Milliardenbetrüger Bernard L. Madoff - 50 Milliarden-Dollar-Betrug
In diesem Thema wurden schon 1 Auszeichnungen vergeben!
Dieses Thema wurde 15438 mal besucht und hat 65 Antworten.

Milliardenbetrüger Bernard L. Madoff - 50 Milliarden-Dollar-Betrug
Es ist ein absoluter Mega-Gau innerhalb der Hedgefonds-Industrie: Der Wall-Street-Broker und Ex-Chef der US-Technologiebörse Nasdaq Bernie Madoff, dessen Firma Madoff Securities eines der größten Brokerhäuser in New York war und auch hinter den Anlageerfolgen verschiedener Hedgefonds weltweit steckte, dürfte mit einem Schneeballsystem Investoren um 50 Milliarden Dollar betrogen haben.
Madoff hat laut Bloomberg gegenüber der Staatsanwaltschaft bereits zugegeben, dass sein Geschäft seit Jahren zahlungsunfähig sei. Leitenden Angestellten seiner Firma soll er laut Anklage eingestanden haben: „Es ist alles eine große Lüge … Im Grunde (war es) ein riesiges Schneeballsystem.“
Offensichtlich haben die enormen Verluste der vergangen Monate und die hohe Anzahl an Rücknahmen die Aufrechterhaltung von Madoffs System unmöglich gemacht. „Wenn die Verluste in Richtung 50 Milliarden US-Dollar gehen, wäre dies das größte Schneeballsystem in der Geschichte“, zeigt sich Mark Schonfeld, ehemaliger Leiter der US-Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) in New York gegenüber Bloomberg schockiert.
Weiterlesen: http://www.fondsprofessionell.de/redsys/newsText.php?sid=56310&nlc=DE
Madoff hat laut Bloomberg gegenüber der Staatsanwaltschaft bereits zugegeben, dass sein Geschäft seit Jahren zahlungsunfähig sei. Leitenden Angestellten seiner Firma soll er laut Anklage eingestanden haben: „Es ist alles eine große Lüge … Im Grunde (war es) ein riesiges Schneeballsystem.“
Offensichtlich haben die enormen Verluste der vergangen Monate und die hohe Anzahl an Rücknahmen die Aufrechterhaltung von Madoffs System unmöglich gemacht. „Wenn die Verluste in Richtung 50 Milliarden US-Dollar gehen, wäre dies das größte Schneeballsystem in der Geschichte“, zeigt sich Mark Schonfeld, ehemaliger Leiter der US-Aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission (SEC) in New York gegenüber Bloomberg schockiert.
Weiterlesen: http://www.fondsprofessionell.de/redsys/newsText.php?sid=56310&nlc=DE
Bernard L. Madoff: Vom Wall-Street-Pionier zum Milliarden-Betrüger?
New York (dpa) - Zeit seines Lebens war Bernard L. Madoff ein angesehener Mann. Ob im Golfclub in Florida oder beim Wohltätigkeitsball - stets soll der heute 70-Jährige von einer Schar begeisterter Anleger umgeben gewesen sein. Sie vertrauten ihm ihr Geld an - gerne auch einige Millionen oder mehr - und er sorgte für stabile Zinsen. Wer Geld bei Madoff anlegte, war wer in den Golf-Clubs von Boca Raton und Palm Beach, schreibt das «Wall Street Journal».
Doch nun löst sich das alles auf einmal in Rauch aus. Das ganze Geschäft sei eine einzige «große Lüge» gewesen, erzählte Madoff selbst nach Angaben der Ermittlungsbehörden. Ein «Schneeball-System» sorgte dafür, dass die Anleger ihre Zinsen bekamen - aus dem Geld, dass neue Kunden einzahlten. Das muss jahrelang gutgegangen sein.Offenbar, bis die Finanzkrise dem Geldzufluss ein Ende setzte.
Besonders perfide erscheint, dass Madoff viele Anleger persönlich in den Golf- und Country-Clubs geworden haben soll. Da geht es laut Medienberichten meist um kleine Millionen-Beträge. Zum Beispiel Geld, das aus Lebensversicherungen stammte oder geerbt war, oft die Absicherung für einen sorgenfreien Lebensabend. Das Geld ist nun wohl unwiderruflich verloren. Er habe nichts mehr, höchstens noch 200 bis 300 Millionen Dollar, soll Madoff nach Angaben der Ermittler bekannt haben.
Das große Spielgeld soll aber vor allem von Hedge-Fonds gekommen sein, schreibt die US-Wirtschaftspresse. Bisher ist unklar, wie schlimm welche Firma betroffen ist. Offenbar löste ein Kunde den rapiden Zusammenbruch aus, als er eine Einlage von sieben Milliarden Dollar zurückhaben wollte.
«Er (Madoff) ist einer der Pioniere der modernen Wall Street», sagte James Angel - Wirtschaftsprofessor der Washingtoner Princetown- Universität - der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Unter anderem habe seine Firma als eine der ersten automatische Handelssysteme für Aktiengeschäfte eingeführt. Der jahrelange Betrug soll über eine ausgelagerte Investment-Sparte gelaufen sein, deren Bücher Madoff unter Verschluss hielt.
Der Werdegang Madoffs liest sich wie eine klassische amerikanische Legende. Angeblich soll er seine Wall-Street-Firma 1960 mit 5000 Dollar gegründet haben. Das Geld habe er zusammengespart als Rettungsschwimmer und Installateur von Rasensprenklern. Seine zwei Söhne traten vor rund 20 Jahren in das Unternehmen ein. Dem «Wall Street Journal» zufolge sollen sie es denn auch gewesen sein, denen Madoff schließlich den Betrug offenbarte und die die Behörden informierten.
New York (dpa) - Zeit seines Lebens war Bernard L. Madoff ein angesehener Mann. Ob im Golfclub in Florida oder beim Wohltätigkeitsball - stets soll der heute 70-Jährige von einer Schar begeisterter Anleger umgeben gewesen sein. Sie vertrauten ihm ihr Geld an - gerne auch einige Millionen oder mehr - und er sorgte für stabile Zinsen. Wer Geld bei Madoff anlegte, war wer in den Golf-Clubs von Boca Raton und Palm Beach, schreibt das «Wall Street Journal».
Doch nun löst sich das alles auf einmal in Rauch aus. Das ganze Geschäft sei eine einzige «große Lüge» gewesen, erzählte Madoff selbst nach Angaben der Ermittlungsbehörden. Ein «Schneeball-System» sorgte dafür, dass die Anleger ihre Zinsen bekamen - aus dem Geld, dass neue Kunden einzahlten. Das muss jahrelang gutgegangen sein.Offenbar, bis die Finanzkrise dem Geldzufluss ein Ende setzte.
Besonders perfide erscheint, dass Madoff viele Anleger persönlich in den Golf- und Country-Clubs geworden haben soll. Da geht es laut Medienberichten meist um kleine Millionen-Beträge. Zum Beispiel Geld, das aus Lebensversicherungen stammte oder geerbt war, oft die Absicherung für einen sorgenfreien Lebensabend. Das Geld ist nun wohl unwiderruflich verloren. Er habe nichts mehr, höchstens noch 200 bis 300 Millionen Dollar, soll Madoff nach Angaben der Ermittler bekannt haben.
Das große Spielgeld soll aber vor allem von Hedge-Fonds gekommen sein, schreibt die US-Wirtschaftspresse. Bisher ist unklar, wie schlimm welche Firma betroffen ist. Offenbar löste ein Kunde den rapiden Zusammenbruch aus, als er eine Einlage von sieben Milliarden Dollar zurückhaben wollte.
«Er (Madoff) ist einer der Pioniere der modernen Wall Street», sagte James Angel - Wirtschaftsprofessor der Washingtoner Princetown- Universität - der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Unter anderem habe seine Firma als eine der ersten automatische Handelssysteme für Aktiengeschäfte eingeführt. Der jahrelange Betrug soll über eine ausgelagerte Investment-Sparte gelaufen sein, deren Bücher Madoff unter Verschluss hielt.
Der Werdegang Madoffs liest sich wie eine klassische amerikanische Legende. Angeblich soll er seine Wall-Street-Firma 1960 mit 5000 Dollar gegründet haben. Das Geld habe er zusammengespart als Rettungsschwimmer und Installateur von Rasensprenklern. Seine zwei Söhne traten vor rund 20 Jahren in das Unternehmen ein. Dem «Wall Street Journal» zufolge sollen sie es denn auch gewesen sein, denen Madoff schließlich den Betrug offenbarte und die die Behörden informierten.
Große Namen von Milliarden-Betrug an Wall Street betroffen
New York (dpa) - Von dem mutmaßlichen Milliarden-Betrug an der Wall Street sind laut einem Zeitungsbericht auch große Namen der Finanzwelt betroffen. So gehörten auch die französische Großbank BNP Paribas und die japanische Nomura über Geschäftsbeziehungen zu den Opfern des Finanziers Bernard L. Madoff, der laut Vorwürfen der Behörden ein gigantisches «Schneeball-System» betrieb, berichtete das «Wall Street Journal» am Samstag. Auch mehrere Unternehmen aus der Hedge-Fonds-Branche und Prominente wie der Eigentümer des Baseball-Teams New York Mets seien betroffen.
Der 70-jährige Madoff selbst hatte den US-Behörden zufolge das Volumen des Betrugs auf insgesamt 50 Milliarden Dollar beziffert. Das wäre der größte Betrugsfall der Geschichte. Den Vorwürfen zufolge war es ein klassisches Schneeball-System: Die Anleger bekamen die versprochenen hohen Zinsen - wohl acht bis zwölf Prozent im Jahr - aus dem Geld immer neuer Investoren. Demnach gestand Madoff den Betrug zwei seiner wichtigsten Angestellten - laut Zeitungsberichten waren es seine Söhne -, die anschließend die Behörden einschalteten.
Unter den Opfern des Betrugs sollen neben Hedge-Fonds und Super- Reichen auch kleinere Investoren sein, die erspartes oder geerbtes Geld für den Lebensabend angelegt haben. Das «Wall Street Journal» zitierte zum Beispiel einen Anwalt von 30 Investoren, deren Verluste eine Milliarde Dollar übersteigen könnten. In den Golf- und Country- Clubs, in denen Madoff verkehrte, galt er als Investment-Star. Zum Teil vertrauten ihm die Leute laut Medienberichten nahezu ihr gesamtes Erspartes an. Die «New York Times» berichtete von Familien, die alle ihre Rücklagen verloren haben. Eine Wohltätigkeits-Stiftung aus Massachusetts ist ihr gesamtes Geld los und muss schließen.
Das wirklich große Geld kam aber aus der Hedge-Fonds-Branche. So habe allein die Fairfield Greenwich Group, ein sogenannter «Hedge- Fonds-Fonds» - ein Unternehmen, dass Geld einsammelt, um es in Hedge- Fonds zu investieren - bei Madoff 7,5 Milliarden Dollar angelegt.
Zugleich wirft das plötzliche Auffliegen des Betrugs die Frage auf, wie ein so großes Schneeball-System über Jahre unentdeckt bleiben konnte. Madoffs Firma legte der Finanzaufsicht SEC alle erforderlichen Berichte vor. Auch Investoren bekamen regelmäßig Auszüge mit der Auflistung angeblich ausgeführter Geschäfte. Die SEC hatte bereits 1992 Madoffs Firma mit dem Verdacht auf ein Schneeball- System untersucht, jedoch keine Unregelmäßigkeiten gefunden. Immer wieder gab es auch Zweifel von Konkurrenten, denen das Geschäft Madoffs zu glatt lief, um wahr zu sein. Als Wirtschaftsprüfer beschäftigte er jahrelang eine winzige New Yorker Firma.
Das Eingeständnis eines Milliardenbetrugs durch Madoff selbst hat die US-Bundespolizei FBI und die SEC nun offenbar überrascht: Die schriftlichen Vorwürfe enthalten praktisch nur die Angaben, die er selbst im Gespräch mit seinen Mitarbeitern gemacht haben soll.
Madoff war zeitweise auch Verwaltungsratsvorsitzender der Technologiebörse NASDAQ und zählte seit Jahrzehnten zu den einflussreichen Figuren der Wall Street.
Den Behörden zufolge gestand Madoff, dass er nur noch 200 bis 300 Millionen Dollar übrig habe und sein Unternehmen ansonsten pleite sei. «Es war alles eine große Lüge», habe er gesagt. Madoffs Firma Bernard L. Madoff Investment Securities agierte vor allem als Broker an der Börse. Allerdings unterhielt er auch einen Investment-Arm, über den der Betrug gelaufen sein soll.
Presseberichten zufolge sind zahlreiche Investoren in Spanien betroffen. Nach Informationen der Madrider Wirtschaftszeitung «Expansión» vom Samstag liegt die Schadenssumme nach ersten Schätzungen bei rund drei Milliarden Euro. Zu den Opfern sollen demnach unter anderem Kunden der Vermöensverwaltungsgesellschaft Optimal und der Privatbank Banif zählen, die zur führenden Großbank Santander gehören. Die betroffenen Gesellschaften in Spanien hätten in Risikofonds investiert, die an Madoffs Wertpapierunternehmen gekoppelt gewesen seien.
New York (dpa) - Von dem mutmaßlichen Milliarden-Betrug an der Wall Street sind laut einem Zeitungsbericht auch große Namen der Finanzwelt betroffen. So gehörten auch die französische Großbank BNP Paribas und die japanische Nomura über Geschäftsbeziehungen zu den Opfern des Finanziers Bernard L. Madoff, der laut Vorwürfen der Behörden ein gigantisches «Schneeball-System» betrieb, berichtete das «Wall Street Journal» am Samstag. Auch mehrere Unternehmen aus der Hedge-Fonds-Branche und Prominente wie der Eigentümer des Baseball-Teams New York Mets seien betroffen.
Der 70-jährige Madoff selbst hatte den US-Behörden zufolge das Volumen des Betrugs auf insgesamt 50 Milliarden Dollar beziffert. Das wäre der größte Betrugsfall der Geschichte. Den Vorwürfen zufolge war es ein klassisches Schneeball-System: Die Anleger bekamen die versprochenen hohen Zinsen - wohl acht bis zwölf Prozent im Jahr - aus dem Geld immer neuer Investoren. Demnach gestand Madoff den Betrug zwei seiner wichtigsten Angestellten - laut Zeitungsberichten waren es seine Söhne -, die anschließend die Behörden einschalteten.
Unter den Opfern des Betrugs sollen neben Hedge-Fonds und Super- Reichen auch kleinere Investoren sein, die erspartes oder geerbtes Geld für den Lebensabend angelegt haben. Das «Wall Street Journal» zitierte zum Beispiel einen Anwalt von 30 Investoren, deren Verluste eine Milliarde Dollar übersteigen könnten. In den Golf- und Country- Clubs, in denen Madoff verkehrte, galt er als Investment-Star. Zum Teil vertrauten ihm die Leute laut Medienberichten nahezu ihr gesamtes Erspartes an. Die «New York Times» berichtete von Familien, die alle ihre Rücklagen verloren haben. Eine Wohltätigkeits-Stiftung aus Massachusetts ist ihr gesamtes Geld los und muss schließen.
Das wirklich große Geld kam aber aus der Hedge-Fonds-Branche. So habe allein die Fairfield Greenwich Group, ein sogenannter «Hedge- Fonds-Fonds» - ein Unternehmen, dass Geld einsammelt, um es in Hedge- Fonds zu investieren - bei Madoff 7,5 Milliarden Dollar angelegt.
Zugleich wirft das plötzliche Auffliegen des Betrugs die Frage auf, wie ein so großes Schneeball-System über Jahre unentdeckt bleiben konnte. Madoffs Firma legte der Finanzaufsicht SEC alle erforderlichen Berichte vor. Auch Investoren bekamen regelmäßig Auszüge mit der Auflistung angeblich ausgeführter Geschäfte. Die SEC hatte bereits 1992 Madoffs Firma mit dem Verdacht auf ein Schneeball- System untersucht, jedoch keine Unregelmäßigkeiten gefunden. Immer wieder gab es auch Zweifel von Konkurrenten, denen das Geschäft Madoffs zu glatt lief, um wahr zu sein. Als Wirtschaftsprüfer beschäftigte er jahrelang eine winzige New Yorker Firma.
Das Eingeständnis eines Milliardenbetrugs durch Madoff selbst hat die US-Bundespolizei FBI und die SEC nun offenbar überrascht: Die schriftlichen Vorwürfe enthalten praktisch nur die Angaben, die er selbst im Gespräch mit seinen Mitarbeitern gemacht haben soll.
Madoff war zeitweise auch Verwaltungsratsvorsitzender der Technologiebörse NASDAQ und zählte seit Jahrzehnten zu den einflussreichen Figuren der Wall Street.
Den Behörden zufolge gestand Madoff, dass er nur noch 200 bis 300 Millionen Dollar übrig habe und sein Unternehmen ansonsten pleite sei. «Es war alles eine große Lüge», habe er gesagt. Madoffs Firma Bernard L. Madoff Investment Securities agierte vor allem als Broker an der Börse. Allerdings unterhielt er auch einen Investment-Arm, über den der Betrug gelaufen sein soll.
Presseberichten zufolge sind zahlreiche Investoren in Spanien betroffen. Nach Informationen der Madrider Wirtschaftszeitung «Expansión» vom Samstag liegt die Schadenssumme nach ersten Schätzungen bei rund drei Milliarden Euro. Zu den Opfern sollen demnach unter anderem Kunden der Vermöensverwaltungsgesellschaft Optimal und der Privatbank Banif zählen, die zur führenden Großbank Santander gehören. Die betroffenen Gesellschaften in Spanien hätten in Risikofonds investiert, die an Madoffs Wertpapierunternehmen gekoppelt gewesen seien.
Viele Fragen nach Milliarden-Betrug an der Wall Street
Von Andrej Sokolow
New York/Hamburg (dpa) - Der Schock sitzt tief an der Wall Street nach dem offenbar größten Wirtschaftsbetrug der Geschichte. Was bisher bekannt ist, wirft viele Fragen auf. Wie konnte der heute 70-jährige Bernard L. Madoff unter den Augen der strengen Finanzaufsicht SEC und misstrauischer Konkurrenten über Jahre ein Schneeball-System betreiben, das auf ein beispielloses Volumen von 50 Milliarden Dollar angeschwollen sein soll? Wieso gingen alle Kontrollen ins Leere? Warum wurden alle Alarmsignale überhört?
Antworten sind vorerst nicht in Sicht. Denn obwohl die SEC Madoffs Firma schon 1992 zum ersten Mal direkt auf den Verdacht eines Schneeball-Systems untersuchte und 2005 sowie im vergangenen Jahr weitere Kontrollen folgten - die bisherigen Vorwürfe der SEC und der Bundespolizei FBI beruhen fast ausschließlich auf den eigenen Worten des mutmaßlichen Milliardenbetrügers. Und das meiste davon hat er nicht einmal den FBI-Agenten gesagt, sondern zwei seiner wichtigsten Mitarbeiter - laut Medienberichten handelt es sich um seine Söhne - die danach den Schwindel gemeldet haben. Haben sich die US-Behörden als unfähig erwiesen, einen Milliardenschwindel vor ihrer eigenen Nase zu bemerken?
Warnsignale gab es viele in den vergangenen Jahren. Die Geldanlage bei Madoff garantierte stabile acht bis zwölf Prozent Zinsen im Jahr - egal, wie sich die Märkte entwickelten. Unmöglich, sagten Kritiker und Konkurrenten. Schon 1999 schrieb Harry Markopolos, Mitarbeiter einer Konkurrenzfirma, der SEC unverblümt, er sehe in Madoffs Geschäften «das größte Schneeball-System der Welt». Den regelmäßigen Berichten von Madoffs Firma war zu entnehmen, dass sie nur wenige Aktien hielt - viel zu wenige für das Milliarden-Volumen, das sie haben sollte. Wenn dies jemandem auffiel, konterte Madoff, zur komplexen Geschäftsstrategie gehöre, die Aktien am Ende eines Quartals zu verkaufen.
Eine Investmentgesellschaft stimmte verdächtig, dass die angeblichen Milliardengeschäfte von einer winzigen New Yorker Firma geprüft werden. Eine Untersuchung ergab, dass der Wirtschaftsprüfer nur drei Mitarbeiter hatte, inklusiv einer Sekretärin. Die Investmentfirma riet seitdem ihren Kunden von Geschäften mit Madoff ab. Weitere Folgen gab es nicht.
Gier und Vertrauen waren die Waffen, mit denen Madoff in den vergangenen Jahren seine Anleger eroberte. Die Milliarden kamen vor allem von den Hedge-Fonds. Er galt aber auch als Geheimtip in den Golf- und Country-Clubs von Florida. Kunden gewannen neue Kunden - und verwiesen dabei auf ihre eigenen Gewinne als bestes Argument. Laut Medienberichten war es so etwas wie ein exklusiver Club, bei dem man stolz war dazuzugehören. «Die sind doch nur neidisch», habe sie gedacht als Freunde sie zu warnen versuchten, erinnert sich eine Madoff-Kundin heute im «Wall Street Journal». Die Frau hatte einige geerbte Millionen bei dem vermeintlichen Finanz-Genie angelegt und davon gelebt. Nun stellt sie sich darauf ein, sich wieder einen Job zu suchen.
Ein früherer Finanzanalyst, der mit elf Millionen Dollar Madoffs fast sein gesamtes Vermögen anvertraut hatte, gibt zu, dass er für den Finanzjongleur guten Gewissens viele neue Kunden geworben hat. «Bernie» habe immer gesagt: «Lass' sie klein einsteigen, und wenn sie ein Paar Jahre zufrieden sind, können sie mehr Investieren.» Die Spanne gehe vom Lehrer, der 50 000 Dollar anlegt, bis zum Unternehmer, der gleich mit mehreren Millionen dabei ist.
In den USA kennt man das Schneeball-System unter dem Namen «Ponzi Scheme». Der italienische Einwanderer Charles Ponzi hatte das Betrugsprinzip zwar nicht erfunden, aber berühmt gemacht. 1920 versprach er in Boston in 45 Tagen einen Gewinn von 50 Prozent, und in 90 Tagen eine Verdoppelung des Einsatzes. Bis der Schwindel zusammenbrach hatte er bei rund 40 000 Menschen 15 Millionen Dollar eingesammelt. Das wären in heutigem Geld etwa 162 Millionen, rechnete das «Wall Street Journal» vor. Hedge-Fonds-Milliarden gab es damals noch nicht.
Von Andrej Sokolow
New York/Hamburg (dpa) - Der Schock sitzt tief an der Wall Street nach dem offenbar größten Wirtschaftsbetrug der Geschichte. Was bisher bekannt ist, wirft viele Fragen auf. Wie konnte der heute 70-jährige Bernard L. Madoff unter den Augen der strengen Finanzaufsicht SEC und misstrauischer Konkurrenten über Jahre ein Schneeball-System betreiben, das auf ein beispielloses Volumen von 50 Milliarden Dollar angeschwollen sein soll? Wieso gingen alle Kontrollen ins Leere? Warum wurden alle Alarmsignale überhört?
Antworten sind vorerst nicht in Sicht. Denn obwohl die SEC Madoffs Firma schon 1992 zum ersten Mal direkt auf den Verdacht eines Schneeball-Systems untersuchte und 2005 sowie im vergangenen Jahr weitere Kontrollen folgten - die bisherigen Vorwürfe der SEC und der Bundespolizei FBI beruhen fast ausschließlich auf den eigenen Worten des mutmaßlichen Milliardenbetrügers. Und das meiste davon hat er nicht einmal den FBI-Agenten gesagt, sondern zwei seiner wichtigsten Mitarbeiter - laut Medienberichten handelt es sich um seine Söhne - die danach den Schwindel gemeldet haben. Haben sich die US-Behörden als unfähig erwiesen, einen Milliardenschwindel vor ihrer eigenen Nase zu bemerken?
Warnsignale gab es viele in den vergangenen Jahren. Die Geldanlage bei Madoff garantierte stabile acht bis zwölf Prozent Zinsen im Jahr - egal, wie sich die Märkte entwickelten. Unmöglich, sagten Kritiker und Konkurrenten. Schon 1999 schrieb Harry Markopolos, Mitarbeiter einer Konkurrenzfirma, der SEC unverblümt, er sehe in Madoffs Geschäften «das größte Schneeball-System der Welt». Den regelmäßigen Berichten von Madoffs Firma war zu entnehmen, dass sie nur wenige Aktien hielt - viel zu wenige für das Milliarden-Volumen, das sie haben sollte. Wenn dies jemandem auffiel, konterte Madoff, zur komplexen Geschäftsstrategie gehöre, die Aktien am Ende eines Quartals zu verkaufen.
Eine Investmentgesellschaft stimmte verdächtig, dass die angeblichen Milliardengeschäfte von einer winzigen New Yorker Firma geprüft werden. Eine Untersuchung ergab, dass der Wirtschaftsprüfer nur drei Mitarbeiter hatte, inklusiv einer Sekretärin. Die Investmentfirma riet seitdem ihren Kunden von Geschäften mit Madoff ab. Weitere Folgen gab es nicht.
Gier und Vertrauen waren die Waffen, mit denen Madoff in den vergangenen Jahren seine Anleger eroberte. Die Milliarden kamen vor allem von den Hedge-Fonds. Er galt aber auch als Geheimtip in den Golf- und Country-Clubs von Florida. Kunden gewannen neue Kunden - und verwiesen dabei auf ihre eigenen Gewinne als bestes Argument. Laut Medienberichten war es so etwas wie ein exklusiver Club, bei dem man stolz war dazuzugehören. «Die sind doch nur neidisch», habe sie gedacht als Freunde sie zu warnen versuchten, erinnert sich eine Madoff-Kundin heute im «Wall Street Journal». Die Frau hatte einige geerbte Millionen bei dem vermeintlichen Finanz-Genie angelegt und davon gelebt. Nun stellt sie sich darauf ein, sich wieder einen Job zu suchen.
Ein früherer Finanzanalyst, der mit elf Millionen Dollar Madoffs fast sein gesamtes Vermögen anvertraut hatte, gibt zu, dass er für den Finanzjongleur guten Gewissens viele neue Kunden geworben hat. «Bernie» habe immer gesagt: «Lass' sie klein einsteigen, und wenn sie ein Paar Jahre zufrieden sind, können sie mehr Investieren.» Die Spanne gehe vom Lehrer, der 50 000 Dollar anlegt, bis zum Unternehmer, der gleich mit mehreren Millionen dabei ist.
In den USA kennt man das Schneeball-System unter dem Namen «Ponzi Scheme». Der italienische Einwanderer Charles Ponzi hatte das Betrugsprinzip zwar nicht erfunden, aber berühmt gemacht. 1920 versprach er in Boston in 45 Tagen einen Gewinn von 50 Prozent, und in 90 Tagen eine Verdoppelung des Einsatzes. Bis der Schwindel zusammenbrach hatte er bei rund 40 000 Menschen 15 Millionen Dollar eingesammelt. Das wären in heutigem Geld etwa 162 Millionen, rechnete das «Wall Street Journal» vor. Hedge-Fonds-Milliarden gab es damals noch nicht.
Interessant ist auch der Wikipedia-Artikel: http://de.wikipedia.org/wiki/Madoff
Zitat
Für die Prüfung der Bücher waren laut der New Yorker Anlageberatung Aksia die Firma Friehling & Horowitzhad verantwortlich, eine Firma mit drei Angestellten: einem 78-Jährigen in Florida, einer Sekretärin und einem 47-jährigen Buchhalter in einem 21,7 Quadratmeter großen Büro in New York.
Mindestens sechs europäische Banken betroffen
Mindestens sechs europäische Banken sind nach eigenen Angaben vom mutmaßlichen Milliarden-Betrug des früheren Nasdaq-Chefs und Wertpapierhändlers Bernard Madoff betroffen.
Bereits am Wochenende hatten die spanische Bank Santander, die französische BNP Paribas sowie die Schweizer Bank Reichmuth und Co. eingeräumt, Geld in zusammengebrochenen Investmentfonds Madoffs angelegt zu haben. Weitere betroffene Institute sind zudem die Royal Bank of Scotland, Société Générale und Unicredit, respektive deren Tochter Pioneer Alternative Investments.
Die Höhe der investierten Gelder variiert dabei deutlich, wobei Santander am stärksten betroffen ist: Eigenen Angaben zufolge hat die Bank insgesamt 2,3 Milliarden Euro Kundengelder bei Madoff investiert. Bei BNP Paribas fürchtet man den Ausfall von 350 Millionen Euro, während die Luzerner Privatbank bekannt gab, dass sie mit rund 385 Millionen Schweizer Franken bei Madoff-Produkten investiert sei.
Bei der Royal Bank of Scotland summiert sich das Engagement bei der Bernard Madoff Investment Securities LLC auf rund 400 Millionen britische Pfund, wie das in Edinburgh ansässige Institut heute mitteilte, während die Pariser Bank Société Générale ihr Engagement bei Madoff als "vernachlässigbar" bezeichnete, und angab, dass dies unter zehn Millionen Euro liege. Als bisher sechstes europäisches Institute gab heute zudem UniCredit bekannt, dass man über einige Fonds der hauseigenen Asset Manager Management Division Pioneer Investments mit rund 75 Millionen Euro vom Madoff-Skandal betroffen sei.
Zum vollständigen Meldung: http://www.fondsprofessionell.de/redsys/newsText.php?sid=116096&nlc=DE
Bereits am Wochenende hatten die spanische Bank Santander, die französische BNP Paribas sowie die Schweizer Bank Reichmuth und Co. eingeräumt, Geld in zusammengebrochenen Investmentfonds Madoffs angelegt zu haben. Weitere betroffene Institute sind zudem die Royal Bank of Scotland, Société Générale und Unicredit, respektive deren Tochter Pioneer Alternative Investments.
Die Höhe der investierten Gelder variiert dabei deutlich, wobei Santander am stärksten betroffen ist: Eigenen Angaben zufolge hat die Bank insgesamt 2,3 Milliarden Euro Kundengelder bei Madoff investiert. Bei BNP Paribas fürchtet man den Ausfall von 350 Millionen Euro, während die Luzerner Privatbank bekannt gab, dass sie mit rund 385 Millionen Schweizer Franken bei Madoff-Produkten investiert sei.
Bei der Royal Bank of Scotland summiert sich das Engagement bei der Bernard Madoff Investment Securities LLC auf rund 400 Millionen britische Pfund, wie das in Edinburgh ansässige Institut heute mitteilte, während die Pariser Bank Société Générale ihr Engagement bei Madoff als "vernachlässigbar" bezeichnete, und angab, dass dies unter zehn Millionen Euro liege. Als bisher sechstes europäisches Institute gab heute zudem UniCredit bekannt, dass man über einige Fonds der hauseigenen Asset Manager Management Division Pioneer Investments mit rund 75 Millionen Euro vom Madoff-Skandal betroffen sei.
Zum vollständigen Meldung: http://www.fondsprofessionell.de/redsys/newsText.php?sid=116096&nlc=DE
Die Börsenlage in der Schweiz stimmt uns nachdenklich. Die schweizerische Nationalbank hat uns dieser Tage ein „sehr schwieriges“ Jahr 2009 vorausgesagt. Mit ungewöhnlich pessimistischer Grundnote. „Wir bereiten uns auf die grösste und tiefgreifendste Rezession seit dem ZweitenWeltkrieg vor“ ist die Message des höchsten Währungshüters. Und was uns noch mehr Sorgen macht: Nationalbankpräsident J.P. Roth nahm kein Blatt vor den Mund. Er liess uns an der Pressekonferenz wissen, dass „den schweizerischen (Gross-)Banken noch weitere Verluste und noch grössere Sorgen ins Haus stehen könnten…“
Die Schweizer Nationalbank weiss, wovon sie spricht. Sie hat in einer grossen Notaktion von der UBS „notleidende Papiere“ für über 60 Milliarden (!) Franken übernommen. Dagegen musste die UBS eine Einlage von 6 Milliarden Franken tätigen und somit in der Auffanggesellschaft die ersten 6 Milliarden Risiko tragen. Dafür gewährt der Bund der UBS ein Pflichtwandeldarlehen von 6 Milliarden Franken. Dies, weil die UBS nicht in der Lage war, die 6 Milliarden direkt aufzubringen…
Insider in der Nationalbank zeichnen inzwischen ein realistisches Bild. Die „Schrottpapiere“ sind bestenfalls (und mit optimistischer Bewertung) noch 35-40 Milliarden wert. Das heisst, die Einlage der UBS und ein Teil der von der SNB f inanzierten Einlagen haben sich bereits in Luft aufgelöst. Und Fachleute sprechen schon davon, dass diese Einlagen wohl endgültig verloren seien. Denn nicht nur hat eine weitere Runterstufung der Werte stattgefunden. Einzelne Fachleute bezeichnen das ganze Wertschriften-Paket
(meist amerikanische Subprime billigster Qualität) als nicht mehr einbringbar…
Das heisst, der Schweizer Steuerzahler wird über die Nationalbank enorm zur Kassa gebeten. Der Bund hat immerhin noch die Chance, sein 6-Milliarden-Pflichtwandelpakt in 2 1/2 Jahren in Aktien umzuwandeln oder aber schon vorher zu verkaufen. So der Aktienkurs sich hält oder ansteigt. Doch dafür sind die derzeitigen Aussichten „mager und unwahrscheinlich“. Eine Pflichtwandelanleihe heisst, dass der Bund die Anleihe entweder vorher am Markt verkaufen kann (wer soll/will sie kaufen?) oder dass er dann in 2 1/2 Jahren zum Grossaktionär der UBS wird. Verstaatlichung durch die Hintertüre spotten bereits erste Marktbeobachter…
Und schon droht ein weiterer Finanzskandal, der alles Bisherige in den Schatten stellt und den schweizerischen Finanzplatz massiv betrifft! Das grosse amerikanische Hedge-Fund-Gebilde um den Amerikaner Bernard Madoff. Ein Mann, der einst Big Boss der amerikanischen NASDAQ-Börse war und an der Wall Street grosses Ansehen genoss. Offensichtlich hat er über Jahre ein Schneeball-System aufgebaut, das nicht einmal seine engsten Mitarbeiter (!) auch nur im Ansatz durchschaut hatten…
Inzwischen sprechen die Finanzkreise von einem Milliardenbetrüger. Dabei scheint der ganze Komplex eine Dimension angenommen zu haben, die ihn möglicherweise zum grössten Betrugsfall aller Zeiten machen könnte. Erste konkretere Analysen sprechen von einer Betrugssumme von unglaublichen 50 Milliarden Dollar. Es scheint unglaublich aber immer mehr wahr zu werden, dass sich hier Abgründe in einer Dimension auftun, die wir uns vor Jahresfrist noch nicht vorstellen konnten…
Das Gebilde wurde durch Verschachtelungen von Hedge Funds und Dachfonds für Hedgies geschaffen und im klassischen Schneeballsystem nach Pyramidenart immer höher geschraubt. So lange die Neugelder flossen, konnten mühelos 12-13 Prozent Rendite pro Jahr vergütet werden. Das liess die Einleger leichtsinnig werden. Sie stellten keine Fragen, sondern gaben sich jeweilen mit dem Dividendenscheck zufrieden. Als mit der Finanzkrise auch die Hedge Funds ins Schleudern gerieten und immer mehr Einleger ihr Geld sehen wollten, war das Platzen der Bombe nur noch eine Frage der Zeit…
Für die Schweiz dürfte das zu einem blutigen Schlachtfeld werden. Die Lehman Bros-Verluste werden für die Schweizer Anleger mit ca. 700 Millionen Franken beziffert. Bei Bernard Madoff wird aber alleine für die Schweiz mit Verlusten von über 5 Milliarden (!) Franken gesprochen. Das könnte den Finanzplatz Schweiz nochmals erschüttern. Ein Grund mehr, bei Banktiteln weiterhin zurückhaltend zu bleiben…
Die Schweizer Nationalbank weiss, wovon sie spricht. Sie hat in einer grossen Notaktion von der UBS „notleidende Papiere“ für über 60 Milliarden (!) Franken übernommen. Dagegen musste die UBS eine Einlage von 6 Milliarden Franken tätigen und somit in der Auffanggesellschaft die ersten 6 Milliarden Risiko tragen. Dafür gewährt der Bund der UBS ein Pflichtwandeldarlehen von 6 Milliarden Franken. Dies, weil die UBS nicht in der Lage war, die 6 Milliarden direkt aufzubringen…
Insider in der Nationalbank zeichnen inzwischen ein realistisches Bild. Die „Schrottpapiere“ sind bestenfalls (und mit optimistischer Bewertung) noch 35-40 Milliarden wert. Das heisst, die Einlage der UBS und ein Teil der von der SNB f inanzierten Einlagen haben sich bereits in Luft aufgelöst. Und Fachleute sprechen schon davon, dass diese Einlagen wohl endgültig verloren seien. Denn nicht nur hat eine weitere Runterstufung der Werte stattgefunden. Einzelne Fachleute bezeichnen das ganze Wertschriften-Paket
(meist amerikanische Subprime billigster Qualität) als nicht mehr einbringbar…
Das heisst, der Schweizer Steuerzahler wird über die Nationalbank enorm zur Kassa gebeten. Der Bund hat immerhin noch die Chance, sein 6-Milliarden-Pflichtwandelpakt in 2 1/2 Jahren in Aktien umzuwandeln oder aber schon vorher zu verkaufen. So der Aktienkurs sich hält oder ansteigt. Doch dafür sind die derzeitigen Aussichten „mager und unwahrscheinlich“. Eine Pflichtwandelanleihe heisst, dass der Bund die Anleihe entweder vorher am Markt verkaufen kann (wer soll/will sie kaufen?) oder dass er dann in 2 1/2 Jahren zum Grossaktionär der UBS wird. Verstaatlichung durch die Hintertüre spotten bereits erste Marktbeobachter…
Und schon droht ein weiterer Finanzskandal, der alles Bisherige in den Schatten stellt und den schweizerischen Finanzplatz massiv betrifft! Das grosse amerikanische Hedge-Fund-Gebilde um den Amerikaner Bernard Madoff. Ein Mann, der einst Big Boss der amerikanischen NASDAQ-Börse war und an der Wall Street grosses Ansehen genoss. Offensichtlich hat er über Jahre ein Schneeball-System aufgebaut, das nicht einmal seine engsten Mitarbeiter (!) auch nur im Ansatz durchschaut hatten…
Inzwischen sprechen die Finanzkreise von einem Milliardenbetrüger. Dabei scheint der ganze Komplex eine Dimension angenommen zu haben, die ihn möglicherweise zum grössten Betrugsfall aller Zeiten machen könnte. Erste konkretere Analysen sprechen von einer Betrugssumme von unglaublichen 50 Milliarden Dollar. Es scheint unglaublich aber immer mehr wahr zu werden, dass sich hier Abgründe in einer Dimension auftun, die wir uns vor Jahresfrist noch nicht vorstellen konnten…
Das Gebilde wurde durch Verschachtelungen von Hedge Funds und Dachfonds für Hedgies geschaffen und im klassischen Schneeballsystem nach Pyramidenart immer höher geschraubt. So lange die Neugelder flossen, konnten mühelos 12-13 Prozent Rendite pro Jahr vergütet werden. Das liess die Einleger leichtsinnig werden. Sie stellten keine Fragen, sondern gaben sich jeweilen mit dem Dividendenscheck zufrieden. Als mit der Finanzkrise auch die Hedge Funds ins Schleudern gerieten und immer mehr Einleger ihr Geld sehen wollten, war das Platzen der Bombe nur noch eine Frage der Zeit…
Für die Schweiz dürfte das zu einem blutigen Schlachtfeld werden. Die Lehman Bros-Verluste werden für die Schweizer Anleger mit ca. 700 Millionen Franken beziffert. Bei Bernard Madoff wird aber alleine für die Schweiz mit Verlusten von über 5 Milliarden (!) Franken gesprochen. Das könnte den Finanzplatz Schweiz nochmals erschüttern. Ein Grund mehr, bei Banktiteln weiterhin zurückhaltend zu bleiben…
Madoffs Firma wird liquidiert - Noch mehr Prominente betroffen
New York (dpa) - Die Wall-Street-Firma des mutmaßlichen Milliarden-Betrügers Bernard L. Madoff wird aufgelöst, um möglichst viel Geld für seine Opfer herauszuholen. Ein New Yorker Richter gab am Montagabend (Ortszeit) einem entsprechenden Antrag des US-Anlegerschutzfonds SIPC statt. Es war nach wie vor unklar, wie viel Geld noch übrig ist. Madoff selbst hat laut Vorwürfen der US-Behörden den Schaden auf 50 Milliarden Dollar beziffert und gesagt, er habe nur noch 200 bis 300 Millionen Dollar. Der 70-Jährige betrieb nach eigenen Angaben ein sogenanntes Schneeball-System, bei dem Zinsen mit dem Geld immer neuer Investoren bezahlt werden, ohne dass es tatsächliche Gewinne gibt.
Die SIPC (Securities Investor Protection Corporation) garantiert bis zu 500 000 Dollar pro Kunde. Die Verluste vieler Betrugsopfer dürften aber zum Teil deutlich höher liegen. Dem «Wall Street Journal» zufolge könnte der 95-jährige Unternehmer Carl Shapiro den höchsten Schaden einer Privatperson erlitten haben: Er hatte insgesamt 545 Millionen Dollar bei Madoff investiert, wie eine Sprecherin der Zeitung sagte. Laut seinem Umfeld könnte es ungefähr die Hälfte von Shapiros Vermögen sein. Er sei mit Madoff 50 Jahre befreundet gewesen und sei erschüttert und traurig, ließ Shapiro mitteilen. Er hatte sein Vermögen seit Ende der 30er Jahre mit der Modemarke Kay Windsor verdient.
Unterdessen tauchen weitere Namen prominenter Betroffener auf.
Neben dem Hollywood-Regisseur Steven Spielberg soll auch sein Geschäftspartner und Chef des Trickfilm-Studios DreamWorks Animation, Jeffrey Katzenberg, unter den Opfern des Schwindels sein, schrieb das «Wall Street Journal». Laut informierten Personen soll Katzenberg mehrere Millionen Dollar verloren haben. Spielberg und Katzenberg nutzen demnach die Dienste des selben Vermögensverwalters.
New York (dpa) - Die Wall-Street-Firma des mutmaßlichen Milliarden-Betrügers Bernard L. Madoff wird aufgelöst, um möglichst viel Geld für seine Opfer herauszuholen. Ein New Yorker Richter gab am Montagabend (Ortszeit) einem entsprechenden Antrag des US-Anlegerschutzfonds SIPC statt. Es war nach wie vor unklar, wie viel Geld noch übrig ist. Madoff selbst hat laut Vorwürfen der US-Behörden den Schaden auf 50 Milliarden Dollar beziffert und gesagt, er habe nur noch 200 bis 300 Millionen Dollar. Der 70-Jährige betrieb nach eigenen Angaben ein sogenanntes Schneeball-System, bei dem Zinsen mit dem Geld immer neuer Investoren bezahlt werden, ohne dass es tatsächliche Gewinne gibt.
Die SIPC (Securities Investor Protection Corporation) garantiert bis zu 500 000 Dollar pro Kunde. Die Verluste vieler Betrugsopfer dürften aber zum Teil deutlich höher liegen. Dem «Wall Street Journal» zufolge könnte der 95-jährige Unternehmer Carl Shapiro den höchsten Schaden einer Privatperson erlitten haben: Er hatte insgesamt 545 Millionen Dollar bei Madoff investiert, wie eine Sprecherin der Zeitung sagte. Laut seinem Umfeld könnte es ungefähr die Hälfte von Shapiros Vermögen sein. Er sei mit Madoff 50 Jahre befreundet gewesen und sei erschüttert und traurig, ließ Shapiro mitteilen. Er hatte sein Vermögen seit Ende der 30er Jahre mit der Modemarke Kay Windsor verdient.
Unterdessen tauchen weitere Namen prominenter Betroffener auf.
Neben dem Hollywood-Regisseur Steven Spielberg soll auch sein Geschäftspartner und Chef des Trickfilm-Studios DreamWorks Animation, Jeffrey Katzenberg, unter den Opfern des Schwindels sein, schrieb das «Wall Street Journal». Laut informierten Personen soll Katzenberg mehrere Millionen Dollar verloren haben. Spielberg und Katzenberg nutzen demnach die Dienste des selben Vermögensverwalters.
SEC-Chef gibt Fehler der Aufsicht in Fall Madoff zu
New York (dpa) - Bei der Aufarbeitung des Milliarden-Betrugs an der Wall Street hat der Chef der US-Finanzaufsicht SEC, Christopher Cox, Fehler der Behörde zugegeben. Mindestens seit 1999 sei mehreren konkreten Vorwürfen gegen den New Yorker Broker Bernard L. Madoff, der ein gigantisches «Schneeball-System» von bis zu 50 Milliarden Dollar betrieben haben soll, nicht nachgegangen worden, räumte Cox in einer Erklärung am Dienstag ein. Er sei «tief besorgt» darüber. Nun sollen unter anderem alle Kontakte von SEC-Mitarbeitern zu Madoff und seiner Familie geprüft werden.
Zugleich wurde bekannt, dass Madoffs Nichte im vergangenen Jahr einen ehemaligen ranghohen SEC-Beamten heiratete. Der Beamte Namens Eric Swanson sei 1999 und 2004 an den Überprüfungen von Handels- Aktivitäten von Madoffs Firma beteiligt gewesen, sagte die Chefin der SEC-Inspektionsabteilung, Lori Richards, dem «Wall Street Journal». Swanson hatte die SEC im Jahr 2006 verlassen. Nach Angaben eines Swanson-Vertreters begann dessen Beziehung mit Madoffs Nichte ebenfalls 2006, schrieb die Zeitung. Shana Madoff arbeitete in Madoffs Wall-Street-Firma als Compliance-Juristin - war also für die Einhaltung der Gesetze und Vorschriften zuständig.
Madoff, über Jahrzehnte ein angesehener Wall-Street-Manager und Aktienbroker, soll den Milliarden-Betrug über den Investment-Arm seiner Firma betrieben haben. Er selbst behauptete, allein agiert zu haben. Die Investment-Abteilung soll abgeschottet vom Rest der Firma gearbeitet haben, die sich vor allem auf den Aktienhandel konzentrierte. Cox sagte, nach bisherigen Erkenntnissen habe Madoff Investoren und Aufseher mit doppelter Buchführung und gefälschten Papieren getäuscht.
Der 70-jährige Madoff selbst soll das Volumen des Schneeball-Systems auf 50 Milliarden Dollar beziffert haben. Das wäre der mit Abstand größte Betrugsfall der Geschichte. Die Behörden arbeiten noch daran, das Ausmaß des Schadens festzustellen.
Beim Schneeball-Prinzip werden die versprochenen hohen Zinsen mit dem Geld immer neuer Investoren bezahlt. Dem «Wall Street Journal» zufolge versuchte Madoff noch Anfang Dezember, neue Kunden zu finden. Er habe seit Mitte November auch eine der reichsten amerikanischen Familien umworben, die Pritzkers, die unter anderem die Hyatt-Hotelkette kontrollieren. Madoffs Betrugssystem soll Anfang Dezember aus den Fugen geraten sein, als einer der Investoren seine sieben Milliarden Dollar zurückhaben wollte. Um wen es sich dabei handelt, wurde bisher nicht bekannt.
New York (dpa) - Bei der Aufarbeitung des Milliarden-Betrugs an der Wall Street hat der Chef der US-Finanzaufsicht SEC, Christopher Cox, Fehler der Behörde zugegeben. Mindestens seit 1999 sei mehreren konkreten Vorwürfen gegen den New Yorker Broker Bernard L. Madoff, der ein gigantisches «Schneeball-System» von bis zu 50 Milliarden Dollar betrieben haben soll, nicht nachgegangen worden, räumte Cox in einer Erklärung am Dienstag ein. Er sei «tief besorgt» darüber. Nun sollen unter anderem alle Kontakte von SEC-Mitarbeitern zu Madoff und seiner Familie geprüft werden.
Zugleich wurde bekannt, dass Madoffs Nichte im vergangenen Jahr einen ehemaligen ranghohen SEC-Beamten heiratete. Der Beamte Namens Eric Swanson sei 1999 und 2004 an den Überprüfungen von Handels- Aktivitäten von Madoffs Firma beteiligt gewesen, sagte die Chefin der SEC-Inspektionsabteilung, Lori Richards, dem «Wall Street Journal». Swanson hatte die SEC im Jahr 2006 verlassen. Nach Angaben eines Swanson-Vertreters begann dessen Beziehung mit Madoffs Nichte ebenfalls 2006, schrieb die Zeitung. Shana Madoff arbeitete in Madoffs Wall-Street-Firma als Compliance-Juristin - war also für die Einhaltung der Gesetze und Vorschriften zuständig.
Madoff, über Jahrzehnte ein angesehener Wall-Street-Manager und Aktienbroker, soll den Milliarden-Betrug über den Investment-Arm seiner Firma betrieben haben. Er selbst behauptete, allein agiert zu haben. Die Investment-Abteilung soll abgeschottet vom Rest der Firma gearbeitet haben, die sich vor allem auf den Aktienhandel konzentrierte. Cox sagte, nach bisherigen Erkenntnissen habe Madoff Investoren und Aufseher mit doppelter Buchführung und gefälschten Papieren getäuscht.
Der 70-jährige Madoff selbst soll das Volumen des Schneeball-Systems auf 50 Milliarden Dollar beziffert haben. Das wäre der mit Abstand größte Betrugsfall der Geschichte. Die Behörden arbeiten noch daran, das Ausmaß des Schadens festzustellen.
Beim Schneeball-Prinzip werden die versprochenen hohen Zinsen mit dem Geld immer neuer Investoren bezahlt. Dem «Wall Street Journal» zufolge versuchte Madoff noch Anfang Dezember, neue Kunden zu finden. Er habe seit Mitte November auch eine der reichsten amerikanischen Familien umworben, die Pritzkers, die unter anderem die Hyatt-Hotelkette kontrollieren. Madoffs Betrugssystem soll Anfang Dezember aus den Fugen geraten sein, als einer der Investoren seine sieben Milliarden Dollar zurückhaben wollte. Um wen es sich dabei handelt, wurde bisher nicht bekannt.
Zitat
Der mutmaßliche Wall-Street-Betrüger Bernard Madoff bleibt gegen hohe Auflagen vorläufig in Freiheit. Der 70-Jährige stehe unter Hausarrest und müsse zur Überwachung eine elektronische Fußfessel tragen, berichteten US-Medien. Seine Frau habe zusätzliche Sicherheiten für die Kaution erbracht. Indes zieht sich der Generalstaatsanwalt wegen Befangenheit zurück.
Auch deutsche Anleger sind vom mutmaßlichen Milliardenbetrug des US-Investors Bernard Madoff betroffen.
Mindestens 20 frei vertriebene Dachfonds und Zertifikate haben nach Informationen Geld in Madoffs zusammengebrochenes Schneeballsystem investiert.
Die Investitionen erfolgten offenbar über den Umweg zweier von Österreich aus vertriebener Fonds mit den Namen "Thema US Equity" und "Herald US Absolute Return". Der Schaden für deutsche Anleger hat inzwischen einen hohen zweistelligen Millionenbetrag erreicht.
Die bislang betroffenen Gesellschaften - Frankfurt-Trust, Ampega-Gerling, Carat, Alceda und Universal-Investment - mussten den Wert der beiden Fonds in ihren Portfolios auf einen Wert von 10 Cent abschreiben. Entsprechend sank auch der Kurs der Dachfonds ab.
Auf dieses Vorgehen hatten sich die Gesellschaften informierten Kreisen zufolge mit der Finanzaufsicht BaFin und dem Fondsverband BVI geeinigt. Beide Seiten lehnten allerdings eine Stellungnahme ab und verwiesen an die Fondsgesellschaften.
Nach Informationen beträgt das Gewicht der beiden toxischen Produkte in den betroffenen Dachfonds bis zu 19 Prozent, die nun vorsorglich abgeschrieben wurden. Zuletzt kamen die direkt betroffenen Fonds "Thema US Equity" und der "Herald US Absolute Return" auf ein Volumen von umgerechnet rund 1,5 Mrd. Euro.
Verantwortlich für den Vertrieb der Fonds an institutionelle Anleger war die Wiener Privatbank Medici.
Bei den beiden direkt betroffenen Fonds, die über Umwege der Dachfonds und Vermögensverwalter in deutsche Depots wanderten, handelt es sich um frei vertriebene Publikumsfonds. Sie unterliegen damit den strengen Transparenz- und Dokumentationspflichten der Europäischen Union für Investmentfonds - die offenbar alle versagt haben.
Der 1 Mrd. Euro schwere, 1996 aufgelegte "Thema US Equity" hatte über Jahre konstant gute Kursgewinne ausgewiesen. Die Depotbank, eine irische Tochtergesellschaft der Großbank HSBC, ist für die Verwahrung der Vermögensgegenstände im Fonds verantwortlich. Sie haftet auch gegenüber Anlegern, wenn sie den Verwahr- und Prüfpflichten nicht nachgekommen ist. Wirtschaftsprüfer ist PricewaterhouseCoopers.
Bernard Madoff gestand bei seiner Festnahme vergangenen Freitag ein, vom ausgewiesenen Vermögen seiner Investmentgesellschaft in Höhe von 50 Mrd. Dollar seien allenfalls noch 300 Mio. Dollar übrig.
Finanzkreisen zufolge dürften noch mehr Fonds und Zertifikate indirekt in Madoff-Produkte investiert haben.
Das Ausmaß des Betrugsfalls und der vielfach umverpackten Gelder erschließe sich nur nach und nach.
Quelle: FTD
Mindestens 20 frei vertriebene Dachfonds und Zertifikate haben nach Informationen Geld in Madoffs zusammengebrochenes Schneeballsystem investiert.
Die Investitionen erfolgten offenbar über den Umweg zweier von Österreich aus vertriebener Fonds mit den Namen "Thema US Equity" und "Herald US Absolute Return". Der Schaden für deutsche Anleger hat inzwischen einen hohen zweistelligen Millionenbetrag erreicht.
Die bislang betroffenen Gesellschaften - Frankfurt-Trust, Ampega-Gerling, Carat, Alceda und Universal-Investment - mussten den Wert der beiden Fonds in ihren Portfolios auf einen Wert von 10 Cent abschreiben. Entsprechend sank auch der Kurs der Dachfonds ab.
Auf dieses Vorgehen hatten sich die Gesellschaften informierten Kreisen zufolge mit der Finanzaufsicht BaFin und dem Fondsverband BVI geeinigt. Beide Seiten lehnten allerdings eine Stellungnahme ab und verwiesen an die Fondsgesellschaften.
Nach Informationen beträgt das Gewicht der beiden toxischen Produkte in den betroffenen Dachfonds bis zu 19 Prozent, die nun vorsorglich abgeschrieben wurden. Zuletzt kamen die direkt betroffenen Fonds "Thema US Equity" und der "Herald US Absolute Return" auf ein Volumen von umgerechnet rund 1,5 Mrd. Euro.
Verantwortlich für den Vertrieb der Fonds an institutionelle Anleger war die Wiener Privatbank Medici.
Bei den beiden direkt betroffenen Fonds, die über Umwege der Dachfonds und Vermögensverwalter in deutsche Depots wanderten, handelt es sich um frei vertriebene Publikumsfonds. Sie unterliegen damit den strengen Transparenz- und Dokumentationspflichten der Europäischen Union für Investmentfonds - die offenbar alle versagt haben.
Der 1 Mrd. Euro schwere, 1996 aufgelegte "Thema US Equity" hatte über Jahre konstant gute Kursgewinne ausgewiesen. Die Depotbank, eine irische Tochtergesellschaft der Großbank HSBC, ist für die Verwahrung der Vermögensgegenstände im Fonds verantwortlich. Sie haftet auch gegenüber Anlegern, wenn sie den Verwahr- und Prüfpflichten nicht nachgekommen ist. Wirtschaftsprüfer ist PricewaterhouseCoopers.
Bernard Madoff gestand bei seiner Festnahme vergangenen Freitag ein, vom ausgewiesenen Vermögen seiner Investmentgesellschaft in Höhe von 50 Mrd. Dollar seien allenfalls noch 300 Mio. Dollar übrig.
Finanzkreisen zufolge dürften noch mehr Fonds und Zertifikate indirekt in Madoff-Produkte investiert haben.
Das Ausmaß des Betrugsfalls und der vielfach umverpackten Gelder erschließe sich nur nach und nach.
Quelle: FTD
Madoff-Skandal: Deutsche Anleger durch Fondsbeteiligungen ge
Madoff-Skandal: Deutsche Anleger durch Fondsbeteiligungen geschädigt.
Der gigantische Betrugsfall von vermutlich 50 Milliarden Dollar um den New Yorker Börsenmakler Bernard Madoff zieht seine Kreise nun auch bis nach Deutschland. Investmentfonds, in die deutsche Anleger investiert haben, sind nun ebenfalls betroffen.
Der Skandal um den New Yorker Börsenmakler Bernard Madoff gilt bereits jetzt als einer der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Finanzmärkte. Im Rahmen von Finanzgeschäften sollen ihm Kunden insgesamt 50 Milliarden Dollar anvertraut haben. Nach Angaben der Behörden hat Madoff hiermit ein Schneeballsystem betrieben, bei dem er Verluste vertuscht und die Auszahlungen an Kunden mit dem Geld neuer Investoren finanziert hat. Es ist zu befürchten, dass damit faktisch kaum mehr etwas vom Vermögen übrig geblieben ist.
Von dem Betrugsfall betroffen sind zunächst die Kunden der Vermögensverwaltung von Madoff wie große Stiftungen aber auch reiche US-Bürger. Bereits kurz nach Bekanntwerden des Betrugsfalls hatten aber auch Banken mitgeteilt, dass ihnen durch den Betrug ebenfalls Verluste in Höhe von teilweise bis zu einer Milliarde Euro drohen. Wie nunmehr bekannt geworden ist, handelt es sich hierbei offensichtlich auch um Verluste von in Deutschland frei vertriebenen Investmentfonds, in die auch deutsche Anleger investiert haben. Betroffen sein sollen insbesondere die Fonds namens „Thema US Equity“ und „Herald US Absolute Return“, aber auch weitere Fonds - teilweise über Dachfondskonstruktionen - der Gesellschaften Frankfurt-Trust, Ampega-Gerling, Carat, Alceda und Universal-Investment.
STELLUNGNAHME DER KANZLEI GÖDDECKE
Nun droht womöglich auch der Fondsbranche ein großer Reputationsverlust. Im Gegensatz zu Zertifikaten konnten Investmentfonds bislang davon profitieren, dass Sie als Sondervermögen bei Insolvenz besonderen Schutz boten. Vor betrügerische Handlungen sind natürlich auch Investmentfonds nicht grundsätzlich gefeit. Anleger sollen jedoch nach der Intention des Investmentgesetzes durch eine Aufgabenteilung von Investmentbank, Depotbank und Wirtschaftsprüfern vor dem Verlust des Sondervermögens geschützt werden. Es ist zu befürchten, dass dieser Schutz hier aufgrund von Pflichtverletzungen der Beteiligten versagt hat.
Die Kanzlei GÖDDECKE wurde bereits mit der rechtlichen Prüfung von Schadensersatzansprüchen gegen Beteiligte beauftragt und steht geschädigten Anlegern für Fragen im Zusammenhang mit der Durchsetzung von Ansprüche zur Verfügung.
Quelle: u.a. FTD vom 19.12.2008
22.12.2008 (Patrick J. Elixmann)
Weitere interessante Artikel finden Sie im Internetportal der Kanzlei GÖDDECKE: www.kapital-rechtinfo.de
Der gigantische Betrugsfall von vermutlich 50 Milliarden Dollar um den New Yorker Börsenmakler Bernard Madoff zieht seine Kreise nun auch bis nach Deutschland. Investmentfonds, in die deutsche Anleger investiert haben, sind nun ebenfalls betroffen.
Der Skandal um den New Yorker Börsenmakler Bernard Madoff gilt bereits jetzt als einer der größten Betrugsfälle in der Geschichte der Finanzmärkte. Im Rahmen von Finanzgeschäften sollen ihm Kunden insgesamt 50 Milliarden Dollar anvertraut haben. Nach Angaben der Behörden hat Madoff hiermit ein Schneeballsystem betrieben, bei dem er Verluste vertuscht und die Auszahlungen an Kunden mit dem Geld neuer Investoren finanziert hat. Es ist zu befürchten, dass damit faktisch kaum mehr etwas vom Vermögen übrig geblieben ist.
Von dem Betrugsfall betroffen sind zunächst die Kunden der Vermögensverwaltung von Madoff wie große Stiftungen aber auch reiche US-Bürger. Bereits kurz nach Bekanntwerden des Betrugsfalls hatten aber auch Banken mitgeteilt, dass ihnen durch den Betrug ebenfalls Verluste in Höhe von teilweise bis zu einer Milliarde Euro drohen. Wie nunmehr bekannt geworden ist, handelt es sich hierbei offensichtlich auch um Verluste von in Deutschland frei vertriebenen Investmentfonds, in die auch deutsche Anleger investiert haben. Betroffen sein sollen insbesondere die Fonds namens „Thema US Equity“ und „Herald US Absolute Return“, aber auch weitere Fonds - teilweise über Dachfondskonstruktionen - der Gesellschaften Frankfurt-Trust, Ampega-Gerling, Carat, Alceda und Universal-Investment.
STELLUNGNAHME DER KANZLEI GÖDDECKE
Nun droht womöglich auch der Fondsbranche ein großer Reputationsverlust. Im Gegensatz zu Zertifikaten konnten Investmentfonds bislang davon profitieren, dass Sie als Sondervermögen bei Insolvenz besonderen Schutz boten. Vor betrügerische Handlungen sind natürlich auch Investmentfonds nicht grundsätzlich gefeit. Anleger sollen jedoch nach der Intention des Investmentgesetzes durch eine Aufgabenteilung von Investmentbank, Depotbank und Wirtschaftsprüfern vor dem Verlust des Sondervermögens geschützt werden. Es ist zu befürchten, dass dieser Schutz hier aufgrund von Pflichtverletzungen der Beteiligten versagt hat.
Die Kanzlei GÖDDECKE wurde bereits mit der rechtlichen Prüfung von Schadensersatzansprüchen gegen Beteiligte beauftragt und steht geschädigten Anlegern für Fragen im Zusammenhang mit der Durchsetzung von Ansprüche zur Verfügung.
Quelle: u.a. FTD vom 19.12.2008
22.12.2008 (Patrick J. Elixmann)
Weitere interessante Artikel finden Sie im Internetportal der Kanzlei GÖDDECKE: www.kapital-rechtinfo.de
Dieser Beitrag wurde ausgezeichnet!
In der Affäre um den mutmaßlichen Milliardenschwindel des ehemaligen US-Börsenchefs Bernard Madoff hat sich eines der Betrugsopfer umgebracht. Der Franzose Thierry de La Villehuchet habe sich in seinem New Yorker Büro selbst getötet, sagte ein Vertrauter des Fondsmanagers. Die Polizei in New York bestätigte lediglich, dass im Büro von Access International ein 65-jähriger Mann tot aufgefunden wurde. Villehuchet ist Ko-Gründer von Access, er hatte für europäische Kunden 1,5 Milliarden Euro bei Madoff investiert.
Geschädigte bereiten Sammelklage in den USA und Vermittlerklagen in Europa vor
Unter dieser Überschrift wird eine Pressemeldung versendet, mit der Aufforderung, sich beim Unterzeichner zu melden:
Eine etwas "aggressiv" anmutende Pressemeldung - die Werbung sich bei "der" Kanzlei dringend zu melden - steht im Vordergrund.
Unter dieser Überschrift wird eine Pressemeldung versendet, mit der Aufforderung, sich beim Unterzeichner zu melden:
Eine etwas "aggressiv" anmutende Pressemeldung - die Werbung sich bei "der" Kanzlei dringend zu melden - steht im Vordergrund.
Zitat
Anlegern in Madoff-Investments aus der Schweiz, Deutschland und Österreich wird dringend angeraten, die Kanzlei **** zu kontaktieren (Hotline für Madoff-Geschädigte: 089 - ****). Ansprechpartner für Anleger sind die Rechtsanwälte **** und **** . Die Anzahl der geschädigten Anleger durch den Madoff Skandal steigt stündlich und zieht immer weitere Kreise. Die Kanzlei **** rät allen Madoff-Geschädigten, keine Zeit zu verlieren und sich dringend zu melden, um ihre Ansprüche geltend zu machen. Zunächst wurde vermutet
Die renommierte Elie-Wiesel-Stiftung ist nach eigenen Angaben ein weiteres prominentes Opfer des Madoff- Finanzbetrugsskandals.
Die Stiftung des Friedensnobelpreisträgers und Holocaustüberlebenden Elie Wiesel habe "so gut wie ihr gesamtes Vermögen verloren", teilte die Organisation am Donnerstag auf ihrer Internetseite mit.
Die Stiftung habe insgesamt 15,2 Millionen Dollar (10,8 Mio Euro) durch den Wall-Street-Broker Bernard Madoff verwalten lassen. Die Stiftung teilte gleichzeitig mit, sie werde sich auch weiterhin für das Lebenswerk ihres Gründers einsetzen und gegen Intoleranz und Ungerechtigkeit in der Welt kämpfen.
Am Tag zuvor war bekannt geworden (siehe Meldung oben), dass ein französischer Finanzmanager sich im Zusammenhang mit dem Madoff-Betrugsskandal das Leben genommen hat. Der 65 Jahre alte Thierry Magon de La Villehuchet wurde am Dienstag tot in seinem New Yorker Büro entdeckt.
Er habe seit einer Woche Tag und Nacht lang nach einer Möglichkeit gesucht, seinen Anlegern das Geld wiederzubeschaffen, zitierte die französische Tageszeitung "La Tribune" am Mittwoch einen Vertrauten des Managers.
Die Tat sei der Abschied eines Mannes gewesen, der sich nichts vorzuwerfen hatte. La Villehuchet habe immer mit aller gebotenen Sorgfalt gearbeitet. "Die Wahrheit ist, dass die ganze Welt bei Madoff investieren wollte." Ein Abschiedsbrief des 65-Jährigen wurde ersten Erkenntnissen zufolge nicht gefunden.
La Villehuchet arbeitete als Partner für die 2003 von Patrick Littaye gegründete Fondsgesellschaft Access International Advisors. Das Unternehmen mit vielen Kunden in Europa hatte Berichten zufolge 1,4 Milliarden Dollar beim Wall-Street-Broker Bernard Madoff investiert.
(dpa)
Die Stiftung des Friedensnobelpreisträgers und Holocaustüberlebenden Elie Wiesel habe "so gut wie ihr gesamtes Vermögen verloren", teilte die Organisation am Donnerstag auf ihrer Internetseite mit.
Die Stiftung habe insgesamt 15,2 Millionen Dollar (10,8 Mio Euro) durch den Wall-Street-Broker Bernard Madoff verwalten lassen. Die Stiftung teilte gleichzeitig mit, sie werde sich auch weiterhin für das Lebenswerk ihres Gründers einsetzen und gegen Intoleranz und Ungerechtigkeit in der Welt kämpfen.
Am Tag zuvor war bekannt geworden (siehe Meldung oben), dass ein französischer Finanzmanager sich im Zusammenhang mit dem Madoff-Betrugsskandal das Leben genommen hat. Der 65 Jahre alte Thierry Magon de La Villehuchet wurde am Dienstag tot in seinem New Yorker Büro entdeckt.
Er habe seit einer Woche Tag und Nacht lang nach einer Möglichkeit gesucht, seinen Anlegern das Geld wiederzubeschaffen, zitierte die französische Tageszeitung "La Tribune" am Mittwoch einen Vertrauten des Managers.
Die Tat sei der Abschied eines Mannes gewesen, der sich nichts vorzuwerfen hatte. La Villehuchet habe immer mit aller gebotenen Sorgfalt gearbeitet. "Die Wahrheit ist, dass die ganze Welt bei Madoff investieren wollte." Ein Abschiedsbrief des 65-Jährigen wurde ersten Erkenntnissen zufolge nicht gefunden.
La Villehuchet arbeitete als Partner für die 2003 von Patrick Littaye gegründete Fondsgesellschaft Access International Advisors. Das Unternehmen mit vielen Kunden in Europa hatte Berichten zufolge 1,4 Milliarden Dollar beim Wall-Street-Broker Bernard Madoff investiert.
(dpa)
Im Tagesrhythmus werden neue Opfer des Milliarden-Betrügers Bernard Madoff bekannt.
Auch UBS-Kunden und das Internationale Olympische Komitee in Lausanne sind betroffen.
Die hiesigen Banken sind vom 50-Milliarden-Betrug des Bernard Madoff nicht direkt betroffen. "Bisher haben wir keine Anzeichen dafür, dass Schweizer Banken zu den Kreditgebern von Madoff-Funds gehörten", sagt Alain Bichsel, Sprecher der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK).
Aber für einige meist sehr vermögende Kunden der Banken stehen Milliarden auf dem Spiel. Bisher ist von rund 6 Mrd. $ die Rede, die über Schweizer Banken und Vermögensverwalter ins System Madoff gelangt sind. Und in den nächsten Tagen dürften weitere Fälle auftauchen.
So hat das Internationale Olympische Komitee in Lausanne gegenüber dem "Wall Street Journal" eingestanden, dass fast 5 Mio. $ des Anlagevermögens gefährdet seien.
So ist auch bekanntgeworden, dass ein Dachfonds der UBS namens Luxalpha mit einem Volumen von 1,4 Mrd. $ ebenfalls in Madoff-Anlagen investiert hat.
Wie viel Geld auf dem Spiel steht, will UBS-Sprecherin Tatiana Togni nicht sagen. Sie betont aber, dass die UBS diese Funds-Struktur auf Kundenwunsch hin aufgebaut habe. "Bernard Madoff Investment Securities war nicht auf der Wealth-Management-Empfehlungsliste für direkte Investitionen." Luxalpha ist offenbar ein Anlagevehikel, das zwar auf Wunsch von sehr reichen Kunden eingerichtet worden ist, grundsätzlich aber weiteren Kunden offensteht.
Es wird immer klarer, dass Genf eine wichtige globale Schnittstelle zwischen dem System Madoff und Investoren darstellte.
Selbst die St. Galler Kantonalbank, bei der Kundengelder in der Höhe von 50 Mio. $ gefährdet sind, ist über ihre Genfer Tochtergesellschaft Hyposwiss zu den Madoff-Anlagen gekommen. Die spanische Grossbank Santander, die über 3 Mrd. $ Kundengelder in Madoff-Funds versenkt hat, tat dies über ihren Genfer Ableger Optimal Investment Services.
Doch wie konnte Madoff im Raum Genf so viel Geld einsammeln?
Der New Yorker Hedge-Funds-Anbieter Fairfield Greenwich, mit 7,5 Mrd. $ Madoff-Risiken der bisher grösste Leidtragende überhaupt, hat im internationalen Vertrieb eine zentrale Rolle gespielt. Fairfield ist im September eine Heirat mit der Privatbank des Genfer Banquiers Bénédict Hentsch eingegangen. Es ist Hentsch aber gelungen, diese Verbindung wieder aufzulösen.
Der ungewöhnliche Zusammenschluss seiner Privatbank mit einem New Yorker Hedge-Funds-Anbieter diene dazu, seinen Kunden "Zugang zu den besten Hedge-Funds zu ermöglichen", sagte Hentsch der "NZZ am Sonntag". Auch andere Vermögensverwalter haben aus diesem Grund den Kontakt zu Fairfield gesucht. "Weil die Madoff-Anlagevehikel offiziell für Neugeld geschlossen waren, sah man Fairfield als eine der besten Möglichkeiten, doch noch zum Zug zu kommen", sagt ein Genfer Bankier. Fairfield-Gründer Walter Noel und Hentsch hatten sich allerdings in Brasilien kennengelernt und nicht am Genfersee.
Zu anderen Genfer Banken dürfte der Kontakt über Noels Schwiegersohn Philip Toub zustande gekommen sein, schreibt die "New York Times". Toub sei der Sohn einer Lausanner Unternehmerfamilie. Als sicher gilt, dass alle drei Schwiegersöhne Noels die globale Vermarktung der Madoff-Produkte zügig voranbrachten. Sie sollen kolumbianische, schweizerische und italienische Wurzeln haben.
Interessant ist, dass es zwischen der Santander-Tochter Optimal und der Union Bancaire Privée eine personelle Verflechtung gibt. Der Bankier Paul Saurel ist Verwaltungsrat bei beiden Instituten und auch beim Banco Santander (Suisse). Die UBP wollte nicht kommentieren, ob dies in einem Zusammenhang mit den Madoff-Anlagen bei beiden Instituten steht.
Weil viele Schweizer Institute betroffen sind, überlegt man sich bereits ein gemeinsames Vorgehen, um die Interessen der Kunden zu schützen.
Die Luzerner Bank Reichmuth & Co. hat Anwälte in Zürich, New York, Irland, Luxemburg, auf den Virgin Islands und den Cayman Islands mandatiert. "Wie Sie der Presse entnehmen konnten, gibt es in der Schweiz zahlreiche Geschädigte", schreibt die Bank in einer Mitteilung an ihre Kunden. "Aus diesem Grund prüfen wir das Zusammenlegen der Kräfte, d. h. ein koordiniertes Vorgehen mit anderen Betroffenen."
(Eig./NZZ)
Auch UBS-Kunden und das Internationale Olympische Komitee in Lausanne sind betroffen.
Die hiesigen Banken sind vom 50-Milliarden-Betrug des Bernard Madoff nicht direkt betroffen. "Bisher haben wir keine Anzeichen dafür, dass Schweizer Banken zu den Kreditgebern von Madoff-Funds gehörten", sagt Alain Bichsel, Sprecher der Eidgenössischen Bankenkommission (EBK).
Aber für einige meist sehr vermögende Kunden der Banken stehen Milliarden auf dem Spiel. Bisher ist von rund 6 Mrd. $ die Rede, die über Schweizer Banken und Vermögensverwalter ins System Madoff gelangt sind. Und in den nächsten Tagen dürften weitere Fälle auftauchen.
So hat das Internationale Olympische Komitee in Lausanne gegenüber dem "Wall Street Journal" eingestanden, dass fast 5 Mio. $ des Anlagevermögens gefährdet seien.
So ist auch bekanntgeworden, dass ein Dachfonds der UBS namens Luxalpha mit einem Volumen von 1,4 Mrd. $ ebenfalls in Madoff-Anlagen investiert hat.
Wie viel Geld auf dem Spiel steht, will UBS-Sprecherin Tatiana Togni nicht sagen. Sie betont aber, dass die UBS diese Funds-Struktur auf Kundenwunsch hin aufgebaut habe. "Bernard Madoff Investment Securities war nicht auf der Wealth-Management-Empfehlungsliste für direkte Investitionen." Luxalpha ist offenbar ein Anlagevehikel, das zwar auf Wunsch von sehr reichen Kunden eingerichtet worden ist, grundsätzlich aber weiteren Kunden offensteht.
Es wird immer klarer, dass Genf eine wichtige globale Schnittstelle zwischen dem System Madoff und Investoren darstellte.
Selbst die St. Galler Kantonalbank, bei der Kundengelder in der Höhe von 50 Mio. $ gefährdet sind, ist über ihre Genfer Tochtergesellschaft Hyposwiss zu den Madoff-Anlagen gekommen. Die spanische Grossbank Santander, die über 3 Mrd. $ Kundengelder in Madoff-Funds versenkt hat, tat dies über ihren Genfer Ableger Optimal Investment Services.
Doch wie konnte Madoff im Raum Genf so viel Geld einsammeln?
Der New Yorker Hedge-Funds-Anbieter Fairfield Greenwich, mit 7,5 Mrd. $ Madoff-Risiken der bisher grösste Leidtragende überhaupt, hat im internationalen Vertrieb eine zentrale Rolle gespielt. Fairfield ist im September eine Heirat mit der Privatbank des Genfer Banquiers Bénédict Hentsch eingegangen. Es ist Hentsch aber gelungen, diese Verbindung wieder aufzulösen.
Der ungewöhnliche Zusammenschluss seiner Privatbank mit einem New Yorker Hedge-Funds-Anbieter diene dazu, seinen Kunden "Zugang zu den besten Hedge-Funds zu ermöglichen", sagte Hentsch der "NZZ am Sonntag". Auch andere Vermögensverwalter haben aus diesem Grund den Kontakt zu Fairfield gesucht. "Weil die Madoff-Anlagevehikel offiziell für Neugeld geschlossen waren, sah man Fairfield als eine der besten Möglichkeiten, doch noch zum Zug zu kommen", sagt ein Genfer Bankier. Fairfield-Gründer Walter Noel und Hentsch hatten sich allerdings in Brasilien kennengelernt und nicht am Genfersee.
Zu anderen Genfer Banken dürfte der Kontakt über Noels Schwiegersohn Philip Toub zustande gekommen sein, schreibt die "New York Times". Toub sei der Sohn einer Lausanner Unternehmerfamilie. Als sicher gilt, dass alle drei Schwiegersöhne Noels die globale Vermarktung der Madoff-Produkte zügig voranbrachten. Sie sollen kolumbianische, schweizerische und italienische Wurzeln haben.
Interessant ist, dass es zwischen der Santander-Tochter Optimal und der Union Bancaire Privée eine personelle Verflechtung gibt. Der Bankier Paul Saurel ist Verwaltungsrat bei beiden Instituten und auch beim Banco Santander (Suisse). Die UBP wollte nicht kommentieren, ob dies in einem Zusammenhang mit den Madoff-Anlagen bei beiden Instituten steht.
Weil viele Schweizer Institute betroffen sind, überlegt man sich bereits ein gemeinsames Vorgehen, um die Interessen der Kunden zu schützen.
Die Luzerner Bank Reichmuth & Co. hat Anwälte in Zürich, New York, Irland, Luxemburg, auf den Virgin Islands und den Cayman Islands mandatiert. "Wie Sie der Presse entnehmen konnten, gibt es in der Schweiz zahlreiche Geschädigte", schreibt die Bank in einer Mitteilung an ihre Kunden. "Aus diesem Grund prüfen wir das Zusammenlegen der Kräfte, d. h. ein koordiniertes Vorgehen mit anderen Betroffenen."
(Eig./NZZ)
Wiener Bank Medici wegen Madoff-Betrugs unter Staatskontrolle
Wien/New York (dpa) - Die Wiener Bank Medici ist als erstes Opfer des Milliarden-Betrugs an der Wall Street unter staatliche Kontrolle gekommen. Ein Regierungskommissar übernahm am Freitag die Führung, wie die österreichische Finanzmarktbehörde mitteilte. Seine Aufgabe sei, die Vermögenswerte des Finanzhauses zu sichern und die Interessen der Gläubiger zu schätzen. Die Bank betonte, dass sie weiterhin liquide und robust aufgestellt sei. Die Privatbank war in den Strudel des milliardenschweren Schneeball-Systems geraten, das der New Yorker Aktienbroker Bernard L. Madoff betrieben hat.
Die Bank Medici gehört zu 75 Prozent der österreichischen Bankerin Sonja Kohn und zu 25 Prozent der UniCredit-Tochter Bank Austria (BA-CA). Auslöser der Probleme sind Fonds, die ihr Geld bei Madoff angelegt haben. Kohn gehört zu den Mitinitiatoren der betroffenen Fonds. Die Bank sprach bisher von einem Investitionsvolumen von 2,1 Milliarden Dollar. Nach Informationen der österreichischen Zeitung «Der Standard» sollen es sogar 3,6 Milliarden Dollar gewesen sein. Es geht dabei größtenteils um vermittelte Kundengelder. Das Fondsgeschäft soll laut Medienberichten den Löwenanteil der Einnahmen der Bank ausgemacht haben. Mehrere Medien hatten in den vergangenen Tagen bereits über eine bevorstehende Kontrollübernahme durch den
Staat berichtet.
In dem wohl größten Betrugsfall der Finanzgeschichte richtete Madoff nach eigenen Angaben einen Schaden von bis zu 50 Milliarden Dollar an. Der 70-Jährige, über Jahrzehnte ein angesehener New Yorker Aktienbroker, hatte vor rund drei Wochen den Behörden zufolge den Milliarden-Betrug gestanden und steht derzeit in Manhattan unter Hausarrest. Bei einem «Schneeball-System» werden typischerweise die versprochenen hohen Zinsen mit dem Geld immer neuer Investoren bezahlt, ohne dass es tatsächliche Gewinne gibt.
Wien/New York (dpa) - Die Wiener Bank Medici ist als erstes Opfer des Milliarden-Betrugs an der Wall Street unter staatliche Kontrolle gekommen. Ein Regierungskommissar übernahm am Freitag die Führung, wie die österreichische Finanzmarktbehörde mitteilte. Seine Aufgabe sei, die Vermögenswerte des Finanzhauses zu sichern und die Interessen der Gläubiger zu schätzen. Die Bank betonte, dass sie weiterhin liquide und robust aufgestellt sei. Die Privatbank war in den Strudel des milliardenschweren Schneeball-Systems geraten, das der New Yorker Aktienbroker Bernard L. Madoff betrieben hat.
Die Bank Medici gehört zu 75 Prozent der österreichischen Bankerin Sonja Kohn und zu 25 Prozent der UniCredit-Tochter Bank Austria (BA-CA). Auslöser der Probleme sind Fonds, die ihr Geld bei Madoff angelegt haben. Kohn gehört zu den Mitinitiatoren der betroffenen Fonds. Die Bank sprach bisher von einem Investitionsvolumen von 2,1 Milliarden Dollar. Nach Informationen der österreichischen Zeitung «Der Standard» sollen es sogar 3,6 Milliarden Dollar gewesen sein. Es geht dabei größtenteils um vermittelte Kundengelder. Das Fondsgeschäft soll laut Medienberichten den Löwenanteil der Einnahmen der Bank ausgemacht haben. Mehrere Medien hatten in den vergangenen Tagen bereits über eine bevorstehende Kontrollübernahme durch den
Staat berichtet.
In dem wohl größten Betrugsfall der Finanzgeschichte richtete Madoff nach eigenen Angaben einen Schaden von bis zu 50 Milliarden Dollar an. Der 70-Jährige, über Jahrzehnte ein angesehener New Yorker Aktienbroker, hatte vor rund drei Wochen den Behörden zufolge den Milliarden-Betrug gestanden und steht derzeit in Manhattan unter Hausarrest. Bei einem «Schneeball-System» werden typischerweise die versprochenen hohen Zinsen mit dem Geld immer neuer Investoren bezahlt, ohne dass es tatsächliche Gewinne gibt.



