sein eigenes Geld zog er abrupt heraus. Die Aktionäre ließ er mit einem gewaltigen Kurseinbruch im Regen stehen. Selbst seine Manager berichten, dass sie weder eine Adresse noch eine Telefonnummer von Homm haben. Er rufe lediglich hin und wieder bei seiner ehemaligen Assistentin an - mit anonymer Handynummer und von unbekanntem Ort.
"Das kam völlig überraschend", sagt der Ire Sean Ewing, ein langjähriger Weggefährte, "Ich weiß nicht, was dahinter steckt." Eine heikle Lage für einen der größten Hedgefonds-Anbieter Europas, der 3,2 Milliarden Euro Kundenvermögen verwaltet und den 2006 das Fachblatt "Hedge Fund Review" noch als Best European Hedge Fund Group prämierte.
Was steckt hinter dem plötzlichen Abtauchen? Capital analysierte Aktiendeals, studierte Börsendokumente, Bilanzen und Gerichtsakten. Das traurige Resultat: Entgegen vollmundiger Verlautbarungen pickte hier ein Hasardeur für seine Kunden oft heraus, was sich nachträglich als der Ramsch der Weltbörsen entpuppte - und nicht als Gold.
Gleichzeitig erklärte Homm den Deutschen jahre lang in Talkshows, unter anderem bei Sabine Christiansen, wie Wirtschaft und Politik zu retten seien. Mit Zigarre und lockerer Pose am Pool seiner Villa in Mallorca posierte er als gewiefter Börsianer. Mit einem Investment in den Fußballclub Borussia Dortmund wurde er selbst für "Bild"-Leser zur bekannten Nummer. Dass er ein Großneffe des Versandhauskönigs Josef Neckermann ist, rundete die Story ab.
"Ich war eine wichtige Figur bei 60 Börsengängen", lobte sich Homm und kokettierte mit der Rolle als "Heuschrecke". Der "Plattmacher von Malle" wurde er genannt, als Großaktionär gefürchtet, der den Managern Dampf macht oder Konzerne kurssteigernd zerlegt.
Aufsehen erregte er vor drei Jahren, als ihn die Finanzaufsicht Bafin maßregelte. Mit einem frechen Börsenbrief hatte er den Autovermieter Sixt öffentlich schlecht geredet und zugleich auf einen fallenden Kurs gewettet. Im Dezember 2005 endete seine Attacke gegen den Immobilienkonzern WCM vor Gericht mit einer Geldstrafe. Homm zeigte sich unbeeindruckt, die Bußen behandelte er wie Falschparkerknöllchen. Arroganz war sein Markenzeichen, 15 Prozent Jahresrendite sein Tarif. Wer mitverdienen wollte, durfte in seine Fonds investieren oder Aktien seiner Fondsverwaltungsfirma ACM kaufen.
Das Wohl seiner Aktionäre und Kunden lag Homm bei seinem spektakulären Abgang allerdings nicht am Herzen: Knall auf Fall verkaufte er bis auf einen Mini- Anteil sein ACM-Paket - zuvor hielt er mit seiner Ehefrau die Mehrheit. Die Aktie der in London notierten Firma verlor danach innerhalb eines Tages 84 Prozent. Als Kunden versuchten Millionenbeträge aus den ACM-Fonds abzuziehen, schlossen die Managern den Fonds vorläufig. Es bleibt ein Scherbenhaufen.
Die Hintergründe untersucht nun die Londoner Börse. Investoren, die nach einer eilig einberufenen Hauptversammlung ein Jahr lang auf Geldentnahmen verzichten müssen, beauftragten den Revisionskonzern PWC mit einer Sonderprüfung. Beunruhigte Kunden fragen sich, ob alles nur ein großer Bluff war.
Tatsächlich liefern Homms Leute schlechte News in Serie. Einen Tag nach seinem Verschwinden verkündeten die ACM-Manager plötzlich, dass bis zu 530 Millionen Dollar der Kundenvermögen in US-Penny- Stocks investiert sind - schwer bewertbare Billigpapiere, die nur im außerbörslichen Freiverkehr gehandelt werden. Und sie räumten ein, dass sie die einzelnen US-Titel, die Homm mit Kundengeldern kaufte, nicht überprüft hatten.
Seit einem Jahrzehnt investierte Homm gleichzeitig Kundengelder über Fonds und über ihm zugerechnete Privatfirmen - eine unter Fondsmanagern geächtete Praxis. Interessenkonflikte sind dabei vorprogrammiert.
Zum Beispiel bei Borussia Dortmund. "Was ist das für eine Schlafmützenveranstaltung?", schimpfte er vor drei Jahren, nachdem er 25 Prozent der Aktien gekauft hatte. "Matsch aus der Birne! Kämpfen, kämpfen, kämpfen!", feuerte er die Spieler an. "Ohne mein Investment wäre der Verein reif für die Regionalliga", triumphierte Homm.
"Mein Investment", sagt er. Aber der Blick in die Akten zeigt, dass verschiedene Firmen in Homms Auftrag Borussen-Aktien kauften: die ACM und der Absolute Return Europe Fund, beide mit Domizil auf den Cayman-Inseln, sowie die CSI Asset Management aus Liechtenstein.
Es gibt so Phasen
Wo setzt Homm sein eigenes Geld für Aktiengeschäfte ein und wo platziert er das Vermögen seiner Fondskunden? Das ist nicht leicht zu beantworten. Eines seiner ältesten Investmentvehikel ist die in Dortmund aufgetauchte CSI, eine 1997 in Liechtenstein gegründete Briefkastenfirma. Homm benutzte sie privat, wenn er mit seinen Fonds in eine Firma einstieg. Ihr langjähriger Verwaltungsrat, der Treuhänder Beat Kranz, erteilt keine Auskunft. Ebenso verschwiegen operiert die Vaduzer Loyr-Stiftung, die auch als Investor in Homms Auftrag auftaucht.
Besonders obskur sind Homms Amerika- Deals. Entgegen der erklärten Strategie legten seine Fonds die Kundengelder statt in Deutschland oder Europa in Übersee an, und zwar hochspekulativ. Etwa in die Internetfirma Pro-Elite. Sie weist 11,9 Millionen Dollar Verluste aus. Als bedeutende Aktionäre sind gleich sechs Homm- Fonds vertreten, dazu die Brokerfirma Hunter World aus Beverly Hills, die häufiger als Investor an der Seite der Homm- Fonds erscheint.
Skurril war ein Investment bei der US-Firma MW Medical, die 1997 antrat, um mit Haarentfernung per Mikrowelle Geld zu verdienen. Ihre verheißungsvollen Maschinen erregten Bedenken bei der Zulassungsbehörde und die Börsenaufsicht verlangte Bilanzkorrekturen. 2004 wurde die Firma umbenannt, von Haarentfernung ist keine Rede mehr. Ein Manager entschuldigte sich für "kuriose Geschäftspraktiken".
Ein weiterer Fall ist die Firma Colombia Goldfield, die im kolumbianischen Medellin Gold schürfen will. In deutschsprachigen Internetforen wurde die Aktie als "Geheimfund" gefeiert. Ein Blick in die Bilanz ernüchtert aber. Der Reinverlust seit der Gründung summiert sich auf 17,4 Millionen Dollar. Die Firma habe "keine Quelle für operative Erträge". Die Liste der Ramschinvestments mit Homm- Fonds als große Investoren lässt sich fortsetzen.
Ein Muster ist bei Homms Investments oft erkennbar: Zuerst kauft er eine billige Aktie. Dann erhält der Kurs durch den Einstieg von gleich mehreren seiner Fonds Auftrieb, in Internetforen wird der Wert heiß diskutiert. In dieser Phase kann Homm privat mitverdienen, zum Beispiel über seine CSI aus Vaduz. Kunden können allerdings nur dann gewinnen, wenn die Fondsmanager die Aktie auch wieder rechtzeitig verkaufen können. Dafür müssen aber Abnehmer gefunden werden - ein Spiel, das nicht immer gelingt. So besteht die Gefahr, dass die Fonds auf den Penny-Stocks sitzen bleiben - wie nach Homms plötzlichem Ausstieg im September.
Der legte einen ähnlich abrupten Abgang schon einmal hin. Gebeutelte Aktionäre erinnern sich, wie sich Homm im Februar 2001 als Manager der Fondsverwaltungsfirma VMR im Taunus wegen "persönlicher Gründe" verabschiedete. In den Boomjahren hatte er den Börsenwert der Firma auf 500 Millionen Dollar hochgetrieben. Nach seinem Ausstieg verloren die Aktionäre 98 Prozent ihres Kapitals. Beteiligungen wurden wertberichtigt und Fonds in aller Stille beerdigt.
Offshore operierten seine Fonds, grenzüberschreitend war auch sein Businessstil. "Ich mach das seit bald 30 Jahren in dieser frivolen Art und werde das auch weiter so machen", erklärte er noch vor einem Jahr. Dann kam die Umkehr.
Im November 2006 schoss ein Motorradfahrer Homm auf dem Weg vom Flughafen in die venezolanische Metropole Caracas an. Mit viel Glück überlebte er den Anschlag. Ein Raubüberfall, sagt Homm. Er war mit liberianischem Pass unterwegs - als Unesco-Botschafter. Ein halbes Jahr später ließ sich seine Frau Susan scheiden. Und im September stieg auch noch sein langjähriger Liechtensteiner Treuhänder Beat Kranz aus.
"Es gibt so Phasen", sagte Homm einmal, "da muss man sich entweder von Leuten trennen oder man sucht die Schuld bei sich selbst." Und fügte hinzu: "Letzteres ist allerdings nicht unbedingt meine Stärke."
Quelle: Capital
Auszug: - Quelle [url=http://www.manager-magazin.de/geld/geldanlage/0,2828,548855,00.html]mm - Arne Gottschalck[/url]
Zitat
Was als Spekulation auf die Strahlkraft des Investors Florian Homm gestartet ist, endet im Landgericht Frankfurt. Dort laufen die Prozesse um zwei Zertifikate der SEB Bank, die sich an den Hedgefonds Homms orientierten.
Zitat
Die Bank SEB legt Zertifikate auf, genau wie andere Banken auch. 2007 waren zwei darunter, die sich an Hegdefonds ausrichteten, die Florian Homm verwaltet - das "Alternative Investment Zertifikat" in zwei Varianten. Sie sollten vom 28. August 2006 bis zum 31. August 2011 laufen.
Zitat
Die SEB durfte die Zertifikate kündigen, das steht so in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Allerdings musste sie nach 40 Tagen das Geld an die Anleger auszahlen. Und das steht noch aus. Und ab dem 10. Dezember 2007 - dem Ende der 40-Tage-Frist, ist das Geld mit 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz zu verzinsen", wertet Schmidt die Situation, der von Göttingen aus SEB-Anleger vertritt.
Der von Florian Homm gegründete Hedge-Fonds Absolute Capital Management (ACM) steht vor dem Zerfall. Am Mit Argo Capital will sich der inzwischen wichtigste Teil der Gesellschaft abspalten.
"Das Management meint, dass die bisherige Strategie, die beiden Fondsteile zu verbinden, nicht mehr im Interesse der Aktionäre ist", teilte ACM-Chef Jonathan Treacher mit.
Die Anteilseigner sollen darüber am 13. Juni abstimmen. ACM ist einer der wenigen börsennotierten Hedge-Fonds und hatte Argo erst Anfang 2007 übernommen.
Die Trennung dürfte den verbleibenden ACM-Teil tiefer in die Krise drücken. Die gesamte Gesellschaft ist seit dem überraschenden Rückzug Homms im September 2007 ins Trudeln geraten. Homm hatte den Vorstand überstürzt verlassen, seinen 15-Prozent-Anteil verkauft und war untergetaucht.
Deutschlands bekanntester Hedge-Fonds-Manager beklagte die schwache Rendite einiger Fonds, die bis zu seinem Rückzug jedoch gar nicht schlecht war. Es war aber auch von persönlichen Problemen Homms die Rede.
Selbst engere ehemalige Mitarbeiter wissen nicht, wo Deutschlands bekanntester Hedge-Fonds-Manager steckt. "Keiner hat ihn mehr gesehen", sagte eine ACM-Sprecherin. Den Fall untersucht die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers.
Die unklaren Gründe für Homms Verschwinden hatten sowohl Aktionäre als auch Fondsinvestoren in die Flucht geschlagen: Die Gesellschaft hat innerhalb eines Jahres 1,2 Mrd. $, vor allem aus Homms Aktienfonds, verloren und verwaltet nun noch rund 2 Mrd. $, etwa die Hälfte davon in den Argo-Fonds. Die ACM-Titel, die in London gelistet sind, büßten nach Homms Abgang 80 Prozent an Wert ein.
Bereits entschieden ist, dass ACM und Argo nicht mehr von Mallorca, sondern von Zug in der Schweiz aus operieren. Homm fiel nicht nur durch den ungewöhnlichen Standort auf. Anders als in der verschwiegenen Hedge-Fonds-Branche üblich, meldete er sich immer wieder lautstark zu Wort. Zum Beispiel als Großinvestor bei Borussia Dortmund. Schlagzeilen machte Homm auch, als die Finanzaufsicht gegen ihn ein Bußgeld wegen Kursmanipulation der Sixt-Aktie verhängte.
Quelle: E.Atzler
"Das Management meint, dass die bisherige Strategie, die beiden Fondsteile zu verbinden, nicht mehr im Interesse der Aktionäre ist", teilte ACM-Chef Jonathan Treacher mit.
Die Anteilseigner sollen darüber am 13. Juni abstimmen. ACM ist einer der wenigen börsennotierten Hedge-Fonds und hatte Argo erst Anfang 2007 übernommen.
Die Trennung dürfte den verbleibenden ACM-Teil tiefer in die Krise drücken. Die gesamte Gesellschaft ist seit dem überraschenden Rückzug Homms im September 2007 ins Trudeln geraten. Homm hatte den Vorstand überstürzt verlassen, seinen 15-Prozent-Anteil verkauft und war untergetaucht.
Deutschlands bekanntester Hedge-Fonds-Manager beklagte die schwache Rendite einiger Fonds, die bis zu seinem Rückzug jedoch gar nicht schlecht war. Es war aber auch von persönlichen Problemen Homms die Rede.
Selbst engere ehemalige Mitarbeiter wissen nicht, wo Deutschlands bekanntester Hedge-Fonds-Manager steckt. "Keiner hat ihn mehr gesehen", sagte eine ACM-Sprecherin. Den Fall untersucht die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers.
Die unklaren Gründe für Homms Verschwinden hatten sowohl Aktionäre als auch Fondsinvestoren in die Flucht geschlagen: Die Gesellschaft hat innerhalb eines Jahres 1,2 Mrd. $, vor allem aus Homms Aktienfonds, verloren und verwaltet nun noch rund 2 Mrd. $, etwa die Hälfte davon in den Argo-Fonds. Die ACM-Titel, die in London gelistet sind, büßten nach Homms Abgang 80 Prozent an Wert ein.
Bereits entschieden ist, dass ACM und Argo nicht mehr von Mallorca, sondern von Zug in der Schweiz aus operieren. Homm fiel nicht nur durch den ungewöhnlichen Standort auf. Anders als in der verschwiegenen Hedge-Fonds-Branche üblich, meldete er sich immer wieder lautstark zu Wort. Zum Beispiel als Großinvestor bei Borussia Dortmund. Schlagzeilen machte Homm auch, als die Finanzaufsicht gegen ihn ein Bußgeld wegen Kursmanipulation der Sixt-Aktie verhängte.
Quelle: E.Atzler
BVB-Aktie - übrig bleiben Pennystock's
Und das blieb übrig von den Aktien des renommierten Fußballclubs Borussia Dortmund:
Zitat
Die Leidenszeit für die Aktionäre von Borussia Dortmund geht in die Verlängerung. Eine Dividendenzahlung ist vorerst kein Thema. Auch der Aktienkurs befindet sich inzwischen im Keller.
Bereits neun Jahre sind seit dem Börsengang des Fußball-Bundesligisten vergangenen %u2013 aber auf eine Dividende müssen die BVB-Aktionäre weiterhin warten. Eine Dividendenzahlung sei erst dann sinnvoll, wenn der Verein sich sportlich wieder international etabliere und substanzielle Überschüsse realisiert würden, heißt es in dem Bericht auf der Hauptversammlung für das Geschäftsjahr 2008/09 (30. Juni). Durchhalteparolen kamen von Hans-Joachim Watzke, Geschäftsführer des BVB, der den Verein auf einem langen und steinigen Weg zurück zum Erfolg sieht.
TIEFROTE BILANZ
Im vergangenen Geschäftsjahr 2008/09 meldete der einzige börsennotierte Fußball-Klub Deutschlands einen Verlust von 5,9 Millionen Euro. Als Begründung verwies Watzke auf die sportliche Talfahrt %u2013 der Club war bereits früh im DFB-Pokal und UEFA-Pokal ausgeschieden und musste damit auf die lukrativen Einnahmen durch Fernsehen und Sponsoren verzichten. Dennoch gab es auch Licht am Ende des Tunnels: Der Umsatz legte um fünf Prozent auf 114,7 Millionen Euro zum, die Schulden wurden um acht auf 61 Millionen Euro reduziert.
Für das laufende Jahr rechnet der BVB mit einem positiven operativen Konzernergebnis. Man sei zuversichtlich, beim Umsatz mehr als 100 Millionen Euro zu erreichen.
AKTIE IM BöRSENKELLER
Im Herbst 2000 konnten Fans die Papiere für jeweils elf Euro erwerben. Seitdem ging es mit der Notierung aber nahezu kontinuierlich Richtung Süden. Ende 2008 rutschte die Aktie erstmals unter die Marke von einem Euro, konnte sich dann aber noch einmal kurz berappeln. Im Mai 2009 sorgten noch einmal Hoffnungen über eine Teilnahme am UEFA-Pokal, der heutigen UEFA Europa League für einen kleinen Kurssprung. Inzwischen scheint der Wert aber dauerhaft unter der ein-Euro-Marke zu bleiben und steuert das bisherige Rekordtief bei 0,82 Euro an.
Mehrere Aktionärsvertreter äußerten sich sogar zufrieden. "So schlecht wie es anderen Vereinen geht, geht es Borussia Dortmund nicht", sagte Stefan ten Doornkaat von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger. Watzke verwies als Begründung für die schwache Entwicklung vor allem auf den Ausstieg institutioneller Investoren. In den vergangenen beiden Jahren seien rund 17 Millionen Anteilsscheine abgestoßen worden.
Quelle: Börse-Online
Gegen den vor gut zwei Jahren untergetauchten deutschen Hedgefondsmanager Florian Homm ist nach einem Bericht des Nachrichten-Magazins Spiegel vor einem New Yorker Gericht Klage erhoben worden.
Danach sollen der 50-Jährige und einige seiner Ex-Partner durch ein Betrugssystem "den Fonds mehrere zehn Millionen Dollar gestohlen und einen Schaden von beinahe 200 Millionen Dollar angerichtet" haben.
Die Finanzmanager, heißt es in der Klageschrift laut Spiegel, hätten die Aktienkurse angeschlagener Firmen gezielt angeheizt, die Papiere anschließend überteuert an die Fonds weiterverkauft und dafür auch noch satte Prämien kassiert.
Diesen Trick soll die Truppe um Homm unter anderem bei einem Onlineportal, einem Getränkehändler und einem Anbieter von Sex-Ratgebern genutzt haben.
Das ergaunerte Geld sollen Homm und zwei seiner Mitstreiter unter anderem in den Kauf einer Yacht mit dem Namen "No Remorse" - "Keine Reue" - gesteckt haben.
Danach sollen der 50-Jährige und einige seiner Ex-Partner durch ein Betrugssystem "den Fonds mehrere zehn Millionen Dollar gestohlen und einen Schaden von beinahe 200 Millionen Dollar angerichtet" haben.
Die Finanzmanager, heißt es in der Klageschrift laut Spiegel, hätten die Aktienkurse angeschlagener Firmen gezielt angeheizt, die Papiere anschließend überteuert an die Fonds weiterverkauft und dafür auch noch satte Prämien kassiert.
Diesen Trick soll die Truppe um Homm unter anderem bei einem Onlineportal, einem Getränkehändler und einem Anbieter von Sex-Ratgebern genutzt haben.
Das ergaunerte Geld sollen Homm und zwei seiner Mitstreiter unter anderem in den Kauf einer Yacht mit dem Namen "No Remorse" - "Keine Reue" - gesteckt haben.
Besser spät geantwortet als nie:
Zitat
Florian Homm wurde am 7. Okt. 1959 in Bad Homburg geboren. In der hessischen Kurstadt wuchs er auch auf. Sein Vater war ein mittelständischer Handwerksunternehmer, sein Großonkel der legendäre Versandhauskönig und Dressur-Olympiasieger Josef Neckermann (1912-1992), der ihn stark prägte und ihm eine Art Vorbild war.
Der über zwei Meter große H. ist seit 2007 geschieden und Vater zweier Kinder (Conrad und Isabell). Seine Ex-Frau Susan Devine ist in Rio geboren und wuchs in den USA auf. H. mag das Ski- und Wasserskilaufen und besitzt eine Villa auf Mallorca in der Nähe von Palma. Weitere Wohnsitze hat er in London, Frankfurt und Zürich. H. ist passionierter Raucher kubanischer Zigarren. Er bezeichnet sich als 110-prozentigen "Selfmademan", der "keinen Cent geerbt" habe (Mallorca Zeitung). Im Nov. 2006 wurde H. bei einem Raubüberfall in Caracas/Venezuela schwer verletzt und musste in einer Notoperation gerettet werden.
Quelle: Munzinger
Zitat
Florian Homm (* 1959 in Oberursel) ist Börsenspekulant und Gründer mehrerer Investmentunternehmen.
Werdegang
Florian Homm wurde 1959 als Sohn eines Handwerkers in Oberursel geboren. Nach einem Wirtschaftsstudium in Harvard begann Homm sein Berufsleben bei Merrill Lynch. Nach Stationen bei Fidelity und Julius Bär gründete er die Value Management & Research AG. VMR führte eine Reihe von erfolglosen Unternehmen wie Toysinternational.com oder Comtelco an die Börse. Nachdem das geplante Zusammengehen mit der (wenig später insolventen) Gesellschaft Knorr Capital scheiterte, zog sich Homm aus VMR zurück.
Zu Beginn des neuen Jahrtausends meldete er sich dann mit der Hedge-Fonds-Gesellschaft Absolute Capital Management Holdings zurück, die er 2006 in das unreglementierte Alternative Investment Market-Segment der London Stock Exchange führte. Während dieser Zeit genoss Homm wegen der hohen Rendite des Hedge-Fonds große Medienaufmerksamkeit und wurde von der Investmentzeitung Alternative Investment News als "Hedge Fund Leader of The Year" bezeichnet. Im Sommer 2007 kam der oftmals in illiquide Werte investierende Fonds unter Druck. Homm gab September 2007 über Nacht seinen Rücktritt als Chef von Absolute Capital Management bekannt. Seitdem ist er auch für das Managemengt seines (nun ehemaligen) Fonds nicht mehr erreichbar. Nach seinem Rücktritt wurde Homm von der Geschäftsleitung von Absolute Capital Management vorgeworfen, dass viele der Anlagen weniger Wert seien als ausgewiesen und die Aktien von Absolute Capital Management verloren bis Juni 2008 93% ihres Wertes.
Laut einem Bericht des Wirtschaftsblattes Barron's von Juni 2008 ist Florian Homm momentan zusammen mit dem Investmentbanker Todd Ficeto in den USA aktiv. Sein Aufenthaltsort ist jedoch unbekannt.
Privates: Der Großonkel Homms ist der bekannte Dressurreiter und Versandkaufmann Josef Neckermann. Florian Homm ist ehemaliger deutscher Basketball-Juniorennationalspieler.
Auszeichnungen: Ehrendoktor (Dr. h.c.) der Universität von Monrovia (Liberia)
Quelle: Wikipedia
1,1 Millionen Euro Kopfgeld auf Borussia Dortmund Ex-Aktionär
Zitat
Der Hedgefondsmanager Florian Homm, der Anleger, die über seine Firma Absolute Management Capital (AMC) investierten, um rund 200 Millionen Dollar betrogen haben soll und sich bereits seit viereinhalb Jahren auf der Flucht befindet.
Jetzt ist eine Gruppe von geprellten Anleger in die Offensive gegangen und hat den Privat-Ermittler Josef Resch engagiert, der den Flüchtigen ausfindig machen soll. Um ihre Chancen auf Hinweise zu erhöhen, haben die Investoren zudem ein Kopfgeld in Höhe von 1,1 Millionen Euro auf den Flüchtigen ausgesetzt, wie 'Capital' berichtet. Das Geld soll an jene ausbezahlt werden, die Hinweise liefern, die am Ende konkret zu Homm führen.
Die Gruppe um Resch ist allerdings nicht die einzige, die auf der Suche nach Homm ist. Auch in den USA wird er von Ermittlern gejagt. Im Februar letzten Jahres hatte die US-Wertpapieraufsicht SEC eine Klage gegen den Finanzjongleur eingereicht, in der sie ihn der Kursmanipulation und des Wertpapierbetrugs bezichtigte. Durch seine Flucht hat sich Homm dem Zugriff der Ermittler bisher entziehen können.
Resch befindet sich damit in einer Art Wettlauf mit den US-Ermittlern.
Zitat
In der Spitze verwalteten die ACM-Hedgefonds mehr als drei Milliarden US-Dollar. Im September 2007 verließ Homm – der als Großaktionär von Borussia Dortmund auch außerhalb der Finanzbranche bekannt wurde – seine Firma AMC und ging auf Tauchstation. Zuvor hatten Homm und zwei Verbündete Jahre lang Aktienkurse gepusht, um Homms Hedgefonds zu einer guten Performance zu verhelfen. In der Praxis geschah dies, indem über den US-Broker Hunter World Markets kleine Unternehmen an die Börse gebracht und die Aktien dann zu überteuerten Preisen an den Hedgefonds verkauft wurden
Finanz-Jongleur Homm in Ghana vermutet
Der flüchtige Finanz-Manager Florian Homm soll sich in Ghana aufhalten. Das berichtet der „Spiegel“. Demnach soll sich der Finanzjongleur angeblich als Diamantenhändler ausgeben. Homm, der in Deutschland auch wegen seines zeitweiligen Engagements in Aktien des Fußballvereins Borussia Dortmund bekannt wurde, ist seit viereinhalb Jahren flüchtig.
Er wird in den USA wegen des Verdachts auf Manipulation von Aktienkursen per Haftbefehl gesucht. Zudem soll er laut Medienberichten Investoren um einen zweistelligen Millionenbetrag gebracht haben. Nach Angaben von „Capital“ hat jemand eine eine Belohnung von 1,1 Millionen Euro auf sein Erfassen ausgesetzt.
Auch deutsche Behörden sind scharf darauf, ihn vorladen zu können: In einem Verfahren der Staatsanwaltschaft München wegen Aktienbetruges gibt es laut dem „Spiegel“-Bericht Hinweise darauf, dass der flüchtige Finanzmanager Drahtzieher von Kursmanipulationen sein könnte, um die es jetzt vor Gericht ging.
In dem Münchner Verfahren stand der die frühere Anlegerschützer der Vereinigung SdL, Markus Straub, mit einem weiteren Angeklagten im Mittelpunkt. Es ging – wie berichtet – darum, dass Aktienkurse von Unternehmen gezielt mit künstlich gesteuerten Informationen über Börsenpublikationen beeinflusst worden sein sollen.
In dem Verfahren, berichtete nun der „Spiegel“, sollen Gelder über eine tschechische Firma geflossen sein. Diese soll nach Aussagen anderer Beschuldigter Homm zuzurechnen sein, meldet das Magazin. Demnach soll es einst auch Kontakte zu einem der jetzt Verurteilten gegeben haben. Dies wird von Anwälten allerdings bestritten.
Der Finanzjongleur Homm war 2004 mit gut 25 Prozent bei Borussia Dortmund eingestiegen – und hatte den börsennotierten Fußballverein aus schwieriger Lage befreit.
Er hatte weitere „diverse Beteiligungen“. In Dortmund stieg Homm 2007 weitgehend wieder aus. Dann verschwand er. Seither schießen Spekulationen ins Kraut, wo er steckt. Angeblich hat Homm sein Aussehen verändert.
* NWZ
Er wird in den USA wegen des Verdachts auf Manipulation von Aktienkursen per Haftbefehl gesucht. Zudem soll er laut Medienberichten Investoren um einen zweistelligen Millionenbetrag gebracht haben. Nach Angaben von „Capital“ hat jemand eine eine Belohnung von 1,1 Millionen Euro auf sein Erfassen ausgesetzt.
Auch deutsche Behörden sind scharf darauf, ihn vorladen zu können: In einem Verfahren der Staatsanwaltschaft München wegen Aktienbetruges gibt es laut dem „Spiegel“-Bericht Hinweise darauf, dass der flüchtige Finanzmanager Drahtzieher von Kursmanipulationen sein könnte, um die es jetzt vor Gericht ging.
In dem Münchner Verfahren stand der die frühere Anlegerschützer der Vereinigung SdL, Markus Straub, mit einem weiteren Angeklagten im Mittelpunkt. Es ging – wie berichtet – darum, dass Aktienkurse von Unternehmen gezielt mit künstlich gesteuerten Informationen über Börsenpublikationen beeinflusst worden sein sollen.
In dem Verfahren, berichtete nun der „Spiegel“, sollen Gelder über eine tschechische Firma geflossen sein. Diese soll nach Aussagen anderer Beschuldigter Homm zuzurechnen sein, meldet das Magazin. Demnach soll es einst auch Kontakte zu einem der jetzt Verurteilten gegeben haben. Dies wird von Anwälten allerdings bestritten.
Der Finanzjongleur Homm war 2004 mit gut 25 Prozent bei Borussia Dortmund eingestiegen – und hatte den börsennotierten Fußballverein aus schwieriger Lage befreit.
Er hatte weitere „diverse Beteiligungen“. In Dortmund stieg Homm 2007 weitgehend wieder aus. Dann verschwand er. Seither schießen Spekulationen ins Kraut, wo er steckt. Angeblich hat Homm sein Aussehen verändert.
* NWZ
Ein User berichtet
The Hunters have seine Yacht identifiziert.
His Mobilfunknummer (Satellitentelefon) is well known.
D.h. er kann v. SatCom getrackt werden.
Well informed officials haben einige Mio. spent, um ihn zu finden.
Man vermutet, dass er seine Banking connections genutzt hat, um Drogengelder für mittelamerikanische Organisations zu cleanen.
Ob DEA, Mr Resch oder Schaer.
Somebody will bring him onto his knees.
I bet, dass F. W. J. Homm before end of August gefunden und Schachmatt gesetzt wurde.
Und einige seiner Freunde werden gemeinsam mit ihm ins Netz gehen.
Auf der Liste stehen:
Banker,
Vermögensverwalter,
Lawyer,
Ex-AbCapMan board member,
BVI-Treuhänder,...
And who will call his wife Susan Elaine Devine div. Homm: >> klick
and son:
Conrad Homm
.
The Hunters have seine Yacht identifiziert.
His Mobilfunknummer (Satellitentelefon) is well known.
D.h. er kann v. SatCom getrackt werden.
Well informed officials haben einige Mio. spent, um ihn zu finden.
Man vermutet, dass er seine Banking connections genutzt hat, um Drogengelder für mittelamerikanische Organisations zu cleanen.
Ob DEA, Mr Resch oder Schaer.
Somebody will bring him onto his knees.
I bet, dass F. W. J. Homm before end of August gefunden und Schachmatt gesetzt wurde.
Und einige seiner Freunde werden gemeinsam mit ihm ins Netz gehen.
Auf der Liste stehen:
Banker,
Vermögensverwalter,
Lawyer,
Ex-AbCapMan board member,
BVI-Treuhänder,...
And who will call his wife Susan Elaine Devine div. Homm: >> klick
and son:
Conrad Homm
.
Florian Homm entdeckt - Florian Homm bedroht seine Jäger
Seit Jahren ist der mutmaßliche Hedge-Fonds-Betrüger Florian Homm untergetaucht. Ein Detektiv will ihn in Venezuela gefunden haben, doch die geprellten Anleger bekommen es mit der Angst zu tun - und blasen die Jagd nach dem früheren Börsenguru ab.
Die Jagd auf den untergetauchten Hedge-Fonds-Manager Florian Homm ist vorerst abgeblasen. Privatermittler Josef Resch, der den mutmaßlichen Millionenbetrüger im Auftrag geprellter Anleger aufspüren sollte, wurde Ende vergangener Woche aufgefordert, seine "Ermittlungstätigkeit unverzüglich einzustellen".
Die Anwälte seiner Auftraggeber begründen den Schritt damit, dass ihre "Mandantschaft von unbekannten Personen massiv bedroht worden ist". Es sei ihnen klargemacht worden, dass diese Bedrohungen "im Zusammenhang mit Ihren Ermittlungstätigkeiten in Sachen Homm stehen", heißt es in einem Schreiben der Anwälte an Resch, das der FTD vorliegt.
So findet die Jagd auf Homm ein überraschendes Ende - ausgerechnet jetzt, da Resch den Hauptaufenthaltsort des Flüchtigen in Venezuela lokalisiert haben will. Höhepunkt der Jagd war ein Video, in dem Ermittler Resch 1,5 Mio. Euro Kopfgeld präsentierte - für Hinweise, die zur Ergreifung des ehemaligen Börsengurus führten.
Seit knapp fünf Jahren ist der frühere Hedge-Fonds-Manager untergetaucht. Und mit ihm viele Millionen. Vor gut einem Jahr hat die US-Börsenaufsicht SEC Homm angeklagt.
Zusammen mit zwei Partnern soll er mindestens 63 Mio. Dollar ergaunert haben, indem er die Wertentwicklung seiner Fonds um rund 500 Mio. Dollar zu hoch angegeben habe. Ehemalige Investoren sprechen von weit höheren Schäden. Mehrere Hedge-Fonds beschuldigen Homm, allein von ihnen rund 195 Mio. Dollar erschlichen zu haben.
Zudem sucht die US-Drogenpolizei den Deutschen.
Der Verdacht: Homm könnte als Finanzexperte in die Geldwäsche südamerikanischer Drogenkartelle verwickelt sein.
Der Großneffe des verstorbenen Versandhauskönigs Josef Neckermann war einst das Enfant terrible der Finanzbranche, die Verkörperung der skrupellosen Heuschrecke. Zu seinen besten Zeiten verwaltete er mit seinem Absolute Capital Management über 3 Mrd. Dollar Kundenvermögen. Doch die vermeintlichen Gewinne waren künstlich aufgepumpt. Als die Blase 2007 zu platzen drohte, tauchte er ab.
Nachdem Reschs Auftraggeber das Kopfgeld auf Homm ausgelobt hatten, gingen viele Hinweise bei dem Privatermittler ein. Zuletzt, so Resch, häuften sich Tipps aus der Schweiz, über die Homm wohl noch Geschäfte laufen lässt. Banker und ehemalige Unternehmer boten ihre Hilfe an. "Neun von zehn Informationen verfolgten aber nur ein Ziel", sagt Resch. "Sie wollten wissen, was ich weiß - wahrscheinlich im Auftrag von Homm."
Dennoch gingen nützliche Hinweise ein, über Aufenthalte in Afrika und über Geschäfte, die über Kambodscha laufen. Letztlich, so Resch, haben aber Angaben aus dem familiären Umfeld den Hauptaufenthaltsort von Homm verraten. Er soll in einem kleinen Ort bei Caracas leben. Nicht pompös, sondern in einem Bungalow. Nachbarn haben Homm identifiziert. In Venezuela fühlt Homm sich sicher, er braucht nicht zu fürchten, an die verhassten USA ausgeliefert zu werden. Zurzeit soll Homm in der Karibik sein. Auf einer Jacht, zusammen mit einem Schweizer Geschäftsmann.
Die Gewaltdrohungen gegen seine Auftraggeber sieht Resch als letztes Mittel eines Mannes, der sich in die Enge getrieben fühlt. Erst vor wenigen Tagen war den US-Behörden der ebenfalls untergetauchte deutsche Millionenbetrüger Ulrich Engler ins Netz gegangen. Über 100 Mio. Dollar soll Engler von seinen Investoren abgestaubt haben, unter falscher Identität lebte er fünf Jahre in den USA - und fühlte sich sicher. "Als Engler gefasst wurde, ist Homm bewusst geworden, dass auch seine Flucht endlich ist", sagt Resch.
Auch Resch wurde bedroht. Drei Männer suchten sein Wohnhaus auf, stellten seine Frau und forderten Resch, der sich gerade im Ausland aufhielt, dann per Telefon auf, den Fall Homm ruhen zu lassen. Nach dem Telefonat verständigte Resch umgehend die Polizei, die die Personalien der drei Männer feststellen konnte. Der Fall ist somit bei der örtlichen Polizei aktenkundig. Anzeige erstattete Resch aber nicht: "Ich habe keine Angst vor Homm", sagt er.
Auch wenn der Ermittler Verständnis für die Entscheidung seiner Auftraggeber hat, rumort es in ihm. Er müsse die Fahndung ruhen lassen, "ich habe ja kein Mandat mehr", sagt er. Aber so kurz vor dem Ziel aufzuhören, das passe ihm gar nicht. Zu viel Zeit und Geld habe er investiert. Sein Honorar, das mehrere Millionen Euro betragen sollte, wäre erst im Erfolgsfall fällig geworden. Aber vielleicht, sagt er und lächelt dann doch, habe er ja schon bald einen neuen Auftraggeber. "Homm hat schließlich viel verbrannte Erde hinterlassen."
* FTD - Jens Brambusch
Die Jagd auf den untergetauchten Hedge-Fonds-Manager Florian Homm ist vorerst abgeblasen. Privatermittler Josef Resch, der den mutmaßlichen Millionenbetrüger im Auftrag geprellter Anleger aufspüren sollte, wurde Ende vergangener Woche aufgefordert, seine "Ermittlungstätigkeit unverzüglich einzustellen".
Die Anwälte seiner Auftraggeber begründen den Schritt damit, dass ihre "Mandantschaft von unbekannten Personen massiv bedroht worden ist". Es sei ihnen klargemacht worden, dass diese Bedrohungen "im Zusammenhang mit Ihren Ermittlungstätigkeiten in Sachen Homm stehen", heißt es in einem Schreiben der Anwälte an Resch, das der FTD vorliegt.
So findet die Jagd auf Homm ein überraschendes Ende - ausgerechnet jetzt, da Resch den Hauptaufenthaltsort des Flüchtigen in Venezuela lokalisiert haben will. Höhepunkt der Jagd war ein Video, in dem Ermittler Resch 1,5 Mio. Euro Kopfgeld präsentierte - für Hinweise, die zur Ergreifung des ehemaligen Börsengurus führten.
Seit knapp fünf Jahren ist der frühere Hedge-Fonds-Manager untergetaucht. Und mit ihm viele Millionen. Vor gut einem Jahr hat die US-Börsenaufsicht SEC Homm angeklagt.
Zusammen mit zwei Partnern soll er mindestens 63 Mio. Dollar ergaunert haben, indem er die Wertentwicklung seiner Fonds um rund 500 Mio. Dollar zu hoch angegeben habe. Ehemalige Investoren sprechen von weit höheren Schäden. Mehrere Hedge-Fonds beschuldigen Homm, allein von ihnen rund 195 Mio. Dollar erschlichen zu haben.
Zudem sucht die US-Drogenpolizei den Deutschen.
Der Verdacht: Homm könnte als Finanzexperte in die Geldwäsche südamerikanischer Drogenkartelle verwickelt sein.
Der Großneffe des verstorbenen Versandhauskönigs Josef Neckermann war einst das Enfant terrible der Finanzbranche, die Verkörperung der skrupellosen Heuschrecke. Zu seinen besten Zeiten verwaltete er mit seinem Absolute Capital Management über 3 Mrd. Dollar Kundenvermögen. Doch die vermeintlichen Gewinne waren künstlich aufgepumpt. Als die Blase 2007 zu platzen drohte, tauchte er ab.
Nachdem Reschs Auftraggeber das Kopfgeld auf Homm ausgelobt hatten, gingen viele Hinweise bei dem Privatermittler ein. Zuletzt, so Resch, häuften sich Tipps aus der Schweiz, über die Homm wohl noch Geschäfte laufen lässt. Banker und ehemalige Unternehmer boten ihre Hilfe an. "Neun von zehn Informationen verfolgten aber nur ein Ziel", sagt Resch. "Sie wollten wissen, was ich weiß - wahrscheinlich im Auftrag von Homm."
Dennoch gingen nützliche Hinweise ein, über Aufenthalte in Afrika und über Geschäfte, die über Kambodscha laufen. Letztlich, so Resch, haben aber Angaben aus dem familiären Umfeld den Hauptaufenthaltsort von Homm verraten. Er soll in einem kleinen Ort bei Caracas leben. Nicht pompös, sondern in einem Bungalow. Nachbarn haben Homm identifiziert. In Venezuela fühlt Homm sich sicher, er braucht nicht zu fürchten, an die verhassten USA ausgeliefert zu werden. Zurzeit soll Homm in der Karibik sein. Auf einer Jacht, zusammen mit einem Schweizer Geschäftsmann.
Die Gewaltdrohungen gegen seine Auftraggeber sieht Resch als letztes Mittel eines Mannes, der sich in die Enge getrieben fühlt. Erst vor wenigen Tagen war den US-Behörden der ebenfalls untergetauchte deutsche Millionenbetrüger Ulrich Engler ins Netz gegangen. Über 100 Mio. Dollar soll Engler von seinen Investoren abgestaubt haben, unter falscher Identität lebte er fünf Jahre in den USA - und fühlte sich sicher. "Als Engler gefasst wurde, ist Homm bewusst geworden, dass auch seine Flucht endlich ist", sagt Resch.
Auch Resch wurde bedroht. Drei Männer suchten sein Wohnhaus auf, stellten seine Frau und forderten Resch, der sich gerade im Ausland aufhielt, dann per Telefon auf, den Fall Homm ruhen zu lassen. Nach dem Telefonat verständigte Resch umgehend die Polizei, die die Personalien der drei Männer feststellen konnte. Der Fall ist somit bei der örtlichen Polizei aktenkundig. Anzeige erstattete Resch aber nicht: "Ich habe keine Angst vor Homm", sagt er.
Auch wenn der Ermittler Verständnis für die Entscheidung seiner Auftraggeber hat, rumort es in ihm. Er müsse die Fahndung ruhen lassen, "ich habe ja kein Mandat mehr", sagt er. Aber so kurz vor dem Ziel aufzuhören, das passe ihm gar nicht. Zu viel Zeit und Geld habe er investiert. Sein Honorar, das mehrere Millionen Euro betragen sollte, wäre erst im Erfolgsfall fällig geworden. Aber vielleicht, sagt er und lächelt dann doch, habe er ja schon bald einen neuen Auftraggeber. "Homm hat schließlich viel verbrannte Erde hinterlassen."
* FTD - Jens Brambusch
GoMoPa.net-Exklusivinterview mit Detektiv Josef Resch
Warum die Jagd nach Florian Homm (52) weitergeht, erklärt uns der Lübecker Privatermittler Josef Resch (63) in einem Exklusiv-Interview:
Die Jagd auf Hedgefondsmanager Florian Homm geht weiter
Die Jagd auf Hedgefondsmanager Florian Homm geht weiter
Flüchtiger Florian Homm ist wieder da
Von dem mutmaßlichen Hedgefonds-Betrüger Florian Homm fehlte fünf Jahre lang jede Spur. Jetzt meldet er sich in der Financial Times Deutschland (FTD) wieder zu Wort. Angeblich will er sein Leben im Untergrund beenden
Fünf Jahre lang verfolgt Privatermittler Josef Resch den mutmaßlichen Hedgefonds-Betrüger Florian Homm. Per Video-Kanal Youtube setzte er sogar ein Kopfgeld in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus. Am Ende musste Resch seine Suche über Nacht abbrechen. Geprellten Anleger forderten den Detektiv über ihre Anwälte auf „die Ermittlungen unverzüglich einzustellen“. Sie seien „von unbekannten Personen massiv bedroht worden.“ Die Drohung habe angelblich „im Zusammenhang mit Ihren Ermittlungstätigkeiten in Sachen Homm“ gestanden.
Die Suche nach dem Flüchtigen war eine der spektakulärsten, die die Finanzwelt je gesehen hat. Florian Homm, der vor allem auf Mallorca residierte, hatte im September 2007 seine in London börsennotierte Gesellschaft Absolute Capital überstürzt verlassen und ist seither untergetaucht. Investoren haben ihn bereits auf über 200 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt und im vergangenen Jahr die Klage an seine Londoner Adresse zustellen lassen.
Zwischenzeitlich wurde der Hedgefondsmanager in Liberia vermutet, dann in Venezuela. Außerdem hatte die US-Wertpapieraufsicht SEC gegen Homm vor dem US-Distriktgericht Central California Klage eingereicht. Sie warf ihm Kursmanipulation und Wertpapierbetrug vor.
Nun will Florian Homm laut FTD all diese Vorwürfe aus der Welt räumen. "Vor allem meine ehemaligen Partner, die mich seit Jahren mit ungerechtfertigten Vorwürfen überziehen, sollten wissen, dass ich nicht mehr alles mit mir machen lasse. Es war einfach ein Fehler von mir, so lange zu schweigen", sagt er im Interview.
Fünf Jahre lang verfolgt Privatermittler Josef Resch den mutmaßlichen Hedgefonds-Betrüger Florian Homm. Per Video-Kanal Youtube setzte er sogar ein Kopfgeld in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus. Am Ende musste Resch seine Suche über Nacht abbrechen. Geprellten Anleger forderten den Detektiv über ihre Anwälte auf „die Ermittlungen unverzüglich einzustellen“. Sie seien „von unbekannten Personen massiv bedroht worden.“ Die Drohung habe angelblich „im Zusammenhang mit Ihren Ermittlungstätigkeiten in Sachen Homm“ gestanden.
Die Suche nach dem Flüchtigen war eine der spektakulärsten, die die Finanzwelt je gesehen hat. Florian Homm, der vor allem auf Mallorca residierte, hatte im September 2007 seine in London börsennotierte Gesellschaft Absolute Capital überstürzt verlassen und ist seither untergetaucht. Investoren haben ihn bereits auf über 200 Millionen Dollar Schadenersatz verklagt und im vergangenen Jahr die Klage an seine Londoner Adresse zustellen lassen.
Zwischenzeitlich wurde der Hedgefondsmanager in Liberia vermutet, dann in Venezuela. Außerdem hatte die US-Wertpapieraufsicht SEC gegen Homm vor dem US-Distriktgericht Central California Klage eingereicht. Sie warf ihm Kursmanipulation und Wertpapierbetrug vor.
Nun will Florian Homm laut FTD all diese Vorwürfe aus der Welt räumen. "Vor allem meine ehemaligen Partner, die mich seit Jahren mit ungerechtfertigten Vorwürfen überziehen, sollten wissen, dass ich nicht mehr alles mit mir machen lasse. Es war einfach ein Fehler von mir, so lange zu schweigen", sagt er im Interview.
Interview mit Florian Homm "Sie haben sich mit einem Pitbull angelegt"
Von Stefan Kaiser
Er war das Gesicht des kalten Finanzkapitalismus: 2007 tauchte der Hedgefondsmanager Florian Homm unter, frühere Geschäftspartner setzten ein Kopfgeld auf ihn aus. Nun will Homm die Jagd beenden. Im Interview erzählt er von Flucht und Abenteuersucht - und meldet sich erstmals per Video zu Wort.
Info
Eine Stadt irgendwo in Europa, ein Hotel irgendwo in dieser Stadt. Hier soll das Interview mit Florian Homm stattfinden, einem ehemaligen Hedgefonds-Manager, der vor fünf Jahren mit einem Millionenvermögen untergetaucht ist. Seitdem schweigt er und versteckt sich - vor Behörden, vor allem aber vor ehemaligen Geschäftspartnern. Leute, die viel Geld verloren haben und die meinen, Homm müsse es ihnen zurückgeben.
Im Mai 2012 stellte der deutsche Privatermittler Josef Resch ein Video ins Internet, das einen Berg von Geldbündeln zeigt. Angeblich sind es 1,5 Millionen Euro - Kopfgeld, das Reschs Auftraggeber auf Homm ausgesetzt hatten. Sie wollen 30 Millionen Euro von dem untergetauchten Finanzjongleur.
Der hat nun genug vom Verstecken und Schweigen. In den kommenden Tagen erscheint sein Buch: "Kopf, Geld, Jagd" heißt es. Darin zeichnet Homm das Leben eines Mannes, der das Abenteuer suchte und das große Geld - der dabei stets an den Grenzen der Legalität entlangschrammte und die der Moral regelmäßig überschritt. Nun will der 53-Jährige vor allem eines: endlich seine Ruhe.
Und Homm dreht den Spieß um: Er hat selbst ein Video drehen lassen, indem er sich erstmals seit mehr als fünf Jahren persönlich zu Wort meldet. Darin setzt er eine Belohnung von 10.000 Euro aus. Das Geld soll bekommen, wer ihm hilft, die Auftraggeber zu finden, die hinter dem Kopfgeld stecken. SPIEGEL ONLINE zeigt das Video exklusiv.
Fotostrecke
Beim Interview sind die Sicherheitsvorkehrungen gewaltig. Nichts überlässt Homm dem Zufall. Als der Zwei-Meter-Mann den Raum betritt, kann er sicher sein, dass der Journalist keine Wanzen dabei hat - und dass er nicht weiß, wo Homm gerade herkommt oder wohin er gleich wieder verschwinden wird.
SPIEGEL ONLINE: Herr Homm, Sie sind seit fünf Jahren untergetaucht. Nun haben Sie offenbar genug von dem Versteckspiel. Warum wenden Sie sich ausgerechnet jetzt an die Öffentlichkeit?
Homm: Erstens will ich mich den Vorwürfen stellen, die während meiner Abwesenheit entstanden sind. Zweitens will ich meinen moralischen Verpflichtungen gegenüber Liberia nachkommen, wo ich ein Schulprojekt unterstütze. Und der dritte Grund ist das YouTube-Video, in dem ein Kopfgeld auf mich ausgesetzt wurde.
SPIEGEL ONLINE: Haben Sie es nach dem Video mit der Angst bekommen?
Homm: So ein Kopfgeld ist extrem menschenverachtend. Es animiert jeden Hilfssheriff und jede Halbweltfigur mich meiner Freiheit zu berauben. Aber die Wirkung geht sogar noch weiter: Mein Anwalt, der zu meinen besten Freunden zählt, wurde bedroht. Es wurde Leuten Geld angeboten, um in sein Büro einzubrechen. Familienfreunde bekamen Besuch von zwei dunklen Gestalten.
SPIEGEL ONLINE: Sie haben bei Ihren Raubzügen selbst nicht unbedingt Rücksicht auf Opfer genommen. Das schafft Feinde. Haben Sie schon Hinweise, wer das Kopfgeld ausgesetzt hat?
Homm: Ich und meine Mitarbeiter haben sehr starke Vermutungen, aber wir werden unsere Karten nicht offenlegen. Ich habe schon viele Schläge im Leben einstecken müssen. Das ist Berufsrisiko. Wenn Sie aufmischen, werden Sie auch selbst mal aufgemischt. Aber ich habe kein Verständnis dafür, dass meine Familie und meine Freunde bedroht werden. Da muss ich mich wehren.
SPIEGEL ONLINE: Angeblich wurde das Kopfgeld mittlerweile zurückgezogen. Der Privatermittler Resch behauptet, er und seine Auftraggeber seien ihrerseits eingeschüchtert worden. Stecken Sie dahinter?
Homm: Nein. Damit habe ich nichts zu tun. Und ich bin auch kein großer Freund von Auftragsmorden. Stellen Sie sich vor: Sie veranstalten eine Jagd auf Florian Homm. Glauben Sie, der wird das auf sich beruhen lassen, wenn Sie ihm sein Geld wegnehmen? Sie haben sich gerade mit einem richtigen Pitbull angelegt. Den können Sie doch nicht frei rumlaufen lassen. Sie müssen ihn restlos neutralisieren. Dieses Kopfgeld ist doch ein verklausulierter Mordauftrag!
SPIEGEL ONLINE: Das Kopfgeld ist nicht Ihr einziges Problem: In den USA hat Sie die Börsenaufsicht SEC im vergangenen Jahr verklagt. In Ihrem Buch schreiben Sie zudem, die Staatsanwaltschaften mehrerer Länder würden Ihnen gerne Verfahren anhängen, es drohten lange Gerichtsverfahren. Werden Sie sich diesen Verfahren stellen?
Homm: Absolut. Ich werde mich diesen Vorwürfen stellen. Ich bin gerade dabei, das mit meinen Anwälten vorzubereiten.
SPIEGEL ONLINE: Sind Sie auch bereit, Geld für eine Einigung zu zahlen?
Homm: Ich will eigentlich keinem juristischen Vergleich zustimmen, weil ich der Meinung bin, dass der größte Teil der Vorwürfe auf einem großen Lügenpaket basiert, das die Direktoren der von mir gegründeten Hedgefonds-Gruppe ACMH nach meinem Ausscheiden geschnürt haben.
SPIEGEL ONLINE: Ihre Gegner werfen Ihnen vor, Sie hätten über eine US-Firma, die Ihnen zur Hälfte gehörte, obskure und kaum wiederverkaufbare Aktien kleiner Unternehmen an ihre Hedgefonds verkauft und damit Gewinne erzielt. Zusätzlich sollen Sie den Wert der Fonds damit künstlich aufgebläht haben.
Homm: ACMH war über alle meine Positionen immer bestens informiert. Der gesamte Markt war das. Meine Beteiligung an der fraglichen Brokerfirma Hunter World Markets in Los Angeles war bekannt, auch bei den Regulierungsbehörden. Wir hatten externe Wirtschaftsprüfer, die die Geschäftsberichte geprüft und nichts beanstandet haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass das auch klar werden wird.
SPIEGEL ONLINE: Als Sie untergetaucht sind, sollen Sie rund 400 Millionen Euro schwer gewesen sein. Wie viel ist davon noch übrig?
Homm: Das ist verschwindend wenig - eine Lachnummer. Vielleicht ein bis zwei Prozent dessen, was ich einmal hatte. Und davon wird nun auch noch ein guter Teil für Anwaltskosten draufgehen.
SPIEGEL ONLINE: Zwei Prozent wären gerade mal acht Millionen Euro. Wo sind die restlichen 392 Millionen geblieben?
Homm: Ein Großteil davon hat mein Treuhänder 2009 verzockt. Ich hatte ihn gebeten, nur erstklassige Anlagen wie Gold und Schweizer Franken zu kaufen, aber er hat das Geld in dubiose Papiere und in die Fonds des amerikanischen Anlagebetrügers Bernard Madoff gesteckt. Auch meine Scheidung hat viel Geld gekostet. Circa 40 Millionen Euro hatte ich zudem ohne Entgelt an die Hedgefonds überwiesen, um Verluste auszugleichen. Ein Teil meiner Konten wurde inzwischen eingefroren. Der Rest ging für Lifestyle, karitative Spenden, Notverkäufe und meinen eigenen Schutz drauf. Es ist leider alles belegbar.
SPIEGEL ONLINE: Werden Sie Ihren hohen Lebensstandard halten können?
Homm: Je mehr Geld Sie haben, desto mehr schotten Sie sich ab. In den vergangenen Jahren habe ich auch andere Seiten kennengelernt. Ich habe in Hotels gewohnt für 13 Dollar pro Nacht, ich war in den Achselhöhlen der Welt. Das hat mich mehr erfüllt als die 2000-Euro-Suite im Ritz. Früher steckte ich in einem endlosen Sandkastenspiel mit den anderen Vollidioten, die Flugzeuge und Boote verglichen haben. Da musste sogar die Klobürste einen Markennamen haben und 300 Euro kosten. Das war peinlich. Es geht auch viel bescheidener, ohne dabei gleich todunglücklich zu werden.
Er war das Gesicht des kalten Finanzkapitalismus: 2007 tauchte der Hedgefondsmanager Florian Homm unter, frühere Geschäftspartner setzten ein Kopfgeld auf ihn aus. Nun will Homm die Jagd beenden. Im Interview erzählt er von Flucht und Abenteuersucht - und meldet sich erstmals per Video zu Wort.
Info
Eine Stadt irgendwo in Europa, ein Hotel irgendwo in dieser Stadt. Hier soll das Interview mit Florian Homm stattfinden, einem ehemaligen Hedgefonds-Manager, der vor fünf Jahren mit einem Millionenvermögen untergetaucht ist. Seitdem schweigt er und versteckt sich - vor Behörden, vor allem aber vor ehemaligen Geschäftspartnern. Leute, die viel Geld verloren haben und die meinen, Homm müsse es ihnen zurückgeben.
Im Mai 2012 stellte der deutsche Privatermittler Josef Resch ein Video ins Internet, das einen Berg von Geldbündeln zeigt. Angeblich sind es 1,5 Millionen Euro - Kopfgeld, das Reschs Auftraggeber auf Homm ausgesetzt hatten. Sie wollen 30 Millionen Euro von dem untergetauchten Finanzjongleur.
Der hat nun genug vom Verstecken und Schweigen. In den kommenden Tagen erscheint sein Buch: "Kopf, Geld, Jagd" heißt es. Darin zeichnet Homm das Leben eines Mannes, der das Abenteuer suchte und das große Geld - der dabei stets an den Grenzen der Legalität entlangschrammte und die der Moral regelmäßig überschritt. Nun will der 53-Jährige vor allem eines: endlich seine Ruhe.
Und Homm dreht den Spieß um: Er hat selbst ein Video drehen lassen, indem er sich erstmals seit mehr als fünf Jahren persönlich zu Wort meldet. Darin setzt er eine Belohnung von 10.000 Euro aus. Das Geld soll bekommen, wer ihm hilft, die Auftraggeber zu finden, die hinter dem Kopfgeld stecken. SPIEGEL ONLINE zeigt das Video exklusiv.
Fotostrecke
Beim Interview sind die Sicherheitsvorkehrungen gewaltig. Nichts überlässt Homm dem Zufall. Als der Zwei-Meter-Mann den Raum betritt, kann er sicher sein, dass der Journalist keine Wanzen dabei hat - und dass er nicht weiß, wo Homm gerade herkommt oder wohin er gleich wieder verschwinden wird.
SPIEGEL ONLINE: Herr Homm, Sie sind seit fünf Jahren untergetaucht. Nun haben Sie offenbar genug von dem Versteckspiel. Warum wenden Sie sich ausgerechnet jetzt an die Öffentlichkeit?
Homm: Erstens will ich mich den Vorwürfen stellen, die während meiner Abwesenheit entstanden sind. Zweitens will ich meinen moralischen Verpflichtungen gegenüber Liberia nachkommen, wo ich ein Schulprojekt unterstütze. Und der dritte Grund ist das YouTube-Video, in dem ein Kopfgeld auf mich ausgesetzt wurde.
SPIEGEL ONLINE: Haben Sie es nach dem Video mit der Angst bekommen?
Homm: So ein Kopfgeld ist extrem menschenverachtend. Es animiert jeden Hilfssheriff und jede Halbweltfigur mich meiner Freiheit zu berauben. Aber die Wirkung geht sogar noch weiter: Mein Anwalt, der zu meinen besten Freunden zählt, wurde bedroht. Es wurde Leuten Geld angeboten, um in sein Büro einzubrechen. Familienfreunde bekamen Besuch von zwei dunklen Gestalten.
SPIEGEL ONLINE: Sie haben bei Ihren Raubzügen selbst nicht unbedingt Rücksicht auf Opfer genommen. Das schafft Feinde. Haben Sie schon Hinweise, wer das Kopfgeld ausgesetzt hat?
Homm: Ich und meine Mitarbeiter haben sehr starke Vermutungen, aber wir werden unsere Karten nicht offenlegen. Ich habe schon viele Schläge im Leben einstecken müssen. Das ist Berufsrisiko. Wenn Sie aufmischen, werden Sie auch selbst mal aufgemischt. Aber ich habe kein Verständnis dafür, dass meine Familie und meine Freunde bedroht werden. Da muss ich mich wehren.
SPIEGEL ONLINE: Angeblich wurde das Kopfgeld mittlerweile zurückgezogen. Der Privatermittler Resch behauptet, er und seine Auftraggeber seien ihrerseits eingeschüchtert worden. Stecken Sie dahinter?
Homm: Nein. Damit habe ich nichts zu tun. Und ich bin auch kein großer Freund von Auftragsmorden. Stellen Sie sich vor: Sie veranstalten eine Jagd auf Florian Homm. Glauben Sie, der wird das auf sich beruhen lassen, wenn Sie ihm sein Geld wegnehmen? Sie haben sich gerade mit einem richtigen Pitbull angelegt. Den können Sie doch nicht frei rumlaufen lassen. Sie müssen ihn restlos neutralisieren. Dieses Kopfgeld ist doch ein verklausulierter Mordauftrag!
SPIEGEL ONLINE: Das Kopfgeld ist nicht Ihr einziges Problem: In den USA hat Sie die Börsenaufsicht SEC im vergangenen Jahr verklagt. In Ihrem Buch schreiben Sie zudem, die Staatsanwaltschaften mehrerer Länder würden Ihnen gerne Verfahren anhängen, es drohten lange Gerichtsverfahren. Werden Sie sich diesen Verfahren stellen?
Homm: Absolut. Ich werde mich diesen Vorwürfen stellen. Ich bin gerade dabei, das mit meinen Anwälten vorzubereiten.
SPIEGEL ONLINE: Sind Sie auch bereit, Geld für eine Einigung zu zahlen?
Homm: Ich will eigentlich keinem juristischen Vergleich zustimmen, weil ich der Meinung bin, dass der größte Teil der Vorwürfe auf einem großen Lügenpaket basiert, das die Direktoren der von mir gegründeten Hedgefonds-Gruppe ACMH nach meinem Ausscheiden geschnürt haben.
SPIEGEL ONLINE: Ihre Gegner werfen Ihnen vor, Sie hätten über eine US-Firma, die Ihnen zur Hälfte gehörte, obskure und kaum wiederverkaufbare Aktien kleiner Unternehmen an ihre Hedgefonds verkauft und damit Gewinne erzielt. Zusätzlich sollen Sie den Wert der Fonds damit künstlich aufgebläht haben.
Homm: ACMH war über alle meine Positionen immer bestens informiert. Der gesamte Markt war das. Meine Beteiligung an der fraglichen Brokerfirma Hunter World Markets in Los Angeles war bekannt, auch bei den Regulierungsbehörden. Wir hatten externe Wirtschaftsprüfer, die die Geschäftsberichte geprüft und nichts beanstandet haben. Ich bin fest davon überzeugt, dass das auch klar werden wird.
SPIEGEL ONLINE: Als Sie untergetaucht sind, sollen Sie rund 400 Millionen Euro schwer gewesen sein. Wie viel ist davon noch übrig?
Homm: Das ist verschwindend wenig - eine Lachnummer. Vielleicht ein bis zwei Prozent dessen, was ich einmal hatte. Und davon wird nun auch noch ein guter Teil für Anwaltskosten draufgehen.
SPIEGEL ONLINE: Zwei Prozent wären gerade mal acht Millionen Euro. Wo sind die restlichen 392 Millionen geblieben?
Homm: Ein Großteil davon hat mein Treuhänder 2009 verzockt. Ich hatte ihn gebeten, nur erstklassige Anlagen wie Gold und Schweizer Franken zu kaufen, aber er hat das Geld in dubiose Papiere und in die Fonds des amerikanischen Anlagebetrügers Bernard Madoff gesteckt. Auch meine Scheidung hat viel Geld gekostet. Circa 40 Millionen Euro hatte ich zudem ohne Entgelt an die Hedgefonds überwiesen, um Verluste auszugleichen. Ein Teil meiner Konten wurde inzwischen eingefroren. Der Rest ging für Lifestyle, karitative Spenden, Notverkäufe und meinen eigenen Schutz drauf. Es ist leider alles belegbar.
SPIEGEL ONLINE: Werden Sie Ihren hohen Lebensstandard halten können?
Homm: Je mehr Geld Sie haben, desto mehr schotten Sie sich ab. In den vergangenen Jahren habe ich auch andere Seiten kennengelernt. Ich habe in Hotels gewohnt für 13 Dollar pro Nacht, ich war in den Achselhöhlen der Welt. Das hat mich mehr erfüllt als die 2000-Euro-Suite im Ritz. Früher steckte ich in einem endlosen Sandkastenspiel mit den anderen Vollidioten, die Flugzeuge und Boote verglichen haben. Da musste sogar die Klobürste einen Markennamen haben und 300 Euro kosten. Das war peinlich. Es geht auch viel bescheidener, ohne dabei gleich todunglücklich zu werden.
2. Teil: Wie alles begann - "Meine Skrupel waren total unterentwickelt"
Florian Homm ist der Großneffe des Versandhauskönigs Josef Neckermann - und glaubt man seinem Buch, dann war sein wichtigstes Lebensziel, reicher zu werden als sein berühmter Vorfahre. Homms Spitzname war "der Plattmacher". Seine Spezialität: Schwachstellen von Unternehmen aufspüren, diese öffentlich machen und gleichzeitig auf einen Kursverfall der Aktie wetten - so wie Mitte der neunziger Jahre bei der Pleite-Werft Bremer Vulkan.
Homm verdiente Millionen mit Börsengängen kleinerer Firmen, besonders auf dem Neuen Markt. Auch als sogenannter Greenmailer war er aktiv. Seine Fonds kauften Aktienpakete von Unternehmen und setzten dann deren Führung unter Druck: Entweder sollten die Manager ihre Firma an den Fonds übergeben - oder hohe Summen zahlen, um den Angreifer wieder loszuwerden.
In der Wirtschaftswelt erwarb sich Homm schnell einen Ruf wie Donnerhall. Der Unternehmer Erich Sixt, dessen Firma Homm angriff, soll ihn einmal als "Antichrist der Finanzen" bezeichnet haben. Homm war das deutsche Gesicht des Heuschreckenkapitalismus, er saß zur besten Sendezeit in der Talkshow "Sabine Christiansen". So richtig berühmt wurde er 2004 durch den Einstieg beim damals maroden Fußballclub Borussia Dortmund. "Ohne mein Investment wäre der Verein reif für die Regionalliga", tönte er damals.
SPIEGEL ONLINE: In Ihrem Buch beschreiben Sie den Florian Homm von damals als "psychopathischen Finanzinvestor" und "Arschloch". Sind Sie das heute nicht mehr?
Homm: Ich habe drei Jahrzehnte lang 90 bis 100 Stunden pro Woche gearbeitet, das entspricht ungefähr 90 Jahren Berufserfahrung - die prägt leider. Den kalkulierenden Finanzier werde ich nie ganz aus meiner Seele verbannen können. Aber sagen wir es mal so: Mein Schwerpunkt liegt heute definitiv nicht mehr auf der Geldvermehrung.
SPIEGEL ONLINE: Sie beschreiben Ihr Vorleben als aggressiver "Plattmacher", der nach schwachen Stellen in Firmen sucht und sie ausplündert, der dicke Autos fährt und eine junge russische Tabledancerin als Geliebte hat. Einerseits sagen Sie sich heute von diesem Leben los, andererseits schwingt im Buch doch noch ziemlich viel Stolz auf die alten Geschichten mit.
Homm: Der Stolz und das Ego sind meine Todfeinde. Ich bin gut beraten, diese Faktoren zu reduzieren. Aber man sollte auch ab und zu mal über sich selber lachen. Meine Spinnereien damals waren ja teilweise irrsinnig unterhaltsam…
SPIEGEL ONLINE: …nicht für alle Beteiligten. Sie haben vielen Menschen geschadet.
Homm: Natürlich nicht immer für alle, auch nicht immer für mich. Ich sehe das heute eher so, dass ich viel Zeit verloren habe in meinem Leben. Es gibt viele Dinge im Leben, von denen ich überhaupt keine Ahnung habe: Was ist denn eine Vaterschaft? Was bedeutet das Wort Reue? Das sind Dimensionen des Daseins, mit denen ich mich früher nie beschäftigt habe. Ich musste sogar lernen, wirklich zu lachen, von Herzen - und nicht nur das Gesicht zu einer Grimasse zu verziehen.
SPIEGEL ONLINE: Kannten Sie Skrupel?
Homm: Meine Skrupel waren total unterentwickelt. Und Skrupel schaden ja auch der Gewinnmaximierung. Beim Versuch, schnell ein Vermögen zu schaffen, habe ich sicherlich viele Menschen verletzt. Meine Kinder hatten keinen Vater - die hatten einen Treuhandfonds. Das ist auch nicht der beste Ersatz.
SPIEGEL ONLINE: Sie sprechen im Buch vom Kick, den Sie damals brauchten und den Ihnen Ihre riskanten Finanzgeschäfte gegeben haben. Brauchen Sie diesen Kick heute nicht mehr, oder werden Sie bald rückfällig?
Homm: Seitdem das Kopfgeld auf mich ausgesetzt wurde, habe ich genug Kick. Ich würde mich irrsinnig freuen, wenn mein Leben die nächsten drei Jahrzehnte etwas ruhiger ablaufen würde. Ich habe erkannt, dass ich an einer Sucht leide, nennen wir sie mal Abenteuersucht. Aber ich glaube, ich habe diese Sucht auch ziemlich ausgereizt.
SPIEGEL ONLINE: Das hört sich alles ganz schön an. Aber glauben Sie wirklich, dass die Öffentlichkeit Ihnen diese Wandlung abnimmt?
Homm: Das ist nicht so wichtig. Ich habe schließlich fünf Jahre mit dem schlechtesten Image überhaupt gelebt. Mir ist wichtig, dass die Einnahmen aus dem Buchverkauf der Schule in Liberia helfen. Und ich würde mich freuen, wenn einige Leser, die sechs- und siebenstellig verdienen, sich in dem Buch wiederfänden und sich fragten: Was mach' ich hier eigentlich? Brauch' ich wirklich noch das fünfte Auto oder den zweiten Jet?
Homm verdiente Millionen mit Börsengängen kleinerer Firmen, besonders auf dem Neuen Markt. Auch als sogenannter Greenmailer war er aktiv. Seine Fonds kauften Aktienpakete von Unternehmen und setzten dann deren Führung unter Druck: Entweder sollten die Manager ihre Firma an den Fonds übergeben - oder hohe Summen zahlen, um den Angreifer wieder loszuwerden.
In der Wirtschaftswelt erwarb sich Homm schnell einen Ruf wie Donnerhall. Der Unternehmer Erich Sixt, dessen Firma Homm angriff, soll ihn einmal als "Antichrist der Finanzen" bezeichnet haben. Homm war das deutsche Gesicht des Heuschreckenkapitalismus, er saß zur besten Sendezeit in der Talkshow "Sabine Christiansen". So richtig berühmt wurde er 2004 durch den Einstieg beim damals maroden Fußballclub Borussia Dortmund. "Ohne mein Investment wäre der Verein reif für die Regionalliga", tönte er damals.
SPIEGEL ONLINE: In Ihrem Buch beschreiben Sie den Florian Homm von damals als "psychopathischen Finanzinvestor" und "Arschloch". Sind Sie das heute nicht mehr?
Homm: Ich habe drei Jahrzehnte lang 90 bis 100 Stunden pro Woche gearbeitet, das entspricht ungefähr 90 Jahren Berufserfahrung - die prägt leider. Den kalkulierenden Finanzier werde ich nie ganz aus meiner Seele verbannen können. Aber sagen wir es mal so: Mein Schwerpunkt liegt heute definitiv nicht mehr auf der Geldvermehrung.
SPIEGEL ONLINE: Sie beschreiben Ihr Vorleben als aggressiver "Plattmacher", der nach schwachen Stellen in Firmen sucht und sie ausplündert, der dicke Autos fährt und eine junge russische Tabledancerin als Geliebte hat. Einerseits sagen Sie sich heute von diesem Leben los, andererseits schwingt im Buch doch noch ziemlich viel Stolz auf die alten Geschichten mit.
Homm: Der Stolz und das Ego sind meine Todfeinde. Ich bin gut beraten, diese Faktoren zu reduzieren. Aber man sollte auch ab und zu mal über sich selber lachen. Meine Spinnereien damals waren ja teilweise irrsinnig unterhaltsam…
SPIEGEL ONLINE: …nicht für alle Beteiligten. Sie haben vielen Menschen geschadet.
Homm: Natürlich nicht immer für alle, auch nicht immer für mich. Ich sehe das heute eher so, dass ich viel Zeit verloren habe in meinem Leben. Es gibt viele Dinge im Leben, von denen ich überhaupt keine Ahnung habe: Was ist denn eine Vaterschaft? Was bedeutet das Wort Reue? Das sind Dimensionen des Daseins, mit denen ich mich früher nie beschäftigt habe. Ich musste sogar lernen, wirklich zu lachen, von Herzen - und nicht nur das Gesicht zu einer Grimasse zu verziehen.
SPIEGEL ONLINE: Kannten Sie Skrupel?
Homm: Meine Skrupel waren total unterentwickelt. Und Skrupel schaden ja auch der Gewinnmaximierung. Beim Versuch, schnell ein Vermögen zu schaffen, habe ich sicherlich viele Menschen verletzt. Meine Kinder hatten keinen Vater - die hatten einen Treuhandfonds. Das ist auch nicht der beste Ersatz.
SPIEGEL ONLINE: Sie sprechen im Buch vom Kick, den Sie damals brauchten und den Ihnen Ihre riskanten Finanzgeschäfte gegeben haben. Brauchen Sie diesen Kick heute nicht mehr, oder werden Sie bald rückfällig?
Homm: Seitdem das Kopfgeld auf mich ausgesetzt wurde, habe ich genug Kick. Ich würde mich irrsinnig freuen, wenn mein Leben die nächsten drei Jahrzehnte etwas ruhiger ablaufen würde. Ich habe erkannt, dass ich an einer Sucht leide, nennen wir sie mal Abenteuersucht. Aber ich glaube, ich habe diese Sucht auch ziemlich ausgereizt.
SPIEGEL ONLINE: Das hört sich alles ganz schön an. Aber glauben Sie wirklich, dass die Öffentlichkeit Ihnen diese Wandlung abnimmt?
Homm: Das ist nicht so wichtig. Ich habe schließlich fünf Jahre mit dem schlechtesten Image überhaupt gelebt. Mir ist wichtig, dass die Einnahmen aus dem Buchverkauf der Schule in Liberia helfen. Und ich würde mich freuen, wenn einige Leser, die sechs- und siebenstellig verdienen, sich in dem Buch wiederfänden und sich fragten: Was mach' ich hier eigentlich? Brauch' ich wirklich noch das fünfte Auto oder den zweiten Jet?
3. Teil: Homms mächtige Feinde - "In Caracas haben sie mich angeschossen"
Am 18. September 2007 verschwand Florian Homm aus dem Leben, das er bis dahin geführt hatte. In einer Mitteilung ließ er seinen Rückzug aus der von ihm gegründeten Fondsholding ACMH verkünden. Innerhalb weniger Stunden brach der Aktienkurs um fast 90 Prozent ein. Viele Investoren zogen panikartig ihr Geld ab.
Homms Abgang war lange ein Rätsel. In seinem Buch beschreibt er, wie er am Morgen seines Verschwindens, vollgepackt mit Geldbündeln, ein Privatflugzeug in Palma de Mallorca besteigt. Es soll ihn zunächst nach Valencia und später nach Kolumbien gebracht haben. Unter falschem Namen lebte er dort angeblich in der Stadt Cartagena - zunächst abgeschottet in einer Kolonialvilla, später offener und reiselustiger, aber stets mit unterschiedlichen Identitäten.
SPIEGEL ONLINE: Wovor sind Sie im September 2007 geflohen?
Homm: Ich möchte ungern von Flucht sprechen. Ich war immer über meinen Anwalt zu erreichen, nur eben nicht mehr für jeden. Meine 300 Telefonate am Tag habe ich auf zwei im Monat runtergefahren. Ich habe mich abgeschottet. Der Hauptgrund war eine innere Leere. Ich hatte meine Ehe total verhunzt. Mein Chauffeur hatte einen weitaus besseren Kontakt zu meinen Kindern als ich. Das war ein bisschen armselig. Ich fand mich damals auch nicht mehr besonders sympathisch. Es war höchste Zeit, einen Sinn in meinem Leben zu entdecken.
SPIEGEL ONLINE: Und? Haben Sie diesen Sinn in den vergangenen fünf Jahren gefunden?
Homm: Ich fühle mich zumindest besser, wenn ich mich auf Liberia und auf mein Wohltätigkeitsprojekt Maximum Impact Medicine fokussiere. Ich habe gemerkt: Ich brauche keine 1300 Quadratmeter zum Leben. Ich muss keinen Rolls-Royce Corniche fahren und brauche auch keine zwei Jets auf dem Flughafen. Es muss nicht immer bis zum Exzess konsumiert werden. Diese Einsicht kam nicht über Nacht, das war ein langer, schwerer Prozess.
SPIEGEL ONLINE: Kann man zur Ruhe kommen, wenn man in der ganzen Welt gesucht wird?
Homm: Wer sucht mich denn? Es gibt eine Zivilklage in den USA und Ermittlungen in Europa, bei denen ich hundertprozentig kooperiere. Diesen Dingen kann ich mich stellen oder nicht. Aber das hat doch nichts damit zu tun, dass ich gesucht werde.
SPIEGEL ONLINE: In Ihrem Buch schreiben Sie, Sie hätten lange nur mit Sonnenbrille geschlafen, um nicht entdeckt zu werden.
Homm: Das hängt aber eher mit meinem geschäftlichen Umfeld zusammen. Ich habe mit vielen Leuten Geschäfte gemacht, und da waren nicht nur nette Leute dabei. 2003 waren meine Kinder bei einer Entführung gefährdet, 2006 haben sie mich in Caracas angeschossen. Und es gibt da ein paar Hinweise, dass das nicht nur ein plumper Raubmord war.
SPIEGEL ONLINE: Welche Hinweise?
Homm: Ich hatte eine Limousine angefordert mit Panzerglas und Bodenschutz. Was hab' ich bekommen? Einen verdammten Nissan ohne Schutz. Ich hatte gesagt: Ich brauche einen Fahrer und einen Bodyguard mit Knarre. Und wer kam? Ein Fahrer - kein Bodyguard, keine Knarre. Meinem Beifahrer wird ins Knie geschossen und mir aus 80 Zentimetern in die Brust - da macht man sich dann schon Gedanken drüber.
SPIEGEL ONLINE: Wer könnte es damals auf Sie abgesehen haben?
Homm: Das habe ich mich auch gefragt. Als ich auf ein Dutzend Leute gekommen war, habe ich dann aufgehört zu zählen. In letzter Zeit habe ich mir wieder ähnliche Gedanken gemacht. Hells Angels? Russenmafia? Mir sind zu jeder dieser Gruppen ein paar Leute aus meinem früheren geschäftlichen Umfeld eingefallen.
SPIEGEL ONLINE: Da dürfte es umso schwerer sein, sich zu entspannen.
Homm: Ich wünsche niemandem, einen Monat lang mein Leben zu führen. Dann müsste er sich nämlich freiwillig in der Nervenheilanstalt melden. Ich habe da einen Vorteil: Der Stirnlappen meines Gehirns ist nicht voll ausgeprägt, deshalb ist mein Risikobewusstsein unterentwickelt und auch die Schmerzempfindlichkeit ist relativ niedrig. Ich habe also ganz gute Voraussetzungen, damit klarzukommen.
SPIEGEL ONLINE: Wenn man Ihr Buch liest, scheint es kein Zufall zu sein, dass Sie so viele zwielichtige Figuren als Feinde haben. Schon in Ihrer Jugend haben Sie den Kontakt zu Kriminellen und Halbwelttypen gesucht.
Homm: Ich glaube, ich habe das Abenteuer gesucht. Dinge wie Familie oder gesellschaftliche Stellung waren mir nie wichtig. Meine Welt bestand aus Ehrgeiz, Erfolg, Sport und Kohle machen. Ich war auf einer Top-Uni, habe als Diplomat gearbeitet und sechs bis sieben Sprachen gesprochen. Wenn das, was ich tat, hier und dort an die Halbwelt grenzte, hat mich das nicht gestört. Das gehört bei einem bewegten Abenteuerdasein zum Programm.
SPIEGEL ONLINE: Hat Ihnen Ihre Skrupellosigkeit geholfen, so schnell so reich zu werden?
Homm: Wie wollen Sie denn bitte von null auf 400 Millionen Euro durchstarten, wenn Sie nur nett Hände schütteln und 0,3 Prozent Fondsgebühren verlangen? Im wirtschaftlichen Umfeld damals gab es Marktlücken wie Neuemissionen, Wagniskapital und auch Leerverkauf. Und da bin ich mit Brachialgewalt reingestoßen.
SPIEGEL ONLINE: Erwarten Sie, dass Ihre Familie Ihnen vergibt?
Homm: Ich habe mich wirklich sehr darum bemüht - ich habe meine Kinder schriftlich um Vergebung gebeten. Und sie haben sehr großzügig reagiert. Ich hatte kürzlich sogar das Privileg, etwas mit ihnen zusammen zu unternehmen. Ich muss dabei natürlich vorsichtig sein, dass ich keine Kollateralschäden anrichte. Eine Kugel, die mich treffen soll, kann ja auch immer mal jemand anderen erwischen.
Homms Abgang war lange ein Rätsel. In seinem Buch beschreibt er, wie er am Morgen seines Verschwindens, vollgepackt mit Geldbündeln, ein Privatflugzeug in Palma de Mallorca besteigt. Es soll ihn zunächst nach Valencia und später nach Kolumbien gebracht haben. Unter falschem Namen lebte er dort angeblich in der Stadt Cartagena - zunächst abgeschottet in einer Kolonialvilla, später offener und reiselustiger, aber stets mit unterschiedlichen Identitäten.
SPIEGEL ONLINE: Wovor sind Sie im September 2007 geflohen?
Homm: Ich möchte ungern von Flucht sprechen. Ich war immer über meinen Anwalt zu erreichen, nur eben nicht mehr für jeden. Meine 300 Telefonate am Tag habe ich auf zwei im Monat runtergefahren. Ich habe mich abgeschottet. Der Hauptgrund war eine innere Leere. Ich hatte meine Ehe total verhunzt. Mein Chauffeur hatte einen weitaus besseren Kontakt zu meinen Kindern als ich. Das war ein bisschen armselig. Ich fand mich damals auch nicht mehr besonders sympathisch. Es war höchste Zeit, einen Sinn in meinem Leben zu entdecken.
SPIEGEL ONLINE: Und? Haben Sie diesen Sinn in den vergangenen fünf Jahren gefunden?
Homm: Ich fühle mich zumindest besser, wenn ich mich auf Liberia und auf mein Wohltätigkeitsprojekt Maximum Impact Medicine fokussiere. Ich habe gemerkt: Ich brauche keine 1300 Quadratmeter zum Leben. Ich muss keinen Rolls-Royce Corniche fahren und brauche auch keine zwei Jets auf dem Flughafen. Es muss nicht immer bis zum Exzess konsumiert werden. Diese Einsicht kam nicht über Nacht, das war ein langer, schwerer Prozess.
SPIEGEL ONLINE: Kann man zur Ruhe kommen, wenn man in der ganzen Welt gesucht wird?
Homm: Wer sucht mich denn? Es gibt eine Zivilklage in den USA und Ermittlungen in Europa, bei denen ich hundertprozentig kooperiere. Diesen Dingen kann ich mich stellen oder nicht. Aber das hat doch nichts damit zu tun, dass ich gesucht werde.
SPIEGEL ONLINE: In Ihrem Buch schreiben Sie, Sie hätten lange nur mit Sonnenbrille geschlafen, um nicht entdeckt zu werden.
Homm: Das hängt aber eher mit meinem geschäftlichen Umfeld zusammen. Ich habe mit vielen Leuten Geschäfte gemacht, und da waren nicht nur nette Leute dabei. 2003 waren meine Kinder bei einer Entführung gefährdet, 2006 haben sie mich in Caracas angeschossen. Und es gibt da ein paar Hinweise, dass das nicht nur ein plumper Raubmord war.
SPIEGEL ONLINE: Welche Hinweise?
Homm: Ich hatte eine Limousine angefordert mit Panzerglas und Bodenschutz. Was hab' ich bekommen? Einen verdammten Nissan ohne Schutz. Ich hatte gesagt: Ich brauche einen Fahrer und einen Bodyguard mit Knarre. Und wer kam? Ein Fahrer - kein Bodyguard, keine Knarre. Meinem Beifahrer wird ins Knie geschossen und mir aus 80 Zentimetern in die Brust - da macht man sich dann schon Gedanken drüber.
SPIEGEL ONLINE: Wer könnte es damals auf Sie abgesehen haben?
Homm: Das habe ich mich auch gefragt. Als ich auf ein Dutzend Leute gekommen war, habe ich dann aufgehört zu zählen. In letzter Zeit habe ich mir wieder ähnliche Gedanken gemacht. Hells Angels? Russenmafia? Mir sind zu jeder dieser Gruppen ein paar Leute aus meinem früheren geschäftlichen Umfeld eingefallen.
SPIEGEL ONLINE: Da dürfte es umso schwerer sein, sich zu entspannen.
Homm: Ich wünsche niemandem, einen Monat lang mein Leben zu führen. Dann müsste er sich nämlich freiwillig in der Nervenheilanstalt melden. Ich habe da einen Vorteil: Der Stirnlappen meines Gehirns ist nicht voll ausgeprägt, deshalb ist mein Risikobewusstsein unterentwickelt und auch die Schmerzempfindlichkeit ist relativ niedrig. Ich habe also ganz gute Voraussetzungen, damit klarzukommen.
SPIEGEL ONLINE: Wenn man Ihr Buch liest, scheint es kein Zufall zu sein, dass Sie so viele zwielichtige Figuren als Feinde haben. Schon in Ihrer Jugend haben Sie den Kontakt zu Kriminellen und Halbwelttypen gesucht.
Homm: Ich glaube, ich habe das Abenteuer gesucht. Dinge wie Familie oder gesellschaftliche Stellung waren mir nie wichtig. Meine Welt bestand aus Ehrgeiz, Erfolg, Sport und Kohle machen. Ich war auf einer Top-Uni, habe als Diplomat gearbeitet und sechs bis sieben Sprachen gesprochen. Wenn das, was ich tat, hier und dort an die Halbwelt grenzte, hat mich das nicht gestört. Das gehört bei einem bewegten Abenteuerdasein zum Programm.
SPIEGEL ONLINE: Hat Ihnen Ihre Skrupellosigkeit geholfen, so schnell so reich zu werden?
Homm: Wie wollen Sie denn bitte von null auf 400 Millionen Euro durchstarten, wenn Sie nur nett Hände schütteln und 0,3 Prozent Fondsgebühren verlangen? Im wirtschaftlichen Umfeld damals gab es Marktlücken wie Neuemissionen, Wagniskapital und auch Leerverkauf. Und da bin ich mit Brachialgewalt reingestoßen.
SPIEGEL ONLINE: Erwarten Sie, dass Ihre Familie Ihnen vergibt?
Homm: Ich habe mich wirklich sehr darum bemüht - ich habe meine Kinder schriftlich um Vergebung gebeten. Und sie haben sehr großzügig reagiert. Ich hatte kürzlich sogar das Privileg, etwas mit ihnen zusammen zu unternehmen. Ich muss dabei natürlich vorsichtig sein, dass ich keine Kollateralschäden anrichte. Eine Kugel, die mich treffen soll, kann ja auch immer mal jemand anderen erwischen.
Florian Homm – Anlagetipps von einem Phantom
Fünf Jahre nach seinem plötzlichen Verschwinden meldet sich der frühere Hedgefondsmanager Florian Homm mit seiner Autobiografie "Kopf Geld Jagd" wieder zurück. FONDS professionell ONLINE bat den ehemaligen "Plattmacher" zum Interview.
Er ist eine der schillerndsten und zugleich umstrittensten Figuren der deutschen Finanzgeschichte: Florian Homm. Der 2,03 Meter große einstige Harvard-Absolvent, Banker, Hedgefondsmanager und Borussia Dortmund-Retter, der seit 13 Jahren an Multiple Sklerose leidet und 2007 mit seinem Rücktritt als Chef von Absolute Capital Management quasi über Nacht spurlos verschwand, ist nach eigenen Angaben nun geläutert und erzählt seine Lebensbeichte in Buchform (mehr dazu im Anschluss an das Interview). Passenderweise kommt der Erlös des Buches – so bestätigt es auch der FinanzBuch Verlag – vollständig der Liberia-Stiftung zugute, die in Monrovia eine Schule unterhält. Das Enfant terrible der Finanzbranche hatte die Stiftung einst selbst ins Leben gerufen und sie mit knapp einer Million Euro unterstützt.
Im Telefonat mit FONDS professionell ONLINE spricht das "Phantom" (Homm gibt weder Aussehen noch Aufenthaltsort bekannt) unter anderem über die Situation an den Finanzmärkten, gibt Anlagetipps für seine Kinder – und verrät, warum es ihn gerade jetzt jucken würde, wieder mitzumischen.
Herr Homm, vorweg eine ganz banale Frage: Wie geht's Ihnen denn derzeit?
Das ist nett, dass Sie nachfragen. Also mir geht's den Gegebenheiten entsprechend eigentlich gut. Bei verschwindend geringem Vermögen hat sich meine Seele etwas erweitert und es geht mir dadurch insgesamt besser.
Wie fühlt sich der plötzliche Rummel um Ihre Person an?
Naja, da gibt es schon so einige unangenehme Begleiterscheinungen. Es gab Drohungen gegen Bekannte und Freunde, bei mir wurde eingebrochen – da wurden aber nur Dokumente entfernt – meine Ex-Frau wurde direkt bedroht und bei meinem Anwalt konnte man einen Einbruchsversuch noch verhindern. Aber ich kann das nicht auf mir sitzen lassen und muss einfach nach vorne. Ich muss mich auch in den Spiegel schauen können und mich den unangenehmen juristischen Themen stellen, sonst ist das nicht konsequent.
Wie wird das konkret aussehen bzw. werden Sie zu gegebenem Zeitpunkt auch persönlich in Erscheinung treten?
Zur Zeit machen das nur die Anwälte, aber ich denke auch an eine offizielle Presseerklärung und vielleicht im Frühjahr auch eine Pressekonferenz, zu der ich hoffentlich auch ganz normal erscheinen kann – nach Möglichkeit ohne so viele Bodyguards ...
Sie sprechen in diversen Interviews davon, dass Sie sich grundlegend geändert haben. Mich würde interessieren, in welcher Hinsicht sich Florian Homm nicht verändert hat?
Das ist eine sehr gute Frage. Was sich nicht verändert hat, ist, dass ich natürlich nach wie vor meine analytischen Fähigkeiten besitze und immer noch scharf rechnen kann. Man kann nicht drei Jahrzehnte Finanz einfach so wegblasen. Aber ich hab mich zumindest entschlossen einem anderen Herrn zu dienen, nicht mehr dem Gott des Geldes. Aber man kann das Kalkulierende, vielleicht auch das Manipulierende, nicht ganz abstoßen. Ich versuch's, aber es ist schon sehr schwer.
Zigarre rauchen Sie aber noch?
Ja gelegentlich, aber es hat sich budgetär schon so ausgewirkt, dass sich der Standard etwas verringert hat...
Böse Zungen behaupten, es haben sich im Gegensatz zu damals eigentlich nur ein paar Details geändert: Früher hätten Sie die Medien benutzt, um den Aktienkurs von Unternehmen zu beeinflussen – heute benutzen Sie die Medien, um den Kurs für Ihr Buch in die Höhe zu treiben.
Also dass ich hochgradig daran interessiert bin, das Buch zu promoten, das ist richtig. Es gibt aber einen ganz großen Unterschied: In der Vergangenheit gab es mit höheren Aktienkursen sicher mehr Verdienst. Bei einem höheren Buchverkauf landet jedoch mehr bei der liberianischen Stiftung – und das ist schon ein erheblicher Unterschied.
In letzter Zeit geben immer mehr Hedgefonds auf bzw. laufen deren Anleger scharenweise davon. Wenn Sie davon lesen, denken Sie sich dann: Wenn schon verschwinden, dann wenigstens wie ich mit einem Knall...
Naja, das war wohl eher eine Reaktion, so in der Art: Liebe Leute, ich lass mir sehr viel gefallen, aber ihr habt den Punkt erreicht, wo es mir eigentlich ziemlich egal ist, ob ich jetzt noch 100 Millionen oder mehr auf dem Tisch liegen lasse. Ihr habt wirklich menschenverachtend agiert, idiotische Maßnahmen getroffen und sehr kurzfristig agiert und gedacht. Ihr könnt nicht Top-Leute halten, wenn ihr denen nur halb so viel zahlt wie die Konkurrenz. Das war damals für mich ziemlich ausschlaggebend. Ich hab mich selber auch nicht so gut gefunden und fühlte mich ziemlich blöd und leer. Was sollte ich denn dann machen? Ich konnte nur weitermachen oder eben sagen: Liebe Leute, ihr könnt mich mal. Ich bin zwar zu erreichen, aber nur für sehr wenige – bis demnächst.
Haben Sie in den letzten Jahren das Treiben an den Finanzmärkten eigentlich regelmäßig verfolgt?
Ich hab das natürlich verfolgt. Das Problem ist, wenn sich die Regeln am Markt arbiträr verändern – das heißt, man auf einmal seine Short-Positionen nicht mehr fahren kann, weil plötzlich ein Gesetz besagt, dass man das in dieser Phase nicht mehr machen kann bzw. wenn die Regularien immer restriktiver werden – dann ist auch der Spielraum geringer. Also ich glaube, die Industrie ist schon etwas eingeengt und unflexibler als vorher und es ist halt doch viel schwieriger geworden.
Mal ehrlich: Juckt es Sie nicht doch hin und wieder, irgendwann mal wieder mitzumischen?
Da muss ich mich schon selbst kontrollieren, weil die größte Returnchance in den nächsten zwei, drei Jahren sicherlich eine Mega-Short-Position auf sämtliche Regierungsanleihen ist. Bei dieser Gelddruckeuphorie werden irgendwann mal die Zinsen steigen müssen. Das juckt schon riesig – also wirtschaftlich gedacht. Es geht mir schon manchmal durch den Kopf, weil das demnächst den wirklich große Reibach bedeutet. Aber ich kann wie gesagt nicht zwei Herren dienen.
Wie zu lesen war, haben Sie sich mit Ihren Kindern (15 und 18 Jahre, Anm.) versöhnt. Wenn die beiden Sie um einen Anlagetipp bitten würden, was würden Sie ihnen raten?
Dann würde ich ihnen zu Singapur-Dollar raten, weil das die einzige wesentliche Währung ist, die über ein komplettes Asset-Backing verfügt. Dann würde ich sagen, haltet mal eine ganze Menge Cash, denn man muss oportunistisch dann zuschlagen, wenn es mal wieder richtig schön kracht – und das ist abzusehen. Und drittens mit Value-Prinzipien in Schwächephasen dividendenstarke und dividendensteigende Werte akkumulieren. Das wäre meine Empfehlung an die Kids, aber ich hab da leider keinen Einfluss, da achtet schon ihre Mutter darauf...
Haben Sie abseits ihrer derzeitigen karitativen Tätigkeit mit Maximum Impact Medicine noch andere berufliche Zukunftspläne?
Das ist in meiner momentanen Situation natürlich nicht so einfach. Aber wenn mal alles ad acta gelegt ist, dann wäre es wohl besser, meinen Lebensstandard anzupassen. Ich bin zwar nicht so paranoid, dass ich an Armutswahn leide, aber Luxus und Materielles ist bei weitem nicht mehr so wichtig für mich.
Könnten Sie sich vorstellen, auch irgendwann mal wieder in Deutschland zu leben?
Das kann ich mir schon vorstellen. Aber bei meiner Krankheit Multiple Sklerose brauche ich schon ein bisschen Sonne und möchte nicht nur im Nieselregen stehen. Aber zumindest in Europa würde ich schon gerne leben.
Zum Abschluss noch eine Frage: Angenommen, einer Ihrer ehemaligen Investoren, der viel Geld durch Sie verloren hat, würde neben mir sitzen und ich reiche ihm den Telefonhörer weiter – was würde Sie ihm sagen?
Ich würde ihm sagen: Es tut mir wirklich leid. Es tut mir immer leid, wenn Leute Geld verlieren – vor allem, wenn es auch für gute Zwecke eingesetzt werden könnte, das ist wirklich schade. Wobei ich sagen muss, dass ich 20 Jahre am Markt gearbeitet habe, von denen ein, zwei Jahre nicht erfolgreich waren. Vielleicht ist es ja auch ganz gut, dass die Fonds noch vor der ganz herben Krise liquidiert wurden. Manche sind vielleicht zu spät eingestiegen, aber viele Investoren haben über Jahrzehnte mit mir sehr, sehr viel Geld verdient. Aber ich würde trotzdem sagen, dass es mir leid tut.
Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit Ihrem Buch.

Fünf Jahre nach seinem plötzlichen Verschwinden meldet sich der frühere Hedgefondsmanager Florian Homm mit seiner Autobiografie "Kopf Geld Jagd" wieder zurück. FONDS professionell ONLINE bat den ehemaligen "Plattmacher" zum Interview.
Er ist eine der schillerndsten und zugleich umstrittensten Figuren der deutschen Finanzgeschichte: Florian Homm. Der 2,03 Meter große einstige Harvard-Absolvent, Banker, Hedgefondsmanager und Borussia Dortmund-Retter, der seit 13 Jahren an Multiple Sklerose leidet und 2007 mit seinem Rücktritt als Chef von Absolute Capital Management quasi über Nacht spurlos verschwand, ist nach eigenen Angaben nun geläutert und erzählt seine Lebensbeichte in Buchform (mehr dazu im Anschluss an das Interview). Passenderweise kommt der Erlös des Buches – so bestätigt es auch der FinanzBuch Verlag – vollständig der Liberia-Stiftung zugute, die in Monrovia eine Schule unterhält. Das Enfant terrible der Finanzbranche hatte die Stiftung einst selbst ins Leben gerufen und sie mit knapp einer Million Euro unterstützt.
Im Telefonat mit FONDS professionell ONLINE spricht das "Phantom" (Homm gibt weder Aussehen noch Aufenthaltsort bekannt) unter anderem über die Situation an den Finanzmärkten, gibt Anlagetipps für seine Kinder – und verrät, warum es ihn gerade jetzt jucken würde, wieder mitzumischen.
Herr Homm, vorweg eine ganz banale Frage: Wie geht's Ihnen denn derzeit?
Das ist nett, dass Sie nachfragen. Also mir geht's den Gegebenheiten entsprechend eigentlich gut. Bei verschwindend geringem Vermögen hat sich meine Seele etwas erweitert und es geht mir dadurch insgesamt besser.
Wie fühlt sich der plötzliche Rummel um Ihre Person an?
Naja, da gibt es schon so einige unangenehme Begleiterscheinungen. Es gab Drohungen gegen Bekannte und Freunde, bei mir wurde eingebrochen – da wurden aber nur Dokumente entfernt – meine Ex-Frau wurde direkt bedroht und bei meinem Anwalt konnte man einen Einbruchsversuch noch verhindern. Aber ich kann das nicht auf mir sitzen lassen und muss einfach nach vorne. Ich muss mich auch in den Spiegel schauen können und mich den unangenehmen juristischen Themen stellen, sonst ist das nicht konsequent.
Wie wird das konkret aussehen bzw. werden Sie zu gegebenem Zeitpunkt auch persönlich in Erscheinung treten?
Zur Zeit machen das nur die Anwälte, aber ich denke auch an eine offizielle Presseerklärung und vielleicht im Frühjahr auch eine Pressekonferenz, zu der ich hoffentlich auch ganz normal erscheinen kann – nach Möglichkeit ohne so viele Bodyguards ...
Sie sprechen in diversen Interviews davon, dass Sie sich grundlegend geändert haben. Mich würde interessieren, in welcher Hinsicht sich Florian Homm nicht verändert hat?
Das ist eine sehr gute Frage. Was sich nicht verändert hat, ist, dass ich natürlich nach wie vor meine analytischen Fähigkeiten besitze und immer noch scharf rechnen kann. Man kann nicht drei Jahrzehnte Finanz einfach so wegblasen. Aber ich hab mich zumindest entschlossen einem anderen Herrn zu dienen, nicht mehr dem Gott des Geldes. Aber man kann das Kalkulierende, vielleicht auch das Manipulierende, nicht ganz abstoßen. Ich versuch's, aber es ist schon sehr schwer.
Zigarre rauchen Sie aber noch?
Ja gelegentlich, aber es hat sich budgetär schon so ausgewirkt, dass sich der Standard etwas verringert hat...
Böse Zungen behaupten, es haben sich im Gegensatz zu damals eigentlich nur ein paar Details geändert: Früher hätten Sie die Medien benutzt, um den Aktienkurs von Unternehmen zu beeinflussen – heute benutzen Sie die Medien, um den Kurs für Ihr Buch in die Höhe zu treiben.
Also dass ich hochgradig daran interessiert bin, das Buch zu promoten, das ist richtig. Es gibt aber einen ganz großen Unterschied: In der Vergangenheit gab es mit höheren Aktienkursen sicher mehr Verdienst. Bei einem höheren Buchverkauf landet jedoch mehr bei der liberianischen Stiftung – und das ist schon ein erheblicher Unterschied.
In letzter Zeit geben immer mehr Hedgefonds auf bzw. laufen deren Anleger scharenweise davon. Wenn Sie davon lesen, denken Sie sich dann: Wenn schon verschwinden, dann wenigstens wie ich mit einem Knall...
Naja, das war wohl eher eine Reaktion, so in der Art: Liebe Leute, ich lass mir sehr viel gefallen, aber ihr habt den Punkt erreicht, wo es mir eigentlich ziemlich egal ist, ob ich jetzt noch 100 Millionen oder mehr auf dem Tisch liegen lasse. Ihr habt wirklich menschenverachtend agiert, idiotische Maßnahmen getroffen und sehr kurzfristig agiert und gedacht. Ihr könnt nicht Top-Leute halten, wenn ihr denen nur halb so viel zahlt wie die Konkurrenz. Das war damals für mich ziemlich ausschlaggebend. Ich hab mich selber auch nicht so gut gefunden und fühlte mich ziemlich blöd und leer. Was sollte ich denn dann machen? Ich konnte nur weitermachen oder eben sagen: Liebe Leute, ihr könnt mich mal. Ich bin zwar zu erreichen, aber nur für sehr wenige – bis demnächst.
Haben Sie in den letzten Jahren das Treiben an den Finanzmärkten eigentlich regelmäßig verfolgt?
Ich hab das natürlich verfolgt. Das Problem ist, wenn sich die Regeln am Markt arbiträr verändern – das heißt, man auf einmal seine Short-Positionen nicht mehr fahren kann, weil plötzlich ein Gesetz besagt, dass man das in dieser Phase nicht mehr machen kann bzw. wenn die Regularien immer restriktiver werden – dann ist auch der Spielraum geringer. Also ich glaube, die Industrie ist schon etwas eingeengt und unflexibler als vorher und es ist halt doch viel schwieriger geworden.
Mal ehrlich: Juckt es Sie nicht doch hin und wieder, irgendwann mal wieder mitzumischen?
Da muss ich mich schon selbst kontrollieren, weil die größte Returnchance in den nächsten zwei, drei Jahren sicherlich eine Mega-Short-Position auf sämtliche Regierungsanleihen ist. Bei dieser Gelddruckeuphorie werden irgendwann mal die Zinsen steigen müssen. Das juckt schon riesig – also wirtschaftlich gedacht. Es geht mir schon manchmal durch den Kopf, weil das demnächst den wirklich große Reibach bedeutet. Aber ich kann wie gesagt nicht zwei Herren dienen.
Wie zu lesen war, haben Sie sich mit Ihren Kindern (15 und 18 Jahre, Anm.) versöhnt. Wenn die beiden Sie um einen Anlagetipp bitten würden, was würden Sie ihnen raten?
Dann würde ich ihnen zu Singapur-Dollar raten, weil das die einzige wesentliche Währung ist, die über ein komplettes Asset-Backing verfügt. Dann würde ich sagen, haltet mal eine ganze Menge Cash, denn man muss oportunistisch dann zuschlagen, wenn es mal wieder richtig schön kracht – und das ist abzusehen. Und drittens mit Value-Prinzipien in Schwächephasen dividendenstarke und dividendensteigende Werte akkumulieren. Das wäre meine Empfehlung an die Kids, aber ich hab da leider keinen Einfluss, da achtet schon ihre Mutter darauf...
Haben Sie abseits ihrer derzeitigen karitativen Tätigkeit mit Maximum Impact Medicine noch andere berufliche Zukunftspläne?
Das ist in meiner momentanen Situation natürlich nicht so einfach. Aber wenn mal alles ad acta gelegt ist, dann wäre es wohl besser, meinen Lebensstandard anzupassen. Ich bin zwar nicht so paranoid, dass ich an Armutswahn leide, aber Luxus und Materielles ist bei weitem nicht mehr so wichtig für mich.
Könnten Sie sich vorstellen, auch irgendwann mal wieder in Deutschland zu leben?
Das kann ich mir schon vorstellen. Aber bei meiner Krankheit Multiple Sklerose brauche ich schon ein bisschen Sonne und möchte nicht nur im Nieselregen stehen. Aber zumindest in Europa würde ich schon gerne leben.
Zum Abschluss noch eine Frage: Angenommen, einer Ihrer ehemaligen Investoren, der viel Geld durch Sie verloren hat, würde neben mir sitzen und ich reiche ihm den Telefonhörer weiter – was würde Sie ihm sagen?
Ich würde ihm sagen: Es tut mir wirklich leid. Es tut mir immer leid, wenn Leute Geld verlieren – vor allem, wenn es auch für gute Zwecke eingesetzt werden könnte, das ist wirklich schade. Wobei ich sagen muss, dass ich 20 Jahre am Markt gearbeitet habe, von denen ein, zwei Jahre nicht erfolgreich waren. Vielleicht ist es ja auch ganz gut, dass die Fonds noch vor der ganz herben Krise liquidiert wurden. Manche sind vielleicht zu spät eingestiegen, aber viele Investoren haben über Jahrzehnte mit mir sehr, sehr viel Geld verdient. Aber ich würde trotzdem sagen, dass es mir leid tut.
Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg mit Ihrem Buch.

Zitat
Florian Homm: Kopf Geld Jagd
Wie ich in Venezuela niedergeschossen wurde, während ich versuchte, Borussia Dortmund zu retten.
Sein Ruf ist legendär. Sein Leben ein Abenteuer. Seine Häscher gnadenlos. Florian Homm. Ein Zweimeterhüne. Ein Plattmacher. Ein skrupelloser Hedgefonds-Manager. Die Fratze des neuen Turbo-Kapitalismus. Einer, der mit gerade einmal 26 Jahren für südamerikanische Regierungen und Vermögende Millionen bewegte. Einer, der kaltherzig Unternehmen filetierte und die besten Stücke weiterverkaufte. Einer, der etliche Villen, zwei Flugzeuge und mehrere Hundert Millionen Dollar Vermögen besaß und trotzdem eines nicht hatte: genug – stattdessen ständig getrieben nach immer mehr. Bis ihn sein rücksichtsloses Leben plötzlich einholt...
Er war einer der reichsten Deutschen. Er soll unzählige Anleger um sehr viel Geld gebracht haben. Die US-Börsenaufsicht sucht in wegen Betrugs, auch die US-Drogenbehörde ist hinter ihm her – man weiß nicht, warum. Gläubiger haben ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt – in Höhe von 1,5 Millionen Euro ...
Florian Homm ist Deutschlands dubiosester Hedgefonds-Manager und eigentlich seit fünf Jahren auf der Flucht. Ein „selbstgewähltes Exil“, wie der 53-Jährige es nennt. Jetzt hat er ein Buch geschrieben, gibt sich als geläuterter Finanzhai, der sein Geld zukünftig für die Wohltätigkeit einsetzen möchte.
In „ Kopf Geld Jagd“ schreibt Homm über all das, was er hinter sich lassen will: Geld-Gier, 130 Länder in den vergangenen 5 Jahren, Gläubiger, kriminelle Machenschaften und ewiges Verstecken. Zu erzählen hat der passionierte Skifahrer und Fliegenfischer viel.
Während er vor Jahren nur eines im Sinn hatte, nämlich endlich die Milliarden-Hürde zu knacken, will er heute vor allem Gutes tun. Er wolle ein besserer Mensch werden und endlich „ein guter Vater sein“, sagte Homm im Interview mit der „Financial Times Deutschland“, das an einem versteckten Ort in Paris geführt wurde.
Um die Werbungtrommel für sein Buch anzutreiben, wagte sich Homm aus dem Untergrund, sprach mit den Medien.
Doch seinen Aufenthaltsort hält er weiter streng geheim. Wichtige Angelegenheiten regelt ein vertrauensvoller Anwalt für ihn – mit ihm kommunizieren auch die ermittelnden Behörden.
Auch von seinen ehemaligen 300 Millionen sollen nicht mehr viele übrig sein. Sein Finanzberater habe das meiste Geld angelegt, allerdings statt in Gold und Wertpapiere, im berüchtigten Schneeballsystem von Zocker-Legende Bernard Madoff, der die Millionen veruntreute.
Etwa sechs Millionen Euro seien Homm geblieben, große Teile vom Rest sind eingefroren. Weitere Millionen, die zur Zeit in einem Fonds gebunden sind, will er nun in wohltätige Projekte investieren.
Mit dem Projekt Maximum Impact Medicine plane er eine Impf-Kampagne für Kinder in Dritte-Welt-Staaten. Zudem unterstütze er eine Schule in Liberia. Das Land, das Homm auch einen Diplomatenpass ausstellte, der ihn bislang vor seinen Verfolgern schützte.
„Wenn ich nicht mindestens zweimal in der Woche in der Kirche bin, fühle ich mich schlecht", sagte Homm der FTD.
Den Behörden stellen will sich Homm aber derzeit nicht.
Florian Homm ist Deutschlands dubiosester Hedgefonds-Manager und eigentlich seit fünf Jahren auf der Flucht. Ein „selbstgewähltes Exil“, wie der 53-Jährige es nennt. Jetzt hat er ein Buch geschrieben, gibt sich als geläuterter Finanzhai, der sein Geld zukünftig für die Wohltätigkeit einsetzen möchte.
In „ Kopf Geld Jagd“ schreibt Homm über all das, was er hinter sich lassen will: Geld-Gier, 130 Länder in den vergangenen 5 Jahren, Gläubiger, kriminelle Machenschaften und ewiges Verstecken. Zu erzählen hat der passionierte Skifahrer und Fliegenfischer viel.
Während er vor Jahren nur eines im Sinn hatte, nämlich endlich die Milliarden-Hürde zu knacken, will er heute vor allem Gutes tun. Er wolle ein besserer Mensch werden und endlich „ein guter Vater sein“, sagte Homm im Interview mit der „Financial Times Deutschland“, das an einem versteckten Ort in Paris geführt wurde.
Um die Werbungtrommel für sein Buch anzutreiben, wagte sich Homm aus dem Untergrund, sprach mit den Medien.
Doch seinen Aufenthaltsort hält er weiter streng geheim. Wichtige Angelegenheiten regelt ein vertrauensvoller Anwalt für ihn – mit ihm kommunizieren auch die ermittelnden Behörden.
Zitat
WER IST FLORIAN HOMM?
Biografischen Fakten:
• Homms größter Lehrmeister: Großonkel und Neckermann-Gründer Josef Neckermann.
• Homm ist begeisterter Sportler, spielte in der deutschen Basketball-Jugendnationalmannschaft.
• Homm studierte in Harvard.
• Homm spricht sieben Sprachen.
• Homm war Kopf der Capital Management Holding und verwaltete zeitweise drei Milliarden Euro an Kundengeldern
• Homm war Großaktionär von Borussia Dortmund und investierte in schwierigen Zeiten Millionen.
• Homm hat eine Ex-Frau und zwei Kinder (15 und 18).
• Homm besaß vor seiner Flucht mehrere Villen, Flugzeuge, Yachten und sogar einen Privatzoo.
... über seinen derzeitigen Familienstand ist nichts bekannt.
Auch von seinen ehemaligen 300 Millionen sollen nicht mehr viele übrig sein. Sein Finanzberater habe das meiste Geld angelegt, allerdings statt in Gold und Wertpapiere, im berüchtigten Schneeballsystem von Zocker-Legende Bernard Madoff, der die Millionen veruntreute.
Etwa sechs Millionen Euro seien Homm geblieben, große Teile vom Rest sind eingefroren. Weitere Millionen, die zur Zeit in einem Fonds gebunden sind, will er nun in wohltätige Projekte investieren.
Mit dem Projekt Maximum Impact Medicine plane er eine Impf-Kampagne für Kinder in Dritte-Welt-Staaten. Zudem unterstütze er eine Schule in Liberia. Das Land, das Homm auch einen Diplomatenpass ausstellte, der ihn bislang vor seinen Verfolgern schützte.
„Wenn ich nicht mindestens zweimal in der Woche in der Kirche bin, fühle ich mich schlecht", sagte Homm der FTD.
Den Behörden stellen will sich Homm aber derzeit nicht.

- 1
- 2





